Tolkiens Werke

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our use of cookies. More details

      In dem Artikel der Welt ist die Rede von einer gigantischen Marketingoffensive 2018 - das war aber doch nur ein Aprilscherz der durchs Internet ging oder?
      Ich bin da nämlich damals auch drauf reingefallen und hätte fast angefangen zu heulen (keine Übertreibung hatte echt schon Tränen in den Augen...) vor Angst und Ekel...
      Zum 125.Geburtstag von Tolkien am 3.01.2017 hat 'Bellas Wonderworld' ein Tolkien Lesejahr ausgerufen. Den Hobbit haben wir bereits gemeinsam gelesen und besprochen. Als nächstes steht 'Der Herr der Ringe' Anfang März auf dem Programm.
      Vielleicht hat ja jemand hier Zeit und Lust mitzumachen. Nähere Infos gibt's hier:
      bellaswonderworld.de/forum_/le…-r-r-tolkien-tolkienyear/
      Für mich ist gerade das, was den Menschen so ungeheuer kostbar macht, seine schöpferische Fähigkeit, das heißt, daß aus jedem Menschen eine ganz neue Welt hervorgehen kann. (M.E.)

      Beren Stark wrote:

      Klett-Cotta hat das schon länger in der Vorschau.
      Irgendwann werd' ich das wohl lesen. Eine ausführliche Version von Beren und Luthien ist schon reizvoll, genau wie die von den Kindern Hurins (obwohl ich die Version ersterer Geschichte im Sil. sehr schön finde). Vielleicht bekommen wir demnächst noch den Fall Gondolins, dann hätten wir die drei großen Epen Mittelerdes beisammen.


      Hast Du es schon gelesen? Ich frag mich, ob das noch so viel mehr ist, als im Silmarillion drinsteht?
      Nein, hab ich nicht. So kann ich nichts sicheres über den Inhalt sagen, aber erlaube mir, die Vermutung anzustellen, dass es wohl eine Art Novelisation der Fassung im Sil. darstellt, die was blanke Info angeht wohl nichts neues bringen dürfte. Zumindest wurde bei "Die Kinder Hurins" von verschiedenen Rezensenten darauf hingewiesen.
      'Beren und Luthien' kommt erst am 10.06.2017.
      Aber ich denke auch, das das Buch inhaltlich nichts neues bringen wird. Doch ich erwarte eine schöne lesbare Fassung, wie schon 'Die Kinder Hurins', die ich gerade wieder in einer Leserunde gelesen habe.
      Für mich ist gerade das, was den Menschen so ungeheuer kostbar macht, seine schöpferische Fähigkeit, das heißt, daß aus jedem Menschen eine ganz neue Welt hervorgehen kann. (M.E.)
      Ich habe mir im Urlaub endlich mal das Silmarillion zu Gemüte geführt und mir nun direkt einmal den Atlas von Mittelerde dazugekauft, um vieles besser nachvollziehen zu können.
      Böte mir das Lesen von der Geschichte von Mittelerde, sowie der Epen des Silmarillions in den neuen Veröffentlichungen (Beren und Lúthien, Kinder Hurins und Fall von Gondolin) noch irgendeinen informativen Mehrwert, oder sind das inhaltlich eigentlich nur die Geschehnisse des Silmarillions neu aufbereitet?
      "Not every man has it in him to be Prince Aemon the Dragonknight." -Wyman Manderly

      Ceterum censeo Casimirem esse delendum.
      Habe Beren und Luthien nicht gelesen, die anderen beiden sind auch schon etwas her. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, handelt es sich eher um ästhetischen Gewinn als um inhaltlichen.
      Die History of Middle Earth habe ich auch nicht wirklich gelesen, nur die ersten beiden auch auf deutsch übersetzten Bände, also Buch der Verschollenen Geschichten 1 + 2.
      Ich fand das damals aber eher befremdlich, das sind ganz frühe Formen der Geschichten, teilweise noch mit Beziehung und Verknüpfung zum realen England.
      Aus einer sprach- oder literaturwissenschaftlichen Perspektive vielleicht interessant, aber sonst würde ich da mal ein großes Fragezeichen hinter machen.
      Nachrichten aus Mittelerde kann man noch lesen, da sind auch inhaltliche Doppelungen mit dem Silmarillon und den Anhängen zum HdR, aber auch ein paar exklusive Kapitel, z. B. Gandalfs Bericht über die Schwarzen Reiter.

