Weihnachtstief oder: Hilfe, die Familie kommt!

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      Weihnachtstief oder: Hilfe, die Familie kommt!

      Hallo ihr Lieben,

      da ich mit der Forensuche nur "Frohe Weihnacht" und "Weihnachtsgeschenke" fand, das Anti-Weihnachtsthema wohl aber groß genug sein könnte: hier ein neuer Faden.

      Ich befinde mich gerade wirklich in einem Anti-Weihnachtstief. Also eigentlich befinde ich mich schon seit Jahren da drin, wird aber von Jahr zu Jahr schlimmer. Hauptauslöser wird wohl sein, dass die liebe Familie (insbesondere die alte Frau Mama) mich ungelogen bereits seit August (!) damit bequatscht, wann und wie man sich trifft. Wobei man mich dazu eigentlich nur aus Höflichkeit befragt, eine eigene Meinung darf ich selbstverständlich gar nicht haben.
      Ehrlich, ich hasse diese Rennerei; Seit Jahren fahre ich zu Weihnachten nur noch durch die Gegend (Heiligabend zur krampfhaft besinnlichen Mutter, 1. Tag dann bei Schwiegereltern, 2. Tag wieder bei Mutter und abends noch der Geburtstag von nem Kumpel) und wünsche mir ganz aufrichtig eigentlich nur einen Tag ganz allein für mich, meinem Lieblingsmensch und Hund. Sobald man das allerdings anspricht beginnt die gute Frau Mama aber gleich zu weinen (wirklich, die Tränen sammelten sich bereits im Auge!), man könne ihr doch nicht Heiligabend nehmen! Schwesterherz wünscht sich natürlich, dass mein Neffe mich sieht (wobei die da erfrischenderweise zeitlich recht offen zu sein scheint), Lieblingsmensch will seine Familie besuchen und der Kumpel hat weiterhin Geburtstag und nun bin ich schon wieder in der Situation, dass ich dennoch an jedem Weihnachtstag gezwungener Maßen durch die Gegend fahre. Und damit bin ich nach langer Rede schon beim Hauptproblem: den "Zwang"!

      Natürlich, kann niemand einen erwachsenen Menschen wirklich zwingen, Weihnachten mit der Familie zu verbringen, obwohl man keine Lust drauf hat. Familiäre Ächtung (in meinem Fall mind. in der Zeit von August bis Mitte Januar) erhält man aber bei Absage dennoch. Deswegen meine Frage: Wie geht ihr mit sowas um? Habt ihr auch so "Zwangstermine" - und seis halt nur der überfüllte Weihnachtsmarkt? Gibt es irgendetwas, dass euch an Weihnachten total nervt (Musik, Geschenke, Kirche, Räuchermännchen, etc.)? Und habt ihr Tipps, wie man aus diesem Weihnachtstief rauskommt?
      Das ist ja drollig, eine Freundin von mir hat auch am zweiten Weihnachtstag Geburtstag und feiert eigentlich immer. Das finde ich aber eher entspanend.
      Meine Familie ist ja sehr übersichtlich, dafür kann die Konstellation aber sehr anstrengend sein. Seit dem Tod meines Vaters hat sich das so eingebürgert, dass meine Muter und mein Sohn zu mir kommen und wir Fondue machen. Das kann sehr nett sein und ist es auch meist, aber mein Sohn ist psychisch krank und sehr stimmungsinstabil, so dass alles rasch kippen kann, weil er seine schlechte/depressive Stimmung im Falle eines Falles auch immer und jedem kundtun muss. Das beinhaltet schon einen deutlichen Stressfaktor für meine Mutter wie für mich.
      Ich persönlich bin überhaupt noch nicht in Weihnachtsstimmung. Mich nervt aber eher das Vorfeld mit Weihnachtsfeiern und -terminen, überhaupt diese ganze Weihnachtsindustrie.

