Sapkowski - Hexer-Saga

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

      Genau das meine ich ja gerade.


      War meinerseits auch eher scherzhaft gemeint, weil es die Standartausrede für missratene Persönlichkeiten ist - und vorliegend sehr zutreffend. :)

      Schneewittchen heißt Renfri und ihre Geschichte wird im Zusammenhang mit dem Tridamer Ultimatum erzählt (das Einzug in meinen Sprachgebrauch gehalten hat). (Edit: BBLennister war schneller).
      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.
      Ich bin jetzt beim dritten Kapitel von "Das Erbe der Elfen". Gefällt wirklich gut. Ich finde nur dass Sapkowski Ciri, für ein zwölf Jahre altes Mädchen etwas zu kindlich darstellt. Sie verhält sich nicht unbedingt so wie man es in ihrem Alter tut, und kann bestimmte Begriffe nicht richtig aussprechen, die man mit Zwölf eigentlich kennen sollte ("Geralt sagt das übt die Lefrexe!").
      Im Gegensatz zu vielen anderen fand ich "Das Schwert der Vorsehung" nicht schlechter als "Der Letzte Wunsch".

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Beren Stark“ ()

      Welche Geschichten aus den Kurzgeschichtenbänden fandet ihr eigentlich am besten?
      Im ersten haben mir "Der Hexer" und "Eine Frage des Preises" am meisten zugesagt, auch wenn natürlich alle Erzählungen gut sind. Ich muss allerdings sagen dass ich die namensgebende Geschichte "Der Letzte Wunsch" als am schwächsten erachte.
      Im zweiten gefielen mir "An der Grenze des Möglichen" und "Etwas mehr" am meisten.
      Ich bin jetzt schon eine Weile durch. Ich werde nun mal, in der Hoffnung dass es einer liest, eine Gesamtwertung schreiben.

      Ich fand es eigentlich nicht schlimm dass Ciri, nicht Geralt, in den Romanen die Hauptfigur mimt. Zu einem ist sie m. M. n. ein sympatischer Charakter (sie macht auch als einzige eine wirkliche Entwicklung durch), zum anderen glaube ich nicht dass Geralt fünf Romane lang so gut funktioniert hätte, wie in den Kurzgeschichten.
      Die Story ist weder altbacken, noch gezwungen innovativ. Sapkowski vermischt gekonnt altbewährtes mit neuem. Sowas gefällt mir, da das für mich den goldenen Mittelweg darstellt. Obwohl ich auf tolkieneske Gestalten außerhalb Mittelerdes eigentlich allergisch reagiere, hat mich das Vorkommen von Elfen und Zwergen nicht gestört. Nur die Halblinge hätte der gute Andrzej sich sparen sollen. Mal ernsthaft: Abgesehen davon, dass die nicht in Erdhügeln wohnen könnten die direkt aus dem Auenland ausgewandert sein. Solange keine Orks durch die Gegend stiefeln finde ich das aber verschmerzbar ...
      Als Sagen- und Mythen-Freund haben mir auch Motive aus dem europäischen Volksglauben, wie die Wilde Jagd, gefallen.

      Natürlich gibt es auch Minuspunkte, die ich hier in aufsteigender Reihenfolge aufliste.
      1. Bei ein zwei der Zitate am Anfang jedes Kapitels konnte ich bei bestem Willen nicht feststellen was das jetzt mit dem Geschehen dieses Kapitels zu tun hat.
      2. Rittersporn nervt! Ich mochte ihn schon in den Kurzgeschichten nicht. Das liegt daran, dass ich ihn absolut nicht lustig finde, und das er eigentlich nur dazu da ist die meist düster gehaltene Stimmung mal hier mal da aufzulockern, plottechnisch also oft eher überflüssig ist.
      3. Sapkowski legt im Seitenzahlen-Handlungs-Verhältnis eine ähnliche Entwicklung wie Martin beim Lied hin. Der ausführlichere Stil, der einem im Schwalbenturm vielleicht noch zugesagt hat, nimmt in "Die Dame vom See" geradezu wahnwitzige Züge an (*hust* ADWD). Das Problem ist: Die Handlung des 600seitigen Finalbandes hätte man problemlos innerhalb der ungefähr 400 Seiten von "Das Erbe der Elfen" oder "Die Zeit der Verachtung" abgrasen können. Dinge denen Sapkowski früher vielleicht einen rückblickenden Absatz gewidmet hätte werden hier großzügig mehrere Doppelseiten, oder sogar der Hauptteil mancher Kapitel gespendet.
      Natürlich bleiben sowohl der fünfte Roman der Hexer-Saga als auch der fünfte des Liedes erlesene Bücher, aber es ist nie ein gutes Zeichen wenn man sich nach dem Ende eines Kapitels fragt: "Wozu musste ich das jetzt lesen ?( ?!"
      Angesichts der überwiegenden Stärken sind die Schwächen der Reihe aber verschmerzbar.

