Peter Singers Tierrechtsthesen

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      Peter Singers Tierrechtsthesen

      Hallo zusammen,

      mich interessiert dieses Thema seit einiger Zeit und ich würde gerne wissen, was ihr davon haltet. Ich fange jetzt mit der Erläuterung am Anfang an:

      Peter Singer ist Präferenzutilitarist, das heißt, er bewertet die ehtische "Güte" einer Handlung danach, inwiefern sie den Interessen der Betroffenen entspricht oder eben nicht.

      Dabei zählt jedes Lebewesen genau gleich viel, also sind z. B. Schimpansen den Menschen gleichgestellt, denn wenn man es an Intelligenz aufhängen würde, müsste man auch Menschen mit einem höheren IQ bevorzugen, und die rein willkürliche Bevorzugung aufgrund der Rasse, der sogenannte Speziesismus, ist mit der Bevorzugungen aufgrund von Rasse, Volk, oder Geschlecht gleich, also mit Rassismus, Faschismus und Sexismus.

      Allerdings sind die Interessen unterschiedlich: Pflanzen können keinen Schmerz empfinden und haben auch sonst kein Bewusstsein, also haben sie keine Interessen.
      Ein Interesse am Leben haben nur die Tiere, die ihrer Zukunft bewusst sind und Pläne für dieselbe schmieden. Diese Pläne auszulöschen ist also schlecht, wenn kein Ausgleich, wie die Rettung eines anderen Lebens eines ähnlichen Wesens, geboten wird.

      Also sind die meisten Arten von Tierversuchen abzulehnen, ebenso wie Massentierhaltung, Jagd usw., in denen großes tierisches Leid einem geringem menschlichem Interesse gegenübergestellt wird.

      Ich finde den Gedankengang gut und richtig. Was denkt ihr?
      Im übrigen meine ich, die deutsche Neuübersetzung sollte vernichtet werden.
      Dann sind Kröten und Lemminge nach Singer aber nicht viel wert. Ich bin aber trotzdem gegen zermanschen. :D
      Will sagen, dass ich keine Ahnung hab, wie man eine Grenze zwischen Instinkt und Interesse und Trieb ziehen will.
      I have been despised by better men than you.
      Singer führt die Fähigkeit zur Selbsterkennung als Kriterium für Zukunftsbewusstsein an, weil jemand, der sich selbst reflektiert sieht, auch das Leben reflektiert sieht. Da bin ich mir nicht 100%ig sicher, ob das so ist, aber es gibt bestimmt Versuche, die das Zukunftsbewusstsein besser belegen können. Siehe zum Beispiel hier oder hier.
      Im übrigen meine ich, die deutsche Neuübersetzung sollte vernichtet werden.
      Ist es somit gut Versuche mit sagen wir mal 2 Menschen zu machen, um 5 zu retten, auch wenn diese zwei eigentlich gesund sind und Leben wollen. Dann hätten wir Zustände wie im 3. Reich. Würde ja heißen, man kann eine gewisse Zahl Leben mit einer gewissen Zahl anderer Leben aufwiegen. Find ich nicht gut! Das menschliche Ersatzteillager ruft!

      Gruß Eric
      :bier: :bier: :bier:
      Er nimmt die Axt
      er haut den Ork
      er trinkt 10 Bier
      dann ist er fort!

      :bier: :bier: :bier:
      Das wären dann aber ziemlich wenig Tiere, die in sein Raster fallen.
      Hm, tut mir leid, ich kann mit der Theorie nicht so viel anfangen. Ich finde Tiere die zu doof für Zukunftspläne sind wie Kanickel genauso schützenswert wie Bonobos oder Krabben.
      Meinem persönlichen moralischen Empfinden nach ist das Schlachten von Tieren als Nahrung oder zur Lederverarbeitung prinzipiell nicht moralisch verwerflich, sehr wohl kann das aber die Art der Haltung/des Transports sein, sofern sie unnötiges Leiden verursacht.
      Ein lebend gehäutetes Wiesel hat vielleicht keine Zukunftspläne, aber sehr wohl Schmerzen. Das reicht imo im negativen Sinne aus.
      I have been despised by better men than you.

      Eric wrote:

      Ist es somit gut Versuche mit sagen wir mal 2 Menschen zu machen, um 5 zu retten, auch wenn diese zwei eigentlich gesund sind und Leben wollen. Dann hätten wir Zustände wie im 3. Reich. Würde ja heißen, man kann eine gewisse Zahl Leben mit einer gewissen Zahl anderer Leben aufwiegen. Find ich nicht gut! Das menschliche Ersatzteillager ruft!

      Also ist es dir lieber, wenn die Zukunft von 5 Menschen zerstört wird, als die von zweien?
      Wobei ich nicht bestreite, dass es in so einem Fall schwer wäre, eine Auswahl zu treffen, wer stirbt und wer lebt. Ich würde es möglicherweise danach bewerten, welchen Nutzen sie vermutlich zukünftig für die Gesellschaft haben würden.

      Maegwin wrote:

      Das wären dann aber ziemlich wenig Tiere, die in sein Raster fallen.
      Hm, tut mir leid, ich kann mit der Theorie nicht so viel anfangen. Ich finde Tiere die zu doof für Zukunftspläne sind wie Kanickel genauso schützenswert wie Bonobos oder Krabben.

      Ich nicht, man beachte, dass man nicht ihren Interessen widerspricht. Es sei denn, du spricht von der Erhaltung der Art an sich anstatt vom einzelnen Exemplar.
      Sowenige sind es überigens nicht, ich würde die meisten Säugetiere in diese Kategorie zählen, einige Vögel sind es ja anscheinend auch, auch einige Reptilien könnten dazugehören.
      Meinem persönlichen moralischen Empfinden nach ist das Schlachten von Tieren als Nahrung oder zur Lederverarbeitung prinzipiell nicht moralisch verwerflich, sehr wohl kann das aber die Art der Haltung/des Transports sein, sofern sie unnötiges Leiden verursacht.

      Also ist es in Ordnung, wenn die Zukunftspläne eines Wesens zerstört werden, damit du mehr verschiedene Sachen auf dem Tisch hast oder auch mal Pelz tragen kannst? Oder andersherum: Wäre es in Ordnung, einen Menschen zu töten und zu essen? Vom universalen Standpunkt aus macht es keinen Unterschied.
      Ein lebend gehäutetes Wiesel hat vielleicht keine Zukunftspläne, aber sehr wohl Schmerzen. Das reicht imo im negativen Sinne aus.
      Da stimme ich dir ganz zu, es ist falsch, jemanden schmerzhaft zu töten. Aber wenn man es von hinten niederschießt, dass es sofort tot ist, und keine Gelegenheit zu Angst oder Schmerz hat, sieht es anders aus, solange das Wiesel keine Zukunftspläne hat.
      Im übrigen meine ich, die deutsche Neuübersetzung sollte vernichtet werden.
      Ich nicht, man beachte, dass man nicht ihren Interessen widerspricht. Es sei denn, du spricht von der Erhaltung der Art an sich anstatt vom einzelnen Exemplar.


