Identifikation mit Charakter

      Daenerys I schrieb:


      Bekam Olly jemals Weiße Wanderer oder Untote persönlich zu Gesicht?
      Bekam er nicht, er war noch nie jenseits der Mauer. Nur war das Motiv für den Mord mit Sicherheit nicht die Sicherheit der Menschen in Westeros zu gewährleisten. Die Wildlinge waren bereits durch die Tore gelassen worden, die hatten ca. 2500 fähiger Krieger in ihren Reihen, wenn sie gewollt hätten, hätte sie die Nachtwache auf der Stelle ausgelöscht. Der Mord hat wie schon ungefähr 3000 mal geschrieben GAR NICHTS gebracht. Die waren bereits im Reich drin und die Nachtwache hätte mit ihren ca. 100 Leuten gegen die nichts ausrichten können.
      tut mir so leid dass ich eine Meinung habe Bro, oh sorry ich meine Herrn König....


      ​Vielen Dank! <3
      ​Ich fühle mich richtig unwohl, wenn mir nicht mindestens ein mal alle drei Wochen jemand mitteilt, dass ich seine Beiträge nur doof finde, weil er neu ist (ca. vier Jahre aufwärts) und nicht so viele Beiträge hat (ca. zwei tausend abwärts). Ich nehme diesen Vorwurf selbstverständlich auch von mal zu mal ernster und das Gegenüber steigt auch ganz abrupt in meiner Meinung.

      Oh das ist ja mal ne Ansage... ja wie kann der kleine Neue es nur wagen seine eigene Meinung zu vertreten und nicht die gleiche Meinung des großen Herren teilen.


      ​Das Problem ist nicht die abweichende Meinung sondern abweichende Fakten und die sind leider recht unflexibel und dir offensichtlich nicht so recht bekannt. So sollte einem idealweise beim Einstieg in die Diskussion bereits bekannt sein, dass "der Allisar Thorn sogar eher nach für die Gesetze der Nachtwache gehandelt hat" Unsinn ist, die Wildlinge nicht der größte Feind der Nachtwache sind und man durchaus, irgendwie etwas verliert wenn man mit zig Messerstichen niedergemetzelt wird. "Was würdest du denn tun ?!" Ersetzt auch keine sachlichen - hier nicht vorhandenen - Argumente.

      ​Tut mir also leid, du bist nicht der Robin Hood des kleinen Users. Du argumentierst einfach nur schlecht.

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      ​Nachdem Clarkes Lachen ziemlich irre wirkt, sie aber unfassbar schlecht schauspielert muss ich nachfragen:
      Ist das Verzweiflung?
      Du hast selbst schon zugegeben, dass du mit deiner Meinung hier sehr allein bist. Beziehungsweise warst - du hast ja jetzt einen hilfreichen Freund der sich zum genau passenden Zeitpunkt materialisiert hat.

      Bitte Sis und Frau Königin.


      Fun fact:
      ​In einigen Ländern wäre auch eine weibliche Königin aus eigenem Recht ein "König". Und Königin quasi nur die Königin-Gattin.
      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.
      Also Sis und Frau König? :hmm:
      "You retreat into the walls of your civilization because you are too weak to stand before nature as part of the natural environment. Instead of living as partner to nature, man hides behind his civilization, curses and defies true life, distorts his environment to accommodate his own failings. Beware that your environment does not strike back from all your blasphemies, for that day mankind shall be snuffed out like the unnatural freak man is!"
      "Two Suns Setting", Karl Edward Wagner

      Daenerys I schrieb:

