Daenerys Targaryen

      ich verlege das mal hierhin.

      Maegwin schrieb:

      Grundsätzlich ist es ja nur so der übliche low-budget Nachsatz des Frauenlobers, der glaubt er hätte sich zu weit vorgewagt mit dem vielen Lob und sollte dringend was relativieren. Als maskulinisierendes Fangnetz quasi - meistens so eine Art "Aber eigentlich Titten HÖHÖHÖ".Irgendein bystander wird dann schon einklatschen, "Jo, Titten HÖHÖHÖ," die Ehre ist wiederhergestellt.

      du interpretierst viel zu viel in einfache aussagen hinein. mein erster kommentar bzgl. titten war letzthin nur als humorvolle spitze auf deine aussage "Clarke ist Til Schweiger mit Titten" gedacht, nicht mehr und nicht weniger. ansonsten wäre das wort Titten in meinem beitrag gar nicht vorgekommen. ich wüsste jetzt auch nicht, wo ich Clarks schauspielerisches talent so überbordend gelobt haben soll, wie du es mir andichten möchtest. aber ich bewundere deine rhetorischen künste, ehrlich. sehr unterhaltsam :)

      Maegwin schrieb:

      Ich hatte als Argument vorliegend allerdings wahlweise:
      - Kim Jon Un hat sie gezwungen schlecht zu spielen.

      von gezwungen war selbstverständlich niemals die rede, ich sagte lediglich man sollte die einflussnahme des regiesseurs auf die darbietung eines schauspielers nicht unterschätzen. zufällig befasse ich mich laienhaft etwas mit dem thema und durfte schon einige professionelle theater-regiesseure bei ihrer arbeit miterleben, daher kann ich einigermassen abschätzen, wie manche rollen-interpreation zu stande kommt.

      Maegwin schrieb:

      - Ich finde sie spielt über alle massen gut.

      auch hier werden meine zum teil differenzierten aussagen über Clarks schauspielerisches können wieder pauschalisierend auf etwas reduziert, dass offenbar einfach den zweck hat, deine argumentation schlüssiger zu machen und den unterhaltungswert zu steigern. Ich kann mich erinnern gesagt zu haben, dass ich sie in diesem einen film über alle massen bezaubernd fand, ja. Gleichzeitig habe ich eingeräumt dass ich ihre darstellung in GoT zunehmend monotoner finde. In meinem zweiten post sagte ich noch sowas wie, dass ich ihre darstellung gar nicht so unpassend finde. Aber mir anzudichten dass ich sie generell in aller form als über alle massen gute schauspielerin bezeichne, ist schlicht unwahr und offenbar nur aus der bösen absicht entstanden, mich hier alls vorlauten proleten zu entlarven.

      Maegwin schrieb:

      - Man sollte sie nicht daran beurteilen, was sie gedreht hat sondern danach was sie gedreht haben wird.

      ähnlich wie zuvor, legst du dir meine worte einfach zurecht wie du sie brauchst, um meine vermeintliches unvermögen zu demonstrieren und ins lächerliche zu ziehen. Aber es ging und geht mir nach wie vor nur um den hinkenden Til Schweiger vergleich, nicht darum Clarke hier als herausragende schauspielrin zu etablieren, so wie es dir nicht darum geht, mir deutlich zu machen, dass sie eine schlechte Schauspielerin ist, nicht wahr? ;)

      Maegwin schrieb:

      - Titten.Da war "Titten" schon das schlüssigste Argument.

      tüdlidu…

      Maegwin schrieb:

      Die sind grün, nä? Aber wir wissen ja, wo du hingeguckt hast. HÖHÖHÖ.

      najaaa… zuweilen habe ich schwierigkeiten augenfarben punktgenau festzunageln.
      media.glamour.com/photos/5695e…ilia-clarke-zoom-main.jpg

      Maegwin schrieb:

      Genau. Wenn ich gerade keine Zeit habe für Kit Harrington zu schwärmen, neide ich ein bisschen an Emilia Clarke rum.

