Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020

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      Lann wrote:

      Glaub mir, ich nehme Obama das auch übel. Aber wenn Trump mit seiner "take out their families"-Rhetorik Kollateralschaden auch noch entstigmatisiert, macht das Kollateralschaden nicht gerade unwahrscheinlicher. Allerdings habe ich auch in keinen der größeren demokratischen Kandidaten 100%iges Vertrauen, an amerikanischer Außenpolitik viel zu ändern. Vielleicht etwas mehr Hoffnung mit Bernie Sanders, da er jetzt amerikanische Involvierung in Yemen stoppen wollte und seine Opposition zum Irakkrieg stärker in den Vordergrund rückt, aber auch Sanders hat es öfter mal vorgezogen zu amerikanischer Außenpolitik zu schweigen, wenn es ihn bevorteilte. Dazu hatte ich vor kurzem mal einen Artikel gelesen, den ich jetzt leider nicht wieder finde. War aber von einer Website links von Sanders, nur um das offen zu legen.

      Ich hoffe vor allem für eine Niederlage von Trump, damit die ganzen rechtsextremen, die darauf hoffen, Trumps Sieg bedeutet, dass ihre Ideen nun beliebter im Mainstream werden und sie die "schweigende Mehrheit" sind, einen ordentlichen Dämpfer bekommen.


      Ich sehe das ähnlich wie du, ich denke es es wichtig dass es einen Sanders mit seinen Positionen gibt, erachte es allerdings nicht als realistisch, dass er (zu alt, zu links) in den USA in absehbahrer Zukunft eine Mehrheit finden könnte, auch einem jüngeren Kandidaten mit (für die USA zu) linken Ideen würde ich da quasi keine realistischen Chancen einräumen.

      Das rechtsextreme Gedankengut ist ja eher ein globales Problem, ich sehe leider nicht unbedingt die großen Auswirkungen einer Abwahl Trumps diesbezüglich (ein Großteil der anderen Reps hebt sich davon ja nicht unbedingt positiv ab) und ich denke, dass die Wahl Trumps ja wesentlich vielschichtigere Gründe hatte, als nur die ganz Rechten.

      Aber das ist ja dann schon wieder ein ganz eigenes Thema für sich.

      Rory2016 wrote:

      Jaehaerys wrote:

      dass ich Trump nicht als wesentlich schlimmer als vergangene Präsidenten sehe
      gerade innenpolitisch, was das zurückdrehen von leichten und mühsam erkämpften sozialen Fortschritten angeht sowie die Stärkung von "alternativen Fakten/Fake News" und verschlechterung der Situation von Minderheiten würde ich dem doch energisch wiedersprechen


      Das ist halt dann wieder eine Sache der Gewichtung, ich erachte einen Präsidenten der die gesetzliche Krankenkasse einstampft und rumpöbelt halt als weniger Schlimm, als einen Präsidenten, der die Welt mit Krieg überzieht. Bei Fake-News waren die Republikaner ja schon immer gut dabei ..

      Lann wrote:

      Ja, hat jeder nach FDR. Das war der Punkt. Wenn Trump nicht mehr antritt, wäre die nächste Niederlage der Republikaner nicht mehr SEINE Niederlage und ich hätte gern, dass Trump verliert.


      Ja, jetzt verstehe ich es. Ja, darauf hoffe ich auch!

      Jaehaerys wrote:

      Hi, ich lass mich auch mal wieder blicken und komme gleich mal mit einer dem Anschein nach konträren Meinung daher.

      Ich muss sagen, dass ich Trump bisher gar nicht SO schlimm finde. Natürlich wirkt/ist er ungehobelt, politisch inkompetent und stumpf, aber immerhin hat er (noch) keinen Krieg vom Zaun gebrochen, diesbezüglich muss man natürlich mal abwarten was da jetzt im Iran geschieht.

      Sollte er es ohne Krieg durchhalten (wie ja von ihm angekündigt), sehe ich ihn jetzt nicht unbedingt negativer als seine Vorgänger (insb. den republikanischen, aber auch die Demokraten sind ja keine Unschuldslämmer). Ich sehe die zugegebenermaßen allerdings alle nicht sonderlich positiv. Ich würde auch vermuten das eine USA mit Hillary Clinton als Präsidentin, sich schon im Krieg befinden würde, ist aber natürlich Kaffeesatzleserei, einige Hinweise konnte man aus ihren geostrategischen Ansichen aber schon ziehen.

      Auf mich wirkt ein Obama auch VIEL sympathischer, eloquent und charmant, charismatisch und mitreißend, aber dennoch der selbe Mann der die Drohnenkriege in fremden Ländern kultiviert hat. Bush hat halt einfach mal Kriegsgründe !erfunden!, wenn man noch weiter zurückgeht, wird es auch nicht unbedingt besser.
      Solche Geschichten haben bei mir eine wesentlich höhere Gewichtung als strunzdumme Twitter-Kommentare.

      Trump ist definitiv ein Spalter, aber dies hat (zumindest für uns, meiner Ansicht nach) auch positive Aspekte. Für die EU ist es eine Möglichkeit zu erkennen, dass die USA nicht IMMER und unabdingbar ein völlig zuverlässiger Partner sind, was uns ggf. die Möglichkeit geben sollte uns von den USA zu emanzipieren und unsere eigenen Wert- und Weltvorstellungen in den Mittelpunkt zu rücken, statt denen der USA hinterherzuhecheln. Hat bisher aber auch eher so semi-gut geklappt ..

      Gefühlt untergräbt Trump selbst die weltweite Vormachtstellung der USA indem er z.B. ihren Einfluß auf die Nato freiwillig eindämmt, da die Vorteile die sie dadurch erzielen nicht mittelbar in Dollar abzubilden sind.

      Ist natürlich alles Kokolores, wenn jetzt ein Iran-Krieg kommt, warten wir mal ab ..


      Ich kann deine Meinung durchaus verstehen! Liegt halt leider nicht daran, dass Trump so toll ist, sondern dass die anderen auch total enttäuscht haben. Ich bin auch von Obama enttäuscht und ich finde, man hätte dem nie den Friedensnobelpreis so früh geben dürfen. Und Busch … auch ganz schlimm. Was ist mit Clinton? Ich war damals noch jung. Welche Kriege hat er begonnen? So gesehen hast du recht, aber jetzt rein von der persönlichen Ebene her, finde ich Trump einfach … unerträglich.
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      A Game of Thrones
      @Jaehaerys Global gesehen magst du bis zu einem gewissen Punkt recht haben. Im Prinzip wundert es mich aber, dass Trump sich noch nicht zu kriegerischen Auseinandersetzungen hinreißen lassen hat...
      Für die USA selbst halt ich ihn allerdings für eine extreme Katastrophe! Der Typ ist xenophob, homophob, mysogynistisch (und noch vieles anderes, zu dem mir gerade die coolen Fremdworte fehlen :D ) und benimmt sich wie ein jähzorniges Kleinkind mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.
      Er spaltet sein eigenes Land zutiefst!

