Varys, Illyrio und die Targaryen

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      Varys, Illyrio und die Targaryen

      Es wird gewöhnlich davon ausgegangen, dass zumindest Varys die Tagaryen unterstützt.

      Jedoch gibt es einiges, was dagegen spricht.

      Baristan Selmy erwähnt in ADWD, dass Varys wesentlich dazu beitrug, dass der Wahnsinn von Aerys sich verschlimmerte. Varys soll außerdem bei Aerys dessen Misstrauen gegen seinen Sohn Rhaegar geschürt haben. (Hätte ein Anhänger der Targaryen nicht eher Rhaegar unterstützt oder zwischen ihm und seinem Vater zu vermitteln versucht?)

      Es gibt keinen Hinweis, dass Varys und Illyrio Willem Darry unterstützt hätten, als er mit Daenarys und Visarys aus Dragon Stone flüchtete. Als dieser wenige Jahre später in Essos starb, landeten Visarys und Daenarys auf der Straße, wo sie mehrere Jahre verbringen mussten, ehe sie bei Illyrio unterkamen.
      Warum hat Illyrio nicht gleich nach Willems Tod Visarys und Daenarys zu sich geholt?
      Falls er nichts tat, weil er nicht wusste, wo die beiden sich befanden, stellt sich die Frage, warum er (bzw. Varys) und Willem Darry, obwohl Anhänger der Targaryens, keinen Kontakt miteinander hatten.

      Die geheime Verlobung zwischen Visarys und Arianne Martell (von der immerhin ein Dokument existiert, dass Willem stellvertretend für Visarys unterschrieben hatte) zeigt jedenfalls, dass Willem nicht einfach zwei armen Kindern vorübergehend Obdach gab, sondern konkrete Pläne hatte, mit Visarys wieder einen Targaryen auf den Thron von Westeros zu bringen. Warum hat er da nicht mit Varys und Illyrio zusammengearbeitet. (Es gibt auch keinen Hinweis, dass Varys und / oder Illyrio davon gewusst hatten.)

      Illyrio stellt die Eheschließung Drogo - Daenarys in ADWD Tyrion gegenüber als eine Entscheidung von Visarys da. In AGOF aber erleben wir zusammen mit Daenarys, dass er an dieser Ehe mitgewirkt hat. Illyrio verrät Tyrion, dass er nicht geglaubt hat, dass Daenarys bei den Dothraki überleben würde. (Gleichzeitig lässt er durchblicken, dass er eigentlich ihren Tod keineswegs gewollt hat, aber ihn in Kauf genommen hat.) Visarys wurde also zu den Dothrakis geschickt, um ihn zu beseitigen. Das passt nicht zu einem Anhänger der Targaryen.

      Ob sein Einsatz für Aegon ein Einsatz für die Familie Targaryen ist, hängt davon ab, ob dieser Aegon tatsächlich der Sohn von Rhaegar und Elia ist.
      Falls dies nicht der Fall ist und Illyrio und Varys das gewusst haben, ist eindeutig bewiesen, dass beide keine Anhänger der Targaryen sind oder für deren Interessen tätig.
      Sollte Aegon aber der sein, für den er auch ausgegeben wird, ändert das nichts daran, dass Illyrio (und somit auch Varys) jedenfalls nur einen bestimmten Targaryen unterstützt haben, nicht aber die Familie.
      Es gibt keinerlei Rechtfertigung, die Würde eines anderen Menschen so gering zu achten, dass man ihn bis zur physischen Vernichtung fertig macht (Hans Jürgen Kratz)
      Ob sein Einsatz für Aegon ein Einsatz für die Familie Targaryen ist, hängt davon ab, ob dieser Aegon tatsächlich der Sohn von Rhaegar und Elia ist.

