Charakterdiskussion Jon Connington

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our use of cookies. More details

      Charakterdiskussion Jon Connington

      Was haltet ihr von Jon Connington?

      Er war ein alter Freund von Rhaegar und fühlt sich ihm immer noch verpflichtet.

      Gut an ihm ist. Er ist im Krieg kein Schlächter.
      Er nimmt seine alte Burg ein, und versucht dabei aber möglichst Blutvergießen zu vermeiden.
      Er rettet Tyrion aus dem Fluß, als dieser ohnmächtig im Kampf gegen die an der grauen Krankheit Leidenden, ins Wasser fällt.

      Schlecht an ihm ist, das er zuwenig darüber reflektiert, warum Aerys eigentlich gestürzt ist.
      Nur weil Aemon Rhaegar's Sohn ist, heißt das ja noch lange nicht, das er auch ein guter König wird.
      Aemon einfach auf den Thron setzen zu wollen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob Aemon dazu geeignet ist.
      Für Connington ist einfach nur das Blut ausschlaggebend.
      Wir wissen aus Tyrions Sicht, das Aemon doch eigentlich eher ziemlich unreif wirkt. Ein trotziges Kind, das mal schnell über das angemessene Maß sehr wütend reagieren kann.
      Das sind für mich die ersten Anzeichen für die weitere Entwicklung zu einem Tyrannen.
      Bald - und du hast alles vergessen. Bald - und alles hat dich vergessen.
      [Marc Aurel]
      Im Epilog erklärt Varys Kevan, warum Aegon ein besserer König sein wird als Tommen, und was erzieherisch alles dafür getan worden ist. Ob Connington das alles auch in dem Maße überwacht hat, wie Varys glaubt, und wie das den Targaryen eigene Temperament da mitspielt, wird sich zeigen.
      Da hast du schon recht. Wissen können sowohl Connington als auch Varys es nicht ob Aegon ein besserer König wird als die beiden letzten. Aber immerhin scheinen sie sich ja darüber im klaren gewesen zu sein das Erziehung da möglicherweise positiven Einfluss entfalten könnte. Ob man seine Reaktion beim Cyvas-Spiel gleich gegen ihn auslegen sollte weiß ich nicht. Der Junge ist halt ein Teenager und die sind eben manchmal impulsiv und unberechenbar. Immerhin hat er Tyrions Rat beachtet und ihn schlussendlich für gut befunden. Das zeigt immerhin schon mal das er nicht beratungsresistent ist, was wiederum eine ganz gute Eigenschaft für einen König wäre.

      Was Connington als solches angeht. Der Mann wirkt auf mich absolut fähig. Vor allem Reflektiert er auch über seine Fehler in der Vergangenheit und attribuiert sie nicht einfach auf irgend einen Zufall oder das Versagen anderer. Scheinbar ein lernfähiger Mann. Die Frage ist ob er sich wirklich Rhaegar gegenüber Verpflichtet fühlt. Die beiden waren Freunde und Freundschaft beruht ja im Optimalfall nicht auf Verpflichtungen. Wenn er Aegon hilft, dann tut er das wohl eher aus einer tiefen Verbundenheit mit seinem verstorbenen Freund heraus. Vor allem wenn man bedenkt, was ihm der Vater seines Freundes angetan hat.
      "There is no creature on earth half so terrifying as a truly just man."

      - Varys
      Baldwin IV. hat geschrieben:

      Die Frage ist ob er sich wirklich Rhaegar gegenüber Verpflichtet fühlt. Die beiden waren Freunde und Freundschaft beruht ja im Optimalfall nicht auf Verpflichtungen. Wenn er Aegon hilft, dann tut er das wohl eher aus einer tiefen Verbundenheit mit seinem verstorbenen Freund heraus. Vor allem wenn man bedenkt, was ihm der Vater seines Freundes angetan hat.

      Worin besteht aus Deiner Sicht denn genau der Unterschied zwischen sich verpflichtet fühlen und Verbundenheit?

