Inhaltliche Diskussionen zu "The World of Ice and Fire"

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our use of cookies. More details

      Inhaltliche Diskussionen zu "The World of Ice and Fire"

      In diesem Thread soll es darum gehen, den bestehenden Thread zu The World of Ice and Fire etwas zu entlasten und auch mal inhaltlich ein bisschen tiefer einzusteigen. Je nachdem, wer das Buch schon alles hat und wie viel hier zusammenkommt, lohnt es sich dann sogar möglicherweise, weitere (spezifischere) Threads zu erstellen.
      Das Wiki von Eis und Feuer freut sich über deine Mitarbeit. Schau mal vorbei: eisundfeuer.fandom.com/de
      __________________________________________________________________

      "We all swore oaths." - Arthur Dayne

      "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont
      [Bran] sah [...] eine Frau, die ein Kind im Leibe trug, und nackt und tropfend dem schwarzen Tümpel entstieg, vor dem Baum niederkniete und die alten Götter anflehte, dass ihr Sohn sie rächen sollte.
      (Der Sohn des Greifen, S. 694 [A Dance with Dragons, Bran III])

      Eingegrenzt wird diese Vision von zwei Kindern (höchstwahrscheinlich Lyanna und Benjen) und einem riesigen Ritter (höchstwahrscheinlich Duncan). Wenn wir nun davon ausgehen, dass die Visionen zeitlich immer weiter zurückgehen, können wir einen ungefähren Zeitraum bestimmen, in dem die Frau aus dem Tempel gestiegen sein muss. Duncan war einmal in den Jahren nach 211 AC in Winterfell und höchstwahrscheinlich einmal gegen 233 AC, als er Bloodraven zur Mauer begleitet hat. Benjen und Lyanna als Kinder datiere ich mal auf ca. 270 AC. Somit haben wir den Zeitraum 211-270 AC.
      Und nun lohnt sich ein Blick auf den Stammbaum der Starks. Dort kann ich ziemlich viel Konfliktpotenzial zu dieser Zeit erkennen. Und eine zur Gänze verschwundene Nebenlinie. The She-Wolves of Winterfell dürfte da sehr spannende Einblicke gewähren.

      Ein Dunkeläugiger Jüngling, blass und grimmig, schnitt drei Äste von dem Wehrholzbaum und schnitzte Pfeile daraus.
      (Der Sohn des Greifen, S. 694 [A Dance with Dragons, Bran III])

      Das Buch legt nahe, dass es sich hierbei um Brandon Snow, den Bastardbruder vom vorerst letzten König Torrhen Stark, handelt. Er hatte vor, sich in das Lager von Aegon I. zu schleichen und die Drachen zu eliminieren, sodass die folgende Schlacht zwischen den Heeren halbwegs ausgeglichen gewesen wäre. Möglicherweise nicht das schlechteste für ihn und den Norden, dass es dazu nicht gekommen ist und er stattdessen als Bote zu Aegon geschickt wurde, um die Kapitulation des Nordens zu verhandeln.