      Ich kann den Zyklus jedem der Fantasy mag uneingeschränkt empfehlen. Sapkowski ist zwar kein Martin oder Tolkien, aber welcher Schriftsteller ist dass denn schon?
      Ich werde den Einzelroman "Zeit des Sturms" auch noch lesen, da ich Geralt und seine Welt liebgewonnen habe. Danach habe ich allerdings erstmal genug von Andrzej Sapkowskis Geschreibsel.
      Ich habe die Reihe dann mittlerweile auch mal beendet. Ich habe die Bücher eigentlich alle ziemlich fix durchgelesen aber den letzten Teil habe ich jetzt ziemlich lange hier rumliegen gehabt. Ich hatte zwar auch ziemlich viel Stress, aber ich habe auch irgendwie ein bisschen die Lust und den Elan verloren, und kann rückblickend gar nicht mal so genau sagen, wieso. Hm.

      Also. Insgesamt eine sehr schöne Reihe, die durch ihren Stil, der erfrischend anders ist, positiv auffällt. Eine Menge schöne Geschichten, Anekdoten, interessante Charaktere, unerwartete Wendungen, philosophische Exkurse, sowie zentrale Plotpoints, deren Interpretation dem Leser überlassen ist, und dazu eine unermüdliche Flut an allen möglichen Referenzen, vermischt zu einem unterhaltsamen Potpourri. Möglicherweise geht bei dem Versuch all dies unter einen Hut zu bringen ein bisschen von der klassisch fantastischen "Epicness" verloren, aber es hat definitiv für einige Gänsehautmomente gereicht und ohnehin ist der beeindruckende Facettenreichtum von Sapkowskis Werk Entschädigung genug, sollte es sich so verhalten. Gefallen hat mir auch wie die Geschichte dann in einer düsteren, melancholischen Stimmung in aller Gemächlichkeit zu Ende geht, nach dem der finale Showdown eigentlich schon abgehandelt wurde. Das mag ich, wenn Autoren sich noch angemessene Zeit für den Epilog nehmen, man möchte ja auch erfahren was mit den Helden dann letztendlich geschieht, und sie noch mit wehmütigen Erinnerungen an die erlebten Abenteuer ein kurzes Stück begleiten. Unterm Strich bin ich also voll des Lobes für Sapkowski, und kann die Reihe auch nur jedem empfehlen.

      Was mir darüberhinaus noch aufgefallen ist, ist Sapkowskis ungewöhnlicher Sprachstil. Viele wahrhaft altertümliche Formulierungen, oft gespickt mit Wörtern die ich trotz meines wohl recht akzeptablen Wortschatzes noch nie begegnet bin (zB irgendwelchen Fechtvokabeln), oder die ich zuletzt auf Magickarten gelesen habe. Hinzu kommen allerlei Anachronismen und ein bisschen Latein, dass ich nur zur Hälfte verstanden habe. Das bewerte ich weder negativ noch positiv, es ist mir lediglich aufgefallen.

