Wie hat sich eure Sicht auf die Charaktere geändert?

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      Wie hat sich eure Sicht auf die Charaktere geändert?

      Ich weiß, wir haben noch den Epilog vor uns, aber der ändert jetzt auch nichts sonderlich groß an meinem Thema auf das mich onyx aufmerksam gemacht hat. Würde gerne wissen, wie sich durch den Reread bei euch die Sichtweise auf einige Charaktere geändert hat. Ich beginne mit den POVs und arbeite mich langsam durch.

      Eddard

      Beim ersten Lesen: Natürlich habe ich ihn ziemlich schnell als den Protagonisten der Story wahrgenommen. Ich war wohl genau wieviele andere überrascht, als er schon am Ende des Buches zu Tode kommt. Er war mir sympathisch, mir gefiel seine Ehrenhaftigkeit und die Sorge um seine Familie. Auch war ich gespannt darauf, was er denn so intensiv nachforscht und ich hatte wirklich großes Aha-Erlebnis, als die Wahrheit ans Licht kam. Die einzige Tat, die ich zunächst komisch fand an ihm: dass er Roberts Testament abändert.

      Reread: Ist im wesentlichen so geblieben, wobei mir seine Schwächen stärker aufgefallen sind. Er klammert sich an die Ehre und scheitert dann doch letztendlich an seiner Gutmütigkeit (ich rede hier davon Cersei zu warnen). Letztendlich ist mir überdeutlich aufgefallen, dass er völlig naiv die gleichen Fehler wie Jon Arryn macht. Und mir ist jetzt klargeworden: Er stellt seine Familie definitiv über seine Ehre. Und die Roberts-Testament-Sache: Er ändert zwar die Worte, aber er macht es nicht zum Eigennutz, sondern im Sinne des Reiches, was ich wiederum okay finde.

      Jon

      Beim ersten Lesen: Es wurde überdeutlich, dass er nach Eddards Tod ein Protagonist der ersten Reihe wurde. Für mich entsprach er dem typischen Fantasy-Charakter von niederer Geburt, der hoch aufsteigt. Sein Handlungsstrang hat mich sehr interessiert, als er bei den Wildlingen war und gegen sie dann später auf der Mauer kämpft; er wurde unglaublich langweilig, als er Lord Kommandant wurde; sein Tod war für mich fast nicht tragisch. Trotzdem für mich ein sehr sympathischer Charakter.

      Reread: Er ist mir immer noch sympathisch, aber es hat Risse bekommen. Einige seiner Lord Kommandanten-Taten fand ich schon sehr kontrovers, wie er Chett seiner guten Position beraubt hat mir auch nicht gefallen und wieso er auf Ramsays Brief mit dem Bruch seines Eides reagiert, empfand ich schon als Charakterbruch. Sein Handlungsstrang ist mir insgesamt deutlich schwächer erschienen.

      Sansa

      Beim ersten Lesen: Für mich war sie eine nervige, eingebildete, naive Zicke, der ich absolut jedes Unglück vom Herzen gegönnt habe, was sie in KL erlitt. Auch auf der Ehr ist sie mir kein Stück sympathischer geworden.

      Reread: Komplette Wandlung. Im ersten Band nervt sie noch, aber dann habe ich doch auf die Untertöne geachtet. Sie begreift viele ihrer Fehler, macht das Beste daraus mit ihrer Situation umzugehen und entwickelt sogar für Außenstehende ein menschliches Mitgefühl, was mich tief beeindruckt hat. Die abweisende Haltung gegenüber Tyrion hat mir zwar auch hier nicht gefallen, aber ich konnte sie viel besser verstehen. Auf der Ehr ist sie mir richtig sympathisch geworden und von ihr erhoffe ich mir in den zukünftigen Büchern noch wirklich sehr viel. Was für eine Entwicklung: vom unsympathischsten Charakter ist sie jetzt mein Lieblings-weiblich-POV.

      Arya

      Beim ersten Lesen: Eine coole Socke. Sie lässt sich nicht in Schubladen pressen, ist selbstbewusst, energisch und immer zu Taten bereit. Mir gefiel wie sie das Überleben in der Wildnis meister. Ich fand es langweilig, wie sie zuerst von der Bruderschaft dann von Sandor endlos durch die Flusslande geschleppt wird. Ihre Ausbildung in Braavos fand ich genial und wie sie sich entwickelt.

      Reread: Davon ist nichts geblieben. Mich widert sie ziemlich an. Sie tötet bald ohne große Gewissenbisse zu haben und nichtmal immer aus Notwehr, sie scheint direkt Freude daran zu entwickeln. Auch denkt sie darüber nach ihre einzigen Freunde umzubringen, weil die Dinge über sie wissen, die niemand sonst wissen soll. Ihre Ausbildung in Braavos habe ich mit Entsetzen beobachtet. Aus einem wilden, unbändigen Mädchen ist eine Soziopathin geworden, die auf dem besten Weg ist zu einer Psychopathin zu werden.

      Bran

      Beim ersten Lesen: Ich fand ihn spannend, nach seinem Sturz war er für mich eigentlich schon gestorben. Dann begann die Sache mit der dreiäugigen Krähe. Wahnsinnig spannend fand ich was im zweiten Buch mit ihm passiert, die grünen Träume, Theon als Prinz von Winterfell, sein "Tod". Danach aber hat sein Handlungsstrang für mich interessetechnisch nachgelassen. Fand ihn irgendwann langweilig und mit dem Esoterik-Kram in seinen Kapiteln kam ich nie zurecht.

      Reread: Ist im Wesentlichen so geblieben, wobei mir auch jetzt negative Dinge bei ihm hängengeblieben sind: das ständige Wargen in Hodor, das Genießen von Menschenfleisch, wenn er Sommer ist.

      Catelyn

      Beim ersten Lesen: Fand sie unglaublich sympathisch und ich fand es sehr tragisch, dass sie den Verlust nahezu aller ihrer Kinder miterlebt und dann so elend auf der Roten Hochzeit stirbt. Für mich eine stark geschriebene Frauen-Figur.

      Reread: War überrascht zu lesen, wie unsympathisch sie vielen ist. Auch beim zweiten Lesen hat sich an meiner Meinung nicht viel verändert: gut mir ist die Abneigung gegenüber Jon etwas sauer aufgestoßen und die Entführung Tyrions empfand ich wirklich als dämlich. Als Lady Stoneheart ist sie viel zu racherfüllt.


      Tyrion

      Beim ersten Lesen: War mir anfangs ziemlich egal, weil er ein Lannister gewesen ist. Mir gefiel oft seine Art nicht, wie er über andere spottete und richtete. Im zweiten Buch war seine Politik in KL für mich der beste Handlungsstrang und mir hat es richtig gefallen, wie er für Ordnung sorgt. Danach tat er mir Leid, wie er von seinem Vater abserviert wird und schließlich als Hauptangeklagter bei Joffreys Mord fast sein Leben verliert. Dann kam die Wendung, als er seinen Vater tötete und so zu meiner Lieblingsfigur wurde. In Essos fand ich ihn gar nicht so schlimm.

      Reread: Fand ihn von Anfang an cool. Jedoch gab es bald Dinge, die mir nicht gefielen: Sein Versuch Tommen zu entführen, sein Irrglauben Shae müsste verpflichtet sein ihn zu lieben und vorallendingen der Mord an Shae. Den Mord an Tywin fand ich nach wie vor toll. In Essos ging er mir anfangs auf die Nerven, aber er besserte sich spürbar als er mit Penny zusammenkommt. Allgemein sein Umgang mit Penny und Sansa sind mir von ihm am positivsten in Erinnerung geblieben. Ich erhoffe mir von ihm noch viel: Drachenreiter plus Lord von Casterly Rock. Es wäre einfach eine so absurde Wendung.

      Daenerys

      Beim ersten Lesen: Bin da wohl auf ihrer Mary-Sueigkeit reingefallen. Ich fand sie einfach nur cool, wie sie die Drachen ausbrütet, die Meister in Astapor grillen lässt und in Meereen für Ordnung sorgen will. Einziger Kritikpunkt: Wann kommt die endlich mal nach Westeros?

      Reread: Bin da doch deutlich kritischer. Ihr Beharren darauf, dass Mirri Drogo heilt fand ich seltsam. Ihre Eroberungspolitik schmeckte mir nicht wirklich. Sie hat als Herrscherin einige sehr blöde Entscheidungen getroffen und ihre Beziehung zu Daario fand ich einfach nur widerlich. Trotz allem mag ich sie, auch wenn sie bei vielen der unbeliebteste Charakter ist: Wünsche mir, dass sie zumindest nach Westeros kommt.

      Fortsetzung folgt...
      "The teaching, as you call it, is simply that there isn't to be a deserted or unhappy child in the world. In the end, that's the world's only security: children are the future, you see. If there were no unhappy children, then the future would be secure." - Kelderek (Shardik, p. 585)
      Gute Idee, dieser Fred! :thumbup:
      Dann will ich auch mal...

      Eddard:
      Viel hat sich da bei mir nicht geändert. Ich mochte Ned vorher und hinterher. Ich war ein wenig kritischer gegenüber einiger seiner Entscheidungen und fand es einfach tragisch, dass er mit seinem Versuch ehrenhaft zu handeln, den Krieg der 5 Könige eigentlich erst ausgelöst hat und dadurch das Schicksal seiner Familie ziemlich versaut hat...

      Ser Erryk schrieb:

      Letztendlich ist mir überdeutlich aufgefallen, dass er völlig naiv die gleichen Fehler wie Jon Arryn macht.
      Stimmt auffallend. Er hat sich eigentlich noch naiver verhalten...

      Ser Erryk schrieb:

      Und die Roberts-Testament-Sache: Er ändert zwar die Worte, aber er macht es nicht zum Eigennutz, sondern im Sinne des Reiches, was ich wiederum okay finde.
      Das fand ich vorher und nachher in Ordnung.

      Jon:
      Beim ersten Lesen empfand ich ihn als netten Jungen.