      @Montyhund Kannst Du Dir Heiligabend bei Deiner Mutter nicht im Wechsel mit deiner Schwester teilen? Und ist nicht dieses Jahr der vierte Advent ganz knapp vor Weihnachten? Da könnte man die Tage doch in die Weihnachtstage integrieren und sich so vielleicht den ersten Feiertag freischaufeln.
      @Hildegunda
      Ach, das ist ja doof. So offen schlechte Stimmung versaut dann auch "alles", vor allem an Stimmung. Wobei ja Sohnemann dann auch nichts für kann :(

      Und Recht hast du: Die gesamte Adventszeit ist Käse: beginnend mit Lichtern, über überfüllte Weihnachtsmärkte und Weihnachtsfeiern, endend mit "Last Christmas".

      Solche Fonduesachen und so fände ich ja gut. Ich hatte der Frau Mama extra den 2. Feiertag vorgeschlagen, weil man danach zum Geburtstag des Kumpels kann und ich in den letzten Jahren den Tag echt nett fand. Da gab es Essen, man hat danach n Brettspiel gespielt oder gemeinsam n Weihnachtsfilm geguckt. Wär mega entspannend. Und danach ab zum Geburtstag.
      Wurde aber komplett durch Heulen seitens meiner Mutter abgelehnt. Weihnachten sei ein Familienfest und man kann ihr doch nicht eine ihrer Töchter nehmen. Sie brauche Heiligabend beide. Beide!
      Daraufhin gab's einen Deal zwischen ihr und mir, dieses Jahr noch diesen verkrampften Heiligabend (Sie tut auf mega besinnlich, wie toll, dass wir uns alle lieb haben, Blabla... Es herrscht leichte passivaggressivität), nächstes Jahr den 2. Feiertag zum Treffen. Die Absprache ist nun einen Monat her und sie hat schon verlauten lassen: "Na darüber reden wir nächstes Jahr nochmal."

      Der 1. Feiertag geht sowie nicht, weil die Schwiegeroma nur an dem Tag zu den Schwiegereltern gefahren wird und Männle liebt seine Omi.
      Und abgesehen davon besteht Frau Mama wie gesagt auf Heiligabend. Und bringt da ihre schlimmsten, scheinheiligen "wir sind so eine tolle Familie" Seiten zum Vorschein -.-

      Würde ja liebend gerne jetzt schon n Spa Urlaub in der Nähe für nächstes Weihnachten buchen. So, dass Liebling noch zu seiner Familie kommt, ich noch zum Geburtstag vom Kumpel, aber Heiligabend einfach ausfällt
      Pragmatische Lösung:
      An Heiligabend Mutti, die Schwester und die Schwiegereltern zu sich einladen. Dann sind beide Parteien abgefrühstückt und ihr könnt am 25.12. vor euch hinchillen.
      Sollte die Einladung ausgeschlagen werden, als erster losheulen, Vorwürfe äussern und bis zum 27.12. jegliche Kontaktversuche ignorieren.
      Mainstream commercial nihilism can't be trusted?!
      Ich kann da nicht mitreden. Als meine Großeltern noch lebten, war es eine wahnwitzige Rally mit manchmal zwei Bescherungen am Tag und 400 Autokilomtern an einem Tag - am Christtag, wohl gemerkt.

      Aber das ist lange vorbei, die maßgeblichen Weihnachtsgastgeber (Schwester, Eltern) wohnen jetzt alle in der Nähe

      Und sogar die Post-Weihnachtshetze zur Familie meiner Nicht-Freundin fällt heuer flach, weil die heuer die Eltern aus Salzburg nach Wien einlädt, und wenn sie nicht kommen wollen: Auch gut.

      Dann wird am Morgen des 27.12. rausgefahren und keine Sekunde früher. (Und ich auch nur überhaupt, wenn das Skigebiet offen hat.)