      Den Atlas von Mittelerde kenne ich aber auch nicht, daher weiß ich nicht in welcher Beziehung die zueinander stehen.
      Im groben und ganzen sind die neu erschienenen Geschichten wie "Beren und Luthien" oder die "Kinder Hurins" nur detailreichere Neuauswalzungen der bereits bekannten Geschichte.

      Wer nicht wirklich etwas über die Notiz- und Fußnotenwut Tolkiens neues erfahren will, ist mit Silmarillion und den Nachrichten aus Mittelerde bestens bedient.

      Tokien ist jetzt 41 Jahre tot, seine aktive Schaffensperiode endete vor ungefähr 50 Jahren. So sehr ich Christopher bewundere, als Lebensaufgabe stets am Lebenswerk seines Vaters herumzufeilen, aber Bahnbrechendes wird nicht mehr kommen.

      Wobei ich mich immer frage, warum Christopher Tolkien nie was eigenes zu Papier brachte. Oder ist das dann wieder eine Aufgabe für dessen Erben?
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Nun ja, bei so einem Vater würde seine eigenen Kreationen immer in dessen Schatten stehen und hauptsächlich gekauft werden weil er Tolkiens Sohn is und nicht wegen ihnen selbst. Und da er das weiß lässt er es. Oder er ist nicht der Schriftstellertyp, der Apfel fällt halt nicht immer nah am Stamm. Oder er schreibt nicht weil ihn die Schöpfung seines Vaters so sehr geprägt hat, nicht vergessen er ist mit dem Ganzen aufgewachsen, dass alles was er schreibt für ihn viel zu sehr von Mittelerde durchdrungen ist. Und um das dann zu veröffentlichen liegt ihm diese zu sehr am Herzen.
      @hodor

      Passt hier dann eher ;) Ich weiß, dass viele den HdR nach einer Weile in die Ecke geschmissen haben und ich weiß auch, dass es am Anfang liegt. Das resultiert vermutlich daraus, dass das Buch als Kinderbuch, als eine Fortsetzung zum Hobbit begann, alles andere entwickelte sich erst im Laufe der Geschichte bzw des Schreibens. Jemand, der die Hobbits schon so ins Herz geschlossen hat, weil er den Hobbit gelesen hat, mag damit mehr anfangen können, weil er mehr über sie erfahren will. Ähnlich vielleicht wie bei GoT, wo man mehr über die Targaryens lesen will, nachdem man das Lied durch hat. Die Einführung kann man getrost überblättern, wenn man denn will und sie vielleicht im Anschluss lesen.

      Dazu kommt, dass man die Bedeutung des ersten Abschnitts eigentlich erst in Lothlorien wirklich vollkommen erfasst, Tolkien geht da sehr viel subtiler vor als andere. Hier erkennt man eventuell auch, was Martin meinte, als er davon sprach, dass sein Ende ähnlich bittersüß sein, wie das im Hern der Ringe. ;) Wobei ich das in der Serie nicht so gesehen habe, aber das mag in den Büchern anders sein.

      edit

      Weil es so gern als Trilogie bezeichnet wird und natürlich auch so vermarktet. Das ist es definitiv nicht! Das Buch erschien damals in 3 Teilen, weil das Papier knapp und sehr teuer war. Rayner Unwin war, ob des Umfangs, das Risiko zu groß es in einem Band zu veröffentlichen, daher wurde es geteilt. Es war anfangs auch nicht gerade eine Bestseller, das kam erst später, als die Hippie-generation sich darauf stürzte.


      Ein Witz kann eine Idee unter der Tür durchschieben, während die Ernsthaftigkeit immer noch dagegen hämmert. Terry Pratchett

      Post was edited 2 times, last by “NannyOgg” ().

      @NannyOgg: Ich habe den Hobbit vorher gelesen und genossen, ich liebe den Hobbit. Er ist halt auch ein gut geschriebenes Kinderbuch. Beim HdR komme ich nicht weiter, weil ich es stilistisch schwächer finde, ich muß es aber auch noch in Englisch versuchen, es ist nicht ausgeschlossen, dass es an der Übersetzung liegt.
      Natürlich kenne ich die ganze Drumrumgeschichte, weil ich ein Nerd bin, habe die Filme mehrmals gesehen (weil ich schon davor Peter Jackson - Fan war) und hätte eigentlich eine Affinität zu Tolkiens Ansatz, weil ich eine literarische Ader habe. Aber es läßt sich einfach nicht gut lesen als Buch - für mich. Der Hobbit ist für mich ganz klar das bessere Buch.
      Dazu kommt natürlich die Rezeptionsgeschichte, HdR ist das Überwerk der Fantasy und hat dem Genre mMn mehr geschadet als genützt, indem es Konventionen in Stein meiselte, die ich fast allesamt als negativ empfinde in der Fantasy (Schwarzweissmalerei, Chauvinismus, Hierarchien, Rückwärtsgewandheit usw.), da habe ich Widerstände.
      Ich merke auch immer bei der Konversation mit ASOIAF-Fans, dass ich geradezu von der anderen Seite komme - ich finde das Brechen der Konventionen bei GRRM nicht allzuweit fortgeschritten, mir tappt er eher zu oft in diese Falle.
      HODOR !
      @hodor

