[Reread] A Game of Thrones ("Eddard II" bis "Sansa I") [S.152 , Woche 4]

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      [Reread] A Game of Thrones ("Eddard II" bis "Sansa I") [S.152 , Woche 4]

      Das ist der Thread für die vierte Woche des geplanten Rereads. Bitte bis einschließlich "Sansa I" lesen!
      Hier gehört alles rein was euch so auffällt, dazu gehört eine kleine Inhaltsangabe, Foreshadowing, Charakterisierungen, usw.
      Viel Spaß beim Diskutieren!
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      Ok, dann fang ich mal mit Eddard II an. Nachdem ich mich letzte Woche rausgehalten habe weil ich ich auf die glorreiche Idee gekommen bin meine Wohnung zu streichen.
      Als erstes hab ich mich gefragt ob die Szene mit der Verabschiedung zwischen Ned und Jon, wo Ned sagt, dass sie sich über Jons Mutter beim nächsten Wiedersehen unterhalten, nur aus der Serie stammt. Ich hab da nämlich eine Theorie, aber wenn das nur aus der Serie ist, hat das hier vielleicht nichts zu suchen.
      Also erst mal weiter: Bei der Unterhaltung von Robert mit Ned über Mädchen die einem nachts das Bett warm halten bringt Ned den Namen Wylla ins Spiel. Und zwar in meinen Augen eindeutig als Antwort auf die Frage "Die Mutter von deinem Bastard?" Ich weiß, Robert sagt "Du weißt, welche ich meine, ..." Also könnte Ned nur die Antwort darauf gegeben haben, welchen Namen Robert meint, nicht dass das unbedingt die Mutter sein muss, aber das finde ich schon fast zu spitzfindig für unseren ehrenhaften Ned. Auf der anderen Seite reagiert Ned dann gleich wieder so zugeknöpft und zornig, was mich an die Szene mit Cat erinnert hat, wo sie Ned fragt ob Ashara Dayne die Mutter sei. Also irgendwas ist bei der Geschichte meiner Meining schon im Busch.
      Außerdem erfahren wir, dass Jorah die Targaryen für die Krone ausspioniert. Also eigentlich wird schon früh in der Geschichte klar, dass Jorah zumindest ein doppeltes Spiel treibt.
      Was mich irritiert hat war, dass Robert Jaime zum Wächter des Ostens machen will und das Ned Jaime als Erben von Casterlystein bezeichnet. Ich dachte Ritter der Königsgrde dürfen nicht mehr erben und dass sie solche Aufgaben wie Wächter der Ostens wahrnehmen können war mir auch neu.
      Und noch ein letztes: Als die zwei Männer sich weiter über Verrat und die Ehre der Targaryen unterhalten und Robert sagt, Ned solle doch Lyanna fragen, antwortet Ned: "Du hast Lyanna am Trident gerächt." Wenn Ned der Meinung wäre, dass es da nichts zu rächen gab, weil Lyanna in Rhaegar verliebt war, warum formulert er es dann so? Um seinem König nach dem Mund zu reden? Bei anderen Themen traut sich Ned ja auch seine Meinung (in gewissem Unfang) zu vertreten.
      "Even the darkest night will end and the sun will rise"
      Victor Hugo

      Catweasel wrote:

      Als erstes hab ich mich gefragt ob die Szene mit der Verabschiedung zwischen Ned und Jon, wo Ned sagt, dass sie sich über Jons Mutter beim nächsten Wiedersehen unterhalten, nur aus der Serie stammt. Ich hab da nämlich eine Theorie, aber wenn das nur aus der Serie ist, hat das hier vielleicht nichts zu suchen.

      Jap, Serienerfindung.

      Catweasel wrote:

      aber das finde ich schon fast zu spitzfindig für unseren ehrenhaften Ned.