      Sehr interessante Einblicke in die Herrschaft von Aegon V. wie ich finde. Hier hat GRRM das umgesetzt, was er zuvor immer mal wieder angesprochen hat, nämlich dass in vielen Werken charakterlich ordentliche Könige meistens auch blühende Regentschaften vorzuweisen haben. Doch wie sehr ist das wirklich miteinander verknüpft? Egg hat sich zeitlebens darum bemüht, dem gemeinen Volk mehr Rechte einzuräumen und ist letzten Endes auf ganzer Linie gescheitert. Auf Kosten seines eigenen Lebens und den Leben manch anderer.
      Die katastrophale Heiratspolitik hinsichtlich seiner Söhne hat sogar dazu geführt, dass sich der alte Verbündete Lyonel Baratheon zum König der Stormlands ausgerufen hat und es zu einem kurzen, aber sehr blutigen, Krieg kam. Sein Drittgeborener (Verlobter von Olenna Redwyne, löste die Verlobung aber, weil er homosexuell war) fiel beim Kampf gegen noch nicht näher betitelte Rebellen, sein Erstgeborener hätte wohl als einziger Eggs Reformpolitik fortführen wollen, musste aber wegen seiner Liebesheirat aus der Thronfolge ausscheiden.
      Trotzdem nett anzusehen, dass Aegon keineswegs ein schwacher König war. Interessant auch die Episode mit Bloodraven kurz nach Amtsantritt: Als nach Maekars Tod ein Great Council unter der Führung Bloodravens zusammenkam (Maekar hatte ihn als Hand behalten und zu keinem Zeitpunkt inhaftiert), meldete auch ein gewisser Aenys Blackfyre per Post Ansprüche auf den Thron an. Es handelte sich um Daemons fünften Sohn. BR schickte ihm einen Brief mit dem Vorschlag, er solle seine Ansprüche doch persönlich vortragen, und sicherte im Freies Geleit zu. Kaum war Aenys in King's Landing eingetroffen, ließ BR ihn verhaften und töten. Möglicherweise schützte dieses Verbrechen das Reich vor einer weiteren blutigen Rebellion und sicherte Egg die Krone, doch nach seiner Krönung ließ Egg BR inhaftieren und verurteilte ihn zum Tode, um ihm dann die Option Mauer zu gewähren. Dort wurde Bloodraven 239 AC zum Lord Kommandanten gewählt und verschwand 252 AC auf einer Expedition nördlich der Mauer.

      Noch ein paar kleine Sachen:

      Cregan Starks "Hour of the Wolf" war ja mal heftig. Kommt der Mann mit einem Heer nach KL, lässt sich einen Tag lang zur Hand ernennen und räumt dann erst einmal auf.

      Nun wird auch klar, warum Theon Stark "Der Hungrige Wolf" gennant wurde. Nicht nur hat er die Andalen an den eigenen Küsten zurückgeschlagen, er ist sogar selber mit einem Heer nach Essos übergesetzt und hat dort ein paar andalische Dörfer ausradiert.

      Die Starks scheinen ihre Jahrhunderte währende Vorherrschaft durch reinen, blutigen Imperialismus erworben zu haben. Die haben ja wirklich alles und jeden bekriegt.

      Ich halte Tywin Lannister immer noch für einen brutalen Mistkerl, aber immerhin wird einem nun klar, warum er so wurde.
      Das Wiki von Eis und Feuer freut sich über deine Mitarbeit. Schau mal vorbei: eisundfeuer.fandom.com/de
      __________________________________________________________________

      "We all swore oaths." - Arthur Dayne

      "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont

      Post was edited 2 times, last by “Ser Arthur Dayne” ().

      Ser Arthur Dayne wrote:

      Ein Dunkeläugiger Jüngling, blass und grimmig, schnitt drei Äste von dem Wehrholzbaum und schnitzte Pfeile daraus.
      (Der Sohn des Greifen, S. 694 [A Dance with Dragons, Bran III])

      Das Buch legt nahe, dass es sich hierbei um Brandon Snow, den Bastardbruder vom vorerst letzten König Torrhen Stark, handelt. Er hatte vor, sich in das Lager von Aegon I. zu schleichen und die Drachen zu eliminieren, sodass die folgende Schlacht zwischen den Heeren halbwegs ausgeglichen gewesen wäre.

      Hmm...wohnt denn, speziell in den aus einem Wehrholzbaum geschnitzten Pfeilen eine Magie,die gegen Drachen wirkt?Ansonsten wäre so einem riesigen Drachen mit so einem Pfeilchen wohl nicht so leicht beizukommen?

      Ser Arthur Dayne wrote:

      Die Starks scheinen ihre Jahrhunderte währende Vorherrschaft durch reinen, blutigen Imperialismus erworben zu haben. Die haben ja wirklich alles und jeden bekriegt.

      :huh: Das hätte ich jetzt aber nicht gedacht...obwohl ja in einem der früheren Kapitel(ich meine es war Bran) so etwas angedeutet wurde...also dass sie grimmig waren zumindest.Ich weiß aber nicht mehr genau.
      Expose yourself to your deepest fear
      After that...you are free
      -Jim Morrison

      Ser Arthur Dayne wrote:

      dass sich der alte Verbündete Lyonel Baratheon zum König der Stormlands ausgerufen hat und es zu einem kurzen, aber sehr blutigen, Krieg kam.