      Und noch etwas: Hat jemand (Maegwin?) zufällig eine Seite parat, wo alle Referenzen, die Sapkowski bemüht, aufgelistet werden? Das meiste habe ich glaube ich mitbekommen, aber gerade was Märchen und Sagen angeht habe ich eine kleine Bildungslücke, weswegen ich gerne nochmal schauen würde ob mir etwas entgangen ist.
      "Once they figure a way to work a dead horse, we'll be next. Likely I'll be the first too. 'Edd' they'll say, 'dying's no excuse for laying down no more, so get on up and take this spear, you've got the watch tonight.' Well, I shouldn't be so gloomy. Might be I'll die before they work it out." - Edd Tollett
      Nopsi, leider nichts dergleichen. :(
      Ich glaube die ausführlichste Seite zur Sage ist tatsächlich das Hexer-Wikia, dort kann man zumindest die Monster eintippeln und so ggf. auf die jeweilige Sage/Figur kommen, allerdings ist sie naturgemäß nicht so sortiert wie du sie bräuchtest.

      PS:
      Ich glaube die letzte die ICH übersehen hatte war die hier: de.wikipedia.org/wiki/Condwiramurs
      Als ich das Buch gelesen hatte, habe ich mich ehrlich gefragt welche Pilze ihn da bei der Namensgebung geritten haben. :D

      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.
      hmmja schade. Das Wiki scheint auch abseits seiner "Unübersichtlichkeit" nicht das zu sein was ich suche, schon bei so Namen wie La Voisier oder Oppenhauser werden da keine Bezüge hergestellt. Ich hatte nur von Moers "Stadt der träumenden Bücher" ein paar Seiten im Kopf, wo Fans seine ganzen Anagramme aufgeschlüsselt hatten, und auf etwas ähnliches gehofft. Da mir weder Condwiramurs noch Nimue auf Anhieb etwas gesagt haben und auch ansonsten bestimmt eine beschmunzelnswerte Referenzen an mir vorbeigegangen sind, wäre das schon praktisch, aber was soll man machen.
      "Once they figure a way to work a dead horse, we'll be next. Likely I'll be the first too. 'Edd' they'll say, 'dying's no excuse for laying down no more, so get on up and take this spear, you've got the watch tonight.' Well, I shouldn't be so gloomy. Might be I'll die before they work it out." - Edd Tollett
      Ja, leider auch am Übersetzer. Auberon (selbst eine Anspielung) Muircetach, der impotente Elfenkönig, hat in der Originalfassung nicht den Beinamen "König der Älteren" sondern "Erlkönig", von dem man wiederum wissen muss, dass Herder bisse geschlampt hat beim Übersetzen und die Ballade eigentlich "Elfenkönig" und nicht "Erlenkönig" heißen sollte im Dänischen (im Polnischen brav nach Goethe als König der Erlen firmiert) und dann macht das Ganze wieder Sinn, näh? Ist im Ergebnis nicht falsch, aber schade um den Zwischenschritt um Goethe.

      Immerhin so viel Trost, dass ich bezweifle, dass da ein größeres Ganzes dahintersteckt bei Sapkowski. Nachdem er auch irische Sagen reingepflanscht hat und bei einem simplen Dialog zwischen Bauer und Frau den ältesten bekannten polnischen Satz in wörtlicher Rede überhaupt zitiert (aus dem Liber fundationis claustri sanctae Mariae Virginis in Heinrichow in etwa: Geh dich ausruhen, während ich hier weitermahle - eigentlich sehr frauenfreundlich), glaube ich, dass er sich hauptsächlich selbst darüber totgegiggelt hat.

      Ich wüsste auch keine anderssprachige Seite, die alle Anspielungen erfasst. Dem Netz nach gibt es aber ein paar Diplomarbeiten darüber. :)
      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.
      Ich weiß auch nicht, was ihn bei "Hemdall" geritten hat. Abgesehen von dem fehlenden i im Namen ist diese mythologische Figur 1:1 vom nordischen Heimdall übernommen. Da hätte er gleich noch einen "Odn" oder "Lok" einbauen können. :S
      @Jalabhar
      Ich mag das Wiki auch nicht. Viele Artikel sind schlichtweg schlecht geschrieben, oder sachlich falsch.
      Spoiler anzeigen
      Bei der Schlacht von Brenna haben meinen Erinnerungen nach keine Skellige-Krieger mitgemischt.

      Zumindest mir kam es immer so vor, als ob es eigentlich für die Spiele gedacht wäre, oder zumindest stark spiellastig ist.
      Ich weiß auch nicht, was ihn bei "Hemdall" geritten hat. Abgesehen von dem fehlenden i im Namen ist diese mythologische Figur 1:1 vom nordischen Heimdall übernommen.