      Ich weiß aber, was es für ein furchtbarer Stress für meine Lieblingstante es jahrzehntelang war, aus Berlin in die österreichische Provinz zu hetzen, nur um ja nicht ihre armen Eltern am Hl. Abend zu enttäuschen. Und den damaligen Lebensgefährten und dessen stockkatholische Familie im Emsland (ja, sowas gibts) die konnten über die Feiertage auch nicht ganz links liegen gelassen werden - Flugtaxi, damit ich am 26. 12. die größtmögliche Distanz im deutschsprachigen Raum schaffe!

      Furchtbar sowas.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Ich finde Ser Seppels Lösung sehr pragmatisch. Angriff ist die beste Verteidigung! Und vielleicht wünschst Du Dir für nächstes Jahr einen Spa-Urlaub in der Weihnachtszeit zu Weihnachten. Das Spa kannst Du Dir ja vielleicht noch selbst leisten, aber den Urlaub, die Zeit, die sollen sie Dir schenken. Zeit schenken ist doch heute auch ganz in.

      SerSeppel schrieb:


      Sollte die Einladung ausgeschlagen werden, als erster losheulen, Vorwürfe äussern und bis zum 27.12. jegliche Kontaktversuche ignorieren.


      Die Idee mit als Erste flennen, hatte ich auch schon. Darauf wirds wohl hinauslaufen...

      ssnake schrieb:

      eine wahnwitzige Rally mit manchmal zwei Bescherungen am Tag und 400 Autokilomtern an einem Tag - am Christtag, wohl gemerkt.


      Ach du heiliger Bimmbamm!8|
      Mit der Vorstellung fühl ich mich aber tatsächlich gleich viel motivierter.

