012_AGOT_Tyrion 1

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      012_AGOT_Tyrion 1

      012_AGOT_Tyrion 1

      Jahr: 298 n.A.E.
      Datum: 13. Mai
      Englischer Buchtitel: A Game of Thrones
      Deutscher Buchtitel: Die Herren von Winterfell
      Seiten englische Ausgabe:
      Seiten deutsche Ausgabe: 111 - 118
      POV: Tyrion
      Laufende Nummer chronologische Reihenfolge: 012
      Laufende Nummer Buchreihenfolge: 1.10
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones
      Aus der Sicht von Tyrion erleben wir Winterfell in Sorge um Bran. Dieser hat den Sturz überlebt, liegt aber seither im Koma. Sein Wolf jault in einer Tour und sägt damit ganz schön an den Nerven der Bewohner. Alle Versuche ihn zu vertreiben schlugen fehl. Ja, man merkte sogar, dass Brans Zustand sich verschlechterte, als man ihn von seinem Wolf abschirmen wollte.
      Joffrey hätte da auch gleich eine Lösung parat: Soll der Hund doch den Hund erledigen!
      Hier eine meiner Lieblingsszenen aus Buch und Serie: Tyrion scheuert Joffrey Eine ... nein, sogar Zwei! Das ist so eine Genugtuung, obwohl man das ganze Ausmaß an Grausamkeiten - derer dieses Scheusal fähig ist - noch gar nicht kennt. Joffrey hat nämlich den Starks gegenüber sein Mitgefühl immer noch nicht zum Ausdruck gebracht. Etwas, das von ihm erwartet wird. Aber er ist eben ein ampathieloses Ar***. Nach den beiden Backpfeifen kündigt er gleich mal an, dass er das seiner Mama erzählen würde. Ist recht, Bürscherl!
      Mich wundert ja, dass Clegane tatsächlich gar so dreist Tyrion gegenüber ist. Immerhin ist er der Bruder der Königin. Gut, die kann ihren kleinen Bruder auch nicht leiden. Clegane warnt Tyrion. Der Prinz ist nachtragend.
      Schnell wird in diesem Kapitel klar: Tyrion ist nicht nur optisch anders als seine Geschwister.
      Beim Frühstück freut Tyrion sich, dass wenigstens die jüngeren Kinder seiner Schwester ihr Bedauern zum Ausdruck bringen, dass es Bran so schlecht geht. Tommen und Myrcella hoffen, dass es ihm bald wieder besser geht. Sehr im Gegensatz zu deren Eltern ... ähm ... "Mutter und Onkel". Die scheinen ein reges Interesse daran zu haben, ob der Junge denn nun stirbt oder nicht. Und was in letzterem Fall mit ihm sein würde. (Interessant auch, wie Jaime sich hier bezüglich "Krüppeln" äußert.) Tyrion wird misstrauisch.
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.

      Narannia wrote:

      Joffrey hätte da auch gleich eine Lösung parat: Soll der Hund doch den Hund erledigen!
      Jaa... ganz toll... :S

      Narannia wrote:

      Tyrion scheuert Joffrey Eine ... nein, sogar Zwei! Das ist so eine Genugtuung, obwohl man das ganze Ausmaß an Grausamkeiten - derer dieses Scheusal fähig ist - noch gar nicht kennt.
      Hier gönnt man die Ohrfeigen noch dem verzogenen Arschlochkind. Später kommt man mit der Genugtuung bei so harmlosen Zeug nicht hin. Man wünscht ihm ganz andere Sachen... (Ich muss allerdings gestehen, dass sein Tod bzw. die Art und Weise dann doch sehr geschockt hat...)

      Narannia wrote:

      Beim Frühstück freut Tyrion sich, dass wenigstens die jüngeren Kinder seiner Schwester ihr Bedauern zum Ausdruck bringen, dass es Bran so schlecht geht. Tommen und Myrcella hoffen, dass es ihm bald wieder besser geht.
      Die beiden sind total knuffig!

      Narannia wrote:

      Die scheinen ein reges Interesse daran zu haben, ob der Junge denn nun stirbt oder nicht. Und was in letzterem Fall mit ihm sein würde. (Interessant auch, wie Jaime sich hier bezüglich "Krüppeln" äußert.) Tyrion wird misstrauisch.
      Ja, merkt man deutlich.

