Deutsche Fernsehproduktionen (OMG) vs. Serien-Hype aus US (YES)

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      Deutsche Fernsehproduktionen (OMG) vs. Serien-Hype aus US (YES)

      Hallo,

      mich beschäftigt zur Zeit, ob das deutsche Fernsehen zur Zeit "überholt" ist. Also völlig. So richtig Rentnergerecht. Ich erinnere mich zurück: Amerikanische Serien waren einmal dümmlich und mit Lachern aud dem Off versehen. Zurecht hat man hierzulande die Nase gerümpft.

      Nun, HBO, Netflix etc. lassen grüßen, spielt die Musik einfach in der Serienwelt, wir finden qualitativ tolle US-Produktionen, die sich an alte Ideen nicht halten.

      Ich habe neulich eine Abhandlung darüber gelesen, warum im deutschen Fernsehen Stillstand herrscht und konnte vielem zustimmen.

      Beispiel: Tatort. Es ist nicht nur immer das gleiche Schema (ein Mord, ein paar falsche Fährten, am Ende wird der Bösewicht gefasst, Oma und Enkel sollen das gleichermaßen schauen können)... Mich schockierte dies: Neulich feierte sich der Tatort wieder selbst, so eine Sendung, die den Tatort seit Beginn zusammenfasste. Da berichtet eine verantwortliche Frau (rote Haare und Pi**pottschnitt), dass dem Zuschauer gezeigt würde, dass Gewalt keine Lösung sei. Der Zuschauer müsse immer auch erfahren, dass Vergehen der Ermittler sanktioniert würden (die ewig gleiche Szene, wo dem Ermittler für 5 Minuten die Dienstmarke abgenommen wird). Erschreckend fand ich, dass man dies als Qualitätsmerkmal verkaufte und Stolz darauf ist. WTF? Wie wäre es mal mit Innovationen? Leute einfach machen lassen und nicht 17 Gremien Änderungen machen lassen?

      Ich sage: KOTZ. Ich möchte unterhalten, nicht immergleich erzogen werden.

      Vor diesem Hintergrund jedenfalls sind GoT oder Fargo oder Breaking Bad oder oder oder überhaupt nicht möglich.
      Ich vermute, die Generation U30 ist längst für das TV verloren. Ich bin Ü40 und schaue aus Gewohnheit mal Tatort. Aber begeistert werde ich im deutschen Fernsehen garantiert nicht.
      Sonst sehe ich auch lieber amerikanische Serien (nicht via TV-Ausstrahlung), oder irgendwas auf Youtube, Letsplays und Dinge, die meinen Interessen entsprechen.

      Ich finde uns ausgesprochen hinterwäldlerisch. Was sehr schade ist, denn wir haben viele gute Schauspieler.

      Wie seht Ihr das?
      Natürlich hat das Deutsche Fernsehen Qualitäts- und Innovationsprobleme.
      Eines der großen Probleme ist aber auch das vieles was in amerikanischen Produktionen funktioniert in einem deutschen Szenario keiner abkaufen würde.
      Beispiel Braking Bad, 24, Homeland oder auch wieder neu Akte X. Das sind nur einige Beispiele von denen ich glaube das ein solches Format von vornherein tzm Scheitern verurteilt wäre. "unglaubwürdig" "sowas soll bei und möglich sein?" "jetzt machen sie wieder die Amis nach" wären so die ersten Schlagwörter die mir einfallen wenn sich mal was getraut wird.
      Und dann die Gegenfrage. Eine kurze Serie wie Deutschland 83 wird in den USA gefeiert und geht hier unter. Warum? Will das deutsche Publikum vielleicht nur amerikanische Produkte?
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."
      Das stimmt schon. Deutsche Serien sind nun nicht gerade der Knaller. Die einzigen Sachen die mir in den letzten Jahren gefallen haben, waren einige wenige Tatorte, Der Tatortreiniger und Mord mit Aussicht. (Was "intelligenter Weise" nach drei Staffeln abgesetzt wurde.) Die Stagnation beim Öffentlichen ist gewaltig. (Vom Privatfernsehen braucht man hier garnicht erst reden, die hatten noch nie gute Shows...)
      Ein Lichtblick sind allerdings die britischen BBC Serien, die nun nach und nach ins deutsche lizensiert werden. (EinsFestival strahlt demnächst z.B. Doctor Who aus!) Wenn man es dadurch schafft jüngere Zuschauer zu gewinnen, wagen sich die Produzenten im Fernsehen vielleicht an ähnliche Sachen heran...
      -There was a signature here, it's gone now! :search:
      Ich habe große Hoffnungen in Babylon Berlin und kann mir vorstellen, dass die Serie eine Initialzündung darstellen wird. Amazon produziert nun mit Schweighöfer eine Serie - da habe ich zwar keine allzu großen Erwartungen, aber es ist ein gutes Zeichen, vielleicht steigt Netflix ja auch ein. Klar sind das amerikanische Firmen, aber lässt sich ja durchaus als deutsche Produktion bezeichnen.
      Deutschland 83 ist eine nette Serie, da dürften wohl einfach RTL und die Werbeunterbrechungen abgeschreckt haben. Auf gut Glück schalten viele da leider selten ein. Selbst die sehr gute amerikanische Serie Person of Interest hatte dort keine guten Quoten.
      In der ZDF-Mediathek gibt es gerade "Familie Braun", das finde ich ganz witzig.
      Was mir bei deutschen Produktionen auch auffällt, ist, dass immer irgendwie der Moralfinger erhoben wird. Solche Sachen wie "Monsieur Claude und seine Töchter" könnten vielleicht nicht wirklich funktionieren. Oben genanntes ist zwar ein Film aber das ist ja auch bei Serien so, zumindest habe ich das Gefühl
      Locke ist der Name eines Hauses im Norden, nicht der eines Söldners :P :D

      Und im Übrigen bin ich Ser Garlan Tyrells Meinung ;)
      Eine sehr gute deutsche Jugendserie war meiner Meinung nach "Mein Leben und ich". Das habe ich früher wirklich unglaublich gerne geguckt. Obwohl die Serie hauptsächlich leichte Unterhaltung war, hat mir insbesondere die interessante Hauptfigur gefallen. Alex war einfach so ganz anders als die meisten Jungdarstellerinnen. Eine Außenseiterin, die mit ihrem Leben aber so einfach vollkommen zufrieden war und einfach gerne alleine war.
      Eine kreative Seele, die auch mal gezeigt hat, dass es keine Schande ist Fraitagabends als 18jährige daheim zu bleiben, tee zu trinken und ein Buch zu lesen. Und genau sowas war einfach mal was vollkommen neues und entgegen dieser typischen Außenseiter/Streber-Darstellung im deutschen TV. Aber auch die verrückte Claudia war eine extreme Bereicherung für die Serie :) Ich weiß nicht ob die Serie mir immer noch gefallen würde. Damals war sie aber großartig.

      Ziemlich gefeiert wurde ja aber auch letzlich der Club der roten Bänder. Ein paar Folgen habe ich geschaut, da ich insbesondere den Cast sehr gut fand. Allerdings war mir die Serie dann aber doch zu sehr "gewollt" emotional.

      Tatort und Polizeiruf habe ich früher geliebt. Es gab auch tatsächlich Folgen davon, die ich gruseliger fand als jeden Horrorfilm. Mittleweile finde ich die Folgen aber auch sehr lahm und die Kommisare sprechen mich kaum noch an. Einen Bienzle, eine Inga Lürsen, Charlotte Sänger oder auch Freddy Schenk habe ich früher immer gerne gesehen. Früher gab es auch mehr Entführungen und interessantere Fälle. Mitlerweile finde ich das alles so lahm . Trotzdem finde ich es immer noch interesaanter als Bones oder CSI. Das finde ich immer so glatt, gekünstelt und langweilig.

      Ich frage mich aber warum in Deutschland nicht mehr Historische Serien gedreht werden. Etwas wie die Tudors oder auch Vikings dürfte doch fürs deutsche TV eigentlich auch machbar sein. Genauso könnte man in Deutschland gerade wegen den vielen Wäldern auch gut eine Horrorserie inszenieren. Aber für sowas fehlt den deutschen Produzenten einfach der Mut. Dann lieber bei Comedy bleiben oder sich einen weitern Ableger von berlin Tag und Nacht überlegen :huh:

      Eine weiterer Punkt ist meiner Meinung nach, dass insbesondere RTL seine Serien extrem eschlecht vermarktet. Die TV-Spots zu den Serien sind immer so extxrem (Das TV- Event des Jahres!!!Der Weltfrieden ist in Gefahr!!!usw) Das ist alles immer so furchtbar schlecht geschnitten und wirkt so billig. RTL 2 bekommt es ja sogar hin das GoT in dem Spot wie eine billige C-Produktion wirkt. Das kann hingegen PRO 7 viel besser. Die hatten mal einen Star Wars Trailer bei dem ich immer Gänsehaut bekommen habe :thumbsup:

      There is no justice in the world. Not unless we make it.

      ValarFaghjuh wrote:

      Deutschland 83 ist eine nette Serie, da dürften wohl einfach RTL und die Werbeunterbrechungen abgeschreckt haben. Auf gut Glück schalten viele da leider selten ein. Selbst die sehr gute amerikanische Serie Person of Interest hatte dort keine guten Quoten.

      Der Sendeplatz dürfte auch eine Rolle gespielt haben. Donnerstags am Spätabend hinter der Autobahnpolizei, ist ein Ost-West-Drama meiner Meinung nach einfach falsch. Hinzu kommt, was baelish91 angesprochen hat. Trailer auf RTL sprechen mich selbst bei Filmen nicht an, die ich im Kino gesehen habe.

      baelish91 wrote:

      Ich frage mich aber warum in Deutschland nicht mehr Historische Serien gedreht werden. Etwas wie die Tudors oder auch Vikings dürfte doch fürs deutsche TV eigentlich auch machbar sein.

      Keine rein deutsche, aber eine europäische Produktion, wäre z.B. Borgia. Allerdings ist es mir auch rätselhaft, wieso Deutschland zwar gerne als Kulisse für historisches herhalten muss, aber nichts ernsthaftes dabei rauskommt.

      Bei Amazon bin ich aber jetzt auch gespannt. Eine Produktion mit Schweighöfer für das nächste Jahr wird wahrscheinlich jetzt schon wegen dessen Prominenz beworben. Da könnte aber noch viel folgen, vielleicht auch mit geringerem Budget.

      Gut fand ich auch "Diese Kaminskis - wir legen sie tiefer!" Eine Miniserie über 3 Brüder, die ein Bestattungsunternehmen führen. Die Serie hätte es wohl ohne RTL auch nie geben können, denn sie parodiert die mittäglichen Scripted Realitys. So wie ich das sehe, sind auch noch alle Folgen in der Mediathek des ZDF.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton
      In diesem Kontext möchte ich mal meine beobachtung anmerken, dass auch das britische Fernsehen m.E. bitter eingebüßt hat an der Fähigkeit, geniale Serien zu produzieren (kein Anspruch auf Vollständigkeit, versteht sich, da ich nur punktuelle Beispiele kenne). Am eklatantesten fiel es mir auf, als ich mir die Neuproduktion von "Das Haus am Eaton Place" ("Upstairs Downstairs") angesehen habe. Oder besser gesagt, damit angefangen. Die Originalserie aus den 70gern ist für mich immer noch die beste Serie überhaupt. Dort stimmt, obschon nur mit einfachen Mitteln versehen, alles. Die Schauspieler, die Sets und vor allem die Inszenierung. Bis ins kleinste Detail war diese Serie glaubwürdig und wirkte (fast absurderweise) wie ein absolut reales Zeitdokument der Epoche zw. 1900 und 1930. Das lag, so glaube ich, an der zeitgemäßen Haltung ihrer Protagonisten. Die gab es in der Neufassung auch, allerdings war sie zeitgemäß unseren Maßstäben entsprechend. Und strotzte nur so von politischer Korrektheit. Das wirkte auf mich dermaßen anachronistisch, dass ich keine weitere Folge dieses Machwerks sehen wollte. Ähnlich, wenn auch aus anderen Gründen, ging es mir mit dem ach so hochgelobten Downton Abbey. Da wurde zwar (in den Staffeln, die ich gesehen hatte), weniger politisiert, dafür aber platzt die Serie fast vor Modernismen im Verhalten ihrer Protagonisten (ich sage nur: die Bösen lungern immer draussen herum und rauchen). Da ist, so fand ich, keinerlei Gefühl für die Mentalität dieser Zeit vorhanden. Und daher fühlten sich beide Serien für mich als Zuschauer grundfalsch an.

      Noch so ein, wenn auch etwas älteres Beispiel sind die neueren Filme von "Cracker" ("Für alle Fälle Fitz"). Die Serie aus den 90gern war brutal, anarchisch, abgründig und tief emotional...und natürlich wahnsinnig spannend. Die späteren Filme hingegen hielt ich für angepasst, kastriert und aller Brillianz beraubt.

      Dies nur mal so als, statistisch völlig unbedeutende, ganz und gar subjektiv geprägte Anmerkung zur britischen Serienlandschaft :)
      "I swear, I will go to my grave thinking of my brother’s peach." (Stannis Baratheon)
      @Renly's Peach
      Naja, ich muss zugeben, dass ich die von dir aufgezählten britischen Serien nur mündlich kenne und nie selbst gesehen habe.
      Aber aus England stammt ja auch immerhin die Kult-Serie Doctor Who, die mMn gar nicht genug gelobt werden kann, ebenso wie Sherlock, die für mich alles Amerikanische in den Schatten stellt.
      Dazu kam in den letzten Jahren noch Peaky Blinders hinzu, ein historisches Gangster-Drama welches in der zeit zwischen den beiden Weltkriegen spielt und mir ebenfalls sehr gut gefallen hat.
      Und Misfits.
      Und Broadchurch.
      Und Rome (hat die BBC zumindest mitproduziert).
      Und The Office.
      Und The IT Crowd.
      Und Tudors.
      Und und und.

      Also ich persönlich kann keinen Hinweis darauf erkennen, dass die britischen Serien schlechter werden.
      Allerdings bin ich ja auch erst 18 Jahre alt und kann folglich nur schlecht Vergleiche zu früher anstellen ;)

      Was deutsche Serien angeht, bin ich scheinbar leider erschreckend unerfahren.
      Lediglich Stromberg schaue ich hin und wieder, was mir dafür aber überraschenderweise sehr gut gefällt.
      (und früher noch Game One, bevor's abgesetzt wurde :( )
      “I walked away from the Last Great Time War, I marked the passing of the Timelords, I saw the birth of the universe and I watched as time ran out, moment by moment until nothing remained – no time, no space, just ME! I walked in universes where the laws of physics were devised by the mind of a mad man! And I watched universes freeze and creations burn, I have seen things you wouldn’t believe, I have lost things you will never understand!"
      -The Doctor

      Post was edited 2 times, last by “LordTywin” ().

      Oh ja, Tatortreiniger mag ich auch. Mord mit Aussicht auch - und Büttenwarder (hat sehr nachgelassen) :)

      Dass, wie hier im Thread auch bemerkt wurde, ständig der moralische Zeigefinger erhoben wird, ist wohl kaum zu leugnen. Und die von mir eingangs erwähnte Tatortmacherin hat den Erziehungsgedanken geäußert. Mir stinkt das gewaltig, dass andere Erwachsene mir Schlechtes zutrauen und daher auszeigen, was richtig und was falsch ist. Geoffrey hätte in einem deutschen "Game of Thrones" gesagt: "Ser Illyn, wir lassen demokratisch über das Schicksal Ned Starks entscheiden - Bis dahin: Bringt ihn ins Altenheim, auf dass er Sozialstunden leiste!"

      Hier ist die Abhandlung, die ich meinte:
      d-trick.de/wp-content/uploads/…sbleibende_revolution.pdf
      (via d-trick.de/blog/die-ausbleibende-revolution/)

      Kernpunkte:
      - ÖR und ihre Behördenstrukturen
      - Private auf Sparkurs
      - Überhaupt kein Plan von Marketing, erfolgreiche Serien falsch platziert, falsch beworben, nicht vollständig gezeigt

      Ach so, mir stinkt, dass GoT jetzt ausgerechnet auf RTL2 gezeigt wird. Der Sender... ähm... hat einfach den Beigeschmack, dass, wie soll ich sagen, bildungsfremde Schichten da angelockt wurden. "Doktorprinzchens Frau jagt den Kinderschänder!!!!!" - bei sowas sind die letzten Hirnis Kundschaft.
      Und GoT hat schon von anderer Seite ein seltsames Image. Ich empfahl die Serie einem Freund und er meinte: "ist das nicht die total versaute Serie?" (im Sinne von Sex). Tja, wundert mich nicht, denn -ähem, habe ich gehört ;)- Daenerys und Co. sind ja im Internet als ***piep***vorlagen reichlich vertreten.
      Und auf der anderen Seite kommen auch noch die Attacken der geschätztem Buchleser :D
      Warum nur RTL2. GoT gehört gefälligst, nach wochenlanger Ankündigung, in die ARD um 20:15. Jeden Tag.

      Ich will nicht so Schweighöfer-Schweiger-Wasweißichküken-Zeugs. Diese ganze Emotionssuppe, gepaart mit Sprüchen, "wir sind ja so jugendlich" und "wir nehmen uns selbst nicht so ernst und tun auch keinem weh". Will ich nicht. Ich möchte ernsthafte Serien und Filme, böse, tragisch, interessante Charaktere, aber bitte ernst bleiben.

      Post was edited 8 times, last by “amparar” ().

      @Amparar: Doch, eventuell hätte Jeoffrey Ned schon enthaupten lassen in einer dt. ÖR-Produktion. Allerdings hätte er dann eine Nazi-Uniform tragen müssen. Und das Ganze wäre als halbe Dokumentation mit Spielszenen gelaufen. Natürlich unterbrochen von Zeitzeugen und Experten.
      "Der Führer hat damals im Bunker immer gesacht: "Wenn wir doch nur die Serie über den Volksempfänger hätten ausstrahlen können, dann wäre der Kriech nach annerdhalbjahr vorbei jewesen. Ich als junger Bub damals hab das natürlich geglaubt..." ..."Wir können heute in der zeithistorischen Forschung lückenlos nachweisen, dass Hitler Pläne hatte, eine gewalttätige Fernsehserie zu produzieren, sobald das Fernsehen erfunden sei. Er dachte damals an eine Variation des Nibelungenstoffes, die sich in Game of Thrones durchaus wiederfindet. "

      @LordTywin: Nein, du hast schon recht, es gibt insgesamt immer noch wesentlich mehr gute britische Serien als Deutsche. Was Stromberg angeht: Das ist die einzige (EINZIGE!!!) dt. Serie (und eigentlich ist sie ja "nur" ein Franchise-Produkt) der letzten Jahre, die ich mir regelmäßig und vor allem gerne angesehen habe. Und Gott sei es gelobt, dass Stromberg keine Degeto-Produktion war.
      "I swear, I will go to my grave thinking of my brother’s peach." (Stannis Baratheon)
      Es ist schwierig. Gute Serien gibt es wohl (ze.tt), aber ich muss gestehen: bei mir kommt das nicht an!
      Wir haben fire TV und Sky. Über Sky wird überwiegen KiKa, BuLi, Tagesschau und Tatort geschaut (von Letzterem auch nicht alle). Meistens werden über fire TV gezielt Filme oder Serien on demand angeschaut. Serien eigentlich immer am Stück. Weil's einfach angenehm ist, nicht immer eine Woche auf die nächste Folge zu warten. Und Werbung umgeht man so auch.
      Wir drücken auf Sky zwar täglich mal durch, was so kommt. Da wir aber auch fast nie Vorschauen und Werbung sehen, sagt uns Vieles gar nichts. Und dann schauen wir das auch nicht an. Man verlässt sich auf Empfehlungen aus dem Kollegen- und Bekanntenkreis.

      baelish91 wrote:

      "Mein Leben und ich".


      Die hab' ich auch gerne angesehen!

      baelish91 wrote:

      Etwas wie die Tudors oder auch Vikings dürfte doch fürs deutsche TV eigentlich auch machbar sein.


