Identifikation mit Charakter

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      Echte Historische Parteien sind natürlich weit komplexer, aber es gibt diese Fälle die ich beschrieben habe. Die haben sich das eben solange eingetrichtert bis sie gelaubt haben sie tuen was gutes.


      ​Mir ist die Reihenfolge sehr wichtig - das ist der größte Unterschied dazu, was du sagst. Die Personen sind sich zunächst sehr wohl bewusst etwas schlechtes zu tun und reden es sich dann anschließend gut.
      ​Die Reihenfolge ist:
      Dein Ist-Zustand ist schlecht.
      ​Es wäre am einfachsten ihn zu Lasten Anderer/mit unlauteren Mitteln verbessern.
      Du erlebst eine kognitive Dissonanz (du möchtest eigentlich nicht jemand sein, der etwas schlechtes tut)
      ​Du entwickelst eine Rechtfertigungstheorie (die Angegriffenen sind die wahre Bedrohung/du holst nur zurück was dir gehört/es steht dir aus Grund XY zu).

      ​Das ist mir deshalb so wichtig, weil es eben kein vollautomatisierter Prozess ist, dem man hilflos ausgeliefert ist. Mich persönlich würde es arg wundern, wenn mehr als 10% der "Teilnehmer" an den Gräueln tatsächlich ideologisch verklärt gewesen wären. Schon gar nicht in der Elite - das sind meist Demagogen mit einer recht realistischen Übersicht. Die Gründe werden meistens viel banaler gewesen sein - ein erhoffter besserer Lebensstil. Den Job lieber behalten als hinterfragen. Den Sohn in der schicken schwarzen Uniform auf dem Dorffest den Nachbarn präsentieren - ist ja jetzt Elite. Zählt ja etwas.

      ​Nachdem es mir für so ein Blödelthema wie die Serie dann doch ein wenig zu ernst ist, möchte ich da schrecklich viel dazu gar nicht mehr sagen.
      ​Allerdings empfehle ich innig folgenden Artikel von Nahlah Saimeh​ - wie auch praktisch alles andere, was die Dame schreibt.
      ​Sie ist eine relativ prominente Forensikerin, außer der Justiz kommt man sehr viel näher an die Abwägung von Gut und Böse nicht ran. Für alle Formen von menschlicher Radikalisierung gelten übrigens exakt die gleichen Prozesse:

      sueddeutsche.de/wissen/terrorismus-boese-gehirne-1.2746237
      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.
      Interessanter Artikel. Ein bisschen was von dem was ich geschrieben hab findet sich darin auch, dann kann ich ja nicht ganz falsch gelegen haben.
      Aber das Blut auf der Straße, die zerfetzten Körper, die Schreie der Opfer - gibt es da keine Hemmungen, die wirken?

      Die Opfer sind im Blick des Fanatikers keine Menschen mehr. Zuvor hat ein Prozess der Dehumanisierung stattgefunden, in dem die feindlichen Menschen zu Ungeziefer, Dreck und Schmutz erklärt wurden. Solche Prozesse kennt man ebenso aus Ruanda wie aus Nazi-Deutschland. Da werden nicht ebenbürtige Menschen getötet, sondern es wird "Ungeziefer" vernichtet. Haben Sie noch nie eine Fliege getötet? Im Dritten Reich begingen an sich rechtstreue Bürger abscheuliche Gewalttaten und sagten: Ist nicht schön, aber irgendjemand muss es ja machen.


      Aber sonst ist das ganze natürlich schön erklärt und klingt schlüssig. Die hat schon Ahnung, die Gute. Als Forensische Psychiaterin hat sie solche Fälle natürlich fast jeden Tag zur Ansicht und kann die genau durchleuchten. Radikalisierung scheint ein recht gleich ablaufender Prozess zu sein. Aber ihr Lösungsvorschlag, eine Gesellschaft zu bauen, in der keine Verlierer gemacht werden dürfte leider schwer umzusetzen sein, wenn nicht gar unmöglich. Ich denke bei so einem einsamen Looser fällt es keinem auf wenn der sich langsam immer weiter reinsteigert, und wenn, dann ist es meist zu spät. Beispiel Amokläufe: "Wir hätten das von dem nie gedacht, dass der das macht. Obwohl er schon länger so komisch war".

      Und auch den Menschen links und rechts von einem sehen meistens nur sich selbst. Selbst wenn er inmitten der Gesellschaft zu stehen scheint weiß man nie was in einem Menschen wirklich vor sich geht. Wie auch. Man selbst setzt sich doch jeden Tag eine Maske auf wenn man das Haus verlässt, nur ab und zu blitzt da was durch.
      " Seh ich für Dich wie ein beschissener Umber aus?"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Standeck“ ()

      Ein bisschen was von dem was ich geschrieben hab findet sich darin auch, dann kann ich ja nicht ganz falsch gelegen haben.


      Hätte ich auch nicht behauptet. :)

      Aber ihr Lösungsvorschlag, eine Gesellschaft zu bauen, in der keine Verlierer gemacht werden dürfte leider schwer umzusetzen sein, wenn nicht gar unmöglich. Ich denke bei so einem einsamen Looser fällt es keinem auf wenn der sich langsam immer weiter reinsteigert, und wenn, dann ist es meist zu spät.


      Eine Verbesserungsmöglichkeit sollte man allerdings nicht mit der Unmöglichkeit von Perfektion bestreiten, sonst landen wir wieder beim von mir oben erwähnten Nirvana-Fehlschluss. Wenn ich etwas esse, dann deshalb, damit 1 Mensch weniger Hunger hat (in dem Fall ich selbst). Niemand von uns wird davon Abstand nehmen, bis die gesamte Weltbevölkerung satt ist "weil es sonst ohnehin keinen Sinn hat". Die psychologischen Korrelationen sind ja recht gut belegt - statistische Verbesserungen sind also sehr wohl erreichbar. Und hinter der Statistik stecken dann eben wieder 1, 1000, 10000 Einzelmenschen denen nichts passiert ist - was zumindest für sie selbst von ganz erheblicher Bedeutung ist.

      Beispiel Amokläufe: "Wir hätten das von dem nie gedacht, dass der das macht. Obwohl er schon länger so komisch war".


      Für eine gewisse Restquote hast du sicherlich recht - das Ziel ist aber wie gesagt Minimalisierung. Der Täter in München war sogar in Behandlung, der Berliner Täter war auch verdächtig. Der letzte Schüler in den USA war auch rechtzeitig gemeldet worden. Also recht viel, was man durch vernünftige Prävention (therapeutisch und strafrechtliche) hätte vielleicht verhindern können.
      Statistische Verbesserungen gelingen uns im Allgemeinen recht gut. Die Quote an "harten" Kriminalfällen ist ja auch seit Jahren rückläufig.
      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.
      Theon Graufreud

      Als er Winterfell in Season 2 "einnahm" und dort Anführer spielte, erinnerte er irgenwie an solche Typen wo sich gerne wichtig machen bei Dingen und Sachen wo sie sich nicht auskenen bzw. was zu sagen haben

      Zum beispiel öffentliche Müllinseln: Solche wo den ganzen tag mit Digital kamera und Warnweste rumlaufen und dort ALLES durchstöbern. Denken sie haben sowas wie Autorität und daweil NIX
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