Buchreihe für 14jährige geeignet?

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      Ich verstehe ehrlich gesagt nicht was euer Problem ist.Dreenans ursprüngliches Statement
      Nun ja, diejenigen User die unter 15, 16 sind und die Bücher gelesen/die Serie gesehen haben und behaupten das sie keine Probleme damit haben oder sich nicht das ein oder andere Mal unwohl gefühlt haben sind meiner Meinung nach entweder ein Beispiel für frühzeitige Abgestumpftheit durch allgemein zu frühzeitigem Konsum unangebrachter Medien, verstehen einiges gar nicht erst, sagen nicht die Wahrheit, oder lesen nicht gescheit.
      ist doch ganz vernünftig und differenziert. Wenn man die RW, Theons Marterungen oder ähnliches ohne jegliches "Unwohlsein" liest, muss das tatsächlich einen Grund haben.

      Auch das unsere Generation "abgestumpfter" ist - nun, das ist halt so, da kann niemand was für und ich denke das ist im Grunde auch wertfrei. Nur weil man auf Schockmomente abgebrühter reagiert ist man ja auch kein emotionaler Krüppel, hier muss sich also niemand angegriffen fühlen.

      Nur bei dem "verstehen einiges gar nicht erst/lesen nicht gescheit" aus Dreenans ursprünglichen Post würde ich gerne einhaken, da das mMn nur sehr bedingt mit dem Alter zu tun hat. Ich behaupte mal ganz frech dass niemand beim ersten mal Lesen jedes kleine Detail in sich aufsaugt und alles versteht. Mir ist mit 13 nicht aufgefallen dass Renly und Loras schwul sind, aber 5 Jahre später habe ich dasselbe auch nicht bei Jon Connington gecheckt. Von Sachen wie R+L=J mal ganz abgesehen. Es ist ja nicht so dass man als Erwachsener Kraft seiner Reife da ein enormes Textverständnis haben würde.
      "Once they figure a way to work a dead horse, we'll be next. Likely I'll be the first too. 'Edd' they'll say, 'dying's no excuse for laying down no more, so get on up and take this spear, you've got the watch tonight.' Well, I shouldn't be so gloomy. Might be I'll die before they work it out." - Edd Tollett
      Ich kann für mich selbst sagen, dass ich um das Arya-Kapitel, in dem sie ihr neues Gesicht bekommt, immer noch einen großen Bogen mache. Mein Kopfkino war dabei nämlich so intensiv, dass ich dachte, ich müsste gleich kotzen.
      Als Beißer Brienne angreift, ist mir erst beim zweiten Lesen aufgefallen, was da überhaupt passiert. Ich war so gepackt und wollte wissen, wie Brienne da wohl wieder rauskommen soll, dass ich nicht realisiert habe, wie heftig Beißer Brienne da attackiert und was er überhaupt macht. Beim Reread wusste ich dann noch, was da vorgefallen ist, die Brutalität der Szene war mir aber nicht mehr bewusst.

      Bei den meisten anderen Szenen, unter anderem auch den Reek-Kapiteln, kann ich aber ganz entspannt lesen. Der Unterschied dürfte wohl sein, dass die beiden Fälle oben PoV waren und alles recht langsam abläuft.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton
      Und ich finde es unverschämt, dass du hier andere Personen aufgrund ihrer emotionalen Reaktion beurteilen willst, wenn sie keinen Einfluss darauf haben.

      Die Meinung sei dir belassen. Ändert aber nichts an meiner. Und beurteilen kann ich ja nur was geschrieben wird, nicht wahr? Und das scheint erlaubt.
      Jemanden als abgestumpft zu bezeichnen, weil er deiner Meinung nach nicht emotional genug auf eine Szene reagiert, ist für mich genauso beleidigend, wie jemanden als Weichei zu bezeichnen, wenn jemand mit Tränen auf eine Szene reagiert.

      Wenn du dich schon aufregst und mich angehst dann zietiere wenigstens korrekt. Es ging nicht um den Grad der Emotion an sich, sondern darum das es KEINE gab.
      Aber das hat Beren ja gerdadegerückt.