      Das hätte ich vom Lachenden Sturm nicht erwartet.

      onyx234 wrote:

      Hmm...wohnt denn, speziell in den aus einem Wehrholzbaum geschnitzten Pfeilen eine Magie,die gegen Drachen wirkt?Ansonsten wäre so einem riesigen Drachen mit so einem Pfeilchen wohl nicht so leicht beizukommen?

      Wenn die Nordmänner glauben, dass den Pfeilen eine Magie innewohnt, werden sie ihre Chancen wohl nicht noch einmal rational abwägen.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton
      Der Norden ist ein hartes Land. Das kriegst du nun mal nicht mit Blumensträußen unterworfen ;)

      Zu Tywin: Neben der Tatsache, dass Yalden klar ein Fan von ihm ist, find ich mich tatsächlich bestätigt, nämlich dass Tywin eine der besten Hände des Königreiches war. Menschlich hat ihn wohl sein Vater als Negativvorbild so introvertiert werden lassen und die Demütigungen am Hof haben das verstärkt. Ich mochte ihn schon immer, es freut mich, dass er mehr Profil bekommen hat. Es scheint ja auch einer der "Lieblingscharaktere" von Martin zu seien...

      Cregan war tatsächlich ziemlich...übermotiviert...ja, das kommt hin :S Frag mich, wieso er gegen den Drachenritter gekämpft hat.

      Apropo Drachenritter: Baelor fand ich, war in der Frühzeit seiner Regierung echt noch ziemlich heldenhaft. Also die Friedensaktion mit Dorne und den dazugehörenden Marsch fand ich bemerkenswert...

      Ja, Aegon und der Pöbel, naja, jeder hat seine Schwächen ;)

      Und Duncan braucht sich angesichts seiner Taten nicht hinter Aemon und Barristan zu verstecken. Ich bleib auch dabei, irgentwas hat er in Sommerhall verhindert... Ihr wisst ja, der Fuß fürs Königreich :)

      Wer definitiv schlechter wegkommt, ist Maegor. Vorher dachte ich noch, dass seine harte Herrschaft das Königreich zu der Zeit gehärtet hat, aber was der abgezogen hat, hat es eher an den Rand des Abgrund gedrängt.

      Umso bemerkenswerter ist die Leistung von Jaehaerys und Alysanne, die beiden waren mit Abstand die besten Herrscher von Westeros.
      The living should smile, for the dead cannot.

      Post was edited 3 times, last by “Balerion der Schwarze” ().

      Balerion der Schwarze wrote:

      Cregan war tatsächlich ziemlich...übermotiviert...ja, das kommt hin

      Ich glaube ja, der war vor allem stinksauer darüber, dass der Krieg beendet worden war, ohne dass er die Gelegenheit bekommen hatte, eine einzige Schlacht zu schlagen. Das Kommando scheint auch eine Aktion gewesen sein, um den Norden vor dem kommenden Winter von unnötigen Mäulern zu befreien. So wie auch die alten Männer bei den Bergstämmen im Winter "jagen" gehen. Und die Gelegenheit hat man ihm genommen. Naja, er hat ja daraufhin den Großteil seines Heeres einfach mal im Süden gelassen.
      Interessant auch, dass sein erstgeborener Sohn Rickon Stark für Daeron I. in Dorne gekämpft und dabei gefallen ist. Ein Stark kämpft im Krieg in Dorne... Finde ich irgendwie gewöhnungsbedürftig.

      Balerion der Schwarze wrote:

      Frag mich, wieso er gegen den Drachenritter gekämpft hat.

      Ihm wurde eine Targaryen-Prinzessin versprochen, die sein Haus aber nie erhalten hat. Vielleicht eine ähnliche Geschichte wie bei Duncan und Lyonel Baratheon.

      Balerion der Schwarze wrote:

      Und Duncan braucht sich angesichts seiner Taten nicht hinter Aemon und Barristan zu verstecken. Ich bleib auch dabei, irgentwas hat er in Sommerhall verhindert... Ihr wisst ja, der Fuß fürs Königreich

      Ich glaube, er hat den neugeborenen Rhaegar und somit das ganze Reich gerettet.