      Ser Erryk schrieb:

      Sein Handlungsstrang hat mich sehr interessiert, als er bei den Wildlingen war und gegen sie dann später auf der Mauer kämpft; er wurde unglaublich langweilig, als er Lord Kommandant wurde; sein Tod war für mich fast nicht tragisch.
      Kann ich so nicht sagen. Ich fand ihn auch als LC noch spannend, etwas weniger als vorher vielleicht. Aber seinen Tod fand ich durchaus tragisch.
      Ich fand seine POVs nach dem Reread eher noch interessanter. Gerade die teilweise sehr kontroversen Entscheidungen fand ich spannend, konnte aber dieses Mal die Bedenken seiner späteren Attentäter deutlich besser nachvollziehen.
      Ich muss gestehen, dass ich beim Reread gerade die späteren Kapitel mit ihm als LC und die Wildlinge, die er hinter die Mauer holt, immer an die aktuelle Flüchtlingssituation gedacht.
      Ganz wild wurde es im letzten Kapitel, dass ich zum Teil in der Badewanne und von daher als deutsches Taschenbuch und nicht englisches E-Book las, als er an einer Stelle sagte "Wir schaffen das!" :whistling:

      Ser Erryk schrieb:

      und wieso er auf Ramsays Brief mit dem Bruch seines Eides reagiert, empfand ich schon als Charakterbruch.
      So ging es mir dieses Mal auch. Beim ersten Mal hab ich da gar nicht weiter drüber nachgedacht.

      Sansa:

      Ser Erryk schrieb:

      Beim ersten Lesen: Für mich war sie eine nervige, eingebildete, naive Zicke, der ich absolut jedes Unglück vom Herzen gegönnt habe,
      Ich fand sie auch furchtbar naiv und nervig. Allerdings tat sie mir schon sehr leid und ich habe ihr nichts böses gegönnt. Außer vielleicht mal ein kräftiges Schütteln...
      Beim Reread habe ich mir dieses Mal sehr bewusst gemacht, wie jung sie eigentlich noch ist.

      Ser Erryk schrieb:

      Im ersten Band nervt sie noch, aber dann habe ich doch auf die Untertöne geachtet. Sie begreift viele ihrer Fehler, macht das Beste daraus mit ihrer Situation umzugehen und entwickelt sogar für Außenstehende ein menschliches Mitgefühl, was mich tief beeindruckt hat.
      Ging mir genauso.

      Ser Erryk schrieb:

      Die abweisende Haltung gegenüber Tyrion hat mir zwar auch hier nicht gefallen, aber ich konnte sie viel besser verstehen.
      Auch das kann ich so unterschreiben. Während ich das beim ersten Mal noch ganz furchtbar fand und sie für eine gefühllose kleine Ziege gehalten habe, war mir dieses Mal klar, dass ein furchtbar junges Mädchen, dass schon viel zu viele schreckliche Dinge erleben musste, hier auch noch mit einem missgebildeten Mitglied der Familie, der sie all das zu verdanken hatte, zwangsverheiratet wurde.

      Ser Erryk schrieb:

      Was für eine Entwicklung: vom unsympathischsten Charakter ist sie jetzt mein Lieblings-weiblich-POV.
      Ja, komisch nicht wahr? :D

      Arya:
      Ich fand Arya beim ersten Mal großartig. Eine Minipowerfrau. Das hat sich schon sehr gewandelt...

      Ser Erryk schrieb:

      Mich widert sie ziemlich an. Sie tötet bald ohne große Gewissenbisse zu haben und nichtmal immer aus Notwehr, sie scheint direkt Freude daran zu entwickeln.
      Ich fand ihre Kapitel ganz und gar nicht langweilig und sie widert mich auch nicht an. Aber ich bin zutiefst entsetzt, was aus ihr wird. Während ich anfangs noch nachvollziehen konnte, warum sie tötet, lässt das im Laufe der Zeit immer mehr nach.

      Ser Erryk schrieb:

      Ihre Ausbildung in Braavos habe ich mit Entsetzen beobachtet. Aus einem wilden, unbändigen Mädchen ist eine Soziopathin geworden, die auf dem besten Weg ist zu einer Psychopathin zu werden.
      Ich hab bei Arya, gerade in Braavos immer den Gedanken an Kindersoldaten.

      Bran:

      Ser Erryk schrieb:

      Fand ihn irgendwann langweilig und mit dem Esoterik-Kram in seinen Kapiteln kam ich nie zurecht.
      Ja, die Bran-Kapitel fand ich beim ersten Mal auch recht langweilig. Ich habe durch manche einfach nur hindurch geblättert, bis endlich wieder ein anderes kam.

      Ser Erryk schrieb:

      Ist im Wesentlichen so geblieben, wobei mir auch jetzt negative Dinge bei ihm hängengeblieben sind: das ständige Wargen in Hodor, das Genießen von Menschenfleisch, wenn er Sommer ist.
      Ich muss sagen, vieles gefiel mir jetzt besser. Am besten natürlich die Geschichten, die Meera und Jojen erzählen. Aber auch viele andere Dinge waren dieses Mal deutlich interessanter. Das mit Hodor sehe ich auch negativ, auch das mit Summer, allerdings mache ich mir auch immer klar, dass er noch ein Kind ist.

      Catelyn:

      Ser Erryk schrieb:

      Auch beim zweiten Lesen hat sich an meiner Meinung nicht viel verändert: gut mir ist die Abneigung gegenüber Jon etwas sauer aufgestoßen und die Entführung Tyrions empfand ich wirklich als dämlich. Als Lady Stoneheart ist sie viel zu racherfüllt.
      Tja... ich mochte Cat beim ersten Lesen nur wenig. Was sich wirklich stark geändert hat. Eigentlich habe ich auch nur die zwei Kritikpunkte, die du hast. Aber ich kann in der Zwischenzeit auch beides verstehen.

      Tyrion:

      Ser Erryk schrieb:

      Fand ihn von Anfang an cool. Jedoch gab es bald Dinge, die mir nicht gefielen: Sein Versuch Tommen zu entführen, sein Irrglauben Shae müsste verpflichtet sein ihn zu lieben und vorallendingen der Mord an Shae. Den Mord an Tywin fand ich nach wie vor toll.
      Ich fand ihn beim ersten Lesen auch cool und witzig. Das hat sich etwas gegeben. Ich finde ihn zwar nicht ganz so furchtbar wie andere hier, aber er hat doch deutlich Federn gelassen.

      Ser Erryk schrieb:

      In Essos ging er mir anfangs auf die Nerven, aber er besserte sich spürbar als er mit Penny zusammenkommt. Allgemein sein Umgang mit Penny und Sansa sind mir von ihm am positivsten in Erinnerung geblieben. Ich erhoffe mir von ihm noch viel: Drachenreiter plus Lord von Casterly Rock. Es wäre einfach eine so absurde Wendung.
      Beim ersten Lesen fand ich ihn gerade am Anfang in der großen Selbstmitleid-Phase ganz furchtbar und später wieder besser. Sein Umgang mit Penny und Sansa war wirklich sehr freundlich. Aber bitte kein Drachenreiter... :fie:


      Dany:

      Ser Erryk schrieb:

      Beim ersten Lesen: Bin da wohl auf ihrer Mary-Sueigkeit reingefallen.
      Jep. Sowas von.
      Am Anfang mochte ich ihre Kapitel noch, aber ab der Sklavenbucht wird es nur nur noch grausamst...Was geht sie mir nu auf die Nerven...
      "You retreat into the walls of your civilization because you are too weak to stand before nature as part of the natural environment. Instead of living as partner to nature, man hides behind his civilization, curses and defies true life, distorts his environment to accommodate his own failings. Beware that your environment does not strike back from all your blasphemies, for that day mankind shall be snuffed out like the unnatural freak man is!"
      "Two Suns Setting", Karl Edward Wagner

      Ser Erryk schrieb:

      Eddard


      Tatsächlich hat mich Eddard mit seiner rechtschaffenen Blödheit zunehmend genervt. Und das schon beim ersten Lesen als mir klar wurde, dass das Lied kein billiger HdR-Klon ist. Wäre Eddard eine real existierende Person wäre ich ihm wohl die ganze vor dem Gesicht herumgeschwommen und hätte ihm zugerufen: „Mensch, was machst du denn jetzt schon wieder!?“ Der Gipfel war da für mich erreicht als er Cersei nicht nur direkt konfrontiert sondern sich auch keine glaubwürdigen Zeugen mitnimmt, die Eddards Version des Gesprächs hätten bestätigen können. Da stellte sich mir die Finne auf und es sträubten sich mir die Schuppen. Dementsprechend wenig überrascht war ich dann als Eddard den Kopf verliert.

      Jon


      Beim ersten Lesen noch durchgängig super-sympathisch und nachvollziehbar, was sich dann beim Re-Read nach der Wahl zum Lord Kommandanten ziemlich geändert hat. Gerade seine mangelnde Kommunikation bei seinen Entscheidungen zum Thema Flüchtlingspolitik werfe ich ihm vor. Ihm hätte klar sein müssen, dass das so nicht gut gehen kann. Endgültig verabschiedet habe ich dann von ihm im Zuge der Bastard-Brief-Affäre. Da macht er denselben Fehler wie Eddard und stellt seine Sympathien für eine Person über seine Verpflichtungen. Absolut inakzeptabel.

      Sansa


      Beim ersten Lesen noch nervig bis zur Ehr. Dann wird sie interessant. Hoffentlich wird sie noch eine aktivere Rolle im GoT einnehmen.

      Arya


      Im wesentlichen teile ich deine Meinung.

      sie scheint direkt Freude daran zu entwickeln.


      Sie scheint es nicht nur zu tun, sie tut es objektiv. Und ab da habe ich jede Sympathie für sie verloren.

      Bran


      Auch hier ist deine Einschätzung absolut „Bang-on“. Gerade die KdW-Kapitel sind einfach nur belanglos-langweilig. Wieder einmal ein Beweis dafür, dass GRRM Fantastik einfach nicht beherrscht.

      Catelyn


      Da haben wir eine gegenläufige Entwicklung durchgemacht. Fand ich sie beim ersten Lesen wg. ihrer Feindseligkeit ggü. Jon noch eher unsympathisch wurde sie im Re-Read zunehmend nachvollziehbarer und sympathischer.

      Tyrion


      Wie so viele habe auch mich von GRRMs Favoritismus beim ersten Lesen blenden lassen und die negativen Aspekte einfach ausgeblendet. Erst beim Re-Read und dem Studium der Diskussionen zum Thema Tyrion ist mir aufgegangen, dass hier so einiges nicht stimmt. Gerade seine unrealistischen Erwartungen ggü. Shae und sein anmaßendes Verhalten ggü. seinem Vater haben mich dann doch sehr gestört.