      Und meinetwegen bin ich jetzt halt abgestumpft. Und weiter?

      Nichts weiter. Wenn es so ist, ist es traurig.
      Wir drehen uns hier im Kreis. Es gibt keine endgültige Antwort auf die Frage dort oben.

      Richtig, dennoch meine ich, dass von Ausnahmen abgesehen, ASOIAF nicht für bestimmte Altersgruppen geeignet ist. Auch wenn du oder der eine oder andere eine Ausnahme darstellt.
      Es gibt Altersbeschränkungen nicht ohne Grund, Die TV Serie hat sie und meiner ansicht nach sind die Bücher nicht weniger "schlimm".
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."
      Und ich finde es unverschämt, dass du hier andere Personen aufgrund ihrer emotionalen Reaktion beurteilen willst, wenn sie keinen Einfluss darauf haben. Jeder Mensch wird von unterschiedlichen Dingen emotional getroffen. Manche können durch gelesenes nicht getroffen werden, aber dafür durch visuell erfasstes.



      Setz mich mal bitte mit auf die Unverschämten-Liste.



      Dürfte ich wissen, was deine Definition von "abgestumpft" wäre. Nur, dass man Gewalt leichter ertragen kann, oder vielleicht sogar, dass man anfängt, sie zu genießen. Ich reagiere inzwischen mit nem Schulterzucken, wenn ich von gewissen Dingen lese, auf die andere mit Abscheu, Wut oder Trauer reagieren und das kann auch gut dran liegen, dass ich inzwischen vom Lied und anderen Dingen schlimmeres gewohnt bin, aber ich würde das eher als neutrale Eigenschaft sehen und mich deshalb weder als tougher, noch als abgestumpfter als andere Menschen sehen.


      Nun, meine Definition ist ziemlich genau das:

      Nur, dass man Gewalt leichter ertragen kann, oder vielleicht sogar, dass man anfängt, sie zu genießen.


      Ich sehe überhaupt nichts gutes darin auf Gewalt gleichgültig oder sogar positiv zu reagieren. "Tough" zu sein wäre eine gute Eigenschaft, wenn man denn tatsächlich mit Gewalt konfrontiert würde. Es würde einem z.B. in einem Krisengebiet helfen Haltung zu wahren. Abzustumpfen weil man Gewalt übermäßig in Büchern, TV oder Spielen konsumiert führt praktisch lediglich zu Empathielosigkeit gegenüber den Fremden die tatsächlich im täglichen Leben mit echter Gewalt konfrontiert sind.
      Und ja - im Großen und Ganzen - positive wie negative Ausnahmen natürlich ausgenommen - gehe ich davon aus, dass man mit fortschreitendem Alter reflektierter damit umgeht.
      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.
      Abstumpfen ist meines Erachtens per se nichts schlechtes, sondern erstmal eine natürliche Reaktion. Ich bin knapp erwachsen, bin aber im Bezug auf Blut und Tod in Serien oder Computerspielen so "abgestumpft", dass ich es nicht wirklich ekelhaft oder grausig finde, wenn in Serien wie Spartakus den Leuten die Gedärme aus dem Leib hängen. Nicht falsch verstehen, ich mein das bloße Bild der Gewalt, nicht die Gewalt an sich. Denn Trotz dieser, nennen wir sie Resistenz, nimmt mir das doch nicht den Respekt vor dem Tod, die Abscheu vor Gewalt oder moralische Beurteilung einer Situation. Ich akzeptiere es nur als Realität, das Gedärme aus dem Bauch quellen, wenn man ihn aufschneidet, was aus meiner Sicht nur logisch ist. Ist das nicht ganz normales Lernverhalten oder bringe ich da was durcheinander?
      The living should smile, for the dead cannot.

      Balerion der Schwarze schrieb:

      Ich akzeptiere es nur als Realität, das Gedärme aus dem Bauch quellen, wenn man ihn aufschneidet, was aus meiner Sicht nur logisch ist. Ist das nicht ganz normales Lernverhalten oder bringe ich da was durcheinander?


      Abgesehen von der Tatsache, dass ich so etwas nicht gerne sehe (beim Lesen macht es mir nichts aus) sollten wir wirklich eine Selbsthilfegruppe der Abgestumpften aufmachen ;)
      Ich bin knapp erwachsen, bin aber im Bezug auf Blut und Tod in Serien oder Computerspielen so "abgestumpft", dass ich es nicht wirklich ekelhaft oder grausig finde, wenn in Serien wie Spartakus den Leuten die Gedärme aus dem Leib hängen.


      Das Gruseln das du mal empfunden hast kommt ja nicht von ungefähr. Es ist ein psychologischer Mix aus Empathie und Warnung, der biologisch einem Zweck dienen würde - entweder handelt es sich um einen Gegner oder du bist selbst in Gefahr oder sollst helfen.
      Die Natur hat ja nicht wirklich vorgesehen, dass man solche Bilder chipsfutternd im Dauerfeuer von der Couch aus betrachtet um sich einen - bei Gewöhnung abflauenden - Adrenalinkick zu verschaffen. An einem aufgeschlitzten Menschen dem die Gedärme aus dem Bauch hängen wäre selbst für einen Urzeitmenschen relativ wenig normal.
      Entsprechend wenig ist an deiner Gewöhnung "gut". :)
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      Es gibt Altersbeschränkungen nicht ohne Grund, Die TV Serie hat sie und meiner ansicht nach sind die Bücher nicht weniger "schlimm".
      Da wiederum bin ich komplett anderer Meinung aber das habe ich ja schon dargelegt.

      @Maegwin
      Ich sehe das wie Balerion, Abstumpfung ist weder gut noch böse, es ist einfach eine Anpassung. Wenn man bedingt durch Umwelt und Konsumverhalten vielen Gewaltdarstellungen und Schockern begegnet - nun, dann ist es sinnvoll, wenn nicht jedesmal akute Herzinfarktgefahr besteht. Den Verweis auf Natur und Urzeitmenschen erachte ich insofern irrelevant, der Mensch passt sich einfach im Rahmen seiner Möglichkeiten an seine Umwelt an, warum sollte das etwas schlechtes sein. Ist es ideal wenn man von jeder noch so marginalen Gewaltdarstellung so erschüttert ist dass man direkt Kotzen muss etc? Nein? Nun, wo liegt denn dann die goldene Mitte, in der der mündige Mensch durchaus Respekt vor Gewalt etc. hat, aber dennoch kein hypernervöser Angsthase ist? Das lässt sich eben nicht eindeutig beantworten, insofern erachte ich Wertungen in diesem Punkt - Extremfälle mal ausgenommen - als wenig zielführend.

      Ich wüsste auch nicht, dass Abstumpfung mit Sadismus, allgemein größerer Akzeptanz oder sogar eigener Ausübung von Gewalt einhergeht. Das halte ich für Quatsch, aber sicherlich wird beim nächsten Amoklauf in D wieder zu hören sein, der Täter sei durch seine Ballerspiele motiviert gewesen.
      "Once they figure a way to work a dead horse, we'll be next. Likely I'll be the first too. 'Edd' they'll say, 'dying's no excuse for laying down no more, so get on up and take this spear, you've got the watch tonight.' Well, I shouldn't be so gloomy. Might be I'll die before they work it out." - Edd Tollett

      Dreenan Kel Zalan schrieb:

      Wenn du dich schon aufregst und mich angehst dann zietiere wenigstens korrekt. Es ging nicht um den Grad der Emotion an sich, sondern darum das es KEINE gab.


      Auch wenn es keine emotionale Reaktion auf das Leid von fiktiven Figuren gegeben hätte, sehe ich da nicht wirklich das Problem, solange man immer noch objektiv feststellen kann, dass das Leid dieser Figur etwas schlechtes für sie ist.

      Maegwin schrieb:

      Ich sehe überhaupt nichts gutes darin auf Gewalt gleichgültig oder sogar positiv zu reagieren. "Tough" zu sein wäre eine gute Eigenschaft, wenn man denn tatsächlich mit Gewalt konfrontiert würde. Es würde einem z.B. in einem Krisengebiet helfen Haltung zu wahren. Abzustumpfen weil man Gewalt übermäßig in Büchern, TV oder Spielen konsumiert führt praktisch lediglich zu Empathielosigkeit gegenüber den Fremden die tatsächlich im täglichen Leben mit echter Gewalt konfrontiert sind.


      Ich sehe auch nichts positives daran, auf fiktive Gewalt gleichgültig zu reagieren, aber eben auch nichts wirklich negatives. Mein moralischer Kompass funktioniert immer noch und das Leid meiner Mitmenschen ist mir nicht egal. Und ich hoffe wirklich inständig, dass niemand mehr im echten Leben mit echter Gewalt konfrontiert werden muss.

      Maegwin schrieb:

      Das Gruseln das du mal empfunden hast kommt ja nicht von ungefähr. Es ist ein psychologischer Mix aus Empathie und Warnung, der biologisch einem Zweck dienen würde - entweder handelt es sich um einen Gegner oder du bist selbst in Gefahr oder sollst helfen.
      Die Natur hat ja nicht wirklich vorgesehen, dass man solche Bilder chipsfutternd im Dauerfeuer von der Couch aus betrachtet um sich einen - bei Gewöhnung abflauenden - Adrenalinkick zu verschaffen. An einem aufgeschlitzten Menschen dem die Gedärme aus dem Bauch hängen wäre selbst für einen Urzeitmenschen relativ wenig normal.
      Entsprechend wenig ist an deiner Gewöhnung "gut".

      Jalabhar und Lann haben eigentlich schon das meiste gesagt, was ich darauf entgegnen würde :)
      Deshalb nur noch: Die Welt entwickelt sich weiter und wir leben nicht mehr in der Steinzeit, wo solche Reflexe vielleicht notwendig waren. Chirurgen müssen sich ebenfalls die Innereien anderer Leute ansehen und ich glaube nicht, das diese darauf mit mehr als mit einem prüfenden Blick reagieren. Es ist nicht das Blut, nicht die Leiche, nicht die Schreie, die Gewalt zu der furchtbaren Sache machen, die sie ist. Es sind die Intentionen und die Auswirkungen auf die Individuen, die das wahrhaft böse daran sind. Und gegenüber diesem wird nie ein vernünftig denkender Mensch abstumpfen...

      Lann schrieb:

      Und ich hoffe wirklich inständig, dass niemand mehr im echten Leben mit echter Gewalt konfrontiert werden muss.

      Leider gibt es da mehr als genug. Und ganz ehrlich, für ein Kind oder Jugendlichen in einem Kriegsgebiet wünsche ich mir, das er gegenüber der ganzen Gewalt um ihn herum abstumpft und es nicht an sich heranlässt, wenn die Alternative ist, dass er ein lebenslanges Trauma davon trägt...
      The living should smile, for the dead cannot.
      für ein Kind oder Jugendlichen in einem Kriegsgebiet wünsche ich mir, das er gegenüber der ganzen Gewalt um ihn herum abstumpft und es nicht an sich heranlässt, wenn die Alternative ist, dass er ein lebenslanges Trauma davon trägt...

      Ich bin mir ziemlich sicher dass das so nicht funktioniert. Das wäre Abstumpfung DURCH Leid. Trauma eingeschlossen.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."
      Hmm, keine Ahnung, bin kein Psychologe. Ändert nichts an der Aussage

      Doch, weil ich glaube das Leid und Trauma in so einer Situation unausweichlich sind. Und deine Aussage verstehe ich als Abstumpfung = kein Trauma.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."
      Nein, in der Aussage habe ich die Abstumpfung als psychischen Schutzreflex interpretiert, das man sich an die Bombeneinschläge, die ständige Todesangst und sonstige Kriegssituationen gewöhnt und sie annimmt, anstelle, dass man traumatisiert wird. Kann natürlich sein, dass das so nicht funktioniert, dann ist das natürlich Quatsch. Der Rest meines Posts ist dadurch aber unverändert.
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      Ich sehe das wie Balerion, Abstumpfung ist weder gut noch böse, es ist einfach eine Anpassung. Wenn man bedingt durch Umwelt und Konsumverhalten vielen Gewaltdarstellungen und Schockern begegnet - nun, dann ist es sinnvoll, wenn nicht jedesmal akute Herzinfarktgefahr besteht. Den Verweis auf Natur und Urzeitmenschen erachte ich insofern irrelevant, der Mensch passt sich einfach im Rahmen seiner Möglichkeiten an seine Umwelt an, warum sollte das etwas schlechtes sein.



      Da bin ich mal betont pieksig, bitte mit einer erhobenen Augenbraue vorstellen:
      Wofür möchtest du dich denn mit überbordender Gewaltdarstellung wappnen? Den Gang zum Bäcker? Den Weihnachtsausverkauf (ok, das könnte ich gerade noch nachvollziehen)? :|
      Ich kann dir dafür relativ genau sagen, wo es tatsächlich anschlägt: Medium zu Medium, zum Beispiel Kriegsberichtserstattung in der Zeitung. Da konkurrieren deine fiktiven Erfahrungswerte nun mal mit der Realität. Ein Kopf ist so schlau zu trennen, was echt und was unecht ist, aber nicht schlau genug um völlig zu verdrängen was sich durch deinen Medienkonsum durch Dauerbeschallung als Normalität festgesetzt hat.
      Ich sehe jetzt schon seit knapp zwei Jahrzehnten Snuff-Schnipsel unterschiedlichen Kalibers durch Foren geistern, die von Usern dann als genauso "krass" oder "unkrass" wahrgenommen werden wie ein HipHop-Song, Omas Gurkensalat oder die Benzinpreise. Also - echte Videos von echten sterbenden Menschen haben einen neutralen Unterhaltungswert und bringen Leute zum lachen. Und die betrachten das als harmlos und Teil ihrer normalen Realität. Einen Schritt weiter mal jemand der einen brennenden Unfallwagen filmt und flapsige Kommentare dazu postet - und es als normal empfindet. darüber zu witzeln, dass in dem Ding gerade potentiell jemand stirbt.

      Will sagen: Es gibt keine wie auch immer gearteten "Grenzen der Menschlichkeit". Es gibt nur eine Skala die sich leider ausschließlich nach der eigenen Gewöhnung an etwas richtet. Ziemlich egal wo man gerade tatsächlich auf dieser Skala steht (zum Beispiel als Soldat mit Totenschädeln posierend) - man empfindet sich dabei immer selbst als normal wenn einen das Umfeld nicht zufällig mit einem Knall darin relativiert. Deswegen ist die eigene Selbsteinschätzung dabei keinerlei Garant für nichts.
      Ich habe neuerdings in der Zeit einen genialen Artikel über ein paar Leute gelesen die in Afrika versucht haben nachzuvollziehen, wie es dazu kommt, dass da fünfzehn bis sechzehnjährige Bürschis plötzlich Kleinkinder an die Wand nageln. Naja gut - bei den ersten zwei malen als sie es beobachtet haben, haben sie irgendwo in die Ecke gekotzt und irgendwann ab dem vierten mal dann nicht mehr.

      Wo war ich in meinem Geschimpfe über die Jugend?
      Aso, ja. Also: Ich unterstelle jetzt niemandem wegen EuF kleine Forenwelpen durch die Gegend zu kicken oder so. Aber es macht einen gegenüber Elend schon reizärmer. Wie so ziemlich alles andere was unsere Wahrnehmung so streift. Da kommt man auch mit guten Vorsätzen nicht daran vorbei.
      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.

      Maegwin schrieb:

      Da bin ich mal betont pieksig, bitte mit einer erhobenen Augenbraue vorstellen:
      Wofür möchtest du dich denn mit überbordender Gewaltdarstellung wappnen? Den Gang zum Bäcker? Den Weihnachtsausverkauf (ok, das könnte ich gerade noch nachvollziehen)?
      Ich kann dir dafür relativ genau sagen, wo es tatsächlich anschlägt: Medium zu Medium, zum Beispiel Kriegsberichtserstattung in der Zeitung. Da konkurrieren deine fiktiven Erfahrungswerte nun mal mit der Realität. Ein Kopf ist so schlau zu trennen, was echt und was unecht ist, aber nicht schlau genug um völlig zu verdrängen was sich durch deinen Medienkonsum durch Dauerbeschallung als Normalität festgesetzt hat.
      Ich sehe jetzt schon seit knapp zwei Jahrzehnten Snuff-Schnipsel unterschiedlichen Kalibers durch Foren geistern, die von Usern dann als genauso "krass" oder "unkrass" wahrgenommen werden wie ein HipHop-Song, Omas Gurkensalat oder die Benzinpreise. Also - echte Videos von echten sterbenden Menschen haben einen neutralen Unterhaltungswert und bringen Leute zum lachen. Und die betrachten das als harmlos und Teil ihrer normalen Realität. Einen Schritt weiter mal jemand der einen brennenden Unfallwagen filmt und flapsige Kommentare dazu postet - und es als normal empfindet. darüber zu witzeln, dass in dem Ding gerade potentiell jemand stirbt.

      Will sagen: Es gibt keine wie auch immer gearteten "Grenzen der Menschlichkeit". Es gibt nur eine Skala die sich leider ausschließlich nach der eigenen Gewöhnung an etwas richtet. Ziemlich egal wo man gerade tatsächlich auf dieser Skala steht (zum Beispiel als Soldat mit Totenschädeln posierend) - man empfindet sich dabei immer selbst als normal. Deswegen ist die eigene Selbsteinschätzung dabei keinerlei Garant für nichts.
      Ich habe neuerdings in der Zeit einen genialen Artikel über ein paar Leute gelesen die in Afrika versucht haben nachzuvollziehen, wie es dazu kommt, dass da fünfzehn bis sechzehnjährige Bürschis plötzlich Kleinkinder an die Wand nageln. Naja gut - bei den ersten zwei malen als sie es beobachtet haben, haben sie irgendwo in die Ecke gekotzt und irgendwann ab dem vierten mal dann nicht mehr.

      Wo war ich in meinem Geschimpfe über die Jugend?
      Aso, ja. Also: Ich unterstelle jetzt niemandem wegen EuF kleine Forenwelpen durch die Gegend zu kicken oder so. Aber es macht einen gegenüber Elend schon reizärmer. Wie so ziemlich alles andere was unsere Wahrnehmung so streift. Da kommt man auch mit guten Vorsätzen nicht daran vorbei.

      Ich weiß nicht, was du mit deiner Kritik eigentlich kritisierst. Niemand hat gesagt, das er Gewalt, Verbrechen und Tod als weniger schlimm empfindet, nur man sich daran gewöhnt hat, realitätsnahe Gewaltdarstellungen im Fernsehen zu sehen. Und ich glaube, das jeder Vernünftigdenkende in der Lage ist, zwischen Realität und Show zu unterscheiden. Natürlich übernimmt man Teile aus der Show für sich, das würde ich lernen nennen. Im Ernstfall bewährt sich dann dieses Wissen oder eben nicht. Viele Blutdarstellungen in Medien sind völlig übertrieben, wenn man das glaubt, hat man eben was falsches gelernt, was dann aber auch nicht wirklich tragisch ist.
      Sorry, aber deine Kritik liest sich für mich so ähnlich, wie die von Pseudoexperten, die behaupten, das Videospiele Kinder zu Profikillern machen.

      Was du beschreibst, von Leuten, die brennende Autos oder Unfälle filmen und Witze darüber machen, dass sind Idioten, aber doch nicht die Regel. Solche Leute haben ganz andere Probleme.

      Edit: Warum sollte denn ein Reiz gut sein, der uns zwingt, bei Gewalt weg zu gucken, Angst zu kriegen und Ekel zu empfinden, anstatt sich lieber rational und empathisch mit der Situation auseinander zu setzen und zu versuchen, zu verstehen?
      The living should smile, for the dead cannot.
      Sorry, aber deine Kritik liest sich für mich so ähnlich, wie die von Pseudoexperten, die behaupten, das Videospiele Kinder zu Profikillern machen.


      Tut mir leid, dann hast du meinen Beitrag nicht vernünftig gelesen. Um meinem eigenen Killervideospiel-Bodycount zur Ehre zu gereichen müsste ich inzwischen eine Atombombe zünden.
      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.