      Falls dies nicht der Fall ist und Illyrio und Varys das gewusst haben, ist eindeutig bewiesen, dass beide keine Anhänger der Targaryen sind oder für deren Interessen tätig.
      Sicherlich ist klar, dass Varys und Illyrio zuerst mal Aegon auf den Thron schaffen wollen und Dany und Viserys kaum mehr als Spielfiguren für sie gewesen sind. Allerdings wissen wir (noch) nicht, was es mit Aegon nun wirklich auf sich hat, weswegen hier auch nichts beweisen werden kann.
      Sollte Aegon aber der sein, für den er auch ausgegeben wird, ändert das nichts daran, dass Illyrio (und somit auch Varys) jedenfalls nur einen bestimmten Targaryen unterstützt haben, nicht aber die Familie.
      Sehe ich nicht so. Wenn es ihnen darum geht, die Targaryens wieder als Herrschergeschlecht in Westeros zu installieren, dann reicht es ja einen Targaryen auf den Thron zu schaffen. Wenn dessen Macht langfristig gefestigt werden kann, dann ist der Familie Targaryen damit gedient, auch wenn andere Mitglieder der Familie Targaryen dafür sterben müssen.
      Lang lebe König Staublin, Herr der Mummers vom geheimnisvollen Volk der Doom.
      Allerdings wissen wir (noch) nicht, was es mit Aegon nun wirklich auf sich hat, weswegen hier auch nichts beweisen werden kann.
      Finde, Varys hat im Epilog von ADWD alles wichtige bezüglich Aegon und seinen Absichten mit ihm gesagt.
      Finde, Varys hat im Epilog von ADWD alles wichtige bezüglich Aegon und seinen Absichten mit ihm gesagt.
      Ja, was er mit ihm plant bzw. in welcher (zukünftigen) Rolle er ihn sehen möchte, hat er sehr deutlich gesagt. Allerdings beantwortet das nicht die Frage nach Aegons Echtheit.
      Lang lebe König Staublin, Herr der Mummers vom geheimnisvollen Volk der Doom.
      Wir wissen nicht, ob Varys die Wahrheit gesagt hat. Davon aber abgesehen, ist damit Aegons tatsächliche Identität nicht bestätigt. Varys kann einen Hochstapler unterstützen, außerdem könnte Varys selbst getäuscht sein.

      Fakt ist jedenfalls, dass die Dothraki-Geschichte offensichtlich dazu diente, Visarys so aus dem Weg zu räumen, dass beiden bzw. Illyrio keine tatsächliche Beteiligung nachzuweisen war.

      Was die Pläne mit Aegon betrifft, hätte Visarys diese behindern können. In diesem Zusammenhang wäre auch zu überlegen, warum es wichtig war, dass Visarys Daenarys nicht vor Hochzeitsnacht selbst genommen hat.
      Weil dann die Ehe mit Drogo nicht mehr möglich gewesen wäre? Weil Drogo sie dann getötet hätte? Illyrio meint aber zu Tyrion, er hatte eigentlich erwartet, dass Daenarys bei den Dothrakis nicht überleben wird, also kann das wohl nicht der Grund sein.

      Warum also? Weil das die Pläne für Aegon gefährdet hätte. Ein Sohn von Daenarys und Visarys hätte ebenfalls Ansprüche gehabt - Angst also vor weiterer Konkurrenz für Aegon. Oder hätte eine Verbindung zwischen Visarys und Daenarys Aegons Chancen auf den Eisenthron automatisch verschlechtert, da eine Verbindung oder sogar Ehe mit seiner Schwester Visarys Position eindeutig gestärkt hätte.
      Immerhin, hätte es keinen Visarys gegeben, hätte Illyrio Daenarys mit Aegon verheiraten können. Die Daenarys, die sie war, ehe sie ins Feuer ging und die Mutter der Drachen wurde, hätte wahrscheinlich keinen Widerstand dagegen geleistet.

