Meinung und Kritik eines Nicht-Fans

      Meinung und Kritik eines Nicht-Fans

      Hallo ihr Lieben,

      Ich bin neu hier im Forum; der Grund meiner Anmeldung ist meine Beschäftigung mit GoT, aber auch mit ähnlichen Serien. Der Unterschied ist allerdings der, dass ich eigentlich gegenüber diesen Formaten äußerst skeptisch bin, ich bin also KEIN Fan. Jedoch bin ich weit entfernt von den „Hatern“, die einfach nur Serien beschimpfen, womöglich ohne dass sie vorher ein paar Folgen gesehen haben. Eine berechtigte Frage wird jetzt vermutlich sein: „Was macht der dann bei uns?“. Mein Anliegen ist es, mehr über diese Serien zu erfahren, und offen zu sein für alles Neue, mich dem Ganzen anzunähern. Dazu muss und möchte meine Skepsis gerne begründen, vielleicht gibt es ja eine interessante Diskussion, in deren Verlauf ich mehr erfahren kann und vielleicht auch manche Kritikpunkte über Bord werfe.

      Ich bin generell offen für alles, ich bin niemand, der sagt “Früher war alles besser”. Das war es definitiv nicht. Dennoch war ich bis jetzt immer skeptisch, wenn ich merke, dass es eine Art „Welle“ von Formaten gibt, die sich sehr ähneln. In diesem konkreten Fall war es eine Welle an Serien, die sich mit historischen Stoffen beschäftigen, fiktiv oder nach realen Ereignissen. Ein paar davon kann ich auflisten.

      Spartacus
      Versailles
      Borgia
      Marco Polo
      The Tudors
      Odysseus
      The White Queen
      Rome
      Game of Thrones
      Camelot
      Casanova

      Wenn es nun solche Wellen gibt, dann gehe ich schon einmal davon aus, dass sich Produktionsfirmen gedacht haben werden „Ah, das ist momentan beliebt, werfen wir auch schnell eine solche Serie auf den Markt“. Dass also die Intention dahinter die ist, einem Trend zu folgen und von diesem zu profitieren, und nicht, eine interessante, unterhaltsame Serie zu machen.
      So habe ich also auch Game of Thrones eingestuft. Das ist mein erster Kritikpunkt.

      Mein zweiter Kritikpunkt ist der, dass es in den meisten dieser Serien auch sehr viel nackte Haut und Sexszenen gibt, was meine These, dass es um Trends geht, noch mehr bekräftigt.
      Das ist nun ein heikles Thema, deswegen möchte ich vorher, um Missverständnissen vorzubeugen, etwas über meinen Geschmack sagen. Ich bin nicht prüde, und ich habe absolut nichts gegen nackte Haut oder Sexszenen in Serien oder Filmen. Für mich ist nur eines wichtig, nämlich, dass diese Szenen a) halbwegs geschmackvoll gefilmt werden, also nicht eindeutig voyeuristisch sind und b) dass sie sich aus der Handlung ergeben, dass sie für die Handlung und/oder die Charaktere sogar wichtig sind, diese weiterbringen, und nicht aufhalten.

      Ich habe mir in verschiedenen Serien ein paar Folgen angesehen und auch die dortigen Nackt- bzw. Sexszenen unter die Lupe genommen.
      Ich möchte mit GoT beginnen und möchte um Verzeihung bitten, dass ich die Namen der Figuren nicht kenne:

      In einer deleted scene sieht man, wie eine junge Frau eine andere junge Frau beim Diebstahl erwischt und sie erwürgt. Dabei redet die Würgerin über irgendwelche erotischen Dinge und macht auch ein entsprechendes Gesicht dazu. Wieso muss man das so inszenieren? Geht es hier darum, zu zeigen, wie eine Diebin erwürgt wird, oder darum, das Publikum zu erregen?

      In einer anderen Szene sieht man, wie die blonde junge Frau, die offenbar eine Hauptrolle spielt, von einem anderen großen, starken Mann von hinten genommen wird. Sie ist nackt, die Kamera zeigt, wie die Brüste wackeln. Auch hier hatte ich den Eindruck, dass es für die Handlung nicht notwendig war, das SO zu zeigen. Eine Andeutung, dass sie gleich genommen wird hätte m.E. genügt, ohne dass man es zeigt. Für mich ist das eine eindeutig voyeuristische Kamera.