      Es widerspricht nicht dem Interesse von etwas keine Schmerzen zu empfinden oder zu sterben ? Ich halte die Theorie für so sinnvoll wie Regenschirme aus Zeitungspapier.


      Also ist es in Ordnung, wenn die Zukunftspläne eines Wesens zerstört werden, damit du mehr verschiedene Sachen auf dem Tisch hast oder auch mal Pelz tragen kannst?


      Meine Zukunftspläne werden manchmal zerstört wenn der Bus zu spät kommt. Ist mir lieber als ein gebrochener Arm.

      Tut mir leid, entweder die Theorie an sich oder deine Auslegung davon ist Krampf. Ich klink mich aus.
      I have been despised by better men than you.

      Maegwin wrote:

      Ich nicht, man beachte, dass man nicht ihren Interessen widerspricht. Es sei denn, du spricht von der Erhaltung der Art an sich anstatt vom einzelnen Exemplar.


      Es widerspricht nicht dem Interesse von etwas keine Schmerzen zu empfinden oder zu sterben ?
      Von Schmerzen habe ich überhaupt nicht geredet, und wenn du nur "in den Tag hinein" lebst, ohne an die Zukunft zu denken, dann kann es dir egal sein, ob du stirbst.


      Also ist es in Ordnung, wenn die Zukunftspläne eines Wesens zerstört werden, damit du mehr verschiedene Sachen auf dem Tisch hast oder auch mal Pelz tragen kannst?


      Meine Zukunftspläne werden manchmal zerstört wenn der Bus zu spät kommt. Ist mir lieber als ein gebrochener Arm.

      Das meine ich überhaupt nicht. Ich meine den Tod eines Wesens, dass bewusst weiterleben will. Soll ich deine Aussage jetzt so interpretieren, dass du lieber stirbst, als dir den Arm zu brechen?
      Im übrigen meine ich, die deutsche Neuübersetzung sollte vernichtet werden.
      Ich habe mich im Rahmen meines Studiums stark mit Peter Singer befasst. Ich glaube, seine Intention liegt darin, zum einen den Status der meisten Teiere zu heben und nichtden der Menschen zu senken. Zum anderen hält er der modernen Gesellschaft einen Spiegel vor die Nase und zeigt ihr ihre völlige inkonsequenz in ihrem Handeln auf: Haustiere werden gepflegt und gehätschelt, Tiere zum Fleischverzehr jedoch wie Stückware behandelt. Die Grenze, die da gezogen wird, ist durch nichts zu rechtfertigen. Er will zu einer vernünftigen Grundlage für ethisches Handeln kommen, und im Großteil gelingt ihm das m.E. auch, vor allem, was Sterbehilfe und Tierrecht angeht.
      Ich stimme zu, dass Singer in mancherlei Hinsicht zu abstruse Gedankenspielöe betreibt (gerade, was Einzelfälle angeht), aber den Wirbel, den er mit seinen Aussagen immer wieder verursacht, zeigt m.E., dass er oftmals genau ins Schwarze trifft.
      Die Neurochirurgie ist kein Tummelplatz für Schisser!
      Ok ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.
      Von Schmerzen habe ich überhaupt nicht geredet, und wenn du nur "in den Tag hinein" lebst, ohne an die Zukunft zu denken, dann kann es dir egal sein, ob du stirbst.
      Das ist wohl ein schlechter Scherz, bloß weil jemand keine Lebensplanung hat, kann er getötet werden. Das heißt ja du planst sein Lebensende! Und der jenige will keinen Plan weder von sich noch von anderen.

      Also ist es dir lieber, wenn die Zukunft von 5 Menschen zerstört wird, als die von zweien?
      Wobei ich nicht bestreite, dass es in so einem Fall schwer wäre, eine Auswahl zu treffen, wer stirbt und wer lebt. Ich würde es möglicherweise danach bewerten, welchen Nutzen sie vermutlich zukünftig für die Gesellschaft haben würden.
      Du verstehst glaub ich nicht was ich meine. Ich denke nicht, dass das Leben von Menschen aufgerechnet werden sollte. Du kannst nicht (ok vllt kannst du ja, aber meiner Meinung nach solltest du nicht) das Leben von unschuldigen Personen zerstören um das Leben anderer unschuldiger Personen zu retten. Bei Tyrannenmord sieht die Geschichte wieder ganz anders aus.

      Also ist es in Ordnung, wenn die Zukunftspläne eines Wesens zerstört werden, damit du mehr verschiedene Sachen auf dem Tisch hast oder auch mal Pelz tragen kannst? Oder andersherum: Wäre es in Ordnung, einen Menschen zu töten und zu essen? Vom universalen Standpunkt aus macht es keinen Unterschied.
      Nein ist es prinziiell nicht, aber so ist es halt, ob man es gut findet oder nicht. In manchen Religionen wird man durch negatives Chi, Karma etc. bestraft. Und ob du einen Menschen tötest oder ein Tier kann man von Siengers Sicht bestimmt als gleich betrachten, wenn beide Zukunftspläne haben (find ich persönlich doof es an diese Zukunftspläne aufzuhängen) aber die Frage ist meiner Meinung wie lange du die Personen im unmittelbaren Umfeld verletzt, und die Länge der Trauer der Personen, und ich würde behaupten, diese ist bei Menschen länger.

      Jetzt stellt sich mir die Frage, ob ich wirklich gut drauf geantwortet habe? Aber das ist mir dazu eingefallen.

      Gruß Eric
      :bier: :bier: :bier:
      Er nimmt die Axt
      er haut den Ork
      er trinkt 10 Bier
      dann ist er fort!

      :bier: :bier: :bier:
      @ Eric: Also, Singers Argumentation beruht eher auf einem Pathozentrismus, will heißen, er lehnt das Verletzen und Töten jeder Art von Lebewesen ab, die Leid und Schmerzen empfinden können. Die Zukunftsperspektive ist nur eine seiner Argumentationen. Und nur weil etwas so ist und die Menschen in aller Welt etwas auf eine bestimmte Art tun, heißt das doch wohl nicht, dass dies auch ethisch gerechtfertigt ist und so bleiben könnte. Und genausoweinig, wie Singer will, dass "unschuldige" Menschen (wer sind denn schuldige Menschen??) getötet werden, genausowenig will er, dass unschuldige Tiere getötet werden, schon gar nicht, wenn es um so einen "billigen" Zweck wie Fleischverzehr, oder Pelzmäntel geht.
      Die Neurochirurgie ist kein Tummelplatz für Schisser!