      Bekam Olly jemals Weiße Wanderer oder Untote persönlich zu Gesicht? Sollte dies nicht der Fall sein, kann ich nachvollziehen, dass er in den Wildlingen, deren Brutalität und Bestialität er leibhaftig miterleben musste, die größere Bedrohung und den eigentlichen Feind sah. Das wäre nach meiner Auffassung absolut verständlich. Es ist eben etwas völlig anderes, ob man von anderen Menschen "nur" Berichte über Gefahren vernimmt oder ob man etwas so Grausames selbst erfährt. Beispiele gibt es zuhauf: So kann man vielen Rauchern häufig endlos oft mitteilen, dass sie durch den Tabakkonsum ihr Krebsrisiko erhöhen. Dennoch gelingt es ihnen oftmals nicht, tabakabstinent zu werden, obwohl sie es gerne wollen. Wenn ihnen irgendwann jedoch tatsächlich die Diagnose "Lungenkrebs" gestellt wird, ist die Bedrohung plötzlich hochakut und direkt präsent, sodass zumindest manche von ihnen auf einmal dem Rauchen entsagen können.

      Man kann ja wohl kaum ein Suchtverhalten mit einer drohenden Gefahr durch Weiße Wanderer vergleichen. Die Raucher wissen alle ganz genau, wie schädlich Rauchen ist, aber das Craving ist halt stärker. Ich denke, die Berichte der Nachtwächter aus Hardhome werden schon recht eindrücklich und nicht sonderlich abstrakt gewesen sein. Wenn dann weder Alliser Thorne noch Olly begriffen haben, welches die wirkliche Gefahr darstellt, dann weiß ich es auch nicht.
      Außerdem war Olly alt genug, um als vollwertiges Mitglied der Nachtwache aufgenommen zu werden, dann war er auch alt genug, um sich an die Regeln zu halten. Und man sticht nun mal seinen Vorgesetzten nicht ab, komme da, was wolle.
      Die ganze Diskussion zeigt meines Erachtens aber, wie unglücklich die Figur Olly gewählt ist. Im Buch sinds halt nur die "Ewiggestrigen", die das Weitreichende der neuen und veränderten Situation noch gar nicht erfasst haben.
      Man kann ja wohl kaum ein Suchtverhalten mit einer drohenden Gefahr durch Weiße Wanderer vergleichen.


      Ich vergleiche kein Suchtverhalten mit den Weißen Wanderern, sondern die Wahrnehmung und Bewertung mancher Menschen von Gefahren: Solange für bestimmte Menschen eine Bedrohung lediglich abstrakter und theoretischer Natur ist, weil sie selbst noch nie direkt damit konfrontiert wurden, fühlen sie sich auch nicht zu einem auf die Gefahr abgestimmten Agieren angehalten. Wird die Bedrohung für sie jedoch plötzlich ganz erfahrbar und real, kann sich das schlagartig ändern. Hab ich selbst schon bei Menschen erlebt, ich weiß also nicht, was es da zu dementieren gäbe. Das betrifft gewiss nicht jeden, aber es geht ja auch nur um manche.

      Ich habe das auch nur erwähnt, um die "Anti-Olly-Zeilen" von Narannia etwas zu relativieren...

      PS: Und für Olly war eben die erlebte Destruktivität der Wildlinge, die seine Familie brutal ermordeten und anschließend auch noch verspeisen wollten, nun einmal vordringlicher als die Bedrohung der Weißen Wanderer, die er nur vom Hörensagen kennt.

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      Daenerys I schrieb:

      Ich habe das auch nur erwähnt, um die "Anti-Olly-Zeilen" von Narannia etwas zu relativieren...


      8|

      Ich bin nicht anti-olly! Ich kann da durchaus Verständnis für den Burschen aufbringen. Im Grunde war das einfach nur schlecht geschrieben. Sie hätten das mit Olly auch einfach bleiben lassen können. Alliser und noch ein paar andere stechen Jon ab. Deswegen wäre der Cliffhanger nicht weniger schlimm gewesen, und der Bub hätte nicht hingerichtet werden müssen. Dass es so zum letzten Schritt hat kommen müssen, sehe ich als gegeben und muss nicht diskutiert werden, meiner Meinung nach.
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.
      Ich verstehe, was Olly bezüglich der Wildlinge durchgemacht hat, wie viele hier schon beschrieben haben und ich verstehe seine Beweggründe für die Mittäterschaft am Mord von Jon sehr wohl. Ich habe Mitgefühl für Olly und konnte auch den Hate gegen ihn (bis auf das er mir zu viel Screentime bekam, wo man nur seinen verzogen-wütendes Gesichtsausdruck sah - ja D&D wir haben kapiert, dass er sauer auf Jon ist) nicht wirklich nachvollziehen.

      Wie hier gesagt wurde, ist das eine recht schwierige moralische Situation aus unserer Sicht. Es gibt nicht wirklich richtig und falsch. Dennoch stelle ich mich eher auf die Seite jener, die meinen, dass Jon durchaus angemessen gehandelt hat. Ich sage nicht er hat richtig gehandelt! Er hatte ja keine Wahl Olly mit den anderen "Verrätern" zu exekutieren. Und da kann ich nur Hildegunda und Mavric24 beipflichten. Olly war schon ein Mitglied der Nachtwache, anders als wie bei Verrat/Mord an einem Bruder oder vor allem am Lord Kommandanten mit Exekution zu reagieren geht nicht anders. Das kommt beinahe der Desertion gleich. Und wie Mavric24 sagte würde eine Begnadigung Ollys immer noch ein schlechtes Beispiel für andere Brüder setzen. Es waren ja nicht nur Olly, Thorne, Marsh und Yarwyck, die bei der Ermordung Jons dabei waren. Hinzu kommt, das man ihn nicht auch durchfüttern hätte können oder in den Zellen an der Mauer hätte eingesperrt lassen können.

      Nehme ich mir mal das Videospiel Telltale Games zu GoT vor, provoziert Gared Tuttles (ist gezwungen der Nachtwache beizutreten) Gegner Britt dort einen Kampf, bei dem Gared sich wehren muss und tötet Britt/oder er stirbt an Blutverlust. Dort wird auch gegen Gared ermittelt und er wäre vermutlich sogar wegen Mord/unterlassener Hilfeleistung an einem Bruder hingerichtet worden.

      Wie will man eine Organisation - selbst wenn diese noch so klein ist - zusammenhalten, wenn Mord nicht bestraft würde? Und da die Nachtwache derzeitig eh fast nur noch aus Mördern, Dieben, Vergewaltigern (siehe 4.03/4.04) handelt, wäre es auch nicht sinnvoll den Mord an einem Bruder unbestraft zu lassen. Das setzt ein schlechtes Beispiel für alle weiteren Brüder und es käme zu noch mehr Deserteuren wie Karl Tanner, Rast & Co. Die Nachtwache würde dadurch entgültig zerfallen oder geschwächt werden.

      Wie schon von Maegwin geschrieben war das eine Extremsituation.

      Nun zu den Berichten von den Weißen Wanderern. Ich glaube es hat auch nicht geholfen, dass so ziemlich viele Teilnehmer der Expedition jenseits der Mauer erst an der Faust der Ersten Menschen umkamen. Der Rest des Trupps teilweise bei Crasters Bergfried desertierte, verstarb (wie Jeor Mormont und einige andere Brüder) und dann nur noch Grenn, Edd und einige wenige es zur Schwarzen Festung zurück schafften? Daher kann ich es dann verstehen, wenn Thorn und Slynt Samwell Tarlys Berichte über Weiße Wanderer und Jons Freunden irgendwie nicht ernst nehmen. Die Raben wurden von Sam nicht abgeschickt, Berichte über die Faust wurden vollständig versemmelt. Daher kann man auch verstehen, warum die Verluste der Grenzer usw. auf die Wildlinge und deren Überfälle geschoben wird. Besonders wenn sie dann wirklich noch Schaden in der Schenkung anrichten und beispielsweise Unschuldige und Bauern (wie dem Pferdezüchter), welche die Nachtwache versorgen, umbringen.