      Es gibt aber auch zwei positive Beispiele, die ich ebenfalls nennen möchte:

      Als eine Frau zur Strafe nackt durch die Menschenmenge gehen muss, DA halte ich die Nacktheit für sinnvoll, weil sie sich aus der Handlung ergibt, weil sie nicht so wirkt, als wolle man jetzt das Publikum „aufgeilen“, und weil sie die Handlung auch nicht aufhält.

      Und auch die Szene, als eine Frau ins Feuer steigt und nackt wieder heraustritt, weil ihre Kleidung verbrannt ist. Dass die Kleidung verbrennt ist logisch, aber sie steigt NICHT ins Feuer, damit es wieder einen Vorwand für eine Nacktszene gibt, sondern weil es für die Handlung wichtig ist.


      Ganz schlimm finde ich es in der Serie „Spartacus“. Hier gibt es MASSENWEISE Sex- und Nacktszenen, in den ersten Staffeln sogar mit deutlich sichtbaren Silikonbrüsten(!), über die sich sogar die Fans beschwert haben, bis die Macher ein Einsehen hatten und auf Natürlichkeit setzten. Und hier dauern diese Szenen lange, die Kamera zeigt ausführlich und voyeuristisch, wie sich Frauen gegenseitig streicheln und küssen, ohne dass es für die Handlung irgendeine Relevanz hätte. Für mich war das im Grunde ein Softporno mit ein bisschen mehr Handlung. Der Grund, warum ich eine solche Serie schaue, ist doch der, dass ich NICHT einfach nur nackte Haut und Sex sehen möchte, sondern dass, wenn sowas vorkommt, es gut in die Handlung eingewoben wird und Sinn ergibt – keinesfalls sollten diese Szenen wie Fremdkörper wirken.

      Und auch in anderen Serien wie „Rom“ gibt es explizite Nacktszenen, Sexszenen die genau gefilmt werden.

      In der zweiten Staffel von „Die Tudors“, Episode 6, ist eine Szene, in der eine Frau in der Hochzeitsnacht von ihrem homosexuellen Mann vergewaltigt wird. Hier hat man es vermieden, unnötig nackte Haut zu zeigen, und DASS man die ganze Vergewaltigung zeigt hat hier auch Sinn gemacht, weil es hier v. a. um das Verhalten der beiden Charaktere ging, um die Spannung. Ärgerlich war für mich hier aber, dass die Szene aus verschiedenen Perspektiven gezeigt hat, damit man auch alles genau sieht. Wieder voyeuristisch. Und in der selben Folge gab es eine Sequenz, wo 4 oder 5 halbnackte Frauen den König und sich gegenseitig gestreichelt und geküsst haben – wozu?

      Ich fühle mich dadurch auch als Zuschauer beleidigt. Ich bin Anfang 30, habe aber das Gefühl, diese Szenen sind eher für Pubertierende gedacht, die so etwas noch aufregend finden. Da habe ich das Gefühl, dass die Macher meinen, dass mich als erwachsenen Mann solche Szenen, wie man sie in jeder Telefonsexwerbung zu sehen bekommt, beeindrucken.

      Ein positives Beispiel ist für mich die BBC Miniserie „Tipping the Velvet“. Die spielt im viktorianischen England, ist also ebenfalls „historischer Stoff“, und es geht um eine lesbische Frau auf der Suche nach der Richtigen. Anfangs dachte ich „Auweh, sicher wieder so was wie ´The L Word´“, wurde aber eines Besseren belehrt. Es gab zwar nackte Haut und Sex, dieser war aber IMMER geschmackvoll gefilmt, man hat jedesmal gemerkt, dass es nicht darum geht, nackte Haut zu zeigen, sondern wie die unterschiedlichen Charaktere interagieren. Die nackte Haut wurde nicht in den Fokus gerückt, die war quasi nur „nebenbei“ zu sehen.

      Die Kameraarbeit hat mir auch gut gefallen: als die Hauptfigur am Ende eine Frau trifft, die die richtige sein könnte, und sie zum ersten Mal küsst, zeigt die Kamera diesen Kuss in einer sehr nahen Großaufnahme. Dies jedoch NICHT, damit man was zum gaffen hat, sondern aus dramaturgischen Gründen – damit zeigt die Kamera, dass diese Frau jetzt die Richtige sein wird, denn die Küsse davor mit anderen Frauen wurden aus einiger Entfernung aufgenommen.