      Daenerys


      Auch hier bin ich der bewussten Irreführung und manipulativen Schreibe GRRMs aufgesessen. Dany-Sue hat bei mir spätestens seit dem Re-Read (präziser: ihrem Befreiungsstunt in Astapor) einen sehr schweren Stand gerade wegen ihrer selbstgerechten imperialistischen Eroberungspolitik mit der zu sympathisieren es dem Leser nur allzu leicht gemacht wird.
      Dazu kommt dann noch, dass ich meinen generellen Hass auf Cartoon-Essos auf sie projiziere.
      „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (Gandhi)

      Der Sinn des Lebens sollte nicht darin bestehen zu tun was wir wollen, sondern das zu tun, was vernünftig ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Sandhai“ ()

      :) Wirklich sehr gute Idee diese eventuellen Veränderungen in der Sichtweise auf die Charaktere hier zu besprechen,Ser Erryk.Ich hatte eigentlich vor,damit in die Charakter-Threads zu wechseln,aber hier finde ich das im Nachhinein viel passender und besser. :thumbup:

      Edit : Ich gehe hier für meinen Teil mehr auf den Sympathie-Faktor ein,als auf die Logik des Handelns der einzelnen Charaktere. :)

      Also,Eddard :
      Eddard hat bei mir wie alle Starks (außer Arya) im Reread deutlich dazugewonnen.
      Gemocht habe ich ihn ja irgendwie schon immer,aber da gab es schon mehrere Dinge,die mich vor dem Reread ziemlich an ihm gestört haben und die ich damals ziemlich anders sah als heute.
      Ned kam mir damals ein wenig so vor,als habe er vor lauter Einhalten seiner Ehre schon einen Stock im Allerwertesten und mir wurde auch nicht sofort deutlich,dass ihm seine Familie und deren Wohl eindeutig über diese Ehre ging.
      Ich empfand ihn in seinem Handeln und Denken anderen Menschen gegenüber zum Teil als ziemlich selbstgerecht und arrogant,das hört sich jetzt so geballt ziemlich negativ an,aber ich mochte ihn wie gesagt irgendwie schon und es gab auch Dinge,die ich durchaus an ihm schätzte.Ehre an sich,halte ich ja für etwas durchaus Großartiges.Ebenso die Liebe zu seiner Familie und die Art,wie er die Menschen behandelte für die er verantwortlich war,haben mir schon damals sehr gut gefallen...und es hat mich wirklich sehr beeindruckt,wie er mit Cersei umging...auch wenn das wohl nicht gerade gerissen war,hat ihm dieses Mitgefühl bei mir sehr viele Sympathiepunkte eingebracht.
      Diese positive Sichtweise hat sich seit dem Reread sehr deutlich verstärkt und durch das erneute Lesen einiger Textstellen empfand ich sein Verhalten den Menschen die er liebt gegenüber zum Teil wirklich rührend.Ich habe erkannt,dass Ned seine Ehre wohl überaus wichtig ist,ihm jedoch seine Familie und auch seine Menschlichkeit darüber hinaus noch um einiges mehr bedeuteten.Auch in Situationen,in denen ich sein Handeln so gar nicht nachvollziehen konnte,kann ich ihn nun besser verstehen und sehe ,dass er dort entweder durchaus Recht hatte oder eben nicht anders konnte....was nicht heißt,dass ich da hinter allem stehe was er jemals getan hat.Aber ich mag Ned nun wirklich sehr,sehr gerne.

      Ser Erryk schrieb:

      Beim ersten Lesen: Natürlich habe ich ihn ziemlich schnell als den Protagonisten der Story wahrgenommen. Ich war wohl genau wieviele andere überrascht, als er schon am Ende des Buches zu Tode kommt.

      Darüber war ich bedauerlicherweise zuvor bereits "im Bilde" von daher blieb mir der Überraschungseffekt diesbezüglich verwehrt....aber auch im Reread dachte ich beim Lesen absurderweise immernoch,dass doch jetzt noch irgendetwas geschehen müsste,was den Tod Neds verhindert.

      Ser Erryk schrieb:

      Letztendlich ist mir überdeutlich aufgefallen, dass er völlig naiv die gleichen Fehler wie Jon Arryn macht.

      Stimmt.

      Ser Erryk schrieb:

      Und mir ist jetzt klargeworden: Er stellt seine Familie definitiv über seine Ehre.

      Eben dieses ist mir auch viel deutlicher geworden und das und sein Mitgefühl haben für mich den Ausschlag dafür gegeben,dass Eddard Stark nun einer meiner liebsten (wenn auch nicht der liebste) Charaktere für mich wurde.



      Jon :

      Ich mochte Jon schon beim ersten Lesen sehr gern und jetzt hat sich das beim Reread nur noch verstärkt.Ich empfinde ihn für sein Alter als sehr verantwortungsbewusst und einfühlsam und konnte eigentlich so ziemlich jeden seiner Schritte nachvollziehen,auch wenn er wohl nicht immer richtig handelte (bis auf die Reaktion mit Ramsays Brief und den Tausch der Babys,da hätte ich wohl versucht beide zu retten) kann ich seine Schritte sehr,sehr gut verstehen.Ich verstehe aber auch seine Gegner und ihre Gründe,warum schließlich alles eskalierte.Vom Bauch her,zähle ich Jon immer irgendwie zu den Starks und die sind mir ,wie schon erwähnt durch den Reread noch mehr ans Herz gewachsen.

      Sansa :

      Da geht es mir ganz ähnlich wie Ser Erryk und Esme.Auch wenn ich schon beim ersten Lesen zumindest versucht habe,mir ihr Alter bewusst zu machen,gelang das nicht wirklich immer und ich fand sie einfach nervig,egoistisch,leicht versnobt und hatte wenig Einsicht mit ihrem Handeln...auch wenn ich ihr wirklich niemals etwas Schlechtes gönnte.
      Beim Reread konnte ich ihr Alter und ihre Erziehung voll mit einbeziehen und mich wirklich gut in sie einfühlen und sie hat mich zum Teil wirklich beeindruckt und gehört nun wirklich zu den Charakteren ,die ich sehr ,sehr gerne habe.Bei allem was sie in ihrem Alter erleben und durchmachen musste,dennoch weiterhin dermaßen mitfühlend und warmherzig zu bleiben finde ich wirklich absolut bemerkens,- und liebenswert.Ich glaube,sie ist inzwischen die mir " liebste Stark" geworden.

      Arya :

      Für mich,im Gegensatz zu Sansa ,trotz beinahe gleicher Erziehung und Schicksalsschlägen so ziemlich das genaue Gegenstück in der "Bewältigung ihres Schicksals".
      Ich meine ,abgesehen davon,dass mich vieles an Arya schon beim ersten Lesen ziemlich befremdet hat.Bevor sie anfing zu morden (den Stallburschen empfinde ich da sogar noch als Tat im Affekt) fand ich sie zu Anfang aber wirklich toll,sehr süß und erstaunlich tough.
      Dann fing sie in Taten und Gedanken an mich immer mehr zu erschrecken,ihren Werdegang finde ich sehr beängstigend und ihr "Gebet" fand ich von Anfang an wirklich verstörend.Bei ihr hatte ich komischerweise nie ein Problem damit,mir ihr Alter ins Gedächtnis zu rufen,was mir ihr Verhalten dann noch umso schrecklicher erscheinen ließ.
      Bei Arya hat sich bei mir wohl nicht allzu viel geändert...ich kann gar nicht sagen,dass ich sie nicht leiden kann,aber ich finde ihren Werdegang furchtbar und sie tut mir schrecklich leid.Das alles hat sich wahrscheinlich noch verstärkt.Bei ihr muss ich oft daran denken,wie anders sie sich vielleicht entwickelt hätte,wenn all diese schrecklichen Dinge gar nicht passiert wären oder sie zumindest danach in einer halbwegs sicheren Umgebung mit einer verantwortungsbewussten Bezugsperson hätte aufwachsen können...oder was passiert wäre,wenn Sandor nicht verletzt worden wäre....

      Bran :

      Auch Bran ist mir beim Reread mehr ans Herz gewachsen,beim ersten Lesen ging er bei mir vielleicht ein wenig unter.Einziger Kritikpunkt ist,soweit ich mich erinnere,ähnlich wie bei Esme,diese Hodor-Sache.Auch bei Bran kann ich mir aber auch sehr gut sein Alter ins Gedächtnis rufen.
      Auch hier beeindruckt mich,ähnlich wie bei Sansa seine Sanftheit und dass er,trotz der schrecklichen Erlebnisse niemandem(vor allem nicht Jaime oder Theon) etwas Schlechtes wünscht oder von Rachegedanken beseelt ist.
      Ich mag die Bran Kapitel sehr gern,angefangen von Maester Luwin und Old Nan über Jojen und Meera,Kalthand,den Kindern ,den grünen Träumen und all den Erzählungen drumherum.

      Catelyn :

      Esme schrieb :
      Tja... ich mochte Cat beim ersten Lesen nur wenig. Was sich wirklich stark geändert hat. Eigentlich habe ich auch nur die zwei Kritikpunkte, die du hast. Aber ich kann in der Zwischenzeit auch beides verstehen.

      Da ging und geht es mir ganz ähnlich,bei mir ist es vielleicht noch ein wenig heftiger.Von einer für mich ziemlichen kaltherzigen Unsympathin mit ziemlichem Standesdünkel zu einer der liebenswertesten und warmherzigsten Frauencharaktere des Liedes....(eure Kritikpunkte teile ich) ,ich weiß gar nicht,wo ich beim ersten Lesen meine Augen hatte...

      Tyrion :
      Bereits beim ersten Lesen fand ich so einige Dinge die Tyrion tat ziemlich bedenklich und seine Morde ,vor allem den Vatermord unverzeihlich und keineswegs irgendwie zu rechtfertigen.
      Ansonsten fand ich vieles an ihm noch sympathisch und mitunter sogar witzig.
      Ich will Tyrion auch jetzt nicht absprechen,dass er auch gute Seiten besitzt.Ich denke da auch an Jon,Bran,Sansa und Penny....die schlechten Seiten überwiegen da für mich aber ganz klar ,wie ich in den Kapiteldiskussionen glaube ich auch mehr als genug zum Ausdruck gebracht habe und auch sein Humor ist für mich zum größten Teil einfach nur geschmacklos.
      Abgesehen davon,dass er zwar auch einen ziemlichen Knall hat,jedoch nicht ganz so gestört ist wie seine Schwester,sind sich die beiden meiner Meinung nach in einigen Dingen gar nicht einmal so unähnlich.


      Dany :

      Ser Erryk schrieb:
      Beim ersten Lesen: Bin da wohl auf ihrer Mary-Sueigkeit reingefallen.

      Esme schrieb :

      Jep. Sowas von. Am Anfang mochte ich ihre Kapitel noch, aber ab der Sklavenbucht wird es nur nur noch grausamst...Was geht sie mir nu auf die Nerven...

      Das würde ich so glatt unterschreiben!Dany nervt und die Art ,wie sie die Dinge angeht,zum Beispiel die mit den Sklavenherren ist einfach nur zum Schütteln.

