Identifikation mit Charakter

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      Daenerys I wrote:

      Aha. Manche Aussagen, die ich betreffs dieses Themas lese, nötigen mich allmählich zu der Annahme, dass es sich bei deren Verfassern um Menschen mit psycho- oder soziopathischer Charakterstruktur handeln muss. Um die Nachtwache auszuhungern, muss man also z. B. völlig mitleidlos sämtliche Kinder eines Dorfes abschlachten. Das ist einfach nur irre. Wer das begrüßt, besitzt meiner Ansicht nach entweder selbst kein Herz oder er/sie verdrängt alles Emotionale in die tiefen Sphären seines/ihres Unbewussten. Anders kann ich mir Äußerungen entsprechenden Inhalts nicht mehr erklären.


      Vielleicht solltest du aber auch mal überlegen, ob diese Aussagen alle so ernst gemeint sind ...
      Keiner hier findet es gut, wenn unschuldige Bauern und Kinder abgeschlachtet werden. Keiner. Nun ist es aber mal so passiert. Diese Geschichte ist nun mal so. Das hat sich ein Autor so ausgedacht. Es wurde eine Begründung dafür gesucht, warum ein kleiner Junge Jon ein Messer ins Herz rammen könnte. Also metzelt man einfach mal dessen Eltern nieder. Somit ist ein Grund gegeben, dass der Bub die Wildlinge hasst und somit auch Jon hintergeht.
      Es begrüßt keiner. Aber so ist es nun mal. So ist es in der Welt von ASoIaF und so ist es in der realen Welt. Schaust du eigentlich Nachrichten?
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.
      Differenzierendes Analysieren scheint nicht Deine Domäne zu sein, sonst würdest Du nicht derartige Vergleiche anstellen...

      Als noch Krieg zwischen den Wildlingen und den Menschen südlich der Mauer herrschte,hätte NIEMAND von den Wildlingen verlangt, z. B. dem Norden zu helfen, wenn dieser beispielsweise von Lannister-Soldaten attackiert wird.


      Bemerkst du den Unterschied zwischen "aktiv helfen" und "aktiv an der Flucht hindern" du Großanalytikerin, du?
      I have been despised by better men than you.

      Narannia wrote:

      Keiner hier findet es gut, wenn unschuldige Bauern und Kinder abgeschlachtet werden. Keiner. Nun ist es aber mal so passiert. Diese Geschichte ist nun mal so. Das hat sich ein Autor so ausgedacht. Es wurde eine Begründung dafür gesucht, warum ein kleiner Junge Jon ein Messer ins Herz rammen könnte. Also metzelt man einfach mal dessen Eltern nieder. Somit ist ein Grund gegeben, dass der Bub die Wildlinge hasst und somit auch Jon hintergeht.


      Kann mich dieser Bemerkung mehr als nur anschließen.
      Beim Freien Volk muss auch die Ausnahmesituation und seine Kultur bedacht werden und außerdem noch das Wertesystem der meisten Bevölkerung in den Sieben Königslanden die Wildlinge und Bergstämme wegen ihrer Kultur als Barbaren verurteilt (weswegen es ja zur Ermordung Jons durch Allisar als auch dem Bündnis zwischen Haus Bolton und Haus Umber kommt).

      Und Daenerys I:
      Es wirkt überhaupt nicht so, als würdest du zustimmen. Wenn dann verdrehst du nur nur allzu gerne irgendwelche Aussagen, wie es dir in dein Weltbild passt. Sicher glaube ich persönlich, dass ich, ebenso wie du, mit "Kannibalen von Papua-Neuginea aus diesen Gründen kompatibel" sind.