      Das einzige, was man ihm zugute schreiben kann, ist, dass durch sein Verhalten andere Leute zusammenhalten (siehe die Demokraten nach seiner rassistischen Twitter-Attacke auf die vier Demokratinnen mit Migrationshintergrund), Frauen so wütend geworden sind, dass sie ihre Angst überwunden haben und per #metoo die Kraft gefunden haben, sexuelle Belästigungen und Vergewaltigungen und Missbrauch usw. öffentlich zu machen.
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      @SuSansa Ich war damals auch noch jung, aber persönlich habe ich zu Bill Clinton ein ziemlich positives Bild (das ist mit Trump gar nicht vergleichbar) auch wenn ich bis auf seinen angestrebten und durchgeführten Schuldenabbau in den USA ehrlich gesagt nicht so viel über seine genauen innenpolitischen Maßnahmen bescheid weiß.

      Grade im Vergleich mit Leuten wie den Präsidenten davor und danach (man denke an die Bushs, Reagan ... ), wirkt er ja beinahe wie ein Samariter. Zum Ende seiner Amtszeit hin, hat er Ziele in Afghanistan und dem Sudan bombadieren lassen, manche Quellen behaupten, dass er damit versucht hat den innenpolitischen Druck auf ihn abzuwürgen (Lewinsky-Affäre z.B.) aber auch damals gab es wohl schon Anschläge der Al-Qaida in den USA. Ob und inwieweit solche Gegenschläge dann "effektiv oder gut" sind ist mit Sicherheit diskutabel, aber in seinen Auswirkungen im Gegensatz zu den außenpolitischen Aktionen der anderen Präsidenten nicht vergleichbar. So sehe ich das zumindest.

      Also wenn die Frage war ob ich ihn wesentlich positiver sehe, als Trump, dann ja, definitiv.

      Mir ist Trump auch menschlich zutiefst unsympathisch, genauso wie Boris Johnson .. dass ist ein Schlag Mensch wo Aussehen und politische Ansichten perfekt zusammenpassen .. *hust*

      @Esmeralda

      Auf mich als Küchenpsychologen wirkt er immer wie ein Junge mit extremen Minderwertigkeitskomplexen, aber er ist genau auf die Art durch sein Leben spaziert und war dabei erfolgreich (wirtschaftlich) bzw. hat wenig Kontra bekommen (wie das öfter mal so ist, wenn man Vermögend ist und der Rest um einen herum bückelt). Das hat ihn in seinem Verhalten und seiner Art gestärkt und ja .. dann kommt Donald Trump bei raus.

      In seinen wirklichen politischen Aktionen (nicht dem Gelaber) wirkt er auf mich aber genauso wie ein Großteil der anderen Rep's, nur halt unmaskiert (durch Dummheit, Ruchlosigkeit und ein unfassbar riesiges Ego). Seine Ansichten gelangen halt völlig ungefiltert in die Weltöffentlichkeit, aber die Ansichten generell findet man meinem Empfinden nach bei einem Großteil der Republikaner, die schreien das nur nicht völlig unbedarft in die Kamera. Ich finde das ehrlich gesagt fast schon erfrischend.

      Bush hat sich auf den lieben Gott zur Rechtfertigung für seine kruden Ansichten bezogen, Trump auf sein Bauchgefühl. So gesehen finde ich ihn da teilweise ehrlicher als seine Vorgänger und als politischer Partner weiss man woran man ist (nichts ist verlässlich).

      Kurzfristig ist das für die Bevölkerung der USA bestimmt nicht super und auch geostrategisch verdammt beschissen, aber vielleicht bringt es ja langfristig was? Du hast ja auch schon ein paar Bewegungen aufgezählt, auch wenn ich da teilweise den Zusammenhang nichts als unbedingt sicher darstellen würde. Meinst du es hätte #metoo nicht auch ohne Trump gegeben? Ich würde vermuten, dass solche Bewegungen entstehen hängt eher mit der Globalisierung, der Emanzipation und vor allem der Digitalisierung zusammen.

      Aber generell würde ich auch sagen gibt es zumindest theoretisch die Chance zu Erneuerungen, allerdings muss man dann anfangen sich die Frage stellen wie es überhaupt dazu kommen konnte das jemand wie Trump Präsident wurde. Ich finde es an der Stelle auch zu einfach auf den "ungebildeten" Ami oder sonstiges zu schimpfen, denn das ist, denke ich, ein Problem das weite Teile des Westens betrifft.

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      Jaehaerys wrote:

      Meinst du es hätte #metoo nicht auch ohne Trump gegeben?
      Möglicherweise, aber vermutlich erst später.
      Ich glaube, hier kam einfach das Entsetzen, dass der Erste Mann der USA öffentlich erzählen kann, "grab them by the pussy" und wieder und wieder und wieder sich aus seinen Belästigungen und Beleidungen rauswinden kann und auch noch drüber lacht. Das hat das Fass ganz fix zum Überlaufen gebraucht. Sonst hätte das Fass noch einiges mehr gebraucht.
      Ich habe irgendwann relativ zum Anfang der Bewegung auch mal einen Artikel darüber gelesen, der genau das aussagte. Aber natürlich weiß ich nicht mehr wann und wo und finde auf die Schnelle im Netz nichts dazu.
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      Jaehaerys wrote:

      aber die Ansichten generell findet man meinem Empfinden nach bei einem Großteil der Republikaner, die schreien das nur nicht völlig unbedarft in die Kamera. Ich finde das ehrlich gesagt fast schon erfrischend.
      insofern das ich seinen Vize noch weniger gern auf seinem Stuhl sehen würde, aufjedenfall.

      Jaehaerys wrote:

      ? Du hast ja auch schon ein paar Bewegungen aufgezählt, auch wenn ich da teilweise den Zusammenhang nichts als unbedingt sicher darstellen würde. M
      jedenfalls hat es teilw. Menschen (re)politisiert, so das es Wahlbezirke gab wo Trump-treue Stamm-Parlamentsmitglieder (weiß jetzt nicht mehr ob Senat oder Kongress), sich gezwungen sahen in einen anderen Staat zu wechseln.

      Aber Trump hat sich ja anscheinend auch früher schon immer wieder derb in die Politik eingemischt- im anderen Thread sprach ich über die Serie "When they see us", da kommt am Rande auch vor wie Trump riesen Anzeigen Pro-Todesstrafe in den New Yorker-Zeitungen geschaltet hat, als es um die (zu unrecht beschuldigten) Kinder/Jugendlichen ging.

      Jaehaerys wrote:

      Kurzfristig ist das für die Bevölkerung der USA bestimmt nicht super und auch geostrategisch verdammt beschissen, aber vielleicht bringt es ja langfristig was?


