Unverdienter Ruhm in der Literatur

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our use of cookies. More details

      Ich finde Günter Grass total überbewertet. Ja, ich weiß, er ist gerade verstorben, aber ich mag ihn trotzdem nicht. Ich habs echt versucht mit der Blechtrommel, schon, um diesen bizarren Film besser zu verstehen, aber ich glaube, mir fehlt der intellektuelle Zugang.
      Total daneben fand ich, dass er mit seiner SS-Mitgliedschaft rausrückte, um seinen biographischen Roman zu vermarkten. Und das letzte Gedicht zum Thema Israel hat uns weder politisch noch literarisch nach vorne gebracht.

      Weil ich gern Krimis lese, habe ich auch noch jemanden: Jussi Adler Olssen. Ich habe das erste Buch seiner Reihe gelesen. Ich fand es erstens unnötig brutal. Die Entführungssituation war mir echt zu viel. Zum zweiten war sogar mir mit der langen Leitung sofort klar, wer der Bösewicht ist und warum.
      Ich habe nie wieder ein Buch von ihm gelesen, mir fehlt gar nichts. :)

      Achja, Dan Brown hat mich eigentlich immer ganz gut unterhalten, wahrscheinlich bin ich eher der schlichte Typ. ^^
      Bei dem nervt mich nur, dass der Professor in jedem Band die Welt rettet und trotzdem ne Liebschaft beginnt.

      Post was edited 1 time, last by “penelope” ().

      Laaaaaaaaaaaange Landschaftsbeschreibungen.....

      Die hat schon Geothe zelebriert :dash:

      Vielleicht bin ich diesbezüglich ein Kulturbanause, aber ich kann dem einfach nichts abgewinnen.

      Ob Goethe, Tolkien, GRRM oder wer auch immer. Irgendwann komme ich an den Punkt, wo ich überblättern muss, dann geht es einfach nicht mehr! :/

      Ließt jemand :
      Günter Grass, Doris Lessing, Siegfried Lenz, Berthold Brecht, Theodor Fontane, Heinrich Böll ...usw. ?

      Ich glaube gefühlt hat meine Mutter so ziemlich alles an klassischer Literatur in ihrem Bücherregal stehen, aber ich habe noch nie etwas davon ausgeliehen :whistling:

      Post was edited 1 time, last by “Snow White” ().

      Ich habe von Böll bis jetzt Ansichten eines Clowns, Die verlorene Ehre der Katharina Blum und Frauen vor Flusslandschaft gelesen. Außerdem noch Heinrich Böll: Eine deutsche Erinnerung (ein Gespräch zwischen Rene Wintzen und Böll, in welchem letzterer von seinem Leben und seinen Ansichten erzählt). Böll moralisiert meiner Meinung nach recht stark (was ich nicht weiter schlimm finde, da ich oft mit seinen Ansichten übereinstimme), auf der anderen Seite empfand ich die drei Werke als recht spannend und sogar wesentlich witziger, als ich angenommen hatte. Vor allem Die verlorene Ehre der Katharina Blüm dürfte immer noch sehr viel Aktualität besitzen. Die Vorbemerkung lautet:
      Personen und Handlung dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der "Bild"-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.
      Wer in meinen Beiträgen nicht funktionierende Links findet, kann mich auf meiner Pinnwand darauf hinweisen.
      ________________________________________________________________________________________________________

      "We all swore oaths." - Arthur Dayne

      "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont
      Günter Grass, Doris Lessing, Siegfried Lenz, Berthold Brecht, Theodor Fontane, Heinrich Böll ...usw. ?


      Ich mag Böll und liebe Fontane. Habe von letzterem auch alle Romane gelesen.
      Aber ich bin komisch, ich mag ja auch die Buddenbrooks schrecklich gern.
      I have been despised by better men than you.

      Esmeralda wrote:

      "Sakrileg" und "Illuminati" hab ich mir ja noch angetan, aber alles weitere habe ich mir gespart und will damit nicht mehr meine Zeit verschwenden.