      Außerdem, und damit bin ich schon beim letzten Punkt, war diese Miniserie mit auflockerndem Humor durchsetzt, auch in den erotischen Szenen, etwa durch ungewöhnliche Kamerawinkel, oder durch die Figuren selbst, die auch mal gelacht oder gescherzt haben, ohne dass das Ganze in eine Blödelei ausartet; es gab immer noch viel Gefühl darin. Der Film und auch diese Szenen haben sich nicht ganz so ernst genommen, das ist auch etwas, was ich an britischen Serien oft mag, ihren Umgang mit Erotik und die Lockerheit, das leichte Augenzwinkern.
      Und das geht mir bei den amerikanischen Serien meist ab. Da denke ich, dass solche Szenen sich speziell in den expliziteren Szenen viel zu ernst nehmen, und oft unnötig bombastisch daherkommen, oft mit dicker Streichermusik im Hintergrund, die das Geschehen eigentlich nur verdoppeln und – anders als etwa Mozart oder Wagner dies meisterhaft getan haben – nicht etwas über die Figuren, deren Gefühle und Gedanken verrät.


      Wie schon eingangs erwähnt sind meine Kritikpunkte keine fixe Meinung von mir, die unumstößlich ist. Ich war als Opernliebhaber schon oft bestimmten Opern gegenüber äußerst skeptisch, bis mir die Diskussion darüber gezeigt hat, wo ich vielleicht falsch lag, wo ich zu kritisch war, wo meine Kritik vielleicht auch berechtigt, aber zu hart war.
      Ich hoffe, dass ich niemandem mit meiner Kritik vor den Kopf gestoßen habe, und würde mich über eine interessante Diskussion sehr freuen,

      Euer Cherubino
      Willkommen im Forum :)

      Bei Game of Thrones gilt es zunächst zu beachten, dass es sich um die Verfilmung der Romanreihe "Das Lied von Eis und Feuer" des Autors George Martin handelt, zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Ab Staffel 4 weichen Buch- und Serienhandlung immer stärker ab, da Martin die Reihe immer noch nicht abgeschlossen hat.
      George Martin hat in seinen Büchern eine mittelalterliche Welt mit eigener Historie geschaffen, die sich stark an der englischen Geschichte orientiert. Dieses Mittelalter sollte dabei auch eine gewisse Rauheit haben. Sex kommt also auch regelmäßig in der Vorlage vor, sowohl einvernehmlich als auch durch Gewalt erzwungen. Die Serie von HBO streut natürlich noch zusätzliche Szenen ein und GoT hat den Begriff der Sexpossition (Sex + Exposition) geprägt, also eine Szene in der Charaktere Sex haben und dem Zuschauer etwas über Handlung und Charaktere mitteilen. Um die Notwendigkeit einer Sex-Szene besser einordnen zu können, könnte es dir helfen die Bücher zu lesen.

      Ich für meinen Teil empfand die meisten Szenen, die in Petyr Baelishs Bordell (dem Bordellbetreiber/Königsrattyp mit Schnautzbart) gespielt haben, als etwas merkwürdig. Nachdem ich die Bücher, in denen es diese Szenen schlicht nicht gibt, gelesen und von der Geschichte um die Sexposition gehört habe, war mir auf einmal klar warum.

      Cherubino schrieb:

      In einer anderen Szene sieht man, wie die blonde junge Frau, die offenbar eine Hauptrolle spielt, von einem anderen großen, starken Mann von hinten genommen wird. Sie ist nackt, die Kamera zeigt, wie die Brüste wackeln. Auch hier hatte ich den Eindruck, dass es für die Handlung nicht notwendig war, das SO zu zeigen.

      Bei der Szene sind die Hintergründe der Charaktere durchaus wichtig, um das Geschehene verstehen zu können. Bei der Frau handelt es sich um Daenerys Targaryen, im Exil lebende Tochter des früheren Königs von Westeros. Ihr älterer Bruder Viserys hat sie in eine Ehe mit Khal Drogo verhandelt, einem mächtigen Herrscher des Reitervolks der Dothraki (Khal ist auch nur ein Titel. Khalessi ist die weibliche Form, aber viele Zuschauer denken Daenerys heißt eigentlich so). Viserys erhofft sich aus dieser Eheschließung Zugriff auf Drogos Krieger zu bekommen, um "seinen" Thron wieder einfordern zu können.
      Die Dothraki haben eine extrem ausgeprägte Kriegerkultur. Für sie zählt nur Stärke, sie rauben, plündern und vergewaltigen. In dieses Setting kommt Daenerys als junges verängstigtes Mädchen und wird so von Drogo in ihrer Hochzeitsnacht nicht freiwillig von hinten genommen wird. Im Verlauf der Geschichte beginnt Daenerys aber immer besser das Leben der Dothraki zu verstehen und emanzipiert sich langsam. In einer späteren Sexszene will Drogo sie wieder wie üblich besteigen, doch sie ergreift die Initiative und sitzt am Ende oben. Ihre Szenen zeugen also durchaus von einer charakterlichen Entwicklung.