      Vor dem Hintergrund, was passieren würde, wenn Robert die Wahrheit erführe, finde ich das für Ned ziemlich passend. Interessant, weil es später eine Situation gibt, in der sich Jon ebenfalls an die exakte Formulierung klammert und dabei eigentlich weiß, dass es dennoch genau genommen ein Vertrauensbruch gegenüber Stannis darstellt. Ebenfalls nett, weil Jon in dieser Szene denkt, dass Ned sein Verhalten niemals gebilligt hätte.

      Catweasel wrote:

      Was mich irritiert hat war, dass Robert Jaime zum Wächter des Ostens machen will und das Ned Jaime als Erben von Casterlystein bezeichnet. Ich dachte Ritter der Königsgrde dürfen nicht mehr erben und dass sie solche Aufgaben wie Wächter der Ostens wahrnehmen können war mir auch neu.

      Daran haben sich schon viele gerieben. Es kann aber dahingehend beantwortet werden, als dass der Wächter einer Region die Aufgabe hat, im Kriegsfall im Namen und Auftrag des Königs diese Region zu verteidigen. Genauso wie ein Mitglied der Königsgarde also Hand werden kann, kann es auch Wächter werden, da damit kein Landbesitz verbunden ist.

      Catweasel wrote:

      Und noch ein letztes: Als die zwei Männer sich weiter über Verrat und die Ehre der Targaryen unterhalten und Robert sagt, Ned solle doch Lyanna fragen, antwortet Ned: "Du hast Lyanna am Trident gerächt." Wenn Ned der Meinung wäre, dass es da nichts zu rächen gab, weil Lyanna in Rhaegar verliebt war, warum formulert er es dann so? Um seinem König nach dem Mund zu reden? Bei anderen Themen traut sich Ned ja auch seine Meinung (in gewissem Unfang) zu vertreten.

      Dieser Satz ergibt vor allem vor dem Hintergrund Sinn, dass er Robert von der Ernennung Jaimes zum Wächter des Ostens abbringen will, indem er an Jaimes Rolle bei der Rebellion erinnert. Das funktioniert aber nur, wenn Robert sich hier nicht vom Hass auf die Targaryens blenden lässt. Deswegen will Ned darauf verweisen, dass Robert seine Rache doch hatte und Lyanna und seinen Targaryenhass jetzt mal außen vor lassen soll.
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      "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont
      Dann will ich auch mal meine Notizen zu Eddard loswerden ^^
      Robert schmeißt Ned in aller Frühe aus dem Bett und will mit ihm Reiten gehen... Ich wäre ja begeistert... :rolleyes:
      Was ich echt witzig fand:
      "That damnable wheelhouse, the way it creaks and groans, climbing every bump in the road as if it were a mountain . . . I promise you, if that wretched thing breaks another axle, I'm going to burn it, and Cersei can walk!"
      Ned laughed. "I will gladly light the torch for you."
      Ned lacht... kommt ja selten genug vor. Aber Cerceis Rappelkiste anzustecken... der Gedanke gefällt ihm! :D

      Eigentlich will Robert Ned allerdings erzählen, dass Dany geheiratet hat und will ihr gleich am liebsten einen Meuchelmörder hinterher schicken.
      Wir erfahren, was Ned von Jorah Mormont hält - nämlich nix...
      Ned versucht Robert zu beruhigen und im Rahmen dessen erinnert er sich daran, wie er und Robert sich überworfen haben, weil Ned entsetzt über das Abschlachten von Elia und den Kindern war, während Robert mehr oder weniger happy darüber war. Ned hat den Hof verlassen und weiter auf die Suche nach Lyanna gemacht.
      (Btw warum hat eigentlich unser heißgeliebter Robert nicht seinen Arsch vom Thron wegbewegt? Zu beschäftigt mit König spielen?)

      Erst Lyannas Tod versöhnt die beiden wieder.