      Na, in der Vergangenheit hat man genau auf diese Art langfristig die Mitte verschoben. Immer wieder zwei Schritte nach rechts und nur ein Schritt wieder zurück. So war es zB Reagan, der es geschafft hat, die bis in die 80er eher unpolitischen Evangelikalen zu strammen Republikanern zu machen. Inzwischen haben sie die Republikaner in weiten Teilen sogar übernommen (selbst Ausnahmen wie Arizona bröckeln langsam) und Errungenschaften wie Roe v. Wade sind gerade dabei zu fallen. Und da wird man auch nach Trump so schnell nicht mehr viel machen können. Der rote Supreme Court steht wohl für mindestens 20 Jahre. Die Wahlkampfgesetzgebung steht inzwischen klar hinter den Republikanern und deren Spendern. Und die roten Staaten sind quasi politische Festungen geworden. Auch werden die verschoben Grenzen, Änderungen der Spielregeln durch Trump und McConnell bleiben. Nivellierungen nach unten sind bisher immer geblieben. Die Demokraten können die Spiele der Republikaner mitspielen und auf deren Spielfeld verlieren oder versuchen alleine selbst gesteckte Ziele und Regeln einzuhalten.. und so verlieren. Das Spiel wurde halt durch Reagan, Bush Jr., McConnell, Trump, Fox News, die Koch-Brüder immer unfairer und schmutziger und das wird es auch bleiben. Als Reaktion auf Reagan kamen übrigens die entideologisierten, neoliberalen Demokraten (wie Gary Hart, später Bill Clinton und Co.) und viel etwas anderes ist bis heute nicht möglich. Selbst man es wie Obama möchte. Mehr als ein bisschen progressiv, ein bisschen Linke-Agenda ist in Amerika auf viele Jahre per System schlicht unmöglich. Ich find ja zB Bernie auch knuffig, aber was soll er gegen einen erzrechten Senat groß durchsetzen? Wenig bis nichts und einige, jederzeit wieder aufhebbare, Dekrete alla Obama wären alles, was überhaupt möglich wäre. Einen großen, progressiven Wurf kann es auch in der Periode von 2020 bis 2024 keinen geben. Und ist sehe auch in folgenden Jahren kein Zeitfenster kommen.

      Den größten Vorwurf den man Obama machen kann, ist, dass er ernsthaft versucht hat, im ersten Amtsjahr mit den Republikanern zusammenzuarbeiten und die Spaltung des Landes zu verkleinern. Er hatte ein kurzes Zeitfenster nach Amtsantritt, in dem er die notwenigen 60 % im Senat und den Kongress für eine Regierungsmehrheit hatte. Dann kam halt leider der Tod von Ted Kennedy, die verlorene Nachwahl und quasi ein regieren gegen das Parlament. Und letztendlich sind doch auch hier die Republikaner klar im Vorteil. Abbauen, Senken, Deregulieren geht nun mal deutlich leichter als umgekehrt. Ein Gesundheitssystem ist deutlich leichter zu zerstören als zu erschaffen, Steuern leichter zu senken als zu erhöhen. Ich frage mich eh, wie irgendein Demokrat irgendein Wahlverspechen finanzieren will. Dafür Steuererhöhungen durch den Senat bringen will. Trump hat gerade ohne Gegenfinanzierung die Steuern für Reiche massiv gesenkt. Der nächste Präsident wird erst mal Trumps Ausgaben finanzieren müssen. Und dann erst/noch die eigenen. Btw. Auch hier hat Reagan mit der Nivellierung nach unten begonnen. Und das lustige daran, für die Wähler der Republikaner ist das Ganze nur win/win. Weniger Steuern sind geil, ein handlungsunfähiger, schwacher Staat ist genau geil. (Also außer die Militär halt.)

      Ansonsten ist einer der größten Erfolge der Rechten, dass es man es geschafft hat, in der Mitte den Mythos zu streuen, dass eh beide gleich schlecht Kandidaten sind. Denn eine niedrige Wahlbeteiligung reicht den Republikanern für ihre Siege. Auch etwas weniger Stimmen reichen ihnen zum Sieg. Und dies inzwischen übrigens sowohl für das Weiße Haus, als auch für Senat und Repräsentantenhaus so. 2016 haben die Reps mit 49,1 % zu 48 % gewonnen und dafür 47 Sitze mehr als die Dems bekommen. Die Demokraten mussten 2018 mit 53,4 % zu 44,8 % gewinnen, um gerade im Moment mal 36 Sitze Vorsprung zu haben. Das waren 10 Mio. Stimmen mehr für die Demokraten und einen relativ knapp Sieg in Sitzen. Und jetzt kommt eine unpopuläre Meinung von mir: Hillary Clinton war programmatisch eine gute Kandidatin. Ihr Wahlgramm und ihre Ansichten waren stets progressiver/weiter links als jene von Bill oder zB von einem Joe Biden. Ja, sie wäre auch neoliberal gewesen, aber in jeden Punkt deutlich besser als Trump. Das war eine Wahl zwischen Gerhard Schröder/Tony Blair und AfD/Farage. Wer da kaum Unterschiede sieht, bitte. Die Amerikaner werden es allein durch das Kippen des Gleichgewichts im Supreme Courts in Richtung der fundamentalen Rechten auf Jahrzehnte merken. Und die ständigen, fiktiven Kriegstreiberei-Vorwürfe? Ach bitte, Hillary war federführend beim Iranabkommen. Trump hat es kündigt und sich Bolton geholt. Bush halt über eine Million Zivilisten mit Jets und Raketen getötet. Obama hat alle Auslandseinsätze drastisch zurückgefahren, aber in bestimmten Situationen noch auf Drohnen gesetzt. Gleichzeitig aber auch durchgesetzt, dass zivile Oper zu veröffentlichen sind. Trump hat die Drohneneinsätze ausgeweitet und die Veröffentlichung der Opferzahlen verboten. Und das ist nun zB ein Argument gegen Obama und für Trump? Come on.

      Zu den kommenden Wahlen:
      Ich sehe für die Demokraten auch 2020 kaum einen Weg zum Senat (die Parteistrategen hoffen schon auf Dinge wie in Texas nach der Niederlage gegen Ted Cruz 2018 diesmal den stärken Rep-Senator zu schlagen) und damit würde/wird ein demokratischer Präsident kaum etwas von seinen Verspechen umsetzten können. Jeder demokratische Gewinner wird sich letztendlich verheizen (ähnlich wie Obama). Deutlich besser wäre bzw. immens wichtig wäre ein Sieg natürlich dennoch. Für alle Bereiche. Als kleines Beispiel nur die momentane Aushöhlung und Zerstörung sämtlicher Umweltschutzgesetze und Umweltschutzinstitutionen. Da wurden befreundete Manger von Ölkonzernen als Spitzenbeamte im Umweltschutz eingesetzt. Klimawandelleugner ohne jede relevante Bildung in die wissenschaftlichen Gremien gesetzt. Dazu Richter aus der religiösen Rechten in allen Ebenen installiert. Da geht es nicht nur um Supreme Court und der Angst bei jedem Husten von Ruth Bader Ginsburg. Da wurden Jahrzehnte an Errungenschaften zerstört und für viele Jahre Tatsachen geschaffen. Ein Bush Jr. hat sich zB nicht mal im Ansatz getraut, so dreist alles einzureisen, wie Trump und sein Gefolge es gerade machen. Daher auch die bedingungslose Gefolgschaft der Reps.

