[Let's Read] TWOIAF "The Targaryen Kings (Die Könige aus dem Hause Targaryen)", Jaehaerys I. , Woche 14

      [Let's Read] TWOIAF "The Targaryen Kings (Die Könige aus dem Hause Targaryen)", Jaehaerys I. , Woche 14

      Bitte das Kapitel lesen.
      Augenblicke später hatten tausend Stimmen den Ruf aufgenommen. König Joffrey und König Robb und König Stannis waren vergessen, nur König Brot herrschte noch. "Brot", brüllten die Menschen, "Brot, Brot!" (DSdsL, S.188)
      Ach, der gute, alte Jaehaerys. Der beste König, den Westeros jemals sah. Ein wirklich bemerkenswerter Mann,wie ich finde, und eine Wohltat für das durch Maegor geschundene Königreich. Ohne ihn hätte die targarische Dynastie sich wohl nicht mehr lange halten können. Ein einiges Gesetz für Westeros, die Erbauung des bis heute bestehenden Straßennetzes, Kanalisationen in Königsmund und vor allem die Überwindung des großen Schismas zwischen König und Kirche.
      Und nicht zu vergessen ist seine Frau, Königin Alysanne, welche zweifellos eine der großartigsten und einflussreichsten Frauen in der Geschichte der sieben Königreiche war. Wenn man so will, könnte man sie als erste und wahrscheinlich auch einzige Feministin in der Geschichte Westeros´ bezeichnen. Und natürlich auch Septon Barth, der die wohl beeindruckenste Karriere in der Geschichte hingelegt hat, noch vor Kleinfinger und Co. Und das vorallem völlig zurecht.
      König Jaehaerys´ wichtigstes Talent war wohl eben dies, seine Fähigkeit, sich Rat von Leuten zu holen, die fähig waren, ungeachtet von Stand und Geschlecht. Alles im allem war es wohl eine sehr gute Zeit, um in Westeros zu leben.
      Alleine das Turnier der hundert Drachen im 98 AC muss ein wirklich epischer Anblick gewesen sein, quasi das Turnier der Hand in hundert mal prächtiger. Und mit Drachen. ;)
      Jaehaerys leutete ein goldenes Zeitalter in Westeros ein, welches erst durch den Drachentanz beendet wurde, welcher das Reich dafür in eine umso tiefere Krise stürzte.
      Die Frage ist nun, inwiefern schon in Jaehaerys Regierungszeit die Wurzeln für den Tanz gelegt wurden. Immerhin setzte sich Jaehaerys mit der Ernennung Baelons vor Rhaenys über das andalische Regelung der Erbfolge hinweg, wo nach eine Tochter vor einem Onkel kommt.(Wobei auch fraglich ist, ob das auch heißt, das eine Enkelin vor einem zweiten Sohn kommt.) Durch die Heirat von Rhaenyra und Laenor Velaryon, Rhaenys Erben, wurde deren Anspruch nochmal gestärkt, während Aegon nach dem Großen Rat von 101 AC Viserys´ legitimer Erbe war. Allerdings kann man mMn wohl kaum Jaehaerys eine Schuld am Drachentanz zusprechen, da diese Ereignisse noch nicht abzusehen waren. Aber paradoxerweise wäre es für das Reich wohl besser gewesen, wenn sein bester König ein paar Jahre vorher, nämlich vor 92 AC gestorben wäre...
      The living should smile, for the dead cannot.
      Geht doch. ;)
      Wenn man sich anschaut, dass nach Prinzessin Rhaenas Geburt im Jahre 23 AC unklar war, ob sie vor oder hinter Maegor stand (was Visenya mit einer Heirat zwischen den beiden lösen wollte), stellt sich generell die Frage, inwiefern die Erbfolge der Targaryens an bestehende Konventionen geknüpft war. Auch Jaehaerys' Thronbesteigung scheint ja (offenbar mit Zustimmung aller anderen Targs) über die Köpfe seiner Nichten Aerea und Rhalla geschehen zu sein (wofür es in der damaligen Situation auch gute Gründe gab). Ich denke, dass man die Möglichkeit in Betracht ziehen muss, dass es bei den Targs etwas anders lief.
      Tragisch ist allerdings etwas, dass es diese Konstellation 92 AC gewesen wäre, in welcher eine Frau hätte ausgewählt werden können, später unter gefestigten Umständen den Thron zu besteigen. Denn der legendäre Corlys Velaryon wäre sicherlich (auch innerhalb der Targaryen-Familie) als Königsgemahl akzeptiert worden. Baelon als neuer Erbe mag für den Moment wie die klügere Entscheidung ausgesehen haben, kippt dann im Nachhinein aber natürlich noch. Die richtigen Schnitzer liegen dann allerdings nachher bei Viserys.
      Wer in meinen Beiträgen nicht funktionierende Links findet, kann mich auf meiner Pinnwand darauf hinweisen.
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      Das die Targs sich nicht an die andalischen Prinzipien gehalten haben, ist ja offensichtlich. Insofern kann ich auch die Maester verstehen, die versuchten, aus dem Konzil von 101 ein allgemeingültiges Erbrecht in der Targaryendynastie für künftige Präzedenzfälle herzuleiten. Wundert mich eh, das nicht spätestens Jaehaerys in seinem Gesetzbuch ein Erbrecht festgesetzt hat. Man sollte meinen, dass dies in einer feudalen Erbmonarchie einer der wichtigsten Aspekte des Gesetzes sein sollte...

      Die Frage ist, inwiefern eine Königin von den Lords von Westeros akzeptiert worden wäre. Insofern kann ich Jaehaerys' Entscheidung schon verstehen. Er wollte wahrscheinlich die fragile und gerade erst wiedererstarkte Dynastie nicht schon wieder dadurch schwächen. Das dies dann im Endeffekt nach hinten losgegangen ist, ist schon tragisch...
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