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Wir erziehen Täter

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      Wir erziehen Täter

      Hallo zusammen,
      in der Welt, in der wir leben wird immer grauenvoller. An was liegt es denn wirklicht? Ich vermute, dass es an den ganzen Filmen und Videospielen liegt, die unsere Kinder jeden Tag anschauen und spielen. Die meisten sind auch davon süchtig geworden. Die Eltern denken, dass es besser sei, das die Kinder vor ihren Augen sind, aber somit schanden sie dessen psychische Gesundheit. Habt ihr auch den Eindruck, dass in der letzten Zeit ganz schön viele Täter gibt?
      Diskussion und Forschung zum Thema Gewaltbereitschaft durch Filme und PC-Spiele gibt es fast, solange es die gibt.

      Verrückte Gewalttäter gibt es aber schon sehr viel länger. Eine gewisse Verstärkung vorhandener Tendenzen kann durch übermäßigen Konsum von Filmen und Spielen vorkommen.

      Aber die Gewaltbereitschaft bzw. die zugrundeliegende Aggression wird nicht durch die Konsumation erzeugt.

      Aber durch völliges Abstellen bzw. Verbieten ebendieser wirst du Menschen mit mörderischen Absichten keinen Riegel vorschieben, die werden ganz von selbst nachproduziert.

      Nachdem ich mir ziemlich sicher bin, keinen Amokläufer erzogen zu haben, ist es okay, wenn wir den Titel in "Wir außer ssnake erziehen Täter" abändern? ;)
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „ssnake“ ()

      Ich würde widersprechen, schon was die Prämisse angeht. Soweit ich weiß, sind die Kriminalitätszahlen hierzulande langfristig rückläufig, und eine schnelle Recherche scheint das zu bestätigen. Dass viele einen anderen Eindruck bekommen, schreibe ich der zunehmenden Berichterstattung über Gewalttaten zu.
      Im übrigen meine ich, die deutsche Neuübersetzung sollte vernichtet werden.

      romermarielouis schrieb:

      Hallo zusammen,
      in der Welt, in der wir leben wird immer grauenvoller.


      Stimmt. Wer vermisst nicht die Zeit, als wir noch bedenkenlos Sklaven halten konnten, regelmässig an der Kriegsfront gegen europäische Nachbarn unseren Mann stehen durften, Frauen in der Ehe legal vergewaltigt wurden oder die Schwulen noch nicht geheiratet haben?

      An was liegt es denn wirklicht? Ich vermute, dass es an den ganzen Filmen und Videospielen liegt, die unsere Kinder jeden Tag anschauen und spielen. Die meisten sind auch davon süchtig geworden.


      Eines der prominesten Opfer ist Adolf Hitler (Stichwort Hitler: Wisst ihr wer heute Geburstag hat? Korrekt: Jasmin Wagner aka Blümchen!). Der hat soviel World of Warcraft gespielt, daß er seinen Aufnahmetest an der Künstlerakademie in Wien nicht bestanden. Der Rest der Geschichte ist bekannt, denke ich ...

      Die Eltern denken, dass es besser sei, das die Kinder vor ihren Augen sind, aber somit schanden sie dessen psychische Gesundheit.


      Das Geheimnis für eine ungeschändete psychische Gesundheit: Hinter den Augen der Eltern bleiben.

      Habt ihr auch den Eindruck, dass in der letzten Zeit ganz schön viele Täter gibt?


      Weitere Dinge, von denen es auch ganz schön viele gibt:
      - Wüste Behauptungen ohne jeden Beleg
      - Posts mit mangelhaften Deutschkenntnissen
      - Dämliche Rechenquizze auf facebook und Leute, die daran teilnehmen und sich anschließend für schlau halten, weil sie Mathematik für 4.-Klässler lösen konnten
      - Tage, die weder Wochenende, noch Urlaubstage sind
      Mainstream commercial nihilism can't be trusted?!
      Ergänzend zu Ser Seppels Beitrag möchte ich auch noch auf Stalin hinweisen, der ebenfalls ein schlimmes Opfer von World Of Warcraft war.