      Übrigens erfahren wir in Buch 2, dass es Varys war, der die Idee hatte, Barristan Selmy aus der Königsgarde zu entlassen. Cersei sagt hier allerdings zu Tyrion, dass sie Barristan nur in den Ruhestand schicken wollten. Von diesem erfahren wir allerdings eine ganz andere Geschichte. Er sollte verhaftet (und in der Folge vielleicht getötet) werden, konnte allerdings fliehen. Natürlich ist Barristans Aussage glaubwürdiger. Sollte Cersei allerdings nicht gelogen haben, müssen wir davon ausgehen, dass die Verhaftung, auch wenn von Joffrey abgesegnet, von jemand anderen durchgeführt wurde. (Dass Joffrey keineswegs das tut, was seine Mutter will, hat aber bereits die Hinrichtung von Eddard gezeigt.) Was, wenn Varys hinter der Verhaftung gesteckt hat? Immerhin war es sein Vorschlag, Barristan aus der Königsgarde hinauszuhauen, und wir wissen, dass eine seiner Verkleidungen bzw. zusätzlichen Identitäten, die eines Kerkermeisters ist. Im Kerker hätte er somit auf Barristan Zugriff gehabt und ihn sicher umbringen können. Die Ermordung von Kevan und Pyrcelle hat eindeutig gezeigt, dass Varys damit keine Probleme hat, jemanden umzubringen und dafür zu sorgen, dass er nicht unter Mordverdacht gerät.

      Welchen Grund könnte Varys gehabt haben, Barristan zu beseitigen? Könnte es sein, dass Barristan die Aktion um den "Sohn des Greifen" gefährdet hätte?
      Es gibt keinerlei Rechtfertigung, die Würde eines anderen Menschen so gering zu achten, dass man ihn bis zur physischen Vernichtung fertig macht (Hans Jürgen Kratz)
      Er war mit dem Sterbenden nicht alleine, wie das Auftauchen der "Kinder" zeigt, die sein Werk offensichtlich zu einem Ende gebracht haben. Das bedeutet, es gab Zeugen. Hätte er vor denen zugegeben, wenn Aegon ein Hochstapler gewesen wäre.

      Davon abgesehen besteht die Möglichkeit, dass der "Sohn des Greifen" ein Hochstapler ist, Varys aber tatsächlich glaubt, dass er Aegon, der Sohn von Rhaegar und Elia ist.
      Es gibt keinerlei Rechtfertigung, die Würde eines anderen Menschen so gering zu achten, dass man ihn bis zur physischen Vernichtung fertig macht (Hans Jürgen Kratz)
      Klischee ...
      Wieso sollte das denn ein Klischee sein? Es ist nun mal so, dass er keinen Grund hat, einen Sterbenden anzulügen. Wenn er ihm schon seinen ganzen "genialen" Plan offenbart, hat er jedenfalls aus meiner Sicht keinen Grund beim alles entscheidenden Punkt - nämlich dem in seinem Plan vorgesehenen nächsten König - zu lügen.
      Er war mit dem Sterbenden nicht alleine, wie das Auftauchen der "Kinder"
      zeigt, die sein Werk offensichtlich zu einem Ende gebracht haben. Das
      bedeutet, es gab Zeugen. Hätte er vor denen zugegeben, wenn Aegon ein
      Hochstapler gewesen wäre.
      Erstens gehören diese kinder zu Varys, weshalb er sich wohl relativ sicher sein kann, dass sie ihm nicht in den Rücken fallen und zweitens hätte im Zweifelsfall wohl die Aussage eines namenlosen kindes "Hallo, ich habe Grandmaester Pycelle ermordet und außedem weiß ich dass Aegon ein hochstapler ist" wohl kaum allzu viel Gewicht.
      Davon abgesehen besteht die Möglichkeit, dass der "Sohn des Greifen" ein
      Hochstapler ist, Varys aber tatsächlich glaubt, dass er Aegon, der Sohn
      von Rhaegar und Elia ist.
      Wie sollte das denn von statten gegangen sein? Varys rettet kurz vor dem Fall von King's Landing ein Kind aus den königlichen Gemächern aber greift ausversehen das falsche (valyrische) Kind?!
      Lang lebe König Staublin, Herr der Mummers vom geheimnisvollen Volk der Doom.