      Puhh....das war jetzt aber viel auf einmal....drei Charaktere hätten mir da fürs erste gereicht,der Kopf qualmt. ;)
      Expose yourself to your deepest fear
      After that...you are free
      -Jim Morrison

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „onyx“ ()

      Sandhai schrieb:

      Der Gipfel war da für mich erreicht als er Cersei nicht nur direkt konfrontiert sondern sich auch keine glaubwürdigen Zeugen mitnimmt, die Eddards Version des Gesprächs hätten bestätigen können.

      Und du denkst, Cersei hätte das vor Zeugen zugegeben? ;)
      Wer in meinen Beiträgen nicht funktionierende Links findet, kann mich auf meiner Pinnwand darauf hinweisen.
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      "We all swore oaths." - Arthur Dayne

      "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont
      Wenn die Zeugen sich im Hintergrund halten, wo Cersei sie nicht sehen kann, dann ja.
      „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (Gandhi)

      Der Sinn des Lebens sollte nicht darin bestehen zu tun was wir wollen, sondern das zu tun, was vernünftig ist.
      Er hätte also jemanden zwei Meter neben sich ins Gebüsch stellen sollen?
      Wer in meinen Beiträgen nicht funktionierende Links findet, kann mich auf meiner Pinnwand darauf hinweisen.
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      "We all swore oaths." - Arthur Dayne

      "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont
      So Teil 2 folgt. Die üblichen POV-Charaktere. Ich lasse aber die Prolog- und Epilog-Charaktere weg, die sind mir einfach zu nichtig gewesen.

      Theon

      Beim ersten Lesen: Das erste Lesen hat so eine böse manipulative Wirkung. Ich habe tatsächlich ewig lang die Rechtfertigungen Theons für sein dummes Handeln in Winterfell verstanden und auch so empfunden. Als er am Ende aber dann doch niedergeschlagen und von Ramsay verraten wird, habe ich mir aber dann doch gedacht, was für eine selbstsüchtige, arrogante, feige Persönlichkeit. Sein Schicksal als Reek war dann ein Schlag in die Magengrube, da war wirklich Mitleid da und ich fand seine Entwicklung wieder zurück zu etwas halbwegs menschlichen als besten Charakterstrang in ADWD.

      Reread: Dieses Mal nicht. Fand sein Verhalten von Anfang an widerlich (diese Hinrichtung, wie er die Kapitänstochter behandelt) und ich fand es regelrecht lustig wie ihn Asha vorführt. Sein Handeln in Winterfell gefiel mir gar nicht, den Mord an den beiden Müllersjungen halte ich für unverzeihlich. Er war für mich bis zu Ramsays Verrat durchgehend eine widerliche, arrogante, feige Persönlichkeit. Aber Reek war dann wieder genauso wie beim ersten Lesen und sein langsames Finden der eigenen Persönlichkeit hat mich wieder fasziniert. Er kann von mir aus bald sterben in Winds, aber irgendwie will ich auch, dass er noch ein bisschen länger bleibt und anfängt seine Fehler wiedergutzumachen. Mit Jeynes Rettung hat er schon einmal gut begonnen.

      Davos

      Beim ersten Lesen: Okay, wir brauchen einen Charakter, der uns über Stannis informiert. Er ist tot, nein doch nicht, er hat eine wichtige Mission, oh das war es schon für diesen Band?

      Reread: Wenn ich eine Lieblingsfigur im Lied habe dann wohl ihn. Ich bewundere seine Ehrenhaftigkeit, seine Liebe zu seiner Familie, seine Loyalität zu Stannis, die jedoch nicht aus Speichellecken besteht, sondern seinem König knallhart die Meinung ins Gesicht zu schleudern, wenn er meint Stannis gehe den falschen Weg. Seine Trauer um seine vier Söhne, die er verliert ging mir richtig nahe. Die Rettung von Edric Storm ist die in meinen Augen beste moralische Tat, die jemand im Lied begeht. Er setzt alles aufs Spiel, um einen einfachen Bastard zu retten, und das vor seinem König, zu dem er so loyal ist. Davos ist so derart leuchtendes Beispiel für einen guten Menschen nach Westeros-Standard, dass ich es fast für widersprüchlich halte, dass er vor Stannis der kriminellen Aktivität eines Schmugglers nachgegangen ist. Ich will unbedingt wissen wie es mit ihm weitergeht.

      Jaime

      Beim ersten Lesen: GRRM kann den Leser wirklich trollen, jetzt wird ausgerechnet dieser inzesttreibende, arrogante Schönling und Fast-Kindsmörder POV, ich liebe den neuen Band schon jetzt. Oh, er verliert seine Hand. Er macht sich eigentlich ganz gut. Und dann irgendwann war ich nur noch fasziniert davon, wie GRRM aus diesem Widerling einen nachdenklichen, pflichtbewussten Ritter gemacht hat, der versucht seine Eide einzuhalten, egal ob sie gegen die Interessen seiner Familie gehen.

      Reread: Ist nicht groß anders. Ich bin immer noch von seinem Wandel beeindruckt und wie GRRM das geschrieben hat. Ich hoffe doch nicht, dass er bei der Brotherhood jetzt draufgehen wird.


      Samwell Tarly

      Beim ersten Lesen: Zuerst dachte ich, brauchen wir einen solchen Schwächling, warum interessier Jon Snow überhaupt für ihn? Dann jedoch gefiel es mir, wie sich seine Stärken immer mehr auszahlten und ich war beeindruckt von seinem großen Moment, als er den White Walker tötete.

      Reread: Er gefiel mir auch hier wieder. Sein Schicksal habe ich diesmal intensiver wahrgenommen. Was sein Vater ihm angetan hat, hat mich teilweise fassungslos gemacht und ich hatte absolutes Verständnis für ihn. Dennoch störte mich sein fehlendes Selbstvertrauen und das er sich selbst als Feigling sieht, auch nachdem er den White Walker tötete und Gilly rettete. Auf der Reise hat er mir auch gefallen und ich hoffe er wird in seiner Maester-Berufung voll aufgehen.

      Brienne

      Beim ersten Lesen: War erst skeptisch bezüglich der Frau, die unbedingt Ritter sein will, doch mir gefiel ihr Zusammenspiel sowohl mit Catelyn als auch mit Jaime. Ihre Suche nach Sansa hat mich stellenweise aber ganz schön gelangweilt.

      Reread: Jetzt habe ich auch die Untertöne wahrgenommen. Sie ist nicht einfach nur eine Kampfamazone, die 30 Männer auf einmal niedermetzelt und dabei wie ein Pavian herumschreit, sondern ist sehr unsicher besonders im Umgang mit Männern und hat Skrupel vor dem Töten, ich fand das sehr gut. Ihre Reise hat mir sehr gut gefallen, wie sie zu Jaime treu ist, sich um Podrick kümmert und nicht aufgibt nach Sansa zu suchen. Außerdem waren bei ihrer Suche soviele neue Dinge zu entdecken, die mir beim ersten Lesen entgangen waren. Ich hoffe die Begegnung mit der Bruderschaft hat sie nicht zu stark ins Negative verändert.

      Cersei

      Beim ersten Lesen: Was die ist auch noch POV? Ich fand ihre Art einfach nur schrecklich, habe zwar mit einer gewissen Faszination gelesen, aber auch mit viel Abscheu. Dass sie den Glauben wiederbewaffnet hat mich wieder POV-manipuliert und ich hielt das wirklich sogar für zwei Kapitel für eine gute Idee. Bei ihrer Einsperrung dachte ich nur, na endlich, beim Walk of Shame, hmm warum ist mir plötzlich unwohl.

      Reread: Ihr habt es selbst oft genug gelesen. Ich finde ihren Charakter zum Erbrechen. Sie verkörpert für mich alles Negative, was ich an einer Person nicht mag. Oft genug habe ich mir beim Lesen gewünscht, dass Tyrion gleich mit einer Armbrust reinstürmt und ihrem paranoiden, selbstgefälligen, egozentrischen Gedanken und Gerede ein Ende macht. Mich hat wirklich alles an ihr angewidert, selbst ihre Liebe für Tommen. Der Walk of Shame hat mich doch wieder kurz gepackt, aber nein, wenn sie stirbt werde ich mich wohl mehr freuen als bei Tywins Tod, noch mehr, wenn es Tyrion ist, es kann aber von mir aus auch Jaime sein, Hauptsache diese widerliche Frau stirbt.

      Aeron

      Beim ersten Lesen: Aha, das sind also die neuen POVs. Ein Säufer der zum frommen Priester wurde.

      Reread: Einer dieser komischen Eisenmänner, doch ich fand ihn nicht zu schlimm. Dass er von Euron vergewaltigt worden war in jungen Jahren tat mir schon etwas Leid. Ansonsten konnte ich aber mit seinem Priestergehabe nicht wirklich etwas anfangen.

      Victarion

      Beim ersten Lesen: Wieder diese POV-Manipulation. Ich fand ihn cool, wie er immer wieder auf den Putz gehauen hat.

      Reread: Für mich einer der unsympathischsten und vorallendingen dümmsten POV-Charaktere. Er ist sehr selbstmitleidig, obwohl er sich eigentlich als harter Mann sieht, an seinem Leid sind immer nur andere Schuld. Und seine Taten sind geprägt von ordentlich Stumpfheit.

      Asha

      Beim ersten Lesen: Fand es gemein, wie sie Theon ärgert. Dann als sie POV war, kam sie mir von allen Eisenmännern am vernünftigsten vor.

      Reread: Sie ist die mit Abstand vernünftigste der Eisenmänner, auch wenn ich nicht verstehe, warum sie so unbedingt Königin werden will, wo sie doch viele Dinge ihres Vaters abgelehnt hat. Ich hoffe auch sie bleibt uns noch erhalten, mir gefällt ihre kämpferische, erbarmungslos Ader, aber auch ihr Mitgefühl und ihre Vernunft. Sie ist meiner Meinung nach das, was Arya hätte sein können.
      "The teaching, as you call it, is simply that there isn't to be a deserted or unhappy child in the world. In the end, that's the world's only security: children are the future, you see. If there were no unhappy children, then the future would be secure." - Kelderek (Shardik, p. 585)
      Arianne

      Beim ersten Lesen: Ich fand ihr Verhalten und ihr Auftreten nicht so toll. Sie verführt einen Ritter der Königswache, lässt die Verlobte ihres Bruders entführen, um eine Rebellion anzuzetteln und wunder sich dann noch, warum sie von ihrem Vater eingesperrt wird.