      Eric wrote:

      Ok ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.
      Von Schmerzen habe ich überhaupt nicht geredet, und wenn du nur "in den Tag hinein" lebst, ohne an die Zukunft zu denken, dann kann es dir egal sein, ob du stirbst.

      Das ist wohl ein schlechter Scherz, bloß weil jemand keine Lebensplanung hat, kann er getötet werden. Das heißt ja du planst sein Lebensende! Und der jenige will keinen Plan weder von sich noch von anderen.
      Nein, das heißt es nicht. Ich sage nur, dass es in Ordnung wäre.

      Ich denke nicht, dass das Leben von Menschen aufgerechnet werden sollte. Du kannst nicht (ok vllt kannst du ja, aber meiner Meinung nach solltest du nicht) das Leben von unschuldigen Personen zerstören um das Leben anderer unschuldiger Personen zu retten. Bei Tyrannenmord sieht die Geschichte wieder ganz anders aus.

      Aber wenn ich mich dagegen entscheide, den Menschen X für Y, Z, A, B und C zu opfern, zerstöre ich effektiv auch das Leben von Y, Z, A, B und C, um X zu retten. Ich hatte die Möglichkeit, sie zu retten, und habe sie nicht genutzt, also habe ich ihr Leben letztendlich zerstört.
      Also ist es in Ordnung, wenn die Zukunftspläne eines Wesens zerstört werden, damit du mehr verschiedene Sachen auf dem Tisch hast oder auch mal Pelz tragen kannst? Oder andersherum: Wäre es in Ordnung, einen Menschen zu töten und zu essen? Vom universalen Standpunkt aus macht es keinen Unterschied.
      Nein ist es prinziiell nicht, aber so ist es halt, ob man es gut findet oder nicht. Und ob du einen Menschen tötest oder ein Tier kann man von Siengers Sicht bestimmt als gleich betrachten, wenn beide Zukunftspläne haben (find ich persönlich doof es an diese Zukunftspläne aufzuhängen) aber die Frage ist meiner Meinung wie lange du die Personen im unmittelbaren Umfeld verletzt, und die Länge der Trauer der Personen, und ich würde behaupten, diese ist bei Menschen länger.
      Und wenn dieser Mensch ein Einsiedler ist, um den niemand trauern würde? Außerdem ist ja, ganz von dem Leid der Tiere in industrieller Haltung abgesehen, die negative Interessenbilanz ja so oder so hergestellt (interessante Formulierung :stick: ), also spielt es keine Rolle sondern beides ist schlecht. Und "das es so ist, ob man es gut findet oder nicht", ist ja wohl Quatsch. Erzähl mir nicht, du könntest nicht vegetarisch leben und Kleidung aus Kunstfaser oder Baumwolle und Schuhe aus Kunstleder tragen.
      Im übrigen meine ich, die deutsche Neuübersetzung sollte vernichtet werden.
      er lehnt das Verletzen und Töten jeder Art von Lebewesen ab, die Leid und Schmerzen empfinden können.


      Ah, na also. DAS ist ein nachvollziehbarer Ansatz. Ich fand es etwas seltsam, dass er es rein an der Fähigkeit festmachen soll Pläne zu schmieden. Ich nehme an, es ist so gemeint, dass er mit dieser "Plangeschichte" abgrenzen will, ob ein Wesen eine Eigenidentität hat oder nicht.
      Das hätte ich so nämlich nicht abgegrenzt, wenn dann gilt für z.B. Hamster das Gleiche wie für Schimpansen.

      wie Singer will, dass "unschuldige" Menschen (wer sind denn schuldige Menschen??) getötet werden, genausowenig will er, dass unschuldige Tiere getötet werden, schon gar nicht, wenn es um so einen "billigen" Zweck wie Fleischverzehr, oder Pelzmäntel geht.


      Tiere gibt es imo genauso wenig in unschuldig wie in schuldig, aber das ist Haarspalterei. :)
      Prinzipiell kann man die These aber dann nur auf die aktuelle, moderne Zeit beziehen in der Menschen in der Lage sind ohne Fleisch und Fell auszukommen. Ansonsten dienten Fleischverzehr ja keinem billigen, sondern dem höchsten Zweck. Dann muss man das Ganze auch noch auf bestimmte geographische und wirtschaftliche Zonen beziehen und sich jeweils im Einzelfall damit auseinandersetzen (ob, mal um ein Einzelbeispiel zu nennen, für die Inuit die Robbenjagd moralisch nicht völlig legitim ist nachdem sie aus diversen Gründen der Erfüllung von Grundbedürfnissen dient).
      Anschließend sollte man in Erwägung ziehen, ob ein natürlicher Pflanzenfresser (gäbe es denn intelligente) moralisch von Haus aus wertiger handelt als ein natürlicher Fleisch- oder Allesfresser.

      Und wenn man schon dabei ist, halte ich es für willkürlich Pflanzen oder Insekten zu diskriminieren, nur weil sie kein menschenähnliches Nervensystem haben. Wir haben keine Kenntnisse dazu, ob beispielsweise Insekten ein Schmerzempfinden haben. Gut möglich, dass es über alles hinausgeht (subjektiv aus Bienenperspektive) was einem Menschen zustoßen kann.
      Und weil jedem klar ist, dass man nicht die ganze Welt bis zum Grippevirus retten kann, versucht man eben irgendwo Grenzen reinzutheoretisieren.

      Kurz: Die Theorie halte ich für genauso sinnvoll wie alle anderen zu dem Thema auch.
      I have been despised by better men than you.

      Maegwin wrote:

      er lehnt das Verletzen und Töten jeder Art von Lebewesen ab, die Leid und Schmerzen empfinden können.


      Ah, na also. DAS ist ein nachvollziehbarer Ansatz. Ich fand es etwas seltsam, dass er es rein an der Fähigkeit festmachen soll Pläne zu schmieden. Ich nehme an, es ist so gemeint, dass er mit dieser "Plangeschichte" abgrenzen will, ob ein Wesen eine Eigenidentität hat oder nicht.
      Das hätte ich so nämlich nicht abgegrenzt, wenn dann gilt für z.B. Hamster das Gleiche wie für Schimpansen.