      Zur Präsidentenwahl selbst
      Da sehe ich derzeit Trump klar im Nachteil. Die Daten im Mittleren Westen schauen für Trump heute klar schlechter aus als 2016. Sowohl in allen Umfragen als auch zB die Ergebnisse von 2018 (und in Zwischenwahlen schneiden Dems normalerweise deutlich schlechter ab). Und Trump hat nur durch den Mittleren Westen gewonnen. Das war Demobilisierung gepaart mit wenigen tausend Stimmen Vorsprung. Zudem sind dort heute auch tw. neue demokratische Gouverneure, was ein großer Vorteil ist. (Die Niederlage in Florida 2018 tut hier übrigens für die Dems besonders weh. Denn dort geht es darum, ob ca. 300.000 Großteils demokratische Wähler 2020 erstmals wählen werden dürfen.. oder eben nicht. Und in Florida ging es halt bisher immer nur um wenige tausend Stimmen Unterschied.) Im Normalfall würden aber die demokratischen Staaten im Mittleren Westen für einen demokratischen Sieg schon reichen. Der Vorteil ist im Moment also beim zukünftigen Herausforderer. Trumps Team ist hier auch schon etwas in Panik. Und versucht ganz andere Staaten anzugreifen, um im Mittleren Westen verlieren zu können. Die Planspiele reichen bis zu einem roten Sieg in Oregon, was wirklich schon arg unwahrscheinlich ist.
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      1000 Zeichen ^^ (Deshalb zwei Beiträge)

      Ansonsten dürften bei den Demokraten die ersten Entscheidungen wohl gefallen sein. Ein bisschen hatten wir ja bisher Pärchen, wo nur einer gut über den Sommer kommen wird. Harris wird Booker schlagen und afroamerikanische Kandidatin werden. Ihre Daten in Iowa (weiße Arbeiter, wichtiger früher Vorwahlstaat) sind auch überraschend gut und in den südlichen Staaten hat sie dann eben ihren Vorteil. Zudem ihr Heimatstaat Kalifornien. Auch bei den progressiven Wählern ist sie inzwischen Top 3 (und quasi gleichauf bzw. knapp hinter Sanders) und hat auch solide Zahlen in der Mitte. Links dürfte sich Pocahontas durchsetzen. Sie gewinnt immer mehr Sanders-Wähler und hat kontinuierliche und tw. erstaunliche Zugewinne durch alle Wählergruppen. Biden ist halt die erwartete Pinata auf die Mann einprügelt und dann fallen die Prozente für die anderen herunter. Bei den Jungen hat Buttigieg überrascht und wird noch ein Stück mitgehen. Auch damit ist Betos Stern inzwischen endgültig verglüht. Die anderen, bekannteren Außenseiter sind mMn auch schon weg. Wer in sechs Monaten nicht über fünf Prozent kommt, schafft es bis Herbst nicht, relevant zu werden. Wenn da in der CNN Debatte nächste Woche nichts Großes mehr passiert, wars das für die Meisten. Auch die erfahren Mitte-Kandidaten haben überraschend wenig geschafft und wohl draußen. Die vielen Umfragen nach Staaten, Wählergruppen und die Entwicklungen sind wirklich interessant und wer jetzt nirgends dabei ist,wird auch kein Geld im Herbst haben. Zu meiner Überraschung halte ich Pocahontas knapp vor Harris inzwischen für die Favoritin. Pocahontas muss es aber halt noch irgendwie schaffen, in einer Gewerkschaftsbude volkstümlich einen Hot Dog zu verdrücken. Wird spannend. Andere Kandidaten kann ich mir kaum noch vorstellen. Maximal Biden. Aber Biden ist nunmal Biden. Jedes Mal, wenn er den Mund aufmacht, verliert er Stimmen. Zudem ist es halt noch eine arg alte Version von Biden. Und Sanders ist halt nichtmal mehr bei den klar Progressiven oderjungen Wählern an erster Stelle. Zudem ist er wie Biden mit dem Vorteil seiner Bekanntheit gestartet. Die Vorteil schwindet halt automatisch.

      Brigthroar wrote:

      Du kannst dir die Stunden der Ergebnisverkündung und des Geschwafels auch sparen. Am Resultat ändert deine Präsenz vorm Fernseher nämlich 0,0 und ich halte dich auch prinzipiell für interessiert und informiert genug, dass für dich das Geschwafel keinen großen Mehrwert hat.

      Na, das Geschwafel ist aber richtig tolles Geschwafel und ziemlich spannende Statistik. Seit Bush vs. Gore bin ich persönlich angefixt. Es gibt kein spannendere Sportereignis als dieses. Auch Clinton vs. Trump war auf CNN am Ende ganz großes Kino. Sau spannend, knapp, richtig viel Drama.. Leider mit dem falschen Ausgang halt. Dafür werde ich nie den zweiten Obama-Sieg vergessen und wie Karl Rove verzweifelt gegen die Berechnungen in Ohio argumentiert halt auch noch während dieser Staat als sicher für Obama gegeben wurde, was Obamas Wiederwahl bedeutet hat. Bei Trump war es halt traurig. Die ersten Ergebnisse waren alle wie vorausgesagt. Dann kam die Wahlbeteiligung im Mittleren Westen und hier vor allem in demokratischen Bezirken. Und damit war das Rennen auf einen Schlag völlig offen. Zusätzlich mit den ersten Ergebnissen aus Florida war es dann ein zähes Schneckenrennen, bis Trump mit ganz kleinen, aber kontinuierlichen Stimmenüberschüssen vorbeizog. Clinton kam dann zwar nochmal näher, aber dann gingen ihr die Counties aus und die Hoffnung schwand endgültig.

      ssnake wrote:

      Es stößt die gemäßigten WASP-Wählerschichten ab und wird die nicht zu unterschätzenden Wählergruppen der Hispanics z.B. in Florida, einem Schlüsselstaat, nicht gerade positiv für Donald stimmen.

      Wobei es *die* Hispanics so nicht gibt. Gerade in Florida sind noch immer die ultrarechten Exilkubaner als sehr große und einflussreiche Gruppe mit am wichtigsten. Und diese begrüßen jegliche Beschimpfung von Kandidaten, die mal "Sozialismus" gesagt haben. Auch in dieser Wortwahl. Das ist ähnlich wie in Österreich, wo die Serben, als eine der treusten Wählergruppen hinter der FPÖ stehen. Auf der anderen Seite gibt es in Florida inzwischen noch viele Puerto Ricaner, die auf Jahrzehnte sowieso nicht Trump hassen werden. Auch da kann er keinen Schaden anrichten.

      Ist übrigens mit den Schwarzen ähnlich. Diese wählten zwar bisher immer in großen Teilen Dems (wenn sie denn wählen gehen), sind aber längst nicht per se alle links. Das war auch ein großer Grund, warum Sanders keine Chance gegen Clinton bei den Vorwahlen 2016 hatte. Die Hispanics sind sogar überwiegend erzkatholisch, konservativ und zumindest gesellschaftspolitisch ganz klar rechts. Eine Wählergruppe, wo es eher für die Demokraten schwer ist, sie zu behalten bzw. zur Wahl bringen. Texas ist zB inzwischen ein Majority-Minority-State. Dh Weiße Nicht-"Hispanics" sind inzwischen in der Minderheit. Trotzdem ist Texas immer noch nicht lila.