      Oder war es doch das Priesterseminar?
      Oder vielleicht der Spott der anderen Kinder über seine Pockennarben oder der versoffene, verrohte Vater?

      Und könnten die auch alle WoW gespielt haben?
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Bei der Videospielbranche handelt es sich um einen Markt, der jährlich Milliarden an Umsatz generiert. Alleine GTA 5 hat es mittlerweile auf mehr verkaufte Kopien, als Deutschland Einwohner hat, gebracht und Rockstar Games mehr Geld in die Kasse gespült, als Avatar und Titanic zusammen. Dabei handelt es sich zwar um den absoluten Branchenprimus, aber auch andere Spiele verkaufen sich gut.
      Angenommen, die steile These aus dem Startpost wäre zutreffend, würde ich mich eher fragen, warum nicht alles noch viel schlimmer ist?

      Im übrigen möchte ich noch betonen, dass ich keine Kinder habe, die ich zu Straftätern erziehen könnte, weshalb ich nichts mit dem pauschalisierenden "Wir" im Titel zu tun haben möchte.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton

      romermarielouis schrieb:

      Hallo zusammen,
      in der Welt, in der wir leben wird immer grauenvoller. An was liegt es denn wirklicht?
      Daran, dass wir ins Internet gehen und uns irgendein Post, Newsflash oder sonst ein Bullshit völlig unreflektiert und ohne Fakten erzählt, dass es so ist.

      romermarielouis schrieb:

      Ich vermute, dass es an den ganzen Filmen und Videospielen liegt, die unsere Kinder jeden Tag anschauen und spielen.
      Mit Verlaub, das ist Blödsinn und Küchenpsychologie. Wie Ssnake schon sagte, kann es sein, dass der Konsum schon vorhandene Tendenzen steigert, aber der größte Teil der Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und in der Zwischenzeit auch schon ganz schön alten Erwachsenen ist überraschend gewaltfrei.
      Und dieses "Computerspiele und Metalmusik machen Amokläufer" - Geschwafel gibt es schon über 20 Jahre. Von all den Leuten, die ich kenne, die spielen oder spielten (einschließlich meinereiner, meines Göttergatten und meiner Kinder) ist keiner ein psychotischen Massenmörder.

      romermarielouis schrieb:

      Habt ihr auch den Eindruck, dass in der letzten Zeit ganz schön viele Täter gibt?
      Nein. Hiermit möchte ich auf meine erste Antwort verweisen.
      "You retreat into the walls of your civilization because you are too weak to stand before nature as part of the natural environment. Instead of living as partner to nature, man hides behind his civilization, curses and defies true life, distorts his environment to accommodate his own failings. Beware that your environment does not strike back from all your blasphemies, for that day mankind shall be snuffed out like the unnatural freak man is!"
      "Two Suns Setting", Karl Edward Wagner

      Schattenpfad schrieb:

      Nachdem eine Boulevardzeitung dies öffentlich machte, bin ich froh davon weggekommen zu sein. Ich schäme mich auch etwas dafür...

      :D

      romermarielouis schrieb:

      Ich vermute, dass es an den ganzen Filmen und Videospielen liegt, die unsere Kinder jeden Tag anschauen und spielen.

      Eine einfache Antwort für ein komplexes Problem. Sollte es tatsächlich eine erhöhte Gewaltbereitschaft geben, mag es auch an den Lebensbedingungen in einer übervölkerten Welt liegen. Wir sind zwar soziale Wesen, aber genetisch sicher nicht dafür geschaffen, so dicht auf einander zu hocken. Möglicherweise können viele Menschen dadurch entstandene Aggressionen auch bei Videospielen abbauen....
      Ich vermute, dass es an den ganzen Filmen und Videospielen liegt, die unsere Kinder jeden Tag anschauen und spielen.