      Ehrlich gesagt frage ich mich auch, wo genau tatsächlich die Grenze liegt. Ob nun ein Hamster Interesse am Leben hat, kann ich nicht sagen. Das ist eine Schwierigkeit in der Ausführung.
      Prinzipiell kann man die These aber dann nur auf die aktuelle, moderne Zeit beziehen in der Menschen in der Lage sind ohne Fleisch und Fell auszukommen. Ansonsten dienten Fleischverzehr ja keinem billigen, sondern dem höchsten Zweck. Dann muss man das Ganze auch noch auf bestimmte geographische und wirtschaftliche Zonen beziehen und sich jeweils im Einzelfall damit auseinandersetzen (ob, mal um ein Einzelbeispiel zu nennen, für die Inuit die Robbenjagd moralisch nicht völlig legitim ist nachdem sie aus diversen Gründen der Erfüllung von Grundbedürfnissen dient).
      Anschließend sollte man in Erwägung ziehen, ob ein natürlicher Pflanzenfresser (gäbe es denn intelligente) moralisch von Haus aus wertiger handelt als ein natürlicher Fleisch- oder Allesfresser.

      Klar, wenn man das Fleisch zum Überleben braucht, ist es was anderes. Aber die Quälung und Tötung von Tieren, um einen anderen Geschmack auf dem Teller zu haben, ist auf jeden Fall schlecht, wie es grundsätzlich moralisch schlechter ist, eine negative Interessensumme zu haben. Also sind die Handlungen von Planzenfressern besser, weil sie einfach positive Interessenbilanzen bedeuten.

      Und wenn man schon dabei ist, halte ich es für willkürlich Pflanzen oder Insekten zu diskriminieren, nur weil sie kein menschenähnliches Nervensystem haben. Wir haben keine Kenntnisse dazu, ob beispielsweise Insekten ein Schmerzempfinden haben. Gut möglich, dass es über alles hinausgeht (subjektiv aus Bienenperspektive) was einem Menschen zustoßen kann.
      Sie würden nicht diskriminiert. Ihre Interessen würden genauso berücksichtigt wie die von allen anderen auch. Nur haben eben Pflanzen keine Interessen. Und was Insekten angeht, habe ich keine Ahnung. Ich habe auch nie Insekten erwähnt. Wenn sie auch Leiden können, muss es berücksichtigt werden. Nächste Schwierigkeit in der Ausführung.

      Moral kann vermutlich nicht hundertprozentig verwirklicht werden, sondern nur näherungsweise.
      Im übrigen meine ich, die deutsche Neuübersetzung sollte vernichtet werden.

      Zitat von »Eric«

      Ok ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.

      Zitat

      Von Schmerzen habe ich überhaupt nicht geredet, und wenn du nur "in den Tag hinein" lebst, ohne an die Zukunft zu denken, dann kann es dir egal sein, ob du stirbst.
      Das ist wohl ein schlechter Scherz, bloß weil jemand keine Lebensplanung hat, kann er getötet werden. Das heißt ja du planst sein Lebensende! Und der jenige will keinen Plan weder von sich noch von anderen.
      Nein, das heißt es nicht. Ich sage nur, dass es in Ordnung wäre.


      Zitat

      Ich denke nicht, dass das Leben von Menschen aufgerechnet werden sollte. Du kannst nicht (ok vllt kannst du ja, aber meiner Meinung nach solltest du nicht) das Leben von unschuldigen Personen zerstören um das Leben anderer unschuldiger Personen zu retten. Bei Tyrannenmord sieht die Geschichte wieder ganz anders aus.
      Aber wenn ich mich dagegen entscheide, den Menschen X für Y, Z, A, B und C zu opfern, zerstöre ich effektiv auch das Leben von Y, Z, A, B und C, um X zu retten. Ich hatte die Möglichkeit, sie zu retten, und habe sie nicht genutzt, also habe ich ihr Leben letztendlich zerstört.

      Zitat


      Zitat

      Also ist es in Ordnung, wenn die Zukunftspläne eines Wesens zerstört werden, damit du mehr verschiedene Sachen auf dem Tisch hast oder auch mal Pelz tragen kannst? Oder andersherum: Wäre es in Ordnung, einen Menschen zu töten und zu essen? Vom universalen Standpunkt aus macht es keinen Unterschied.
      Nein ist es prinziiell nicht, aber so ist es halt, ob man es gut findet oder nicht. Und ob du einen Menschen tötest oder ein Tier kann man von Siengers Sicht bestimmt als gleich betrachten, wenn beide Zukunftspläne haben (find ich persönlich doof es an diese Zukunftspläne aufzuhängen) aber die Frage ist meiner Meinung wie lange du die Personen im unmittelbaren Umfeld verletzt, und die Länge der Trauer der Personen, und ich würde behaupten, diese ist bei Menschen länger.
      Und wenn dieser Mensch ein Einsiedler ist, um den niemand trauern würde? Außerdem ist ja, ganz von dem Leid der Tiere in industrieller Haltung abgesehen, die negative Interessenbilanz ja so oder so hergestellt (interessante Formulierung :stick: ), also spielt es keine Rolle sondern beides ist schlecht. Und "das es so ist, ob man es gut findet oder nicht", ist ja wohl Quatsch. Erzähl mir nicht, du könntest nicht vegetarisch leben und Kleidung aus Kunstfaser oder Baumwolle und Schuhe aus Kunstleder tragen.
      Zu 1.
      Ich finde es nicht in Ordnung. Aber darin kann man natürlich generell unterschiedlicher Ansichten sein.

      Zu 2.
      Da wären wir bei der alten Frage ob die Unterlassung einer Handlung der Handlung gleichzusetzen ist. Objektiv gesehen hast du recht, moralisch gesehen meiner Meinung nach nicht. Nehmen wir mal Versuche am lebenden Menschen an. Du testest tödliche Medikamente oder ähnliches an einem Menschen gegen seinen Willen und dadurch kannst du mehrere Menschen retten, finde ich dieses Vorgehen trotzdem absolut verwerflich.

      Zu 3.
      Bei einem Einsiedler hättest du recht, auch wenn ich es ungern zugebe. Eine Frage die mir dabei aufkommt, ob man ruhigen Gewissens Wesen seiner eigenen Rasse töten kann/darf.

      Also ist es in Ordnung, wenn die Zukunftspläne eines Wesens zerstört werden, damit du mehr verschiedene Sachen auf dem Tisch hast oder auch mal Pelz tragen kannst? Oder andersherum: Wäre es in Ordnung, einen Menschen zu töten und zu essen? Vom universalen Standpunkt aus macht es keinen Unterschied.
      Nein ist es prinziiell nicht, aber so ist es halt, ob man es gut findet oder nicht.
      Damit wollte ich nicht ausdrücken, dass es gut ist sondern nur dass man nicht viel dran ändern kann als einzelner. Es wird generell eine gewisse Auswahl geben, und selbst wenn nicht sterben immer noch Tiere und es ist unabhängig von der AUswahl.
      Und ich finde es unmoralisch von meiner eigenen Rasse zu essen. Aber das ist wiederun ein ganz anderes Thema.