      Balerion der Schwarze wrote:

      Umso bemerkenswerter ist die Leistung von Jaehaerys und Alysanne, die beiden waren mit Abstand die besten Herrscher von Westeros.

      Aber auch das hat Risse bekommen. Jaehaerys hat in guter Absicht das Gebiet der Nachtwache vergrößert (Neue Schenkung), obwohl Lord Stark dagegen protestiert hat. Denn die Nachtwache war seinen Befürchtungen nach nicht in der Lage, das Gebiet dauerhaft zu bewirtschaften. Und er hatte Recht, die einst besiedelte Gegend ist heute fast völlig verlassen. Und auch in der Ehe scheint es die ein oder andere Schwierigkeit gegeben zu haben. Ebenso das Problem mit der Nachfolge. Macht es aber auch alles realistischer wie ich finde.

      Bemerkenswert finde ich übrigens auch Daeron II. Der Mann wurde nicht umsonst "The Good" genannt.
      Das Wiki von Eis und Feuer freut sich über deine Mitarbeit. Schau mal vorbei: eisundfeuer.fandom.com/de
      __________________________________________________________________

      "We all swore oaths." - Arthur Dayne

      "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont
      Daeron war tatsächlich bemerkenswert. Ich weiß nur nicht, ob härtere Strafen für die Rebellen nicht doch die anderen Rebellionen verhindert, bzw. gemildert hätten.

      Ja, aber "Eheprobleme" kann es bei gut 50 Jahren Ehe und gefühlt 20 Kindern ja mal geben. Ich fand dieses Geplänkel, ob Frauen nun erben sollen, eher amüsant. Die erste Feministin Westeros würd ich sagen...

      Zu den Wehrholzpfeilen: Es wird ja nicht gesagt, ob er nicht noch Eisenspitzen dran macht. Er würde doch nicht mit Holzspitzen auf Drachen schießen ;)

      Der lachende Sturm scheint Rob sein sein Temperament vererbt zu haben. Das war von beiden Parteien keine Glanzstunde.

      Rickon hats bestimmt bis zum Knochenpass geschafft und ist dann geschmolzen... ganz bestimmt!

      Das mit Rhaegar und Duncan kann tatsächlich hinkommen. Eine schrecklich schöne Geschichte, wenn man drüber nachdenkt ;(
      The living should smile, for the dead cannot.

      Balerion der Schwarze wrote:

      Zu den Wehrholzpfeilen: Es wird ja nicht gesagt, ob er nicht noch Eisenspitzen dran macht. Er würde doch nicht mit Holzspitzen auf Drachen schießen

      Ich meinte das mit den "Pfeilchen" eher bezogen auf das Größenverhältnis derselben,als auf das Material.Wenn besagte Drachen nicht wesentlich kleiner waren,als Balerion auf deinem Avatar,stelle ich mir das in etwa so vor,als würde man mit Zahnstochern auf einen Menschen schießen.Wären sie aber irgendwie magisch,könnten sie dann eventuell schon etwas ausrichten...aber egal!
      Expose yourself to your deepest fear
      After that...you are free
      -Jim Morrison
      Hallo mal wieder,

      mir ist heute beim lesen des Buches eine interessante Anspielung zu Robert W. Chambers: The King in Yellow von 1895, aufgefallen. (Bzw. zu der HBO-Serie "True Detective") Auf Seite 303 von TWOIAF steht (über Yi Ti):

      ​"Yet far to the east, well beyond the borders of the Golden Empire proper, past the legendary Mountains of the Morn, in the city Carcosa on the Hidden Sea, dwells in exile a sorcerer lord who claims to be the sixty-ninth yellow emperor, from a dynasty fallen for a thousand years."


      Hier mal ein Ausschnitt aus dem Buch von Robert W. Chambers (von Wikipedia rüber kopiert):

      Casslilda's Song​
      Act 1, Scene 2

      Along the shore the cloud waves break,
      The twin suns sink beneath the lake,
      The shadows lengthen
      In Carcosa.

      Strange is the night where black stars rise,
      And strange moons circle through the skies,
      But stranger still is
      Lost Carcosa.

      Strange is the night where black stars rise,
      And strange moons circle through the skies,
      But stranger still is
      Lost Carcosa.