      Baldwin IV. hat geschrieben:
      Vor allem wenn man bedenkt, was ihm der Vater seines Freundes angetan hat.
      Genau! Aerys war ja auch nicht von Anfang an verrückt. Seine Paranoia ist erst im Laufe seiner Regierungsjahre ausgebrochen. Die Targaryten sind eine Familie, in denen immer wieder auch der Wahnsinn auftritt. Aemon könnte es ja irgendwann einmal ganz genauso ergehen.
      Bald - und du hast alles vergessen. Bald - und alles hat dich vergessen.
      [Marc Aurel]
      Ich finde den Mann auch absolut fähig und sympathisch. Er ist ganz klar ein Mann der versucht alles richtig zumachen und genau das ist sein Problem. Aegon ist für ihn der König, dementsprechend Loyal ist er. Er ist ein Soldat/General aber definitv kein Politker. Am Ende könnte es passieren das er wie Ned/Robb endet. Blind vor Loyalität, zuwenig politisches Geschick und ohne eigene Ambitionen. Er hat eine Vision von einen Königreich wie es sein sollte aber das ist auch alles. Tywin und Lord Tarly machen es richtig, sie streben immer nur das an was sie auch beherrschen können. Bronn macht es richtig, er nutzt den Augenblick für sich.

      Ursula wrote:

      Worin besteht aus Deiner Sicht denn genau der Unterschied zwischen sich verpflichtet fühlen und Verbundenheit?
      Verpflichtung ist für mich etwas, das einem von außen mehr oder weniger aufgezwungen wird, man hat nur eine begrenzte Möglichkeit dazu einer Verpflichtung auszuweichen oder sich ihr zu verweigern. Wenn er etwas aus Verbundenheit tut, dann macht er das weil er sich selbst dafür entscheidet und nicht aus irgend einer Verpflichtung die er vielleicht sieht oder hat (ein Eid etc.).


      Parad0x wrote:

      Er ist ein Soldat/General aber definitv kein Politker. Am Ende könnte es passieren das er wie Ned/Robb endet.
      Interesant das du das aufbringst. Im Vorhergehende Post wollte ich schon Schreiben: "Connington ist der neue Ned Stark." :D Für mich fühlt sich das, was ich von ihm bisher gesehen habe auch irgendwie nach Ned an. Connington ist zum einen ein Soldat, zum anderen ein Mann der Prinzipien. Sein Vorteil scheint mir, das er bereits einmal Hand war und mitbekommen hat wie Politik läuft. Ich glaube nicht, das er so ins offene Messer läuft wie Ned. Er selbst reflektiert ja darüber, was ihn zu Fall gebracht hat (war doch glaube ich die Schlacht der Tausend/Hundert Glocken bzw. das was vorher passiert ist?) und darüber wie Tywin Lannister vorgegangen wäre. Das zeigt für mich, das er mittlerweile immerhin Wahlmöglichkeiten sieht und diese in Zukunft mindestens in Erwägung ziehen könnte.
      "There is no creature on earth half so terrifying as a truly just man."

      - Varys
      Wenn ich mich an Jon Connington Reflexion richtig zurückerinnere, dann denkt er doch über sein Scheitern, bei der Schlacht der Hundert Glocken, eher, daß er nicht erkennen kann, das er einen Fehler gemacht hätte. Er überlegt wie Tywin Lannister vorgegangen wäre, nämlich die Stadt einzuäschern. Damit wären die Einwohner, einschließlich Robert Baratheon, ums Leben gekommen. Stattdessen hat Jon Connington Haus für Haus von seinen Soldaten durchsuchen lassen. Weiterhin sagt er sich aber, daß er kein Schlächter ist, das also die Lösung, wie Tywin vermutlich vorgegangen wäre, für ihn nicht in Frage gekommen wäre.

      Dann bleibt die Frage, wie er handeln würde, würde er erneut wieder vor der gleichen Situation stehen?

      Jon Connington scheint klug und kultiviert zu sein. Denoch wirkt er auf mich in seiner Loyalität blind. Wie ich schon oben in meinem Eingangspostin es rüberbringen wollte, finde ich es falsch, jemanden nur darum auf den Thron bringen zu wollen, weil er eben vom "richtigen" Blut ist.
      Bald - und du hast alles vergessen. Bald - und alles hat dich vergessen.
      [Marc Aurel]
      Ich halte ehrlich gesagt das ganze gequatsche von dem "Wahnsin" der bei den Targaryans vererbt wird für Blödsinn.
      Viele Häuser haben immer mal wieder verrückte Herrscher/Familienmitglieder, die einen mehr, die anderen weniger. (Aktuell wären für mich: beide Cleagans, Cerssei, Ramsey (und Roose) Bolton, evtl. einige Freys...)
      Und dann sind da noch einige andere Verrückte gestalten, bei denen das sicher sehr vom Blickwinkel abhängt (beispielsweise die ganzen Gotteskrieger die es so gibt, bei den sieben, bei dem Roten, beim Ertrunken, etc)

