Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020

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      Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020

      Wen möchtest du als Präsident der Vereinigten Staaten? 12
      1.  
        Bernie Sanders (6) 50%
      2.  
        Donald Trump (2) 17%
      3.  
        Kamala Harris (1) 8%
      4.  
        Kirsten Gillibrand (1) 8%
      5.  
        Elizabeth Warren (1) 8%
      6.  
        Pete Buttigieg (1) 8%
      7.  
        Tulsi Gabbard (0) 0%
      8.  
        Julián Castro (0) 0%
      9.  
        Amy Klobuchar (0) 0%
      10.  
        Cory Booker (0) 0%
      11.  
        Ein anderer Republikaner (0) 0%
      12.  
        Marianne Williamson (0) 0%
      13.  
        Beto O'Rourke (0) 0%
      14.  
        Jemand anderes (0) 0%
      15.  
        Joe Biden (0) 0%
      16.  
        Ein anderer Demokrat (0) 0%
      17.  
        Ein Kandidat der Libertarian Party (0) 0%
      18.  
        Tom Steyer (0) 0%
      19.  
        Andrew Yang (0) 0%
      20.  
        Ein Kandidat der Green Party (0) 0%
      So, wir haben noch über ein Jahr Zeit bis zur Präsidentschaftswahl, aber da die meisten Kandidaten bereits ihre Kandidatur angekündigt haben, dachte ich mir, dass es nicht schaden kann, schon einen Thread zum diskutieren aufzumachen.

      Post was edited 7 times, last by “Lann” ().

      Hab es woanders schon geschrieben, bin sehr stark für Warren. Fand entsprechend schon die Kandidatur von Sanders schade, von Biden ganz zu schweigen. Der ist für mich Hillary Clinton in sympathischer und männlich. Womit man aber vermutlich Wahlen gut gewinnen kann.
      Dieser Beitrag wurde bereits 12 mal editiert, zuletzt von „Kasimir“ (Heute, 17:14)

      Kasimir wrote:

      Der ist für mich Hillary Clinton in sympathischer und männlich. Womit man aber vermutlich Wahlen gut gewinnen kann.
      meinst du, ist nicht gerade darüber Clinton mit gestolpert, dass viele sie als so gut in der Politik vernetzt etc angesehen haben?
      @Lann : Naja, ist sicher schon interessant zu reden -aber ist das nicht oft so, das erstmal relativ viele ihren Hut in den Ring werfen und in einem Jahr bei den Vorwahlen zeigt sich dann recht schnell, wer überhaupt ernsthafte Chancen hat (und da gab es ja auch schon Überaschungen, nicht zuletzt auf Obama hätten damals vor den Vorwahlen nicht die meisten getippt).
      Die Abstimmung ist leider nicht mit dem kompletten Angebot für Kasimir oder mich.

      Amerika hilft nur noch ein Kaiser... ;)

      Auch unter Obama war die Außenpolitik ... nun ja, bescheiden.

      Und solange es das Wahlmännersystem und das Gerrymandering es ermöglicht, Figuren wie George W. oder eben Donald ins weiße Haus zu spülen, solange zweifle ich auch an der Selbstheilungsmöglichkeit des politischen Systems.

      Würden Sie ein Haus aus dem Jahre 1776 kaufen, das nie grundlegend saniert wurde? Nein? Aber die Verfassung ist Ihnen so recht? Dann sind Sie wohl Amerikaner.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      ssnake wrote:

      Die Abstimmung ist leider nicht mit dem kompletten Angebot für Kasimir oder mich.

      Amerika hilft nur noch ein Kaiser...


      Da siehst du es doch. Du bist nicht drin, weil die Frage ist, wen du als Präsident möchtest und nicht wen du als irgendeine andere Art von Staatsoberhaupt willst.

      Das ganze Electorial College-System kommt mir wie purer Wahnsinn vor.
      meinst du, ist nicht gerade darüber Clinton mit gestolpert, dass viele sie als so gut in der Politik vernetzt etc angesehen haben?

      Auch, ja. Aber das sie zeitgleich eine Frau und zeitgleich für viele sehr unsympathisch ist, halte ich für einen sehr wichtigen Faktor bei Ihrer Niederlage. Bzw. für die große Ablehnung bei einem großen Teil der relevanten Wählerschaft.