      Reread: Ist nicht viel anders geworden. Mir ist nur aufgefallen und das bei allen Martells, wie stark deren Familienbande und Zusammenhalt doch ist. Das hat sie mir dann doch irgendwo auch wieder sympathisch gemacht und das sie nach ihrer dämlichen Verschwörung die Schuld auf sich nehmen und ihre Freunde da raus halten will.

      Areo

      Beim ersten Lesen und Reread: Das kann ich zusammenfassen. Er ist der für mich schwächste POV-Charakter was Charakterisierung betrifft. Ich habe das Gefühl er existiert nur als POV, weil GRRM sonst niemand in Dorans Umgebung eingefallen ist.

      Arys

      Beim ersten Lesen: Interessant, ein POV von einem Königsritter. Wieso lässt der sich jetzt umbringen?

      Reread: Hilfe, ist der dämlich. Zuerst springt er auf diesen bescheuerten Plan von Arianne und dann lässt er sich noch bescheuerter umbringen und am bescheuertesten, er vergisst dabei seine wichtigste Aufgabe, Myrcella zu beschützen.

      Quentyn

      Beim ersten Lesen: Fand seine Einführung zwar holprig, aber irgendwie war doch mein Interesse geweckt. Dass er von Daenerys abgewiesen wird und dann beim Befreien der Drachen starb, fand ich tragisch. War deshalb für mich auch der tragische Held in diesem Band.

      Reread: Ich teile mittlerweile die Mainstream-Meinung. Seine Einführung ist katastrophal misslungen, wir treffen ihn mittendrin in seinem Abenteuer. Sein Plan zur Befreiung der Drachen ist einfach nur der bescheuertste im ganzen Lied und von Plotholes nur so übersät.

      Barristan

      Beim ersten Lesen: Mir hat gefallen wie er Joffrey seine Meinung geigt und sein Schwert ihn zu Füßen wirft. Danach war er sich überrascht, dass er Arstan ist. Allgemein gefiel mir seine Loyalität zu Daenerys, seine Ehrenhaftigkeit und wie er nach ihrem Verschwinden versucht die Initiative zu übernehmen.

      Reread: Ist im Wesentlichen so geblieben. Mir fiel nur auf, wie verzweifelt er versucht sich Daenerys als gute und gerechte Herrscherin schön zu reden, da seine bisherigen Könige alle Enttäuschungen waren und er noch einmal die Chance wahrnehmen will, einem guten König zu dienen.

      Jon Connington

      Beim ersten Lesen: Fand ihn durch die Tyrion-Brille zunächst unsympathisch. Dann gefiel mir aber, wie er sich für FAegon einsetzt und rührend fand ich den Moment, als er seine alte Festung wiedererobert.

      Reread: Da hat sich jetzt auch nichts groß geändert. Ich fand nur, dass seine Sicht auf Rhaegar und FAegon etwas zu verklärt ist, ich verstehe nach wie vor nicht wirklich, warum er sich nicht einfach die Finger abgehackt hat.

      Melisandre

      Beim ersten Lesen: Toll, eine Fanatikerin, die mit ihren dummen, religiösen Sprüchen einen König umgarnt hat. Dann war ich überrascht, als sie plötzlich Schattenbabys gebären konnte. Und an der Mauer gefiel mir sogar, wie sie sich um Jon Snow gekümmert hat. Ihr POV war dann wirklich überraschend, denn ich hätte nicht gedacht, dass sie Stannis wirklich für Azor Ahai hält. Ich fand sie sehr gefährlich.

      Reread: Hat sich auch nicht viel verändert. Mir ist aufgefallen, dass sie mit ihren Prophezeiungen sehr ungenau ist. Viele ihrer Aktionen kann ich nach wie vor nicht gutheißen und ihr R'hllor-Gelaber nervt doch schon manchmal.

      Fortsetzung folgt
      "The teaching, as you call it, is simply that there isn't to be a deserted or unhappy child in the world. In the end, that's the world's only security: children are the future, you see. If there were no unhappy children, then the future would be secure." - Kelderek (Shardik, p. 585)

      Ser Erryk schrieb:

      Davos ist so derart leuchtendes Beispiel für einen guten Menschen nach Westeros-Standard, dass ich es fast für widersprüchlich halte, dass er vor Stannis der kriminellen Aktivität eines Schmugglers nachgegangen ist

      Grade das wundert mich nicht so. Davos hat von der Geburt an einen schweren Stand, wird er doch im Flohloch geboren. Im Heckenritter erfahren wir ja, dass die meisten Jungen von dort irgendwann auf der Stadtmauer enden. Schmuggler im Lied transportieren auch nicht irgendwelche Rauschgifte, die die Menschen schwer abhängig machen und ihr Leben zerstören, sondern sind eigentlich nur reine Wirtschaftsverbrecher. Sie sollen die Waren an den Mann bringen und zusehen, dass sie nicht verzollt werden. Von allen unanständigen Dingen, die Davos als Karriere hätte auswählen können, war das noch der anständigste Weg.

      Ser Erryk schrieb:

      warum sie so unbedingt Königin werden will, wo sie doch viele Dinge ihres Vaters abgelehnt hat.

      Eine Herrschaft ihrerseits, hätte aber die Dummheiten der anderen möglichen Erben verhindert. In ihren POVs hatte ich den Eindruck, dass auch sie nicht glücklich mit dem regieren geworden wäre und sie wirklich besser dieses Abenteurerleben hätte wählen sollen. Allerdings nimmt sie ihre Verantwortung gegenüber ihrem Volk war und versucht zu verhindern, dass ihr dummer Onkel den Weg ihres engstirnigen Vaters weitergeht oder ihr wahnsinniger Onkel die Eisenmänner in die Vernichtung führt.

      Ser Erryk schrieb:

      Beim ersten Lesen und Reread: Das kann ich zusammenfassen. Er ist der für mich schwächste POV-Charakter was Charakterisierung betrifft. Ich habe das Gefühl er existiert nur als POV, weil GRRM sonst niemand in Dorans Umgebung eingefallen ist.

      Aero ist für mich bisher auch ziemlich unspektakulär, wenn nicht sogar misslungen. Er hat praktisch keine eigene Identität und bringt wenig eigenen Input in die Szenerie. Man muss nur seine Beobachtungen mit denen der Lannisterbrüder vergleichen. Hotah ist neutral und versucht Wertungen zu vermeiden, während die Brüder alles bewerten und einschätzen. Dieser Wachmann ist eigentlich nur eine schwammige Grenze für einen Erzähler von außerhalb und keine Figur, die ein aktiver Teil der Handlung ist.
      Wahrscheinlich hätte Dorans Rollstuhl zu allem mehr Meinungen wie der Axtgemahl. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt. Er kann im nächsten Buch ja durchaus noch aufgebessert werden.

      SerOtral schrieb:

      Vielleicht ja im Baum des Götterhains? Ach Mist, das gab es ja leider später schon

      Der Götterhain im Roten Bergfried ist der einzige Ort, wo Varys keine Vögelchen platzieren kann und ausgerechnet der aufrichtige Ned, hätte dort einen Spion als Backup platzieren sollen?
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton
      So,von mir schon mal die ersten drei. :)
      Dieses Mal hat sich bei fast keinem der Charaktere beim Reread viel geändert....alles ist allerdings intensiver geworden,weil man die Kleinigkeiten besser wahrnimmt und verinnerlicht und die Charaktere somit besser kennenlernt und sie einem meiner Meinung nach somit näher kommen als beim ersten Lesen.

      Theon :

      Bei Theon hat sich bei mir glaube ich nicht viel verändert,außer dass sich meine Empfindungen ihm gegenüber,in beiden Phasen,sowohl beim Verabscheuen als auch beim Bemitleiden noch verstärkt haben,da ich sehr viele Kleinigkeiten nun viel intensiver erlebt habe.Ich fand Theon bereits beim ersten Lesen in seiner Zeit bevor Ramsay ihn erwischte recht unsympathisch(und ebenfalls wie Ser Erryk arrogant und egoistisch) ,sein Tritt gegen den abgetrennten Kopf des Deserteurs hat mich wirklich abgestoßen und auch alles weitere,vor allen Dingen sein Verhalten den Menschen in Winterfell gegenüber,sowie der Mord an den beiden Müllersjungen war absolut schrecklich.Die Behandlung dieser Menschen tat beim jetzt beim Lesen förmlich weh.
      Seine Versuche sein Verhalten vor sich selbst zu rechtfertigen taten ihr Übriges.(Das ist so etwas ,mit dem ich irgendwie nur recht schwer umgehen kann und was mich bei mehreren Charakteren anwidert... )
      Sein Schicksal tat mir dann natürlich absolut leid,eine solche Behandlung hat m.E. einfach niemand verdient,ganz egal ,was er zuvor getan auch.Es war wirklich schrecklich seinen physischen und psychischen Verfall mitzuerleben und es hat mich gefreut,dass er später wieder anfing zu sich selbst zu finden und den Mut fand Jeyne zu retten.Durch die Diskussionen hier,habe ich ein wenig mehr versucht Theons Verhalten in gewisser Weise nachvollziehen zu können.Auch wenn man immer noch nicht sagen kann,dass ich Theon in irgendeiner Form mag,wünsche ich ihm auf alle Fälle Erlösung und ein möglichst gutes Ende und möchte auf keinen Fall,dass er weiterhin leiden muss.


      Davos:

      Auch bei Davos haben sich meine Empfindungen durch den Reread lediglich verstärkt.Ich mochte ihn schon beim ersten Lesen sehr gerne.Er ist für mich als einziger Charakter durchgehend "instinktiv ehrenvoll",er tut das Richtige einfach aus dem Bauch heraus,und nicht weil es als ehrenvoll gilt.Das macht er m.E.,weil er eben ein guter Mensch ist und nicht um sich oder anderen etwas beweisen zu müssen.Ich denke rein menschlich gesehen,ist Davos für mich wohl der beste und selbstloseste Mensch im Lied.Er hat durchaus Fehler,steht meines Erachtens aber dazu und hinterfragt dennoch durchaus sein Handeln.Das alles macht ihn für mich umso liebenswerter.
      Ser Erryk schrieb :
      Ich bewundere seine Ehrenhaftigkeit, seine Liebe zu seiner Familie, seine Loyalität zu Stannis, die jedoch nicht aus Speichellecken besteht, sondern seinem König knallhart die Meinung ins Gesicht zu schleudern, wenn er meint Stannis gehe den falschen Weg. Seine Trauer um seine vier Söhne, die er verliert ging mir richtig nahe. Die Rettung von Edric Storm ist die in meinen Augen beste moralische Tat, die jemand im Lied begeht. Er setzt alles aufs Spiel, um einen einfachen Bastard zu retten, und das vor seinem König, zu dem er so loyal ist.

      Ich stimme dir hier in allem zu.
      Ser Erryk schrieb :
      Davos ist so derart leuchtendes Beispiel für einen guten Menschen nach Westeros-Standard, dass ich es fast für widersprüchlich halte, dass er vor Stannis der kriminellen Aktivität eines Schmugglers nachgegangen ist.

      Das finde ich eigentlich gar nicht.Davos schmuggelte,was nicht sonderlich "ehrenhaft" ist und er betrügt seine Frau,die er trotzdem sehr liebt.Das sind beides keine wirklich schönen Taten,der Mann hat eben Fehler,das haben Menschen mitunter,das macht sie für mich menschlich.Beim Schmuggeln verstößt er gegen das Gesetzt,tut aber niemandem,der es nicht verkraften könnte, persönlich weh.Seine Fehler nehmen ihm vielleicht etwas von einer Ehrenhaftigkeit,wie ein Eddard Stark oder ein Barristan Selmy sie besitzen mögen,machen ihn für mich aber keineswegs zu einem schlechteren Menschen.

      Jaime:

      Und wieder ist es so.Meine Sicht auf Jaime hat sich durch den Reread nicht verändert,sondern noch verstärkt.Ich fand die Tat an Bran und seine "Gleichgültigkeit" dessen Schicksal gegenüber schon beim ersten Lesen schlimm.Auch kann ich mich immer noch nicht mit seiner abwertenden Art anderen Menschen gegenüber,die er so manches Mal an den Tag legt anfreunden.
      Er ist eben ein Lannister und hält sich in gewisser Weise für die Krone der Schöpfung.Dennoch kann er durchaus selbstkritisch sein und ich halte seine Entwicklung für eine der bemerkenswertesten,wenn nicht für die bemerkenswerteste im Lied.Allerdings muss ich zugeben,dass ich seinen Zynismus mitunter sehr amüsant finde,viel amüsanter als den seines Bruders.
      Auch wenn es sich zu Anfang vielleicht nicht so angehört hat,mag ich Jaime sehr,sehr gerne und konnte durch den Reread seine Entwicklung nun noch um einiges intensiver erleben.Jaime ist mit Abstand mein Lieblings-Lannister und einer der Charaktere um dessen Schicksal ich wirklich bange.
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      Ser Arthur Dayne schrieb:

      Er hätte also jemanden zwei Meter neben sich ins Gebüsch stellen sollen?


      Oder das Treffen an einem anderen Ort stattfinden lassen, wo es leichter ist jemanden zu verstecken oder, oder, oder...

      Fakt ist, Eddard hat sich wie ein Vollidiot aufgeführt. Ihm hätte klar sein müssen, dass es nicht darauf ankommt was er weiß sondern was er beweisen kann. Und er hätte dafür Sorge tragen müssen, dass letzteres sichergestellt ist. Das Beste wäre es natürlich gewesen, sich gar nicht auf lange Geschichten einzulassen, sondern den Fall gleich bei Robert zu melden.

      Ser Erryk schrieb:

      Victarion


      Beim ersten Lesen fand ich ihn einfach nur nichtssagend.
      Beim Re-Read kam ich nicht umhin die erstaunlichen Parallelen zu Theon zu bemerken. Beide sind die Spielsteine anderer, beide sind nicht besonders clever und versuchen zu beweisen, dass sie harte Eisenmänner sind, zerfließen dabei aber fast vor Selbstmitleid.

      Ich habe wirklich Probleme den Vicky ernst zu nehmen.

      Asha


      Ähnlich wie du fand ich es beim ersten Lesen auch nicht so schön, wie sie mit Theon umgeht. Beim Re-Read wird dann allerdings klar, dass sie doch gute Gründe dafür hat und es auch nicht ihre Schuld ist, dass Theon sich selbst viel zu ernst nimmt und keinerlei Humor besitzt.
      Interessant fand ich die Liebe, die sie ja anscheinend doch für ihren Bruder Theon empfindet und die deutlich wird als sie versucht ihn dazu zu bewegen Winterfell aufzugeben.
      Ansonsten sticht natürlich ihre Vernunft noch positiv hervor.

      Dann als sie POV war, kam sie mir von allen Eisenmännern am vernünftigsten vor.


      Ausgenommen ihr Onkelchen der Leser vielleicht.

      Sie ist die mit Abstand vernünftigste der Eisenmänner, auch wenn ich nicht verstehe, warum sie so unbedingt Königin werden will, wo sie doch viele Dinge ihres Vaters abgelehnt hat.


      Liegt wahrscheinlich daran, dass sie hofft ihr Volk in eine bessere Zukunft führen zu können.
      Gerade ihre Bereitschaft die archaischen Traditionen der Eisenmänner in Frage zu stellen könnten ihr da zupass kommen.

      Arianne


      Schlichtweg einer der idiotischsten Charaktere. Sowohl beim ersten Lesen als auch beim Re-Read.

      Mir ist nur aufgefallen und das bei allen Martells, wie stark deren Familienbande und Zusammenhalt doch ist.


      Definitiv die Starks des Südens. Schon lustig, dass die einzigen beiden großen Adelsfamilien mit solchen „redeeming qualities“ an geographisch diametralen Positionen lokalisiert sind.

      Melisandre


      Was vor allem beim Re-Read auffällt ist, dass sie die einzige Priesterin ist, die tatsächlich aktiv in der Lage ist etwas zu bewirken, was man als Intervention ihres Gottes betrachten könnte (so man denn daran glaubt, dass die Feuermagie wirklich von R’hllor ausgeht).
      „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (Gandhi)

      Der Sinn des Lebens sollte nicht darin bestehen zu tun was wir wollen, sondern das zu tun, was vernünftig ist.
      ....und wieder kaum eine Veränderung...nur eine intensivere Wahrnehmung der Einzelheiten.


      Samwell Tarly :


      Auch hier ist es so,dass ich Sam bereits beim ersten Lesen mochte.Ich fand sehr schön,wie Jon und später auch der Rest der Gruppe um die beiden ihn unterstützt hat und er sich langsam von ihnen angenommen fühlte.Die Behandlung die Sam durch seinen Vater erfuhr,war absolut unmenschlich und grausam und es ist kein Wunder,dass es ihm an Selbstvertrauen mangelt.Sam ist jemand,der sich selbst maßlos unterschätzt,somit habe ich seine Erfolge beim Reread nun viel deutlicher wahrgenommen und konnte mich darüber freuen.
      Das Sam auch anders kann,wenn ihm etwas wirklich wichtig erscheint,konnte man z.B. auch bei den Wahlen zum LC gesehen,wo er mich wirklich überraschen konnte,das hatte ich beim ersten Lesen gar nicht wirklich wahrgenommen.Sam zählt für mich auch zu den wirklich guten Menschen im Lied, und ich mag auch an ihm,dass er keinerlei Rachegedanken gegenüber seinem Vater hegt,obwohl dieser ihm wirklich Schlimmes angetan hat.M.E. ist Tarlys Verhalten um ein Vielfaches verurteilungswürdiger als das Tywins Tyrion gegenüber.

      Brienne :


      Schon wieder muss ich sagen,dass ich Brienne schon beim ersten Lesen mochte.Beim Reread ist sie mir noch viel mehr ans Herz gewachsen.Auch Brienne halte ich für einen der rar gesäten,wirklich guten Menschen im Lied und sie ist für mich absolut liebenswert.Ihre Reise mochte ich schon beim ersten Lesen gern und sie hat mich nicht einmal gelangweilt.Ich fand es sehr schön sie dabei noch einmal zu begleiten und die vielen Kleinigkeiten neu zu entdecken und intensiver wahrnehmen zu können.Ich mag Briennes Verletzlichkeit,ihre Ehrlichkeit,Loyalität,ihren Mut und auch ihre Sturheit.
      Ihre Zusammenspiel mit Jaime habe ich auch sehr gerne gelesen und ich bin sehr gespannt,wie es mit Brienne weitergeht.Ich würde ihr so sehr wünschen einmal in ihrem Leben wirklich glücklich zu sein und sich bedingungslos angenommen zu fühlen....aber ich fürchte,das wird nicht der Fall sein.

      Cersei :

      Sorry...aber auch bei Cersei hat sich bei mir im Reread anscheinend nicht viel geändert.Cersei ist mit Sicherheit eine schreckliche und bösartige Person,die absolut unverzeiliche Dinge getan hat,von denen ich auch einige wirklich nachtrage, aber ich sehe deutlich,dass sie eben auch ziemlich krank ist.Viele Dinge die sie tut sind wirklich widerwärtig und ich hätte sie so manches Mal schütteln können,einige ihrer Handlungen kann ich aber auf gewisse Weise durchaus verstehen.Ihre Ehe mit Robert muss absolut grässlich gewesen sein und ich meine dass sie nie einen richtigen Halt im Leben hatte.In ihrer Beziehung zu Jaime war stets sie die Stärkere.Sie hat eine eigenartige und egoistische Art zu lieben,dennoch gestehe ich ihr ,für meinen Teil dieses Gefühl durchaus zu,zumindest was ihre Kinder,Jaime und auch ihren Vater betrifft.Beim Reread habe ich diesmal den zunehmenden Verlauf ihrer Krankheit noch deutlicher wahrgenommen.Den Bußgang empfand ich beide Male als absolut bedrückend,Cersei tat mir irre leid und ich hätte sie am liebsten da herausgeholt.Ich weiß,dass es wohl kein gutes Ende mit Cersei nehmen wird,man kann auch keineswegs behaupten,dass ich sie irgendwie mag...aber ein wenig ist sie mir doch ans Herz gewachsen und ich weiß jetzt schon,dass mir der Abschied von ihr irgendwie schwer fallen wird.


      Aeron :

      Beim ersten Lesen habe ich mir kaum Gedanken um ihn gemacht,allzu viel geändert hat sich da nicht.Wie für alle religiösen Fanatiker,hege ich auch für Aeron keinerlei Sympathien und ich finde ihn ziemlich abgedreht.Seine Kindheit unter Euron finde ich zwar recht bedauerlich,ansonsten ist mir er,sowie das was aus ihm wird ziemlich egal.Ohne die Diskussionen hier im Forum(vor dem Reread) wäre mir der Missbrauch durch seinen Bruder gar nicht aufgefallen....