      Einen Satz noch zu Ilhan Omar: Sie ist halt auch das bestmögliche Opfer für Trump. Ihren Bezirk hat sie haushoch gewonnen, ja, wird sie auch wieder, aber sie hat landesweit natürlich klar negative Werte. Da kann sie auch nix für. Sie ist leider das perfekte Feindbild. Und ich bin mir nicht sicher, ob es Trump nicht sogar nützt. Mittlerweile macht er es ja bewusst und er hat auch ganz bewusst die kontroversesten, verwundbarsten Kandidatinnen der Dems für seine Angriffe gewählt. Und er wird es im Hauptwahlkampf wieder machen. Er will diese Frauen im Rampenlicht und auf nationaler Bühne als Gegnerinnen haben.
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      Dass dieses permanente rassistische Getöse Trump nur nützt, wage ich irgendwie zu bezweifeln. Es könnte im Gegenteil gerade in der afro-amerikanischen Bevölkerung in der Sonst-Lieber-Nicht-Wählersvhicht zu Mobilsierungseffekten führen, die es sonst womöglich nicht geben würde.


      Auch hier wird es sehr wichtig sein, wer letztendlich das Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur macht. Würde ich den Dems etwas raten können (und als wenn das immer so einfach wäre), dann würde ich zu einem nicht-weißen Kandidaten raten. Wegen der Mobilsierung wärs.


      Dass die Exilkubaner in Florida heute noch einflußreich sind, wage ich nicht zu bezweifeln, aber sind die auch zahlenmäßig immer noch so bedeutend?
      Zu Texas fällt mir nur das Zitat aus "Two and a half Men" ein: "Was, Texas war mal ein unabhängiges Land? Und warum haben wir das geändert?" Egal wer da wohnt, er verwandelt sich in nullkommanix in das, wovon er sich hauptsächlich ernährt: In ein Rindvieh!
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

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      Das Problem in der USA ist halt leider auch, dass am Ende gar nicht demokratisch entschieden wird, wer Präsident wird. Es geht nicht um die Mehrheit, sondern nur um die Mehrheit in den einzelnen Bundesstaaten. Die demokratisch und republikanisch geprägten Bundesstaaten sind ja eh schon klar, wichtig sind die Staaten, die sich nicht auf eine Seite festlegen und tatsächlich noch beeinflusst werden können.
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      ssnake wrote:

      Dass dieses permanente rassistische Getöse Trump nur nützt, wage ich irgendwie zu bezweifeln.

      Dass es ihm generell nützt, habe ich auch nicht geschrieben. Aber dass ausgerechnet hier ein Wendepunkt sein soll, wage ich mal zu bezweifeln. Die vier Damen werden doch seit Wochen von konservativer Seite quer durch alle Kanäle als kommunistisch, antisemitisch und unamerikanisch dargestellt. Die Koch-Brüder habe gerade eine große Kampagne gegen AOC bezahlt. Ilhan Omar ist dazu mit ihren Kopftuch und ihrem Glauben schon auf den ersten Blick (leider) ein perfektes Ziel. Das ist nicht fair, nicht gerecht, aber ziemlich simpel und es funktioniert in weiten Teilen. Man versucht die kontroversesten und die am weitesten links stehenden Kandidaten zu den bekannten Gesichtern der Dems zu machen, um die Mitte abzuschrecken.

      Es geht hier halt nicht um Oprah Winfrey als Angriffsziel, sondern um eine bundesweit "unbeliebte", linkslinke Afroamerikanerin und Muslimin mit Kopftuch. Meine Güte, Trump war einer der Anführer der Birtherism-Bewegung gegen Obama, hat sich nie dafür entschuldigt und kam damit durch. Er gewann gegen Hillary Clinton, deren Beliebtheitswerte bei Schwarzen höher waren, als es die des nächsten Kandidaten sein werden (wohl Harris incl.).


      (Und was bei Obama funktioniert hat, funktioniert bei Omar doch zehnmal leichter.)

      ssnake wrote:

      Dass die Exilkubaner in Florida heute noch einflußreich sind, wage ich nicht zu bezweifeln, aber sind die auch zahlenmäßig immer noch so bedeutend?

      Am Ende geht es halt auch immer um Geld und Einfluss und kaum eine Gruppe ist besser straffer organsiert und besser vernetzt. Ein treuer Teil der Reps in Floridas, der sich durch Obamas Lockerungen gegenüber Kuba persönlich angegriffen gefühlt hat. Trump hat es sofort wieder zurückgenommen und wurde zum Helden. Prinzipiell spricht man immer von einer neuen Generation, die politisch flexibler wird. Allerdings ist das auch schon über 20 Jahren so. Genauso wie man seit über 20 Jahren davon spricht, dass die demographische Entwicklung für die Dems spricht und viele neue Staaten diesmal aber ganz sicher kompetitiv werden. Am Ende wurden nur die Jungen älter und ebenfalls konservativ.

      Florida ist letztendlich auch die schmerzlichste Niederlage 2018 für die Dems. Ein progressiver Shooting-Star der Dems hat den Gouverneursitz verpasst. Und man hat sogar als Amtsinhaber einen Sitz im Senat verloren. Damit sind bis mindestens 2024 wohl beide rot. Und es geht bei den Governeurswahlen letztendlich auch immer darum, wer bei den Präsidentenahlen wählen darf und was für eine Teilnahme notwendig. Die Reps tun halt alles (wirklich alles) dafür, um die Hürden möglichst hoch anzusetzen.

      In Florida geht's zusätzlich noch darum: en.wikipedia.org/wiki/2018_Florida_Amendment_4

      ssnake wrote:

      Würde ich den Dems etwas raten können (und als wenn das immer so einfach wäre), dann würde ich zu einem nicht-weißen Kandidaten raten. Wegen der Mobilsierung wärs.

      Ich sage, die weißen Frauen aus den Vororten entscheiden es. Die haben 2016 überraschend doch Trump gewählt und sich seitdem am meisten abgewandt. Bleiben sie bei ihrem Wahlverhalten von 2018, wird Trump verlieren. Und die Wahl 2018 und vieles dazwischen war auch mehr eine rosa ;), denn ne blaue Welle. Insofern: Nicht Biden. Und insofern kann es Trump doch noch schaden, wenn er ständig auf vier "schwächere" Frauen im Kongress einprügelt. ("Schwächer" deshalb, weil sie nicht den Einfluss, die Mittel und mediale Blattform haben, um auf Augenhöhe in diesem Konflikt antworten zu können.)
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      Moebius wrote:

      Jaehaerys wrote:

      Kurzfristig ist das für die Bevölkerung der USA bestimmt nicht super und auch geostrategisch verdammt beschissen, aber vielleicht bringt es ja langfristig was?