      Cherubino schrieb:

      Als eine Frau zur Strafe nackt durch die Menschenmenge gehen muss, DA halte ich die Nacktheit für sinnvoll, weil sie sich aus der Handlung ergibt, weil sie nicht so wirkt, als wolle man jetzt das Publikum „aufgeilen“, und weil sie die Handlung auch nicht aufhält.

      In dieser Szene wird Königin Cersei für ihre Freizügigkeit vom Glauben bestraft. Ich denke auch, die einzigen Menschen die hier etwas voyeuristisches an den Tag legen können, befinden sich tatsächlich nur im Mob, der unbedingt mal eine nackte Königin sehen möchte. Eine ziemlich intensive, weil auch für die stolze Cersei so demütigende Szene.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton
      Auch von mir herzlich Willkommen.
      Wenn Du keine voyeuristischen Sexszenen mehr sehen willst, machst Du am besten den Fernseher aus und gehst nicht mehr ins Kino. :D Bei vielen Serien und Filmen gilt nun mal die Devise "Sex sells". Insbesondere HBO ist dafür ja bekannt.
      Ich muss ehrlich sagen, die Sex-Szenen haben mich in der Serien nicht sooo doll gestört, mich stört eigentlich mehr, dass sich die Serie so massiv vom Buch entfernt hat und so viele wichtige Charaktere weggelassen wurden. In diesem Zusammenhang stören mich dann wieder die Sexszenen, die einen Charakter anders einführen oder darstellen als im Buch, z. B. wenn Prinz Oberyn als Dornischer Prinz mit einer Bordellszene eingeführt statt vor der Stadt von einer - kleinen und auch inadäquaten - Delegation abgeholt wird oder Melisandre vor Jon Snow die Hüllen fallen lässt. Da habe ich bei exszenen auch den Eindruck, es geht nur um den Effekt, und das nervt mich.
      Hast Du eigentlich vor, die Bücher zu lesen? Ich fände es spannend, wie Du dann die Unterschieden erlebst und einschätzt.
      Tolle Erklärung, Brightroar! :)
      Und Herzlich Willkommen im Forum, Cherubino!
      Ich füge für meinen Teil an, dass Sex eben durch die Mittelalterliche Gesellschaft notwendig ist. Der ganze Ausgangskonflikt von Das Lied von Eis und Feuer und Game of Thrones baut auf sexuell behafteten Themen wie Ehe, Erbrecht, Legitimität und damit auch auf wenig behandelten Themen eben wie Prostitution Inzest, Polygamie und Vergewaltigung hin. Daher lässt sich dies in der Serie nicht umgehen.

      Der Konflikt um die Herrschaft der Sieben Königslande, der Krieg der Fünf Könige, ist eben ein Erbfolgekrieg. Die Kinder des zu Anfang herrschenden Königs sind illegitim durch Inzest entstanden, weswegen andere deren Herrschaft anzweifeln und es zum Krieg kommt. Der Autor George R. R. Martin wiederholt dieses Thema in anderen Kriegen und Konflikten immer wieder. Da sind der Drachentanz, ein Erbfolge- und Bürgerkrieg zwischen zwei Halbgeschwistern, ihren Verbündeten und Drachen. Und die Schwarzfeuer-Rellionen, in der es ebenso um Erbfolge geht, in dem ein Bastard quasi dem legitimen Erben vorgezogen wurde.

      Ich für meinen Teil stimme dir zu, Game of Thrones ist teilweise doch oft voyeuristisch und sexistisch, vor allem was die Serienmacher angeht. Das Thema Sexposition ist aber ein recht schwieriges Thema meiner Meinung nach.

      Bei manchen Charakteren kommt man nicht umhin, dies darstellen zu müssen, weil dadurch eine Facetten der Buchvorlage eben eingefangen werden müssen. Brightroar hat das durch das Beispiel mit Daenerys recht gut erklärt. Für mich kommt z.B. die Szene mit Tyrion Lennister, dem Kleinwüchsigem, in der ersten Folge im Bordell bei Winterfell dort in Betracht. Hier hat man eben eines von Tyrions Charakterzügen bzw. Problematiken - das der Hurerei - einführen müssen, auch wenn die Szene erstmal etwas gewöhnungsbedürftig wirken mag.