      Meinst du den Schreibstil? Der Stil ändert sich im Laufe des Buches, der HdR ist eher episch, nicht im literaturwissenschaftlichen Sinne, sondern wie man es umgangssprachlich benutzt, im Gegensatz zum Hobbit. Falls klar ist, was ich damit meine :crazy:
      Tolkiens erster Ansatz war nicht literarisch, sondern philologisch, im HdR vermischen sich dann auf einmal beide Ansätze und daraus wird etwas ganz anderes, das finde ich so spannend. ;) Das Tolkien Maßstäbe gesetzt hat, liegt, glaube ich, nicht allein an den Fantasy-Elementen, sondern an seiner Detailverliebtheit und das man spürt, dahinter stehen noch viel viel mehr Geschichten. Leider ist er ja, aufgrund seiner Detailverliebtheit mit seinem Silmarrillion nie fertig geworden. :(
      Über die Filme mag ich fast nichts sagen, denn sie verwischen die gesamte Geschichte und favorisieren Bilder, die Tolkien abgrundtief gehasst hätte, trotz perfekter Voraussetzungen.
      Chauvinismus? Inwiefern?
      Schwarzweißmalerei stimmt bedingt, auch bei ihm gibt es Charaktere nicht nur gut oder böse sind, nur vielleicht nicht so viele wie anderswo und eben ganz sicher nicht so wie bei Martin. ;)
      Dass er mittlerweile als Überwerk gesehen wird, dafür kann er nichts. Das empfinde ich auch eher als ein Problem, weil viele so mit völlig falschen Erwartungen daran gehen und dann eben auch oft total enttäuscht dind.
      Ein Witz kann eine Idee unter der Tür durchschieben, während die Ernsthaftigkeit immer noch dagegen hämmert. Terry Pratchett

      NannyOgg wrote:

      Über die Filme mag ich fast nichts sagen, denn sie verwischen die gesamte Geschichte und favorisieren Bilder, die Tolkien abgrundtief gehasst hätte, trotz perfekter Voraussetzungen.


      Ich habe die Bücher vor einer Ewigkeit gelesen und bin jetzt kein besonderer Tolkienexperte. Hab aber auch schon Teile vom Silmarillon gelesen und natürlich den Hobbit :) Trotzdem liebe ich die Filme und fand immer, dass das eines von wenigen Beispielen ist, wo die Verfilmung nahezu an die Buchvorlage heranreicht bzw. sogar (nicht schlagen) besser ist als die Bücher, weil passende Stellen gekürzt sind.

      Mich würde sehr interessieren, mehr über deine Ansicht zu erfahren :)

      Über die Hobbitfilme könnte ich im Übrigen auch fast nur noch kotzen :( Ganz schlimme Sache.
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones
      @SuSansa

      Was genau meinst du denn? Die Filme und Bücher im Vergleich?
      Vorab vielleicht, ich finde, bis auf wenige Ausnahmen, die Besetzung hervorragend, auch die Kulissen, der Wahnsinn! Die Doku auf der ersten SEE hab ich komplett gesehen und fand sie besser als die Filme, werde mir daher bei Gelegenheit auch die Blu-ray holen, weil da noch mehr Zusatzmaterial vorhanden ist.
      Manche Änderungen stören mich nicht, andere so sehr, dass ich nen dicken Hals kriege, weil sie einfach der Geschichte einen anderen Stempel aufdrücken.
      Lustig fand ich dabei in Bezug auf GoT, dass sich hier viele vor einem HdR-Ende gefürchtet haben, weil Martin von einem bittersüßen Ende wie bei Tolkien gesprochen hat. Allein dadurch sieht man schon wie sehr die Vorlage verfälscht wurde, denn was daran so wehmütig ist, kam bei den Filmen gar nicht zum Tragen bzw der Fokus lag ganz woanders.