      Von daher denke ich, dass es erstens bei den Targaryans besonders auffält, da sie die Königsfamilie sind und ihre Taten viel weitreichendere folgen haben, als die der anderen. Zweitens denke ich, das auf den Schultern eines Königs eventuell noch mehr Last liegt, als bei den anderen (Stichwort "Psycho-Soziale"-Probleme). Und drittens, falls es doch vererbbar ist (oder tlw.) das es schlicht am Inzest liegt.

      Also Schlussendlich, dass der "Wahnsin" der bei den Targaryans, eher sowas wie ein "Glaubenssatz" oder "Selbsterfüllende Prophezeiung" in Westeros geworden ist.

      Ursula wrote:

      Jon Connington scheint klug und kultiviert zu sein. Denoch wirkt er auf mich in seiner Loyalität blind. Wie ich schon oben in meinem Eingangspostin es rüberbringen wollte, finde ich es falsch, jemanden nur darum auf den Thron bringen zu wollen, weil er eben vom "richtigen" Blut ist.
      Ich glaube nicht unbedingt, dass er Aegon nur auf den Thron bringen will, weil er vom "richtigen" Blut ist. Natürlich spielt das eine Rolle und wird auch die Motivationsgrundlage sein, aber man darf nicht außer Acht lassen, dass er Aegon großzieht, dafür sorgt, dass er richtig ausgebildet wird und somit die notwendigen Eigenschaften angezogen bekommt, die seiner Meinung nach notwendig sind, um als guter König regieren zu können.
      Außerdem ist sein ursprünglicher Plan gewesen ihn zu Dany zu bringen und ihn gemeinsam mit ihr regieren zu lassen. Wäre er so sehr davon besessen gewesen, dass Aegon auf dem Thron sitzen muss, weil er Rhaegars Sohn ist, dann hätte er Dany auch als Rivalen ansehen können.


      Bran Stark wrote:

      Ich halte ehrlich gesagt das ganze gequatsche von dem "Wahnsin" der bei den Targaryans vererbt wird für Blödsinn.
      Viele Häuser haben immer mal wieder verrückte Herrscher/Familienmitglieder, die einen mehr, die anderen weniger. (Aktuell wären für mich: beide Cleagans, Cerssei, Ramsey (und Roose) Bolton, evtl. einige Freys...)
      Und dann sind da noch einige andere Verrückte gestalten, bei denen das sicher sehr vom Blickwinkel abhängt (beispielsweise die ganzen Gotteskrieger die es so gibt, bei den sieben, bei dem Roten, beim Ertrunken, etc)

      Von daher denke ich, dass es erstens bei den Targaryans besonders auffält, da sie die Königsfamilie sind und ihre Taten viel weitreichendere folgen haben, als die der anderen. Zweitens denke ich, das auf den Schultern eines Königs eventuell noch mehr Last liegt, als bei den anderen (Stichwort "Psycho-Soziale"-Probleme). Und drittens, falls es doch vererbbar ist (oder tlw.) das es schlicht am Inzest liegt.

