Jaime Lannister

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      Fängt das schon wieder an, du meine Güte. Mein Gott es steht doch da, es wird ausschließlich über die Buchreihe diskutiert. Wenigstens hat das mit Ende der letzten Staffel ein Ende.
      "Sie waren von Schatten umgeben.
      Ein Schatten war dunkel wie Asche, mit dem schrecklichen Gesicht eines Bluthunds.
      Ein Anderer war gepanzert wie die Sonne, golden und wunderschön. Über beiden ragte ein Riese mit steinerner Rüstung auf, doch als er sein Visier öffnete, waren darin nichts als Finsternis und dickes, schwarzes Blut."
      Ich denke... sowohl bei Cersei als auch bei Jaime, hat es sich.... 'natürlich entwickelt'.
      Bin natürlich kein Experte, aber ich denke, dass es ne art natürliche Abneigung dagegen gibt, mit seinen Geschwistern, Eltern... in sexuellen Kontakt zu kommen. Aber anhand daran, dass es ja auch in unserer Welt Inzest gibt - auch freiwilligen Inzest - nehme ich einach an, dass es manchmal passiert, dass man eben nicht so abgeneigt ist und es nicht als unnatürlich empfindet.
      Und sobald die natürliche Abneigung wegfällt, kann ich mir durchaus vorstellen, dass wenn zwei GEschwister zusammen aufwachsen, quasi ihr ganzes Leben miteinander teilen, viel gemeinsam haben... auch in eine Beziehung miteinander schlittern können, ohne dass ihnend das objektiv falsch vorkommt. Und die sozialen Regeln, dass es schlecht ist, gelten dann auch nicht mehr als für einen homosexuellen, dem von der GEsellschaft eingeredet wird, es sei schlecht.

      Und nachdem es ja ziemlich früh angefangen hat. Schon Joanna hat die ja damals erwischt. (Und immerhin waren die glaube ich ert 7 als sie starb?) Dementsprechend gehe ich wirklich davon aus, dass es mit kindlicher Neuierde begann ohne dieses inherente GEfühl, dass es falsch oder abstoßend ist. Ich meine mit 6/7 Jahren werden die noch keine bösen Hintergedanken gehabt haben, noch ist das ein alter, in dem Man bereits 'das erstbeste Exemplar des anderen Geschlechts nimmt, weil es mit allen anderen nicht klappt'. (Ganz abgesehen davon, dass die sicher ne Menge Verehrer hatten.) In dem Alter ist man gewöhnlich weder sexuell frustriert, nocht bösartig. Also bleibt nur, dass es ganz unschuldig angefangen hat, und sich dann weitestgehend 'natürlich' entwickelt hat.
      Wie wohl den meisten war auch mir Jamie von Beginn an ziemlich unsympathisch. Als dann in der POV von Bran offensichtlich wurde, dass er Cersei (und damit seine Zwillingsschwester) vögelt war das der erste große WTF-moment im Buch für mich, der mich wirklich zum Weiterlesen motivierte. Als dann die Sache mit Bran war habe ich Jamie für lange Zeit regelrecht gehasst. In diesem Augenblick habe ich für mich beschlossen dass grundsätzlich alle Lennisters hassenswert sind und habe ihnen für mich auch ganz klar die Antagonisten-Rolle zugeschoben. Selbst Tyrion mochte ich eigentlich während des ganzen ersten Bandes nicht mehr, obwohl er sich eigentlich gar nichts zu Schulden kommen ließ, was meine Abneigung rechtfertigen würde.
      Wie dem auch sei- ich fand Jamie einfach nur abstoßend und niederträchtig und habe wirklich innerlich gejubelt, als Robb es geschafft hat ihn auszutricksen und gefangen zu nehmen. Ich kann aber nicht leugnen, dass ich alle Kapitel mochte und spannend fand, in denen er vor kam.
      Jamie aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten begann ich während der Szene im Kerker auf Schnellwasser mit Catelyn. Bis dahin hatte ich wirklich nahezu keine Ahnung über die Vorgeschichte zum Lied oder wie es zu Roberts Rebellion kam etc.
      Trotzdem fiel mir hier zum ersten Mal auf, dass es Jamie offenbar wirklich verletzte als "Königsmörder" bezeichnet zu werden obwohl ich bis dahin den Eindruck hatte, dass ihn das im Grunde gar nicht sonderlich interessierte. Doch da begriff ich zum ersten mal dass der Königsmord an Aeryis möglicherweise doch nicht nur eine heimtückische und selbstzweckhafte Tat war, sondern möglicherweise auch aus anderen Motiven heraus entstand. Außerdem fand ich den Inzest zwischen ihm und Cersei ebenfalls nicht mehr so abstoßend, da ich merkte, dass der arme Tölpel das verlogene Miststück offenbar tatsächlich liebt.
      Von da an mochte ich Jamie zwar immer noch nicht, aber er interessierte mich zunehmend mehr.
      Die Wende brachte dann schließlich seine Flucht mit Brienne, bei der immer offensichtlicher wurde, dass seine vermeintliche Bösartigkeit mehr gespielte Arroganz war. Es wurde für mich immer augenscheinlicher dass Jamie im Grunde nur ein "gequälter und geknechteter Geist" seiner Liebe zu Cersei und seiner Pflicht gegenüber seinem Vater ist, was ihm jedoch zunächst mehr Mitleid als Sympathie meinerseits einbrachte. Als der Mummenschanz ihm seine Hand abgehackt hat, hat mich das daher auch noch ziemlich kalt gelassen.
      Doch als ich dann in Zusammenhang mit Briennes Rettung (aber auch schon im Vorfeld) tatsächlich immer häufiger Anflüge von Edelmütigkeit erkannte, konnte ich dem verdammten Mistkerl irgendwann einfach nicht mehr böse sein, vor allem auch weil ich seinen Sarkasmus immer unterhaltsamer fand.
      Der Verlust seiner Schwerthand löste von da an immer mehr Mitgefühl in mir aus. Doch wäre es nicht dazu gekommen, hätte Jamie wohl nie erkannt, dass mehr Ritterlichkeit in ihm steckt als er je vermutet hätte, von daher war es unabdingbar für seine Charakterentwicklung, die ich im Rahmen seiner POVs wirklich sehr nachvollziehbar und aufrichtig finde.
      Ich mag ihn in der Zwischenzeit ganz gerne und bin wirklich neugierig wo er im Moment überhaupt steckt und wie es mit ihm weiter geht. Ich hoffe dass er seinen "neu gewonnenen Prinzipien" treu bleibt und endlich von seiner niederträchtigen Schwester los kommt. Da ich davon ausgehe dass er sterben wird hoffe ich für ihn auf einen ehrenvollen Tod.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „el_drogo“ ()

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