      Über den Hobbit deckt man lieber den Mantel des Schweigens, die Filme sind, auch ohne die Buchvorlage, weder Fisch noch Fleisch.

      edit

      Ich möchte keinen angreifen, der die Filme liebt, das ist natürlich völlig ok, nur eben nicht meine Meinung ;) Nicht, dass das komisch rüberkommt.

      Ein Witz kann eine Idee unter der Tür durchschieben, während die Ernsthaftigkeit immer noch dagegen hämmert. Terry Pratchett

      Post was edited 1 time, last by “NannyOgg” ().

      Nein, gar nicht komisch, aber ich habe bisher nur mit Tolkienfans gesprochen, die die Filme sehr gelobt haben, deswegen interessiert es mich einfach nur sehr. Bin ja selber da nicht so tief drin im Tolkienwerk. Fand das Buch jetzt auch nicht sooooooo herausragend, also natürlich schon super spannend, aber ich mag die klar geteilten Linien zwischen gut und böse bei Herr der Ringe nicht so sehr und bevorzuge eher so Figuren wie sie bei Martins Epos sind. Deswegen kann es sein, dass ich mich einfach viel zu wenig auskenne.

      Mir ist das Filmende zu kitschig, aber ich kann mich erinnern, dass ich das Ende in den Büchern auch nicht so besonders doll fand. Als es um die Befreiung vom Auenland geht, dachte ich bei mir: Jetzt ist aber gut. Also fand ich es ganz gut, dass es in den Filmen gekürzt wurde, wenn ich auch es echt bisschen ätzend fand, der Fokus auf Aragorn und dieses Kitschige mit Arwen etc.

      Finde also das Ende sowohl bei Büchern als auch bei den Filmen als nicht so ideal.

      Was ich gut fand, war, dass sie die weiblichen Figuren in den Filmen etwas gestärkt haben. Ja, das ist leider nicht buchtreu und ich werfe es Tolkien auch nicht vor, weil die Bücher nun mal vor fast oder sogar mehr als hundert Jahren geschrieben wurden, dennoch weiß ich, dass ich mir als Jugendliche immer eine zehnte Gefährtin dazuerfunden habe, damit ich eine Figur habe, mit der ich mich identifzieren kann.
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones
      ö

      SuSansa wrote:

      Nein, gar nicht komisch, aber ich habe bisher nur mit Tolkienfans gesprochen, die die Filme sehr gelobt haben, deswegen interessiert es mich einfach nur sehr. Bin ja selber da nicht so tief drin im Tolkienwerk. Fand das Buch jetzt auch nicht sooooooo herausragend, also natürlich schon super spannend, aber ich mag die klar geteilten Linien zwischen gut und böse bei Herr der Ringe nicht so sehr und bevorzuge eher so Figuren wie sie bei Martins Epos sind. Deswegen kann es sein, dass ich mich einfach viel zu wenig auskenne.


      So klar geteilt sind sie ja nicht grundsätzlich, wir haben Lobelia, Denethor, Boromir und zeitweise auch Theoden, die 2 Seiten zeigen, auch die Ents oder die Elben sind nicht ungefährlich und haben teilweise nur ihr eigenes Interesse im Kopf. Und Gollum/Smeagol nicht zu vergessen, er kämpft mit sich, seit er Frodo kennenlernt.
      Selbst Sauron und Saruman waren nicht immer böse, gut, im Falle Saurons muss man den Rest auch kennen. Natürlich ist das kein Vergleich zu Martin. ;)


      Mir ist das Filmende zu kitschig, aber ich kann mich erinnern, dass ich das Ende in den Büchern auch nicht so besonders doll fand. Als es um die Befreiung vom Auenland geht, dachte ich bei mir: Jetzt ist aber gut. Also fand ich es ganz gut, dass es in den Filmen gekürzt wurde, wenn ich auch es echt bisschen ätzend fand, der Fokus auf Aragorn und dieses Kitschige mit Arwen


      Naja...Aragorn und Arwen ist ein schwieriger Fall. In den Büchern fand ich es genau richtig so und Aragorn Gedanke an sie in Lothlorien treibt mir jedesmal die Tränen in die Augen, aber das hätte man so filmisch nicht umsetzen können. Arwen ist allerdings sehr wichtig, denn u.a. ist sie Aragorn Antrieb und an ihrem Schicksal wird auch klar, warum diese Geschichte eben nicht nur süß ist, sondern auch sehr bitter. Weiß aber gar nicht, ob das bei denen, die nur die Filme gesehen überhaupt so angekommen ist.