      Also Schlussendlich, dass der "Wahnsin" der bei den Targaryans, eher sowas wie ein "Glaubenssatz" oder "Selbsterfüllende Prophezeiung" in Westeros geworden ist.
      In jedem Haus gibt es den ein oder anderen Verrückten, aber deren Zustand hängt dann mit bestimmten Ereignissen zusammen. Der Bluthund wurde als kleiner Junge von seinem großen Bruder beinahe umgebracht, weil der eine dem anderen das Gesicht in brennende Kohle gedrückt hat. Cersei ist paranoid- weil sie ein Lannister ist:P -, aber wohl viel mehr weil in ihrer Kindheit/Jugend eine Wahrsagerin ihr mitgeteilt hat, dass ihr eines Tages eine Frau ihre königliche Existenz rauben und desweiteren ihr kleiner Bruder sie eines Tages umbringen wird.
      Bei den Targaryen kann es natürlich auch der Fall sein, dass solche Traumata eine Rolle gespielt haben, aber ich denke, darüber würde man durch irgendwelche Lieder/Sagen bescheid wissen oder? Die Targaryens sind nicht die einzigen, die ihren Stammbaum zurückverfolgen können, daher gilt es schon zu beachten, dass es wohl kein Zufall sein kann, das man nur diesem größeren Haus diese regelmäßg vorkommende Wahnsinns-Problematik nachsagt.
      Du hast schon Recht, dass deren Fehler als Regenten natürlich weitaus größere Auswirkungen haben als andere, aber es liegt einfach nahe, dass die Krankheit schlicht durch jahrhundertelangen Inzest weitergegeben wird.
      "What if all the equipment is in Mexican instead of English?"
      Zitat von Bran Stark
      Ich halte ehrlich gesagt das ganze gequatsche von dem "Wahnsin" der bei den Targaryans vererbt wird für Blödsinn.
      Viele Häuser haben immer mal wieder verrückte Herrscher/Familienmitglieder, die einen mehr, die anderen weniger. (Aktuell wären für mich: beide Cleagans, Cerssei, Ramsey (und Roose) Bolton, evtl. einige Freys...)
      Und dann sind da noch einige andere Verrückte gestalten, bei denen das sicher sehr vom Blickwinkel abhängt (beispielsweise die ganzen Gotteskrieger die es so gibt, bei den sieben, bei dem Roten, beim Ertrunken, etc)

      Von daher denke ich, dass es erstens bei den Targaryans besonders auffält, da sie die Königsfamilie sind und ihre Taten viel weitreichendere folgen haben, als die der anderen. Zweitens denke ich, das auf den Schultern eines Königs eventuell noch mehr Last liegt, als bei den anderen (Stichwort "Psycho-Soziale"-Probleme). Und drittens, falls es doch vererbbar ist (oder tlw.) das es schlicht am Inzest liegt.

      Also Schlussendlich, dass der "Wahnsin" der bei den Targaryans, eher sowas wie ein "Glaubenssatz" oder "Selbsterfüllende Prophezeiung" in Westeros geworden ist.
      Naja, ich denke schon, daß man nach dem jahrhundertelangen Inzest, der in dieser Familie betrieben wurde, davon ausgehen kann, daß in dieser Familie regelmäßig der Wahnsinn auftritt.
      Das schließt natürlich nicht aus, daß es auch in anderen Familien den oder anderen "Durchgeknallten" gibt. Trotzdem wurde dort nicht dieser regelmäßige Inzest betrieben.

      Zitat von Sawyer

      Außerdem ist sein ursprünglicher Plan gewesen ihn zu Dany zu bringen und ihn gemeinsam mit ihr regieren zu lassen. Wäre er so sehr davon besessen gewesen, dass Aegon auf dem Thron sitzen muss, weil er Rhaegars Sohn ist, dann hätte er Dany auch als Rivalen ansehen können.
      Der Plan war ja, das Aemon Dany heiratet. Aemon wäre dann aber derjenige gewesen, der regiert hätte. Eine Königin in Westeros regiert ja nicht automatisch mit, nur weil sie mit dem König verheiratet ist. Sie kann einen gewissen Einfluß ausüben auf den König. Das hängt dann aber von der Beziehung selbst ab. Allerdings per se, hätte Dany neben dem König keine wirkliche reale Macht.


      Zitat von Sawyer

      Ich glaube nicht unbedingt, dass er Aegon nur auf den Thron bringen will, weil er vom "richtigen" Blut ist. Natürlich spielt das eine Rolle und wird auch die Motivationsgrundlage sein, aber man darf nicht außer Acht lassen, dass er Aegon großzieht, dafür sorgt, dass er richtig ausgebildet wird und somit die notwendigen Eigenschaften angezogen bekommt, die seiner Meinung nach notwendig sind, um als guter König regieren zu können.

      Warum sonst will er ihn auf den Thron haben?
      Wäre irgendein anderer so erzogen worden wie Aemon, wäre das für Jon Connignton mit Sicherheit kein ausreichender Grund ihm zu helfen den Eisernen Thron zu erobern.