      Brigthroar schrieb:

      Ich für meinen Teil empfand die meisten Szenen, die in Petyr Baelishs Bordell (dem Bordellbetreiber/Königsrattyp mit Schnautzbart) gespielt haben, als etwas merkwürdig. Nachdem ich die Bücher, in denen es diese Szenen schlicht nicht gibt, gelesen und von der Geschichte um die Sexposition gehört habe, war mir auf einmal klar warum.

      Ich muss hier aber widersprechen, nämlich gab es die Szene durch aus nicht so direkt. Aber mir kommen immer die Szenen von Tyrions Kapiteln mit Shae, seiner Hure, in A Clash of Kings (dem zweiten Roman auf dem die zweite Staffel beruht), beeinflusst vor. Die Thematik sich desillusionieren und einlullen zu lassen wie es Tyrion bei Shae macht, wurde hier zusätzlich oder gerade extra in Petyr Baelishs Szenen eingeführt. Das Problem ist, dass die Szenen in den Büchern auch für mich merkwürdig wirken, aber gerade deswegen gewinnen sie auch an Mehrwert. Nämlich wird Sex hier im Kontext durchaus auch negativ dargestellt, weil dieses Problem später selbst auf Tyrion zurückkommt. Während man in der Bordellszene eher wirklich Voyeurismus unterstellen kann.

      Das die Produzenten auch dies weiterführen, sieht man sehr gut an Oberyn Martell (ein recht spanisch wirkender Typ, Prinz von Dorne, Kommt in der 4. Staffel nach Königsmund um seine Schwester zu rächen) und den Dornischen. Oberyn lässt man quasi in dem besagten Bordell wohnen und reduziert ihn und seine Mätresse auf seine Bisexualität. Selbiges gilt auch für die Dornischen, die aufs "vögeln und kämpfen" reduziert werden.

      Die Darstellung von Vergewaltigungen, auch eben ein schwieriges Thema, wurde auch behandelt und löste Aufschreie aus.
      Eigentlich ist es auch gut dies anzusprechen, denn viele Frauen wurden zu der Zeit als Eigentum des Ehemanns betrachtet, so dass Frauen keine Möglichkeit hatten sich dementsprechend zu wehren, dies änderte sich ja erst im 20. Jahrhundert.
      Das Problem war, dass eine der Hauptcharaktere eben aus ihrer eigentlichen Story entfernt wurde, anstatt eines Nebencharakters im Buch.

      Wenn du dich mehr dem Thema Ehe, Sexualität, Geschlechterrollen, Sex, Vergewaltigung in Das Lied von Eis und Feuer sowie Game of Thrones beschäftigen möchtest, kann ich dir wärmstens die Videoreihen von The Dragon Demands empfehlen. Dieser setzt sich fundiert und kritisch damit auseinander (allerdings nur in englischer Sprache): Youtube-Kanal von The Dragon Demands
      "For the night is dark and full of plot holes"

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Aki-chan“ ()

      Cherubino schrieb:

      Ich habe mir in verschiedenen Serien ein paar Folgen angesehen und auch die dortigen Nackt- bzw. Sexszenen unter die Lupe genommen.

      Ich kann nicht ganz nachvollziehen,warum man sich aus verschiedenen Serien und unterschiedlichen Staffeln Szenen,insbesondere Sexszenen anschaut,ohne Handlung,Hintergründe,Charaktere und Zusammenhänge zu kennen.
      Expose yourself to your deepest fear
      After that...you are free
      -Jim Morrison

      onyx schrieb:

      Cherubino schrieb:

      Ich habe mir in verschiedenen Serien ein paar Folgen angesehen und auch die dortigen Nackt- bzw. Sexszenen unter die Lupe genommen.

      Ich kann nicht ganz nachvollziehen,warum man sich aus verschiedenen Serien und unterschiedlichen Staffeln Szenen,insbesondere Sexszenen anschaut,ohne Handlung,Hintergründe,Charaktere und Zusammenhänge zu kennen.


      Habe ich mir auch gedacht.
      Dafür, dass ihm Sexszenen nicht so wichtig sind, hat er sich ja sehr eingehend damit beschäftigt.
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.

      Narannia schrieb:

      onyx schrieb:

      Cherubino schrieb:

      Ich habe mir in verschiedenen Serien ein paar Folgen angesehen und auch die dortigen Nackt- bzw. Sexszenen unter die Lupe genommen.