      Und was bitte ist eine "Nicht-Freundin"? ?(
      @Montyhund: Das ist so ein kleiner Forengag von mir, meine Lebensgefährtin fortwährend als "Nicht-Freundin" zu bezeichnen. Ging auf den Wiederanfang unserer Beziehung zurück: Wer nicht zusammen ist, kann auch nicht verlassen werden.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Der erste Teil meiner Lösung war übrigens ernstgemeint ;) Wenn es den Familienmitgliedern so wichtig ist, Weihnachten zusammen zu verbringen, sollen die sich halt mal ins Auto setzen.
      Dann muss man sich zwar selber ums Essen kümmern, aber das kann zum einen durchaus Spaß machen und zum anderen hat man die Kontrolle darüber was wann passiert.
      Mainstream commercial nihilism can't be trusted?!
      Bei uns ist es ja sehr entspannt seit wir Kinder haben. Also tatsächlich! Bzw. ... nein ... seit ich mit einem Türken zusammen bin! :D
      Weihnachten war bei uns immer die Hölle! Dabei war mein Vater am anstrengendsten. Er war immer derjenige, der so viel Stress im Vorfeld verbreitet hat, dass das heuchlerische Friede-Freude-Eierkuchen an Heiligabend nur noch lächerlich war. Streitpunkt Nummer 1 war immer das Geschenk für meine Mama. Als Älteste von 4 Geschwistern hatte ich die Ehre mich darum kümmern zu dürfen. Und da gab es dann gewisse Auflagen. Nichts das einstaubt, nichts für die Küche, nichts für die Allgemeinheit, ... Jahrelang wurde ich da gepiesackt. "Was habt ihr denn für die Mama?", "Is des was G'scheit's?", "Spinnt's ihr?!?! Alkohol?!?!?" (Mama trinkt gern mal ein Eierlikörchen mit ihren Freundinnen und hatte sich Gläser gewünscht und wir haben eine Flasche gleich mit dazugegeben.) ... sprich: wir konnten es nie recht machen. Streitpunkt Nummer 2: die Kirche! Ich wäre gerne mit der ganzen Familie in die Kirche gegangen. Die Familien/Kinder-Messe am späten Nachmittag. Nö! Wir Kinder wurden alleine geschickt. Sie gehen in keine Kirche nicht! (Als ich mit 25 aus der Kirche ausgetreten bin, gab das einen riesen Aufschrei und ich habe wochenlang nichts mehr von meinem Vater gehört.) Es war auch nicht so, dass sie in der Zeit den Baum und die Geschenke richteten. Das war ja alles schon am Vorabend vorbereitet worden. Und dann noch viele viele Kleinigkeiten mehr. Wir durften übrigens auch nie beim Plätzchenbacken helfen, weil die sonst nicht schön geworden wären. :/
      Als ich dann ausgezogen war, ging die Rallye los. Ex-Schwiegereltern, Eltern, Oma.
      Nun bin ich also verheiratet mit einem Türken. Ein Familienzweig ist schon mal raus. :D Nein. Wir verbringen Heiligabend unter uns. Seit die Kinder sind, ist es uns gestattet, erst mal unter uns zu bleiben. Am 1. Feiertag auch. Dieses Jahr wird wahrscheinlich mein Bruder mit seiner chinesischen Freundin kommen, die sich wahnsinnig auf das ganze Trara freut.
      Am 2ten kommen dann meine Eltern und die Schwiegis zu uns zu Kaffee & Kuchen/Plätzchen. Seeehr entspannt also!
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.
      Wir fahren am Heiligabend nachmittags zu meiner Schwester, es gibt was für die Kinder (wozu dann allerdings auch mein in der Zwischenzeit 40jähriger Neffe gehört :D ) und dann wird was gefuttern, gequatscht und ein Sektchen gefuttert. Dann geht es nachhause und nochmal Bescherung für die Kinder, die sich dann allerdings in der Zwischenzeit ziemlich schnell zum Zocken auf ihre Zimmer verkrümeln. Und Mama und Papa legen dann die Füße hoch und zocken selbst (Papa) oder gucken sich Filme/Serien im I-Net an.
      An einem der Feiertage geht es dann nochmal einen Feiertag zur SchwieMu zu Kaffee und Kuchen und das war es.
      Also eigentlich alles recht entspannt. Vor allem, nachdem die beiden Jungs ein Alter erreicht haben, wo sie sich nicht mehr bis aufs Blut zoffen. (Ein Jahr war es bei meiner Schwester so schlimm, dass ich die Zuhause-Bescherung für den Heiligabend abgesagt habe. Es ging zur üblichen Zeit uns Bett und ihre Geschenke gab es erst am nächsten Tag. (Hat uns allerdings auch davor bewahrt, am Abend noch stundenlang zwei Playmobilburgen aufzubauen... :whistling: )
      "You retreat into the walls of your civilization because you are too weak to stand before nature as part of the natural environment. Instead of living as partner to nature, man hides behind his civilization, curses and defies true life, distorts his environment to accommodate his own failings. Beware that your environment does not strike back from all your blasphemies, for that day mankind shall be snuffed out like the unnatural freak man is!"
      "Two Suns Setting", Karl Edward Wagner
      Sollte die Familie nicht generell das Wichtigste überhaupt sein? Ist es denn so schlimm, deswegen im Dezember etwas Terminstress auf sich zu nehmen?
      Ich will bestimmt nicht den großen Moralspostel mimen, denn ich habe mich selbst schon um den einen oder anderen Termin herumgedrückt. Zum XY. Geburtstag von Cousine AB. muss man halt nicht unbedingt 250km fahren.

      Aber ich habe vor 3 Wochen den ersten Verwandten aus der Generation meiner Eltern beerdigt. Die letzte Verwandte aus der Generation meiner Großeltern wird irgendwann in den nächsten Tagen abtreten.

      Wer weiß schon, wie viele Gelegenheiten es noch geben wird?
      Sollte man dann nicht denjenigen, denen diese Feiertage etwas besonderes bedeuten, entgegenkommen?
      It`s not easy to be a birdplane.

      Ich muss meine Reaktionen haben dürfen!

      HappyTime schrieb:

      Sollte die Familie nicht generell das Wichtigste überhaupt sein?

      Es ist schön, wenn es so ist, in meinen Augen ist das aber an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Und da kenne ich einige Fälle, wo die Familiengeschichte eine solche Prämisse einfach nicht mehr hergibt.

