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      Für das Verständnis sind sie nicht erforderlich. Sind eher so kleine Einblicke in das Leben einzelner Haupt- und Nebenfiguren.
      Sie spielen zum Teil vor dem ersten Band, teilweise zwischen den Bänden.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."
      „Passage Triologie“ (Der Übergang, Die Zwölf, Die Spiegelstadt) von Justin Cronin

      Ich finde das erste Buch wirklich gut. Ja gut, ich musste mich erst damit arrangieren das ein kleines Mädchen die Welt retten muss und die Welt von Flummi Draculas heimgesucht wird. Gewöhnungsbedürftig. Aber das drum rum beschreibt Cronin wirklich gut. Der Zerfall, die schiefgelaufenen Experimente, der Kampf der Überlebenden, das alles fand ich sehr stimmig.
      Das 2. Buch ist enttäuschend. Langatmig, ohne Drive, erst die letzten 150 Seiten bringen Schwung in die Geschichte.
      Band 3 hat die besten ca 200 Seiten der ganzen Triologie. Der Abschnitt vom Antagonisten über seine tragische Liebe ist mit das beste was ich seit langem gelesen habe.
      Wäre das ganze Buch doch so. Leider ist das Finale aufgesetzt, langatmig und ermüdend.

      In Summe muss ich sagen das Buch 1 tolle Ideen hatte und eine schöne Atmosphäre vermittelt. Die zwei Folgebände sind aber leider völlig über.
      Schade!

      Von Patrick Rothfuss fehlt mir noch der 2. Teil von der „Furcht der Weisen“
      Es ist wirklich wahnsinnig gut geschrieben und man will es garnicht mehr aus der Hand legen.
      Nur die „große Rahmenhandlung“ ist mir etwas zu Spannungsarm.
      Vielleicht wird es ja mit dem 2. Teil noch besser.

      Habe bei Rothfuss einen break eingelegt und bin mit Tad Williams „Das Geheimnis der großen Schwerter“ gestartet.Habe vom Drachenbeinthron nun etwa 500 Seiten hinter mir.
      Ich bin begeistert. Der langsame Aufbau, die geschaffene Atmosphäre, ich freue mich immer aufs neue wenn Simon hinter einem Baum wieder etwas Neues in Ostend Ard entdeckt.
      Nur Simon selbst muss mich noch mehr ansprechen. Ich hoffe das Weichei legt noch ne ordentliche Entwicklung hin. :)


      Post was edited 1 time, last by “VinceYoung” ().

      Eigentlich wollte ich mich jetzt auch mal an die Buchreihe zur Expanse-Serie machen. Aber da ich buchtechnisch ausschließlich analog unterwegs bin, wurde ich in dem kleinen Stadtteilbuchladen nicht fündig, "stolperte" aber über ein anderes Werk von einem weiteren Lieblingsautor.
      Walter Moers hat ein neues Buch vom Kontinent Zamonien veröffentlicht! Den Vorgänger "Weihnachten auf der Lindwurmfeste" habe ich mir schon gar nicht mehr angetan, weil der Vorvorgänger "Prinzessin Insomnia" so grauenvoll und einschläfernd war, dass ich ihn nicht mal zu Ende lesen konnte. Nach den ersten Seiten scheint es aber so, dass Walter Moers doch langsam wieder zu alter Hochform zurückfindet. Da Buch heißt "Der Bücherdrache" und ist auch ein Ableger von einer Hauptreihe, die noch nicht ganz beendet ist und mit einem Cliffhanger endete. Aber wer in diesem Forum unterwegs ist, ist an solche Traurigkeiten ja schon gewöhnt. :( "Der Bücherdrache"handelt von dem kleinen Buchling Hildegunst Zwei, der in den Katakomben von Buchhaim lebt und sich zu einem großen Abenteuer aufmacht, er soll nämlich dem im Ormsumpf lebenden Bücherdrachen eine wichtige Fragen stellen (die dem Leser aber nicht bekannt ist). Das Orm ist etwas superwichtiges, nämlich so eine Art kreative Energie, ohne die z. B. das Schreiben eines Buch gar nicht mögllich ist. Dadurch, dass der Bücherdrache sich im Ormsumpf suhlt, sind Bücher schon in seine Haut eingewachsen, und er soll hyperintelligent sein und auf jede Frage eine gute Antwort wissen. Nun ja, ich werde sehen (oder vielmehr lesen...).
      Am Ende ist sogar schon ein weiteres Zamonienbuch angekündigt. Zwar immer noch nicht die Fortsetzung von dem Buch, das mittendrin endete, aber vielleicht ringt auch Herr Moers gerade mit dem Orm... Man freut sich ja schon über Kleinigkeiten. :/
      Zurück aus dem Urlaub, dann hat man immer einiges gelesen.

