Bundestagswahl 2017

      Hallo Ser Pounce,

      ob meine Wahl die richtige ist weiß ich nicht sicher, nicht zu 100%, weder bevor oder nachdem ich wähle (weil ich nicht weiß wie sich die Dinge entwickelt hätten wie es wäre wenn ich anders gewählt hätte).

      Zum Glück ist meine Wahl nicht endgültig sondern nur für 4 Jahre.

      Was konkret mache ich also? Ich bewerte das Wahlprogramm, vergleiche mit meinen persönlichen Anforderungen. Ich bewerte die letzten 4 Jahre bzw. meine Erfahrungen in Gänze mit der Partei, gehaltenen Wahlversprechen. Dann kommt sicher noch eine gute Portion Intuition und sicher auch aktuelle Stimmungslage hinzu, verbunden mit der grundsätzlichen Ausrichtung einer Partei, und auch Sympathien der Spitzenkanditen.

      Dann wähle ich nach besten Wissen und Gewissen.

      Vom Wahlprogramm der CDU habe ich schon viel gehört, aber es ist ja noch nicht in Gänze veröffentlich. Das der Spitzensteuersatz nicht angehoben werden soll, der Kinderfreibetrag dafür schon, und das Ehegattensplitting bebehalten werden soll finde ich schonmal fein. Dass darüber hinaus der Spitzensteuersatz erst bei 60K statt bei 54K greifen soll finde ich ebenfalls fein. Kann mir vorstellen dass nächste Woche hier dann sehr ausgiebig über Inhalte disktuiert wird :)
      Ich glaube, das macht sowieso am meisten Sinn. Ich verschiebe meine inhaltliche Antwort mal auf die Zeit nach der Veröffentlichung des Programms. Das ist ja wirklich nicht mehr lang, da brauch ich ja nicht unmittelbar davor gegen ein Phantom argumentieren,
      Dieser Beitrag wurde bereits 12 mal editiert, zuletzt von „Kasimir“ (Heute, 17:14)

      Kasimir schrieb:

      Ich möchte aber stark bezweifeln, dass die Kritik durch deinen ersten Post irgendwie rüberkam. "Pfeifen im Walde" bezieht sich ja eher auf inhaltsleere.

      Nein, Kasimir. "Pfeifen im Walde" bezieht sich darauf, dass vor allem seit der NRW-Wahl (im RL, aber auch online und auch hier),ausgehend von den guten Umfragewerten von Schulz zu Anfang, die "linken" Unterstützer in Richtung Wahltermin zunehmend über das blöde deutsche Wahlvolk meckern, die anscheinend zu dumm sind, die Segnungen ihrer tollen Politik zu kapieren. Analog zum Kind, das sich durch pfeifen Mut macht.

      Kasimir schrieb:

      Dass dein zweiter Post selber überheblich ist übergehe ich mal. Bin ja selber ein Freund von gewisser Polemik.

      Danke. Siehe mein zweiter Satz, der sollte eigentlich alles dazu klären.

      The Dragonknight schrieb:

      Der erste Satz liest sich tatsächlich sehr anmaßend und klingt doch sehr nach: man solle erstmal etwas "leisten" bevor man sich erdreistet seine Meinung kundzutun. Erstaunlicherweise wird "Leistung" in Deutschland dabei häufig mit dem Einkommen gleichgesetzt (s. die vielzitierten "Leistungsträger").

      Ich würde niemals Lebenserfahrung, bzw. Leistung, mit Einkommen gleichsetzen. Ansonsten ist es natürlich anmaßend, da ich euch nur nach dem beurteilen kann, was ich hier lesen kann. Außerdem gehe ich tatsächlich davon aus, das hier und da so manche Lebenserfahrung gut tun würde, auch wenn dies wieder anmaßend ist.

      The Dragonknight schrieb:

      Tatsächlich spreche ich aber X-Millionen-Wählern (nicht nur einigen Unionswählern) den Durchblick ab. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass mangelnder Durchblick der Wähler mittlerweile Voraussetzung für das System ist, in dem wir leben und zu den Grundbedingungen der modernen Demokratie gehört.
      „Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh“ - Henry Ford.

      Das ist ziemlich anti-demokratisches Geschwafel. Das Zitat eines vor 70 Jahren Verstorbenen Industriellen als Fazit über unsere Gesellschaft zu nehmen, ist ein nettes Witzlein, ansonsten ist die Aussagekraft gleich null.
      Und was wäre deiner Meinung nach die Alternative? Sollten die Menschen mit "Durchblick" Staatskomitees bilden, in denen sie in, sagen wir 5-Jahres Plänen, die Zukunft unserer Gesellschaft planen? Die Wahlen könnten wir dann natürlich abschaffen, und ab und zu mal die "Staatliche Durchblicks-Partei" (SDP) einfach bestätigen.Dann müsste sich Otto Normal auch endlich nicht mehr mit der blöden Politik auseinander setzen, da wir diktiert bekommen was Sache ist.