      Aegon_lebt! wrote:

      Es ist nun mal so, dass er keinen Grund hat, einen Sterbenden anzulügen

      Ja, ich weiß, ist ein Standardstilmittel, um Informationen zum Leser zu transportieren, und als solches ziemlich ausgelutscht.
      Aber wieso sollte man einen Sterbenden nicht anlügen? Wieso sollte ein notorischer Lügner wie Varys plötzlich anfangen, die Wahrheit zu sagen?
      Aber wieso sollte man einen Sterbenden nicht anlügen? Wieso sollte ein notorischer Lügner wie Varys plötzlich anfangen, die Wahrheit zu sagen?
      Du zäumst das Pferd von hinten auf. Natürlich kann Varys, als notorischer Lügner, auch einen Sterbenden anlügen. Aber Varys lügt ja nicht aus Jux und Dollerei, sondern er lügt um Personen zu manipulieren. Er lügt, weil er konkrete Ziele verfolgt - welche Ziele das im Detail auch immer sein mögen. Also sollte man es doch andersrum betrachten: wieso sollte er einen Sterbenden anlügen? Welches Ziel könnte er denn damit verfolgen? Ich sehe nicht welchen Grund er dafür haben sollte, weswegen ich davon ausgehe, dass Varys den sterbenden Kevan nicht belügt.
      Lang lebe König Staublin, Herr der Mummers vom geheimnisvollen Volk der Doom.
      Wieso soll er nicht auch vor einem Sterbenden als der eiskalte Strippenzieher dastehen wollen?
      Würde er mit einer anderen Geschichte als dem Gesagten denn weniger als der "eiskalte Strippenzieher" dastehen? Wenn er sagen würde "Ich habe einen falschen Aegon in der Hinterhand, aber werde ihn auf den Thron setzen, niemand wird es jemals erfahren und DU, Sterbender, kannst es nicht mehr verhindern! Muhahahahaaaa!", wäre das weniger "eiskalt" oder weniger "strippenzieherisch"? Ich denke nicht.
      Nur weil er keinen direkten Vorteil davon hat?
      Genau. Denn genau deshalb lügt er ja. Ich kann mir jedenfalls irgendwie nur schwer vorstellen, dass Varys das alles nur tut, um sein Ego ein wenig zu pushen.
      Lang lebe König Staublin, Herr der Mummers vom geheimnisvollen Volk der Doom.
      Varys hat sogar einen Vorteil darin, wenn er Kevan die Wahrheit sagt: nämlich dass dieser hört, wie toll Varys doch alles in die Wege geleitet hat und dass die Herrschaft der Lannister nun vorbei ist. Kevan wird somit nicht gerade glücklich sterben.

      Erm wrote:

      Fakt ist jedenfalls, dass die Dothraki-Geschichte offensichtlich dazu diente, Visarys so aus dem Weg zu räumen, dass beiden bzw. Illyrio keine tatsächliche Beteiligung nachzuweisen war.
      Ich glaube, dieser Gedanke ist ziemlich weit von einem "Fakt" entfernt.
      Erstens: Die Hochzeit von Daenerys mit Drogo geht ganz klar auf das Konto von Viserys. Es steht zu bezweifeln, dass einer der beiden Verschwörer die letzte der Targaryens für das Versprechen einer Armee, von der man davon ausgehen durfte, dass sie Westeros nie erreichen würde, einfach aus der Hand gegeben hätten. Zumal mit Dorne eine sinnvollere Möglichkeit für eine Allianz per Eheschluss zur Verfügung stand. Nur was Viserys einmal beschlossen hatte, musste auch durchgesetzt werden. Desweiteren versucht Illyrio aber, Viserys davon abzuhalten, sich der Horde von Khal Drogo anzuschließen. Das ist aber ebenfalls eine Sache, bei der Viserys nicht mit sich reden lässt. Das frühzeitige Ableben des Prinzen geht also auf seine eigene Kappe, weil er dumme Entscheidungen trifft und sich dann noch blöder verhält.
      Was die Pläne mit Aegon betrifft, hätte Visarys diese behindern können.
      In diesem Zusammenhang wäre auch zu überlegen, warum es wichtig war,
      dass Visarys Daenarys nicht vor Hochzeitsnacht selbst genommen hat.
      Weil
      dann die Ehe mit Drogo nicht mehr möglich gewesen wäre? Weil Drogo sie
      dann getötet hätte? Illyrio meint aber zu Tyrion, er hatte eigentlich
      erwartet, dass Daenarys bei den Dothrakis nicht überleben wird, also
      kann das wohl nicht der Grund sein.
      Hat das wirklich jemals eine Rolle gespielt? Wo? Ich glaube, wenn dem so ist, ging es eher ganz allgemein um die Idee, Daenerys zu verheiraten, was schwer ist, wenn man nur eine Nicht-Mehr-Jungfrau anzubieten hat. Außerdem bin ich mir nicht so ganz sicher, ob du das, was Illyrio über sie sagt, so richtig wiedergibst. Ich kann mich nur entsinnen, dass er zu Tyrion sagt, Daenerys wäre stark und der Gnom darauf antwortet, dass müsse sie wohl auch sein, ansonsten hätte sie bei den Pferdemenschen kaum überlebt, weil diese Schwäche verabscheuen.
      Warum also? Weil das die
      Pläne für Aegon gefährdet hätte. Ein Sohn von Daenarys und Visarys hätte
      ebenfalls Ansprüche gehabt - Angst also vor weiterer Konkurrenz für
      Aegon. Oder hätte eine Verbindung zwischen Visarys und Daenarys Aegons
      Chancen auf den Eisenthron automatisch verschlechtert, da eine
      Verbindung oder sogar Ehe mit seiner Schwester Visarys Position
      eindeutig gestärkt hätte.
      Immerhin, hätte es keinen Visarys gegeben,
      hätte Illyrio Daenarys mit Aegon verheiraten können. Die Daenarys, die
      sie war, ehe sie ins Feuer ging und die Mutter der Drachen wurde, hätte
      wahrscheinlich keinen Widerstand dagegen geleistet.
      Ein Sohn von Daenerys hätte auch mit Khal Drogo als Vater Ansprüche gehabt - und eine Armee von 40000 Dorthraki, um sie durchzusetzen. Wenn Illyrio und Varys die Chancen für Aegon hätten steigern wollen, hätten sie eher dafür gesorgt, dass Viserys seine Schwester heiratet, weil es für ihn so unmöglich gewesen wäre, über eine Hochzeit von Daenerys irgendwo Einfluss zu bekommen. Desweiteren stünde Aegon in der alten Erbfolge noch immer vor Viserys, Daenerys und möglichen Kindern der beiden. Eine Heirat von Aegon oder Viserys mit Daenerys hätte allerdings auch jeden Plan unserer beiden Verschwörer verhindert, über Eheschließungen den Einfluss der Targaryens auf Westeros zu stärken oder so Verbündete in den sieben Königreichen zu gewinnen.
      Übrigens
      erfahren wir in Buch 2, dass es Varys war, der die Idee hatte, Barristan
      Selmy aus der Königsgarde zu entlassen. Cersei sagt hier allerdings zu
      Tyrion, dass sie Barristan nur in den Ruhestand schicken wollten. Von
      diesem erfahren wir allerdings eine ganz andere Geschichte. Er sollte
      verhaftet (und in der Folge vielleicht getötet) werden, konnte
      allerdings fliehen. Natürlich ist Barristans Aussage glaubwürdiger.
      Sollte Cersei allerdings nicht gelogen haben, müssen wir davon ausgehen,
      dass die Verhaftung, auch wenn von Joffrey abgesegnet, von jemand
      anderen durchgeführt wurde. (Dass Joffrey keineswegs das tut, was seine
      Mutter will, hat aber bereits die Hinrichtung von Eddard gezeigt.) Was,
      wenn Varys hinter der Verhaftung gesteckt hat? Immerhin war es sein
      Vorschlag, Barristan aus der Königsgarde hinauszuhauen, und wir wissen,
      dass eine seiner Verkleidungen bzw. zusätzlichen Identitäten, die eines
      Kerkermeisters ist. Im Kerker hätte er somit auf Barristan Zugriff
      gehabt und ihn sicher umbringen können. Die Ermordung von Kevan und
      Pyrcelle hat eindeutig gezeigt, dass Varys damit keine Probleme hat,
      jemanden umzubringen und dafür zu sorgen, dass er nicht unter
      Mordverdacht gerät.