      Das Auenland...waaaaah, wie kann einem das nicht gefallen? :( 8| ;) Hier kommt Tolkiens Humor voll zum Tragen, auch zeigt es, wie gefährlich Saruman noch ist, was er anrichten kann. Mit Lobelia kommt ein sehr ambivalenter Charakter nochmal zum Einsatz und eine verdammt starke Frauenfigur, selbst wenn ihr Auftritt nur klein ist. Dann natürlich Frodos Abschied und eine letzte Bezugnahme, warum jetzt zwar, oberflächlich gesehen, eigentlich alles gut ist, es aber trotzdem traurig und vieles unumkehrbar bleibt. *möp* Ich hätte wirklich gern eine Leserunde, anhand der Textstellen lässt sich das so viel besser beschreiben :)


      Was ich gut fand, war, dass sie die weiblichen Figuren in den Filmen etwas gestärkt haben. Ja, das ist leider nicht buchtreu und ich werfe es Tolkien auch nicht vor, weil die Bücher nun mal vor fast oder sogar mehr als hundert Jahren geschrieben wurden, dennoch weiß ich, dass ich mir als Jugendliche immer eine zehnte Gefährtin dazuerfunden habe, damit ich eine Figur habe, mit der ich mich identifzieren kann.


      Für mich haben sie Galadriel völlig verpfuscht. Wie stark und mächtig sie ist, kommt im Buch viel besser rüber. Aber natürlich hast du recht, starke Frauen gibt es im Buch zwar, aber sie sind selten präsent.
      Ich brauchte sie jetzt nicht, konnte mich auch immer gut mit einem der männlichen Parts identifizieren, da spielt das Geschlecht für mich keine Rolle, aber das ist natürlich unterschiedlich.
      Ich werfe Jackson da auch eher das WIE vor, nicht dass er es getan hat.

      edit

      Ich mag das Ganze aber eigentlich auch nicht an einzelnen Szenen festmachen, obwohl die natürlich zu diesem oder jenem führen, das würde den Rahmen sprengen.
      Mich stört im Wesentlichen, dass das eigentliche HdR-Feeling, das was Tolkien bezweckte, so nicht rüberkam. So bleibt der Kampf zwischen gut und böse als einziges übrig.



      Ein Witz kann eine Idee unter der Tür durchschieben, während die Ernsthaftigkeit immer noch dagegen hämmert. Terry Pratchett

      Post was edited 1 time, last by “NannyOgg” ().

      SuSansa wrote:

      Nein, gar nicht komisch, aber ich habe bisher nur mit Tolkienfans gesprochen, die die Filme sehr gelobt haben, deswegen interessiert es mich einfach nur sehr.


      Ich denke die meisten Tolkienfans mögen die Filme auch, ein paar natürlich nicht und ein paar halten sie für gute Filme aber am Geiste des Buches vorbeigedreht. Die Verteilung, die man bei handwerklich in jedem Fall sehr soliden Filmen erwarten kann. Und vor dem Hintergrund, dass es so gut wie keine guten Fantasy-Verfilmungen gibt, schon bemerkenswert.

      Ich selber habe das Buch sehr häufig gelesen und die Filme sehr häufig gesehen, mag beides enorm gerne aber bin mir über die Qualität als Verfilmung auch nicht ganz im Klaren. Ich finde schon, dass manche Elemente sehr gut umgesetzt sind (der Charakter der Hobbits und des Auenlandes, das Motiv der Reise und des Abenteuers, die Kritik an der Naturzerstörung, die Verführbarkeit durch den Ring und in dem Kontext Gollum, die Figur Theoden..), andere weniger gut und manche sind halt komplett an der Vorlage vorbei (Saruman, Aragorn, Denethor).

      Was das für ein Gesamtbild ergibt, kann sich bei jedem neuen Durchlauf ändern. Im Trend würde ich sagen, dass der erste Film sehr viel vom Buch einfängt und der dritte sehr wenig.
      Das Arwen Frodo rettet, ist z. B. eine Änderung die im tolkienschen Frauenbild kaum vorgesehen ist, aber die auch nicht wirklich stört, sondern eher ein paar echt gute Reitszenen produziert hat. Die den konservativeren Fans dann wahrscheinlich zu actionreich waren.

