Interessante Links über (Fantasy)Literatur

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      Interessante Links über (Fantasy)Literatur

      Hier sollten Links über Literatur gepostet werden, die sich etwas mit den Hintergründen auseinandersetzen. Ich dachte nicht an Listen, die jeden Zauberspruch von Harry Potter aufführen, sondern z.B. sowas wie das folgendes:
      dm.net/~kennestes/Pages/turkeycl.html
      Eine informative Seite über typische Kritikpunkte zu SF und Fantasyliteratur, wobei vieles allgemeinültig ist. Nicht alles ist negativ, aber das meiste. Ist auch recht amüsant umschrieben. Hier fühlte ich mich beispielsweise an viel zu viele Fantasyromane erinnert:


      PLOT COUPONS. The true structure of the quest-type fantasy novel. The "hero" collects sufficient plot coupons (magic sword, magic book, magic cat) to send off to the author for the ending. Note that "the author" can be substituted for "the Gods" in such a work: "The Gods decreed he would pursue this quest." Right, mate. The author decreed he would pursue this quest until sufficient pages were filled to procure an advance. (Dave Langford)

      Ich denke jeder kennt das.

      Der Held oder die Helden muss/müssen nacheinander irgendwelche supitollen Artefakte einsammeln, nur als Leser hat man keine Ahnung warum, denn außer der natürlich alles erschöpfenden Erklärung "es ist nötig um das Königreich zu retten" hat einem der Autor nix plausibel erklärt und "die Flöte von Urgölkatha", könnte genausogut "das Horn von Blizelbel" oder die "Klobürste von RuckZuck" sein.


      Sollte es so einen Thread schon geben, bitte an die Admins dahin verschieben. Hab ich nicht gefunden.

      Post was edited 1 time, last by “dirtyblack7” ().

      Sehr feine Aufzählung. Ich denke wenn man sich 100% daran hält, schreibt man zwar überhaupt kein Buch, aber überspitzt sind die Punkte schon recht gut getroffen.

      Was mir noch bei den gelisteten Punkten abgeht ist der im Fantasygenre übliche Rahkashnapur-Pümpel.
      Ihre Lippen waren nicht rot und auch nicht rosenrot (ist ja Fantasy, hallo?!) also sind ihre Lippen eben rot wie Krummiwaschirosen und sein Herz schlägt so schnell wie die Glocken von Trabimbamm wenn er von einem Gruynitiger angegriffen wird. Jaja, andere Welt. Wir haben es verstanden. Ich hasse diese Explosionen der überbordenden Kreativität. :monster:
      Wenn man alles auf einmal lesen möchte, was man auf keinen Fall lesen möchte, empfehle ich: "Die Magier".
      I have been despised by better men than you.

      Maegwin wrote:

      Ich denke wenn man sich 100% daran hält, schreibt man zwar überhaupt kein Buch, aber überspitzt sind die Punkte schon recht gut getroffen.

      Ich denke auch nicht, dass wenn man mal sowas einbaut, man direkt ein schlechtes Buch geschrieben hat, sondern es sind eher "schlechte Angewohnheiten" die vor allem bei unerfahrenen bzw untalentierten Authoren viel zu häufig vorkommen.


      Z.B. der Punkt "Deus ex Machina" gibts natürlich in allen genres, hasse ich aber wie die Pest. Meiner Meinung nach schummelt der Author. Aber ein Schwachpunkt heißt nicht, dass das komplette Buch schlecht ist.
      Ja, ich auch. David Eddings war da so ein Vollprofi. Genauso schlimm ist für mich aber der Deus-In-Den-Käfig.
      Erst hat er zwanzig allmächtige Götter eingeführt und dann an den Haaren herbeigezogene und vor Schmerzen kreischende Gründe angeführt, warum die jetzt doch nicht können (Allergie gegen die Farbe grün, falsche Mondphase, Goldfisch verstorben, Feind erinnert an Tante Hilda)..
      Passiert Schriftstellern ganz oft mit Magie oder Kräften, der sie keine/unlogische Grenzen aufbinden. Wenn alles so einfach wär, gäbs aber nicht viel zu schreiben, nehme ich an:

      youtube.com/watch?v=1yqVD0swvWU
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      Maegwin wrote:

      Erst hat er zwanzig allmächtige Götter eingeführt und dann an den Haaren herbeigezogene und vor Schmerzen kreischende Gründe angeführt, warum die jetzt doch nicht können (Allergie gegen die Farbe grün, falsche Mondphase, Goldfisch verstorben, Feind erinnert an Tante Hilda)..