      Isaac Asimov - Second Foundation

      Ist schon ein bißchen her. Der erste Teil mit der Suche des Mules nach der Second Foundation war okay, wirkte aber in seinen Handlungswendungen am Ende auch etwas gezwungen. Nicht mein Lieblingsteil der Serie. Dafür war der zweite Teil mit der Protagonistin Arkady Darell nicht nur der erste mit einem wirklich gelungen Hauptcharakter, sondern er enthielt auch interessante und glaubwürdige Wendungen am Ende. Dieser Teil hat mir sehr gut gefallen. Insgesamt 4/5.

      Marcus Clarke - For the Term of his Natural Life
      Ein australisches Buch aus dem 19. Jahrhundert über einen jungen unehelichen Sohn einer reichen Familie, der durch widrige Umstände verurteilt wird, nach Australien verschifft zu werden und sein Schicksal in verschiedenen Sträflingskolonien. Während ich den Plot des Buches sehr interessant, wenn auch manchmal etwas konstruiert, fand, konnte ich mit dem Schreibstil und vor allem der Persepektive nichts anfangen. Das ganze Buch ist so unpersönlich geschrieben und verweilt so "weit weg" von seinem Protagonist, dass dessen eigentlich sehr tragisches Schicksal mir nur selten nah ging. Sehr schade, das Buch an sich hatte viel Potential. Trotzdem grade noch so 3/5.

      Brooke Magnanti - Sex, Lies & Statistics
      Ein sehr interessantes Sachbuch, in dem es vor allem um den Stand der Wissenschaft zum sinnvollen Umgang mit Prostitution und die Haltung der Restgesellschaft dazu geht (angeschnitten werden auch Pornographie u.ä.). Die Autorin, die sowohl als Wissenschaftlerin als auch als Callgirl Erfahrungen gesammelt hat (wobei letzteres sehr unwichtig ist, da sie den Job natürlich in einer sehr privilegierten Position ausgeübt hat), kritisiert einerseits, wie die Medien und viele Regierungsvertreter (in Großbritannien) mit dem Thema umgehen und wie sie sehr fragwürdige Statistiken verfälscen oder sinnvolle Statistiken verfälschen oder falsch interpretieren. Andererseits beschäftigt sie sich auch mit der Perspektive der Betroffenen und was aus deren Sicht und aus Sicht der Verbände, die wirklich an der Basis mit Straßenstrich-Prostituierten zusammenarbeiten (aber z.B auch aus Sicht von Amnesty International u.a.) sinnvoll wäre: Dekriminalisierung wie in Neuseeland. Das untermauert sie sowohl mit Argumenten als auch mit Forschung. Andere Ansätze werden deutlich kritisiert, nicht nur die völlig verrückte Kriminalisierung auch der Prosituierten, die es in Teilen von Amerika gibt, sondern auch Legalisierung (wie in Deutschland) oder das schwedische Modell der Freier-Kriminalisierung. Sehr interessantes und aufschlussreiches Buch, das meine Meinung zu dem Thema beeinflußt hat. Wobei man natürlich für eine intensive Auseinandersetzung sowohl die Quellen des Buches prüfen als auch weitere Quellen nutzen müsste. 4/5

      Joscha Remus - Gebrauchsanweisung für Australien

      Im Gegensatz zu sonstigen Büchern von der Art, die ich über andere Länder gelesen habe, nicht von einem Expat, sondern von einem Reisenden geschrieben (bzw. zumindest wirkt es so, ich habe mich nicht wirklich informiert, was der Autor wirklich macht). Zu jedem der typischeren Touristenziele (alles ander Ost- und Südküste, Outback, Darwin, Perth) und zu einigen generellen australischen Besonderheiten werden kleine Anekdoten zum Besten gegeben und lustige oder interessante Fakten dargelegt. Kann man lesen, vor allem, wenn man selbst gerade Bezug zum Land hat, ist jetzt aber auch nicht übermäßig spannend. 3/5