      Und dann kommt dieser Satz:
      Troubled sleep was no stranger to him. He had lived his lies for fourteen years, yet they still haunted him at night.
      Und mehr als alle anderen "Promise me" und Konsorten, überzeugt mich dieser Satz von R+L = J.
      Denn welche Lüge sonst bitteschön, sollte den unser Ehrenobermotz denn haben, mit der er seit 14 Jahren lebt? ?(
      Something about the howling of a wolf took a man right out of his here and now and left him in a dark forest of the mind running naked before the pack.

      A Game of Thrones, Tyrion I

      Esmeralda wrote:

      Btw warum hat eigentlich unser heißgeliebter Robert nicht seinen Arsch vom Thron wegbewegt? Zu beschäftigt mit König spielen?
      Wahrscheinlich aus ähnlichen Gründen, wieso Joffrey nicht die Stadt verlassen kann, bevor Stannis naht. Der Eiserne Thron ist mehr als nur ein Stuhl für einen Herrscher, er symbolisiert den Sitz der Macht. Nach der Rebellion gab sicherlich viele Formalitäten zu regeln und die Ordnung musste wieder hergestellt werden. Der neue König kann in so einer Situation nicht verschwinden, das würde die falschen Signale an die Targaryen-Loyalisten senden.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton
      Stimmt schon. Aber ich finde schon, es macht einen komischen Eindruck. Eigentlich will er die Frau und dann sucht er sie nicht mal selbst.
      Klar kann ich mir vorstellen, dass der König nicht einfach los ziehen kann. Aber so impulsiv wie Robert ist, hätte ich ihm normalerweise zugetraut, den Thron, Thron sein zu lassen und einfach abzuhauen...
      "The gods be damned. It was a hollow victory they gave me. A crown . . . it w as the girl I prayed them for. Your sister, safe . . . and mine again, as she was meant to be. (...)"
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      A Game of Thrones, Tyrion I

      Esmeralda wrote:

      Und dann kommt dieser Satz:

      Zitat
      Troubled sleep was no stranger to him. He had lived his lies for fourteen years, yet they still haunted him at night.

      Und mehr als alle anderen "Promise me" und Konsorten, überzeugt mich dieser Satz von R+L = J.
      Denn welche Lüge sonst bitteschön, sollte den unser Ehrenobermotz denn haben, mit der er seit 14 Jahren lebt? ?(

      Ich muss mich Esmeraldas Bemerkung anschliessen: Die ist mir auch besonders aufgefallen. Vorallem steht da Lügen im Plural - und was sind diese Lügen? Doch nicht, dass er Robert nie genau beschrieben hat, wie er Jaimie direkt nach dem Königsmord auf dem Thron sitzend vorgefunden hat?!
      Robert reagiert lachend auf dieses "Geständnis" und ich sehe das Problem irgendwie auch nicht so recht.
      Ich empfinde dies ebenfalls als wunderbaren Hinweis auf R+L=J.

      Ebenso, wie die Tatsache, dass das "Promise me" direkt auf die Erwähnung der Ereignisse am Trident folgt.

      “You avenged Lyanna at the Trident,” Ned said, halting beside the king. Promise me, Ned, she had whispered."

      Das kann sich doch nicht auf ein mögliches Versprechen bezüglich eines Ruheplatzes in der Crypta beziehen!?
      Am Trident hat Robert seine unbändige, unversöhnliche Wut bewiesen und die würde vor einem Sohn Raegars keinen Halt machen, deswegen mußte Ned versprechen, die Identität dieses Sohnes geheim zu halten.
      The internet is dark and full of spoilers.
      Mir gehts auch so, dass ich dieses "Promise me, Ned" als zu intensiv und flehend empfinde als dass es da nur um Lyannas Beerdigung auf Winterfell gegangen sein könnte. Da kommt später auch noch eine Szene wo mir das auch aufgefallen ist. Ich versuch nur auch "Gegenbeweise" für die L+R=J-Theorie zu beachten, dass ich später nicht enttäuscht bin, wenn sich herausstellt, dass Jon doch der Sohn von irgendeiner Fischertochter ist.
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      Victor Hugo
      Eddard II