      Ich lese die eigentlich nur noch, um zu schauen, wer der wirkliche Böse in seinen Büchern ist. Er baut seine Werke immer ähnlich auf. Meistens hat er einen Charakter, der Anfangs wie der Böse daher kommt, einen, den seine Romanfigur vertraut und das wird dann einfach irgendwann während der Handlung gedreht. Man durchschaut seine Figuren irgendwann ganz schnell und das obwohl er einen teilweise mit ihren PoVs täuschen will.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton
      Ich habe Dan Brown auch gelesen, damals hat es mir noch gefallen. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, frage ich mich, was das teilweise für Schwachsinn ist. Bestes Beispiel Illuminati: Von der tiefen Gruft, wo angeblich Petrus' Grab sein soll, schafft man es in zwei Minuten in einen Helikopter? Und dann noch Langdons Sprung. Vom wissenschaftlich ganz zu schweigen.
      @Brigthroar: Du hast schon gut die Dan Brown-Formel angesprochen: Man hat immer einen sympathischen Wissenschaftlicher und eine sympathische Wissenschaftlerin, die sich dann verlieben; eine unsympathische Figur von der jeder denken soll, sie ist der Bösewicht, dabei gehört sie zu den Guten. Und dann ist noch der Bösewicht, das ist immer die Person, die am nettesten oder väterlichsten zu den Hauptpersonen ist. Und dann gibt es noch den/die Auftragskiller.
      Mit der Masche konnte mich Dan Brown bei Meteor (war der erste, den ich gelesen hatte) und bei Illuminati (auf den Camerlengo wäre ich in hundert Jahren nicht gekommen) überraschen. Bei Diabolus und Sakrileg lag ich dann aber goldrichtig.

      Ser Arthur Dayne wrote:

      Vor allem Die verlorene Ehre der Katharina Blüm dürfte immer noch sehr viel Aktualität besitzen. Die Vorbemerkung lautet:
      Personen und Handlung dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der "Bild"-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.


      Das ist wirklich ein tolles Buch, bestimmt das Lieblingsbuch von Christian Wulff. :D Da gibt es auch einen ganz guten Film dazu, mit Mario Adorf, den ich sonst eigentlich nicht so mag, aber in dem Film schon.

      Und, weil es so schön passt, hier ein Zitat des von mir hoch geschätzten Max Goldt zur Bild-Zeitung:
      "Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muß so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun."

      Maegwin wrote:


      Aber ich bin komisch, ich mag ja auch die Buddenbrooks schrecklich gern.


      Die mag ich auch, bin ich jetzt auch komisch? Die lese ich ganz gern, beim Zauberberg habe ich allerdings kapituliert.

      Mir fällt noch jemand von der aktuellen Bestsellerliste ein, der auch in jeder Talkshow hockt, aber in meinen Augen total überschätzt wird: Richard David Precht.
      Sein Buch "Lenin kam nur bis Lüdenscheid" war einige Zeit in meinem Freundeskreis total angesagt, da habe ich mich auch mal dran gesetzt. Ich fand es recht amüsant, habe es aber nicht bis zum Schluss gelesen, ich weiß gar nicht mehr, wieso nicht, wahrscheinlich war die Spannung weg.
      Dann habe ich "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?" geschenkt bekommen und es nach einem kurzen Anleseversuch verstauben lassen. Ich bin aber auch überhaupt nicht der Typ für Sachbücher. Weil ich beruflich viele Texte lese, brauch ich in meiner Freizeit Belletristik.
      "Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muß so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun."


      Großartiges Zitat, kann ich gar nicht oft genug lesen. Als Bildblog-Fan lese ich es allerdings ziemlich oft. :)

      Die mag ich auch, bin ich jetzt auch komisch?


      Bestimmt. :)
      Und ein bisschen schade, den Zauberberg wollte ich mir demnächst auch mal geben. Mal gucken ob ich da komischer bin als du.
      I have been despised by better men than you.

      Maegwin wrote:


      Großartiges Zitat, kann ich gar nicht oft genug lesen. Als Bildblog-Fan lese ich es allerdings ziemlich oft. :)


      Bildblog lese ich kaum, das regt mich zu sehr auf. XD

      Maegwin wrote:


      Bestimmt. :)
      Und ein bisschen schade, den Zauberberg wollte ich mir demnächst auch mal geben. Mal gucken ob ich da komischer bin als du.


