Bundestagswahl 2017

      Blödsinn!
      "Sie waren von Schatten umgeben.
      Ein Schatten war dunkel wie Asche, mit dem schrecklichen Gesicht eines Bluthunds.
      Ein Anderer war gepanzert wie die Sonne, golden und wunderschön. Über beiden ragte ein Riese mit steinerner Rüstung auf, doch als er sein Visier öffnete, waren darin nichts als Finsternis und dickes, schwarzes Blut."

      KingKarnja schrieb:

      Wären die 21 % bei der SPD ein Rekordtief? Bei der FDP hätte ich nicht erwartet, dass die jemals aus dem Bundestag fliegen. Frage mich ob sowas in 20 Jahren einer Partei wie der SPD auch blühen kann?


      Die 21% wären tatsächlich ein Rekordtief. Das bisher schlechteste Ergebnis hatte Frank-Walter Steinmeier 2009. Das war mit 23% für die SPD schon ziemlich mies, wobei damals im Wahlkampf gefühlt noch weniger los war.
      Vor ein paar Monaten hätte ich die zweite Frage noch verneint, aber dann kam die Wahl in Frankreich mit einem bedeutungslosen Abschneiden der Soz. Partei.
      Wer ungültig wählt, belustigt bestenfalls die Zählkommission. Für vielleicht fünf Sekunden. Dann ist es wieder vergessen.

      Wer einen demokratisch zählbareren Effekt erzielen will, geht nicht wählen.

      Zum einen geht dann immer das Gejaule los, warum denn die Wählerschaft nicht einmal mehr zur Urne zu bringen ist. Und zum anderen hat der/diejenige wenigstens was für den ökologischen Fußabdruck getan durch das Nichterscheinen bei der Wahl.

      Oder man/frau überlegt sich doch das kleinste Übel und kreuzt es an. Von letzterem bin ich großer Fan. Auch wenn es mit keiner Reise ins Parlament für die angekreuzte Fraktion verbunden ist.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      ssnake schrieb:

      Wer ungültig wählt, belustigt bestenfalls die Zählkommission. Für vielleicht fünf Sekunden. Dann ist es wieder vergessen.

      Wer einen demokratisch zählbareren Effekt erzielen will, geht nicht wählen.


      Die Logik kann ich nicht nachvollziehen, zumal es in D schon einige Landtagswahlen mit erschreckend geringer Wahlbeteiligung gab. Wurde daraus irgendeine Konsequenz gezogen? Wenn 100000 Menschen auf ihren ungültigen Wahlzettel schreiben "wir wollen Sigmar Gabriel zurück", dann wäre das zumindest ein Statement. ;)
      Jahrelang wurde behauptet, dass die Randparteien schwächer werden, sobald mehr Menschen zur Wahl gehen. Im Prinzip sei also eine passive Mehrmeit zufrieden mit der Regierung und den großen Parteinen. Durch die AfD wurde in einigen Landtagswahlen indirekt bewiesen, dass das so nicht stimmt.
      Man sollte lieber zur Wahl gehen, anstatt die Deutung des Nichtwählens an irgendwelche Dritte abzugeben.
      Man sollte lieber zur Wahl gehen, anstatt die Deutung des Nichtwählens an irgendwelche Dritte abzugeben.

      Sehe ich auch so, doch nur wenn auch eine gültige Stimme abgegeben wird. Ansonsten kann man auch gleich zu Hause bleiben und verursacht weniger Arbeit.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."
      Dem kann ich mich nur anschließen. Für diejenigen, die das zählen dürfen, sind ungültige Stimmen in erster Linie ein zeitraubendes Ärgernis. Und ob ungültig oder nicht erschienen - fürs Wahlergebnis bleibts das selbe.

      Für manche mag ein quer über den Stimmzettel geschriebenes "Alles A****löcher" der Gipfel der Kreativität sein, für mich nur ein Zeichen demokratischer Unreife.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Glaubst du.
      Vielleicht wissen die meisten hier auch einfach schon lange wen und was sie wählen und müssen nicht darüber diskutieren.
      Man könnte das Thema ja auch einfach in eine andere Richtung lenken.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
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      Wären die 21 % bei der SPD ein Rekordtief? Bei der FDP hätte ich nicht erwartet, dass die jemals aus dem Bundestag fliegen.