      Craig Barton - How I Wish I'd Taught Maths: Lessons Learned from Research, Conversations with Experts, and 12 Years of Mistakes
      Ein sehr interessantes Buch eines Mathe-Lehrers, der wohl jahrelang mit sehr wenig Lehrergestütztem Unterricht Erfolg hatte und viel Lob einheimste, sich dann aber nach 12 Jahren in dem Job mit Kognitionspsychologie u.ä beschäftigt hat, was seine Perspektive auf optimales Lehren extrem verändert hat. In diesem Buch stellt er viele Fehler da, die er vorher gemacht, sowohl prinzipielle als auch sehr konkrete, erklärt kurz, warum er das heute für falsch hält, verweist auf Paper, die dafür als ausführlichere Quelle dienen und erklärt dann, was er heute macht. Auch wenn es mit Lehre an der Universität (der für mich relevante Teil der Lehre) nicht viel zu tun hat, fand ich dieses Buch doch sehr aufschlussreich und habe es gerne gelesen. Man sollte aber einiges mit Mathematik und mit Lehre anfangen können (eines davon reicht nicht!), sonst würde ich dieses Buch nicht empfehlen. 4/5
      Weitere Gedanken zum Buch (durch den Post bin ich auch darauf aufmerksam geworden): gowers.wordpress.com/2018/12/2…-wishes-hed-taught-maths/

      Agatha Christie - Murder in the Mews

      Nach langer Pause habe ich mein Christie-Projekt wieder fortgesetzt. Hier handelte es sich um vier Kurzgeschichten, von denen eine sehr gut (Murder in the Mews), eine gut (Dead Man's Mirror), eine belanglos (...) und eine sogar richtig schlecht (Triangle in Rhodes) war. Damit komme ich insgesamt auf eine durchwachsene 3/5

      John C. McCrae (Wildbow) - Glow-Worm
      Nachdem ich Worm ein zweites Mal gelesen habe (für 5.000+ Seiten ist das innerhalb eines Jahres schon eine beachtliche Leistung des Stoffs, mich dazu zu bringen. Ist ja nicht so, als ob ich keinen Backlog hätte) und diesmal, unterstützt vom exzellenten Podcast We've Got Worm vieles noch deutlich besser würdigen konnte (insbesondere das Ende, das mir vorher schon gut gefallen hat, das aber beim ersten Lesen aufgrund der emotionalen Verbindung zu Taylor fast nicht sinnvoll zu Würdigen ist, insbesondere was seinen Umgang mit den Themen des Buchs angeht. Mittlerweile würde ich tatsächlich sagen, dass ich kein anderes serielles Werk (TV-Serie, Filmserie, Buchserie o.ä) kenne, dass auf eine so herausragende Art endet. Das schließt Werke mit sehr, sehr gutem Ende wie etwa The Shield oder Breaking Bad mit ein), will ich jetzt endlich mit der Fortsetzung Ward anfangen. Dazu steht zunächst mal der Prolog/Zwischen-Text Glow-Worm auf dem Programm - ein Prolog in Form von Ausschnitten aus einem Internet-Forum. Sehr interessant, wie man in diesem Format Personen charakterisiern kann, obwohl man nur deren Auftreten im Internet (keine Gedanken o.ä, dazu) als Mittel zur Verfügung hat. In seiner Natur als Prolog kann man den Text ansonsten naturgemäß noch schlecht einordnen, ohne Ward zu kennen. Es verspricht aber wieder extrem gut zu worden. Vielen, vielen Dank nochmal an @Lann für die Empfehlung damals.

      Matt Fraction - Sex Criminals Vol. 1
      Ein Comic über eine Frau, deren Orgasmus die Zeit stoppt, der mich extrem positiv überrascht hat. Da es nur Vol. 1 ist, werden eher die (beiden) Hauptcharaktere und einige Nebencharaktere eingeführt sowie das Konzept vorgestellt, als dass es viel Handlung gibt, aber das, was ich gelesen habe, hat mir sehr gefallen. Sowohl mag ich die Charaktere, als auch den Zeichen- und "Panelorganisations"-Stil (dieser unterstützt den nichtchronolog. Aufbau, der fast etwas an Tarantino erinnert), vor allem aber haben mir die immer wieder vorkommenden Einschübe von Meta-Humor gefallen. Als jemand, der die Serie "Community" u.ä. liebt, war das genau mein Ding und hat den ohnehin sehr guten Comic für mich nochmal deutlich aufgewertet. Ich bleibe mal bei 4/5, weil eben plot-technischnoch nicht allzu viel passiert ist und eine noch höhere Einordnung daher schwerfällt. Die Serie werde ich definitiv weiterlesen.