      Welchen Grund könnte Varys gehabt haben,
      Barristan zu beseitigen? Könnte es sein, dass Barristan die Aktion um
      den "Sohn des Greifen" gefährdet hätte?
      Wo erfahren wir das bitte?
      Nach seinem Abgang in "Game of Thrones" taucht Selmy erst in "Storm of Swords" wieder auf. Dazwischen wundert sich nur Renly, wohin er wohl verschwunden sein könnte. Selmy selbst sagt, man hätte ihm zwei Stadtwachen hinterher geschickt, um ihn umzubringen - wenn ich das richtig im Gedächtnis habe. Ernsthaft? Ich glaube kaum, dass jemand wie Varys zwei Gardisten losschickt, um sich den besten Schwertkämpfer auf dem ganzen Kontinent zu greifen. Den selben Selmy, der relativ problemlos mit einem Sorrowful Man (Attentäter) fertig wird und nahezu spielerisch einen der bekanntesten Söldner in den freien Städten umbringt. Erst recht, nachdem Selmy kurz zuvor gesagt hat, er könnte sich locker durch die fünf im Thronsaal befindlichen Mitglieder der Königsgarde hacken, wenn er dies wollte. Das scheint mir doch eher was zu sein, dass Joffrey anordnen würde. Für einen Varys käme das eher nicht in Frage. Das ist auch ziemlich sinnfrei, wenn man bedenkt, dass es Illyrio ist, der Selmy später zu Daenerys schickt. Wenn Varys den alten Ritter hätte tot sehen wollen, warum sollte Illyrio ihn dann frei rumlaufen lassen?

      Davon abgesehen hatte Varys keine Motivation, Selmy umzubringen. Wie hätte der denn bitte die Aktion "Sohn des Greifen" gefährden sollen? Barristan lag halbtot im Trident, als die Lannisters in der Stadt gewütet haben. Der hatte also keine Möglichkeit, irgendwas davon mitzubekommen. Und einen um 16 Jahre gealtertes Baby wiederzuerkennen dürfte - trotz aller Loblieder, die auf seine Fähigkeiten gesungen werden - auch außerhalb der Möglichkeiten eines Barristan Selmy liegen.
      Zumal mit Dorne eine sinnvollere Möglichkeit für eine Allianz per Eheschluss zur Verfügung stand.
      Visarys hat davon offensichtlich nichts gewusst. Es gibt auch keinen Hinweis dazu, dass Varys oder Illyrio darüber informiert waren. Von Doran wissen wir, dass es auf äußérster Geheimhaltung bestanden hat, vielleicht war Willem Darry der einzige außer Doran, der da Bescheid wusste. Der Umstand, dass Dany und Visarys nach Willems Tod auf der Straßen standen, spricht eigentlich gegen die Zusammenarbeit von Illyrio / Varys mit Willem.

      Für Jon Connington ist es in ADWD eine Tatsache, dass "Aegon" Dany heiraten wird. Insofern war wohl anzunehmen, dass eine Ehe zwischen Dany und Visarys ursprünglich zu erwarten war. (Für die, welche nicht in das Eheprojekt mit Doran eingeweiht waren.)
      Der Umstand, dass für Jon klar ist, dass "Aegon" eine Targaryen, eben Dany heiratet, ist sehr interessant, als die Heirat mit einer Herrscherfamilie "Aegons" Eroberung nützen würde.
      Wenn "Aegon" Arianne heiratet, hätte er die Martells als Verbündete.
      Heiratet "Aegon" Maegary, gewinnt er die Tyrells als Verbündeten. Eine Ehe zwischen "Aegon" und Maegary würde den Tyrells die selben Chance bieten, wie die Ehe zwischen Thommen und Maegary. "Aegon" als "rechtmäßiger" Herrscher, da Targaryen - Robert Baratheon und seine Familie "unrechtmäßige" Usurpatoren. Stannis hätte da keinen Thronanspruch mehr und die Tyrells somit auch keinen Grund mehr, Thommen als Sohn Roberts (und somit auch Cersei) zu unterstützen.

      So wie die Eheschließung zwischen Dany und Drogo in AGOT zustande gekommen ist, hatte Illyrio sehr wohl seine Hand im Spiel, auch an Visarys selbst geglaubt hat, dass das Ganze seine Idee war.