      Damit beantwortest du dir die Frage so ziemlich selbst. :) Das macht er ja öfter, genauso wie bei der Uni-Stadt Oxenfurt.

      Zumindest mir kam es immer so vor, als ob es eigentlich für die Spiele gedacht wäre, oder zumindest stark spiellastig ist.


      Jo, ist es auch - spiellastig. Theoretisch wäre die Buch-Sektion selbstständig, aber sie ist jetzt nicht wirklich erleuchtend. Zum Wahrheitsgrad kann ich nichts sagen, weil ich mich nicht wirklich hinverirre.
      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.

      Maegwin schrieb:

      Ich weiß auch nicht, was ihn bei "Hemdall" geritten hat. Abgesehen von dem fehlenden i im Namen ist diese mythologische Figur 1:1 vom nordischen Heimdall übernommen.


      Damit beantwortest du dir die Frage so ziemlich selbst. :) Das macht er ja öfter, genauso wie bei der Uni-Stadt Oxenfurt.

      Die Wilde Jagd ist auch recht gründlich übernommen. Ich hatte ja nichts dagegen, aber Hemdall wirkte auf mich schon etwas billig. Was soll's? Angesichts seines Könnens kann man über sowas getrost hinwegsehen. Das ist ählich wie mit Georgie. :)

      Zum Wahrheitsgrad kann ich nichts sagen, weil ich mich nicht wirklich hinverirre.

      So katastrophal ist es auch wieder nicht. Es gibt halt ein paar Sachen, wo ich nur mit dem Kopf schütteln konnte.
      Soweit ich mich erinnern kann, brauchte der originäre Heimdall keinen goldenen Gockel der ihn weckt, wenn Ragnarök ansteht. :)
      Für einen kleinen Seitenhieb fand ich den Zweizeiler in Ordnung. Zumal in die Benennung eines Bergmassivs nach Heimdall auf die polnische Giewont-Legende anspielen dürfte. Der Giewont ist ein Berg in Form eines schlafenden Ritters, der sich erheben soll wenn das Land in Gefahr ist. Nach mehreren Teilungen und 2 WKs ist der immer noch schlafende Ritter Ziel der völkischen Belustigung und zahlreicher hilfreicher Tipps.

      Ich finde es aber nicht schlimm, wenn das einem zu doof ist. :)
      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.
      Ich habe zwar erst "der letzte Wunsch" und "das Erbe der Elfen" gelesen (habe gerade mit "Die Zeit der Verachtung" angefangen), zu "Heimdalls Gockel" aber nur soviel aus der Edda:

      "Dort saß auf dem Hügel
      und schlug die Harfe
      der Riesin Hüter,
      der heitre Eggdir;
      es krähte bei ihm
      im Kiefernbusch
      der feuerrote Hahn,
      der Fjalar heißt.

      Doch Güldenkamm
      bei den Göttern kräht:
      er weckt die Helden
      bei Heervater
      unter der Erde
      ein anderer kräht,
      in Hels Halle,
      ein braunroter Hahn.

      Gellend heult Garm
      vor Gnippahellir:
      es reißt die Fessel,
      es rennt der Wolf.
      Vieles weiß ich,
      Fernes schau ich:
      Der Rater Schicksal,
      der Schlachtgötter Sturz.

      (Übersetzung von Genzmer)



      "Da saß am Hügel
      und schlug die Harfe
      Der Riesin Hüter,
      der heitre Egdir.
      Vor ihm sang
      im Vogelwalde
      der hochrote Hahn,
      geheißen Fialar.

      Den Göttern gellend
      sang Gullinkambi,
      weckte die Helden
      beim Heervater,
      unter der Erde
      singt ein andrer,
      Der schwarzrote Hahn
      in den Sälen Hels.

      (Übersetzunng von Simrock)

      Scheinbar haben die sich alle auf Gockelwecker verlassen. ;)
      *lol*

      Das wusste ich nicht. :)
      Dann finde ich es aber umso spaßiger, dass ein Tier von so grundlegender Bedeutung seine eigene Statue bekommen hat. In der Sapkowski-Version heißt das Vieh sogar Kambi.
      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.