      Na, in der Vergangenheit hat man genau auf diese Art langfristig die Mitte verschoben. Immer wieder zwei Schritte nach rechts und nur ein Schritt wieder zurück. So war es zB Reagan, der es geschafft hat, die bis in die 80er eher unpolitischen Evangelikalen zu strammen Republikanern zu machen. Inzwischen haben sie die Republikaner in weiten Teilen sogar übernommen (selbst Ausnahmen wie Arizona bröckeln langsam)


      Ist die USA dann nicht generell und unwiederruflich zu Erz-Konservatismus verurteilt, wenn es mit jedem Republikaner als Präsident zwei Schritte nach Rechts geht und mit jedem Demokraten maximal einen Schritt nach links? Völlig unabhängig von den einzelnen Personen und ihren politischen Agenden? Woran würde das liegen, wenn es wirklich so wäre?

      Und warum fällt es den Rechten zu bestimmten Zeiten so einfach neue Wähler zu überzeugen, während sich die Linken da eher ungeschickt anstellen. Klar es werden Ängste geschürt und Populismus betrieben, aber Populismus ist ja nicht per se negativ (die Wortherkunft kommt meines Wissens nach von den Popularen in Rom) und es muss ja auch so etwas wie positiven Populismus geben.

      Und da wird man auch nach Trump so schnell nicht mehr viel machen können. Der rote Supreme Court steht wohl für mindestens 20 Jahre.


      Das wäre aber mit jedem Rep-Präsidenten das gleiche gewesen oder?


      Die Wahlkampfgesetzgebung steht inzwischen klar hinter den Republikanern und deren Spendern.


      Du bist definitiv tiefer in der Materie als ich und wenn du Lust uns Zeit hast, würden mich nähere Informationen dazu interessieren. Beziehst du das, darauf das die Republikaner mehr Unterstützer durch Multi-Millionäre und noch höhere Einkommenschichten durch Steuersenkungen hinter sich ziehen oder was steckt noch dahinter?


      Trump hat gerade ohne Gegenfinanzierung die Steuern für Reiche massiv gesenkt. Der nächste Präsident wird erst mal Trumps Ausgaben finanzieren müssen. Und dann erst/noch die eigenen. Btw. Auch hier hat Reagan mit der Nivellierung nach unten begonnen. Und das lustige daran, für die Wähler der Republikaner ist das Ganze nur win/win. Weniger Steuern sind geil, ein handlungsunfähiger, schwacher Staat ist genau geil. (Also außer die Militär halt.)


      Auch wenn es nicht meine Vorstellungen von "richtiger" Politik sind, ist das doch relativ "normale" Republikaner-Politik und die wurden nunmal gewählt, was in den USA ja auch nichts sonderlich ungewöhnliches ist. Und das ist dann doch einfach Demokratie auch wenn die Ergebnisse nicht mit den eigenen Ansichten übereinstimmen.


      Ja, sie wäre auch neoliberal gewesen, aber in jeden Punkt deutlich besser als Trump. Das war eine Wahl zwischen Gerhard Schröder/Tony Blair und AfD/Farage. Wer da kaum Unterschiede sieht, bitte. Die Amerikaner werden es allein durch das Kippen des Gleichgewichts im Supreme Courts in Richtung der fundamentalen Rechten auf Jahrzehnte merken. Und die ständigen, fiktiven Kriegstreiberei-Vorwürfe? Ach bitte, Hillary war federführend beim Iranabkommen. Trump hat es kündigt und sich Bolton geholt. Bush halt über eine Million Zivilisten mit Jets und Raketen getötet. Obama hat alle Auslandseinsätze drastisch zurückgefahren, aber in bestimmten Situationen noch auf Drohnen gesetzt. Gleichzeitig aber auch durchgesetzt, dass zivile Oper zu veröffentlichen sind. Trump hat die Drohneneinsätze ausgeweitet und die Veröffentlichung der Opferzahlen verboten. Und das ist nun zB ein Argument gegen Obama und für Trump? Come on.


      Haha, der Vergleich hat mich wirklich zum lachen gebracht. Ich betrachte es halt nicht wirklich auf die einzelnen Kandidaten bezogen, meines Erachtens sind es demokratische Prozesse die ineinandergreifen. Wenn jeder Kandidat der Linken oder gemäßigten Parteien (wenn nicht nur die USA betrachtet) halt immer nur der nächste Neoliberale ist und dazu auch am besten ggf. noch gerne Kriege führt, eröffnet man damit meinem Empfinden nach die Tür für Personen wie Farage, Trump, Johnson, Wilders.

      Das ist gar keine Kritik an Hillary Clinton, auch wenn ich ihr zugegeben nicht sonderlich viel abgewinnen kann, das Problem liegt doch viel tiefer.

      Bezüglich deines letzten Satzes, meinst du da jetzt mich oder die Allgemeinheit außerhalb dieses Forums? Ich habe das Gefühl du schmeisst mich mit Fox-News in eine Ecke. Ich habe auch nie Behauptet, dass Trump der bessere Präsident als Obama ist.

      Jaehaerys wrote:

      Woran würde das liegen, wenn es wirklich so wäre?

      Naja, es ist leichter zu zerstören als etwas aufzubauen. Die Krankenversicherung ist da ein gutes Beispiel. Aushöhlungen, Nivellierungen nach unten sind einfach. Ein funktionierendes System zu installieren und gegen massiven Wiederstand zu fixen, ist deutlich schwerer. Auch sind Steuergeschenke immer einfacher als Steuererhöhungen. Die Lösungen der Rechtspopulisten sind halt auch kurzfristiger, was wiederum wieder einfacher ist. "Obamacare" wurde nach acht Jahren bzw. zwei Amtszeiten durchaus geschätzt, obwohl es von Reps ständig und Stück für Stück zerstört wird. Deshalb wäre auch Clinton so wichtig gewesen. Viele dieser progressiven Dinge brauchen halt Jahre, während ein Hammerschlag von der anderen Seite oft genügt.

      Wohin es geht, ist schwer zu sagen. Vielleicht kommt mal eine blaue Welle die stark genug ist. 2016 haben die Reps aber auf bundesstaatlicher Ebene dominiert und 2018 war erst ein Beginn einer Aufholjagd (einfach die Zahl der Gouverneure ansehen). In vielen Gegenden haben die Dems halt gar keine Strukturen mehr. Dazu kommt, dass die USA (wie auch andere Staaten) immer mehr gespalten werden. Hier liegt auch das Problem im Senat. In den roten Staaten gab es immer auch blaue Senatoren. Und bis auf wenige blaue Amtsinhaber, die noch wiedergewählt werden, kommen ausschließlich rote Senatoren nach. Deshalb reichen auch die Erfolge wie bei den letzten Wahlen nicht. Die Dems können lila Staaten gewinnen oder langsam rote Staaten drehen (Arizona), aber die blauen Mittekandidaten in den roten Staaten verlieren Wahl für Wahl und werden durch rote Rechtsaußenkandidaten ersetzt. Die überproportionale Vertretung der kleinen, tiefroten Staaten arbeitet gegen die Dems. Dazu ist zB DC, als demokratischster "Staat", gar nicht vertreten. Und dieses Problem wird immer größer, da die großen blauen Staaten immer weiter wachsen und so immer schlechter vertreten werden. Gut möglich, dass zB die Unabhängigkeitsbestrebungen in Kalifornien mal wirklich relevant werden.