      Ich hatte mal einen sehr belesenen Freund und wollte ihn mit der Lektüre beeindrucken. Damals war ich noch jünger. :D Ich weiß nicht, wie das Buch mir jetzt gefallen würde. Bestimmt gebe ich ihm noch einmal eine Chance, weil es von der Story her eigentlich ganz witzig ist.
      Ich hatte mal einen sehr belesenen Freund und wollte ihn mit der Lektüre beeindrucken. Damals war ich noch jünger. :D


      Meiner Einschätzung nach hättest du mehr Punkte gut gemacht, wenn du dir mit großen Kulleraugen hättest von ihm erklären lassen um was es in diesem Buch geht. :D

      Ja, mich regt der Bildblog auch auf. Aber was soll man machen? Mittlerweile regt mich ja selbst die Süddeutsche auf und die Zeit.
      FAZ geht noch ganz gut.

      Gibt es da überhaupt welche? Kann mir die Umgebung bei Martin meistens kaum vorstellen, weil er die Landschaft eig. nicht beschreibt.


      Da hat neuerdings jemand im Malazan-Thread was von mangelnder Fantasie gesagt.
      I have been despised by better men than you.

      Maegwin wrote:


      Meiner Einschätzung nach hättest du mehr Punkte gut gemacht, wenn du dir mit großen Kulleraugen hättest von ihm erklären lassen um was es in diesem Buch geht. :D


      Ich glaube, dann wäre er davon gerannt. Und das ist auch gut so. :D
      Unsere Beziehung ist jedenfalls nicht an meinem mangelnden Interesse an Thomas Mann gescheitert. Oder doch, hmm, vielleicht doch zu wenig Kulleraugen?

      Maegwin wrote:


      Ja, mich regt der Bildblog auch auf. Aber was soll man machen? Mittlerweile regt mich ja selbst die Süddeutsche auf und die Zeit.
      FAZ geht noch ganz gut.


      Ich wollte mal Journalistin werden. Bin ich froh, dass ich das nicht geworden bin, dann müsste ich meinen Berufsstand verachten. :D

      Ser Erryk wrote:

      Mit der Masche konnte mich Dan Brown bei Meteor (war der erste, den ich gelesen hatte) und bei Illuminati (auf den Camerlengo wäre ich in hundert Jahren nicht gekommen) überraschen. Bei Diabolus und Sakrileg lag ich dann aber goldrichtig.

      Bei mir war die Reihenfolge Sakrileg, Illuminati und dann Meteor. Bei Meteor waren mir die Verhältnisse dann im ersten Kapitel klar und es ging dann nur noch um das Warum.

      Beim "Verlorenen Symbol" und "Inferno" hat er dann versucht etwas aus seinem Schema auszubrechen, was aber nicht wirklich gelingen will. Sein Bösewicht im Verlorenen Symbol ist einfach verrückt und es geht mehr um seinen Hintergrund. Der ist aber auch leicht zu lösen.
      In Inferno versucht er dann dem Leser weiß zu machen, dass Langdons weiblicher Sidekick eigentlich mit dem Bösen im Bunde steht. Ich hätte das sogar mal als willkommene Abwechslung betrachtet, aber durchgezogen hat er das nicht. Wenn man bei dem Buch aber als Leser lange im Dunkeln tappt, liegt das auch nur daran, dass Langdon sein Gedächtnis verliert und lange selbst nicht weiß, was um ihn herum passiert.

      Um mal zum Titel des Theads zurückzukommen: Dan Brown hätte sicherlich weniger Erfolg mit seinen Büchern, wenn damals nicht die Kritik der katholischen Kirche so gepusht worden wäre.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton

      Maegwin wrote:

      Da hat neuerdings jemand im Malazan-Thread was von mangelnder Fantasie gesagt.
      Gefällt mir, daß Du Dir merkst, was ich so schreibe.

      Die tautologische Begründung, warum man sich etwas schlecht vorstellen kann, das nicht beschrieben wird, spare ich mir.
      Zudem fordere ich den genauen Tertium comparationis zu Malazan. Ansonsten ist dieser 'Vergleich' per se nichtig.
      Die tautologische Begründung, warum man sich etwas schlecht vorstellen kann, das nicht beschrieben wird, spare ich mir.


      Finde ich gut, ich glaube das war auch das Argument deiner Gegenseite.

