Was lest ihr gerade oder wollt ihr lesen?

      Ich habe im 2. Anlauf das Silmarillion gelesen.
      Was soll ich sagen, Tolkien ist halt in der Lage auch ohne übermäßige Story dieses Middle-earth Feeling zu verbreiten und den Leser emotional zu packen. Ein ganz großer unserer Zeit.
      "Rhaegar fought valiantly, Rhaegar fought nobly, Rhaegar fought honorably. And Rhaegar died."

      "Alles was das Böse braucht, um zu triumphieren, ist das Schweigen der Mehrheit"

      Kofi Annan

      DANYFORTHEWIN schrieb:

      Ein ganz großer unserer Zeit.


      Du weißt aber schon, dass Tolkien noch im 19. Jahrhundert geboren wurde und bereits vor 44 Jahren starb?

      Aber Kompliment, dass du dich da drüber getraut hast, vor allem der "Schöpfungsmythos" zu Beginn ist doch ganz schön zäh mit ziemlich umfangreichem Namensgeklingel.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Naja, die Bgriffserklärungen am Ende vom Silmarillon sind doch schon im Alleingang 50 Seiten.

      Und das Valar und Maia oft mit Beinamen angesprochen werden, vereinfacht die Sache auch nicht. Eindeutig ein Buch zum mehrmals lesen.

      Also mit 15 hätte ich mir das vermutlich nicht angetan. (Allerdings wußte ich da auch nichts von der Existenz.)
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      DANYFORTHEWIN schrieb:

      Ich habe im 2. Anlauf das Silmarillion gelesen.

      Gratulation! Das Lesen von Silmarilion war ein beeindruckendes Erlebnis für mich, schön, dass es dir auch gefallen hat.

      ssnake schrieb:

      Und das Valar und Maia oft mit Beinamen angesprochen werden, vereinfacht die Sache auch nicht.

      Das ist ein wichtiger Punkt. Oft habe ich mich gewundert, warum über Horst erzählt wird, als würde man ihn als Leser schon kennen und habe erst spät kapiert, dass er eigentlich Olaf ist und dass der Charakter auch Helmut oder Manfred genannt wird (Ein Bespiel aus dem Buch ist mir nicht eingefallen, da ich unzählige Namen wieder vergessen habe).

      ssnake schrieb:

      Eindeutig ein Buch zum mehrmals lesen.

      Das Gute ist, dass man teilweise einzelne Kapitel nochmal lesen kann, ohne sich wieder durch das ganze Buch zu kämpfen. Wenn man einen Überblick über die wichtigsten Charaktere und Geschehnisse hat (was man nach dem ersten Lesen ja haben sollte), kann man Geschichten wie die von Beren und Luthien oder Turin Turambar auch als alleinstehende Erzählungen genießen.
      Gibt es hier Leser der Skulduggery Pleasant-Reihe?
      Die ursprünglichen 9 Bücher der Hauptreihe (sowie das Spin-Off Buch und die Kurzgeschichtensammlung) haben mich durch meine Jugend begleitet, dementsprechend viel bedeuten mir die Bücher.

      Ich dachte, die Reihe wäre vollständig abgeschlossen, doch nun hat Derek Landy diesem Sommer einen zehnten Band der Hauptreihe veröffentlicht.
      Erst hatte ich keine Lust dazu. Die Bücher 4-6 empfand ich als sehr fad und wollte nicht, dass mir das wieder passiert und ich die Reihe nicht mehr in dem positiven Licht sehe, wie es bisher der Fall war.
      Diese Woche bin ich dann aber doch schwach geworden und habe mit "Resurrection" begonnen - 200 Seiten habe ich immerhin geschafft, was in dieser doch sehr stressigen Woche gar nicht mal so schlecht war.
      Und bisher bin ich sehr positiv überrascht. Ich berichte dann nochmal, wenn ich durch bin.
      Hm, interessant. Ich war zwar ab Band 6 mit der Handlung* recht unzufrieden - ich war am Ende immer unzufrieden, auch wenn die Bücher gut zu lesen waren - aber gelesen habe ich sie alle. Da mir auch der zweite Teil von Landys Demon Road ziemlich gut gefallen hat, werde ich den neuen Skulduggery wahrscheinlich auch demnächst anlesen.
      Im übrigen meine ich, die deutsche Neuübersetzung sollte vernichtet werden.
      Ich bin nach rund 25 Jahren wieder in Tad Williams Osten Ard. Seltsam das. Oder so seltsam wie es für Tolkien-Fans wäre eine Fortsetzung vom Herrn der Ringe zu lesen also ziemlich seltsam.
      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.
      Licht, von M. John Harrison, erster Teil der Licht Trilogie.
      Ab hier Spoiler , aber ehrlich, das Buch ist so mies, wen juckt`s.
      Ich stand neulich in der Buchhandlung, und fragte mich, was soll ich als nächstes lesen? Eigentlich war ich schon ziemlich entschlossen, endlich mal Kings Dunkle-Turm-Reihe zu beginnen, zögerte dann aber doch, da nicht alle Bände im Regal vorhanden waren. (Amazon, who?) Also entschloss ich mich für einen dicken Sci-Fi Band, immerhin eine komplett abgeschlossene Trilogie in nur einem dicken Taschenbuch.
      Tja, da habe ich ordentlich ins literarische Klosett gegriffen.
      Generell widerstrebt es mir zutiefst, ein einmal begonnenes Buch aus der Hand zu legen, bevor ich damit durch bin. Bisher ist mir das höchstens drei oder viermal passiert, aber hier war ich mehrfach kurz davor.
      Eigentlich sollte ich hier kurz die Handlung umreißen, aber leider gibt es nichts was einer Handlung irgendwie ähnlich sein würde. Der Leser folgt drei Individuen, einem Mann in unserer Zeit, und getrennt von einander zwei Personen in einer entfernten Zukunft. Hier muss ich pausieren, und ich überlege einige Minuten lang, da ich nicht weiß, wie ich die Wirrhaftigkeit des Buches am besten beschreiben soll.
      Man folgt den Figuren auf einem Weg, der völlig chaotisch ist. Einer ist scheinbar ein genialer Physiker, der im Buch allerdings nie irgendwas physikmäßiges tut, sondern lieber Sexualmorde begeht, vor seinem Psychodingens durch die Welt flieht, und seine Ex-Frau finger-pimpert.
      Dann haben wir einen Emotions-Junkie, der... beim Zirkus landet, und Wahrsager wird. Und irgend ein Zeug dazwischen.
      Dann noch eine Frau, die mit einem Raumschiff verschmolzen ist. Werden irgendwelche Regeln für diese Art der interstellaren Schifffahrt erklärt? Nö. Was passiert, passiert.
      Generell "worldbuilding", "Kontext"? Hamm wa nich, brauch wa nich!
      Nach vielen, vielen Seiten, lässt sich doch ein kleiner roter Faden finden. Doch wird hier nichts geschickt verwoben, am Ende wird alles mit dem Deus Ex Machina erklärt, beziehungsweise mit dem Alien mit dem Hirschskelettschädel, das alles erklärt und verbindet.

      Ganz selten habe ich ein Buch als eine solche Tortur empfunden, und ich habe ja noch zwei Teile der Trilogie vor mir. Momentan bin ich wirklich mit mir am ringen, ob ich diese Absonderlichkeit weiter lesen soll.
      It`s not easy to be a birdplane.

      Ich muss meine Reaktionen haben dürfen!
      Ich warte ja nicht nur drauf, dass Martin weiterschreibt, ich warte auch darauf, dass Walter Moers weiterschreibt. Verschiedene Bände, teilweise auch als Fortsetzungen bereits erschienener Bücher, wurden angekündigt, aber doch nicht veröffentlicht/geschrieben, also habe ich mir das neueste Werk "Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene Nachtmahr" zugelegt. Der Titel klingt ganz nach Waler Moers, leider ist das Buch nicht so gut, wie die anderen Zamonien-Romane. Von der typischen bunten und skurrilen Welt, die Walter Moers in Zamonien sonst beschreibt, kommt so gut wie nichts vor, die Geschichte könnte auch in jeder anderen Welt spielen. Dann geht es nur um Worte und Sprache, was ja ganz nett sein kann, aber mir in dem Kontext nicht so gut gefällt. Kurz und gut, ich habe das Buch erst mal zugemacht und beiseite gelegt. Ich werde ihm sicher noch eine Chance geben, aber jetzt ist gerade für mich nicht die richtige Zeit, so ein Werk zu lesen.

      Stattdessen habe ich mich dem neuen Kluftinger-Roman zugewandt, "Himmelhorn". Auch da gibt es vielleicht zu meckern, dass ich Kluftinger manchmal schon sehr bräsig und naiv dargestellt finde (Themen: Computertechnik und Börse), dann wieder ist er der absolut fähige Ermittler. Aber dennoch ist es ein interessanter, ruhig erzählter Kriminalfall mit ebenfalls skurrilen Typen, witzig, locker geschrieben, läßt sich zur Entspannung gut lesen. Und wenn ein Buch mich doch so in sich hineinzieht, dass ich dann erstmal "Himmelhorn" googel und dazu ein bisschen rumlese, ist es für mich sicher besser geeignet als das obenerwähnte Buch. :)

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      Das gleichnamige Computerspiel hatte ich schon seit längerem durchgespielt. Jetzt habe ich auch die Kurzgeschichte gelesen, auf die das Spiel basiert: I have no mouth and I must scream. Passenderweise, das habe ich erst jetzt festgestellt, war diese als Bonusmaterial mit zu dem Spiel dazugewesen und ist auch überhaupt nicht lang. Also wer zwischendurch Zeit hat, kann sie sich lesen, dürfte keine Stunde dauern.

      Es geht im Groben darum, dass die Welt in der Zukunft komplett von einem Supercomputer (AM) übernommen worden ist, der ursprünglich programmiert wurde, um den 3. Weltkrieg für die Menschen zu führen. Er bekam jedoch Bewusstsein und brachte alle Menschen um, bis auf fünf. Diese fünf foltert, demütigt und peinigt er ununterbrochen für die nächsten 109 Jahre (an dem Punkt setzt die Geschichte ein), hauptsächlich weil er Menschen über alle Maßen hasst, aber auch weil diese fünf Menschen etwas können, was er nicht kann, sich nämlich freibewegen. Für diese fünf scheint es keinen Ausweg aus dieser Hölle zu geben, denn AM hält sie am Leben, egal wie sehr sie sich bemühen sich umzubringen und hat auch eine Möglichkeit gefunden, dass sie niemals altern. Erzähler ist Ted einer der fünf.

      Kommentar: Das ist wohl die extremste Dystopie, die mir je untergekommen ist. Neben der kompletten Vernichtung der Menschheit, spielt das Motiv der Angst des Menschen vor der Hölle eine zentrale Rolle und ist hier besonders grausig umgesetzt. Lichte und tolle Momente sucht man hier vergebens, es ist eigentlich durchweg düster und trostlos und sehr deprimierend in seiner Erbarmungslosigkeit. Die Geschichte regt auch zum Nachdenken an und bringt einen auch auf den Gedanken: ist das was ich so tagtäglich erlebe wirklich so schlimm, geht es nicht immer auch noch schlimmer und ist das was die fünf erleben nicht das schlimmste, was irgendjemanden zustoßen kann?
      Ich würde auch behaupten, dass Harlan Ellison, der Autor der Kurzgeschichte, kein großer Menschenfreund ist. Immerhin spricht er in dem Computerspiel AM auch selbst.
      "The teaching, as you call it, is simply that there isn't to be a deserted or unhappy child in the world. In the end, that's the world's only security: children are the future, you see. If there were no unhappy children, then the future would be secure." - Kelderek (Shardik, p. 585)

      Neu

      Ich lese gerade u.a. "Das Ende der Menschheit".

      H.G. Wells im "Krieg der Welten" beschriebene Attacke der Marsianer hat es wirklich gegeben und wird fürs Jahr 1907 angenommen.
      In den zwanziger Jahren (des 20. Jahrhunderts) kommen sie wieder...

      Unheimlich detailverliebt und ironisch, zugleich aber doch todernste und mit allen technischen Schlußfolgerungen des 21. Jahrhunderts geschriebene Hommage und Fortsetzung zugleich.

      Irrwitz des Ganzen: Welche Auswirkung hätte ein Angriff aus England auf die Geschichte der Menschheit tatsächlich gehabt? Den Ersten Weltkrieg hätte es z.b. nie gegeben, das wilhelminische Deutschland z.B. hätte die Weltmachtsrolle geerbt, und wenn vom Ersten Großen Krieg die Rede ist, dann natürlich vom ersten Kriege gegen die Marsianer ... dafür vom aufkommenden Faschismus keine Spur - in Deutschland. Den Eiffelturm gibt es nicht mehr, den haben die Deutschen 1914 gesprengt ... im so genannten Schlieffenkrieg.

      Wenigstens gibt es in Wien trotz allem den Professor Freud, der Erzähler des Ursprungsromans läßt seine von den Marsianern hervorgerufenen Traumata von ihm behandeln.

      Der Autor, Stephen Baxter, dürfte seinen Wells studiert haben wie andere die Bibel. Dessen optimistische Darstellung am Ende des 1899 geschriebenen Klassikers, dass bei einem neuerlichen Angriff der Aliens die Menschheit besser gerüstet sein würde, teilt er allerdings nicht. Ganz und gar nicht! Nicht mal die Geheimwaffe des jungen Marineministers Churchill hilft was!

      Da auch dieser Roman in Ich-Form geschrieben ist - übrigens aus Sicht einer Frau - habe ich nach etwa einem Drittel des Buches trotz allem noch die Hoffnung, dass es die Menschheit des Wellscghen Universums dennoch überlebt.

      Kleine Warnung noch: Ohne Kenntnis des Originalromans ist eine Lektüre weitgehend sinnlos oder zumindest nur das halbe Vergnügen. Und nein, die Spielbergverfilmung mit Cruise hilft da überhaupt nicht.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
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