Guilty Pleasures...

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      aber Brian Wilson, der die Lieder schrieb, hat inzwischen allgemein einen Stellenwert wie Mozart oder Bach,

      Der Mann ist unbestritten ein großartiger Komponist. Diesen Vergleich habe ich allerdings noch nirgendwo gelesen. Ich glaube auch nicht das der Vergleich schon mal auf größerer Ebene gezogen wurde.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."

      Dreenan Kel Zalan wrote:

      Der Mann ist unbestritten ein großartiger Komponist. Diesen Vergleich habe ich allerdings noch nirgendwo gelesen. Ich glaube auch nicht das der Vergleich schon mal auf größerer Ebene gezogen wurde.
      Ich weiss nicht, was ich hier falsch mache, muss ich jetzt ein Link liefern, etwa dieses hier?? Anstatt es mal ganz locker selbst zu googlen, es ist nämlich kein Geheimwissen oder so.
      Ich bin ein ganz großer Fan von ihm, habe wirklich dutzende Bücher über ihn gelesen, bin selbst Musiker, schreibe über Musik und habe mich mein ganzes verdammtes Leben lang damit beschäftigt.
      Wahrscheinlich ist obiges Zitat inspiriert von Leonard Bernstein, der die Beatles bereits in den 60ern mit Schubert verglich und im Dezember 1966 extra ein TV-Special über Popmusik machte, in dem Brian gezeigt wurde und in dem er wieder diesen Klassikvergleich machte. Lag mal unter "Surfs Up" auf Youtube, ist mir jetzt aber zu stressig, das auch noch zu suchen. Es wurde vom Beatles-Pressechef aufgegriffen, der anschliessend für die Beach Boys arbeitete und eine Pressekampagne lostrat und wird seitdem (1967) ernsthaft in der Literatur und Musikwissenschaft diskutiert, obwohl es ursprünglich ein Pressegag war.
      HODOR !

      Post was edited 3 times, last by “hodor” ().

      Es ist immer wieder lustig, wie man Epochen sehen kann.

      Ich fand (Jahrgang 72) die 70er immer als eine in jeglicher Hinsicht modische fürchterliche Epoche. ABBA, Boney M, Discofever im allgemeinen - und diese furchtbare Mode für Männer erst! Glockenhosen und tiefe Ausschnitte für meist hühnerbrüstige Typen ... (bin selbst eher schmalbrüstig, deswegen muss ich es aber auch nicht immer und jedem demonstrieren).

      Das Gute aus der damaligen Zeit war im Nachhinein die Musik abseits von dem, mit dem mir die Ohren verseucht wurden. Deep Purple, Led Zeppelin, Pink Floyd ...

      Dummerweise habe ich das alles aus den 70ern erst in den 80ern gehört, die zwar einen ebenso miesen Modegeschmack hatten - ich spende einmal ein paar Lackschuhe mit weißem Socken und Schulterpolster für die Damen - aber die Saat für Hard Rock, Metal und später Grunge und vermutlich auch Rap und Hiphop wurde in den 70ern gelegt.

      Also doch ein hoch auf die 70er.

      Außerdem war damals sogar die Zukunft noch besser, auch wenn die raketengetriebenen Autos, der Hubschrauber und der Allurlaub für den Durchschnittsbürger 2019 doch nicht so ganz verwirklicht wurden, von der 20-Stunden-Woche ganz zu schweigen. ;)
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      ssnake wrote:

      Außerdem war damals sogar die Zukunft noch besser
      So im Nachhinein fand ich die 90er als das beste Jahrzehnt. Die Musik war plötzlich wieder gut, Grunge war Mainstream, es gab eine 60er-Retrowelle mit Britpop usw., es gab noch Optimismus, was die Welt angeht, und das Internet ging so richtig los, der größte Technologiesprung für mich persönlich. Modisch bin ich bei den Grunge-Baumwollhemden stehengeblieben, (die wurden dann plötzlich um 2010 herum wieder cool), und ich war in der großen Stadt, d.h. ich war erstmals irgendwie uptodate. Davor, auf dem Dorf, war alles eher zeitverzögert - die 70er waren eigentlich die 60er, die 80er die 70er usw.
      Dass die 70er modisch katastrophal waren, kann ich unterschreiben. Ich bin 1996 wieder aufs Dorf gezogen, in mein Geburtshaus, und das erste, was ich gemacht hab, war, die Resopalküche rauszuschmeissen und die alte, wunderschöne Holzgarnitur aus dem Keller zu holen, die jetzt noch in der Küche steht. In den 70ern musste ja alles aus Plastik sein...
      HODOR !
      Ich weiß nicht, ich glaube, jedes Jahrzehnt hat irgendwas. Auch hat jedes Jahrzehnt gute Musik und gute Filme, nur ist es mit der Zeit schwieriger geworden, die guten unter den schlechten zu finden, weil Kunst (Musik, Filme, Bücher) kommerziell geworden sind und man versucht, zum Beispiel gute Filme nach einer Formel zu drehen, was sie vorhersehbar machen. Aber dann kommt dann halt doch wieder ein Inception oder so. Und die überraschen und begeistern dann wieder.

      Zu den Beach Boys und Abba zurück: Ich finde, es ist ja auch irgendwie eine Kunst, so leicht und einfach zu klingen und im Bauch doch so komplexe Musik zu machen. Ohrwürmer zu produzieren. Man muss nur mal an Songs wie Surfin USA oder Mamma Mia denken und schon gehen einem die Lieder ständig im Kopf rum. Das würde mir jetzt zum Beispiel bei Pink Floyd nicht so gehen, auch wenn ich deren Musik auch sehr schätze.

      Hab letztens eine längere Doku zu Charles Manson gesehen, in der auch die Beach Boys länger thematisiert wurden und wie tragisch das alles auch für Dennis Wilson geendet hat. Hat mich sehr bewegt, wie Dennis Wilson von dem heißen lebenslustigen Surfermusiker so tragisch abgestürzt ist.
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones

      SuSansa wrote:

      Hab letztens eine längere Doku zu Charles Manson gesehen, in der auch die Beach Boys länger thematisiert wurden und wie tragisch das alles auch für Dennis Wilson geendet hat. Hat mich sehr bewegt, wie Dennis Wilson von dem heißen lebenslustigen Surfermusiker so tragisch abgestürzt ist.
      Ja, Dennis. Er war der einzige, der tatsächlich surfte, der Frauenschwarm der Band und der Drummer, und er selbst hat wunderbare Stücke geschrieben. Er ging wohl am Alkohol zugrunde, sehr tragisch. Seine Soloplatte Pacific Ocean Blue ist schöne, Sinatramäßige Orchestermusik, aber unglaublich depressiv.
      Hier mal ein Beispiel von Brian, es ist wohl sein letztes großartiges Stück, von 1971, als er bereits 3 Jahre im Bett verbracht hatte, weil er zu depressiv war:
      HODOR !