      Doch wenn ich wie Maegwin noch einmal wiederholen darf; keiner der Charaktere ist blütenrein weiß (da gibt es extrem wenige Ausnahmen) oder hat von Anfang an "H.E.R.Z.". Besonders nicht in den Büchern und das finde ich auch gut so, da die Charaktere realistischer wirken. Wer denkt, dass sagen wir Charaktere wie Tyrion oder Daenerys keine fragwürdigen Entscheidungen getroffen oder Fehler begangen haben ist einfach nur ignorant. Genau wie hier Daenerys' Fehlentscheidungen (Große Herren/Gute Herren wahllos verbrennen) schön geredet und Ygrittes aufs schärfste verurteilt werden. Das ist einfach nur bigott.

      Ebenso lehrt uns die Charakterzeichnung von Jon und Daenerys, dass diese mit vollkommen anderen Kulturen als ihrer eigenen in Kontakt geraten und sich deren Kultur, Traditionen/Riten sogar teilweise beugen mit Respekt begehen. Das lehrt uns auch allein Buch 1/Staffel 1 und Viserys' Schicksal. Dies passiert allerdings ausschließlich aufgrund der Charaktere bzw. Liebesbeziehungen wie Ygritte und Drogo. Diese Charaktere sind für die Charakterformung von Jon und Daenerys verantwortlich. Ein Jon, der sagen wir nicht die Wildlinge unterwandert hätte und auf Ygritte getroffen wäre, wäre dem Freien Volk vermutlich längere Zeit gegenüber ignorant geblieben. Ähnlich wie er den Ruf oder sich selbst in der Nachtwache vor und kurz nach seinem Eintritt vollkommen (blauäugig) überschätzt, worauf ihn Tyrion in der Serie und Donal Noye in den Büchern hinweisen müssen ehe er Freunde findet! Ohne diese beiden, wäre er nur ein weiterer Ser Weymar Rois. Eine Ygritte hat andere Wertvorstellungen, ihre Art als auch sie selbst (den sie lügt, um Jon zu halten), hilft Jon Empathie für das Freie Volk und dessen aussichtslose Situation zu entwickeln als auch ein Gefühl für seine Sexualität, den Eid also auch das große Ganze. Sie ist dominant keine Frage, aber ohne Ygritte wäre Jon nicht der Mann der er heute ("Sie tötet den Jungen und lässt den Mann geboren werden.") ist und der sich für das Leben aller einsetzt. Dazu zählt auch wie er, als auch Personen wie Melisandre, Stannis oder sogar Daenerys nach dieser Zeit vollkommen anders begegnet. Der Satz "Du weißt gar nichts, Jon Schnee" mag hart klingen, erinnert aber daran, dass es immer noch etwas neues zu lernen gibt, dem wir uns nicht ignorant gegenüber verhalten sollten.
      Ebenso wie Daenerys wäre Drogo nicht gestorben immer noch durch das Dothrakische Meer und ganz Essos ziehen würde, den Verkauf von Sklaven, Vergewaltigung von Frauen, Kämpfen mit anderen Khalasaren, sowie die Einnahme von Tributen von den Freien Städten erdulden müsste um damit eine Armee zu finanzieren und später vielleicht doch kläglich gescheitert wäre.

      Einige kleine Leseempfehlungen zur Ygritte/Jon-Beziehung:
      radiowesteros.tumblr.com/post/…omance-of-jon-and-ygritte
      asoiafuniversity.tumblr.com/po…-deal-over-ygritte-anyway

      Wie viele andere User habe ich das Gefühl die "H.E.R.Z,"-Methode schränkt dich paradoxerweise ein dich in manche Charaktere oder deren Ausgangslagen/Hintergründe hineinzuversetzen.
      »Die Wälder sind voller wilder Tiere«, erinnerte er seinen Vater. »Die Straßen der Städte auch.« (Sturm der Schwerter, Tyrion I)

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      Narannia wrote:



      Vielleicht solltest du aber auch mal überlegen, ob diese Aussagen alle so ernst gemeint sind ...
      Keiner hier findet es gut, wenn unschuldige Bauern und Kinder abgeschlachtet werden. Keiner. Nun ist es aber mal so passiert.