      Ich kann nicht ganz nachvollziehen,warum man sich aus verschiedenen Serien und unterschiedlichen Staffeln Szenen,insbesondere Sexszenen anschaut,ohne Handlung,Hintergründe,Charaktere und Zusammenhänge zu kennen.


      Habe ich mir auch gedacht.
      Dafür, dass ihm Sexszenen nicht so wichtig sind, hat er sich ja sehr eingehend damit beschäftigt.


      geht mir gleich. Vor allem, da es abseits von Sex durchaus andere Handlung gibt. aber sich nur die Sexszenen rauspicken und auf die Figuren nicht einlassen wollen empfinde ich sehr komisch
      "Laws should be made of iron, not of pudding." Stannis Baratheon


      "Wer mich beleidigen kann, bestimme ich noch selbst" Christian Kern

      crannogwoman schrieb:


      geht mir gleich. Vor allem, da es abseits von Sex durchaus andere Handlung gibt. aber sich nur die Sexszenen rauspicken und auf die Figuren nicht einlassen wollen empfinde ich sehr komisch


      Mir gehts auch so und ich fühle mich auch ein bisschen verschaukelt, weil ich nicht glaube, dass er Dany zwar als Hauptfigur identifiziert, aber dann in der Feuerszene nicht wiedererkennt.
      Und wer wird denn unter erotischen Flüstereien erwürgt?
      Zu Deiner Meinung zu Irri, Jhiqui und Doreah fällt mir nur ein Satz ein:

      Das ist bekannt! :P

      Ha, sehr gut.

      Und stimmt, daran kann man erkennen, dass das Vorgehen von @Cherubino eher subotimal ist. Auch wenn ich deine Intention dahinter gut nachvollziehen kann. Die Art und Weise wie Sexualität in Medien dargestellt wird ist auf jeden Fall ein interessantes Thema, erst recht wenn es einen eindeutigen Trend gibt wie in den meisten der genannten Serien. Und du schreibst ja auch, dass du dir Folgen angeschaut hast. ALso nicht bloß die Sexszenen, auch wenn du hier einen sehr großen Fokus in deinem Beitrag drauf legst, so dass es zumindest den Anschein erwecken könnte. Aber es ist auf verschiedene Arten ungünstig, dabei so vorzugehen sich ein paar einzelne verprengte Folgen anzuschauen. Und versprengt waren sie ja, immerhin zitierst du Szenen aus der ersten Staffel, gelöschte Szenen aus der zweiten und dann wieder eine Szene aus der sechsten Staffel. Es gibt Serien, die sind episodenhaft und da kann man ohne größere Probleme so vorgehen. Die meisten der von dir aufgezählten Serien die ich kenne, gehören aber eindeutig nicht dazu. Erst recht nicht Game of Thrones. Da wird in bisher etwa 60 Stunden eine große zusammenhängende Geschichte erzählt. Es ist schlicht nicht möglich, sich ein paar einzelne Folgen anzuschauen und dann Szenen sinnvoll beurteilen zu können, weil eben der gesamte Kontext fehlt. Das wäre, als würde man in einer großen Romanreihe rumblättern und immer mal wieder ein paar Seiten lesen. Es ist schlicht extrem ineffizent im Bezug auf deine Fragestellung.
      Und in Game of Thrones greift das nochmal besonders stark. Hier gibt es nämlich eine Vielzahl an Charakteren, die sich die Folge teilen müssen und deren Handlungen zum Großteil unabhängig voneinander laufen. Wie diese miteinander zusammenhängen und Einfluss aufeinander haben, kann man nur wissen, wenn man die Serie als ganzes kennt, oder zumindest einen größeren zusammenhängenden Teil von ihr.
      Die deleted scene, die du angesprochen hast, finde ich aus vielerlei Hinsicht sehr problematisch. Aber sie zeigt etwas völlig anderes, als von dir angenommen, ebenso wie andere vo dir beschriebenen Szenen. Wenn du wirklich einen Überblick erhalten möchtest, würde ich dir einfach empfehlen die ersten paar Folgen der ersten Staffel zu schauen. Dann fehlt dir kein Kontext, du verstehst die Handlung und kannst sie beurteilen. Nacktszenen gibt es da auch schon und, wie ich finde am wichtigsten, nimmst du dir nicht die Möglichkeit vielleicht Spaß an einer der Serien zu haben. Denn auf die Art, wie du sie schaust, ist das meiner Ansicht nach nicht möglich. Zum Beispiel Rome ist wirklich ein super Serie, insbersondere die erste Staffel. Und je nachdem, was für Ansprüche man an die Serie hat, kann man sicher auch mit Game of Thrones sehr viel Spaß haben. Haben ja Millionen Menschen, auch wenn ich nicht mehr dazu gehöre.
      Dieser Beitrag wurde bereits 12 mal editiert, zuletzt von „Kasimir“ (Heute, 17:14)