      Song of my soul, my voice is dead;
      Die thou, unsung, as tears unshed
      Shall dry and die in
      Lost Carcosa.


      Ich selbst bin auf den "Gelben König" durch die Serie "True Detective" (HBO) aufmerksam geworden. Wer die Serie "True Detective" noch nicht gesehen hat sollte das nachholen weil sie wirklich hervorragend ist. Auch hier wird dieser mehrfach erwähnt und außerdem Carcosa Spoiler:
      Show Spoiler
      ​Der abgelegene, verwilderte Bau des Killers am Ende wird als Carcosa bezeichnet. Außerdem bemerkenswert ist der leicht übernatürliche Anklang des ganzen, ohne jetzt weiter ins Detail gehen zu wollen.


      Auch H.P. Lovcrafts und Ambrose Bierce haben sich von Chambers inspirieren lassen. Link der Wikipediaseite: de.wikipedia.org/wiki/Der_K%C3%B6nig_in_Gelb

      Was TWOIAF betrifft glaube ich nicht, dass das eine tiefere Bewandtnis hat, sondern denke eher, dass es eine kleine popkulturelle Anspielung ist. Ich denke wenn es nur der Name "Carcosa" gewesen wäre, hätte ich noch an einen Zufall geglaubt aber da es sich bei dem Mann um einen Zauberer aus der gelben Dynastie handelt welcher auch noch bei einem versteckten See lebt und sowas wie der letzte König eines uralten Geschlechts ist, scheint mir meine Vermutung doch sehr stichhaltig zu sein.
      Watch Jaime's epic struggle to reclaim what he has lost. A poignant journey into the mind of one of Westeros' greatest heroes. ^^
      youtube.com/watch?v=6lz3lAd2nGQ
      So habe zumindest die ersten drei Targaryen-Herrscher durch.

      Aegon I.: Tja, war ich bisher ein begeisterter Targaryen-Fan, so wurde dieses Urteil deutlich getrübt, aus welchen Anlass die Eroberung durchgeführt. Weil einer der Könige ein Angebot von ihm ablehnt, reagiert er darauf mit einer Eroberungskampagne des ganzen Kontinents. :S
      Legitimatorisch steht das doch auf sehr wackligen Beinen, da hätte ich gedacht Aegon geht diplomatischer vor und kann seine Eroberungen halbwegs rechtfertigen, wie es die Römer taten (die wurden ja auch immer nur angegriffen ;) ) oder Alexander, der sich geschickt in kleinasiatische Herrscherhäuser einbrachte oder irgendwelche Prophezeiungen zu seinen Gunsten propagierte, die er dann erfüllte (Gordischer Knoten z. B.).
      Probleme habe ich mir die Eroberung von Harrenhal vorzustellen. Entweder ist Balerion unkaputtbar oder Harren völlig blöde. Mit sovielen Soldaten und der Ausrüstung hätte Harren den Drachen mit tausenden Pfeilen (also sagt mir jetzt nicht, dass es einen solchen Vorrat in so einer riesigen Burg nicht gibt) spicken können, ehe der überhaupt seinen ersten Feuerstoß hätte tun können (auch mit dieser Ablenkungstaktik). Und wenn tausend Pfeile einen Drachen nicht aufhalten können, verstehe ich dann wiederum nicht, warum Aegon nicht einfach Dorne einmal quer mit Balerion durchflogen hat.
      Als Herrscher jedoch gefällt mir, wie er von Maester Yendel dargestellt wird (ist das schön endlich mal die Methoden der Quellenkritik bei ASOIAF anwenden zu können :) ), so wie er auftritt scheint er auch keine Probleme gehabt zu haben, die Gunst der unterworfenen Länder zu gewinnen.

      Aenys I.: Gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Wäre lustig, wenn das wirklich ein Bastardsohn von Rhaenys gewesen ist. Er weist für eine König große Schwächen auf, denn Unentschlossenheit sollte ein Herrscher nie zeigen.