      Ein Sohn von Dany und Visarys hätte sicher als Erbe (und Gegenkandidat zu "Aegon" ) einen offiziell besseren Anspruch gehabt, als ein Sohn von Dany und Drogo.
      Es gibt keinerlei Rechtfertigung, die Würde eines anderen Menschen so gering zu achten, dass man ihn bis zur physischen Vernichtung fertig macht (Hans Jürgen Kratz)
      Ich hoffe ja nach wie vor, dass Aegon aus dem Hut nur eine Nebenfigur bleibt, die besser früher als später wieder aus der Geschichte verschwindet.
      Meinetwegen darf er die Lannisters und Tyrells etwas durcheinanderwirbeln und Dorne mobilisieren, aber spätestens kurz vorm Finale hat er bitte draufzugehen. Ich will im Finale nämlich keine mitten in der Geschichte aus dem Hut gezauberte Figur sehen, sondern an entscheidender Stelle ausschließlich POVs, die seit spätestens Band 2 mit dabei sind. Wenn Aegon also einer der Köpfe des Drachen ist und im Finale mitmischt, dann bin ich not amused. Wenn ein Schriftsteller so eine Saga entwirft, hat er dazu alle Zeit der Welt. Ist ja nicht so wie bei einer TV-Serie, die permanent von Absetzung bedroht ist und bei der der übergreifende, langfristige Handlungsbogen bewusst vage gehalten wird, um im Fall der Absetzung nicht so viele offene Fragen beantworten zu müssen.

      Was Varys oder Illyrio oder sonstwer von Aegon wussten, interessiert mich nicht. Mich interessiert, dass ich als Leser nichts von ihm wusste und dass da auch kein Foreshadowing stattgefunden hat. Das ist eine aus welchen Gründen auch immer in die Story reingeschriebene Figur. Vielleicht soll er ja Danys Ankunft vorbereiten, keine Ahnung. Vielleicht dämmerte GRRM ja auch, dass seinem Drachen ein Kopf fehlt. Das wär schlecht, würde es doch nur beweisen, dass der Mann seine eigene Story nicht im Griff hat. Mut darauf, dass die ganzen Handlungsfäden dann befriedigend zusammengeschnürt werden und all wie Einzelschicksale, die wir seit Band 1 so gespannt verfolgt haben, perfekt zusammenlaufen zum epischen Finale, macht das jedenfalls nicht, wenn da plötzlich in Band 5! (und auch erst seit Band 4 angedeutet) so ein Hanswurst daherkommt und die ganze Geschichte aufmischt. :(

      Bitte bitte lass Aegon entweder eine Fälschung oder zumindest eine Figur sein, die schnell wieder stirbt, GRRM. Dann wär das nämlich wieder akzeptabel, ist so ein Reinschreiben von Hindernissen in Form von Nebencharakteren doch einer der ältesten dramaturgischen Kniffe überhaupt.

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      Ich persönlich halte "Aegon" als Hochstapler für die interessanteste Lösung. (Was nicht ausschließt, dass er selbst und Jon Connington tatsächlich in guten Glauben handeln.) In diesem Fall wäre es auch nicht störend, dass er sozusagen aus dem "Hut" gezaubert wurde. Sollte er dabei tatsächlich noch eine wichtige Rolle spielen, in dem er trotzdem ein Kopf des Drachen wird, wäre das zumindest eine recht "lustige" Pointe?

      Mir würde übrigens auch die Idee gefallen, dass Jeyne Poole die Identität von Arya Stark weiterhin behält, vielleicht sogar zuletzt mit Zustimmung der echten Arya.
      Es gibt keinerlei Rechtfertigung, die Würde eines anderen Menschen so gering zu achten, dass man ihn bis zur physischen Vernichtung fertig macht (Hans Jürgen Kratz)
      Ich bin mir ziemlich sicher, dass die echte Arya wieder nach Westeros zurückkommt, und dann wäre eine Begegnung mit der falschen Arya zumindest zu erwarten.
      Es gibt keinerlei Rechtfertigung, die Würde eines anderen Menschen so gering zu achten, dass man ihn bis zur physischen Vernichtung fertig macht (Hans Jürgen Kratz)
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