      Du hast es erfasst! :)

      Hab aber auch nirgends geschrieben dass ich es in Ordnung finde wenn Kinder und Bauern abgeschlachtet werden. Ich hab lediglich gesagt ich halte ein Dorf das den Feind mit Nahrung versorgt für ein legitimes Militärisches Ziel. Ich als Kommandant einer Einheit die Befehl hat diese Versorgungslinie zu unterbrechen würde das Dorf besetzen und die Leute daran hindern ihre Güter weiterzureichen. Wenn das nicht ginge, würde ich das meiste mitnehmen und für meine Armee beanspruchen, den Leuten aber zumindest das lassen was sie selbst zum Leben brauchen. Greueltaten meiner Soldaten an Zivilisten würde ich bestrafen.
      " Seh ich für Dich wie ein beschissener Umber aus?"
      Ich als Kommandant einer Einheit die Befehl hat diese Versorgungslinie zu unterbrechen würde das Dorf besetzen und die Leute daran hindern ihre Güter weiterzureichen. Wenn das nicht ginge, würde ich das meiste mitnehmen und für meine Armee beanspruchen, den Leuten aber zumindest das lassen was sie selbst zum Leben brauchen. Greueltaten meiner Soldaten an Zivilisten würde ich bestrafen.


      Wenn das Leben meines gesamten Volkes auf dem Spiel stünde, wäre ich in der mittelalterlichen Fassung von mir als General Maegwin vermutlich etwas skrupelloser. Zumindest wenn ich neben der bereits erwähnten Unterbrechung der Nachschublinie die in der Burg verschanzten Soldaten nicht anderweitig daraus hervorlocken könnte und die Opferzahlen meiner Leute drohen würden exponentiell zu steigen, je mehr Zeit ich brauche.
      Hier hätte man aus meiner Sicht aber zumindest gut alle Kleinen zur Mauer laufen lassen können (ich bin nicht sicher, ob da weitere Kinderopfer gezeigt wurden).

      Ich denke jeder von uns würde zustimmen, dass man jemanden Unschuldigen nicht für jemand anderen Unschuldigen umbringen darf. Aber bei zwanzig gegen zwanzigtausend jemandes, zweihunderttausend jemandes fällt es dann zunehmend schwerer.
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      War das nicht auch der eigentliche Grund warum die Wildlinge so grausam mit den Zivilisten umgesprungen sind? Sie wollten dadurch Mannschaften der Nachtwache rauslocken um sie auf offenem Feld bekämpfen zu können. Sie hofften halt dass sie sich genötigt sehen würden einzugreifen um die Leute zu schützen. Aber die NW war eh so schlecht besetzt mit Leuten dass sie sich lieber weiter in Castle Black verkrochen haben.

      Mir fällt auch grad ein schönes Beispiel aus der Serie ein, von wegen unschuldig und so. Ist halt manchmal schwer zu erkennen, wer ein Feind ist und wer nicht. Nehmen wir als Beispiel Jaime Lannister und Brienne, die unterwegs im Wald einem Bauern begegnet sind, den sie freundlich begrüßt haben. Jaime hat aber angeraten, ihn zu töten weil er ihn erkannt haben könnte. Schön ist auch, dass genau dieser Fall eintritt und er sie an Boltons Männer verrät, wodurch er im Endeffekt dann seine Hand verloren hat. Hätten sie ihn umgebracht, wäre dies nicht passiert, aber sie hätten mit der Ungewissheit leben müssen ob sie nicht einen völlig harmlosen Mann ermordet hätten. Gutes Beispiel eigentlich für das Grau, das die Welt von George Martin bereithält. Es gibt keinen Charakter der ganz weiß oder schwarz (außer vielleicht Ramsay) ist, auch ein eigentlich guter Charakter wie Jon Snow kann etwas fragwürdiges machen wie einen Jungen hinzurichten.
      " Seh ich für Dich wie ein beschissener Umber aus?"