      Victarion :


      Auch hier hat sich seit dem ersten Lesen nicht viel geändert...ich hatte diese Gefühle für Victarion schon vom ersten Lesen an...allerdings sind sie durch den Reread noch intensiver und tiefer geworden. <X
      Seine absolute Stumpfheit,seine Brutalität und vor allen Dingen die Rechtfertigung seiner stupiden Taten vor sich selbst und das rumgemimmi Euron betreffend widern mich einfach nur maßlos an.
      Ich wünsche eigentlich kaum einem Charakter etwas Schlimmes,egal was er getan hat,aber bei Victarion würde ich es absolut begrüßen,wenn er sich bei dem Versuch das Horn zu benutzen beim Bannspruch verhaspelt und von einem Drachen gefressen wird.

      Asha :

      Auch Asha mochte ich bereits beim ersten Lesen...so ziemlich als Einzige von allen Eisenleuten.Jetzt im Reread gefällt sie mir noch besser.Sie ist ja schon eine wirklich harte und zum Teil grausame Kämpferin aber sie wäre ohne ihre doch recht derbe Art,die sie vor den Männern an den Tag legt wohl niemals von diesem Pack in dieser Stellung akzeptiert worden....und ich meine sie hat einen ziemlich weichen und auf jeden Fall sehr guten Kern.
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      Ser Erryk schrieb:

      Theon

      Ser Erryk schrieb:

      Ich habe tatsächlich ewig lang die Rechtfertigungen Theons für sein dummes Handeln in Winterfell verstanden und auch so empfunden.
      Ging mir weder beim ersten noch beim zweiten oder dritten Lesen so. Theon fand ich bis zu seinem Fall absolut widerwärtig und als eine arrogante kleine Drecksau. Einzig, dass mir beim letzten Reread jetzt durchaus bewusst wurde, dass er sich wirklich nie sehr wohl in Winterfell gefühlt hat und er sich wohl immer mehr als Geisel, denn als Mündel gefühlt hat. Und ich konnte auch irgendwie nachvollziehen, dass er versucht hat seinem Vater zu gefallen... Dennoch fand ich die Taten, die daraus resultierten absolut daneben und widerwärtig.
      Beim ersten Lesen war ich durchaus geschockt, als mir klar wurde, das Reek der gebrochene, gefolterte, verstümmelte Theon ist. Er tat mir leid. Und beim zweiten Lesen fand ich das noch verstärkt.

      Ser Erryk schrieb:

      Aber Reek war dann wieder genauso wie beim ersten Lesen und sein langsames Finden der eigenen Persönlichkeit hat mich wieder fasziniert. Er kann von mir aus bald sterben in Winds, aber irgendwie will ich auch, dass er noch ein bisschen länger bleibt und anfängt seine Fehler wiedergutzumachen. Mit Jeynes Rettung hat er schon einmal gut begonnen.
      Da geht es mir ähnlich. Sein sich-selbst-wiederfinden fand ich auch durchaus faszinierend und es hat mir auch die Augen über die tatsächliche Macht Brans geöffnet...

      Ser Erryk schrieb:

      Davos


      Ser Erryk schrieb:

      Okay, wir brauchen einen Charakter, der uns über Stannis informiert. Er ist tot, nein doch nicht, er hat eine wichtige Mission, oh das war es schon für diesen Band?
      Naja, ein bisschen mehr hab ich schon in ihm gesehen. :D

      Ser Erryk schrieb:

      Wenn ich eine Lieblingsfigur im Lied habe dann wohl ihn. Ich bewundere seine Ehrenhaftigkeit, seine Liebe zu seiner Familie, seine Loyalität zu Stannis, die jedoch nicht aus Speichellecken besteht, sondern seinem König knallhart die Meinung ins Gesicht zu schleudern, wenn er meint Stannis gehe den falschen Weg.
      Das stimmt und im Reread hat sich das noch verstärkt.

      Ser Erryk schrieb:

      Jaime


      Ser Erryk schrieb:

      GRRM kann den Leser wirklich trollen, jetzt wird ausgerechnet dieser inzesttreibende, arrogante Schönling und Fast-Kindsmörder POV, ich liebe den neuen Band schon jetzt. Oh, er verliert seine Hand. Er macht sich eigentlich ganz gut. Und dann irgendwann war ich nur noch fasziniert davon, wie GRRM aus diesem Widerling einen nachdenklichen, pflichtbewussten Ritter gemacht hat, der versucht seine Eide einzuhalten, egal ob sie gegen die Interessen seiner Familie gehen.

      Reread: Ist nicht groß anders. Ich bin immer noch von seinem Wandel beeindruckt und wie GRRM das geschrieben hat. Ich hoffe doch nicht, dass er bei der Brotherhood jetzt draufgehen wird.
      Das kann ich nur so unterschreiben. Und ich finde, wie Onyx, dass Jaime den krassesten Charakterwandel im Lied durch gemacht hat. Und ich glaube nicht, dass er drauf geht. Für mich hat er noch die Aufgabe, Cersei zu killen.

      Ser Erryk schrieb:

      Samwell Tarly


      Ser Erryk schrieb:

      Reread: Er gefiel mir auch hier wieder. Sein Schicksal habe ich diesmal intensiver wahrgenommen. Was sein Vater ihm angetan hat, hat mich teilweise fassungslos gemacht und ich hatte absolutes Verständnis für ihn. Dennoch störte mich sein fehlendes Selbstvertrauen und das er sich selbst als Feigling sieht,
      Beim ersten Mal fand ich Sam lieb und süß. Beim zweiten Lesen merkte ich dann, wie er aus einem totalen Feigling zu einem eigentlich sehr mutigen Mann wurde, auch wenn ihm dieses gar nicht selbst bewusst wurde. Auf ihn treffen Neds Worte, dass man nur tapfer sein kann, wenn man Angst hat, am besten zu.
      Außerdem hat es mich beim Reread sehr überrascht, dass er sich auch zu einem manipulativen Politiker entwickelt hat. Das ist mir beim ersten mal gar nicht so aufgefallen...

      Ser Erryk schrieb:

      Brienne


      Ser Erryk schrieb:

      Reread: Jetzt habe ich auch die Untertöne wahrgenommen. Sie ist nicht einfach nur eine Kampfamazone, die 30 Männer auf einmal niedermetzelt und dabei wie ein Pavian herumschreit, sondern ist sehr unsicher besonders im Umgang mit Männern und hat Skrupel vor dem Töten, ich fand das sehr gut. Ihre Reise hat mir sehr gut gefallen, wie sie zu Jaime treu ist, sich um Podrick kümmert und nicht aufgibt nach Sansa zu suchen. Außerdem waren bei ihrer Suche soviele neue Dinge zu entdecken, die mir beim ersten Lesen entgangen waren.
      Ich mochte Brienne eigentlich von Anfang an. Allerdings fand ich ihre Reise beim ersten Mal auch ein weeeenig öde. Das wurde auch beim Reread besser, weil ich dieses Mal auch wahr genommen habe, wieviel man auf der Reise über Westeros kennenlernt.

      Ser Erryk schrieb:

      Cersei


      Ser Erryk schrieb:

      Ich fand ihre Art einfach nur schrecklich, habe zwar mit einer gewissen Faszination gelesen, aber auch mit viel Abscheu.
      Jep.

      Ser Erryk schrieb:

      Oft genug habe ich mir beim Lesen gewünscht, dass Tyrion gleich mit einer Armbrust reinstürmt und ihrem paranoiden, selbstgefälligen, egozentrischen Gedanken und Gerede ein Ende macht. Mich hat wirklich alles an ihr angewidert, selbst ihre Liebe für Tommen.
      Tyrion mit der Armbrust hätte jetzt nicht unbedingt kommen müssen, aber genervt hat sie mich immer noch. Auch wenn ich ihr in der Zwischenzeit die Liebe zu ihren Kindern durchaus abnehme, so ist es doch eine total egoistische Liebe.
      "You retreat into the walls of your civilization because you are too weak to stand before nature as part of the natural environment. Instead of living as partner to nature, man hides behind his civilization, curses and defies true life, distorts his environment to accommodate his own failings. Beware that your environment does not strike back from all your blasphemies, for that day mankind shall be snuffed out like the unnatural freak man is!"
      "Two Suns Setting", Karl Edward Wagner
      Mist... zu lang. :S

      Ser Erryk schrieb:

      Aeron

      Beim ersten Lesen: Aha, das sind also die neuen POVs. Ein Säufer der zum frommen Priester wurde. Reread: Einer dieser komischen Eisenmänner, doch ich fand ihn nicht zu schlimm. Dass er von Euron vergewaltigt worden war in jungen Jahren tat mir schon etwas Leid. Ansonsten konnte ich aber mit seinem Priestergehabe nicht wirklich etwas anfangen.
      So dolle konnte ich mit Aeron auch nichts anfangen. Der Missbrauch durch Euron brauchte auch ein bisschen,bis das zu mir durchgesickert ist und es tat mir auch leid. Aber die Auswirkungen waren bei mir eher, dass ich Euron dadurch mehr verabscheut habe, aber Aeron immer noch öde fand...

      Ser Erryk schrieb:

      Victarion

      Beim ersten Lesen: Wieder diese POV-Manipulation. Ich fand ihn cool, wie er immer wieder auf den Putz gehauen hat.
      Echt jetzt? 8|

      Ser Erryk schrieb:

      Reread: Für mich einer der unsympathischsten und vorallendingen dümmsten POV-Charaktere. Er ist sehr selbstmitleidig, obwohl er sich eigentlich als harter Mann sieht, an seinem Leid sind immer nur andere Schuld. Und seine Taten sind geprägt von ordentlich Stumpfheit.
      Vicki war dumm, ist dumm, bleibt dumm. Dieses ganze Mimimi ist ja schlimmer als das von Tyrion.

      Ser Erryk schrieb:

      Asha

      Beim ersten Lesen: Fand es gemein, wie sie Theon ärgert. Dann als sie POV war, kam sie mir von allen Eisenmännern am vernünftigsten vor.
      Ja. Genau!

      Ser Erryk schrieb:

      Reread: Sie ist die mit Abstand vernünftigste der Eisenmänner, auch wenn ich nicht verstehe, warum sie so unbedingt Königin werden will, wo sie doch viele Dinge ihres Vaters abgelehnt hat.
      Vielleicht einfach, weil sie es besser machen wollte. Und Victarion und Euron sind ja nun beide auf dem Thron eine Vollkatastrophe...

      Ser Erryk schrieb:

      Sie ist meiner Meinung nach das, was Arya hätte sein können.
      Ein guter Gedanke, da bin ich noch gar nicht drauf gekommen.

      Ser Erryk schrieb:

      Arianne
      Ich fand sie als Blick auf Dorne ganz spannend. Als Person eher nicht. Beim Reread war es etwas besser. Aber richtig gepackt hat sich mich eigentlich erst im Vorabkapitel von TWoW und da sind wir ja noch gar nicht...