      Hehe, eine Unterart davon dürfte das Krankheitsbild: "Dumbass in Distress-Disorder" sein. Befällt in der Regel weibliche Charaktere in B-Movies, kurz vorm dritten Akt.Am Anfang der Handlung stark, kompetent, unabhängig, durchaus in der Lage sich selbst zu verteidigen. Der männliche Protagonist verliebt sich natürlich in diese ,selbstverständlich auch optisch sehr einnehmende, Frau. Im Laufe der Handlung gerät sie in Schwierigkeiten und das Dumbass in Distress-Krankheitssyndrom schlägt zu. Komischerweise bzw. unerklärlicherweise sind auf einmal alle starken, unabhängigen Eigenschaften wie weggeblasen und unser Held muss die Dame aus dieser Gefahrensituation befreien, denn Feminismus hin oder her, ein paar Standards haben sich gehalten.
      Ich glaub, da geht´s einfach darum, dass es Mann recht leicht fällt, sich in so eine Frau zu verlieben, nur nicht unbedingt mit so einer auch zusammen sein möchte.
      Kurz: Die Dumbassness ist der Perfektion geschuldet. ;)
      I have been despised by better men than you.
      Eigentlich ein schöner Thread.

      Ich hab mir erst gerade diesen feinen Artikel durchgelesen:
      polyoinos.de/warum-tolkien-lesen

      Zusätzlich möchte ich noch auf den mutmaßlich besten Essay zu Conan, Kull und Robert E. Howard selbst verweisen, der jemals in deutscher Sprache verfasst wurde. Ist in meiner Erinnerung zwar etwas seltsam strukturiert, aber sehr lesenswert:
      zauberspiegel-online.de/index.…-der-mann-der-conan-schuf

      Beren Stark wrote:

      Ich hab mir erst gerade diesen feinen Artikel durchgelesen:
      polyoinos.de/warum-tolkien-lesen


      Die ganze Webseite von Frank Weinreich ist gold wert. Seine Artikel über Bedeutung und Geschichte der Fantasy sind richtig gut. Und es gibt sie sogar in Buchform.

      Zur Fantasy gibt es auch einige gute Artikel von Helmut W. Pesch, sogar seine Dissertation:
      http://www.helmutwpesch.de/page4/downloads/index.htm

      Und über Tolkien:
      helmutwpesch.de/page4/downloads-3/index.html
      Für mich ist gerade das, was den Menschen so ungeheuer kostbar macht, seine schöpferische Fähigkeit, das heißt, daß aus jedem Menschen eine ganz neue Welt hervorgehen kann. (M.E.)

      Post was edited 1 time, last by “Torshavn” ().

      Beren Stark wrote:

      Zusätzlich möchte ich noch auf den mutmaßlich besten Essay zu Conan, Kull und Robert E. Howard selbst verweisen, der jemals in deutscher Sprache verfasst wurde. Ist in meiner Erinnerung zwar etwas seltsam strukturiert, aber sehr lesenswert:


      Sicherlich einer der ersten und umfangreichsten Essays über Howard in deutscher Sprache. Mir hat das Lesen einst auch Freude gemacht. Und war nebenbei gesagt mein erster theoretischer Text über den Texaner.

      Sehr lesenswert ist auch dieser sechsteilige Essay über Howard und seine Heldenfiguren:
      phantastikon.de/20160501/robert-e-howard-teil-1/
      Für mich ist gerade das, was den Menschen so ungeheuer kostbar macht, seine schöpferische Fähigkeit, das heißt, daß aus jedem Menschen eine ganz neue Welt hervorgehen kann. (M.E.)
      Ich bin froh, das es mittlerweile so einiges über Howard auf deutsch gibt.

      Bist du eigentlich mal über eine Ausgabe seiner Briefe gestolpert @Beren Stark? Vor Jahren hat die Howard- Foundation wohl mal eine herausgebracht. Aber irgendwie bin ich an die nicht herangekommen.
      Für mich ist gerade das, was den Menschen so ungeheuer kostbar macht, seine schöpferische Fähigkeit, das heißt, daß aus jedem Menschen eine ganz neue Welt hervorgehen kann. (M.E.)

      Torshavn wrote:

      Ich bin froh, das es mittlerweile so einiges über Howard auf deutsch gibt.
      Same here. Vorallem dass es gutes auf deutsch gibt. Wenn ich einen Euro für jeden Drecksartikel über Howard bekommen hätte ... das ist im Verhältnis zur Quantität noch schlimmer als bei Tolkien. Ich hatte mal einen, wo der Mann auf einmal "Ron" hieß, dutzende wo von "Conan-Romanen" die Rede war, und zumeist sind die sowieso von irgendwelchen Nichtswissern geschrieben, die sich für absolute Qualitäts-Experten halten, weil sie Martin, Erikson und Abercrombie gelesen haben.