      Baldwin IV schreibt
      Ob man seine Reaktion beim Cyvas-Spiel gleich gegen ihn auslegen sollte weiß ich nicht. Der Junge ist halt ein Teenager und die sind eben manchmal impulsiv und unberechenbar.
      Naja, hätte er die Spielfiguren nur umgeworfen, weil er sich über das "Nicht gewonnen" geärgert hätte, wäre das vielleicht so. Aemon zwingt aber Tyrion dazu, die umgeworfenen Spielfiguren wieder aufzuheben und das hat für mich schon was leicht sadistisches.
      Bald - und du hast alles vergessen. Bald - und alles hat dich vergessen.
      [Marc Aurel]

      Post was edited 1 time, last by “Ursula” ().

      Ursula wrote:

      Warum sonst will er ihn auf den Thron haben?
      Wäre irgendein anderer so erzogen worden wie Aemon, wäre das für Jon Connignton mit Sicherheit kein ausreichender Grund ihm zu helfen den Eisernen Thron zu erobern.
      Man könnte sich aber umgekehrt die Frage stellen, ob Connington sich so für Aegon einsetzen würde, hätte er sich schon als Kind wie Aerys Reloaded benommen. :)
      Natürlich will er gerade ihn auf dem Thron sehen, aber gleichermaßen, weil er Rhaegars Sohn ist und weil er ein besserer König sein würde.

      Da er der engste Freund von Rhaegar war, fände ich es übrigens verwunderlich, wenn der nie mit ihm über gewisse Prophezeiungen geredet hätte. Barristan erinnert sich ja an einer Stelle, daß auch Rhaegar seine Geheimnisse hatte und Arthur Dayne über manche Dinge mehr gewußt hat. Warum dann nicht auch Jon, selbst wenn er zu abgeklärt wirkt, um dem solchen Wert beizumessen wie Rhaegar?

      Ursula wrote:

      Naja, hätte er die Spielfiguren nur umgeworfen, weil er sich über das "Nicht gewonnen" geärgert hätte, wäre das vielleicht so. Aemon zwingt aber Tyrion dazu, die umgeworfenen Spielfiguren wieder aufzuheben und das hat für mich schon was leicht sadistisches.
      Er ist gerade beim Spiel von jemandem verarscht worden, der - Lannister hin, Dazwischenwerfen bei den Sorrows her - ihnen von Illyrio aufgedrängt worden ist und allen an Bord mit seiner Art regelmäßig auf die Nerven geht. Eine kleinliche Rache, aber nur ein einzelner Vorfall und als Indiz für kommenden Caesarenwahn für mich überbewertet.

      Nabu wrote:

      Man könnte sich aber umgekehrt die Frage stellen, ob Connington sich so für Aegon einsetzen würde, hätte er sich schon als Kind wie Aerys Reloaded benommen. :)
      Natürlich will er gerade ihn auf dem Thron sehen, aber gleichermaßen, weil er Rhaegars Sohn ist und weil er ein besserer König sein würde.
      Neben diesen altruistischen Zielen, kann man sicherlich noch anbringen, das er sich davon auch erhofft haben wird endlich wieder in die Heimat zurück zu können bzw. dort wieder als Lord leben zu können. Mittlerweile dürften seine Ziele aber wirklich nur noch altruistischer Natur sein. Er weiß schließlich, dass er in ein paar Jahren Tot sein wird. Wenn er jetzt noch kämpft, dann nur für den Sohn seines Freundes, nicht mehr für sich persönlich.
      "There is no creature on earth half so terrifying as a truly just man."

      - Varys
      Zitat von Nabu

      Er ist gerade beim Spiel von jemandem verarscht worden, der - Lannister hin, Dazwischenwerfen bei den Sorrows her - ihnen von Illyrio aufgedrängt worden ist und allen an Bord mit seiner Art regelmäßig auf die Nerven geht. Eine kleinliche Rache, aber nur ein einzelner Vorfall und als Indiz für kommenden Caesarenwahn für mich überbewertet.
      Also er zeigt sich auf jeden Fall als schlechter Verlierer. Und einen immerhin behinderten Menschen (Tyrion) zu zwingen die Spielfiguren wieder aufzuheben, weil ihn dieser besiegt hat, ist schon ein sehr unschöner Charakterzug. Das MUß natürlich nicht heißen, daß er später gleich zwingend wahnsinnig wird, aber es zeigt schon mal zumindest, daß da bei ihm Schwächen da sind.
      Es gibt ja eine Reihe von sehr jungen Protagonisten in Martin's Werk. Hätte Martin Dany oder Jon oder Robb (ungefähr im gleichen Alter) auch so reagieren lassen? Vermutlich nicht!
      Bald - und du hast alles vergessen. Bald - und alles hat dich vergessen.
      [Marc Aurel]