      Maegor I.: Klingt ja in der Reihe immer wieder an und tatsächlich scheint das ein grausamer Mann gewesen zu sein, wohl der erste, der von diesem Targaryen-Wahnsinn befallen ist. Interessant fand ich den Fakt seiner Missgeburten, unheimlich und verstörend. Könnte einer der Gründe für sein Verhalten sein. Und als der Glaube noch bewaffnet war, scheint der wirklich einiges an Macht besessen zu haben, wenn Maegor fast seine ganze Herrschaft durch mit dem Glauben zu kämpfen hatte. Finde übrigens erstaunlich, dass er in späteren Zeiten überhaupt noch als König anerkannt wird, vom High Septon wird er jedenfalls nicht gekrönt, wenn ich das jetzt richtig gelesen habe.

      Na dann mal sehen, was Jaehaerys so gemacht hat, mit ihm soll es ja wieder aufwärts gehen.
      Ich stelle mir das vor wie Smaugs Angriff auf Esgaroth im Hobbit... In der Nacht, leise von oben, völlig lautlos. Die Türme waren wohl ohnehin ziemlich instabil, wenn er da direkt den Größten zerstört, ist das unglaublich demotivierend.
      Dazu kommt, dass ein Drache tatsächlich sogut wie unantastbar ist. Augen sind die einzigen Schwachstellen. Der einzige Drache, der jemals aus der Luft geholt wurde, war Meraxes in Dorne, und das war mit einem Skorpion und jeder Menge Glück. Mit einfachen Pfeilen kommst du bei einem Drachen wie Balerion nicht weit...
      The living should smile, for the dead cannot.
      Und dann werden 130 Jahre fünf Drachen von einem wütenden Mob umgebracht. Smaug hätte da kurz gepustet und es wäre Sense gewesen. ;) Und werden nicht einige Drachen, während dem Tanz der Drachen auch aus der Luft geholt? So wie es aussieht sind Drachen doch nicht fast unzerstörbar, wie sie noch während der Eroberung dargestellt werden, um so seltsamer und unglaubwürdiger erscheint mir Balerions Vernichtung von Harrenhal.

      Bin jetzt gerade mit Aegon II. fertig geworden und puh war das schwer nachzuvollziehen. Zum Glück habe ich mich im Studium schon mit den Diadochen, den Ptolemäer und den Seleukiden und anderen hellenistischen Herrscherhäusern intensiv beschäftigt, sonst hätte ich bei den Verwandtschaftsverhältnissen hundertpro den Überblick verloren. Wenn ich das mal so vergleiche ist der Krieg der fünf Könige gegen den Tanz ein laues Lüftchen, da gibt es eine große Schlacht vor King's Landing, ein paar kleinere in den Fluss- und Westlanden und eine unkonventionelle Hochzeit, aber das wars auch. Ich war ja mal pro Daenerys, aber wenn ich mir anschaue, was diese teilweise völlig durchgeknallten Targaryens da mit ihren Drachen anstellen, können Drogon, Rhaegal und Viserion von mir aus ins Meer stürzen. Da fände ich eine harte, aber gerechte Herrschaft unter Stannis wesentlich besser.
      Wir hatten uns glaube ich einmal in einem anderen Thread unterhalten, dass es gar nicht soviele wahnsinnige Targaryens und das auf drei eingeschränkt. Also ich weiß nicht, schon nach vier Generationen könnte ich eine Handvoll aufzählen.

      Ser Erryk wrote:

      Und werden nicht einige Drachen, während dem Tanz der Drachen auch aus der Luft geholt?

      Ja, aber nur von anderen Drachen. ;)

      Ser Erryk wrote:

      So wie es aussieht sind Drachen doch nicht fast unzerstörbar, wie sie noch während der Eroberung dargestellt werden, um so seltsamer und unglaubwürdiger erscheint mir Balerions Vernichtung von Harrenhal.

      Du darfst die späteren Drachen aber auch nicht mit Balerion vergleichen. Der kam noch aus Valyria und war zum Zeitpunkt der Eroberung über 100 Jahre alt. Das war ein wahrer Riese. Die Drachen, die in der Drachengrube getötet wurden, waren da nichts gegen. Shrykos und Morghul waren nie geritten worden, Tyraxes war vielleicht 15 Jahre alt und Syrax gute 30 Jahre. Einzig Dreamfyre war schon unter Maegor geschlüpft und hat dementsprechend in der Drachgrube auch ordentlich Radau veranstaltet, bevor sie gestorben ist.
      Außerdem wird ja ausdrücklich gesagt, dass die späteren Drachen nicht mehr so groß wurden.