      Gruß Eric
      :bier: :bier: :bier:
      Er nimmt die Axt
      er haut den Ork
      er trinkt 10 Bier
      dann ist er fort!

      :bier: :bier: :bier:
      Von Schmerzen habe ich überhaupt nicht geredet, und wenn du nur "in den Tag hinein" lebst, ohne an die Zukunft zu denken, dann kann es dir egal sein, ob du stirbst.
      Hui, jetzt wird es spannend.
      Wenn man das so wörtlich nimmt, wäre ich momentan "zum Abschuss frei gegeben".

      Aber mit Verlaub, die Diskussion finde ich schon reichlich merkwürdig. Nicht das ich in irgendeiner Form für Tierquälerei bin, aber die Grenze ist da, wo man mit durch kommt. Die Meinung der Gesellschaft durch provokante Thesen zu beeinflussen ist dabei natürlich völlig legitim, ruft bei mir aber meistenes eher ein Schmunzeln hervor.
      Der Menschheit kann nicht wirklich damit gedient sein, dass irgendwann alle Vegetarier werden, auch wenn das von einigen ethischen Gesichtspunkten aus wünschenswert wäre. Die Fähigkeit solche ethischen Gedanken fassen zu können haben wir schließlich dem Fleischkonsum unserer Vorfahren zu verdanken. Zumindest wurde mir von Medizinern, denen ich vertraue versichert, dass die Entwicklung des Gehirns maßgeblich auf den Konsum von Fleisch zurück zu führen ist.

      Wenn ihr die ernährungswissenschaftlichen, sozialen und sonstigen Probleme dieser Welt lösen wollt, wäre der logische Schritt die Menschheit auszurotten beziehungsweise stark zu dezimieren, da dies durch natürliche Einflüsse nicht mehr geschieht (nicht mal mehr durch Kriege oder Seuchen). Sprich jeder egal welcher Herkunft kriegt eine Pille und ein gewisser Prozentsatz davon ist tödlich. So ist diskriminierung etc. ausgeschlossen.
      Aber jetzt mal ehrlich, macht das Sinn? Ich meine ich hab seit Jahren in meiner Signatur einen doch recht provokanten Satz, der im übrigen bisher noch von niemandem kommentiert wurde AFAIK. Nichtsdestotrotz würde ich mich gegen ein solches Vorgehen wehren.

      Ich bin, wie die meisten Menschen nun mal in erster Linie Egoist. Zumindest was meinen Selbsterhaltungstrie und ein bestimmtes Level an Annehmlichkeiten angeht. Und für mich gehört da auch ab und zu ein Stück Fleisch dazu. Wenn es dazu kommt, dass Massentierhaltung verboten wird, was aus ethischen Gesichtspunkten durchaus vertretbar ist, würde ich mir doch mal überlegen, nach alter manier mit einer Flinte oder einem Bogen in den Wald zu gehen und zu schauen ob mir net was entgegen kommt. Ob damit der Welt tatsächlich geholfen ist (vor allem weil ich sicherlich nicht der Einzige wäre) sei mal dahin gestellt.

      Ich hab nichts dagegen, wenn jemand Vegatarier, Veganer oder von mir aus auch Frutarier ist. Jeder soll das Essen womit er sich wohl fühlt. Aber ich fühle mich ganz ohne Fleisch nicht wohl. Tut mir leid, ist aber so, und wenn mir da jemand reinquatscht ist das OK. Bitte, überzeugt mich vom Gegenteil. Aber wenn mir jemadn versucht etwas aufzuzwingen werd ich fuchsig.

      Der folgende Absatz (und nur der folgendende) ist nicht 100%ig ernst zu nehmen:
      Im Übrigen bin ich vor allem gegen postmortale Grausamkeit gegenüber Tieren. Fleisch mit Wasser und Stärke aufzuspritzen (oder auch vorher so zu füttern, dass lediglich Masse produziert wird) ist eklig. Genauso eklig ist es ein schönes Stück Rind zo lange zu garen bis es durch und durch grau ist.

      Pervers in meinen Augen ist es im übrigen auch (wurde auch weiter oben schon angemerkt), dass hierzulande Unsummen für Haustiere (vor allem Hunde und Katzen, aber auch Pferde und Kaninchen, Hamster, etc.) ausgegeben werden, während sogar bei uns Kinder hungern.
      Übrigens wird das Fleisch für Tiernahrung strenger kontrolliert, als das für Nahrung die für Menshcen gedacht wird. Liegt zwar im wesentlichen daran, dass es weniger Fabriken dafür gibt und somit die Kontrollen einfacher sind, aber trotzdem *kopfschüttel*.

      Ich kaufe auch kaum noch Fleisch im Supermarkt (außer Gehacktes, aber dass sind eh Reststücke).

      Naja, ich hab jetzt mal in angesäuseltem Zustand meinen Senf dazu abgegeben (vielleicht nicht die Beste Idee, aber wann war ich schon mal für gute Ideen bekannt? :P). Zerreißts in der Luft.

      Zuletzt noch ein blöder Spruch von meinem Vater (den ich gar nicht so blöde fand) als vor uns ein Auto mit dem Aufkleber: "Ich bremse für Tiere" fuhr:
      "Und was ist mit Kindern?"
      Der obige Post ist völlig sinnfrei und nur auf eigene Gefahr zu lesen.

      Ceterum censeo genum humanum esse delendam
      Ich kenne Singers Theorien nicht, habe keine Ahnung, wie er seine Theorie begründet und wie sie sinnvoll ausgelegt werden kann. Kornmuhme hat da ja einen klitzekleinen Einblick gegeben, aber weil ich keine Ahnung habe, was er eigentlich sagt, werde ich mich auch nicht auf ihn beziehen. Das heißt, mein Kommentar antwortet auf eure Diskussionsbeiträge:

      Was soll ich sagen? Ich finde die Diskussion, ob und wieviele Menschen für das Wohl anderer Menschen getötet werden dürfen, einfach nur unsäglich!
      Das gilt sowohl für das Einsiedler-Argument als auch das für die Diskussion um die Rettung von Kranken durch das Opfer von Gesunden. Mit diesen Argumenten fährt man gleich wieder zurück in die Zeiten des deutschen Nationalsozialismus in den 1930er Jahren. Sorry, wenn ich das für indiskutabel und darüber hinaus für völlig überaltert und unnötig halte. Das aus zwei Gründen:

      Erstens, haben wir mit der UN-Menschenrechtskonvention seit 1945 eine sehr gute Grundlage, um das Verhalten zwischen Menschen unterschiedlicher Völker zu verhandeln, auch wenn sie moralisch stark eurozentristisch ist, oft verletzt wird und vorne herum nur einem gewissen Kulturkreis Rechnung trägt. Aber gerade die Aufstände in Nordafrika (eine Region, die ich im Prinzip nicht dem europäischen Kulturkreis angehörig sehen würde) zeigen ja, dass sich viele Menschen über die Rechte, die ihnen der Menschenrechtskonvention zur Folge zustehen, deutlich bewusst sind und sie auch für ihr Leben verlangen.
      Bei aller Diskussion über Abgrenzung von Bewusstheit und Nichtbewusstheit, die in diesem Thread ja schon diskutert wurde (und die ich in den hier gebrachten Überlegungen und Argumenten für sehr fragwürdig halte, abgesehen davon, dass alle Menschen bewusst wahrnehmen (die meisten Tier und Pflanzenarten auch), liegt die Reaktion auf eine Handlung oft in der Motivation begründet, handeln zu wollen. Um bei dem Beispiel Agypten zu bleiben: Nur weil Mubarak nicht weichen will (und er in dieser Angelegenheit passiv bleibt) haben Tausende von Menschen auf den Straßen nicht das Recht, ihn umzubringen! Selbst wenn er ein Tyrann ist und sein Mord damit nach einigen Argumentatsionen hier gerechtfertigt wäre...
      Und damit komme ich auf den Punkt zurück, warum ich die Diskussion über Wert und Nichtwert von Handlungen, Entscheidungen und davon abgeleitet dann Leben als Lebenswert oder nicht zu bestimmen, so unsinnig finde: Wir haben längst eine Vereinbarung darüber, wie solche Konflikte gemeinsam gelöst werden sollten, was die Diskussion über diesen Punkt daher völlig unnötig macht. Die UN-Menschenrechtskonvention ist von 191 Staaten Weltweit unterschrieben worden. Wir können gerne darüber diskutieren, wie schwach oder stark diese Werte letztendlich auf rechtlicher Ebene in den einzelnen Staaten umgesetzt werden, aber nicht so tun, als gäbe es sie nicht und als müssten wir die Kriterien der Wertigkeit von Leben bestimmen!

      Zweitens: Man kann die Menschenrechtskonvention auf eine ziemlich simple Aussage herunterbrechen: 'Was du nicht willst, das man dir tut, das füg' auch keinem andern zu'! Oder schlicht: Toleranz, das Verbot, die Grenzen eines Anderen zu verletzten. Und das beinhaltet sowohl die physische als auch die psychische Grenze , deren Verletzung dem Toleranzprinzip zu Folge von jedem Menschen selbst gesetzt werden muss.
      Das kann man getrost auch auf die Tierwelt übertragen, wie es ja vielfach getan (siehe 'Haustiere-Argument') und immer wieder in seinen krassesten Auswüchsen -jeweils in beide Richtungen- kritisiert wird. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich eine Freundin von gutem Essen bin, Fleisch mag aber absolut gegen die unwürdige Art bin, wie in der Massentierhaltung Hühner, Schweine, Rinder, Puten etc. pp. gehalten und geschlachtet werden. Wenn ein noch lebendes Tier auseinander gesägt wird, ist das einfach nur grausam und ich will nicht, dass soetwas passiert.

      Und damit bin ich auch schon am Schluss: Natürlich kann man Theorien entwickeln, in denen man versucht, einen Handlungsleitfaden zu entwickeln. Die Kategorisierung von Leben jedoch finde ich völlig gruselig! Daraus ein Handlungsmuster a la 'wenige für viele zu opfern' abzuleiten ist noch ungeheuerlicher, weil es an den aktuell bestehenden Normen der Gesellschaften vieler Regionen dieser Erde einfach vorbei geht!
      Wir haben in Deutschland längst einen gesellschaftlichen und rechtlichen Konsens, was die Massentierhaltung von 'Nutz- und Heimtieren' angeht. Diskutieren sollten wir also nicht darüber, wie Kategorisierungen von Leben und Lebenswertigkeit definiert wird, sondern darüber, wie man diese schon bestehenden Gesetze, Konsensbestimmungen und Normen besser umsetzt. Und da setz meiner Meinung nach auch die Selbstverantwortung an (sollte einer von euch sich deswegen so stark mit dem Thema beschäftigen).
      Ich kann durch mein Konsumentenverhalten beeinflussen, wie und auf welche Art und Weise in Deutschland (und auch anderswo) Tierfleisch produziert wird, indem ich mich dazu entscheide mein Fleisch -plakativ gesagt- beim Bauern nebenan zu kaufen, von dem ich weiß, wie er mit seinen Tieren umgeht. Ich kann mich auch dazu entscheiden, mich freiwillig zu Medikamententests zu melden. Niemand muss dazu gezwungen werden, sein Leben für irgend wen anderen blos aus medizinischen Gründen zu opfern! Das geht nämlich heute alles freiwillig, unter bestimmten gesetzlich festgelegten Voraussetzungen und muss nicht von irgend einer selbstherrlich regierenden politischen Gruppierung bestimmt werden.

      Joa, und damit bin ich dann auch schon durch und kann mein Fazit ziehen: Ich halte diese Diskussion für überflüssig, weil sie einfach völlig an den bereits bestehenden Normen und gesellschaftlichen Übereinkünften vorbei geht. Wie schon gesagt, wir können gerne darüber diskutieren, wie und ob diese Bestimmungen dann umgesetzt werden. Aber nicht darüber, was für Leben auf diesem Planeten lebenswert ist und welches nicht!

      Zwei Links:
      Text der UN-Menschenrechtskonvention
      Tierschutzgesetz BRD
      "[…] Ich wünschte, all das wäre nie passiert …" "Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden … Du musst nur entscheiden, was du mit der Zeit anfangen willst, die dir gegeben ist." (J.R.R. Tolkien, Frodo und Gandalf)

      Eric wrote:


      Zu 2.
      Da wären wir bei der alten Frage ob die Unterlassung einer Handlung der Handlung gleichzusetzen ist. Objektiv gesehen hast du recht, moralisch gesehen meiner Meinung nach nicht. Nehmen wir mal Versuche am lebenden Menschen an. Du testest tödliche Medikamente oder ähnliches an einem Menschen gegen seinen Willen und dadurch kannst du mehrere Menschen retten, finde ich dieses Vorgehen trotzdem absolut verwerflich.

      Zu 3.
      Bei einem Einsiedler hättest du recht, auch wenn ich es ungern zugebe. Eine Frage die mir dabei aufkommt, ob man ruhigen Gewissens Wesen seiner eigenen Rasse töten kann/darf.

      2.: Das machen wir regelmäßig mit viel geringerem Nutzen mit tausenden von Tieren, obwohl es viel weniger hilft. Da werden Menschen ungerecht bevorzugt. Klar ist es schwer anzunehmen, weil wir uns mit dem Opfer identifizieren, aber man muss auch an die denken ,die gerettet werden.