      Ich weiß es nicht. Ich persönlich lese schon viel lieber historische Romane über die Briten und Italiener, als über die Deutschen. Warum das so ist, kann ich auch nicht so genau sagen. Die deutsche Geschichte würde ja auch einiges hergeben. Aber vllt. ist man da auch einfach in der Schule schon so dermaßen damit genervt worden. Diese Familiensagas über irgendwelche großen Familien-Unternehmen zu Kriegszeiten interessieren mich auch nicht wirklich.

      Sowas wie "Stromberg" könnte wieder funktionieren, denke ich. Die fand ich super. Eine sozialkritische Serie mit bissigem Humor würde in Deutschland gut ankommen, kann ich mir vorstellen. Sci-Fi und Fantasy made in Germany funktionieren wahrscheinlich nicht. Vielleicht auch eine Serie in der es um ein Zukunftsszenario in Deutschland geht. Wie sieht es hier in 50 Jahren aus, wenn es so weiter geht, wie bisher. Sowas würde ich mir anschauen.

      Hier hat sich auch schon mal jemand ausführlich mit dem Thema beschäftigt: klick
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.

      amparar wrote:

      Ach so, mir stinkt, dass GoT jetzt ausgerechnet auf RTL2 gezeigt wird. Der Sender... ähm... hat einfach den Beigeschmack, dass, wie soll ich sagen, bildungsfremde Schichten da angelockt wurden. "Doktorprinzchens Frau jagt den Kinderschänder!!!!!" - bei sowas sind die letzten Hirnis Kundschaft.
      Und GoT hat schon von anderer Seite ein seltsames Image. Ich empfahl die Serie einem Freund und er meinte: "ist das nicht die total versaute Serie?" (im Sinne von Sex). Tja, wundert mich nicht, denn -ähem, habe ich gehört ;)- Daenerys und Co. sind ja im Internet als ***piep***vorlagen reichlich vertreten.
      Und auf der anderen Seite kommen auch noch die Attacken der geschätztem Buchleser
      Warum nur RTL2. GoT gehört gefälligst, nach wochenlanger Ankündigung, in die ARD um 20:15. Jeden Tag.



      MIt einer Quote von ca. 1 Mio. Zuschauern wird das schwer zu erreichen sein. Die wirklichen Fans warten nicht aufs Free TV. Und für die Breite Masse ist GoT doch auch nichts. Meine Frau Beispielsweise gibt GoT ähnliche Kritiken wie Spartacus "Nur Tit... und Fi... und Blut, Blut, Blut..."

      Die letzte wirklich gute Deutsche Produktion, die ich gesehen habe war glaube ich "Unsere Mütter unsere Väter"
      Facit Omnia Voluntas
      Haha, sehr nette Persiflage da oben, die weißen Degeto-Ritter :)

      Meine Frau liebt es. Klar, "Ficken, scheißen, pissen" - an manchen Stellen finde ich es etwas überzogen. Dass Tyrion IMMER "pissen" sagen muss... Aber das ist doch nicht relevant...

      Narannia, danke für den Link. Die Analyse spricht teils die gleichen Probleme an wie s.o. das PDF.

      Post was edited 1 time, last by “amparar” ().

      Dass Tyrion IMMER "pissen" sagen muss...


      Tyrion sagt auch im Buch IMMER "pissen". Trotzdem, och , finde ich die Serie auf RTL2 prima aufgehoben. :)
      - ein "geschätzter Buchleser"-

      Ansonsten: Downton Abbey ist klar eher seichter fluff, dafür sind/waren Luther und Sherlock einfach nur ganz große Klasse. Hab an britischen Verfilmungen allgemein nicht viel zu meckern.

      Was deutsches Fernsehen betrifft joa, schade, aber da guck ich nix. Der letzte mir erinnerliche Film war "Wer früher stirbt ist länger tot" - sehr schön schwarzhumorig, das funktioniert auch mit Lokalkolorit im depressiven Europa sehr gut, so ähnlich wie "Adams Äpfel" (Empfehlung!) in Dänemark eben.