      Bist du eigentlich mal über eine Ausgabe seiner Briefe gestolpert @Beren Stark? Vor Jahren hat die Howard- Foundation wohl mal eine herausgebracht. Aber irgendwie bin ich an die nicht herangekommen.
      Kann ich leider nicht mit dienen. Wann wurde das denn herausgegeben? Mich hat erst Festas Neuauflage zum Fan mutieren lassen.

      Beren Stark wrote:

      Wann wurde das denn herausgegeben?


      Die Robert E. Howard Foundation hat die Briefe vor ein paar Jahren (genauer kann ich es nicht sagen) in drei Bänden herausgegeben. Und wohl nur direkt vertrieben.
      Der Verein publiziert eine Menge, und vergibt sogar einen jährlichen Preis.
      Hier mal der Link zur Homepage: rehfoundation.org/
      Die Amerikaner forschen sehr viel zu REH.
      Früher kam ja mal einiges beim 'Ersten deutschen Fantasy Club e.V.' in Übersetzung heraus. Aber die Zeiten sind leider vorbei.

      Beren Stark wrote:

      Mich hat erst Festas Neuauflage zum Fan mutieren lassen.


      Den Festa Verlag kann ich nur bewundern, für seinen Mut. Die sechsbändige Conanausgabe kam als Hardcover und als Paperback. Sie hatten zwar kaum mehr Arbeit mit dem Text, der ist vorher schon mal bei Heyne in drei Bänden erschienen. Aber Geld mußte er dafür schon in die Hand nehmen.
      Auch die fünfbändige Ausgabe seiner Horrorromane ist vorbildlich. Und Festa macht ja sogar weiter. Irgendwann im Sommer kommen Howards Kull- Geschichten.
      Ich hätte mir vor dreißig Jahren, als mir Howard in einer deutschen Ausgabe über den Weg gelaufen ist, nie für möglich gehalten, das ich mir seine wesentlichen Werke mal als Hardcover ins Regal stellen könnte.
      Fehlt eigentlich nur noch einen gute Biographie.

      Es gibt überings einiges an Dokus und Vorträgen zu Howard bei youtube. Besonders die Videos der 'Robert E. Howard Days' (finden wohl auch in diesem Jahr wieder statt) finde ich interessant.
      Für mich ist gerade das, was den Menschen so ungeheuer kostbar macht, seine schöpferische Fähigkeit, das heißt, daß aus jedem Menschen eine ganz neue Welt hervorgehen kann. (M.E.)
      katzenklaue.blogspot.de/2012/0…n-schweine-sind-darf.html

      Ich hätte hier noch ein paar (etwas ältere) Gedanken zum Grimdark-Hype, der die epische Fantasy in den letzten Jahren heftig dominiert. Zwar hege ich momentan ein eher geringes Interesse für die moderneren Auswüchse des Genres, aber ich fand diesen Text durchaus lesenswert. Vielleicht weil auch mir diese generischen Vorträge, wie realistisch-erwachsen die Fantasy in den letzten Jahren doch überraschenderweise geworden sei, und diese sachlich falschen und verklärenden Heldengesänge darüber wie das Genre jahrzehntelang ausschließlich in den selben abgedroschenen Klischees vor sich hingedümpelt habe, bis die ach so mutigen Grimdark-Autoren es derart fabulös revultionierten, mittlerweile ziemlich auf die Nüsse gehen.
      Was mich persönlich so stört ist also eher die Rezeption des Ganzen. Tatsächlich gelesen habe ich nur zwei der vermeindlichen Gründerväter. GRRM und Andrzej Sapkowski. Zweiterer wird in besagtem Aufsatz zwar nicht erwähnt, anderswo aber umso öfter. Ich selber schrecke auch eher davor zurück die Hexer-Saga dieser Bewegung zuzurechnen, da dort eben auch viele Dinge einen nicht kleinen Platz einnehmen, gegen die sich dieses Sub-Genre richtet.
      ich stelle es mal hier ein!
      in Ö1 gabs heute ein Feature über Fantasyromane.
      Ich hab heute wirklich den Radio in den Moment aufgedreht, wie sie über das Lied gesprochen haben. :D Sonst werden auch Tolkien, Harry Potter erwähnt. Leider gabs keine Zitate aus ASOIAF.
      jetzt gibt es angeblich eine in Österreich spielende Fantasyserie namens Wienerland - ohne Ritter dafür mit Cowboys... :crazy:
      oe1.orf.at/programm/448187
      "Die Lust an der Macht hat ihren Ursprung nicht in der Stärke, sondern in der Schwäche." Erich Kästner