      Für mich wird hier erneut deutlich,dass Robert sich in seiner Rolle als König nicht wirklich wohl fühlt und er wohl viel lieber das Leben eines "freien Ritters" ohne viele Pflichten und große Verantwortung führen würde.Auch sein unbändiger Hass auf alle Targaryens,gleichgültig welchen Geschlechts oder Alters und sein schwer zu zügelnder Zorn,kommen hier wieder zu Tage.
      Wie schon das ein oder andere Mal erwähnt,bin ich der Ansicht,dass Robert in seinem Hass durchaus in der Lage gewesen wäre, Rhaegars Kinder persönlich zu töten,wäre er in ihre Gemächer eingedrungen.

      wolf pack wrote:

      Ich muss mich Esmeraldas Bemerkung anschliessen: Die ist mir auch besonders aufgefallen. Vorallem steht da Lügen im Plural - und was sind diese Lügen?...........
      ............................
      Das kann sich doch nicht auf ein mögliches Versprechen bezüglich eines Ruheplatzes in der Crypta beziehen!?
      Am Trident hat Robert seine unbändige, unversöhnliche Wut bewiesen und die würde vor einem Sohn Raegars keinen Halt machen, deswegen mußte Ned versprechen, die Identität dieses Sohnes geheim zu halten.

      Sorry fürs auseinander reißen!Das sehe ich genauso wie Esmeralda und wolf pack und mit diesem sofort angeschlossenem Gedanken ...

      wolf pack wrote:

      Ebenso, wie die Tatsache, dass das "Promise me" direkt auf die Erwähnung der Ereignisse am Trident folgt.

      “You avenged Lyanna at the Trident,” Ned said, halting beside the king. Promise me, Ned, she had whispered."

      ..."rechtfertigt " er seine Lüge in diesem Moment ein klein wenig für sich.Was ihm aber schlecht gelingt,da ihm ja diese Lügen sogar den Schlaf rauben.
      So sehr ich Ned und seine Ehrenhaftigkeit schätze,finde ich ihn in diesem Kapitel doch schon ziemlich selbstgerecht und "Über-Prinzipien-gtreu.Sei es in Bezug auf Jorah Mormont oder auf Jaime,selbst seine Haltung Tywin gegenüber finde ich erstaunlich. Aerys war offensichtlich komplett wahnsinnig und gefährlich,er hatte auf schreckliche Weise für den Tod von Neds Vater und Bruder gesorgt und Ned entrüstet sich darüber,dass Jaime,den Robert mit 17 noch als "fast noch ein Kind"bezeichnet, kurz auf dem Thron saß.
      "Kind oder Mann,er hatte kein Recht auf dem Thron zu sitzen."

      ...finde ich persönlich ,nicht wirklich angebracht...und klar war Tywins Betrug an Aerys nicht ehrenhaft
      " Es war kein ehrenvoller Sieg."

      ...aber wer weiß,ob es dadurch nicht weniger Blutvergießen gab,als wenn sich alles noch viel länger hingezogen hätte und als wenn Tywin sich geoutet und gekämpft hätte.
      Auch kennen wir inzwischen Jorah Mormonts Beweggründe für seine Taten.Ned folgt stur seinen Prizipien und versucht meiner Meinung nach,nicht einmal hinter die Fassaden zu schauen.
      " Somit ist der Sklavenhändler zum Spion geworden",sagte Ned angewidert." Es wäre mir lieber ihn als toten Mann zu sehen."

