Was lest ihr gerade oder wollt ihr lesen?

      Das vermute ich auch. Fragt sich auch was zu der Aussage Schandwerk deutscher Literatur befähigt.
      Schüler beurteilen die Bücher die sie lesen durften/mussten mit einigen Jahren mehr auf dem Buckel oft anders.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."
      Wenn du ein Buch als Schandwerk einer Sprache verurteilst solltest du auch belegen warum das so ist.
      Andernfalls ist solch eine Aussage meines Erachtens unhaltbar.
      Und für das Urteil Schandfleck sollten schon Objektive Maßstäbe angesetzt werden.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."
      , aber so schlecht kann es dann doch eigentlich nicht sein? 8|


      ​Ich habe mir gerade die Zusammenfassung angeguckt und es klingt für mich ehrlichgesagt tatsächlich ziemlich unterirdisch.
      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.
      Tschick fand ich cool, witzig und flott geschrieben. Hätten wir damals mal sowas modernes gelesen und nicht nur den ollen Brecht oder Goethe. Bei uns ging es eher klassisch zu.

      Ich bin noch bei der Expansereihe. Bin fast mit Band 3 fertig. Am Anfang hatte der für mich ein paar Längen, mir war das auch zu abstrakt stellenweise.

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      Was da in der Station los ist, da konnte ich mir wenig drunter vorstellen


      Aber toll finde ich,
      Spoiler anzeigen
      dass Miller wieder dabei ist, ich wusste es!


      Insgesamt gefällt mir nicht so gut, dass der große Rahmen so vage bleibt. Alles nur kryptische Andeutungen, klar, wenn man da so viele Bände draus machen will, kann man die
      Auflösung nicht schon im dritten Band präsentieren. Aber die Bücher sind halt auch bisher alle so 600 Seiten Klopper.

      Woher kommen eigentlich die Titel? Ich hab die bisher in den Büchern nie wieder gefunden. Leviathan kenne ich ja noch, aber Caliban und Abbadon? Hat jemand ne Ahnung, was dahinter steckt?

      penelope schrieb:

      Tschick fand ich cool, witzig und flott geschrieben. Hätten wir damals mal sowas modernes gelesen und nicht nur den ollen Brecht oder Goethe. Bei uns ging es eher klassisch zu.


      Jop, ich hab das Buch auch recht positiv in Erinnerung behalten.
      Insbesondere gefiel mir auch die für das Genre eher unübliche Thematisierung von Tod und Älterwerden, in welcher immer sich immer auch eine dezente Prise Ernst und Schwermut unter die sonst eher optimistisch gehaltene Stimmung der Erzählung mischt.
      “I walked away from the Last Great Time War, I marked the passing of the Timelords, I saw the birth of the universe and I watched as time ran out, moment by moment until nothing remained – no time, no space, just ME! I walked in universes where the laws of physics were devised by the mind of a mad man! And I watched universes freeze and creations burn, I have seen things you wouldn’t believe, I have lost things you will never understand!"
      -The Doctor
      Auf Amazon ist eine angenehm lange Leseprobe von "Der Letzte Wunsch", der Kurzgeschichtensammlung über den Hexer Geralt verfügbar.
      Die erste Kurzgeschichte (Der Hexer) ist sehr atmosphärisch und spannend, da sie nicht vollständig in der Leseprobe enthalten ist, überlege ich mir, die Sammlung zu kaufen, um das Ende der Geschichte endlich lesen zu können. Auf die Geralt-Saga habe ich ehe schon Bock, da ich viel von den Videospiel-Umsetzungen mitgekriegt habe, die in einer sehr interessanten Welt angesiedelt zu sein scheinen. Ich halte mich nur wegen der Aussicht auf die Kosten zurück (8 Bücher...).