      Kasimir schrieb:

      Da er von einer deleted scene spricht, wird es wohl das hier sein:


      Waaaaaas? Diese Szene kannte ich ja noch gar nicht und ich war vorher schon stinksauer über diese ganze "Doreah-Geschichte"! Gut, dass sie das nicht auch noch mit reingenommen haben!
      Bei mir kommt es gerade wieder richtig hoch!
      Und wo wir gerade dabei sind: Welche Jhiqui überhaupt?
      >Angst schneidet tiefer als ein Schwert<
      Die tauchte doch mal in einer Folge ganz kurz auf. Die Schauspielerin war aber nicht so hübsch wie die anderen, in meiner ganzen Böswilligkeit unterstelle ich deswegen mal, das sie deswegen rausgeschrieben wurde. Oder weil sie nur ganz kurz vorkam, hat man kein Model gecastet. Oder aber nichts davon und in Wahrheit bin ich der Sexist. Wir werden es nie erfahren.

      Dass das rausgeschnitten würde schiebe ich übrigens darauf, dass man für die Szene noch die Drachen animiert hätte müssen. Dass sie inhaltlich eine ziemlich Frechheit ist, ist wohl nicht der Grund, immerhin ist der ganze Kram ja trotzdem passiert, nur eben ungesehen.
      Dieser Beitrag wurde bereits 12 mal editiert, zuletzt von „Kasimir“ (Heute, 17:14)

      Kasimir schrieb:

      Die tauchte doch mal in einer Folge ganz kurz auf.


      Das ist mir bewusst. Zählt für mich aber nicht wirklich. Da sie aber in den Büchern auch eher wenig vorkommt, kann ich es nachvollziehen, dass die Rolle nicht weiter einbezogen wurde.
      Was mit den anderen beiden veranstaltet wurde, finde ich allerdings unzumutbar.
      Ich habe die beiden in den Büchern einfach lieb gewonnen.
      >Angst schneidet tiefer als ein Schwert<
      David und Dan haben ja behauptet, sie hätten die vielen Sexszenen eingebaut, um das Animalische Verhalten der Menschen in der mittelalter-ähnlichen Welt zu demonstrieren. Allerdings kann, glaube ich, keiner bestreiten, dass die beiden Autoren sex- und gewaltgeile Böcke sind und deshalb (meiner Meinung nach) zu viele Sexszenen in den ersten Staffeln eingebaut haben. Selbstverständlich hat das Ganze auch mit der Popularität der Show zu tun. Leider (!) würde man viele Menschen mit der komplexen und spannenden Story der Serie nicht beeindrucken können, da muss schon ein gewisses Maß an Softporno her. Je kultiger die Show allerdings wurde, desto weniger Nackt- und Sexszenen gab es auch zu sehen. Emilia Clarke repräsentiert das ganz gut: Zunächst zeigte sie ihre Brüste in fast jeder Episode, verkündete dann aber ab Staffel 3, dass sie das nicht mehr möchte und zu dem Zeitpunkt war die Show schon so populär, dass sie sich das erlauben konnte.

      Fazit: Es werden nicht mehr viele Sex-/Nacktszenen in Game of Thrones kommen, nur einige, da die Autoren besondere Bedürfnisse haben (z.B. die Szene mit Asha in Volantis)
      Das stimmt Neil Marshall haben sie (vermutlich waren es wirklich Dan & Dave) bei "Schwarzwasser" sogar gedrängt, mit der Kamera eben voll drauf zu gehen:
      It was pretty surreal. I’d not done anything like that in my films before. But the weirdest part was when you have one of the exec producers leaning over your shoulder, going, “You can go full frontal, you know. This is television, you can do whatever you want! And do it! I urge you to do it.” So I was like, “Okay, well, if you— you’re the boss.”