      Ser Erryk wrote:

      Wir hatten uns glaube ich einmal in einem anderen Thread unterhalten, dass es gar nicht soviele wahnsinnige Targaryens und das auf drei eingeschränkt. Also ich weiß nicht, schon nach vier Generationen könnte ich eine Handvoll aufzählen.

      Zähl mal auf, würde mich mal interessieren. ;)

      Ser Erryk wrote:

      Zum Glück habe ich mich im Studium schon mit den Diadochen, den Ptolemäer und den Seleukiden und anderen hellenistischen Herrscherhäusern intensiv beschäftigt, sonst hätte ich bei den Verwandtschaftsverhältnissen hundertpro den Überblick verloren.

      Ich finde ja, dass das Julisch-Claudische Kaiserhaus den Targs ernsthafte Konkurrenz macht, nur gab es das nur für 100 Jahre... :whistling:
      Das Wiki von Eis und Feuer freut sich über deine Mitarbeit. Schau mal vorbei: eisundfeuer.fandom.com/de
      __________________________________________________________________

      "We all swore oaths." - Arthur Dayne

      "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont

      Post was edited 1 time, last by “Ser Arthur Dayne” ().

      Drachen wurden sonst nur angekettet, durch eigenes Verschulden(Vermax), am Boden(Syrax, Tessarion) oder halt in der Luft durch andere Drachen getötet.
      Ein Drache in der Luft ist beinahe unantastbar, nur eben Meraxes wurde von den Dornischen runtergeholt.
      The living should smile, for the dead cannot.
      Dreamfyre hat auch einen Bolzen ins Auge bekommen und wurde dadurch mehr oder weniger zu Fall gebracht.
      Das Wiki von Eis und Feuer freut sich über deine Mitarbeit. Schau mal vorbei: eisundfeuer.fandom.com/de
      __________________________________________________________________

      "We all swore oaths." - Arthur Dayne

      "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont
      Ach was, reines Können!
      Die Rechnung ist halt in der Theorie recht einfach: Schieß dem Drachen was ins Auge und er wird abstürzen. Nur die Umsetzung ist eben eine andere Geschichte.
      Das Wiki von Eis und Feuer freut sich über deine Mitarbeit. Schau mal vorbei: eisundfeuer.fandom.com/de
      __________________________________________________________________

      "We all swore oaths." - Arthur Dayne

      "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont
      Ich habe beim Lesen der Passagen über die Targaryen Könige mich irgendwie gewundert wieso das gemeine Volk die Targaryenkönige so lange unterstützt hatte. Unter den meisten Königen gab es Krisen und Kriege. Aegon der 1. hat Westeros mit Feuer und Schwert erobert, Aenys war ein schwacher König, unter ihm gab es erste Konflikte mit dem Glauben welche dann unter Maegor zu einem sehr blutigen Krieg ausweiten. Der Drachentanz war wie oben bereits gesagt ein heftiges Gemetzel, dann die Schwarzfeuer Rebellion, der Krieg gegen die Dornischen unter Daeron dem 1. und Roberts Rebellion. Alles Kriege die von den Targaryen ausgingen und allein von ihnen verursacht wurden.
      Wenn die Targaryen eine Partei wie SPD oder CDU wären ich würde sie nicht wählen.
      Aber vor den Targaryens haben die Könige ständig untereinander Krieg geführt. Unter den Targaryens gab es natürlich ebenfalls Konflikte, aber der Dauerzustand wurde beendet.

      Um das noch zu verbildlichen. In den Flußlanden gab es Konflikte zwischen Eisenmännern und Sturmkönigen. Die Sturmlande hatten in den Marschen Streit mit Dorne. Die Dornischen haben sich mit der Weite gekeilt und diese hat sich an ihrer Nordgrenze mit den Westlanden, bei den Einfällen auf dem jeweils anderem Territorium, abgewechselt. Aegons Eroberungen haben all diese Konflikte beendet.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton

      Post was edited 1 time, last by “Brigthroar” ().