      Hätte man den Plot ähnlich wie in den Büchern aufgebaut fände ich das auch interessant, den Jon hat eben nicht nur versucht die Wildlinge zu retten sondern auch die Nachtwache mit ihnen wieder aufzubauen und die halbmaroden und verlassenen Anlagen zu bemannen. Eigentlich etwas was man nur gut heißen kann.
      »Die Wälder sind voller wilder Tiere«, erinnerte er seinen Vater. »Die Straßen der Städte auch.« (Sturm der Schwerter, Tyrion I)

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      Aki-chan schrieb:

      Daher kann ich es dann verstehen, wenn Thorn und Slynt Samwell Tarlys Berichte über Weiße Wanderer und Jons Freunden irgendwie nicht ernst nehmen.

      Thorne nahm die WW sehr wohl ernst, immerhin versuchte er mit der Hand des Wights Joffrey von der wahren Bedrohung zu überzeugen.

      Allgemein machte für mich der Mord an Jon in der Serie nicht viel Sinn, vorallem das "for the watch" war für mich völlig fehl am Platz. "Für mein Ego" oder "für meine Rache" hätte da deutlich besser gepasst.

      Mavric24 schrieb:

      Thorne nahm die WW sehr wohl ernst, immerhin versuchte er mit der Hand des Wights Joffrey von der wahren Bedrohung zu überzeugen.

      In den Büchern ja. Der Befehl stammte aber eher von Lord Kommandant Mormont, der die Bedrohung aus dem Norden sehr ernst nahm. Und Thorn nahm natürlich Mormonts Befehl ernst, denn schließlich hätte es auch eine Verstärkung für die Mauer bedeutet.

      Auch tat es Mormont wie er in der Serie argumentiert auch um Distanz zwischen Jon und Thorn zu schaffen. Dumm, wenn dann die Hand irgendwie zerfällt oder eben vom Hof (in den Büchern von wegen persönlichen Differenzen von Tyrion) nicht beachtet wird.
      »Die Wälder sind voller wilder Tiere«, erinnerte er seinen Vater. »Die Straßen der Städte auch.« (Sturm der Schwerter, Tyrion I)
      Das ist eine gute Frage, finde ich. Ich denke da gibt's vermutlich eben ein paar Möglichkeiten, wie Thorn darauf reagieren können.
      Kommt auch darauf an, weil der Allisar Thorn aus den Büchern und der Serie durchaus andere Figuren sind.

      Der Thorn aus der Serie war sechs Monate jenseits der Mauer im Winter gefangen. Er kennt zwar die Bedingungen dort, aber ich weiß nicht, ob er auch an die WW glaubt. Der Thorn aus den Büchern ist nur Waffenmeister in der Schwarzen Festung. Habe gerade nicht in Erinnerung, ob er je draußen war.

      Eigentlich müsste er als Grenzer, dafür eher offener sein, was hinter der Mauer abgeht.
      Er könnte einfach nur Mormonts Befehlen folgen, wie ich das schon erklärt habe. Es ist ihm ist zu surreal - er hat keinen Bezug zu den Anderen/WW. Sie sind Sagengestalten für ihn. Er kann oder will es nicht glauben, oder verdrängt es ähnlich wie Cersei, die den Wiedergänger gesehen hat.
      Er kann die Hand zwar ernst nehmen, dass da was hinter der Mauer vor sich geht also auch die WW (in den Büchern hat Jafer Blumen weit mehr angerichtet). Die größere und realere Bedrohung für ihn sind aber die Wildlinge, weil sie für ihn erst einmal der größere Feind sind. Den er kann sich eben nicht ändern und will Werte der Nachtwache vertreten. Dabei würden die Wildlinge zum Zeitpunkt Thorns versuchtem Putsch eben auch keinen Unterschied zu den normalen Mitgliedern der Nachtwache machen.
      »Die Wälder sind voller wilder Tiere«, erinnerte er seinen Vater. »Die Straßen der Städte auch.« (Sturm der Schwerter, Tyrion I)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Aki-chan“ ()

      Naja wenn Mormont ihm sagt und das wird er ihm in ähnlicher Form gesagt haben: "Ich wurde von einem Toten angegriffen, bringe die Hand als Beweis in die Hauptstadt" Wenn er das dann immer noch nicht ernst nimmt, dann weiß ich es auch nicht. Jeor Mormont hatte kein Motiv um die ganze Nachtwache anzulügen dazu noch Jon Snow als seinen Komplitzen bei dieser Lüge hinzuzuziehen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Mavric24“ ()

      Okay, ich habe gerade noch mal geguckt. Danke für deine Zweifel:
      Bei Serien-Thorn wissen wir es nicht direkt. Da hat es auch nicht geholfen, dass man Owen Teale keine Szene vor dem Kleinen Rat gab. Entweder aus Castinggründen oder weil man Tyrion wieder in einem guten Licht dastehen lassen wollte.

      Aber Buch-Thorn scheint da wirklich überzeugt:
      Ser Alliser Thorne was not so easily dismissed. He was waiting at the foot of the Iron Throne when Tyrion descended. "Do you think I sailed all the way from Eastwatch-by-the-Sea to be mocked by the likes of you?" he fumed, blocking the way. "This is no jape. I saw it with my own eyes. I tell you, the dead walk." - ACOK, Tyrion VI
      »Die Wälder sind voller wilder Tiere«, erinnerte er seinen Vater. »Die Straßen der Städte auch.« (Sturm der Schwerter, Tyrion I)

      Narannia schrieb:

      Ich bin nicht anti-olly! Ich kann da durchaus Verständnis für den Burschen aufbringen. Im Grunde war das einfach nur schlecht geschrieben. Sie hätten das mit Olly auch einfach bleiben lassen können. Alliser und noch ein paar andere stechen Jon ab. Deswegen wäre der Cliffhanger nicht weniger schlimm gewesen, und der Bub hätte nicht hingerichtet werden müssen. Dass es so zum letzten Schritt hat kommen müssen, sehe ich als gegeben und muss nicht diskutiert werden, meiner Meinung nach.


      In der Geschichte soll ja niemand nur gut oder nur schlecht sein, und alle machen menschliche Fehler. Hier war dann die Gelegenheit Jon eine moralisch diskussionswürdige Tat tun zu lassen.

      Und gerade die moralisch diskussionswürdigen Entscheidungen sind doch die Interessanten. Wie in der richtigen Welt ist nichts schwarz-weiß und alles ist sehr komplex. Es gibt Gründe Olly zu töten und welche es nicht zu tun. Das ist doch viel interessanter als wenn er sich immer so verhalten hätte, dass man hinterher eindeutig sagen könnte: "Er ist böse und hat die Todesstrafe verdient" oder "Er ist gut und hat sie nicht verdient". Wie es auch in unserer Welt oft vorkommt und jemand eine Entscheidung treffen muss bei der es gute Gründe dafür und dagegen gibt. Und was er macht, es ist nicht wirklich ideal.

      Ich denke, wenn Jon die Möglichkeit gehabt hätte Olly in ein Heim für traumatisierte Kinder zu schicken, wo er unter psychologischer Begleitung den grausamen Verlust seiner Eltern verarbeiten kann, dann hätte er es getan. Aber in Westeros gibt es das nicht, und Jon hat Olly so behandelt wie in Westeros ein Minderjähriger behandelt wird, der einen Mord begeht.

      In der Welt von Westeros ist Gewalt ein legitimes Mittel um seine Ziele durch zu setzen, und ob man dafür bestraft wird, das kommt darauf an wer an der Macht ist. Und wenn man selber an der Macht ist ist da auch niemand, der einen bestraft. Auch bei uns war bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts Krieg ein legitimes politisches Mittel und Könige, die keine Kriege führten wurden als "schwach" wahr genommen.Bei uns im Mittelalter - und ich denke, in Westeros war das nicht viel anders - hatten Kinder auch keinen Sonderstatus. Oft waren sie lästige zusätzliche Mäuler, die gestopft werden mussten. Mit spätestens 6 Jahren (hab ich mal gelesen) mussten sie arbeiten gehen und es gab keine Sonderbehandlung für sie bei Verbrechen. Und als ich ein Kind war geb es noch die Prügelstrafe für Kinder. Und zu Zeiten meiner Eltern und Großeltern wurde die noch sehr viel häufiger angewandt, auch in Schulen. Und es gab nur wenige Menschen, die da was dran auszusetzen hatten. Es war eben so, man ist damit groß geworden. Und früher war das auch schon immer so.

      Nicht dass ich das gut heiße, aber ich denke, die Menschen im Mittelalter haben das einfach anders gewertet als wir das tun. Und in Westeros oder bei uns im Mittelalter würde es sicher keine Diskussion drüber geben ob es richtig war, dass Jon Olly hin gerichtet hat.

      Mavric24 schrieb:

      Allgemein machte für mich der Mord an Jon in der Serie nicht viel Sinn, vorallem das "for the watch" war für mich völlig fehl am Platz. "Für mein Ego" oder "für meine Rache" hätte da deutlich besser gepasst.


      Ich denke, "for the watch" macht für seine Mörder schon Sinn. Die Nightwatch hat Jahrhunderte lang die Mauer bewacht und da die letzten WW vor 8000 Jahren gesehen wurden, war für alle die Mauer der Schutzwall gegen die Wildlinge, die Barbaren aus dem Norden. Und Jon macht diese jahrhunderte alte Arbeit zunichte, indem er die Wildlinge alle rein lässt. Für seine Mörder hat er die Nachtwache verraten und Westeros einer Gefahr ausgesetzt. Genauso wie viele Leute heutzutage Frau Merkel als Verräterin beschimpfen, weil sie Flüchtlinge ins Land gelassen hat.
      Und genauso wenig wie die, die Frau Merkel "Volksverräterin" nennen sich von Fakten überzeugen lassen, dass das richtig war, genauso wenig ließen sich Jons Mörder von den Fakten überzeugen, dass Jon richtig gehandelt hat. Und wie es aussah war die Kriminalitätsrate unter den Wildlingen nachdem sie südlich der Mauer waren um einiges höher als die der Flüchtlinge in Deutschland. Sie hatten also selber Argumente dafür, dass es falsch war die Wildlinge durch die Mauer zu lassen.

      Für die Mörder ergab der Mord an Jon daher schon Sinn. Da - wie ich oben schon schrieb - in Westeros ja Gewalt ein legitimes Mittel ist um Konflikte zu lösen.

      Ich möchte aber dazu sagen, dass ich selber Gewalt ablehne und sowohl Jons Entscheidung die Wildlinge rein zu lassen als auch Frau Merkels Entscheidung Flüchtlinge aufzunehmen unterstütze. Aber ich bin modern sozialisiert und die Menschen in Westeros sind das nicht. Deswegen versuche ich auch immer die Rechtmäßigkeit irgendwelchen Handelns an den mittelalterlichen Gepflogenheiten zu messen. Und wenn jemand modern handelt (also auch annähernd nach unserer Moral, und entgegen irgendwelcher grausamen Gepflogenheiten von Westeros oder Essos) gibt es dafür noch ein paar Pluspunkte. Und auch in der modernen Welt hätte Jon für seine Entscheidung die Wildlinge rein zu lassen sicher nicht nur Unterstützer gehabt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Thinkerbelle“ ()

      Mavric24 schrieb:


      Ein kleines Beispiel wie es hätte ablaufen können, wenn man Olly begnadigt hätte: Edd ist der neue LC, fällt eine Entscheidung.. sagen wir er findet die Farbe Schwarz blöd, also entscheidet er die Nachtwache trägt ab sofort die Farbe Rot. Anschließend kommt ein Mitglied der Nachtwache, der die schwarze Farbe über alles liebt und denkt sich: "Hmm der Olly tötete den letzten LC und wurde daraufhin verschont, ich mache das Gleiche, dann muss ich nicht in diesen grässlichen Farben rum laufen" ;)


      Tut mir leid aber mit dem Beispiel werd ich nicht ganz warm, da muss ich widerum fragen, wenn du das in dem Sinne vergleichst, dann muss man auch den Mord am Irren König als was schlechtes ansehen. (obwohl es ja meiner eigenen Meinung her gerechtfertigt war)
      Jamie hat den Irren König umgebracht weil der Irre König halt die Leute verbrennen ließ und dem Wahnsinn verfiel, aber er war dennoch der König, wie konnt Jamie einfach mal den guten Mann abstechen obwohl dieser das Gesetz war und tun konnte was er will, nur weil es den Menschen nicht gefiel wie er regierte kann man ihn doch nicht einfach töten.
      Sonst kann sich ja wirklich jeder soweit aus dem Fenster herauslehnen und sagen der Führungsstil gefällt mir nicht, darum bring ich den jetzt mal um. (Natürlich war es gerechtfertig um den Wahnsinn und das Töten zu stoppen.)
      Man kann das sogar mit dem Mord an Jon vergleichen, dass die wirklich dachten dass der Lord Kommandant Jon Schnee den Verstand verloren hätte oder ganz einfach ein Verräter wäre und sie ihn so aufhalten müssten (wenn auch zwischen dem was sie taten Welten liegen).

      Maegwin schrieb:



      Das Problem ist nicht die abweichende Meinung sondern abweichende Fakten und die sind leider recht unflexibel und dir offensichtlich nicht so recht bekannt. So sollte einem idealweise beim Einstieg in die Diskussion bereits bekannt sein, dass "der Allisar Thorn sogar eher nach für die Gesetze der Nachtwache gehandelt hat" Unsinn ist, die Wildlinge nicht der größte Feind der Nachtwache sind und man durchaus, irgendwie etwas verliert wenn man mit zig Messerstichen niedergemetzelt wird. "Was würdest du denn tun ?!" Ersetzt auch keine sachlichen - hier nicht vorhandenen - Argumente.

      Tut mir also leid, du bist nicht der Robin Hood des kleinen Users. Du argumentierst einfach nur schlecht.

      Bitte Sis und Frau Königin.


      Vielen Dank für die Aufklärung hätte ich wirklich nicht erwartet bei der Schreibweise. Dann eben liebe Schwester Cersei :).
      Du solltest auch lieber mal dein Aluhütchen abnehmen meine Liebe, ich bin nicht der Robin Hood des kleinen Users (villeicht der Robin Hood des Weines ;) ), sondern sehe einfach nur wie die meisten Leute eine ziemlich (in meiner Sicht) falsche und grausame Ansicht vertreten bezüglich der Hinrichtung von dem jungen Olly, nicht dass ich es überhaupt nicht nachvollziehen könnte, dennoch ist es und bleibt es einfach falsch.

      Mir wird denke ich da auch einiges klar, natürlich muss ich zugeben dass der Jon selbst für die Männerwelt nicht unattraktiv ist, aber man sollte seine Meinung nicht aufgrund von irgendwelcher Zuneigungen dem Charakter gegenüber bilden...

      Es tut mir leid da ich schon länger unangemeldet hier rumgeistere, muss ich einfach sagen... sowas wie "Sachliche Argumente" habe ich bisher von dir noch nichts gelesen, es wirkt alles doch eher wirklich sehr emotional und kränkbar, alles im Schutze des lieblings Jon. Zeig mir bitte ein oder noch besser 2 gute Argumente von dir, dann würde ich meine Meinung villeicht sogar ändern, aber es gelingt mir leider nicht eines zu finden :(.