      Post was edited 2 times, last by “Tolotos” ().

      Tolotos wrote:

      Kann man lesen, vor allem, wenn man selbst gerade Bezug zum Land hat, ist jetzt aber auch nicht übermäßig spannend. 3/5

      Wenn du Interesse daran hast, würde ich dir "Frühstück mit Kängurus" von Bill Bryson empfehlen.
      Ich habe das Buch erst nach meiner 2. Australien-Reise gelesen, und war erfreut darüber, was es an Nostalgie und Fernweh wecken konnte.
      Davon abgesehen ist es halt typisch Bryson. Manche Anekdote sollte man vielleicht mit etwas Zweifel lesen, aber sein Stil ist mMn sehr unterhaltsam, und er baut witzige Geschichten, teils historische-teils persönliche, in seine Berichte ein.
      It`s not easy to be a birdplane.

      Ich muss meine Reaktionen haben dürfen!

      HappyTime wrote:

      Tolotos wrote:

      Kann man lesen, vor allem, wenn man selbst gerade Bezug zum Land hat, ist jetzt aber auch nicht übermäßig spannend. 3/5

      Wenn du Interesse daran hast, würde ich dir "Frühstück mit Kängurus" von Bill Bryson empfehlen.
      Ich habe das Buch erst nach meiner 2. Australien-Reise gelesen, und war erfreut darüber, was es an Nostalgie und Fernweh wecken konnte.
      Davon abgesehen ist es halt typisch Bryson. Manche Anekdote sollte man vielleicht mit etwas Zweifel lesen, aber sein Stil ist mMn sehr unterhaltsam, und er baut witzige Geschichten, teils historische-teils persönliche, in seine Berichte ein.


      Danke für den Hinweis! Irgendwann vor Ewigkeiten wurde mir das Buch sogar schonmal von einer Freundin empfohlen, aber ich habe es komplett aus den Augen verloren, als ich jetzt nach Australien-Büchern gesucht habe. Ich habe mir jetzt die Leseprobe geholt und werde wohl sehr bald damit anfangen, solange die eigenen Erinnerungen noch frisch sind ;)
      Ich mochte auch Brysons kurze Geschichte von fast allem sehr gerne, also kann ich mir gut vorstellen, dass mir dieses Buch gefallen wird.
      Richard David Precht - Tiere denken
      Ein Buch, das in vier Sinnabschnitte unterteilt ist: Biologische Gründe, warum man Tiere und Menschen oder Tiere voneinander ab einer gewissen Entwicklungsstufe unterscheiden sollte/könnte, insbesondere in Hinblick auf moralische Grundsätze; Kulturgeschichte, wie das in vergangenen Zeiten gehandelt wurde und vor allem, welche Außenseitermeinungen es sogar im eher tierunfreundlichen Rom oder Griechenland gab; ein philosophischer Abschnitt zu Theorien von Singer & co und was der Autor darauf erwidert sowie ein Abschnitt zur praktischen Einordnung vieler Tierrechtsthemen wie Vegetarismus, Zoos, Tierversuche usw.
      Die ersten beiden Teile haben mir (bis vielleicht auf die Fixierung auf den prozentualen Unterschied im Genom) extrem gut gefallen. Ich habe dort, gerade im zweiten Teil, einiges gelernt und die Informationen waren auch gut aufbereitet und in einem schönen Stil aufgeschrieben. Z.B. vom Verhältnis der Ägypter zu Tieren oder auch von vielen eher unbekannteren historischen Personen hatte ich vorher noch nie etwas gehört. Der vierte Teil ist auch gut. Dort steht zwar nicht spektakulär neues drin, aber eine sinnvolle Auseinandersetzung mit den verschiedenen Themen und Idealvorstellungen des Autors, was sich vielleicht in Zukunft im jeweiligen Bereich ändern könnte/sollte. Leider war gerade der dritte Teil eine Enttäuschung. Im Vorwort behauptet der Autor, eine Konkurrenztheorie zu Singer & Co zu haben, die deren Schwächen aushebelt. Was er dann vorstellt ist mehr oder minder nur, dass man die Bevölkerung nicht mit zu radikalen Ideen überraschen sollte, weil diese eher zur Ablehnung führen und daher schrittweise vorgehen sollte. Das mag pragmatisch Sinn machen und je nach Definition ist es vielleicht sogar wirklich eine ethische Theorie (z.B. in den Utiliarismus gekleidet), aber für mich war es halt weniger die Frage "Was sollte man anstreben?" sondern eher die Frage "Wie erreicht man am pragmatisch am besten, dass ein bestmögliches Ziel eintrifft?" im Vordergrund. Das ist zwar eine interessante und wichtige Frage, aber ich denke, dass auch anderen bewußt ist, dass man sich diese Frage stellen muss und dass es daher keine gute philosoph. Konkurrenztheorie ist... Für mich war das etwas irreführend.
      Da ich das Buch vor allem wegen dem philosophischen Teil gelesen habe, bleibe ich daher bei einer 3/5. Bei einer anderen Schwerpunktsetzung findet man es sicher besser.