      Grunkins schrieb:

      Ansonsten finde ich in diesem Thread keinen einzigen Post, der auch nur annähernd sosehr wie deiner die Prädikate "anmaßend" und "überheblich" verdient.

      Anmaßend wie gesagt bestimmt. Überheblich ist subjektiv.


      Edit
      Das ich hier selten "inhaltliches" schreibe liegt daran, dass ich nicht davon ausgehe, jemanden in einem Fantasy-Forum von meiner politischen Einstellung überzeugen zu können. Außerdem habe ich nicht das Bedürfnis, andere von meinen Einstellungen zu überzeugen.
      It`s not easy to be a birdplane.

      Ich muss meine Reaktionen haben dürfen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „HappyTime“ ()

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      Die haben auch in den letzen Monaten (glücklicherweise) alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Hätte vor einem Jahr nicht gedacht, das die sich noch mal so zerschießen. Aber offenbar gibt es ab und an auch noch positive Überraschungen in der Politik.

      Tragisch ist allerdings, was da sonst so auf dem dritten Platz los ist. Das sind ja schon fast Ami-Verhältnisse, wenn es wirklich so kommt. Da bleibt die Große Koalition ja fast die einzige Möglichkeit. Höchstens schwarz-gelb-grün noch. Beides jetzt für mich nicht das Wahre...
      The living should smile, for the dead cannot.

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      Ihr seid nicht wirklich so naiv und glaubt das die Afd nur bei 8% steht? Gerade bei der derzeitigen Ächtung mit allem was die Afd anfässt geben viele was anderes an. Ich dachte, das hätten mittlerweile alle seit spätestens Trump begriffen?

      Nichtsdestotrotz es ändert sowieso nichts. Solange die CDU bei 40% steht geht alles so weiter wie bisher, da interessiert es auch nicht wer Juniorpartner wird.

      Persönliche Hoffnung von mir ist zwar das die Grünen 4,9% erhalten, aber das wird leider nicht klappen. :D
      “The storms come and go, the waves crash overhead, the big fish eat the little fish, and I keep on paddling. "
      Varys

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      Chemnitz schrieb:

      Ihr seid nicht wirklich so naiv und glaubt das die Afd nur bei 8% steht? Gerade bei der derzeitigen Ächtung mit allem was die Afd anfässt geben viele was anderes an. Ich dachte, das hätten mittlerweile alle seit spätestens Trump begriffen?

      Naja, auf Wahlprognosen sollte man nie allzu viel geben, aber es lässt sich definitiv nicht verleugnen, das sich die AFD seit Monaten im Sinkflug befindet. Durch diese ganze Petryaffäre und die Streitigkeiten in der Partei und eben auch wie schon erwähnt, durch die nicht mehr ganz so große Präsenz in den Medien, der Öffentlichkeit, etc. Weder von der Partei, noch von ihrem Kernthema, der Flüchtlingskrise.
      Ich würde mal schätzen, das es, wenn nichts drastisches mehr passiert, sich die AFD am Ende irgendwo bei um die 10% einpegelt. Die Frage ist, ob sie damit tatsächlich drittstärkste Kraft wird, was ich für weitaus bedenklicher halten würde.

      Chemnitz schrieb:

      Persönliche Hoffnung von mir ist zwar das die Grünen 4,9% erhalten, aber das wird leider nicht klappen.

      Wieso das? Würde mich ehrlich interessieren? :)
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      Chemnitz schrieb:

      Ihr seid nicht wirklich so naiv und glaubt das die Afd nur bei 8% steht? Gerade bei der derzeitigen Ächtung mit allem was die Afd anfässt geben viele was anderes an. Ich dachte, das hätten mittlerweile alle seit spätestens Trump begriffen?


      Wer Voraussagen vom US-Präsidentschaftswahlen und das Politbarometer in einen Topf wirft, hat tatsächlich recht wenig begriffen, was Wahlumfragen angeht.
      Beneath the Gold, the bitter Steel.

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      Wieso das? Würde mich ehrlich interessieren?


      Jahrelange Hassliebe. :D Auch deswegen weil ich keine Lust auf amerikanische Verhältnisse habe in Sachen: political correctness, "Genderforschung" etc habe, aber unsere Grünen sich mittlerweile das auf die Fahnen geschrieben haben.

      Wer Voraussagen vom US-Präsidentschaftswahlen und das Politbarometer in einen Topf wirft, hat tatsächlich recht wenig begriffen, was Wahlumfragen angeht.