      Nur mit dem einen Satz hast du vollkommen Recht! Ja Fakten sind unflexibel, diesen Satz solltest du mal verinnerlichen.
      "Death is so final. Whereas life, ah, life is full of possibilities."
      -Tyrion

      PapaTyrion schrieb:

      Jamie hat den Irren König umgebracht weil der Irre König halt die Leute verbrennen ließ und dem Wahnsinn verfiel,


      PapaTyrion schrieb:

      Man kann das sogar mit dem Mord an Jon vergleichen, dass die wirklich dachten dass der Lord Kommandant Jon Schnee den Verstand verloren hätte
      Nein, der Vergleich hinkt gewaltig. Jaime hat Aerys nicht getötet, weil er der Meinung war, dass er dem Wahnsinn verfiel. Jaime hat Aerys im Affekt getötet, weil der genau in dem Augenblick drauf und dran war, die ganze Stadt auszulöschen, nur um zu verhindern, dass diese in die Hände der Rebellen fällt. Alles andere hat er vorher ertragen und wenn auch nicht für gut befunden, so dennoch sein Amt als Beschützer des Königs ernst genommen, obwohl dieser in nur aus einem Grund in seiner Nähe behielt, nämlich als Geisel gegen Tywin.

      Alliser Thorne, Olly und die anderen haben nicht im Affekt gehandelt sondern mit Bedacht. Sie haben ihn bewusst in eine Falle gelockt und dann hinterrücks ermordet.
      Das ist ein ziemlicher Unterschied.

      PapaTyrion schrieb:

      sondern sehe einfach nur wie die meisten Leute eine ziemlich (in meiner Sicht) falsche und grausame Ansicht vertreten bezüglich der Hinrichtung von dem jungen Olly, nicht dass ich es überhaupt nicht nachvollziehen könnte, dennoch ist es und bleibt es einfach falsch.
      Die meisten Leute wo? Nicht in diesem Thread, nachdem was ich hier gelesen habe.


      PapaTyrion schrieb:

      Mir wird denke ich da auch einiges klar, natürlich muss ich zugeben dass der Jon selbst für die Männerwelt nicht unattraktiv ist, aber man sollte seine Meinung nicht aufgrund von irgendwelcher Zuneigungen dem Charakter gegenüber bilden...

      PapaTyrion schrieb:

      sowas wie "Sachliche Argumente" habe ich bisher von dir noch nichts gelesen, es wirkt alles doch eher wirklich sehr emotional und kränkbar, alles im Schutze des lieblings Jon.


      :rofl: Sorry... man merkt, du bist neu und kennst Maegwin überhaupt nicht. Ihr zu unterstellen, sie fände Jon Snow/Kit Harrington irgendwie knuffig und würde deswegen die Meinung hegen, dass er nichts böses tun kann, ist schlichtweg absurd. :rolleyes:
      "You retreat into the walls of your civilization because you are too weak to stand before nature as part of the natural environment. Instead of living as partner to nature, man hides behind his civilization, curses and defies true life, distorts his environment to accommodate his own failings. Beware that your environment does not strike back from all your blasphemies, for that day mankind shall be snuffed out like the unnatural freak man is!"
      "Two Suns Setting", Karl Edward Wagner

      Esmeralda schrieb:


      :rofl: Sorry... man merkt, du bist neu und kennst Maegwin überhaupt nicht. Ihr zu unterstellen, sie fände Jon Snow/Kit Harrington irgendwie knuffig und würde deswegen die Meinung hegen, dass er nichts böses tun kann, ist schlichtweg absurd. :rolleyes:

      Sie lässt es lediglich nach Außen so aussehen, in der Realität ist sie Kit Harington einfach nur verfallen. Mich und PapaTyrion kann sie nicht täuschen! Ich hab ihre verletzten Schreie bis zu mir nach Hause gehört als sie von seiner Hochzeit mit Rose Leslie erfahren hat.