      Ich denke, dass Gewaltfilme und -spiele auf spezielle Menschen möglicherweise einen abstumpfenden Effekt haben können. Damit es zu einer kriminellen Handlung infolge des Konsums von Gewaltfilmen und -spielen kommt, bedarf es meines Erachtens jedoch zusätzlicher Faktoren in Form entsprechender psychischer Prädispositionen aufseiten der (potenziellen) Täter. Millionen von Menschen konsumieren tagtäglich Filme und Spiele gewalttätigen Inhalts, ohne dass sie auch nur ansatzweise aggressive Straftaten begehen. Das zeigt mir, dass der Konsum derartiger Filme und Spiele allein nicht ausreichend ist, damit ein Mensch zum Verbrecher "mutiert".

      Ein anderer Aspekt besteht im Übrigen darin, dass Gewaltfilme und -spiele bei manchen Menschen eventuell sogar eine präventive Wirkung entfalten können, was die Verwirklichung von Gewalttaten betrifft, denn in der Identifikation mit der gewaltbereiten Spiel- oder Filmfigur reagieren manche Menschen ihre mehr oder minder bewussten Aggressionen kathartisch ab, sodass sich Selbige nicht im Realen entladen müssen.
      Schwieriges Thema. Einige Medien haben ja bereits die neue Polizeiliche Kriminalstatistik "interpretiert". Detaillierte Zahlen liegen allerdings noch nicht vor. Man muss aber kein schlaues Köpfchen sein, um recht schnell festzustellen, dass Mord, Terror, Totschlag, Körperverletzung und Vergewaltigung in den letzten Jahren signifikant zugenommen haben. Relativ kann das natürlich zu den vorherigen Jahren 2015 und 2016 dennoch abgenommen haben. Videospiele oder Filme haben damit aber wenig zu tun. Die verstärken höchstens Faktoren, die ohnehin schon vorhanden sind.

      Grauenhafter ist die Welt qualitativ in den Individual- oder Kollektivverbrechen aber dennoch nicht geworden. In Anbetracht der Gräueltaten des 20. Jahrhunderts sind selbst die heutigen Bestien "zivilisierter" geworden. Gefährlicher ist die Welt im Vergleich zu den unmittelbaren vorherigen Dekaden aber definitiv geworden und quantitativ nehmen Furcht und Schrecken in vermeintlichen safe spaces wohl definitiv zu. Alleine das Sehen der Betonpoller in Innenstädten verändert unsere Wahrnehmung natürlich, auch wenn viele sich das nicht eingestehen wollen.

      Grunkins schrieb:

      Vor allem entfernt sich die gefühlte Wirklichkeit, in der sich viele befinden, immer mehr von der realen Welt, was für halbwegs rationale Menschen grauenvoll ist.


      Ich frage mich ja schon lange, worin der Unterschied zwischen gefühlter Wirklichkeit und realer Welt besteht...Sind Gefühle nicht real?
      Wenn ich das Gefühl habe, dass etwas schlimmer geworden ist, die Statistiken aber dagegen sprechen, dann entspricht meine gefühlte Realität nicht der messbaren Realität. Dann habe ich in der Regel zwei Möglichkeiten: Entweder meine vorhandenen Emotionen zu rationalisieren oder aber die Statisken zu ignorieren.
      Wer in meinen Beiträgen nicht funktionierende Links findet, kann mich auf meiner Pinnwand darauf hinweisen.
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      "We all swore oaths." - Arthur Dayne

      "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont

      Ser Arthur Dayne schrieb:

      Wenn ich das Gefühl habe, dass etwas schlimmer geworden ist, die Statistiken aber dagegen sprechen, dann entspricht meine gefühlte Realität nicht der messbaren Realität. Dann habe ich in der Regel zwei Möglichkeiten: Entweder meine vorhandenen Emotionen zu rationalisieren oder aber die Statisken zu ignorieren.


      Die Frage war schon rhetorischer Natur. Es gibt keine messbare Realität, man kann sich nur objektiver Wahrheit annähern. Statistik ist keine messbare Realität. Es ist ein Analyseinstrument und generiert Ergebnisse, die unter anderem durch Gefühle entstanden sind und je nach Thema unglaublich verzerrt, vor allem durch die Erhebung. Kein Mann würde zum Beispiel zugeben, dass seine Frau ihn schlägt und das zur Anzeige bringen. Dann sagt die Statistik aber folgerichtig, es ginge nur von Männern Gewalt aus. Jenes zu glauben, ist dann rational?