      Klar ist weder Spion noch Sklavenhändler eine ehrenvolle Tätigkeit,aber dazu passt meiner Meinung nach die Aussage
      off topic an Gandalfs :
      Viele die leben verdienen den Tod.Und manche die sterben verdienen das Leben.Kannst du es ihnen geben?Dann sei auch nicht so rasch mit einem Todesurteil bei der Hand.Denn selbst die ganz Weisen können nicht alle Absichten erkennen.
      off topic aus
      Ein wenig mehr Weitblick hätten Ned meiner Meinung nach zu einem noch besseren Menschen gemacht,obwohl eine Steigerung ja da ja schon schwierig wäre. ;)
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      -Jim Morrison

      Post was edited 1 time, last by “onyx234” ().

      onyx234 wrote:

      Ned folgt stur seinen Prizipien und versucht meiner Meinung nach,nicht einmal hinter die Fassaden zu schauen.
      Wobei die Motive da nur schwer für ihn nachzuvollziehen sind, zumindest in Jorahs Fall. Jorah und seine Frau haben Bear Island verlassen, bevor Ned eintreffen konnte und selbst dann ist die Situation doch recht klar. Jorah hat aus Liebe gehandelt, aber das gibt ihm genauso wenig das Recht Wilderer in die Sklaverei zu verkaufen, wie es Jaime das Recht gegeben hat ein Kind von einem Turm zu werfen. Diese Wilderer hatten immerhin das Recht auf einen Prozess und die Möglichkeit zur Mauer zu gehen. Als Lord der Bäreninsel war Jorah dazu verpflichtet das Gesetz aufrecht zu halten und er hat es bewusst gebrochen.

      Im Fall Jaime war er aber wirklich etwas vorschnell im Urteil. Der war immerhin noch anwesend und man hätte ihn wegen seiner Motive befragen können, aber Eddard hat es vorgezogen ihn mit dem ersten Blick für immer zu verurteilen. Was Aerys für ein Mensch ist, musste Ned ja auf sehr schmerzvolle Weise erfahren. Jaime konnte wohl von Glück reden, dass sein Vater bereits mit einem frischen Heer in der Stadt war, bevor Neds Armee eintreffen konnte. Sonst hätte er den Eidbrecher Jaime Lannister wohl noch an Ort und Stelle hingerichtet.

      onyx234 wrote:

      ...aber wer weiß,ob es dadurch nicht weniger Blutvergießen gab,als wenn sich alles noch viel länger hingezogen hätte und als wenn Tywin sich geoutet und gekämpft hätte.
      Zumindest auf Tywins Seite hat es die Verluste minimal gehalten. Die überlebenden Verteidiger hat Tywin zur Mauer geschickt, unter anderem einen gewissen Ser Allisar Thorne. Schaut man sich aber an, wie der Ruf der Lannisters in der Hauptstadt ist, muss die Zivilbevölkerung extrem unter dieser Einnahme gelitten haben.
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      Brigthroar wrote:

      Wobei die Motive da nur schwer für ihn nachzuvollziehen sind, zumindest in Jorahs Fall. Jorah und seine Frau haben Bear Island verlassen, bevor Ned eintreffen konnte und selbst dann ist die Situation doch recht klar. Jorah hat aus Liebe gehandelt, aber das gibt ihm genauso wenig das Recht Wilderer in die Sklaverei zu verkaufen, wie es Jaime das Recht gegeben hat ein Kind von einem Turm zu werfen. Diese Wilderer hatten immerhin das Recht auf einen Prozess und die Möglichkeit zur Mauer zu gehen. Als Lord der Bäreninsel war Jorah dazu verpflichtet das Gesetz aufrecht zu halten und er hat es bewusst gebrochen.