      Es ist bedauerlich, dass sich die FDP zum Negativen entwickelte. Die Idee einer Flat Tax finde ich per se begrüßenswert. Doch stattdessen entschied sich die FDP für selektive Steuersenkungen zugunsten der Hoteliers. Dass solche Aktionen der FDP geschadet haben, ist nachvollziehbar. Ich hoffe aber, dass die FDP eine Lehre aus ihren Fehlern gezogen hat.

      Kasimir schrieb:

      Ich bin ja inzwischen so fassunglos im Bezug auf den SPD-Wahlkampf und Anhang, dass ich auch nicht mehr weiß, was ich dann am Ende wähle. Das sagt einiges aus, denke ich.

      Ich verlange Ausführungen!
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton

      Daenerys I schrieb:

      Die Idee einer Flat Tax finde ich per se begrüßenswert.

      Ich finde dieses Konzept auch sehr interessant. Ich habe nämlich noch nie wirklich verstanden, warum jemand, der mehr verdient, prozentual mehr bezahlen soll als jemand, der weniger Einkommen hat. Absolut ist die Steuerbelastung für ihn ja schon ungleich höher. Weitaus gerechter wäre dieser Entwurf also. Bei einer pauschalen Einkommenssteuer müssten natürlich einige Anpassungen im Steuersystem geschehen, damit das ganze nicht zu einem Minusgeschäft für den Staat im Vergleich zum aktuellen Modell würde und Geringverdiener nicht mehr belastet als jetzt. Ein höherer Steuerfreibetrag z.B. käme Geringverdienern zu Gute, eine Vermögenssteuer für absolute Spitzenverdiener, sowie eine konsequente Erbschaftssteuer würden wieder Milliarden in die Kassen spülen.
      Zudem träume ich noch immer von einer Finanzmarkttransaktionssteuer. Obwohl Deutschland in der EU für eine EU-weite Einführung gestimmt hat und die Steuer auch in den Koalitionsverhandlungen 2013 Thema war, ist da seitdem nichts Neues gekommen, was ich der Lobbyarbeit des Finanzsektors zuschreibe.
      Die Summen, die im Finanzsektor bewegt werden, sind nämlich so enorm, dass selbst die kolportierten 0,1 Prozent auf Aktien- und Anleihenhandel und 0,01 Prozent auf Derivatenhandel die BRD mit neuen Milliarden überschütten würde. Geld, das investiert werden könnte, und dafür auch dringend benötigt wird.
      "King Jaehaerys once told me that madness and greatness are two sides of the same coin. Every time a new Targaryen is born, he said, the gods toss the coin in the air and the world holds its breath to see how it will land." - Ser Barristan 'The Bold' Selmy

      "Not every man has it in him to be Prince Aemon the Dragonknight." -Wyman Manderly

      Ceterum censeo Kasimirem esse delendam.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „The Dragonknight“ ()

      Ich finde dieses Konzept auch sehr interessant. Ich habe nämlich noch nie wirklich verstanden, warum jemand, der mehr verdient, prozentual mehr bezahlen soll als jemand, der weniger Einkommen hat. Absolut ist die Steuerbelastung für ihn ja schon ungleich höher.


      Das ist dieses "Sozialding" in "soziale Bundesrepublik".
      Das Arbeitseinkommen soll zunächst einmal den Lebensbedarf einer Person sichern. Das "Gut Lebensbedarf" des Einen steht völlig überproportional zum "Gut Drittporsche" des Anderen, weshalb auch die Luxusbefriedigung der Vielverdiener zum Wohle der Basisversorgung Benachteiligter gekappt wird.
      Zudem wird nicht ganz zu Unrecht angenommen, dass der überproportional Verdienende von der Infrastruktur die Deutschland bereitstellt auch tendenziell überdurchschnittlich profitiert. Der Jungunternehmer hat mehr von den qualifizierten Arbeitskräften, staatlichen Förderungen und dem guten Straßen- und Bahnweg zu seinem Standort als die angestellte Friseuse. Der Bankenvorstand mehr von den kreditwürdigen Partnern und Notfinanzierungen des Staates als die Putzfrau.

      Obwohl ich persönlich reich bzw. arm an Steuer bin, würde ich ehrlichgesagt gerade die nicht hinterfragen.