      Jaehaerys wrote:

      Das wäre aber mit jedem Rep-Präsidenten das gleiche gewesen oder?

      Ja.. jaein. Trump interessiert sich für solche Dinge nicht wirklich und lässt von einer rechtsreligiösen Lobbygruppe die Kandidatenlisten geben. Es hätte sicher Kandidaten gegeben, die mittigerer vorgegangen wären. Zudem hätte den vorletzten Richter eigentlich Obama bestellen sollen. Er hat sogar einen Zentristen nominiert, die Reps haben ein Jahr durch Verfahrenstricks und womöglich illegal blockiert. Da kommt wieder der Punkt, dass Reps halt auch immer etwas skrupelloser sind. Und wenn die Dems ähnlich skrupellos sind, funktioniert es auch schlechter. Die Wähler der Linken stellen halt höhere moralischen Ansprüche und sind kritischer bei Verfehlungen. Da schauen die Linken eher zu Unrecht unfähiger aus. In Massachusetts kann die Stimmung halt mal nach rechts kippen, Alabama aber nie nach links. Die Reps dürfen dort maximal unfähig sein.

      Jaehaerys wrote:

      Du bist definitiv tiefer in der Materie als ich und wenn du Lust uns Zeit hast, würden mich nähere Informationen dazu interessieren. Beziehst du das, darauf das die Republikaner mehr Unterstützer durch Multi-Millionäre und noch höhere Einkommenschichten durch Steuersenkungen hinter sich ziehen oder was steckt noch dahinter?

      Es geht vor allem um Urteile wie dieses. Eine der lautesten Schlachten neben dem Thema Abtreibung in den USA derzeit. Wäre der Supreme Court wieder liberal, würde es sofort anders aussehen:

      zeit.de/politik/ausland/2014-04/us-gericht-wahlkampfspenden

      Dazu halt Gesetzgebung darüber, wer wie wählen darf. Da geht es zB darum, dass nur ein Pass, Führerschein oder NRA-Ausweis zugelassen wird, was natürlich vor allem Demokraten ausschließt. Wie sehr die Registrierung ins Wählerregister erschwert und verkompliziert wird, was wieder Demokraten ausschließt. Und simple Dinge wie die Öffnungszeiten und Anzahl von Wahllokalen in blauen Gegenden (langer Anfahrtsweg und stundenlange Schlangen). Und vieles mehr.

      Und das ist eben auch ein Bespiel: en.wikipedia.org/wiki/2018_Florida_Amendment_4

      Jaehaerys wrote:

      Auch wenn es nicht meine Vorstellungen von "richtiger" Politik sind, ist das doch relativ "normale" Republikaner-Politik und die wurden nunmal gewählt, was in den USA ja auch nichts sonderlich ungewöhnliches ist.

      Naja, Budgetkonservatismus war mal wichtig für die Konservativen. Und Trump ist schon richtig radikal mit seiner Nach-mir-die-Sinnflut-Politik. Hier geht es dezidiert auch um das Zerstören Systems, das Zerstören der Funktionsfähigkeit des Staates. Das kann nicht der Sinn der Sache sein.
      What's with all these awards? They're always giving out awards. Best Fascist Dictator: Adolf Hitler.

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      Moebius wrote:

      Es gibt kein spannendere Sportereignis als dieses.


      Die Versportlichung der Politik in den USA ist aber bestimmt auch Teil des Problems, oder. Und da bin ich überhaupt nicht immun. Ich bin auch ziemlich uninformatiert über deutsche Politik, bis ca. einen Monat vor ner Wahl, während ich ca. täglich seit 2017 nachgucke, ob es neue Umfragen für Pennsylvania und Wisconsin gibt, die für Trump schlechter aussehen.

      Jaehaerys wrote:

      Du bist definitiv tiefer in der Materie als ich und wenn du Lust uns Zeit hast, würden mich nähere Informationen dazu interessieren.

      Gerrymandering muss ich da unbedingt noch als entscheidenden Punkt hinzufügen. -> en.wikipedia.org/wiki/Gerrymandering_in_the_United_States

      Also im Prinzip:
      1. Spenden und Spendengesetzgebung (vor allem obiges Urteil) -> entscheidend hierfür die Zusammensetzung im Supreme Court
      2. Gerrymandering -> verantwortlich Gouverneure der Staaten (2016 deutliche Mehrheit rot, seit 2018 "nur" noch 27 zu 23 für die Reps) und in Extremfällen wieder der Supreme Court
      3. Voter Suppression -> Gouverneure bis zum Supreme Court

      Bei Voter Suppression gibt es ein viele Absurditäten bis Grauslichkeiten. Spontan fällt mir da zB auch noch die Registrierungsstelle in blauen Bezirk ein, die nur jeden fünfte Montag im Monat aufhat (den Wochentag weiß ich nicht mehr zu 100 %, aber der Rest ist kein Witz). Oder das kurzfristige Streichen von Wählern, die nicht an den letzten beiden Wahlen teilgenommen haben (wo vor allem Dems zu Hause blieben), so dass sie sich erst neu registrieren müssten. Oder man streicht Personen, deren Namen irgendwo leicht unterschiedlich geschrieben wurde (Sei es nur, dass irgendwann ein Apostroph von einem Beamten falsch geschrieben wurde). Das traf natürlich vor allem afroamerikanische Modenamen alla LeTáish'a (der ist jetzt von mir erfunden, aber so ähnlichen Unsinn halt) oder Neubürger mit komplizierten Namen. Oder es geht einfach nur darum, den ganzen Prozess so kompliziert, teuer und anstrengend wie möglich zu machen. Hierzu kommt auch, dass die Wahl an Wochentag (also Arbeitstag) stattfindet und die Reps auch alles gegen die Briefwahl in ihren Staaten unternehmen.

      en.wikipedia.org/wiki/Voter_su…e_United_States#2017–2018
      vox.com/policy-and-politics/20…mp-investigation-cummings
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      @Lann
      Gib mal deinen Tipp ab, wie die Vorwahlen ausgehen. Ist doch jetzt viel interessanter. Da kann man dann in einem Jahr sehen, wie weit man daneben lag. ;)

      Ich bleibe bei meinem Tipp von Jänner: Kamala Harris. Und erwarte einen reinen Zweikampf mit Pocahontas. Biden und Sanders kommen dann dahinter. Mit etwas größeren Abstand noch Buttigieg. Außerhalb dieser fünf wird mMn keiner mehr eine Rolle spielen. Die Dynamik deutlich verändern könnte noch eine frühe Aufgabe von Biden. Damit wäre plötzlich Wählergruppen am Markt, die von den anderen Favoriten kaum vertreten werden. Gründungsmitglieder der Industrial Workers of the World, Weltkriegsveteranen, progressive Sklavenhalter, etc. Sanders wird wieder bis zum Schluss durchziehen, egal wie schlecht die Chance stehen. Doof für Warren in den Küstenstaaten. Buttigieg könnte für ein Vizeticket seine Stimmen weitergeben. Als junger, weißer Mann aus dem Mittelwesten passt er zu beiden Frauen. Wobei hier Beto auch immer noch eine Alternative ist. Ein moderner Südstaatler ist nicht schlechter als Bürgermeister Pete aus Indiana. Politisch mittig bis beliebig sind ja beide. Und ich weiß zudem nicht, inwiefern Buttigiegs Homosexualität ein Thema im Hauptwahlkampf wäre. Wobei.. bei einem Sieg wäre es natürlich doppelt schön: Eine schwarze Frau und ein Schwuler verabschieden Trump. Och, bittebitte..