      Ja,da gebe ich dir mit Sicherheit Recht,natürlich war das alles nicht Rechtens,dennoch wissen wir ,zu was für einem Menschen sich Mormont letztendlich entwickelt hat und ich meine eben, dass Ned oftmals zu Prinzipiengetreu handelt,ohne über den Tellerrand zu blicken.Dem Deserteur hätte er ja vielleicht auch einfach mal zuhören und eventuell versuchen können herauszufinden,was den Mann derartig verstört haben könnte bevor er an ihm das Recht des Königs vollzieht...es ehrt ihn,dass es das selber tut.Dennoch empfinde ich das auch hier als vorschnell.
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      onyx234 wrote:

      So sehr ich Ned und seine Ehrenhaftigkeit schätze,finde ich ihn in diesem Kapitel doch schon ziemlich selbstgerecht und "Über-Prinzipien-gtreu.Sei es in Bezug auf Jorah Mormont oder auf Jaime,selbst seine Haltung Tywin gegenüber finde ich erstaunlich. Aerys war offensichtlich komplett wahnsinnig und gefährlich,er hatte auf schreckliche Weise für den Tod von Neds Vater und Bruder gesorgt und Ned entrüstet sich darüber,dass Jaime,den Robert mit 17 noch als "fast noch ein Kind"bezeichnet, kurz auf dem Thron saß.

      Es spielt aber keine Rolle, zu was Jorah sich entwickelt hat, ebensowenig wie es bei der Beurteilung von Jaimes Mordversuch an Bran eine Rolle spielt, welche Entwicklung später folgt. Der Mann hat die Gesetze gebrochen und ist geflohen, anstatt die Verantwortung zu übernehmen. Und das als Lord, an welche Ned meines Erachtens einen besonders hohen Anspruch hat.
      Bei seiner Beurteilung mit Jaime ist natürlich ein bisschen was schief gelaufen, aber ich finde sie absolut nachvollziehbar. Ned ist nicht aus Rachsucht in den Krieg gezogen. Ein paar Leute sind direkt für den Tod von Brandon, Rickard und Co verantwortlich, und diesen gegenüber hätte Ned seine berühmte Gerechtigkeit walten lassen. Nun kommt er aber in eine Stadt mit lauter Leuten, die selber täglich nur ans Überleben denken und mit Politik überhaupt nichts am Hut haben. Und diese Stadt wurde geplündert, Frauen vergewaltigt, etliche ermordet. Und zwar von einem Mann, der einzig und allein aus machtpolitischer Strategie heraus Verrat begangen hat. Diesen Anblick muss Ned ertragen, bevor er in den Thronsaal zieht. Und dort sitzt der Sohn des für die Plünderung Verantwortlichen und hat offenbar in dem Moment, in dem sein Vater die Stadt genommen hat, den König ermordet - aus was für einem Grund als um den Lannisters zu dienen? Und dann kommt noch ein doofer Spruch von Jaime und das Missverständnis ist perfekt. Zumal Jaime nach dem ersten Blick von Ned auch viel zu stolz war, irgendwas erklären zu wollen. Hatte er ja nicht nötig. Weiß wirklich nicht, was man Ned da groß vorwerfen soll.
      Und gegenüber einem Befehlsgeber für Kindsmord kann man nur schwerlich genügend Verachtung empfinden.

      onyx234 wrote:

      Dem Deserteur hätte er ja vielleicht auch einfach mal zuhören und eventuell versuchen können herauszufinden,was den Mann derartig verstört haben könnte bevor er an ihm das Recht des Königs vollzieht...es ehrt ihn,dass es das selber tut.Dennoch empfinde ich das auch hier als vorschnell.

      "Der arme Mann war halb verrückt. Irgendetwas hat ihn derart in Angst und Schrecken versetzt, dass ich ihn mit Worten nicht erreichen konnte."
      (Die Herren von Winterfell, S. 33 [A Game of Thrones, Catelyn I])