      Nein ist es prinziiell nicht, aber so ist es halt, ob man es gut findet oder nicht.
      Damit wollte ich nicht ausdrücken, dass es gut ist sondern nur dass man nicht viel dran ändern kann als einzelner. Es wird generell eine gewisse Auswahl geben, und selbst wenn nicht sterben immer noch Tiere und es ist unabhängig von der AUswahl.
      Und ich finde es unmoralisch von meiner eigenen Rasse zu essen. Aber das ist wiederun ein ganz anderes Thema.

      Du kannst vegetarisch essen oder nicht? Du hast einfach natärliche Hemmungen, aber die müssen ja nicht richtig sein

      Rincewind wrote:

      Von Schmerzen habe ich überhaupt nicht geredet, und wenn du nur "in den Tag hinein" lebst, ohne an die Zukunft zu denken, dann kann es dir egal sein, ob du stirbst.
      Hui, jetzt wird es spannend.
      Wenn man das so wörtlich nimmt, wäre ich momentan "zum Abschuss frei gegeben".

      Deswegen habe ich es in Anführungszeichen gesetzt. :S Ich nehme aber doch an, dass du an die Zukunft denkst, und sei es nur "wenn ich jetzt losfahre, bin ich in 10 Minuten in der Disco" :P , und auch weiterleben willst.

      Der Menschheit kann nicht wirklich damit gedient sein, dass irgendwann alle Vegetarier werden, auch wenn das von einigen ethischen Gesichtspunkten aus wünschenswert wäre. Die Fähigkeit solche ethischen Gedanken fassen zu können haben wir schließlich dem Fleischkonsum unserer Vorfahren zu verdanken. Zumindest wurde mir von Medizinern, denen ich vertraue versichert, dass die Entwicklung des Gehirns maßgeblich auf den Konsum von Fleisch zurück zu führen ist.

      Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir uns als Vegetarier wieder zurückentwickeln, und außerdem forschen wir bereits an Möglichkeiten, Fleisch im Labor herzustellen.

      Wenn ihr die ernährungswissenschaftlichen, sozialen und sonstigen Probleme dieser Welt lösen wollt, wäre der logische Schritt die Menschheit auszurotten beziehungsweise stark zu dezimieren, da dies durch natürliche Einflüsse nicht mehr geschieht (nicht mal mehr durch Kriege oder Seuchen). Sprich jeder egal welcher Herkunft kriegt eine Pille und ein gewisser Prozentsatz davon ist tödlich. So ist diskriminierung etc. ausgeschlossen.

      Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob es "gut" wäre, aber wenn, kann ich nicht guten Gewiisens dagegen sein. Ich würde es vermutlich als Egoist, der ich bin, trotzdem tun, aber es wäre falsch.

      Ich bin, wie die meisten Menschen nun mal in erster Linie Egoist. Zumindest was meinen Selbsterhaltungstrie und ein bestimmtes Level an Annehmlichkeiten angeht. Und für mich gehört da auch ab und zu ein Stück Fleisch dazu. Wenn es dazu kommt, dass Massentierhaltung verboten wird, was aus ethischen Gesichtspunkten durchaus vertretbar ist, würde ich mir doch mal überlegen, nach alter manier mit einer Flinte oder einem Bogen in den Wald zu gehen und zu schauen ob mir net was entgegen kommt. Ob damit der Welt tatsächlich geholfen ist (vor allem weil ich sicherlich nicht der Einzige wäre) sei mal dahin gestellt.

      Ich hab nichts dagegen, wenn jemand Vegatarier, Veganer oder von mir aus auch Frutarier ist. Jeder soll das Essen womit er sich wohl fühlt. Aber ich fühle mich ganz ohne Fleisch nicht wohl. Tut mir leid, ist aber so, und wenn mir da jemand reinquatscht ist das OK. Bitte, überzeugt mich vom Gegenteil. Aber wenn mir jemadn versucht etwas aufzuzwingen werd ich fuchsig.
      Ich will es dir nicht aufzwingen, abber ich werde versuchen, dich zu überzeugen. Ich will einfach nicht, dass den Tieren Leid zugefügt wird.

      Pervers in meinen Augen ist es im übrigen auch (wurde auch weiter oben schon angemerkt), dass hierzulande Unsummen für Haustiere (vor allem Hunde und Katzen, aber auch Pferde und Kaninchen, Hamster, etc.) ausgegeben werden, während sogar bei uns Kinder hungern.

      Auch nicht perverser als dass Leute 10 Autos haben, während woanders die Kinder hungern.
      Übrigens wird das Fleisch für Tiernahrung strenger kontrolliert, als das für Nahrung die für Menshcen gedacht wird. Liegt zwar im wesentlichen daran, dass es weniger Fabriken dafür gibt und somit die Kontrollen einfacher sind, aber trotzdem *kopfschüttel*.

      Also Haustiere, die nur dadurch, dass ein Mensch sie liebt, gut behandelt werden. Die Menschen selber versuchen ja auch, ihr Essen kontrollieren zu lassen. Im Gegensatz dazu die Mastpampe, die den Tieren in Massenhaltung vorgesetzt wird.

      Der Post war zu lang, deshalb teile ich ihn:
      Im übrigen meine ich, die deutsche Neuübersetzung sollte vernichtet werden.

      kait wrote:

      Ich kenne Singers Theorien nicht, habe keine Ahnung, wie er seine Theorie begründet und wie sie sinnvoll ausgelegt werden kann. Kornmuhme hat da ja einen klitzekleinen Einblick gegeben, aber weil ich keine Ahnung habe, was er eigentlich sagt, werde ich mich auch nicht auf ihn beziehen.

      Habe ich im Eingangspost nicht klar genug zusammengefasst? Ich kann es auch noch mal auführen, wenn du spezielle Fragen hast.

      Das gilt sowohl für das Einsiedler-Argument als auch das für die Diskussion um die Rettung von Kranken durch das Opfer von Gesunden. Mit diesen Argumenten fährt man gleich wieder zurück in die Zeiten des deutschen Nationalsozialismus in den 1930er Jahren.
      Die Nationalsozialisten haben mit ihrem Faschismus falsch gehandelt. Die Grundlage Singers, alle Lebewesen gleich zuberücksichtigen, ist der totale Gegensatz, und die mMn modernste Einstellung, die es gibt.

      Und damit komme ich auf den Punkt zurück, warum ich die Diskussion über Wert und Nichtwert von Handlungen, Entscheidungen und davon abgeleitet dann Leben als Lebenswert oder nicht zu bestimmen, so unsinnig finde: Wir haben längst eine Vereinbarung darüber, wie solche Konflikte gemeinsam gelöst werden sollten, was die Diskussion über diesen Punkt daher völlig unnötig macht.
      Aber vielleicht ist die Vereinbarung ja auch falsch, und deshalb können wir diskutieren.