      Ursula wrote:

      Es gibt ja eine Reihe von sehr jungen Protagonisten in Martin's Werk. Hätte Martin Dany oder Jon oder Robb (ungefähr im gleichen Alter) auch so reagieren lassen? Vermutlich nicht!
      Genau deshalb ist mir Aegon auch nicht so wirklich geheuer - für einen "normalen" Teenie in unserer Zeit ist es ja ok unreif zu sein, aber man muss ihn zwangsläufig mit Gleichaltrigen in den Büchern vergleichen und da schneidet er mMn nicht wirklich gut ab. Wozu man auch noch erwähnen muss, dass Jon, Robb und Dany sogar noch jünger sind. Ich denke GRRM hätte das Detail nicht eingefügt, wenn er damit auf nichts aufmerksam machen wollte.
      Und nun trab ich und träume von Rehen,
      Trabe und träume von Hasen,
      Höre den Wind in der Winternacht blasen,
      Tränke mit Schnee meine brennende Kehle,
      Trage dem Teufel zu meine arme Seele

      Ursula wrote:

      Und einen immerhin behinderten Menschen (Tyrion) zu zwingen die Spielfiguren wieder aufzuheben, weil ihn dieser besiegt hat, ist schon ein sehr unschöner Charakterzug.
      Findest Du nicht, daß Du jetzt zu sehr von unseren Maßstäben ausgehst?
      Übrigens anders als bei der Frage nach früheren "Fehlern" von Jon Connington. ;)

      Genau deshalb ist mir Aegon auch nicht so wirklich geheuer - für einen "normalen" Teenie in unserer Zeit ist es ja ok unreif zu sein, aber man muss ihn zwangsläufig mit Gleichaltrigen in den Büchern vergleichen und da schneidet er mMn nicht wirklich gut ab. Wozu man auch noch erwähnen muss, dass Jon, Robb und Dany sogar noch jünger sind.
      Daenerys ... War das nicht die, die einen Kauf dadurch abgeschlossen hat, daß sie die Verkäufer massakriert hat? ;)

      Ich denke GRRM hätte das Detail nicht eingefügt, wenn er damit auf nichts aufmerksam machen wollte.
      Eigentlich erwarte ich von einem guten Buch, daß nicht jedes Detail fortwährend dazu dient, den Leser auf irgendetwas aufmerksam machen zu sollen, sondern einfach auch mal nur Atmosphäre ist.
      Aber das ist wohl die Crux bei uns: Bei Wartezeiten von einigen Jahren zwischen den Bänden wird jeder Nebensatz solange hinundher gewälzt, bis klar ist, daß GRRM dort etwas ungeheuer wichtiges für die letzte Schlacht um Westeros angedeutet hat. :D

      Post was edited 2 times, last by “Nabu” ().

      Nabu wrote:

      Daenerys ... War das nicht die, die einen Kauf dadurch abgeschlossen hat, daß sie die Verkäufer massakriert hat?
      Das würde ich aber bestreiten. Sie hat einem Ladenbesitzer seine einzige Waffe abgekauft um ihn dann damit zu erschießen und danach auszurauben. :P :D

      Der Deal war eindeutig schon vollzogen. Alles andere fand außerhalb des Deals statt. (Also der Mord und der Totschlag und der Raub).
      "There is no creature on earth half so terrifying as a truly just man."

      - Varys

      Baldwin IV. wrote:

      Das würde ich aber bestreiten. Sie hat einem Ladenbesitzer seine einzige Waffe abgekauft um ihn dann damit zu erschießen und danach auszurauben. :P :D
      Umso schlimmer. :D
      Falls man bei Daenerys jetzt nicht mildernde Umstände geltend machen will - sie brauchte das Heer und hält Sklaverei für unmenschlich -, haben ihre Launen genauso wie bei Jon (gerade neulich der öffentlich vorgelesene Brief) oder Robb (ein Königreich für eine Nacht) deutlich größere Folgen als ein umgeworfenes Spielbrett und ein Zwerg, der den Spielsteinen hinterherkriecht. Und anders als bei Joffrey deutet zumindest bis jetzt sonst noch nichts darauf hin, daß solches Verhalten bei Aegon zur selbstherrlichen Gewohnheit oder gar zum täglichen Spaß zwischendurch wird.