      Offenbar hat er es versucht. Jetzt kann man natürlich aus der Sicht des Buchlesers argumentieren und sagen: Es wäre viel schlauer gewesen, dem erst einmal ein schönes Zimmer in Winterfell zu geben und zu warten, ob man nicht doch etwas erfährt.
      Wird finde ich nur der Realität nicht gerecht, in der Ned lebt.
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      In Eddard II ist mir nun noch aufgefallen ,dass ich mich meiner Vermutung bezüglich der aus der Luft gegriffenen Erzählungen von Illyrio, wohl doch etwas verschätzt und das so gar nicht mehr richtig auf dem Schirm gehabt habe.
      Ich zitiere mich mal selbst :
      Daenerys I
      Hier ist mir dieses Mal besonders Illyrio Mopatis aufgefallen.Es gibt Hinweise darauf,dass man ihm keinesfalls trauen sollte und genau das tut Dany auch nicht.Ihr Bruder hingegen lässt sich gänzlich von ihm einlullen und Illyrio erzählt ihm Dinge ,die er eben gerne hören möchte,die meiner Meinung nach aber zum Großteil keinesfalls der Wahrheit entsprechen.
      Zitat
      "Auf Festungen überall im Reich,erheben Männer heimlich ihre Gläser zu einem Trinkspruch auf Eure Gesundheit,während Frauen Drachenbanner nähen und sie für den Tag Eurer Rückkehr von jenseits des Meeres verstecken."

      ...denn hier äußert Robert Ned gegenüber :
      "......Noch immer gibt es in den Sieben Königslanden Männer,die mich Usurpator nennen.Hast du vergessen,wie viele Familien im Krieg für Targaryen gekämpft haben.Sie warten nur den rechten Augenblick ab,doch wenn sich ihnen nur die leiseste Chance böte,würden sie mich im Bett ermorden lassen und meine Söhne mit mir.Wenn der Bettlerkönig mit einer Horde von Dothrakis im Rücken übersetzt,werden sich ihm die Verräter anschließen......
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      -Jim Morrison
      Nun ja, aber wir wissen auch, dass Illyrio und Varys miteinander intrigieren. So könnte Varys möglicherweise Robert durchaus solches Gift ins Ohr geträufelt haben...
      Sicherlich wird es den ein oder anderen heimlichen Targ-Anhänger geben. Aber tatsächlich wird niemand so direkt in den Büchern erwähnt. Vermutlich ist es dem größten Teil der Lord ziemlich egal, solange Robert sie in relativer Ruhe lässt.
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      A Game of Thrones, Tyrion I
      Das mit Varys könnte eventuell wirklich zutreffen.Robert scheint mir nämlich nicht der Typ zu sein,der sich solche Dinge selbst einredet und ich dachte wirklich das seien größtenteils von Illyrio erfundene "Bei Laune halte Geschichten" für Viserys.Bis Robert das jetzt Ned gegenüber erwähnte.Sonst meine ich auch,das im Buch nie die Rede von Robert-Gegnern ist.
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      Ich könnte mir vorstellen, dass Varys Roberts Hass auf die Targs am Leben halten will, damit er sich weiterhin auf Viserys und Dany einschießt und somit fAegon weiter schön weit unter dem Radar zu lassen. :hmm:
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      A Game of Thrones, Tyrion I
      Es gibt einige Häuser, die auf der Seite der Targaryens gekämpft haben und anschließend von Robert entmachtet wurden. Populäre Beispiele wären die Häuser Darry und Connington. Allerdings sind das recht machtlose Häuser. Die Martells hätten, aus ihrer Geschichte begründet, ebenfalls gute Gründe immer noch hinter den Targaryens zu stehen, wobei für die derzeit wohl eher die aktuelle Politik eine Rolle spielt. Von Dorne brauchen wir gar nicht erst anzufangen und durch den Krieg der 5 Könige könnten auch einige Herrscher den Drachen offen empfangen, die vorher loyal hinter den Baratheons standen.
      Die Bedrohung, die Robert in Viserys sieht, war auf jeden Fall real. Wahrscheinlich hätte er sich aber weniger gesorgt, wenn er gewusst hätte wie Dothraki so ticken, aber das ist wohl ein allgemeines Problem in Westeros.
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      Ned wusste immerhin,dass sie das Wasser scheuen und das somit ein Angriff von dieser Seite aus, eher erst mal unwahrscheinlich wäre.Das ist zwar wirklich nicht viel,aber immerhin.
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