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      Genau, so hatte ich das auch verstanden. Allerdings könnte ich jetzt nicht sagen, ob dazu vernünftige Alternativen bestand, deswegen ging ich in meinem Beispiel mich selbst betreffend davon aus, dass es die einzige Wahl wäre. Sonst würde ich natürlich auch humanitäre Methoden vorziehen.
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      Arjen2102 wrote:

      nonkonformismus wrote:

      Kann man also nicht miteinander vergleichen.


      Weil?



      Da hat jemand den Krieg zwischen Preußen und Österreich mit dem Krieg zwischen Preußen und Frankreich verglichen. Und das kann man nicht 1 zu 1 vergleichen, weil der Krieg zwischen Preußen (deutsch) und Österreich (deutsch) sozusagen ein innerdeutscher Konflikt war, während der Krieg zwischen Frankreich und Preußen das nicht war.
      Stimmt, Joffrey hab ich schon wieder fast vergessen. :) Aber Cersei? Ne, die ist grau, dunkelgrau mit großer Tendenz zu schwarz. Aber wie sie schon selbst sagt ist ihre Liebe zu ihren Kindern ihre einzige Schwäche, weil sie für sie dumme Dinge tut. Was sie für ihre Kinder postives getan hat, kann man "gut" bezeichnen.(Gelöscht: SPoiler). In den Büchern ist sie auch deutlich dagegen gewesen dass Jaime Bran aus dem Fenster gestoßen hat, wäre sie komplett schwarz wäre ihr das egal was mit ihm passiert.

      Stannis ist auch ein eher grauer Charakter. Er ist rechtschaffen, hart, aber gerecht. Ich mochte ihn in der Serie eigentlich. Bis zu dem Punkt wo er Shireen geopfert hat, nur um seinen Thron erobern zu können. Das war zweifellos schwarz. Davos als, da stimme ich zu, sehr weißer Charakter hätte Stannis auch nicht die Stange gehalten wenn er ihn für einen Tyrannen gehalten hätte. Er hat in Stannis immer auch gutes gesehen, deshalb hat er ihn unterstützt und versucht ihn vom falschen Weg abzubringen.

      Tyrion ist auch ein sehr guter Charakter, der das Herz am rechten Fleck hat. Allerdings ist Vatermord ein ziemlich schweres Verbrechen, an dem ich nichts gutes erkennen konnte. Man kann es zwar nachvollziehen weil Tywin ihn immer hat spüren lassen, dass er ihn hasst, und ihn zum Tode verurteilt, aber im Grunde hätte er auch abhauen können ohne ihn umzubringen. Man kann auch seine Neigung, seine Unschuld durch Kampf feststellen zu lassen, als nicht ganz so "postiven" Charakterzug sehen. Er hat mehrfach Leute aufeinander losgehen lassen, seinetwegen, und es ist immer einer gestorben, seinetwegen. Einer ist durchs Mondtor geflogen, gegen ihn, dem anderen wurde der Schädel zerdrückt, für ihn. Es war für ihn sicher der einzige Ausweg, als er Arryns Gefangener war, aber den Kampf von Oberyn gegen den Berg hätte er vermeiden können, hätte er zugestimmt und wäre zur Mauer gegangen.
      Ich finde aber im Buch kommt er sogar noch etwas grausamer rüber wie er Tywin (und vor allem Shae!!) tötet, das finde ich in der Serie etwas besser gelöst. In den Büchern führt er auch noch einen Dialog mit Shae, sie hat ihn nicht angegriffen wie in der Serie. In den Büchern kommt es mir so vor als hätte er vielleicht eine Wahl gehabt sie nicht umzubringen. In der Serie greift sie ihn sofort an als sie ihn erkannt hat, er hat da gar keine andere Wahl als sie zu töten, wenn er selber überleben will. Tyrion ist für mich weiß mit ein paar dunklen Flecken, die ihm aber von denen die ihn hassen, aufgezwungen wurden.
      " Seh ich für Dich wie ein beschissener Umber aus?"