      Um zum eigentlichen Thema zurückzukehren: Jon Connington ist ein Scheißtyp, der Behinderten keine barrierefreie Unterkunft zur Verfügung stellt. 8)

      Nabu wrote:

      alls man bei Daenerys jetzt nicht mildernde Umstände geltend machen will - sie brauchte das Heer und hält Sklaverei für unmenschlich -, haben ihre Launen genauso wie bei Jon (gerade neulich der öffentlich vorgelesene Brief) oder Robb (ein Königreich für eine Nacht) deutlich größere Folgen als ein umgeworfenes Spielbrett und ein Zwerg, der den Spielsteinen hinterherkriecht. Und anders als bei Joffrey deutet zumindest bis jetzt sonst noch nichts darauf hin, daß solches Verhalten bei Aegon zur selbstherrlichen Gewohnheit oder gar zum täglichen Spaß zwischendurch wird.
      Jon und Daeny haben eben bereits Funktionen welche die Folgen ihre "Launen" (oder alternativ auch Entscheidungen :D ) viel weitreichender machen. Wenn Aegon erst mal auf dem Thron sitzt sind es vielleicht keine Spielsteine mehr die rollen, sondern Köpfe.

      Aber ich denke nicht, das sich Connington dazu bereit erklärt hätte Aegon auf den Thron zu helfen wenn er in ihm die Chance auf einen zweiten Aerys oder Maegor gesehen hätte. Aber bei Aerys soll der Wahn ja auch erst spät in seinem Leben ausgebrochen sein. (Aber das muss Connington ja dann zu seinem Glück nicht mehr miterleben.)
      "There is no creature on earth half so terrifying as a truly just man."

      - Varys

      Baldwin IV. wrote:

      Neben diesen altruistischen Zielen, kann man sicherlich noch anbringen, das er sich davon auch erhofft haben wird endlich wieder in die Heimat zurück zu können bzw. dort wieder als Lord leben zu können. Mittlerweile dürften seine Ziele aber wirklich nur noch altruistischer Natur sein. Er weiß schließlich, dass er in ein paar Jahren Tot sein wird. Wenn er jetzt noch kämpft, dann nur für den Sohn seines Freundes, nicht mehr für sich persönlich.


      Im Gegensatz zu dir würde ich Jon Conningtons Motivation stark in die Richtung tendieren sehen, dass er nicht nur altruistisch sondern auch nach Hause will um Rache zu nehmen oder zumindest soetwas wie Friede mit sich selbst machen zu können. Meiner Meinung nach geben die folgenden Zeilen das ganz gut wieder:

      The road ahead was full of perils, he knew, but what of it? All men must die. All he asked was time. He had waited so long, surely the gods would grant him a few more years, enough time to see the boy he’d called a son seated on the Iron Throne. To reclaim his lands, his name, his honor. To still the bells that rang so loudly in his dreams whenever he closed his eyes to sleep.


      Und die Intention, irgendwie Friede zu machen, durch Aegon so eine Art Gerechtigkeit wieder herzustellen aber auch endlich wieder nach Hause kommen zu können, noch einmal die Heimat zu sehen, bevor ihn das Lepra-Zeug tötet, wird mit diesen Worten noch verstärkt:
      The tip of his ring finger had begun to darken too, and when he touched it with the point of his dagger, he felt nothing. Death, he knew, but slow. I still have time. A year. Two years. Five. Some stone men live for ten. Time enough to cross the sea, to see Griffin’s Roost again. To end the Usurper’s line for good and all, and put Rhaegar’s son upon the Iron Throne. Then Lord Jon Connington could die content.


      Ich denke also, es ist eine Mischung aus drei Motivationen, die ihn antreiben: Rache/Gerechtigkeit, den Sohn, den er nie hatte, erfolgreich installiert zu sehen und das Heimweh.
      "[…] Ich wünschte, all das wäre nie passiert …" "Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden … Du musst nur entscheiden, was du mit der Zeit anfangen willst, die dir gegeben ist." (J.R.R. Tolkien, Frodo und Gandalf)