      Wäre das jenes, was du von der SPD erwartest oder jenes, was die SPD in deinen Augen wirklich kanzleramtsfähig machen würde?


      Jetzt stehe ich vor dem merkelschen Dilemma. Entweder ich schreibe ganz viel oder ganz wenig dazu.
      Ich überlege es mir noch. :)
      GRRM light our fire and protect us from the dark, blah, blah, light our way and keep us toasty warm, the HBO series is full of errors, save us from the scary thing, and blah blah blah some more.

      Maegwin schrieb:

      Das Arbeitseinkommen soll zunächst einmal den Lebensbedarf einer Person sichern. Das "Gut Lebensbedarf" des Einen steht völlig überproportional zum "Gut Drittporsche" des Anderen, weshalb auch die Luxusbefriedigung der Vielverdiener zum Wohle der Basisversorgung Benachteiligter gekappt wird.
      Zudem wird nicht ganz zu Unrecht angenommen, dass der überproportional Verdienende von der Infrastruktur die Deutschland bereitstellt auch tendenziell überdurchschnittlich profitiert.

      Das ist weitestgehend unstrittig, aber ich brauche dir ja wohl nicht zu erzählen, dass jemand, der 100.000 € zu versteuerndes Jahreseinkommen hat, bei einem angenommenen Pauschalsteuersatz von bspw. 25% mit also 25.000 € Einkommensteuer absolut deutlich mehr Steuern entrichtet als jemand mit 10.000 € Jahreseinkommen (wobei dieser gemäß meinen Überlegungen aufgrund des erhöhten Grundsteuerfreibetrags ohnehin keine ESt zu zahlen hätte). Dies würde das überdurchschnittliche Profitieren ja schon abbilden.
      Luxusgüter wie den Drittporsche könnte man auch anders besteuern (Vermögenssteuer, Steuer auf Luxusgüter). Eine konsequente und knackige Erbschaftssteuer ab einem gewissen Erbschaftswert würde auch vornemlich "reiche" Menschen treffen, zudem beruht dieser Reichtum, anders als Einkommen und Lohn, nun einmal nicht auf der eigenen Leistung und Arbeit.

      Ich bin kein Steuerexperte und es gibt sicherlich andere Anliegen, die mir weitaus wichtiger sind als eine pauschale Einkommenssteuer, weswegen ich auch nichts zu ihren Kosten und Nutzen sagen kann. Die Priorität sollte darin liegen Steuerlücken zu schließen, damit Reiche auch wirklich ihre Steuern im gebotenen Umfang in Deutschland entrichten.
      Wenn man über Gerechtigkeit spricht, so bin ich aber der Meinung, dass es Gerechtigkeit auch in Steuerfragen geben sollte. Dass der Eine 15% und der Andere 45% seines Einkommens versteuern soll, das beides auf eigener Arbeit beruht, kann da wohl kaum als gerecht gelten. Bei Kapitalerträgen und Erbschaften sehe ich das wie gesagt anders. Aufgrund meiner eigenen Einkommenssituation und sonstigen Auffassungen zu sozialer Gerechtigkeit wird man mir wohl auch bei dem Interesse an der pauschalen ESt wohl kaum Eigeninteresse vorwerfen können.
      "King Jaehaerys once told me that madness and greatness are two sides of the same coin. Every time a new Targaryen is born, he said, the gods toss the coin in the air and the world holds its breath to see how it will land." - Ser Barristan 'The Bold' Selmy

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      Ceterum censeo Kasimirem esse delendam.

      The Dragonknight schrieb:


      Wenn man über Gerechtigkeit spricht, so bin ich aber der Meinung, dass es Gerechtigkeit auch in Steuerfragen geben sollte. Dass der Eine 15% und der Andere 45% seines Einkommens versteuern soll, das beides auf eigener Arbeit beruht, kann da wohl kaum als gerecht gelten. Bei Kapitalerträgen und Erbschaften sehe ich das wie gesagt anders. Aufgrund meiner eigenen Einkommenssituation und sonstigen Auffassungen zu sozialer Gerechtigkeit wird man mir wohl auch bei dem Interesse an der pauschalen ESt wohl kaum Eigeninteresse vorwerfen können.


      Erbschaftssteuer ist aber eine Steuer auf etwas, das schon versteuert wurde. Als ich Kind war mussten wir ständig sparen, sparen, damit das Haus abgezahlt wird, und danach noch ein Reihenhaus zum Vermieten, damit wir Kinder in schlechten Zeiten auch mal versorgt sind. Und was geschah? Als meine Eltern gestorben sind musste ich noch mal 10.000 € an Erbschaftssteuer zahlen...
      Und ich kann dir versichern, die wirklich Reichen haben immer irgendein Geschäftsmodell, in das sie ihr Vermögen oder ihre Erbschaft einfließen lassen können, ohne dass es besteuert wird, am Ende sind es die Normalbürger, die sich für Notzeiten was zurück gelegt haben, die da besteuert werden.
      Erbschafts- und Vermögenssteuer hat für mich etwas von "wegnehmen". Ich finde es besser zu besteuern, bevor es jemandem gehört.
      Und da wäre ich auch durchaus für eine Einkommensobergrenze. Wer braucht schon zig Millionen Euro pro Jahr?

      Thinkerbelle schrieb:

      Erbschaftssteuer ist aber eine Steuer auf etwas, das schon versteuert wurde. Als ich Kind war mussten wir ständig sparen, sparen, damit das Haus abgezahlt wird, und danach noch ein Reihenhaus zum Vermieten, damit wir Kinder in schlechten Zeiten auch mal versorgt sind. Und was geschah? Als meine Eltern gestorben sind musste ich noch mal 10.000 € an Erbschaftssteuer zahlen...

      Man könnte es auch so sehen, dass 10.000 € ein ziemlich günstiger Preis für ein Haus sind, oder nicht? Zumal dieses auch erst einmal einen gewissen Wert bzw. eine gewisse Größe haben muss damit die Erbschaftssteuer überhaupt anfällt. Der Freibetrag pro Kind bei der Erbschaftssteuer beträgt schließlich 400.000 €. Beim (Ehe-)Partner sogar 500.000 € Da hält sich mein Mitleid in Grenzen, wenn jemand darüber hinaus dann noch etwas für die Erbschaft zahlen muss. Problematisch ist eher, dass die Erbschaftssteuer ziemlich leicht umgangen werden kann. Gerade von wirklich vermögenden Leuten.
      Steuern sind übrigens oft "Doppelsteuern"; die Mehrwertsteuer oder Kapitalertragssteuer nun einmal auch.
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      Dies würde das überdurchschnittliche Profitieren ja schon abbilden.


      Das reicht eben nicht - deshalb habe ich "überproportional" geschrieben:

      Luxusgüter wie den Drittporsche könnte man auch anders besteuern.


      Sie sind doch im Vergleich zum Toyota bereits höher besteuert - absolut betrachtet. ;)

      Genau das meinte ich:
      "Absolut" ist den Sozialausgleich betrachtet gewissermaßen eine neutrale Nullnummer, die man getrost aus beiden Seiten der Gleichungen rauskürzen kann. Gemessen an deinem Beispiel muss ich zwar gegenüber dem Wenigverdiener das hundertfache an Steuer zahlen, habe aber auch hundertmal so viel Vermögen für mich. Hier findet noch keinerlei Umverteilung statt, genau die ist aber explizit gewünscht.
      Ich persönlich finde die Abschöpfung an der Quelle einfacher, als für jedes Gut gesondert festzulegen ob es nun dem gehobenen Sektor angehören soll oder nicht - bereits jetzt gibt es ja immer wieder "lustige" Beispiele dafür auf welche Artikel die Luxussteuer anfällt und welche nicht. Zudem ist ein Dagobert der zwar gut verdient und sich aber abends genüsslich in seinen Kreditkarten wälzt ja nicht grundsätzlich schützenswerter als einer der das Geld mit vollen Händen für Koks & Nutten ausgibt - etwas abgeben ohne sich allzu sehr dabei zu verbiegen könnten ja beide.

      Dass der Eine 15% und der Andere 45% seines Einkommens versteuern soll, das beides auf eigener Arbeit beruht, kann da wohl kaum als gerecht gelten. Bei Kapitalerträgen und Erbschaften sehe ich das wie gesagt anders.


      Das kommt auf deine Definition von Gerechtigkeit an:
      Der Bankvorstand, der 400.000 EUR im Monat verdient leistet ja nicht das zweihundertfache der Arbeit eines Maurers - er generiert nur unter Umständen das zweihundertfache an Kapital.
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