      Zudem fordere ich den genauen Tertium comparationis zu Malazan. Ansonsten ist dieser 'Vergleich' per se nichtig.


      Ich glaube die objektive Nichtigkeit von irgendwas hängt nicht unbedingt von der Erfüllung deiner Forderungen ab. Hmmm.
      Zwei Bonbons kannst du haben. Aber nicht beide auf einmal essen.
      I have been despised by better men than you.

      Maegwin wrote:

      Finde ich gut, ich glaube das war auch das Argument deiner Gegenseite.
      Mit dem Unterschied, daß die Rassen bei Erikson sehr gut beschrieben werden. Diese detaillierten Illustrationen sind keine Erfindungen der Fans.
      Ich weiß nur nicht mehr, ob die Beschreibungen schon in Gardens of the Moon detailliert sind und habe nicht vor, das Buch deswegen noch mal zu lesen.

      Maegwin wrote:

      Ich glaube die objektive Nichtigkeit von irgendwas hängt nicht unbedingt von der Erfüllung deiner Forderungen ab.
      Ein Vergleich ohne Tertium comparationis ist per se nichtig. Kann das auch belegen. Mit Zitaten. Und Fußnoten. Und so was Komisches.

      Maegwin wrote:

      Hmmm.
      Zwei Bonbons kannst du haben.
      Das eig. ist zu freundlich.
      Die sind bestimmt mittels Spinnen vergiftet.
      Naja bei der "hohen" Literatur geht es oft weniger darum, ob die Werke einem Lesevergnügen bereiten, sondern häufig auch darum, was sie in ihrer Zeit ausgerichtet haben oder ob sie dieser sogar weit voraus waren.

      Ich persönlich tue mir immer schwer mit Max Frisch...abgesehen vom leicht verdaulichen "Biedermann und die Brandstifter" war bei ihm kein Werk dabei, zu dem ich sonderlich Zugang gefunden hätte. Besonders "Die chinesische Mauer" ist mir bis heute ein Rätsel.

      Homo faber verstehe ich zwar, ziehe da aber auch wenig Erkenntnis heraus. Viele seiner Geschichten haben irgendwie für mich keinen klaren Fokus.

      Kafka hingegen finde ich nur "weird", aber nicht kryptisch. Thomas Mann ist mMn gut lesbar.
      Dieser Beitrag wurde bereits 17 mal editiert, zuletzt von "Ser Twenty of House Goodmen" (Vor einem Moment)

      Faulpelz wrote:

      Naja bei der "hohen" Literatur geht es oft weniger darum, ob die Werke einem Lesevergnügen bereiten, sondern häufig auch darum, was sie in ihrer Zeit ausgerichtet haben oder ob sie dieser sogar weit voraus waren.
      Und wie sie vergangene Zeiten bzw. Gesellschaften widerspiegelten.
      Abgesehen davon ist das heutige Leseverhalten teilweise nur noch nach Unterhaltung gerichtet. Was einen sofort nicht unterhält, wird wieder weggelegt. Das ist vielleicht eine Konsequenz aus dem hohen Fernsehkonsum. Lesen bedeutet auch, sich mit dem Gelesenen erst mal anzufreunden.
      Das Lied von Eis und Feuer ist ein gutes Beispiel für Literatur, die von Anfang an unterhält. Man braucht dafür weder besondere intellektuelle Fähigkeiten noch die Tugend der Geduld.
      Kafka hingegen verlangt mehr vom Leser ab. Kafka genießt man nicht wie einen Unterhaltungsroman. Kafkas Werke sind Kunst, das Lied ist es nicht.
      Ich weiß nur nicht mehr, ob die Beschreibungen schon in Gardens of the Moon detailliert sind und habe nicht vor, das Buch deswegen noch mal zu lesen.


      Dann kannst du aber auch niemandem vorwerfen er hätte "nicht genug Fantasie" um sie sich auszumalen.

      Ein Vergleich ohne Tertium comparationis ist per se nichtig.


      Ja.

      Zudem fordere ich den genauen Tertium comparationis zu Malazan. Ansonsten ist dieser 'Vergleich' per se nichtig.


      Nein.


      Nimm einfach noch ein Bonbon. :)
      Wenn es ein bisschen knuspert oder knirscht - das gehört sich so.
      I have been despised by better men than you.