      p.s Die Kandidaten haben seit einiger ihre Logos und Merchandise: de.wikipedia.org/wiki/Präsiden…ndidatur_bekanntgegeben_2

      Das Logo von Warren ist aber schon noch verbesserungswürdig, oder? :/ Tulsi hat halt wie immer Style. Bei Gillibrand wäre ich eh ihr einziger Wähler, also ist das Logo auch schon Wurscht. Bei "Wayne for America" musste ich kurz schmunzeln. Rechtsaußen Amy setzt interessanterweise auf grün. Biden klassisch. Harris etwas klobig. Bernie wie vor vier Jahren. Das Logo von Pete erinnert mich an irgendein Logo auf Musikkassetten aus den 80ern.. Masters?

      Und einen Spruch für die Caps hätte man sich schon ausdenken können. So schlägt man Trumps roten Verkaufsschlager nicht.
      shop.elizabethwarren.com/colle…products/warren-hat-white
      store.kamalaharris.org/kamala-baseball-cap-black/
      store.joebiden.com/collections…rivals/products/biden-hat
      store.berniesanders.com/collec…/products/bernie-2020-hat
      (Wenigstens alle Made in America und Union-embroidered)

      Okay, Pete hat Humor:
      store.peteforamerica.com/colle…edge-edge-embroidered-hat 8)
      What's with all these awards? They're always giving out awards. Best Fascist Dictator: Adolf Hitler.

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      Jaehaerys wrote:

      Ist die USA dann nicht generell und unwiederruflich zu Erz-Konservatismus verurteilt, wenn es mit jedem Republikaner als Präsident zwei Schritte nach Rechts geht und mit jedem Demokraten maximal einen Schritt nach links? Völlig unabhängig von den einzelnen Personen und ihren politischen Agenden? Woran würde das liegen, wenn es wirklich so wäre?


      Das Gefühl habe ich auch :( Schrecklich. Und dabei reden wir von Amerika, die Menschen, denen wir die 68er Bewegung zu verdanken haben.

      Moebius wrote:

      Wohin es geht, ist schwer zu sagen. Vielleicht kommt mal eine blaue Welle die stark genug ist. 2016 haben die Reps aber auf bundesstaatlicher Ebene dominiert und 2018 war erst ein Beginn einer Aufholjagd (einfach die Zahl der Gouverneure ansehen). In vielen Gegenden haben die Dems halt gar keine Strukturen mehr. Dazu kommt, dass die USA (wie auch andere Staaten) immer mehr gespalten werden.


      Aber wenn es so ist, ist das doch ganz grauenhaft. Eine Demokratie besteht doch aus mindestens zwei Strömungen von denen immer eine die andere als Opposition kontrolliert. Wenn die Demokraten immer schwächer werden, dann … haben wir langfristig keine Demokratie mehr :(
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones
      Naja, immer schwächer würde ich so nicht sagen. Also nicht so generell.

      de.wikipedia.org/wiki/Präsiden…_Vereinigten_Staaten_1964
      de.wikipedia.org/wiki/Präsiden…_Vereinigten_Staaten_1972

      Zwischen beiden Wahlen liegen nur acht Jahre. Einmal gewannen die Dems 44 + 1 (DC) Staaten und einmal die Reps 49. Beide Präsidenten wurden mit über 60 % gewählt. Beides ist halt seit 1990 (und nach Ronald Reagan) einfach nicht mehr möglich. Bis auf den tiefen Süden war im vorigen Jahrhundert die komplette Karte im Spiel. Das ist halt einfach nicht mehr der Fall. Ich würde bei uns auch sagen, dass die SPD/SPÖ zB im tiefsten Bayern oder im ländlichen Tirol kaum Strukturen hat. Engagieren könnte man sich trotzdem. Wählen kann mit sie zumindest auf landes- und bundesweit. Die Kandidaten sind halt auf Landesebene oft schwach und auf Gemeindeebene gar nicht vorhanden. Und in den USA ist halt alles etwas größer. Auch die weißen bzw. tiefroten Flecken auf der Karten.

      Punkt zwei ist halt das Wahlsystem, das eigentlich mal richtig großartig und modern war. Vor allem als es 250 Jahren eingeführt wurde. Mittweile werden aber einige Dinge immer mehr zum Problem. ZB war der Senat gar nicht so sehr für Parteitaktik und Parteipolitik gedacht, sondern mehr als Vertretung der Interessen der einzelnen Bundesstaaten. Dadurch und durch die das aus­ei­n­an­der­klaf­fenklaffen Bevölkerungszahlen wird das ganze zu einem immer größeren Problem. Bis 2040 werden 70 Prozent der Amerikaner in nur 15 der 50 Staaten leben. Das bedeutet, dass 30 % der Amerikaner dann über 70 der 100 Senatoren bestimmen. Und die kleinen Staaten sind nun mal überwiegend rot. Kalifornien hat 40 Mio. Einwohner und Wyoming 580.000. Beide stellen zwei Senatoren. Ein Wahlmann bei der Präsidentenwahl repräsentiert 193.00 Einwohner aus Wyoming und 684.000 aus New York. Eine "Landeierpartei" hat hier einfach einen immer größer werdenden Vorteil und durch die zunehmende Polarisierung gibt es für die Gegner dort auch immer weniger zu holen. Ja, die Demokraten sollten es trotzdem mehr versuchen. Wollen sie auch. Sowas dauert aber lange, ist schwer und teuer (vor allem im US-System). Und das ist auch der Grund warum sich Demokraten aus chancenlosen Gegenden zurückgezogen haben: Ressourcen sparen.

      washingtonpost.com/news/politi…s/?utm_term=.0795627eeef5

      Edit: Deshalb hab ich in meinem ersten Posting auch Richard Ojeda erwähnt, der mal auch hier ganz kurz im Bewerberfeld war. Eine ziemliche verrückte, aber ganz coole Socke, der im tiefsten Trumpland (West Virginia) ganz allein für klassisch linke Ideen kämpft.


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      Moebius wrote:

      Bis 2040 werden 70 Prozent der Amerikaner in nur 15 der 50 Staaten leben. Das bedeutet, dass 30 % der Amerikaner dann über 70 der 100 Senatoren bestimmen. Und die kleinen Staaten sind nun mal überwiegend rot. Kalifornien hat 40 Mio. Einwohner und Wyoming 580.000. Beide stellen zwei Senatoren.


      Du kennst dich super aus! Danke im Übrigen dafür, dass du uns daran teilhaben lässt!

      Weißt du, ob es Bestrebungen oder Kräfte gibt, die eine Modernisierung dieses in die Zeit gekommene Wahlsystem vorantreiben wollen?
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones