Der falsche Prolog?

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      Der falsche Prolog?

      Ich würde gerne über ein Thema reden, was in der Form noch nie so hier diskutiert wurde: Nämlich die Frage, ob der AGOT-Prolog wirklich ein geeigneter Prolog für das Buch A Game Of Thrones ist.
      Versteht mich nicht falsch, ich finde ihn genial. Er erzeugt sofort eine düstere, geheimnisvolle und bedrohliche Atmosphäre und stellt die Gegenspieler schlechthin vor, die White Walkers. So gesehen, sollte sich die Serie tatsächlich in den letzten beiden Bänden noch zu einem riesigen Konflikt mit den White Walkers hinentwickeln, so ist der Prolog durchaus passend, stellt er doch den ersten Kontakt zwischen der Night's Watch (der äußersten Instanz von Westeros) und den White Walkers dar.

      Aber passt der Prolog wirklich zu A Game of Thrones als Buch. Der Hauptkonflikt dreht sich doch um die Probleme der Starks mit den Lannisters, besonders Eddards Konflikte als Hand in der Hauptstadt, Jon Snows Ausbildung und Daenerys sind eher noch Nebenplots, wenn auch sehr bedeutende. Die White Walkers, die bald ein Teil des Jon Snow-Stranges werden tauchen deshalb auch nur als kleine Nebenrolle (die beiden Wights) und nicht einmal offen auf.

      Da ich der Meinung bin einem Prolog liegt normalerweise ein Ereignis zugrunde, dass die gesamte Handlung des Buches definiert, wäre da für das Buch A Game of Thrones nicht Jon Arryns Tod geeigneter gewesen? Nur aufgrund dessen, und nicht weil die White Walkers wieder auftauchen, kommt Robert nach Winterfell, um Eddard zur Hand zu ernennen, wobei es zu ersten Auseinandersetzungen zwischen Lannisters und Starks kommt (Brans Sturz aus dem Fenster durch Jaime). Würde gerne wissen wie eure Meinung dazu aussieht. Hätte der eigentliche Prolog als Über-Prolog dastehen sollen und ein "richtiger" Prolog mit Jon Arryns Tod dem Buch besser getan?

      Ich habe mal gelesen das das erst Bran Kapitel, das war GRRM als erstes geschrieben hat. Ein teil dieses Kapitels ist ja die hinrichtung des Grenzer Gared. Ich denke mal das er hier erklären wollte was dort oben im Wald wircklich passiert ist. Oder ob er den teil mit Gared erst später eingefügt hat?

      Ser Erryk wrote:

      Da ich der Meinung bin einem Prolog liegt normalerweise ein Ereignis zugrunde, dass die gesamte Handlung des Buches definiert, wäre da für das Buch A Game of Thrones nicht Jon Arryns Tod geeigneter gewesen?

      Der tot von Jon Arryn war ja lange Zeit ein mysterium. Ich denke das GRRM auch so gewollt. Es sollte ja der ganze verdacht nach und nach auf die Lannisters gelenkt werden. Hätte man sofort gewusst das Lysa, Jon umgebracht hätte, wäre denke ich ein teil der spannung dahin gewesen. Ähnlich Briennes such nach Sansa.
      Aber im Grude gebeich dir recht. Nach dem Prolog erwartet man schnell weitere Others. Doch diese lassen sich den rest des Buches nicht mehr blicken.
      Wir hätten den Prolog dann sicher aus der Sicht von Jon Arryn erzählt bekommen und er hat nicht gewusst, dass es Lysa war, die ihn vergiftet hat. Genauso hätte ich dann die Herkunft von Joffrey und Co. nicht direkt aufgeklärt, sondern so ominöse Andeutungen gemacht: "Das Reich ist in Gefahr" oder "Wenn sie damit durchkommt". Ich denke man hätte schon einen Jon Arryn-Prolog so interessant gestalten können, dass wir nichts über den Inzest und seinen wahren Mörder hätten erfahren müssen. Und dann hätte die Ankunft des Königs viel düsterer gewirkt, das einzige wirklich düstere Anzeichen ist der von einem Hirsch aufgespießte Schattenwolf und wir erfahren erst später, dass der Hirsch das Wappen der Baratheons ist.
      Ein Jon Arryn Kapitel wäre schon genial gewesen. Aber über was hätte er berichtet? Seine tot kam zwar recht schnell, aber nicht von der einen auf die andere minute. Auch er hätte sich gefragt wer das gewesen wäre. In seinen letzten Worten wollte er ja noch vor dem Inzest warnen. Seine gedanken hätten dann wohl alles Preis gegeben.
      Ich denke nicht das es möglich gewesen wäre ein Kapitel ohne den Inzest und die Vergiftung zu schreiben. Da hätte GRRM das ein oder andere in späteren Kapiteln andes schreiben müssen.
      Mich hat der Prolog immer an diese Aufhängerszenen (oder wie das heißt) aus verschiedenen Serien erinnert, die man oft als erste Szenen aus der ersten Folge sieht.
      Bei diesen Szenen ist es oft so, dass sie am Anfang noch nichts mit der Handlung zu tun haben, aber zeigen worauf die Handlung hinauslaufen soll.
      Wahrscheinlich hatte Martin genau so was im Sinn. Praktisch, dass der Leser sich schon wage ausmalen kann, worauf die Buchreihe hinaus läuft.
      Ich persönlich finde es eigentlich ganz gut gemacht, zeigt es doch gleich von Anfang an auf, dass es mehr als nur Stark gegen Lennister gibt.
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      Wegen der Idee mit Jon Arryn: Warum macht GRRM nicht mal ein Buch von Roberts Rebellion bis Jon Arryns Tod? Vielleicht im Stil mehrerer Kurzgeschichten (mit Zeitabständen) wie beim Heckenritter. Sowas würde ich mir definitiv kaufen.
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      Aber über was hätte er berichtet? Seine tot kam zwar recht schnell, aber nicht von der einen auf die andere minute.

      Seine Unterredung mit Stannis zum Beispiel. Gespräche mit Ser Hugh oder Lysa.

      Ich denke nicht das es möglich gewesen wäre ein Kapitel ohne den Inzest und die Vergiftung zu schreiben.

      Wusste Jon Arryn, dass er vergiftet wird? Wenn die Tränen von Lys auf Außenstehende schon wie eine plötzliche Erkrankung wirken, könnten Jon Arryn das auch geglaubt haben. Und anhand des "Promise me, Ned!" oder des Traumes vom Tower of Joy haben wir gesehen wie GRRM plotrelevante Elemente andeuten konnte, ohne die volle Wahrheit zu verraten.

      Und ich denke noch an weitere Vorteile: Wir hätten erfahren, wie Jon Arryn Roberts Regierung bewertet, wir hätten früh wichtige Figuren wie die Lannisters (okay, sie sind schnell in Winterfell) und Lysa oder Petyr einführen können und es hätte dem ganzen Buch so eine bittersüße Note gegeben: Es beginnt mit dem Tod der einen Hand und am Ende ist auch sein Nachfolger tot.
      Ich muss nämlich zugegeben, dass Jon Arryns Tod ein unglaublich wichtiges Ereignis für die gesamte Handlung ist, habe ich erst richtig gemerkt, als Ned dann in KL Nachforschungen anstellt.

      Post was edited 1 time, last by “Ser Erryk” ().

      Es hätte auch ungemein Spannung aufgebaut, wenn man erfährt, dass es ein Geheimnis zwischen Cersei und Jaime gibt, man aber noch nicht erfährt was. Praktisch, dass man erfährt das Jon Arryn etwas weiß das er nicht wissen sollte.
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      Ser Erryk wrote:

      Da ich der Meinung bin einem Prolog liegt normalerweise ein Ereignis zugrunde, dass die gesamte Handlung des Buches definiert, wäre da für das Buch A Game of Thrones nicht Jon Arryns Tod geeigneter gewesen?
      Aber das hast du doch im Prinzip auch nicht bei den andern Prologen... Prologs... Prologie? Äh... Vorworten! :D
      Im Prolog von AGOT wird die Nachtwache eingeführt und die Bedrohung durch die WW. Der Prolog wird im folgenden Kapitel durch Gareds Hinrichtung wieder aufgenommen.
      Im Prolog von ACOK werden durch Cressen Stannis usw. eingeführt. Aber die sind nun auch nicht die Definition der Handlung des Buches, genauso wenig wie die Meuterei der NW im nächsten Teil und Oldtown und die Citadel in AFFC oder das Gewarge in ADWD.
      Wenn du es so siehst, dann erfüllt keiner der Pro... Vorworte deine Kriterien.
      Ich sehe es mit dem Prolog des ersten Teils so, dass wir auf die große Bedrohung schon dort vorbereitet werden, während der Rest der Welt noch in seliger Ahnungslosigkeit schwelgt und sich lieber mit Intrigen und Kriegen auf den Abgrund zubewegt. :)
      Something about the howling of a wolf took a man right out of his here and now and left him in a dark forest of the mind running naked before the pack.

      A Game of Thrones, Tyrion I
      Ich will jetzt ungern etwas in Rotschrift korrigieren, aber die Serie heißt nur "Game of Thrones" @Dreenan. Ich habe dieses kleine "A" mittlerweile richtig lieben gelernt, der Unterschied zwischen Genialität und Müll. ;)
      @Esmeralda: Ich gebe dir da größtenteils Recht, die meisten Prologe erfüllen keinen wirklichen Zweck für das jeweilige Buch. Aber der Prolog in ACOK führt Stannis und Melisandre ein, zwei Figuren, die für ACOK unglaublich wichtig sind. Bei den anderen drei wäre es fast nicht möglich gewesen einen wirklich plotrelevanten Prolog zu schreiben, so aufgefasert wie die gesamte Handlung ist, wobei für mich da Varamyr-Prolog mit Abstand der schwächste ist (in Ameisen wargen???).
      @ Dreenan: es geht hier wirklich einfach nur um den ersten Band der Reihe, der nun mal A Game of Thrones heißt. Ich glaube, da hat eine kleine Serien-Phobie zugeschlagen. ;)
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      A Game of Thrones, Tyrion I
      So! Habe jetzt kurzerhand durchgestrichen, was auf dem blauen Buch auf meinem Nachtkästchen stand. Da hat so ein Frechdachs namens George R.R. Martin doch tatsächlich den Namen dieser unsäglichen TV-Serie da draufgekritzelt. Und das ganze 15 Jahre, bevor diese überhaupt ausgestrahlt wurde...Tz Tz Tz...
      We all must choose. Man or woman, young or old, lord or peasant, our choices are the same. We choose light or we choose darkness.
      Und wo wurde überhaupt von der Serie gesprochen???

      Hat niemand behauptet. Ich denke nur das es möglich sein sollte zwischen Game of Thrones und A Song of Ice and Fire zu unterscheiden.

      Nun, das erste Buch heißt halt zufällig auch A Game of Thrones, oder?

      Schon, aber der Name wird konsequent für die Reihe verwendet. Also sieh es als Hinweis. Danke

      Ich will jetzt ungern etwas in Rotschrift korrigieren, aber die Serie heißt nur "Game of Thrones"

      Danke für den Hinweis. :) Ich werde es beachten, so wie du hoffentlich den meinen. :)
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."

      Dreenan Kel Zalan wrote:

      Ich lese den Anfangspost nicht als ausschließlich auf den ersten Band bezogen.
      Sollte ich falsch liegen bitte ich um Entschuldigung.

      Das war ausschließlich auf den ersten Band bezogen. :) Ist aber nicht schlimm. Dieses "A" taucht eben nicht bei der Serie auf, das ist der kleine feine Unterschied über den ich mittlerweile richtig froh bin.