      Bin ja selber da nicht so tief drin im Tolkienwerk. Fand das Buch jetzt auch nicht sooooooo herausragend, also natürlich schon super spannend, aber ich mag die klar geteilten Linien zwischen gut und böse bei Herr der Ringe nicht so sehr und bevorzuge eher so Figuren wie sie bei Martins Epos sind. Deswegen kann es sein, dass ich mich einfach viel zu wenig auskenne.


      Ich halte das angebliche Gut-Böse Schema bei Tolkien für ein großes Missverständnis. Natürlich existiert das reine Böse bei Tolkien in einer christlichen Variante, durch Melkor der eine Spielart des Teufels ist. Es stimmt aber nicht, dass sich die Figuren generell auf die ein oder andere Seite schieben lassen. Unter den Elben gibt es böse Taten, die vor allem durch Feanors Eid ausgelöst werden, der in keiner bösen Absicht geschehen ist aber dennoch Leid über die Elben bringt (z. B. den Sippenmord in Alqualonde, wo die Noldor viele ihrer Verwandten, der Teleri töten um an deren Schiffe zu gelangen). Und gerade im Herrn der Ringe wird immer wieder thematisiert, dass selbst gute und reine Geschöpfe wie Galadriel durch die Macht des Ringes korrumpierbar sind, weshalb sie z. B. ihn ablehnt. Letzten Endes ist auch Frodo nicht vor der Verführung durch den Ring sicher. Ein anderes Beispiel ist Denethor, der zwar auf Seite der Guten kämpft, aber der Verzweiflung anheim fällt und dadurch schlimme Dinge tut. Oder Saruman, den ich als Nihilisten interpretiere, für den die Existenz des Guten an sich schon unvorstellbar ist. Selbst Gnade ist für ihn nichts Gutes, sondern etwas Grausames.

      Gerade die Geschichte der Menschen ist seit ihrem Auftauchen in Mittelerde immer eine Geschichte des sich-Entscheidens. Sie kämpfen von Beginn an sowohl für Melkor als auch für die Eldar. Auch die vermeintlich besten unter den Menschen, die gegen Melkor gekämpft haben und zu den Numenorern werden, werden durch Saurons Einflüsterungen korrumpiert und wollen schließlich den Krieg gegen die "Guten", um die Unsterblichkeit zu erkämpfen.

      Ich würde das Gut-Böse Schema in den Grundzügen zwischen Tolkien und Martin gar nicht mal so an der eigentlichen Sache unterscheiden, sondern eher am Abstraktionsgrad.

      Mir ist das Filmende zu kitschig, aber ich kann mich erinnern, dass ich das Ende in den Büchern auch nicht so besonders doll fand. Als es um die Befreiung vom Auenland geht, dachte ich bei mir: Jetzt ist aber gut. Also fand ich es ganz gut, dass es in den Filmen gekürzt wurde, wenn ich auch es echt bisschen ätzend fand, der Fokus auf Aragorn und dieses Kitschige mit Arwen etc.

      Finde also das Ende sowohl bei Büchern als auch bei den Filmen als nicht so ideal.


      Das Ende ist an fast jeder Geschichte das Schwierigste und ich kenne Wenige, die so gut sind, wie das des Herrn der Ringe.

      Hildegunda wrote:

      NannyOgg wrote:

      Weiß aber gar nicht, ob das bei denen, die nur die Filme gesehen überhaupt so angekommen ist.

      Nö. :)


      Dacht ich mir fast, dann hätte man es theoretisch auch weglassen können. :whistling: Kenne ohnehin niemanden, der das so toll fand, dass er nicht darauf hätte verzichten können. Männer scheinen immer noch zu denken, dass Frauen sich sowas nicht anschauen, wenn es keine Liebesgeschichte gibt oder Jackson wollte Arwens Wichtigkeit für Aragorn doch zeigen und hats verkackt *hüstel*

      @Grunkins

      Das Silmarillion und weitere Bücher würde ich mal außen vor lassen, der HdR muss in dem Punkt für sich allein stehen können.

      dass der erste Film sehr viel vom Buch einfängt


      Und das sehe ich eindeutig anders. ;)

      Ich gehe davon aus, du meinst das Buchende? Dann würde ich dir unbedingt zustimmen! :)

      @SuSansa

      Vorhin vergessen zu fragen, warum gefällt dir denn das Buchende nicht? Too much?
      Ein Witz kann eine Idee unter der Tür durchschieben, während die Ernsthaftigkeit immer noch dagegen hämmert. Terry Pratchett