      Etwas historisches könnte ich mir sehr gut vorstellen, wenn denn echte heimische (Mittelalter-)geschichte verfilmt würde - Stoff wäre eigentlich bis UNENDLICH da, oder etwas über die Hanse am Beispiel einer Kaufmannsfamilie (über mehrere Generationen) fände ich ziemlich toll. Wie mir immer wieder im Fantasy-Vakuum auffällt, scheint es allerdings auch an guten Buchvorlagen zu fehlen. Oder man traut dem Zuschauer mehr als die Wandernutte einfach nicht zu (womit wir wieder bei.. ach, nevermind).

      PS:

      (und früher noch Game One, bevor's abgesetzt wurde )


      Joa. :(

      I have been despised by better men than you.

      Post was edited 1 time, last by “Maegwin” ().

      Maegwin wrote:

      Der letzte mir erinnerliche Film war "Wer früher stirbt ist länger tot" - sehr schön schwarzhumorig, das funktioniert auch mit Lokalkolorit im depressiven Europa sehr gut, so ähnlich wie "Adams Äpfel" (Empfehlung!) in Dänemark eben.


      JAAA! Super Filme! :D
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.

      Maegwin wrote:

      (und früher noch Game One, bevor's abgesetzt wurde )


      Joa.


      Dafür senden sie jetzt ja 24/7 auf twitch :)
      Obwohl es halt schon nicht mehr ganz dasselbe ist...
      “I walked away from the Last Great Time War, I marked the passing of the Timelords, I saw the birth of the universe and I watched as time ran out, moment by moment until nothing remained – no time, no space, just ME! I walked in universes where the laws of physics were devised by the mind of a mad man! And I watched universes freeze and creations burn, I have seen things you wouldn’t believe, I have lost things you will never understand!"
      -The Doctor

      LordTywin wrote:

      Also ich persönlich kann keinen Hinweis darauf erkennen, dass die britischen Serien schlechter werden.
      Allerdings bin ich ja auch erst 18 Jahre alt und kann folglich nur schlecht Vergleiche zu früher anstellen

      Geht mir genauso, für mich sind britische Sendungen nun mal die besten im internationalen Vergleich! Ich bin alleridngs auch nicht älter! :hmm:

      amparar wrote:

      Warum nur RTL2. GoT gehört gefälligst, nach wochenlanger Ankündigung, in die ARD um 20:15. Jeden Tag.

      Meiner Meinung nach sollte sich das öffentliche gefälligst darum kümmern, möglichst viele qualitativ hochwertige Serien in ihre Programm aufzunehmen. Im Privatfernsehen hat sowas m.M.n. nichts verloren! (Außerdem hasse ich Werbeunterbrechungen!)

      amparar wrote:

      Geoffrey hätte in einem deutschen "Game of Thrones" gesagt: "Ser Illyn, wir lassen demokratisch über das Schicksal Ned Starks entscheiden - Bis dahin: Bringt ihn ins Altenheim, auf dass er Sozialstunden leiste!"

      Würde ich nicht so sehen. Vor ein paar Jahren hat das ZDF die Historien-Drama Serie "Die Borgias" ausgestrahlt. Die Serie war in Sachen Gewalt und Sex um einiges verrohter als GoT. (Zumindest in der Uncut Fassung.) Also wäre ein deutsches "Pendant" zu GoT durchaus möglich.
      -There was a signature here, it's gone now! :search:
      Was mir bei deutschen Serien grundsätzlich ein wenig abgeht, ist die Kunst, sich selbst ein wenig qauf den Arm zu nehmen.

      Deswegen sehe ich vermutlich nur sehr wenige deutsche Serien, da weder der ORF noch andere öst. Sender noch allzuviele deutsche Serien bringen - außer dem absoluten Pensionistenprogramm oder eben den gängigen Freitagabendkrimis und dem Tatort.

      Ansonsten US-Serien oder Eigenproduktionen - die auch nicht zwingend besser ist, als das, was in Deutschland produziert wird, es sei denn, David Schalko hat die Finger mit im Spiel.

      Immer wenn ich höre, dass die im Ausland meistgesehenste öst. Produktion "Soko Donau" ist (läuft auf der ARD unter "SOKO Wien") ist, wohl gemerkt, damit meine ich das Nichtdeutschsprachige Ausland, löst bei mir immer wieder Verwunderungsstürme aus.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!