      - Quelle: winteriscoming.net/2012/06/01/…-and-creating-the-battle/

      In Schwarzwasser hat es mir aber komischerweise nichts ausgemacht, vielleicht ist das eben auch Marshalls Regisseur und Kameraarbeit zu verdanken.
      Sie sind doch schon voyeuristisch. Gerade einige Szenen hätten gekürzt werden können, oder hätte man anders Schreiben können. Andererseits kannst du eben nicht alle Sexszenen auslassen, wenn ein Charakter durch Sexualität definiert werden muss, der dass auch im Buch macht (z.B. Theon, Tyrions Hurerei, Roberts Sauferei und Hurerei, das Chatayas was eben zu Petyr Baelishs Bordell wurde etc.) - dann muss man natürlich zeigen oder zumindest andeuten. Der Grat zwischen zu viel und zu wenig ist immer ein äußerst kleiner.

      Ich muss Abelrocks aber auch recht geben, dass die erste Staffel zwar am buchgetreusten Verfilmt ist, aber sie wirkt durch viele Sexszenen man muss hier vor allem "Der Wolf und der Löwe" und "Gewinn oder stirb" nehmen, und durch den Stil auch durchaus cheesy, gerade wenn man sich in Königsmund und Essos aufhält (vermutlich noch nicht den richtigen Filter für Außenaufnahmen gefunden?).
      Wann hat Dany aber dauernd Brüste zeigen müssen? Ich kann mich z.B. gerade an 4 Folgen aus 10 Episoden der ersten Staffel erinnern. Nur eine davon war eigentlich nicht unbedingt notwendig. Die anderen drei schon.

      Und wenn wir schon bei Dany sind; Die Produktion oder besser Michelle Clapton haben sich entschlossen z.B. die Qartheener Mode (die ständig eine Brust entblößt) auch weg zulassen, da man sich hier nicht auf den Charakter fokussieren würde. Im Roman ist das aber eine andere Sache, da kann ich z.B. schnell mal ausblenden, dass Dany mit entblößter Brust auf Xaro trifft etc.
      thefandomentals.com/game-of-th…permeates-costume-design/

      Ich habe schon einen Essais gelesen, wie manche Fans sich darüber aufregen, dass wenn man eine Brust zeigt dies dann plötzlich als normal angenommen würde und Nacktheit (wohl ähnlich wie beim FKK-Kult und beim griechischen Schönheitsideal) als Selbstverständlichkeit angenommen wird. Wenn man sich FKK allgemein ansieht kann das durchaus normal werden. Deswegen ist Spartacus wohl auch ebenso verfilmt worden, weil es eben auch eine gewisse Körperbewusstheit gab.

      Schlimm finde ich allerdings den Torture-Porn, wie oben in der deleted scene gezeigt und wie es bei Theon gemacht wurde. Allerdings hatten die Showrunner auch einen Grund, die wollte Alfie Allens "Schauspielerische Künste" bzw. sein schmerzverzerrtes Gesicht nur zur Schau stellen. Sie dir mal an wie viel man ab Staffel 3 auf Alfie Allens Gesicht hält (da ist ein Muster dahinter), während der psychisch und physisch am Ende ist. Das ganze setzt sich bis in 6.07 (die Szene mit Asha fort, wo er quasi immer noch nicht damit fertig ist sein Trauma zu überwinden) fort. Deswegen dachte man sich, ach filmen wir mal noch mehr Szenen ab wie Alfie gebrochen wird, weil man dies für Schauspielerisches Talent hielt. Spannender wäre es aber wirklich durchaus wie im Roman rückblickend oder durch Andeutungen Ramsays oder von Roose zu erfahren, wenn man nicht so viel sieht, da gibt es mind. 1-2 Szenen in der 3. Staffel zuviel.
      Stattdessen gibt man Sansa z.B. eine Kyra-Szene in Staffel 6.

      Oder wenn Charaktere recastet und für den Plot aufgealtert werden, damit man ihnen Sexszenen andichten kann. So ein Unfug.

      Es ist schon schade, dass sie Staffel 1-4 durchaus mit Sexszenen etwas herrunterspielen, lustigerweise ihr eigenes geschreibsel ab Staffel 5 und 6 kaum Sinn macht, kaum noch Sexszenen oder seltener einbauen.
      "For the night is dark and full of plot holes"

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Aki-chan“ ()

      Kyra wird zumindest in Staffel 5 erwähnt.
      Die Flucht über den gefroren Fluss von Theon und Sansa und die Flucht vor Ramsays Hunden basiert aber auf einer Erinnerung an Kyra (als sie versuchen aus Graustein über den Tränenwasser zu entkommen) aus Theons Sicht aus Der Sohn des Greifen (ADWD)

      Myranda mag ich auch nicht wirklich.
      "For the night is dark and full of plot holes"