      Agatha Christie - Appointment with Death
      Die vorgestellte Psychologie der unterdrückten Familienmitglieder war vielleicht etwas simpel, aber der eigentliche Film war spannend und hatte eine nette Auflösung, die ich zwar erahnt habe, die mir aber trotzdem sehr gut gefallen hat. 4/5

      Übrigens habe ich mit dem Buch von Bill Bryson angefangen und es gefällt mir bisher sehr gut. Seinen Stil finde auch ich sehr unterhaltsam. Danke für die Empfehlung schonmal.

      Post was edited 1 time, last by “Tolotos” ().

      Sabine Hossenfelder - Lost in Math
      Ein Buch über Probleme, die die Autorin (macht gerade ihren PostDoc in Physik) mit der momentanen Forschung in der theoretischen Physik und vor
      allem mit der Art, wie Forschungsschwerpunkte bestimmt werden, hat. Es geht z.B. darum, ob Empfinden für Ästhetik Forschungsschwerpunkte
      beeinflußen sollte, und in welchem Ausmaß, ob (vor allem theoretische) Physiker genug auf die vielen Biases achten, die sie sicher mitbringen
      (Confirmation Bias, Sunk Cost Fallacy u.ä.) oder wie zielführend es ist, wenn vor allem mit Geldern unterstützt wird, "was alle machen". Die
      grundsätzlichen Probleme, die das Buch anspricht, waren interessant und in diesem Ausmaß sicher auch erschreckend. Dafür hat es sich schon
      gelohnt, das Buch zu lesen. Obwohl die Autorin recht allgemeinverständlich schreibt, muss ich zugeben, dass es nicht immer leicht oder gar unterhaltsam zu lesen war - dafür habe ich
      wahrscheinlich einfach zu wenig Ahnung von der Materie. Aus dem gleichen Grund bin ich mir auch nicht sicher, ob ich alle Punkte verstanden bzw. vor allem mir gemerkt habe, die sie macht. Allein wegen des wichtigen
      Inhalts bin ich aber froh, das Buch gelesen zu haben. Bewertung für mich persönlich 3/5, aber wohl etwas davon beeinflußt, dass das Gefühl, das in diese Zahl eingeht, glaube ich mehr (nicht: nur) meinen Spaß beim
      Lesen des Buches misst als das, was ich gelernt habe, was hier stark verzerrt.