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      @nonkonformismus: "Blütenrein weiß" war eine Übertreibung.

      Standeck wrote:

      Es war für ihn sicher der einzige Ausweg, als er Arryns Gefangener war, aber den Kampf von Oberyn gegen den Berg hätte er vermeiden können, hätte er zugestimmt und wäre zur Mauer gegangen.

      In der Serie ist Tyrion größtenteils und sogar weißgewaschen - abgesehen von ein paar kleineren Flecken, die du erwähnt hast.

      Tyrions Buchcharakter ist sowieso noch anders, aber da du das ja schon erwähnt hast. Tyrion hat eigentlich einen recht guten moralischen Kompass, begeht dennoch Fehler (graue bis schwarze Dinge): Opfer-Mittäterrolle bei der Tysha-Vergewaltigung, Cersei vergiften, hält sich nicht an seine eigene Ausgangssperre weil er Shae sehen muss, Sängereintopf, Vergewaltigung der Prostituierte in Selhorys. Ich weiß nicht, ob dass für dich ein weißer Charakter mit schwarzen Flecken ist? Wenn nicht ein grauer und ich meine Martin meint auch dass er der "grauste der grauen Charaktere" ist.

      Der Kampf war für Tyrion augenscheinlich einfach die bessere Wahl als die Nachtwache. Das Motiv war seinen Vater vor allem mal wieder nerven und herausfordern, hat sich vermutlich ausgemalt, dass dieser Kampf noch ein wenig so einfacher würde. Hätte Tyrion es geschickt angestellt wäre er zwar nach Norden geschickt, hätte notfalls fliehen können. Da kommt ein gewisser Egoismus ins Spiel. Wobei ich persönlich nicht glaube, dass er da entkommen hätte können (Tywin hätte Wachen mitgeschickt).

      Man muss zudem sagen, dass Tyrion beim Mord seines Vaters von Varys missbraucht wurde um Tywin umzubringen, als er ihn diesen Gang entlang führt - das sieht man auch ganz gern an der Ermordung von Kevan und Pycelle.
      »Die Wälder sind voller wilder Tiere«, erinnerte er seinen Vater. »Die Straßen der Städte auch.« (Sturm der Schwerter, Tyrion I)
      Nun bezüglich Tyrion stimme ich zu. Jemand anderes für sich kämpfen und sterben zu lassen, ist sicherlich verwerflich. Aber das ist das Einzige was man ihm vorwerfen kann. Tywin hat ihn davor zum Tode verurteilt, Shae ihn extrem hinterhältig verraten obwohl er sie nur beschützen wollte.

      Bezüglich Stannis reicht mir schon das was er mit seiner Tochter getan hat. Das war für mich die grausamste Szene die ich bisher gesehen habe. Einem unschuldigen Kind den liebenden Vater vorspielen und sie am nächsten Tag auf extrem grausame Art und Weise umzubringen. An so etwas kam nicht einmal Ramsey ran. Aber auch davor war er grausam, siehe Mance Rayder den er verbrennen wollte. Ja dieser war für ihn ein Feind (obwohl Mance Rayder eindeutig im Recht war und für mich einer der besten Charaktere der Serie war) aber nicht einmal Joffrey hat eine solche Hinrichtungsart gewählt. Die Hinrichtung Ned Starks ging ja ziemlich schnell und ohne Scheiterhaufen.

      nonkonformismus wrote:

      Tywin hat ihn davor zum Tode verurteilt, Shae ihn extrem hinterhältig verraten obwohl er sie nur beschützen wollte.

      Das macht ihre Morde trotzdem nicht ungeschehen oder plausibel genug. Mal abgesehen, dass es von Tyrion einfach nur strohdoof/blind war seinen Vater aufsuchen zu wollen, als ihm die Flucht ermöglicht wird. Ich würde doch wenn mir von meinem Bruder und einem Mitwisser die Flucht ermöglicht wird nicht noch mehr Zeit verlieren und einen Umweg nehmen wo ich zudem noch von Wachen hätte aufgeschnappt werden können. Da wäre ich vielmehr dankbar für mein Leben und dem Henkerblock entgangen zu sein und hätte meinen Retter dazu gedrängt mir den Fluchtweg zu zeigen und wäre möglichst unauffällig verduftet.
      Auch wenn ich Tyrion teilweise verstehe.

      Die Morde geschahen beinahe einfach aus persönlichen Gründen/Egoismus aber auch aus Affekt, mag sein dass Shae ihn in der Serie attackiert hat.

      Zumal sich Shae teilweise auch in einer Art Täter-Opfer-Rolle wiederfand, normalerweise wäre sie weg gewesen (und ich glaube nicht dass sie selbst befohlen hat dem Schiff auf dem sie war wieder umzudrehen).

      Edit: Und wenn ich es gerade so betrachte einen gewissen Egoismus und Zynismus kann man bei Serien-Tyrion natürlich auch vorwerfen, sagen wir sein loses Mundwerk sich bei vielen unbeliebt zu machen. Der Gerichtsprozess beweist das ganz gut, dort fällt alles auf ihn zurück was er mal verbrochen hat. Und sagen wir gerade die Wahl des Urteils durch Kampf es dem Vater heimzuzahlen, als auch das Fortbestehen der Familie davon abhängig zu machen. Gewinnt er kann er seinen Anspruch auf Casterlystein immer noch geltend machen, während er mit der Wahl der Nachtwache nichts gewinnt. Sagen wir mal die ungerechte Behandlung Pycelles (einem Anhänger der Lennisters), wie er Cersei oder Joffrey u.a. antagonisiert (u.a. wegen seiner Hurerei oder gerade Mehrfache Todesdrohungen oder aber den König mit Kastration zu drohen.)
      »Die Wälder sind voller wilder Tiere«, erinnerte er seinen Vater. »Die Straßen der Städte auch.« (Sturm der Schwerter, Tyrion I)

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      nonkonformismus wrote:

      Nun bezüglich Tyrion stimme ich zu. Jemand anderes für sich kämpfen und sterben zu lassen, ist sicherlich verwerflich. Aber das ist das Einzige was man ihm vorwerfen kann. Tywin hat ihn davor zum Tode verurteilt, Shae ihn extrem hinterhältig verraten obwohl er sie nur beschützen wollte.Bezüglich Stannis reicht mir schon das was er mit seiner Tochter getan hat. Das war für mich die grausamste Szene die ich bisher gesehen habe. Einem unschuldigen Kind den liebenden Vater vorspielen und sie am nächsten Tag auf extrem grausame Art und Weise umzubringen. An so etwas kam nicht einmal Ramsey ran. Aber auch davor war er grausam, siehe Mance Rayder den er verbrennen wollte. Ja dieser war für ihn ein Feind (obwohl Mance Rayder eindeutig im Recht war und für mich einer der besten Charaktere der Serie war) aber nicht einmal Joffrey hat eine solche Hinrichtungsart gewählt. Die Hinrichtung Ned Starks ging ja ziemlich schnell und ohne Scheiterhaufen.
      Ja, Shireens Verbrennung, das war sicher die grausamste Szene der ganzen Serie, bis dahin. Besonders grausam macht die Szene ihr Betteln und Flehen, an ihre Eltern gerichtet, aber Stannis schaut einfach fast ungerührt zu.. Eine echte Horror Vorstellung, man stelle sich das mit seinen eigenen Eltern vor... Interessant ist dagegen dass ihre Mutter anscheinend doch auf einmal sie retten will, nachdem sie vorher so dargestellt wurde wie wenn sie bei der erstbesten Gelegenheit, mit Freuden ihre "Missratene" Tochter ihrem heißgeliebten Gott opfern würde. Schön zu sehen ist dann wie Stannis Armee wegen des grauenvollen Anblickes zur Hälfte desertiert und seine Frau sich erhängt und Melissandre ihn verlässt. Wieder mal bezeichnend für das Amerikanische Publikum ist es das sie wegen Ramsays Szene der Vergewaltigung von Sansa einen Boykott Aufruf gestartet haben, und Iwan Rheon (Ramsay) sich darüber beschwert dass sich offenbar keiner über Shireens Grausamen Tod aufregt, eine Szene die in seinen Augen (und meinen) noch deutlich schlimmer ist als das was Sansa in ihrer Hochzeitsnacht widerfährt. Mit der Opferung Shireens hat sich Stannis wirklich komplett in Schwarz gehüllt, das Grau war weg. Bis dahin war er aber nicht unbedingt bösartig. Alles was er tat, so grausam es auch war, war irgendwie in seiner und Melissandres konfusen Weltsicht begründet. Er hat es nicht getan nur weil es "Böse" ist, so wie Ramsay Bolton. Ich finde der Charakter ist wirklich das pure Böse. Ich frag mich was George Martin an ihm sieht, was man als "positiv" werten kann, in der Form dass es den Charakter nicht als ganz böse sondern ebenfalls "Grau" dastehen lässt. Ich bin jetzt bei den Büchern schon recht weit, bei Tywins Beerdigung, aber alles was über Ramsay bislang zu lesen war waren größtenteils Erwähnungen von Taten, die er begangen hat, (die alle massiv grausam klingen) und natürlich als er sich Theon zu erkennen gab. Also weiß ich nicht ob da noch was kommt was man ihm gutschreiben kann. Ich glaub aber eher nicht, was? :D Was Shae betrifft, werd ich aus ihr wirklich nicht schlau. Ich hab es hier schonmal irgendwo gefragt, jetzt nochmal: Was glaubt ihr waren wirklich ihre Gefühle Tyrion gegenüber? Hat sie ihn geliebt, oder hat sie ihm nur was vorgespielt? In den Büchern kommt es ja eher so rüber als spiele ihm sie was vor, und sie ist mit ihrer Rolle seine Hure zu sein recht zufrieden, während sie in der Serie dauernd eifersüchtig ist und ihm ständig Szenen macht. In der Serie ist sie auch eher eine Taffe, schlagfertige Frau. Im Buch kommt sie mir eher unterwürfig und etwas naiv vor. In den Büchern wird auch erwähnt dass Cersei ihr Versprechungen gemacht hat sie bekäme ein Haus und eine gute Heirat wenn sie Tyrion verrät, in der Serie wurde nie ganz klar für mich warum sie ihn ausliefert, obwohl sie weiß dass es ihn den Kopf kosten wird. Auch ist es in der Serie so, dass sie Sansa versucht zu schützen, wo es geht. Aber sie verrät sie gleich mit, indem sie sagt Sansa hätte es geplant mit Tyrion, Joff zu vergiften. Also ich würde wirklich sehr gerne wissen was ihren Charakter zu diesen Dingen bewegt hat. Ich denke sie versuchen es mit der zurückweisung zu erklären, die Tyrion ihr gegeben hat (um sie zu schützen).
      " Seh ich für Dich wie ein beschissener Umber aus?"

      Standeck wrote:

      Ich frag mich was George Martin an ihm sieht, was man als "positiv" werten kann, in der Form dass es den Charakter nicht als ganz böse sondern ebenfalls "Grau" dastehen lässt.

      Standeck wrote:

      Also weiß ich nicht ob da noch was kommt was man ihm gutschreiben kann. Ich glaub aber eher nicht, was?
      Auch in den Büchern wirst du an Ramsay kein weißes Fleckchen finden. :)
      Something about the howling of a wolf took a man right out of his here and now and left him in a dark forest of the mind running naked before the pack.

