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Toleranz gegenüber Meinungen und Kritiken

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      Toleranz gegenüber Meinungen und Kritiken

      Ich finde, das ist generell ein interessantes Thema für ein Forum wie dieses. Wie steht ihr zu Meinungen bezüglich Büchern, Musik, Filmen etc., die ihr nicht einmal im Ansatz nachvollziehen könnt?
      Beispiel: Just heute morgen las ich in einem anderen Forum, dass jemand das erste deutsche ASOIAF-Buch in der Mitte abgebrochen hat, weil "es sich liest wie ein Kinderbuch oder Märchenbuch". Was sagt ihr so solchen (für mich in diesem Fall) nicht einmal im groben Ansatz nachvollziehbaren Bewertungen? "Jedem das seine" und "Jede Meinung ist wertvoll" oder "Hirnlochfraß"?
      Na ja mit Kritik muß man umgehen, wenn hundert Menschen sagen das Buch ist gut und einer sagt das Buch gefällt mir nicht hat dieser ja kein Unrecht, sondern nur eine andere Meinung auch wenn Sie die Mehrheit nicht wiederspiegelt. Das macht ja erst das ganze interessant in einem Forum.

      Ich verstehe schon warum man den Anfang von Eis und Feuer Märchenhaft finden kann - dies ist zwar nicht meine Meinung aber die Geschichte baut sich ja erst mal langsam auf und viele Elemente eines Märchens tauchen auf, z. B. die ungleichen Schwestern, sieben Wölfe zu sieben Kindern, der verwunschene Wald im Norden, der alterne, träge aber gutherzige König, welcher von der "bösen" Königin hintergangen wird und es nicht merkt usw. Die ganze Wucht und Klasse des Buches erschließt sich erst mit der Zeit. Auch wenn ich das Buch von Anfang an gut fand.
      A thing of beauty is a joy forever,
      Its loveliness increases; it will never
      Pass into nothingness.

      Grundsätzlich ...

      ist jede Meinung zu respektierem.

      Ein Bekannter von mit hat nach der Hälfte von "Die Herren von Winterfell" mir das Buch zurückgegeben, und das ist sein gutes Recht, Geschmäcker sind eben verschieden.

      Mich machen nur Leute krank, die von vornherein etwas ablehnen, ohne es wenigstens ansatzweise gelesen, gehört oder gesehen haben.

      Im Übrigen kann ich mit der Kritik ausgezeichnet leben, dass ASOIAF ein Märchen ist.

      Märchen und Legenden sind bekanntermaßen die Träger der Kulturgeschichte.

      Machtvolle Motive werden immer wieder von allen Kulturen wieder gespiegelt, gewissermaßen tauchen die Odysee, Ödipus und Elektra, die Illias, der Moses-Mythos, die Rückkehr von entmachteten Prinzen oder die Sintflut in allen Kulturkreisen immer wieder neu reflektiert auf und warum auch nicht?

      Den Mensch interessiert, was den Menschen ausmacht, und genau deshalb ist das Lied von Eis und Feuer auch so interessant.

      Wen allerdings jemand behauptet, ASOIAf wäre ein Kinderbuch, muss ich mich schon fragen, was der Kritiker als Kind so gelesen hat. :D:D

      Schlimm fand ich seinerzeit die Kritik zu "Die Gefährten".
      Ein bekannter Filmkritiker kritisierte den mangelnden Sex-Appeal von Galadriel oder das einfallslose Schwarz der schwarzen Reiter.

      Da frage ich mich dann schon, was der Kerl eigentlich will.
      Elben in Wonderbras und Nazgul in Rosarot gewandet?

      Der Kritiker konnte offensichtlich schon mit der Buchvorlage nichts anfangen, und so las sich dann auch die Kritik eines Films, den er offensichtlich nicht mal bis zum Ende gesehen hat, denn die enormen Abweichungen von Tolkiens Roman fanden dann in der Filmkritik keinen Niederschlag ...

      Sowas ist dann tatsächlich unter "verabscheuungswürdig" einzuordenen und mit Verachtung gar nicht hart genug zu bestrafen!
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „ssnake“ ()

      Im Übrigen kann ich mit der Kritik ausgezeichnet leben, dass ASOIAF ein Märchen ist. Märchen und Legenden sind bekanntermaßen die Träger der Kulturgeschichte.


      Ja, schon.. aber der Schreibstil ist doch nicht einmal im Ansatz Kinderbuchstil. In welchem Kinderbuch wird der Leser mit Charakteren, expliziten Sex- und Gewaltszenen bombardiert. Ich finde, ASOIAF hat so ziemlich gar nichts märchen- oder kinderbuchhaftes. Dazu ist die Handlung auch viel zu detailverliebt und zu komplex. Wenn ASOIAF schon ein Kinderbuch ist, welches Fantasybuch ist es dann nicht?

      Ich persönlich finde schon, dass es auch in Geschmacksfragen, besonders was Klassifizierungen anbelangt, Wahrheiten gibt. Nicht in der Empfindung des Einzelnen über die Qualität eines Buch, schon aber im Hinblick auf Begründungen desjenigen. Wenn mir z.B. jemand sagen würde, Stirb Langsam 4 hätte ihm nicht gefallen, weil es eine romantische Komödie ist, dann fände ich das schlichtweg falsch. Bewertung ok, Begründung falsch.
      Mit Kinderbuch sind wir uns da sicherlich alle einig, dass es keins ist. Komplett betrachtet hat das Buch auch nichts Märchenhaftes nur hat der Anfang, wie beschrieben, typische Märchenaspekte.

      Zum Thema, jeder kann eine Meinung haben und Berichtigungen sind ja nichts schlimmes bzw. intolerant. Wobei es schon dämliche Sachen gibt, z. B. wenn jemand hier im Forum schreiben würde, dass asoiaf so richtig schlecht ist, muss er sich nicht wundern wenn er dafür Kritik einsteckt.

      Solange eine Diskussion möglich ist und man nicht mit Platten sprüchen (egal von welcher Seite) zugebombt wird halte ich aber auch seltsame Meinungen für OK.
      A thing of beauty is a joy forever,
      Its loveliness increases; it will never
      Pass into nothingness.
      Nun ja, da stoßen wir an Grenzen der Definition.
      Was unterscheidet Fantasy von Märchen?

      Bekanntlich sind die meisten Märchen, ob jetzt von Hauff, Grimm oder Andersen auch den Köpfen einzelner Schriftsteller entsprungen bzw. Volksmärchen in literarische Formen gegossen.

      In den uns bekannten Märchen kommen menschenfressende Wölfe, böse schöne Königinnen, Zwerge (vgl. das tapfere Schneiderlein), die Riesen töten, heldenhafte Kinder, die alte Frauen mit kannibalistischen Tendenzen lebendig verbrennen vor ....hm, was ist jetzt gleich noch mal der inhaltliche Unterschied zu ASOIAF? :D :D :D

      Nur ist aufgrund des Schreibstils natürlich von Märchen, die wir mit "Erzählungen für Kinder" gleichsetzen, keine Rede mehr.

      P.S. Ich wette, ursprünglich waren auch die Märchen, bevor sie dann im 19. Jh niedergeschrieben wurden, nicht so erotikfrei.

      Ich bilde mir ein, irgendwo gelesen zu haben, dass es bei der "Prinzessin auf der Erbse" es ursprünglich um etwas ganz anderes ging. Etwas dezidiert nicht ganz so jugendfreies, und da ging es mehr um die Frage, "ist sie noch Jungfrau oder nicht?"
      Oder dass der böse Wolf ganz andere fleischliche Gelüste bezüglich Rotkäppchen hatte und in der Urfassung ein menschlicher Sittenstrolch war.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Original von ssnake
      Ich bilde mir ein, irgendwo gelesen zu haben, dass es bei der "Prinzessin auf der Erbse" es ursprünglich um etwas ganz anderes ging.

      Ja. Zu diesem Thema *indenTiefenmeinesGeisteskram* hab ich Bruno Bettelheims "Kinder brauchen Märchen" gelesen. Der Mann ist nicht unumstritten, das Buch aber recht aufschlussreich.

      Was wir heute unter Märchen verstehen lebt großteis von der mündlichen Erzählung und vom (mehr oder weniger gut verstecktem ;) lehrreichen Inhalt.
      Eie mündliche Nacherzählung des gesamten ASOIAF dürfte allein wegen des großen Umfangs und der zahlreichen Verwicklungen schwierig sein :D - aber an sich sehe ich jede Fantasy als Märchen für Erwachsene.
      Nur sind eben die Parameter andere. Der lehrreiche Aspekt tritt zugunsten des Spannungsbogens zurück. Aber das Phantastische und Fremde, das mich schon als Kind fasziniert hat, ist da.
      I´m not a monster, am I? -Anung un Rama
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