      Das ganze Electorial College-System kommt mir wie purer Wahnsinn vor.

      Ja, ist es. Werde es den Demokraten ncht verzeihen, dass sie in der Vergangenheit aus purem Eigennutz, eben weil sie vom veralteten und undemokratischen Wahlsystem als eine von zwei Parteien profitieren, nicht versuchen das System zu reformieren. Mit Progressivität hat das nicht viel zu tun.

      Dieser Beitrag wurde bereits 12 mal editiert, zuletzt von „Kasimir“ (Heute, 17:14)
      Naja, aus meiner Sicht gibt es zwei Probleme:

      A) Sehe ich für die Demokraten keinen realistischen Weg zum Senat. Die roten Staaten werden immer roter und die alteingesessenen, gemäßigten Demokraten werden dort Schritt für Schritt rausgewählt. Neue Demokraten sind dann ziemlich chancenlos. Obama hat 2008 ja sogar noch Indiana gewonnen. Mike Braun (R) wiederum hat hier 2018 überraschend klar einen demokratischen Amtsinhaber geschlagen. Heidi Heitkamp (D) war in North Dakota als Person äußerst beliebt, verlor aber mit über zehn Prozentpunkten gegen ihren Herausforderer. Und da die meisten kleinen Staaten in der Mitte und im Süden inzwischen komplett rot sind, bleibt kaum ein Weg zu einer demokratischen Mehrheit über. Selbst wenn man landesweit deutlich mehr Wähler hat. Jeder Staat, ob Kalifornien mit 40 Mio. Einwohnern oder Montana mit nicht mal einer Mio, hat nunmal zwei Senatoren. Und Trump hat 60 % der Staaten gewonnen. Dazu wird Washington DC als blauester Staat gar nicht im Kongress vertreten und Puerto Rico wird wohl ebenso wenig das Ok der Republikaner bekommen, um ein vollwertiges Mitglied zu werden. Und ohne Kontrolle über den Senat wird es für jeden Präsidenten fast unmöglich. Dazu haben wir im Kongress ein ähnliches Problem dank Gerrymandering. Die Demokraten brauchen inzwischen deutlich mehr Stimmen als die Republikaner. Außerdem schreibt man schon seit Ewigkeiten, dass der demographische Wandel Staaten zu Gunsten der Dems kippen wird. Allerdings verläuft dieser Prozess viel langsamer als erhofft. Siehe die schmerzlichen Niederlagen von demokratischen Nachwuchsstars gegen republikanischen Vollhorste* in knappen Staaten wie Florida und Georgia. Wobei in Florida wenigstens eine Wahlrechtsreform per Volksentscheid durchgesetzt wurde, die 100.000e überwiegend demokratische Wähler zu den nächsten Wahlen zulassen wird. Voters Suppression ist in rep. Staaten nämlich das nächste große Problem, welches die Auswirkungen des demographischen Wandels zurückzudrängen versucht.

      B) Muss jede Bewegung von unten aufgebaut werden. Die Teaparty-Bewegung der Reps hat auch von unten nach oben funktioniert. Man gewann in Gemeinden, Städten und Staaten. Es wurden deren die Präsenz im Kongress immer weiter ausgebaut, man holte sich nach und nach Senatssitze und hatte am Ende mit Trump eine Präsident. Ein Sanders als Präsident kann ohne Unterbau nicht funktionieren. Ohne Senat würde er kaum etwas umsetzen können und könnte letztlich nur enttäuschen. Die Demokraten müssen erstmal wieder in ganz Amerika kompetitiv werden. Die Dems hatten bis zur Wahl 2018 gerade mal 16 von 50 Governors. 2018 verlief für die Reps katastrophal, aber man war nie in Gefahr die Mehrheit der Staaten zu verlieren. Und das ist allein schon deshalb so wichtig, da die einzelnen Staaten die Regeln für die Wahlen aufstellen. Für "progressive Revolution" braucht es den Verlauf der Tea-Party Bewegung. Angefangen über Gemeinden und Staaten ins House und dann erst ins Weiße Haus.