      Agatha Christie - The Regatta Mystery Parker Pyne

      Kein wirkliches Buch, sondern eine 30-seitige Kurzgeschichte: Eigentlich wäre das Buch The Regatta Mystery and Other Stories drangewesen. Das habe ich aber nicht für meinen eReader gefunden. Also habe ich mit der titelgebenden Kurgeschichte vorlieb genommen und diese gelesen. Am treffendsten zusammenfassen kann man sie mit "ganz nett". Hat mich unterhalten, war okay, aber wird nicht im Gedächtnis bleiben. 3/5
      Krass, ich habe jetzt die ersten 10 Seiten dieses Threads gelesen, und dieser junge Hodor hat mir nochmal erzählt, was er damals gelesen hat, dass ist ein neues Phänomen, wenn ein Forum so lange online ist, das ist wie in alten Tagebüchern lesen.
      Von den kürzlich gelesenen Sachen möchte ich einen meiner neuen Lieblingsautoren vorstellen:
      Jeff Vandermeer. Er ist vor allem in der Steampunkszene bekannt, läßt sich davon aber nicht vereinnahmen, und befindet sich auf dem Weg, ein ganz Großer zu werden. Ich kann jedes seiner Bücher empfehlen, für Steampunkfans die frühen Sachen vor allem, was mich aber am meisten umgehauen hat war seine AREA X -Trilogie, deren erster Band Annihilation vor 2 Jahren mit Nathalie Portman verfilmt wurde. Die Trilogie ist aus vielen Gründen toll, aber herausragend ist die Struktur. Stellt Euch vor, Ihr habt die drei Bücher vor Euch liegen. Bei jeder anderen Trilogie würdet ihr sie von links nach rechts hinlegen, in der Reihenfolge der Bände halt. Diese Trilogie will man nach dem Lesen auf den Tisch stellen, und zwar so, dass sie einen dreieckigen Turm bilden. Ich hoffe, es ist klar, was ich meine.
      Im ersten Band wird von einer Expedition erzählt, die ein eigenartiges Phänomen untersucht, das eine begrenzte Region heimgesucht hat. Im zweiten, dem besten Band, untersucht die neu eingeführte Hauptfigur diese Expedition, und im dritten erfahren wir die Vorgeschichte und das Finale der Handlung gleichzeitig. Sowas habe ich noch nicht gesehen, dass man eine Trilogie so aufzieht.
      Das ganze ist SF, aber die eher philosophische, fantastische, haarscharf an die Fantasy grenzende Variante. Die Bücher sind kurz, aber nicht einfach zu lesen, sie beschreiben unbeschreibliche Dinge, auch Horror, und man ist immer im Kopf der 3 Protagonisten drin. Läßt man sich darauf ein, wird man verzaubert und kommt verwandelt hervor, genau das also, was Bücher im besten Fall erreichen sollen. China Mieville, Michael Bishop oder Ursula K. LeGuin und der Aufziehvogel-Murakami fallen mir als Bezugspunkte ein.
      Der Film war okay, aber die Bücher sind wie so oft besser.
      HODOR !

      Post was edited 1 time, last by “hodor” ().

      Gestern den dritten Teil der Trisolaris-Triologie zuende gehört ("Jenseits der Zeit" zu deutsch von Cixin Liu) , für mich eines der besten und tiefengehsten SciFi-Geschichten/Epen die ich bisher konsumieren durfte. Einfach unwerfend, voller interessanter und unerwarteter Handlungsverläufe und philosophische Denkanstöße, die teilw an jeglicher Vorstellungskraft kratzen ... Gibt es hier menschen die es schon gelesen haben?
      Ein langer Bogen, begonnen in der blutigen Wirren der chinesischen Kulturrevolution bis in ferne Zukünfte...
      Hat eigentlich schon jemand Oathbringer gelesen, den dritten Teil der Stormlight Archives?
      Ich weiß immer noch nicht so Recht was ich von der Serie halten soll. Sanderson will womöglich die größte Fantasy-Saga allerzeiten schreiben, aber ich glaube er übernimmt sich damit etwas. Eigentlich passiert für soviele Seiten doch relativ wenig, wobei es das Ende nochmal ordentlich raushaut.
      Ich habe Trisolaris auch gelesen, ist aber schon eine Weile her. Ich weiß noch, dass ich die vorkommenden Ideen teilweise brillant fand (v.a. der Dark Forest, aber z.B. auch der menschliche Computer im ersten Teil, das Konzept und die Auflösung der Wallfacer usw.), aber etwas störend fand, dass es v.a. im ersten Teil keine interessanten Charaktere gab (das wurde später durchaus deutlich besser).
      Wenn du hier im Thread nach "Drei Sonnen" bzw. "Dark Forest" suchst, müsstest du auch noch frischere Eindrücke von direkt nach dem Lesen finden. Warum ich den dritten Teil hier drin nicht reviewt habe, weiß ich nicht mehr. Ich weiß aber noch, dass dieser mir ähnlich gut wie der zweite, also sehr gut gefallen hat. Beide fand ich besser als den ersten Teil.
      Vielleicht interessiert dich auch der folgende Podcast zum Thema: https://www.doofmedia.com/2019/04/29/the-three-body-problem-doof-book-club-april/

      Stormlight Archive habe ich noch nicht angefangen, obwohl es mich sehr interessiert, da ich mir mittlerweile fest vorgenommen habe, nichts unvollendetes mehr anzufangen. Wobei ich gerade merke, dass ich für Ward eine Ausnahme gemacht habe... Aber ich denke einen zuverlässigeren Autor werde ich so oder so nicht finden, also sollte diese Ausnahme okay sein.
      Danke, werd ich mal reinhören :) (edit: hat mir gut gefallen und mich nochmal zurück ins erste Buch versetzt, Denkanstösse gegeben. Jetzt mal schauen ob es sowas auch zu den anderen beiden gibt)
      Und zum dritten hattest du auch ein, zwei Sätze geschrieben. Weiß auch nicht was ich groß schreiben sollte, ohne mega zu spoiliern und/oder in eine große philo-sciFi Diskussion aufzumachen :D (Apropo SciFi, hast du schonmal was Kim Stanley Robinson gelesen ?)