      A Game of Thrones, Tyrion I
      ​Tywin hat ihn davor zum Tode verurteilt, Shae ihn extrem hinterhältig verraten obwohl er sie nur beschützen wollte.


      Wenn er sie beschützen wollte, hätte er sie nicht als Sextoy nach KL geschleppt - oder hat ihn die Serie in diesem Punkt auch persilgebleicht?
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      Tyrion kann man nur Angst vor dem Tod vorwerfen. Denn andere für sich kämpfen zu lassen, ist ehrenlos. Vor allem beim 2. mal hätte er zur Nachtwache gehen können und genau das vermeiden und Oberyns Tod verhindern können, wobei dieser sicher auch so die Konfrontation mit dem Berg gesucht hätte. Wobei ich mich allerdings frage, was die bei der Nachtwache mit Tyrion und dessen Statur hätten anfangen sollen. Und seine Titel und Befugnisse hätte er ja verloren.
      Und warum beklagt man eigentlich Theon Graufreud bezüglich Ramsey? Dieser hinterhältige Verräter und vor allem Kindermörder hat absolut kein Mitleid verdient.
      Und warum beklagt man eigentlich Theon Graufreud bezüglich Ramsey? Dieser hinterhältige Verräter und vor allem Kindermörder hat absolut kein Mitleid verdient.


      Weil er eine Art Buße hinter sich hat - wie Jaime, der andere hinterhältige Verräter und Kindermörder - dass Bran überlebt hat ist ja nicht so ganz sein Verdienst. Zudem hatten wir es an anderer Stelle - dass man einen schrecklichen Menschen schrecklich behandelt macht die Sache nicht besser.
      Ich kann Theon übrigens persönlich kein Stück ab und fände es auch nicht schlimm, wenn er getötet worden wäre. Nur eben nicht derart gefoltert.
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      nonkonformismus wrote:

      Tyrion kann man nur Angst vor dem Tod vorwerfen. Denn andere für sich kämpfen zu lassen, ist ehrenlos. Vor allem beim 2. mal hätte er zur Nachtwache gehen können und genau das vermeiden und Oberyns Tod verhindern können, wobei dieser sicher auch so die Konfrontation mit dem Berg gesucht hätte. Wobei ich mich allerdings frage, was die bei der Nachtwache mit Tyrion und dessen Statur hätten anfangen sollen. Und seine Titel und Befugnisse hätte er ja verloren.


      Nun, Samwell konnte man bei der NW auch zuerst für nichts gebrauchen. Ein Mann, so schlau wie Tyrion, hätte auf der Nachtwache sicher gute Verwendung gefunden, als Stratege oder Berater des Lord Kommandanten, vielleicht sogar selbst als Lord Kommandant. Auch in einem Kampf war er selbst schon und hat sich da zumindest besser geschlagen als es Samwell tun würde, aber natürlich ist er kein großer Krieger oder Kämpfer, er trinkt und er weiß Dinge.

      ​Und warum beklagt man eigentlich Theon Graufreud bezüglich Ramsey? Dieser hinterhältige Verräter und vor allem Kindermörder hat absolut kein Mitleid verdient.


      Tu ich nicht. Ich dachte zuerst Ramsay würde ihn bestrafen für den Verrat an Robb Stark, aber er sagt ja relativ schnell dass er es "just for fun" macht ihn zu foltern. Auch wenn es für mich am Anfang ein Schlag ins Gesicht war als sich der nette Typ, der Theon scheinbar retten wollte, sich dann als der eigentliche Grausame Folterer herausstellt, der sogar Joffrey an Grausamkeit noch übertrifft. Und die Rettungstat, Theon vor den Verfolgern zu schützen indem er sie mit dem Bogen erschießt, stellt sich dann hinterher als ebenfalls grausame Tat herraus, denn es ist ja anzunehmen dass es seine eigenen Leute waren die er getötet hat, um sich Theons Vertrauen zu erschleichen. Im Buch natürlich ganz anders gelöst, aber beide Varianten gefallen mir.
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