      Fazit: Meine Stimme ging an Kamala Harris. Ich habe in diesen Vorwahlen schon viele Townhalls und zumindest alle Kandidaten einmal gesehen. Zudem kenne ich die wichtigsten Kandidaten schon seit Jahren. Ich will keinen alten Kandidaten (Sanders, Biden), ich will *jetzt* auch keinen zu linken Kandidaten (Sanders, Pocahontas). Das ist die Aufgabe der Generation um AOC. Los Mädls.** Sanders hat dafür gute Vorarbeit geleistet und genau das war auch sein Ziel, aber es nun die Aufgabe der jüngeren Dems in den einzelnen Staaten selbst und im House zu gewinnen. Danach können wirklich Progressive vielleicht einmal einen Präsidenten oder gar eine Präsidentin stellen. Viel Glück dafür. 2020 wünsche ich mir aber eine Mitte-Links-Kandidaten mit durchaus klassischen Profil und genügend progressiven Visionen. Zudem hat Harris genügend Charisma und scheitert nicht schon beim Betreten der Tür (Sry, Pocahontas). Außerdem wäre Frau und schwarz, als Ablöse für Trump ganz witzig. Nicht wichtig, aber halt schon witzig.

      Ansonsten noch ein paar Eindrücke aus den Town Halls: Amy Klobuchar braucht bitte keiner. Eine rechte Demokratin mit einer Tendenz zur Impulsivität wie Dany aus unserem Lieblingsserie. Die ist mit ihren Reden gegen jede linke Idee eher Dauewerbung für die Reps. Cory Booker eh nett, aber es sollte noch lieber seine neue Freundin antreten. Bittebitte. :love: Kirsten Gillibrand ist mutig und gut (wenn auch so arg leise). Aber niemand wird 2020 eine jüngere, hübschere Hillary wollen. Und hier ist die positive Seite der alten Hillary aus den 90ern gemeint. Bei Julian Castro ist es schade, dass er halt einfach kein Charisma hat. Gut, das kann man bei Pocahontas jetzt auch sagen. Eigentlich ja eine richtig tolle Frau, aber mehr Streberimage und weniger Charisma geht gar nicht. Wenigstens so ein ganz klein wenig Coolness. Ein Häuchchen? Nein? Schade und sry, für den Spitznamen. John Hickenlooper? Ja, eh okay. Und Beto soll mal nicht gegen Ted "fucking" Cruz, den unbeliebtesten Republikaner überhaupt, verlieren, bevor er Präsident werden will. Aber das Maximum ist hier wohl ein Vice-Ticket. Und Harris/Beto wäre gar nicht soo verkehrt. Achja, und Tulsi. Tulsi ist halt Tulsi. Go Tulsi. <3 Hoffentlich schafft sie es bis zur ersten Vorwahl. Grüße auch Richard Ojeda, den verrückt-sympathischen Kerl aus dem tiefroten Arbeiterstaat West Virginia, der schon vor zwei Monaten wieder aufgeben hat.

      *Vollhorste klingt nicht nett und sollte normalerweise nicht verwendet werden. Aber es trifft halt einfach zu und wir reden hier von eigentlichen Swing States, die 2018 trotz "Bluewave" republikanisch blieben. Also Staaten, die 2018 zB eine Pocahontas gewinnen will und die eben keine richtig erzkonservativen Staaten sind. Die beiden (DeSantis und Kemp) sind die Benchmark für die Dems. Gna.

      Der Sieger in Florida:


      Und Georgia:


      p.s. Bevor mir jemand die Bezeichnung von Georgia als "Swingstate" vorwirft. Wenn die Demokraten irgendwann mal neue Staaten erobern wollen, müssen sie bei Staaten wie North Carolina und Georgia anfangen. Nirgendwo sonst ist demographische Entwicklung für die Dems günstiger als in den verbliebenen republikanischen Küstenstaaten. Bis jetzt haben sie nur Virginia durch die wachsenden Vororte von DC erobert. Dazu tw. noch Nevada durch das benachbarte Kalifornien und die starken Gewerkschaften in Las Vegas. Und halt das kiffende Colorado wegen Denver. Während die Staaten im mittleren Westen und im evangelikalen Teil immer roter werden. Missouri, Indiana oder auch Iowa sind inzwischen wohl komplett außer Reichweite liegen. Drumrum schauts auch eher immer schlechter aus. Arizona weiter linksunten ist ein Sonderfall, da eigentlich "oldschool republikanisch", aber weniger von Evangelikalen durchsetzt und dadurch der nächste logische Kandidat für einen Zugewinn der Dems. Hier hat die neue demokratische Senatorin 2018 aber auch nur gewonnen, weil sie sich eben nicht per se gegen die Politik von Trump gestellt hat. Zudem ist das Maricopa County (Phoenix) neben einer Hälfte von Long Island das einzig wirklich reiche County, welches Trump 2016 gewinnen konnte. Da werden die Demokraten aber wohl oder übel um die gut gebildeten Wirtschaftsliberalen kämpfen müssen. Wie eben auch an der Südostküste. Die Schlacht um die Evangelikalen und die Landbevölkerung in den Flyoverstates ist nämlich auf viele Jahre verloren. Und eigentlich sichere demokratische Klientele wie die Afroamerikaner sind ebenfalls nicht sonderlich links. Das ist auch mit ein Grund, warum Sanders bei den Schwarzen haushoch gegen Clinton verloren hat und weshalb er vor vier Jahren letztendlich keine Chance hatte. Aber gut, langsam schweife ich auch zu weit rum..

      **Ad Los Mädls) Hier ein Filmtipp für den 1. Mai und ab heute auf Netflix: Knock Down The House

      What's with all these awards? They're always giving out awards. Best Fascist Dictator: Adolf Hitler.

      Post was edited 3 times, last by “Moebius” ().

      Zusammenfassungen zu beiden Debatten gibt es in den meisten großen deutschen Medien.

      Glaube, ganz so optimistisch können wir noch nicht sein, aber ich halte es schon für einen großen Dämpfer, vor allem da ich überhaupt nicht sehe, wie er es bei den nächsten Debatten besser machen soll. Das Problem war ja nicht, dass er sich ungeschickt angestellt hätte, sondern das er Joe Biden ist.
      Dieser Beitrag wurde bereits 12 mal editiert, zuletzt von „Kasimir“ (Heute, 17:14)
      Die ganze Narrative von Candace Owen und anderen Konservativen, dass der Party-Switch nie passiert ist, wird vor allem noch stärker, wenn der Präsidentschaftskandidat der Demokraten ein Segregationist war. Dasselbe mit der Narrative, dass Demokraten Heuchler sind, die nur vorgeben, dass ihnen das Einverständnis von Frauen wichtig ist, wenn sie das benutzen können, um einem Republikaner zu schaden.
      Bin gerade wütend.

      Offenbar kann man Politikerinnen, die in den USA leben, seit sie 10 sind sagen, dass sie zuerst ihr "Heimatsland" fixen müssen, um die USA kritisieren zu können und min. tausende von Leuten sehen darin immer noch keine Diskriminierung.

      Lann wrote:

      Offenbar kann man Politikerinnen, die in den USA leben, seit sie 10 sind sagen, dass sie zuerst ihr "Heimatsland" fixen müssen, um die USA kritisieren zu können und min. tausende von Leuten sehen darin immer noch keine Diskriminierung.
      Ich hab das vorhin auch gelesen. Drei der vier gemeinten Damen sind ja sogar in den USA geboren...
      Something about the howling of a wolf took a man right out of his here and now and left him in a dark forest of the mind running naked before the pack.

      A Game of Thrones, Tyrion I
      Staats- und Regierungsüberhaupt des wahrscheinlich mächtigsten Landes der Welt: "We're at war with Al Qaeda, and she's somebody talking about how great Al Qaeda is ... that was Omar."

      Wann soll sie das nun gesagt haben?

      Edit: Okay, scheinbar soll Trump das hier meinen?
      twitter.com/RealSaavedra/status/1150821718354616320

      Und das sie es lustig fand, wie ihr Professor Al-Quaida sagte, soll scheinbar heißen, dass sie respektlos gegenüber den Opfern von Al-Quaida ist.
      In der Schule haben wir uns auch drüber lustig gemacht, wenn unsere Lehrer zum zigsten Mal die Nazis rausholten. Und das machen bestimmt viele Schüler in Deutschland. Bin ich jetzt auch respektlos gegenüber Nazi-Opfern? Ich kann mir vorstellen, dass das für Ilhan ein ähnliches Gefühl war, als Schülerin zum x-ten Mal über Al-Quaida zu hören.

      Post was edited 1 time, last by “Lann” ().