      Ser Erryk schrieb:

      Areo

      Beim ersten Lesen und Reread: Das kann ich zusammenfassen. Er ist der für mich schwächste POV-Charakter was Charakterisierung betrifft. Ich habe das Gefühl er existiert nur als POV, weil GRRM sonst niemand in Dorans Umgebung eingefallen ist.
      Ich glaube, er soll gar keinen Charakter haben. Er soll einfach nur erzählen, was gerade in Dorne passiert.

      Ser Erryk schrieb:

      Arys
      Ja...weißer Ritter. Yeah... Meine Sicht auf ihn hat sich nicht weiter geändert.

      Ser Erryk schrieb:

      Quentyn

      Beim ersten Lesen: Fand seine Einführung zwar holprig, aber irgendwie war doch mein Interesse geweckt. Dass er von Daenerys abgewiesen wird und dann beim Befreien der Drachen starb, fand ich tragisch. War deshalb für mich auch der tragische Held in diesem Band.
      Nee... gar nicht. Ich wusste erst gar nicht, was der jetzt soll. Und dann war er auch schon wieder tot, als ich ihn gerade mögen wollte...

      Ser Erryk schrieb:

      Reread: Ich teile mittlerweile die Mainstream-Meinung. Seine Einführung ist katastrophal misslungen, wir treffen ihn mittendrin in seinem Abenteuer. Sein Plan zur Befreiung der Drachen ist einfach nur der bescheuertste im ganzen Lied und von Plotholes nur so übersät.
      Ich vermute wirklich mal, seine Aufgaben waren, die Drachen zu befreien und als Sonne im Osten unterzugehen. Und das hat er eigentlich nicht verdient. Wäre er schon von Anfang seiner Reise an eingeführt worden, hätte ich es wesentlich besser gefunden.

      Ser Erryk schrieb:

      Barristan

      Ser Erryk schrieb:

      Mir fiel nur auf, wie verzweifelt er versucht sich Daenerys als gute und gerechte Herrscherin schön zu reden, da seine bisherigen Könige alle Enttäuschungen waren und er noch einmal die Chance wahrnehmen will, einem guten König zu dienen.
      Hier kann ich deine Einschätzung einfach nur teilen.

      Ser Erryk schrieb:

      Jon Connington
      Den fand ich beim ersten Lesen absolut ööööde! Der hat mich gar nicht gepackt. Ich kann jetzt nicht sagen, dass er mich beim Reread gepackt hat, aber ich mag ihn doch lieber als vorher. Und nachdem ich seine tragische Liebe zu Rhaegar endlich geschnallt habe, macht auch vieles andere viel mehr Sinn, z. B. genau seine unverbrüchliche Treue zu einem Jungen, der eventuell Aegon sein könnte.

      Ser Erryk schrieb:

      Melisandre
      Beim ersten Lesen: Toll, eine Fanatikerin, die mit ihren dummen, religiösen Sprüchen einen König umgarnt hat. Dann war ich überrascht, als sie plötzlich Schattenbabys gebären konnte. Und an der Mauer gefiel mir sogar, wie sie sich um Jon Snow gekümmert hat. Ihr POV war dann wirklich überraschend, denn ich hätte nicht gedacht, dass sie Stannis wirklich für Azor Ahai hält. Ich fand sie sehr gefährlich.
      Jaa. Aber auch faszinierend.

      Ser Erryk schrieb:

      Reread: Hat sich auch nicht viel verändert. Mir ist aufgefallen, dass sie mit ihren Prophezeiungen sehr ungenau ist. Viele ihrer Aktionen kann ich nach wie vor nicht gutheißen und ihr R'hllor-Gelaber nervt doch schon manchmal.
      Bei den Prophezeihungen und dem R'hollmops-Gelaber bin ich bei dir. Aber ich halte sie nicht mehr für böse, sondern eher für fehlgeleitet. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht die Welt zu retten. Nicht mehr und nicht weniger. Ihre Taten sind verabscheuungswürdig, aber ich verstehe jetzt, warum sie so handelt...
      Ich bin gespannt, ob sie wirklich mehr ist, als sie scheint.
      "You retreat into the walls of your civilization because you are too weak to stand before nature as part of the natural environment. Instead of living as partner to nature, man hides behind his civilization, curses and defies true life, distorts his environment to accommodate his own failings. Beware that your environment does not strike back from all your blasphemies, for that day mankind shall be snuffed out like the unnatural freak man is!"
      "Two Suns Setting", Karl Edward Wagner
      Ser Erryk schrieb:
      Sie ist meiner Meinung nach das, was Arya hätte sein können.

      Esme schrieb :
      Ein guter Gedanke, da bin ich noch gar nicht drauf gekommen.

      Diesen Gedanken fand ich übrigens auch sehr interessant und auch ich könnte mir eine "gelungene Entwicklung" von Arya tatsächlich so vorstellen. :thumbup:
      Expose yourself to your deepest fear
      After that...you are free
      -Jim Morrison

      Sandhai schrieb:

      Oder das Treffen an einem anderen Ort stattfinden lassen, wo es leichter ist jemanden zu verstecken oder, oder, oder...

      Was immer man von Neds Vorgehen halten mag, Cersei war zu diesem Zeitpunkt ja nicht blöde. Sie hätte nie gestanden, wenn sie sich nicht sicher gewesen wäre, dass niemand sonst zuhört. Und nur weil jemand aus Neds Gefolge es gehört hat, beweist das ja noch gar nichts. Wäre schließlich ein Leichtes, hinterher alles abzustreiten und zu sagen, dass Ned seine Leute zwingt zu lügen.
      Wer in meinen Beiträgen nicht funktionierende Links findet, kann mich auf meiner Pinnwand darauf hinweisen.
      ________________________________________________________________________________________________________

      "We all swore oaths." - Arthur Dayne

      "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont
      Weiter gehts. Jetzt kommen die nicht POVs dran, obwohl ich mich da natürlich auf die kontroversen und hier heiß diskutieren Charaktere beschränke. Da mein alter Feind, die Zeichenbegrenzung mir wieder einmal begegnet ist, beschränke ich mich dieses Mal auf vier Charaktere. Und die Könige sind dabei.

      Robb

      Beim ersten Lesen: Ich hatte so gehofft, dass er seinen Vater rächt, ich war bitter enttäuscht, als er auf der roten Hochzeit untergeht. Sicherlich, seine Entscheidung Jeyne zu heiraten und Karstark zu töten empfand ich als sehr seltsam und ich habe gespürt, dass er auf den Twins in sein Verderben rennt, aber dieses Ende war wirklich wie ein Schlag in die Magengrube. ;(

      Reread: Ich habe natürlich die Untertöne verstärkt wahrgenommen und auf Schwächen geachtet und Gründe, warum er untergeht. Und dann fiel mir auf, dass er doch einige vermeidbare Fehler macht. Warum ausgerechnet Roose Bolton zum Kommandant seiner Zweitarmee aufstellen? Warum unbedingt Jeyne heiraten und damit alles aufs Spiel zu setzen? Warum Karstark unbedingt hinrichten und nicht einsperren? Was ich damit sagen will. Er kam mir in seiner Ehre zu verbissen zu, noch schlimmer als Ned. Und ich empfand es als krassen Fehler Edmure nicht einzuweihen und ihn dann noch runterzumachen. Sein Ende war nichts desto weniger heftig und ich hätte wirklich gern mehr von ihm gesehen.

      Sandor Clegane

      Beim ersten Lesen: Ich mochte ihn nicht, als er Mycah getötet hatte. Später war er mir ziemlich egal, genervt hat er mich als er Arya entführt. Sein Ende ging irgendwie an mir vorbei.

      Reread: Mycah bleibt verachtenswert. Ansonsten war ich natürlich stimuliert durch die "Hach-ist-Sandor-nicht-toll"-Attitüde aus dem Forum. Und ja ich fand es toll, wie er mit Sansa umgeht, sie zu beschützen versucht, ihr die Wahrheit über das Rittertum klarmacht und sein Schicksal tat mir schon Leid. Ich nahm ihn wirklich als komplexen und interessanten Charakter war. Ich konnte verstehen, warum er für soviele eine Sympathiegestalt wurde.
      Dann traf er mit Arya zusammen und vieles von dem Positiven war dahin. Ich fand es absolut daneben wie er Arya gefangennimmt und sie dann behandelt. Mich hat es entsetzt wie er mit den Fährleuten und besonders mit dem Bauern umging. Er war für mich nichts weiter als ein gewöhnlicher Brigand und Räuber in dem Moment. Sein Ende hätte ich vielleicht als trauriger empfunden, wenn er nicht diese absolut widerwärtigen und ekelhaften Worte zu Arya gesagt hätte. Das hat mich zutiefst entsetzt. Nichtdestoweniger, im eingedenk seines Verhaltens zu Sansa, den Bemühungen von onyx und Shanara, hoffe ich, dass er auf der Insel seinen Frieden gefunden hat und sein restliches Leben positiver verläuft. Der einzige Charakter bei dem mich die Sympathien von Forenusern beeinflusst haben.

      Robert

      Beim ersten Lesen: Mir gefiel seine Freundschaft mit Eddard. Da hat man wirklich gemerkt, da treffen zwei alte Freunde zusammen, die sich lange nicht gesehen haben. Das ist glaube ich auch das einzig positive an Robert gewesen. Seine Art das Reich zu regieren war einfach nur schlecht, ihm war diese Würde scheinbar völlig egal und er hat mit seiner Nachlässigkeit schließlich das Reich ins Verderben gestürzt und einen Krieg ausgelöst. Er war mir schon ziemlich unsympatisch.

      Reread: Das Bild ist eher noch negativer geworden. Sein ganzes Auftreten finde ich wirklich widerwärtig und mir sind noch einige negative Dinge mehr ins Auge gesprungen: Sein Rumhuren, wie er Cersei behandelt, sein noch immer paranoider Targaryenhass, das er nahezu alle seine Bastarde vernachlässigt.

      Joffrey

      Beim ersten Lesen: Was für ein sadistischer, wehleidiger, kleiner Misthaufen. Habe mich gefreut, als er gestorben ist.

      Reread: Nun ja, er bleibt ein sadistischer, wehleidiger, kleiner Misthaufen. Lediglich bei seinem elendigen Gifttod tat er mir ein kleines bisschen Leid, so muss nun wirklich kein 13-jähriger sterben.
      "The teaching, as you call it, is simply that there isn't to be a deserted or unhappy child in the world. In the end, that's the world's only security: children are the future, you see. If there were no unhappy children, then the future would be secure." - Kelderek (Shardik, p. 585)