      HappyTime schrieb:

      Aber ich habe vor 3 Wochen den ersten Verwandten aus der Generation meiner Eltern beerdigt. Die letzte Verwandte aus der Generation meiner Großeltern wird irgendwann in den nächsten Tagen abtreten.

      Wer weiß schon, wie viele Gelegenheiten es noch geben wird?
      Sollte man dann nicht denjenigen, denen diese Feiertage etwas besonderes bedeuten, entgegenkommen?

      Es tut mir leid für dich, dass du mit diesen Verlusten konfrontiert bist. Allerdings sehe ich es nicht so, dass die Sterblichkeit anderer Menschen mich dazu verpflichtet, ihre Wünsche zu erfüllen. Vor allem nicht, wenn sie den meinen nie einen Schritt entgegengekommen sind.

      Ich verbringe Heiligabend wie immer in den letzten Jahren bei meiner Mutter. Ich lege darauf familiengeschichtlich bedingt eigentlich keinen großen Wert, aber ansonsten hätte sie wohl keinen, und weil es für mich keinen Stress bedeutet, tue ich ihr den Gefallen. Kann es aber verstehen, wenn sich jemand so über die weihnachtlichen Verpflichtungen ärgert (zumal das ja bisweilen jahrelang angehäufter Frust zu sein scheint), dass er oder sie sowas nicht (mehr) macht.
      Wer in meinen Beiträgen nicht funktionierende Links findet, kann mich auf meiner Pinnwand darauf hinweisen.
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      "We all swore oaths." - Arthur Dayne

      "There are ghosts everywhere. We carry them with us wherever we go." - Jorah Mormont
      Ich kann die eine und andere Seite verstehen. Weihnachten war für mich zum Glück nie mit Stress verbunden, Pflichtbesuche bei irgendwelchen Verwandten können trotzdem nerven (ich erinner mich an meine Zeit, da mussten wir jeden Kindergeburtstag meiner Cousins besuchen, von denen ich mindestens zwei absolut nicht ausstehen konnte).

      Aber: Das wird das fünfte Weihnachten ohne meinen Vater sein und das erste Weihnachten ohne meinen Großvater. Und Letzterer hat am ersten Weihnachtsfeiertag immer eine leckere Gans gemacht. Ich hätte vielleicht letztere Tradition gerne fortgeführt, ich weiß aber das ich essenstechnisch über Tütensuppe und Spaghetti nicht hinauskomme. Dazu hat meine Oma am 27.12. Geburtstag und wir besuchen sie immer, aber auch hier keine Ahnung wieviel Jahre das noch stattfinden wird. Und da kann ich Happy Time absolut verstehen, fehlen solche Menschen erst einmal, fehlt einem auch etwas an diesen Tagen und das fühlt sich wesentlich seltsamer an als zu wissen, dass man an den Feiertagen noch durch die Gegend reisen darf. Von daher kann ich Happy Times Einwand schon verstehen.

      Das was Montyhund, Hildegunda und ssnake erleben kann ich aber auch verstehen. So eine Fahrerei sollte eigentlich zu Weihnachten nicht sein. Die Vorstellung an einem der Weihnachtsfeiertage beispielsweise 700 km fahren zu müssen, ist doch absurd.
      "The teaching, as you call it, is simply that there isn't to be a deserted or unhappy child in the world. In the end, that's the world's only security: children are the future, you see. If there were no unhappy children, then the future would be secure." - Kelderek (Shardik, p. 585)

      Ser Erryk schrieb:

      Das was Montyhund, Hildegunda und ssnake erleben

      Ich habe nichts Schlimmes erlebt, vielleicht ist das falsch 'rübergekommen. Wir haben das eigentlich gut geregelt und sind recht entspannt. Das Problem ist eher die Stimmungsinstabilität meines Sohnes bei gleichzeitiger konsequenter Behandlungsverweigerung. Das ist aber nicht nur Weihnachten so, auch nicht immer. Wenn es ihm gut geht, werden wir eine nette Zeit haben. Allerdings ist die Stimmung gerade schlecht, und nachdem er mich wieder angemotzt hat, herrscht im Moment etwas Funkstille.
      Ich finde generell, dass alle Beteiligten sich um eine gute Zeit bemühen müssen. Klar möchte die Mutter von @Montyhund am Heiligabend nicht alleine dasitzen. Aber wenn ich vor lauter Angst, alleine zu sein, schon im August alle bedränge, werde ich leider einen gegenteiligen Effekt erreichen. Und Weihnachten ist einfach ein emotional vollkommen überfrachtetes Fest, was von den Medien und der ganzen Weihnachtsindustrie auch ordentlich gefördert wird.

      HappyTime schrieb:

      Sollte die Familie nicht generell das Wichtigste überhaupt sein? Ist es denn so schlimm, deswegen im Dezember etwas Terminstress auf sich zu nehmen?
      Ich will bestimmt nicht den großen Moralspostel mimen, denn ich habe mich selbst schon um den einen oder anderen Termin herumgedrückt. Zum XY. Geburtstag von Cousine AB. muss man halt nicht unbedingt 250km fahren.

      Aber ich habe vor 3 Wochen den ersten Verwandten aus der Generation meiner Eltern beerdigt. Die letzte Verwandte aus der Generation meiner Großeltern wird irgendwann in den nächsten Tagen abtreten.

      Wer weiß schon, wie viele Gelegenheiten es noch geben wird?
      Sollte man dann nicht denjenigen, denen diese Feiertage etwas besonderes bedeuten, entgegenkommen?


      Ich nehme jedes Jahr die Fahrt von Berlin nach Solingen auf mich, und hatte auch Jahre, wo ich zwischendrin noch mit meiner Ex-Freundin zu ihrer Familie nach Bochum und zurück gejettet bin, weil ich Weihnachten gerne mit meiner Familie verbringe.

      Das bedeutet aber nicht, daß das für jeden anderen Menschen auf diesem Planeten das selbe gelten muss. Nicht jeder hat eine Familie, die es verdient hat, "das Wichtigste zu sein". Und so richtig geile Familien finden auch einen Weg, Weihnachten so zu organisieren, daß jeder zufrieden ist und nicht einzelne Mitglieder Dinge tun müssen, auf die sie keinen Bock haben, nur um den Frieden zu wahren.
      Mainstream commercial nihilism can't be trusted?!
      Ich finde auch, dass sich Familienmitglieder damit abfinden müssen, wenn andere vielleicht mal ein Jahr aussetzen, oder einfach mal anders feiern wollen. Das bedeutet ja nicht, dass man seiner Familie "kündigt" und nie wieder mit ihnen feiern möchte.
      Und gerade wenn noch emotionale Erpressung im Spiel ist, ist das eine ganz miese Sache, die meiner Meinung nach nichts mit Familienzusammenhalt zu tun hat.

      Ich feier dieses Jahr wieder alleine mit meiner Mutter, so wie die meisten der letzten Jahre auch. Wir machen uns das immer richtig schön und gemütlich.
      War nach der Scheidung anfangs auch nicht einfach zu schlucken, dass nicht mehr alle zusammen kommen, aber so spielt das Leben.
      Umso schöner war letztes Jahr, dass mein Bruder mal wieder dabei war. Dieses Jahr fährt er mit seiner Freundin weg und kommt nicht. Das ist dann auch in Ordnung.
      Vögel die man liebt lässt man fliegen...

      Aber Großfamilien-Tamtam wärmt mir auch das Herz, weshalb ich mich jedes Jahr freue bei meiner besten Freundin und ihrer Familie am 1. eingeladen zu sein. :D
      Manche haben einfach solche Familien und manche eben nicht... Musste ich mich auch erstmal mit abfinden.
      >Angst schneidet tiefer als ein Schwert<