      Und damit bin ich auch schon am Schluss: Natürlich kann man Theorien entwickeln, in denen man versucht, einen Handlungsleitfaden zu entwickeln. Die Kategorisierung von Leben jedoch finde ich völlig gruselig! Daraus ein Handlungsmuster a la 'wenige für viele zu opfern' abzuleiten ist noch ungeheuerlicher, weil es an den aktuell bestehenden Normen der Gesellschaften vieler Regionen dieser Erde einfach vorbei geht!
      Die Normen müssen ja nicht richtig sein. Wenn du einen Fehler entdeckst in der Argumentation, ist sie falsch, aber dass dueinfach instiktiv was dagegen hast, reicht gegen Logik nicht aus. Ich wiederhole: Wenn du die wenigen opferst, sind am Ende weniger Leben zerstört, also hast du besser gehandelt, als wenn viele zerstört sind.
      Joa, und damit bin ich dann auch schon durch und kann mein Fazit ziehen: Ich halte diese Diskussion für überflüssig, weil sie einfach völlig an den bereits bestehenden Normen und gesellschaftlichen Übereinkünften vorbei geht. Wie schon gesagt, wir können gerne darüber diskutieren, wie und ob diese Bestimmungen dann umgesetzt werden. Aber nicht darüber, was für Leben auf diesem Planeten lebenswert ist und welches nicht!
      Ich sehe den Sinn der Diskussion nicht in der Umsetzung, sondern in der Grundlage. Ich will die Normen überdenken.
      Die Umsetzung von Tierschutz an sich ist ein anderes Thema, das wir gerne auch hier diskutieren können:
      § 1
      Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

      Wo steht, dass Fleischhersteller "Niemand" sind? Und was für einen vernünftigen Grund sollten sie haben?
      § 2
      Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

      1.
      muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
      2.
      darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
      3.
      muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

      Welche Stelle habe ich überlesen, die für Tierhaltung in der Wirtschaft eine Ausnahme macht?
      ________________________________________________________________________________________________
      Es gibt ja schon Gesetze, die auch teilweise so gut sind, aber zum Beispiel mit dem Tierversuchsabschnitt bin ich nicht einverstanden. Da brauchen wir wieder eine Grundlagendiskussion.
      Tierversuche dürfen nur durchgeführt werden, soweit sie zu einem der folgenden Zwecke unerlässlich sind:

      1.
      Vorbeugen, Erkennen oder Behandeln von Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder körperlichen Beschwerden oder Erkennen oder Beeinflussen physiologischer Zustände oder Funktionen bei Mensch oder Tier,
      2.
      Erkennen von Umweltgefährdungen,
      3.
      Prüfung von Stoffen oder Produkten auf ihre Unbedenklichkeit für die Gesundheit von Mensch oder Tier oder auf ihre Wirksamkeit gegen tierische Schädlinge,
      4.
      Grundlagenforschung.

      Für nicht notwendige Erkenntnisse vielen Tieren hohes Leid zuzufügen, ist falsch, und auch viele Versuche in der Medizin wiegen mit dem Nutzen das Leid der Tiere nicht auf.
      Im übrigen meine ich, die deutsche Neuübersetzung sollte vernichtet werden.
      Also, was Singer eigentlich tut, ist wie Rincewind schon andeutete, zu provozieren. Allerdings hat er mit vielen Recht, was er an gesellschaftlichen Moralvorstellungen anprangert:
      1. die Inkonsequenz der meisten Menschen bzgl. Tieren: Haustiere werden gehätschelt, es werden Unsummen für sie ausgegeben, sog. Nutzvieh darf aber für den Geschmack auf den Teller barbarisch gehalten und getötet werden. Und die Menschen wissen um diese Grausamkeiten! Persönliche Anmerkungen: Ich halte es von daher für zynisch, wenn Menschen sagen, ich brauche und will mein Fleisch, mir schmeckt's aber etc. Solche Aussagen machen eine Diskussion unmöglich und letztlich auch überflüssig.
      2. die Heiligkeit menschl. Lebens: Singer hinterfragt konsequent die Unantastbarkeit menschl. Lebens. Wie kann es sein, dass z.B. Schimpansen und weitere Menschenaffen für Ghirnversuche gequält werden, obwohl sie dem Menschen so ähnlich sind (Singer arbeitet auch am Great Ape Project mit, einer Vereinigung, die für die Übertragung von Menschenrechten auf Menschenaffen kämpft). Wichtig dabei ist zu beachten, dass Singer NICHT den Status der Menschen senken, sondern den Status von empfindsamen Wesen heben will. Das wird im sehr oft im Munde umgedreht, so dass er mit einem Nazi verglichen wird.
      3. Speziesismus: Singer nennt Menschen, die die Interessen von menschl. Wesen schlicht darum höher bewerten, weil sie Menschen sind, Speziesisten (in Anlehnung an Rasissmus z.B.) und hält diesen Ansatz für unethisch, weil er zu einer Doppelmoral führt. Menschen haben im Prinzip zwei moralische Ansätze, aus denen sie handeln: Kantianismus für Menschen, Utilitarismus für Tiere. Singer lehnt diesen Anthropozentrismus ab.
      Singer versucht mit seiner Praktischen Ethik einen konsequenten Entwurf einer utilitaristischen Ethik, in die sowohl der Mensch als auch die Tiere (resp. Säugetiere aufgrund ihrer Leidensfähigkeit) und ggfs. sogar die gesamte Natur miteinschließt.
      So, das nochmal kurz zur Singers Ethik.

      Grundsätzlich halte ich vieles von seinen Überzeugungen für richtig und logisch. Fleischkonsum - und sei es jetzt erstmal für die westliche Welt - ist unnötig und vermeidbar. Auch kann er nicht durch eine bestimmte Art von Kultur gerechtfertigt werden, denn moralische Ansprüche (und dazu gehören u.a. auch die Menschenrechte!) lassen sich nicht beliebig außer Kraft setzen. Zumal sollte auch Aristolteles' Grundsatz gelten: Gleiches ist gleich, Ungleiches ungleich zu behandeln. Menschen und Säugetiere (die, die zur Fleischproduktion gezücjtete und getötet werden) sind sich so ähnlich, auf jeden Fall, was Leidensfähigkeit angeht. Da ist es in einer Diskussion doch müßig darüber zu streiten, ob man denn nun auch Insekten oder Pflanzen Empfindunsfähigkeit anrechnen sollte. Denn darum geht es nicht, es geht ganz konkrt um Säugetiere.
      Die Neurochirurgie ist kein Tummelplatz für Schisser!