      naja, das war auch eher als humorvoller seitenhieb gedacht, ich entschuldige mich. Übrigens- Kit Harringotn und Sophie Turner finde ich persönlich um ein vielfaches hölzerner und ausdrucksloser, das nur am rande. aber ich bin mittlerweile ziemlich überzeugt dass wir hier ganz ähnlicher meinung sind :)

      Maegwin schrieb:

      Der Rest ist Unsinn, die Überbordung bezieht sich schlicht auf übertriebene Darstellung und kann freilich auf überbordenden Ernst angewandt werden, wie es bei Clarkes monolithischem Khaleesi-Ausdruck der Fall ist. In irgendeinem Interview sagte sie mit trumpscher Eloquenz, die Khaleesi wäre serious, serious and never laughs und ziemlich genau an diesen Eckpunkten findet Clarkes Darstellung der mächtigsten Frau von Westeros ihre Grenzen.


      dem kann ich selbstredend wenig entgegensetzen, ausser vielleicht die tatsache, dass nach deiner interpretation der Begriff "Overacting" offenbar schlicht auf alles anwendbar. Da in der natur des begriffs selbst allerdings sehr viel subjektivität steckt, brauchen wir hier auch nicht weiter darüber zu reden.

      Maegwin schrieb:

      Die Buchdany hast du hier reingetragen und Clarke eine veritable Darstellung bescheinigt, nicht ich.

      ich kann mich erinnern sie als nicht unpassend bezeichnet zu haben. An dieser stelle möchte ich anmerken, dass ich buch und serie schon versuche so weit wie möglich strickt getrennt zu betrachten. und da diese zugegeben euphorische aussage von mir verfasst wurde bevor ich die serien-version von Dany kannte, bleibt sie für die gegenständige diskussion trotzdem nicht anwendbar.

      Maegwin schrieb:

      Aus meiner Perspektive hat Clarke aus einem schlecht geschriebenen Charakter eine zum Fremdschämen alberne Figur gemacht.

      das ist (d)eine legitime sichtweise und die werde ich auch nicht versuchen anzufechten.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

      el_drogo schrieb:


      Übrigens- Kit Harringotn


      Wenn ich mich da kurz einmischen darf, ich kenne Clarke nur als (hier bitte 12 Titel einsetzen) Targaryen, wenn sie ihr überlegen-verträumtes "i am the dragonmum"-Gesicht aufsetzt, bekomme ich spontan Lust, es mit einem Baseballschläger zu verschönern. Das ist bei Kits drei Tage Regen Gesicht aber nicht anders und auch bei Sophies komischem du-bist-so-gemein-gleich-zeig-ichs-dir-richtig. Einfach weil ich jedes schon 2147 mal gesehen habe. Also entweder liegt es tatsächlich auch an den Regieanweisungen oder GoT zieht solche Schauspieler an.

      Jon: noz.de/deutschland-welt/medien…ow#gallery&58762&0&736488
      Dany: tubefilter.com/2017/07/13/daen…-game-of-thrones-youtube/
      Sansa: https://www.pinterest.com/pin/395050198539976642/

      Noch mal Jon: google.de/search?q=Jon+schnee&…_AUICigB&biw=1902&bih=898
      bilder-upload.eu/show.php?file=b4b8e7-1512760489.png - An dieser Stelle hinterlasse ich einmal drachische Vorweihnachtsgrüße!

      Daenerys Targaryen musste so manchen Schicksalsschlag ertragen, außerdem ist sie recht jung und somit noch auf dem Weg, der eigentlich sowieso für niemanden jemals endet, es sei denn, man stirbt. Im Leben lernt man jedenfalls nie aus.

      Wenn sich in den rechten Momenten intelligente und moralisch denkende Berater um Daenerys versammeln, könnte sie vermutlich eine positive Herrscherin der Königslande werden. Sie sollte jedoch noch die Weisheit entwickeln, ihre eigene Macht mittels eines universell gültigen Gesetzes selbst zu restringieren, sodass auch sie diesem Gesetz untersteht. So kann sie potenziellen Entgleisungen ihrerseits präventiv begegnen.

      Zudem muss gewährleistet werden, dass jene gesetzliche Bestimmung von keinem nachfolgenden Monarchen wieder annulliert werden kann, dass also selbst eventuelle Tyrannen sich nicht (mehr) über das Gesetz erheben können.
      Letzteres wäre eher scheiße. So können nämlich auch Gesetze die sich erst (zu spät) als schlecht erweisen nicht mehr abgeschafft werden. Und das mit dem ihre eigene Macht regulierende Gesetz ist eine ziemliche Mammutaufgabe (und wie alle Gesetze nicht hundertprozentig Wasserdicht.)


      Für eine Konstitutionelle Monarchie ist Westeros zudem von den Grundlagen her noch nicht so weit, es ist noch viel zu sehr in sich gesplittet. Eine, auch wenns eh nicht ins Settig passt, parlamentarische Monarchie wäre auch völlig abstrus da kann sie auch gleich völlig auf den Thron verzichten. Man brauch sich ja nur unsere PM's hier anzusehen um zu wissen dass die als Regierungsform an sich eine Farce und im Besonderen eine Verhöhnung der Monarchie sind. In solchen Fällen gibts kein Goldene Mitte sondern entweder ganz oder gar nicht. Monarchie oder Demokratie, es geht nur eins von beidem.
      Kaum vorstellbar, dass Westeros in den letzten sechs Episoden noch demokratisiert wird, zumal in diesen noch ausstehenden Folgen reichlich andere Konflikte behandelt und ausgetragen werden müssen...

      Letzteres wäre eher scheiße. So können nämlich auch Gesetze die sich erst (zu spät) als schlecht erweisen nicht mehr abgeschafft werden.


      Es ging dabei um die Bestimmung, dass kein Mensch jemals über einem geltenden Recht stehen kann. Dass sich eine solche Festlegung als negativ erweisen könnte, sehe ich gerade nicht. Im Gegenteil: Der Missbrauch des Ermächtigungsgesetzes durch Hitler zeigte uns, wozu es führen kann, wenn regierenden Menschen die Vollmacht zufällt, bestehende Gesetze einfach zu modifizieren oder gar gänzlich zu streichen.
      Ich denke nicht, dass Daenerys eine Zukunft in Westeros beschieden ist.

      Meiner Ansicht nach hat sie eine Funktion zu erfüllen, so wie Frodo als Ringträger. Wenn all die alten unterdrückenden Geschlechter Geschichte sind, wo liegt ihre Aufgabe dann? Andere Kontinente befrieden, die Bank beseitigen als Finanzier der all der Lenisters die es sonst noch geben mag? Die Zeit war günstig für sie, da die sieben Königreiche sich im Kampf untereinander schwächten und die Gefahr aus dem Norden droht. Woanders sieht es da schon anders aus.

      Wenn die Drachen, was ich vermute, am Ende tot sind entfällt ihre eigentliche Macht und sie ist nurmehr eine Machthaberin wie andere. Ihr Machtanspruch leitete sich aus ihrem Status als Mutter der Drachen ab. Sie deren scheinbare Unbesiegbarkeit wurde auch auf sie übertragen. Fallen die Drachen weg, fällt auch ihr Ruhm zum Teil weg. Sich als gerechter Herrscher zu geben, das macht nichtnur sie. Ob sie sich allerdings noch einige Hinrichtungen wie bei den Tarlys erlauben kann? Heikel. Zu schnell ist ihr Ruf dahin, auch bei den einfachen Menschen. Dann bliebe ihr nur die Gewaltherrschaft.
      Die Unbefleckten altern und es wird keine neuen geben, und auch ihre Berater Varys, Tyrion und Jorah werden älter.

      Ohne Drachen wird sie auch weniger Mittel zur Disziplinierung der Dothraki haben, sollten eines Tages Zweifel an ihrem Herrschaftsanspruch aufkommen. Westeros bietet viele Annehmlichkeiten und Verlockungen. Wenn dann noch einige Dothraki meinen, als Daenerys Armee die Freiheit zu haben, zu tun und zu lassen was man will, dann wirds problematisch für sie. Ob Daenerys jemals eine "Königin der Herzen" wird, steht auch nochnicht fest.

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      Meiner Ansicht nach zeigte Daenerys Targaryen in der 7. Staffel eine positive Persönlichkeits- und Charakterentwicklung. Seit ihrer Geburt wurde ihr suggeriert, dass sie zur eigentlichen Königsfamilie gehöre, dass das Volk in Westeros sehnlichst darauf warte, dass die Targaryen-Familie zurückkehre und ihre Regentschaft von Neuem antrete. Heimlich sollten die Westerosi auf die Gesundheit und das Wohl der Targaryens anstoßen, hieß es des Weiteren. Zwar stand Daenerys zunächst noch im Schatten ihres Bruders Viserys. Als Mitglied der Targaryens wurde jedoch auch sie stets von jenem Glanze bestäubt, der durch die Glorifizierung der Targaryen-Familie erzeugt wurde. Später berief sich Daenerys folglich wie selbstverständlich immer wieder auf ihr Blutrecht, wenn es darum ging, ihren Anspruch auf den Eisernen Thron darzustellen.

      Es ist nicht verwunderlich, dass frühkindliche Internalisationen und Prägungen dieser das Selbst emporhebenden Art einen pathologischen Narzissmus nähren und fördern können. Und tatsächlich zeigt Daenerys meines Erachtens narzisstische Tendenzen. Sie stellte weder sich selbst noch ihre Legitimation infrage und akzeptierte normalerweise auch keinerlei Kritik an ihren diesbezüglichen Auffassungen. Gelegentlich reagierte sie auf die Zurückweisung ihrer Wünsche mit (narzisstischer) Kränkbarkeit und daraus resultierenden Aggressionen, die sich mitunter in impulsiven und sadistischen Vorgehensweisen/Handlungen manifestierten. Die allmähliche Zunahme ihrer Macht intensivierte ihre narzisstischen Züge im Laufe der Zeit möglicherweise zusätzlich.

      All dies änderte sich am Ende der 7. Staffel, als sie sich erstmals aufrichtigen Herzens infrage stellte. Jon gegenüber äußerte sie, dass sie hoffe, das Vertrauen, das man ihr entgegenbringe, überhaupt verdient zu haben. Eventuell verdeutlichte ihr unter anderem die Konfrontation mit dem Nachtkönig (Tod von Viserion) noch einmal die eigene Verwundbarkeit, nämlich das Faktum, dass selbst Drachen keine universelle Macht und keine totale Immunität garantieren. Der Rückschlag jenseits der Mauer mag ihr dabei geholfen haben, ihre narzisstische und teils auch arrogante Haltung zu überwinden - jedenfalls ging sie ganz offensichtlich ihre ersten Schritte auf diesem Pfad der psychischen Wandlung.

      Auch scheint sie ihre Identifikation mit dem Aggressor bzw. ihr Stockholm-Syndrom weitgehend durchbrochen zu haben, denn während der ersten Begegnung mit Jon Snow war sie in der Lage, ihre Vergewaltigungen durch Khal Drogo direkt zu reflektieren und sie als solche in der Gegenwart Jons beim Namen zu nennen. Sie verleugnet den traumatischen Inhalt und Charakter ihres damaligen Kontaktes mit Khal Drogo also nicht länger vor sich selbst, sie definiert die diesbezüglichen Emotionen nicht mehr um, indem sie Selbige nicht mehr ins Positive verkehrt. Die Idealisierungen fanden ein Ende. Offensichtlich stellte sie sich der bitteren Wahrheit auf (intra-)psychischer Ebene.

      Die Erlangung eines psychologischen Reflexionspotenzials ist eine solide und meiner Meinung nach auch nötige Basis, um adäquat und im Sinne der Gesellschaft und Kultur herrschen zu können.

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