      Rory2016 schrieb:

      ich habe jetzt doch mal angefangen, diesen Harry Potter zu hören

      mit langer Pause, jetzt diese Woche fertig geworden :D und gerade von den letzten Büchern auch gebannt gewesen, kann es nicht anders sagen das mir die ganze Serie alles in allen gut gefallen hat (und ich im moment auch noch so ein wenig in dieser Welt schwelge :D :hail: ). muss ja gestehen, das ich selbst das kitschige Ende mochte (klar, hätte ich auch nix gegen eine zeitlich etwas frühere Ansetzung oder andeutung was nach dem Krieg so los war gehabt- generell fand ich es, losgekoppelt von der eigentlichen Geschichte aber nen nette Idee, ansonsten spinne ich mir ja bei Geschichten wie es nach den "Aufzeichnungen" weitergegangen sein könnte im Kopf :) ) .
      Bin gerade auch etwas hin und hergerissen, ob ich es wagen sollte auch in die Filme zu schauen - oder ob das nur alles kaputt machen könnte.


      Jetzt höre ich dann schon wieder "Qualityland" , dass mir im Prinzip auch gut gefällt auch wenn es gegen die Känguruh-Geschichten keine Chance hat - und überlege was danach daran kommt. Vielleicht wage ich ja doch den vierten Outlander Teil, der ist jetzt auch als Hörbuch rausgekommen, auch wenn ich nach dem Ende vom dritten schon skeptisch bin...
      Die Filme würden alles nur kaputtmachen.
      "The teaching, as you call it, is simply that there isn't to be a deserted or unhappy child in the world. In the end, that's the world's only security: children are the future, you see. If there were no unhappy children, then the future would be secure." - Kelderek (Shardik, p. 585)

      Rory2016 schrieb:

      Bin gerade auch etwas hin und hergerissen, ob ich es wagen sollte auch in die Filme zu schauen - oder ob das nur alles kaputt machen könnte.


      Ich weiß nicht, wie gut du da differenzieren kannst, aber ich mochte die Filme sehr ... obwohl ich die Bücher auch gelesen hatte. Allein Alan Rickman war großartig als Snape. ;(
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.

      Rory2016 schrieb:

      Bin gerade auch etwas hin und hergerissen, ob ich es wagen sollte auch in die Filme zu schauen - oder ob das nur alles kaputt machen könnte.

      Ser Erryk schrieb:

      Die Filme würden alles nur kaputtmachen.


      :) Bei mir nicht, ich mag sowohl die Bücher , als auch die Filme sehr, sehr gerne.
      Expose yourself to your deepest fear
      After that...you are free
      -Jim Morrison

      Rory2016 schrieb:

      Bin gerade auch etwas hin und hergerissen, ob ich es wagen sollte auch in die Filme zu schauen - oder ob das nur alles kaputt machen könnte.

      Ich finde es wichtig, warum man Verfilmungen schaut. Wenn du dich dafür interessierst, wie Filme funktionieren und spannend findest, wie Bücher in diesem Medium übertragen werden, kannst du es ja riskieren, wenn dir die Filme nicht gefallen, hast du trotzdem 7 Filme zum Studieren gehabt. Wenn du aber die Verfilmungen einfach schauen willst, um sie mal geschaut zu haben oder um paar nette Abende auszufüllen, würde ich es lassen, sonst ist dein Kopfkino kaputt und du hast eine kurze Zusammenfassung der Bücher gesehen, die du vielleicht schlecht findest.
      Philip Siegel - Drei Zimmer, Küche, Porno
      Der Autor gibt einen Überblick über die deutsche Amateur-Porno-Szene. Dort wo das Buch beschreibend ist, ist es interessant, weil man vieles nicht auf dem Schirm hat. Dort wo es interpretiert oder Schlüsse zieht, ist es eher flach und wiederholt sich vor allem sehr. 3/5

      Susan Cain - Still. Die Kraft der Introvertierten

      Untermauert von wissenschaftlichen Studien, falls möglich, wird dafür argumentiert, dass intro- und extrovertierte Menschen verschiedene Stärken, Schwächen und Vorlieben haben, dass die entsprechenden Wesensausprägungen durch Umfeld sowie Gene kommen und vor allem, dass unsere Gesellschaft den Bedürfnissen und der Förderung Introvertierter stärker Rechnung tragen sollte, nicht nur aus "Rücksichtsgründen", sondern auch einfach, damit die Gesellschaft besser funktioniert (so sei z.B. Gruppenunterricht in der Schule für Introvertierte im Mittel eher uneffektiv; auch Führungsposiitonen können durch die Besetzung mit Introvertierten profitieren (zumindest wenn die Untergebenen eher extrovertiert sind. Das wird nicht behauptet, sondern es werden zumindest Studien in diese Richtung angeschnitten), was bei unserer momentanen Bewerbungs-/Beförderungskultur selten vorkommt usw).
      Sehr interessant und recht neue Perspektive auf dieses Thema für mich. Auch wenn man sich viele der Einzelargumente und -Ergebnisse denken kann, überrascht teilweise die extreme Art der Ergebnisse sowie eben die Perspektive durch den Gesamtüberblick. 4/5

      Magaret Atwood - The Handmaid's Tale

      Dystopie über das Erleben einer Ende des 20. Jhd. in den heutigen USA entstandenen religiösen, extrem frauenfeindlichen Diktatur durch eine darin lebende Frau einer unteren Schicht. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, vor allem dadurch, dass es wie ein echter Erlebnisbericht wirkte. Es wurde wenig erklärt und wenn dann nur durch etwas verworrene Assoziationen, wie man wohl auch in Wirklichkeit nachdenken/vor sich hinspinnen würe. Man sollte dafür auch konzentrierer sein, wenn man das Buch liest, denn entsprechend oft wird zwischen Zeitebenen (in den Gedanken der Protagonistin), Gefühlen zu verschiedenem usw. umhergesprungen. Zuerst wusste ich nicht, ob ich mit dem Ende zufrieden bin, aber der Epilog hat mir dafür wieder sehr gut gefallen. Auch die Ungewissheit birgt ja eine gewisse Realistik und wertet daher an dieser Stelle für mich auf. Interessant fand ich durchaus, dass der Spruch "If it gets better for most, it has to get worse for some" (oder so ähnlich) im Erleben aller Handelnden fast ins Gegenteil verkehrt wurde - gefühlt ging es durch den Umschwung vielen/fast allen schlecht, auch den Bessergestellten. Gut gefallen haben mir auch die Details zur Kontrolle gewisser Gruppen, wie etwa die Art der Hinrichtungen gegen Ende. Insgesamt ein sehr gutes Buch. 4/5
      Ich habe jetzt "The Circle" von Dave Eggers durch. Das Buch war kürzlich mit Emma Watson verfilmt in den Kinos. Es geht um Mae Holland, die durch ihre Freundin einen Job bei "The Circle" bekommen hat. The Circle kann man sich wie eine allmächtige Verschmelzung zwischen Google, Facebook, Apple und anderen Konzernriesen vorstellen. Die Geschichte startet an ihrem ersten Arbeitstag und folgt Mae wie sie sich im Beruf etabliert und mit der neuen Dauervernetzung umgeht. Also ehrlich gesagt kann ich das Buch nicht empfehlen. Die Themen permanente Erreichbarkeit und totale Überwachung, und wie wir uns freiwillig, ja euphorisch! darauf einlassen ist mittlerweile kein neues mehr und das Buch bringt auch keine neuen Facetten zu Tage. Die Entwicklung der Handlung erfolgt extrem schleichend, eigentlich passiert die ganze Zeit nichts. Die Protagonistin ist das schafigste Mitläuferschaf, das je geschaft hat und auch in keiner Weise interessant. Man fühlt nicht mit. Man möchte sie permanent verprügeln. Es gibt keinen einzigen Sympathieträger im ganzen Buch. Auch die Botschaft wird meiner Meinung nach mit dem Holzhammer transportiert. Selbst für 12 Jährige ist das zu unsubtil. Es habe das Gefühl, es werden einige Dinge eingebaut, die irgendwann zwischendurch einfach fallen gelassen werden und nie wieder erwähnt werden, z.B. gibt es am Anfang eine eigene Art Sprache im Unternehmen. Diese wird auch extrem oft und richtig nervig verwendet, aber nach dem ersten Drittel kommt das einfach nicht mehr vor.
      Generell finde ich die Handlung seltsam und extrem konstruiert. Nichts fließt und wirkt harmonisch bzw. natürlich. Das Ende fand ich auch sehr vorhersehbar.

      Neu

      @Alraune: Vielen Dank für den Hinweis. Ich hatte das, als ich mit dem Buch angefangen habe auch auf dem Schirm, aber dann nicht mehr darüber nachgedacht. Ich habe mir das mal angeschaut und fand es interessant, hatte aber nichts substantielles über meinen Beitrag hier hinaus mehr beizutragen.

      @Chopsticks: Da geht es voll vielen hier im Thread wie dir. Interessant, dass man immer mal wieder Empfehlungen dazu hört, aber hier jetzt und auch privat bei den Leuten, denen ich vertraue (einschließlich mir selbst ;)) immer eine ähnliche Meinung wie deine jetzt rauskommt. Und auch schade, da das Thema mich schon sehr interessiert hat.

      @Topic: In letzter Zeit habe ich nur eines meiner Hörbücher fertiggekriegt:

      Bill Bryson - Eine kurze Geschichte von fast allem

      Ein Buch, in dem es um (fast?) alles geht, was man zu naturwissenschaftlichen Themen populärwissenschaftlich schreiben kann - von unserem Sonnensystem, dem Urknall, der kosmischen Hintergrundstrahlung und unserem Universum über die Entstehung der Erde, die verschiedenen Zeitalter, Wissenschaftsgeschichte und die Art wie man zu bestimmten Erkenntnisen gelangte, den Aufgbau der Materie, Atommodellen, kurze Geschichten aus der Chemie (aber dort wirklich wenig), den Wasserkreislauf auf der Erde, Vulkane, die Entstehung des Lebens, DNA, die verschiedenen "Homo"-Vorgängerarten des Menschen, das Aussterben von Tierarten bis zur Kontinentalverschiebung oder der Klassifikation von Tieren und Planzen kommt wirklich vieles vor, an das man so denken könnte. Das ganze ist höchst unterhaltsam geschrieben (zumindest in der deutschen Übersetzung, die ich gehört habe), allerdings schon mit dem deutlichen Fokus darauf etwas zu lernen/zu verstehen und nicht, unterhalten zu werden. Allerdings genügend gespickt mit Anekdoten (vor allem aus der Wissenschaftsgeschichte) und interessanten/überraschend klingenden Fakten, dass es eben auch sehr unterhaltsam bleibt. Soweit ich das als absoluter Laie in all diesen Fachbereichen mit besserem Schulwissen beurteilen kann, wurde auch recht gewissenhaft recherchiert und es kommen immer Fachleute aus den einzelnen Gebieten zu Wort. Manko für mich, der das Hörbuch sporadisch und in größeren Abständen gehört hat, waren höchstens die vielen Namen in den wissenschaftgeschichtlichen Teilen, auf die auch deutlich später im Text noch Bezug genommen wird, die man dann aber sicherlich vergessen hat. Außerdem kann einen natürlich nicht jedes der vorgestellten Themen brennend interessieren. Mich haben besonders die biologischen Teile gegen Ende, aber auch viele Fragen der Art "wie findet man so etwas eigentlich heraus" am Anfang und vor allem auch Korrekturen von Halbwissen aus allen Bereichen, das man zu haben glaubt, sehr interessiert. Kann ich naturwissenschaftlich interessierten Laien nur empfehlen. 4/5

      Ansonsten bin ich immer noch an The Dark Forest von Cixin Liu was bisher voller Ideen steckt und nach einer absoluten Empfehlung aussieht. Bin sehr begeistert von diesem Buch. Außerdem höre ich Micro von Michael Crichton, was bei mir einen Nerv trifft und lese in Fashionable Nonsense von Sokal (der gleiche, der ein Fake-Paper in den 90ern veröffentlicht hat), zu was Mathematik von manchen "Wissenschaftlern" schon missbraucht wurde. Nur mit entsprechendem Hintergrund zu empfehlen, aber dann sehr.
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