      Tolotos wrote:

      waren ungewöhlich und interessant (wenn auch noch nicht ausführlich präsentiert bzw. sehr durch die Brille der Menschheit bzw.
      finde ich eigentlich einen ganz guten Kniff, zumal ich es immer schon schwierig finde, dass sonst schnell erlebens(welten) von nichtmenschen oft fast unweigerlich menschlich-gefärbt sind, da ja mit menschlichen Worten beschrieben quasi...

      Tolotos wrote:

      DIe (kleinen) Einblicke in die Kulturrevolution und einige Gedanken zur Rolle der Wissenschaft haben mir auch gut gefallen.
      Das war für mich mit eins der Highlights des ersten Buches ! (ist inzw. schon fast zwei Jahre her, dass ich das zum ersten mal hörte)

      Tolotos wrote:

      Die Charaktere und in einem geringeren Grad auch die Dialoge wirken nicht überzeugend und erstere bleiben dadurch sehr blaß. Das ist etwas schade, weil dadurch ein "Mitfiebern" eher ausbleibt. Durch die vielen tollen Ideen und die Auseinandersetzung mit diesen wird das aber mehr als ausgeglichen. Ein weiterer kleiner Nachteil ist ein Plotpunkt, den ich nicht sehr überzeugend fand, nämlich LuoJis "Muse".

      Ja, da musste ich teilw. mit den verschiedenen Personen auch aufpassen (zumal im Hörbuch, wo eben das Problem ist, dass du nicht weißt wie die Personen genau geschrieben werden ;) ), was das angeht fand ich das letzte Buch vom Hauptcharakteren und Spannungsbögen tatsächlich am schönsten... Wie gesagt, bin da auch noch ein wenig geflasht, wenn ich über die Story nachdenke ;)

      Post was edited 1 time, last by “Rory2016” ().

      Freut mich, dass dir der Podcast gefallen hat. Ich kann leider selbst nicht mehr viel zu deinen Kommentaren/Reaktionen auf meinen Text sagen, weil ich nicht mehr genug über mein Empfinden damals weiß. Interessant, da es gar nicht so lange her ist...
      Von Kim Stanley Robinson habe ich leider noch nichts gelesen.

      Aber apropos SciFi und passend auch zum Thema Podcast, denn das folgende Buch habe ich als Empfehlung der Leute aus dem Podcast oben gelesen:

      Peter Watts - Blindsight
      Wow. Blindsight ist vermutlich das beste Buch aus dem Science-Fiction-Genre, das ich bisher gelesen habe. Auch eines der besten Bücher überhaupt, aber genreübergreifend zu vergleichen ist immer schwierig. Blindsight ist definitiv HardSciFi und unfassbar dicht geschrieben. Es wird erwartet, dass man wissenschaftliche Begriffe und Konzepte kennt und einordnen kann. Z.B: Wenn einer der Charaktere über etwas Beobachtetes einfach beiläufig "Normalverteilung" sagt, sollte man das einordnen können. Auch die Wortwahl ist manchmal extrem im wissenschaftlichen Slang, was aber dem Erzähler geschuldet ist. Gleichzeitig werden laufend beiläufig und ohne viel Exposition Elemente des Settings erwähnt/-klärt, die dann teilweise sogar plotrelevant werden. Ein Beispiel ist die Rolle der Vampire. Ja, in diesem Buch gibt es Vampire und ja, es ist Hard Sci Fi und ja, das passt beides zusammen. So gut, dass ihr euch nicht auf mich verlassen müsst: In einem Interview verschiedener Wissenschaftler, in dem diese gefragt werden, in welchem Buch ihre Wissenschaft besonders realistisch dargestellt wird, werden von einem Terry Johnson ("Bioenginner" in Berkeley) ausgerechnet Watts' Vampire als Beispiel genannt.
      Auch enige wichtige Informationen über die Personen erfährt man beiläufig durch Beobachtung, weil sei dem Erzähler klar sind:
      Show Spoiler
      Dass Susan/Sasha/Michelle/Crawler eine Frau ist, die ihr Bewußtsein aufgeteilt hat oder dass Szpindel Messinstrumente und Geräte als Erweiterung seines Körpers hat

      Der Effekt ist aber großartig, denn man wird, wenn man aufmerksam liest, ausreichend gehooked und versteht dann im Laufe des Lesens, wie das Setting oder die Person oder... wirklich ist. Spannung zu erzeugen schafft der Roman sowieso hervorragend. Der Roman wird vermutlich
      Show Spoiler
      Nicht vermutlich, sondern sicher, aber während dem ersten Lesen ist man nicht unbedingt sicher, daher habe ich das in Spoiler gepackt.

      nach dem eigentlichen Geschehen erzählt und immer wieder wird ominös das, was noch passieren wird, angedeutet.
      Trotz sener klaren Verortung im HardSciFi bleibt der Roman aber keine seelenlose und technikorientierte Zukunftsbeschreibung, sondern hat sowohl interessante und spannende Charaktere als auch einen mitreißenden Schreibstil (solange man mit der oben beschriebenen Wortwahl klarkommt). Und noch besser: Er hat einen philosophischen Kern. Es gibt einen Hauptgedanken, um den sich das ganze Buch kreist, und dieser wird (erfolgreich) in Form eines Plot-Twists präsentiert. Das ist eines der wenigen Bücher, die ich kenne, in dem der Twist nicht einfach nur ein erzählerischer Kniff ist, sondern sein Inhalt das große Thema des Buchs ist. Danach fällt auch vieles weitere zusammen und man merkt, dass vieles in diesem Buch auf genau dieses Thema hingearbeitet hat: Von den Charakteren über die Vampire (!) über Elemente des Schreibstils. Großartig. Ich kann dieses Buch nur uneingeschränkt empfehlen. 5/5

      Außerdem bin ich einer Empfehlung hier aus dem Thread gefolgt:

      Bill Bryson - Down Under, Travels from a Sunburned Country
      Bill Bryson hat wirklich einen extrem witzigen, sehr angenehm zu lesenden Stil. Auch inhaltlich wirkte das Buch eine Stufe über dem oben von mir gelesenen Australien-Anekdoten-Buch, weil man merkt, dass er etwas mehr abseits der aller-ausgetretensten Pfade unterwegs sein konnte. Trotzdem wird man aber einiges wiedererkennen, wenn man selbst schon in Australien war (was natürlich sehr schön ist!). Das Hauptplus ist aber natürlich der schon erwähnte Stil, der mir sehr gut gefällt, ohne dass ich ihn genauer beschreiben könnte... Vielleicht "sehr humorvoll, oft dadurch, dass eigentlich halbwegs normale Begebnisse auf sehr interessante und eloquente Art witzig verpackt/umschrieben werden und ihnen dadurch viel interessantes abgewonnen wird". Weiß aber auch nicht, ob es das immer trifft... 4/5
      Freut mich, dass Bryson dir gefallen hat.
      Watts setze ich dann auch mal auf meine Liste.
      Da ich derzeit "Die Kinder Zeit" lese, auch Sci Fi, nehme ich mir als nächstes den oben erwähnten Western vor. "Blindflug" kommt danach.
      Dann vermutlich die "Drei Sonnen" Bücher.
      It`s not easy to be a birdplane.

      Ich muss meine Reaktionen haben dürfen!

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      Nicht als Hörbuch, aber anscheinend kostenlos im Internet: rifters.com/real/Blindsight.htm (Seite des Autors).

      Nein, mit meinem Beruf (Mathematiker) hat das direkt nichts zu tun. Höchstens indirekt dadurch, dass ich jeden Tag etwa eine Stunde Pendelstrecke mit dem Bus habe, und dort eigentlich immer lese. Ansonsten ist glaube ich der Hauptfaktor, dass ich gerade bei nichtfiktionalen Büchern ganz gut darin bin, auch kleine Zeiträume im Alltag zum Lesen zu nutzen (für Romane wären die Zeiträume zu kurz): Etwa beim Anstehen in der Mensa, beim Zähneputzen, beim Warten auf den Bus o.ä. Ich glaube, solche Zeiten läppern sich auch irgendwann. Ansonsten nehme ich mir natürlich auch in meiner Freizeit Zeit zum lesen, aber ich glaube gar nicht so viel mehr als andere.
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