      Die Intuition ist in so vielen Fällen das bessere Mittel für Entscheidungen als vermeintliche rationale Korrelationsmuster, die im Grunde nichts über Kausalität aussagen. Die Menschen sind unglaublich leicht zu täuschen mit Statistiken. Ich habe persönlich übrigens noch keinen rationalen Menschen getroffen. Die meisten sind zivilisierte Affen, die nur zu gerne offen ihre Triebe ausleben würden. Man darf nur nicht.

      Aber nochmal zum Thema: Wer sich unsicher fühlt, wenn Morde, Vergewaltigungen, Terror etc. zunehmen (und das ist statistisch signifikant), ist näher an der Realität als viele hier. Die Frage ist nur, inwiefern man sich davon beeinflussen lässt.


      schnoeps schrieb:

      Ich frage mich ja schon lange, worin der Unterschied zwischen gefühlter Wirklichkeit und realer Welt besteht...Sind Gefühle nicht real?


      Der Unterschied zwischen gefühlter und realer Welt ist beispielsweise der, dass alle Supermodels dieser Welt den großen Wunsch haben, nur alleine mit mir und niemand anderem Sex zu haben.

      Hört sich bescheuert an? Ist es auch.

      Wir leben in keiner so schlechten Welt, wir kennen aus der Geschichte eigentlich nur schlechtere Welten. Wer in der Welt unserer Großeltern das Glück suchen will, dem spendiere ich ein Butterfaß und einen Volksempfänger - allerdings ohne das Dutzend Sicherungen, die das Radio seinerzeit pro Monat verbraucht hat.

      Fernsehen und PC fallen leider flach, die werden erst erfunden. In 15 bis 50 Jahren je nachdem. Ach ja, und packen Sie Mückenspray ein: Soll im ukrainischen Kriegsgefangenenlager hilfreich sein.

      Einen NSDAP-Mitgliedsausweis sollten Sie besser zuhause lassen und nicht mit an die Front nehmen. Es reicht, wenn Ihr Enkel nach Ihrem Ableben sich zwar nicht wundert, aber trotzdem aufregt.

      schnoeps schrieb:

      wenn Morde, Vergewaltigungen, Terror etc. zunehmen (und das ist statistisch signifikant), ist näher an der Realität als viele hier.


      Bitte die statistischen Daten hier angeben. Die signifikanten der letzten 30 Jahre. Ansonsten bitte in Zukunft ruhig sein.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

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      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von „ssnake“ ()

      Kein Mann würde zum Beispiel zugeben, dass seine Frau ihn schlägt und das zur Anzeige bringen. Dann sagt die Statistik aber folgerichtig, es ginge nur von Männern Gewalt aus. Jenes zu glauben, ist dann rational?

      Dafür gibt es dann beispielsweise die Dunkelfeldforschung.

      Dass eine Statistik nicht die Welt abdeckt, ist wohl klar. Das tut mein Bauchgefühl aber auch nicht.

      Und weil gerade wieder so ein bisschen dieses "wird immer schlimmer" mitschwingt: m.faz.net/aktuell/wirtschaft/d…nachrichten-15524076.html
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      schnoeps schrieb:

      Ich frage mich ja schon lange, worin der Unterschied zwischen gefühlter Wirklichkeit und realer Welt besteht...Sind Gefühle nicht real?

      Gefühle an sich sind real, aber ihr Inhalt nicht notwendigerweise. Gefühle sind außerdem subjektiv, im Gegensatz zur realen Welt.

      Das ist insofern relevant, dass Probleme in der realen Welt in der realen Welt gelöst werden müssen, wohingegen sich Probleme, die nur in meinem Kopf existieren, von alleine auflösen, wenn ich mich besser informiere.