      Wir sprechen uns nach der Wahl. :D
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      Varys

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      Was die AfD bekommt wird wohl davon abhängen, ob eines ihrer beiden Lieblingsthemen kurz vor der Wahl nach oben gespült wird. Wenn das Thema Flüchtlinge wieder hochkommt, wie es sich derzeit andeutet, dann sind auch 15% möglich.
      Wie sich die Schulz-SPD von den Medien rum scheuchen lässt, ist faszinierend. Immer das gleiche Muster: Ich lese irgendwelche Forderungen von Journalisten ("Die SPD muss die Gerechtigkeitsfrage ansprechen", "Schulz muss konkrete Konzepte liefern", "die SPD muss verhindern, dass die Flüchtlingskrise keine Rolle im Wahlkampf spielt") und ein paar Wochen später passiert genau das Geforderte, Schulz spielt Gerechtigkeits-Nikolaus, legt einen Haufen Konzepte vor, die alle an sich vernünftig klingen aber halt Niemanden hinterm Kamin hervorlocken oder er versucht das Thema Flüchtlinge (bei dem die SPD eigentlich nur verlieren kann) anzugehen. Komplett plan- und ziellos.

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      Chemnitz schrieb:



      Wer Voraussagen vom US-Präsidentschaftswahlen und das Politbarometer in einen Topf wirft, hat tatsächlich recht wenig begriffen, was Wahlumfragen angeht.


      Wir sprechen uns nach der Wahl. :D


      Jo, den Unsinn durfte ich auch schon vor den letzten drei Landtagswahlen, den französischen Präsidentschaftswahlen und den niederländischen Parlamentswahlen lesen. Nachher hat sich aber komischerweise nie jemand gemeldet.
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      Was soll denn die SPD deiner Meinung nach machen? Soll sie ehrlich sein und sagen, dass sie seit Jahren keine Politik für mehr für ihr Hauptklientel die Arbeiter macht? Da ändert auch ein kurzer Höhenflug mit Schulz nichts, das erinnert mich zu sehr an die letzte Wahl mit Steinbrück. Da wars auch so, das egal was er sagte oder machte... es so gedreht wurde das er scheiße dastand. Stand jetzt kann die SPD sogar froh sein, das sie soviel Prozente hat, ein Alleinstellungsmerkel... oder Grund für diese Partei zu existieren... sehe ich nämlich nicht mehr. Dafür ist deren Politik in der großen Koalition zu sehr von der Unionsseite beansprucht worden.
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      Ser Pounce schrieb:

      Chemnitz schrieb:



      Wer Voraussagen vom US-Präsidentschaftswahlen und das Politbarometer in einen Topf wirft, hat tatsächlich recht wenig begriffen, was Wahlumfragen angeht.


      Wir sprechen uns nach der Wahl. :D


      Jo, den Unsinn durfte ich auch schon vor den letzten drei Landtagswahlen, den französischen Präsidentschaftswahlen und den niederländischen Parlamentswahlen lesen. Nachher hat sich aber komischerweise nie jemand gemeldet.


      Also nach ner kurzen Recherche, lag nur die Schleswig-Holsteinerwahl richtig gut in Sachen Umfragen. Beim Rest hat die Afd überall am Wahlabend nochmal 2 % gewonnen. Von anderen Abweichungen mal ganz abgesehen.
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      Chemnitz schrieb:

      Was soll denn die SPD deiner Meinung nach machen? Soll sie ehrlich sein und sagen, dass sie seit Jahren keine Politik für mehr für ihr Hauptklientel die Arbeiter macht? Da ändert auch ein kurzer Höhenflug mit Schulz nichts, das erinnert mich zu sehr an die letzte Wahl mit Steinbrück. Da wars auch so, das egal was er sagte oder machte... es so gedreht wurde das er scheiße dastand. Stand jetzt kann die SPD sogar froh sein, das sie soviel Prozente hat, ein Alleinstellungsmerkel... oder Grund für diese Partei zu existieren... sehe ich nämlich nicht mehr. Dafür ist deren Politik in der großen Koalition zu sehr von der Unionsseite beansprucht worden.


      Ich sehe eigentlich nur eine Möglichkeit, sie beschreitet einen linkspopulistischen Weg nach dem Vorbild von Labour und ignoriert das mediale Rumgeplärre, bzw. nutzt es ähnlich wie die AfD sogar um sich gegen die Konsenssoße in der veröffentlichten Meinung zu stellen (was aus der Regierung zugegebenermaßen schwierig ist). Alles Andere wird die SPD nie wieder auch nur an die 30% heran heben, es sei denn die nächste Regierung baut wirklich katastrophalen Mist, was nicht zu erwarten ist. Und dann muss sie aber auch ernsthaft Opposition machen und nicht schon mal vorab wieder auf Kuschelkurs gehen.