      Es ist ziemlich offensichtlich, dass die Intuition nicht das beste Mittel ist, um die Welt zu analysieren, aus dem folgenden Grund: Sie ist nicht objektiv nachprüfbar. Wer mir etwas über seine Intuition erzählt, dem kann ich glauben oder nicht, aber das einzige Mittel, das zu entscheiden, ist der Vergleich mit meinem Vorwissen. In dem Fall haben wir alle unsere eigene subjektive Intuition, wissen aber nicht, welche (falls überhaupt eine) davon richtig ist. Wenn ich hingegen meine Intuition auf rationale Argumente untersuche oder Daten sammele, dann kann mein Adressat damit deutlich mehr anfangen, denn diese Argumente kann er bestätigen oder eventuelle Fehler finden, und Daten sind ebenfalls deutlich besser nachzuprüfen als "Das ist so!" Einer von uns kann in jedem Fall etwas lernen. Wer es schlau anstellt, verinnerlicht Daten und Argumente und nutzt sie, um seine Intuition zu verbessern.

      Die Statistik nun hat deutlich mehr Daten zur Verfügung als du oder ich, sowie ein durch ausführliche Argumentation mehrerer Generationen von Experten optimiertes Vorwissen, wie man diese am besten analysiert. Seine Vorgehensweise hält er in der Studie fest, sodass ein Anderer die Möglichkeit hat, sich selbst zu überzeugen, und Fehler schnell gefunden werden. Der Statistiker kann sogar seine Intuition verwenden, riskiert allerdings Fehler, wenn er er sie nicht möglichst objektiv nachprüft.
      Im übrigen meine ich, die deutsche Neuübersetzung sollte vernichtet werden.
      Die Intuition ist in so vielen Fällen das bessere Mittel für Entscheidungen als vermeintliche rationale Korrelationsmuster, die im Grunde nichts über Kausalität aussagen. Die Menschen sind unglaublich leicht zu täuschen mit Statistiken. Ich habe persönlich übrigens noch keinen rationalen Menschen getroffen. Die meisten sind zivilisierte Affen, die nur zu gerne offen ihre Triebe ausleben würden. Man darf nur nicht.


      Ich bin eine rational denkende Person.

      Es trifft zu, dass vor allem epidemiologische Studien lediglich Assoziationen bzw. Korrelationen aufzeigen, jedoch keine kausalen Zusammenhänge nachweisen können. Einen solchen Anspruch erheben derartige Studien in den meisten Fällen allerdings auch gar nicht. Im Allgemeinen sollte man sich stets das konkrete Studiendesign wissenschaftlicher Untersuchungen anschauen, um sich ein adäquates Urteil über Selbige bilden zu können.

      Der objektiven Realität können sich die Menschen im Rahmen ihrer begrenzten Optionen nur annähern. Viele Komponenten des Realen vermag der Mensch nicht mit seinen sensorischen Organen wahrzunehmen. Beispielsweise verfügen Menschen im Gegensatz zu den diversen Zugvögeln über keinen Magnetsinn. Auch sind wir nicht in der Lage, wie z. B. Hunde Ultraschallwellen akustisch wahrzunehmen oder minimale Temperaturfluktuationen zu empfinden, wie es bei bestimmten Schlangenspezies der Fall ist. Das zeigt schon, dass der heutige Mensch prinzipiell nicht imstande ist, die Welt in ihrer Gesamtheit zu erkennen. Wir sehen immer nur ein unvollständiges Bild, gewissermaßen einen Ausschnitt der Realität.

      Und überhaupt: Wie sollte ein Mensch denn die Wahrheit verifizieren? Er müsste bereits um das Wahre wissen, um seine Erkenntnisse/Ansichten durch einen Abgleich auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen zu können. Das ist zirkulär.

      Außerdem erfahren wir die objektive Realität ohnehin nicht direkt, sondern wir nehmen die Repräsentationen des Realen wahr, die unser Gehirn konstruiert.

      Gewalt und Gewaltdelikte werden vermutlich auch langfristig noch eine große Rolle in sozialen Gesellschaften spielen. Laut der psychoanalytischen Theorie stellt der Aggressionstrieb den mächtigsten aller Triebe im Reiche des Lebendigen dar; und es wird immer wieder zur Eruption archaisch und/oder biografisch bedingter Aggressionen kommen - auch im Gewande krimineller Aktivitäten. Manchmal sind schon kleine Aktualisierungen/Reaktivierungen von Kränkung, Hass oder Wut ausreichend.