      Man erfährt hier auch, dass Jaime von allen Lannisters der einzige war, der Tyrion Zuneigung entgegengebracht hat (und bringt).
      During all the terrible long years of his childhood, only Jaime had ever shown him the smallest measure of affection or respect, and for that Tyrion was willing to forgive him most anything.
      Something about the howling of a wolf took a man right out of his here and now and left him in a dark forest of the mind running naked before the pack.

      A Game of Thrones, Tyrion I

      Esmeralda wrote:

      Man erfährt hier auch, dass Jaime von allen Lannisters der einzige war, der Tyrion Zuneigung entgegengebracht hat (und bringt).
      Durch Briennes Ritterschlag in Folge 8.02 bin ich draufgekommen, mir die Ritter mal genauer anzugucken, mir scheint, das ist ein wichtiges Thema für GRRM.
      Hier kriegen wir ja mit Tyrions Gedanken die erste Andeutung, dass Jaime vielleicht doch nicht einfach nur böse ist, obwohl er grad Bran aus dem Fenster gestoßen hat.
      Der andere, der Hound, ist kein Ritter, will auch keiner sein, und wird demnächst einen Jungen umbringen. Diese Parallele ist mit erst bei diesem ReRead gekommen.
      Beide setzen sich mit ihrem Rittertum auseinander, mit unterschiedlichen Ergebnissen, wie wir sehen werden, und sie werden dabei einen weiten Weg gehen.
      HODOR !
      Dass Jaime Bran nach seinem Alter fragt, ist für mich durchaus ein Indiz, dass es ihm im Inneren nicht so leicht fällt, einen Knaben
      in den wahrscheinlichen Tod zu stürzen, als es bei seinem Verhalten nach Außen vielleicht wirkt.
      "Kings are a rare sight in the north." Robert snorted "More likely they were hiding under the snow. Snow, Ned!"

      Wolfsbread wrote:

      Dass Jaime Bran nach seinem Alter fragt, ist für mich durchaus ein Indiz, dass es ihm im Inneren nicht so leicht fällt, einen Knaben
      in den wahrscheinlichen Tod zu stürzen, als es bei seinem Verhalten nach Außen vielleicht wirkt.

      Ich meine, der Satz "The things I do for love." könnte bedeuten, dass er - ohne Cersei im Nacken - anders gehandelt hätte.
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.

      Narannia wrote:

      Wolfsbread wrote:

      Dass Jaime Bran nach seinem Alter fragt, ist für mich durchaus ein Indiz, dass es ihm im Inneren nicht so leicht fällt, einen Knaben
      in den wahrscheinlichen Tod zu stürzen, als es bei seinem Verhalten nach Außen vielleicht wirkt.

      Ich meine, der Satz "The things I do for love." könnte bedeuten, dass er - ohne Cersei im Nacken - anders gehandelt hätte.


      Auf jeden Fall. Wäre er alleine im Turm gewesen, hätten Brans Kletterkünste ihn wahrscheinlich beeindruckt, sie hätten sich gegenseitig ein paar Tricks gezeigt und eine nette Zeit zusammen verbracht.
      "Kings are a rare sight in the north." Robert snorted "More likely they were hiding under the snow. Snow, Ned!"

      Wolfsbread wrote:

      Auf jeden Fall. Wäre er alleine im Turm gewesen, hätten Brans Kletterkünste ihn wahrscheinlich beeindruckt, sie hätten sich gegenseitig ein paar Tricks gezeigt und eine nette Zeit zusammen verbracht.
      Wäre er alleine im Turm gewesen, hätte Bran nichts zu belauschen und nichts zu begucken gehabt und er wäre keine Bedrohung gewesen. So aber hat er einen Quasi-Mordkomplott, Inzest und Hochverrat belauscht. Damit waren die Leben Cerseis, Jaimes und der drei Kinder bedroht.
      Something about the howling of a wolf took a man right out of his here and now and left him in a dark forest of the mind running naked before the pack.

      A Game of Thrones, Tyrion I

      Wolfsbread wrote:

      Wäre er alleine im Turm gewesen, hätten Brans Kletterkünste ihn wahrscheinlich beeindruckt, sie hätten sich gegenseitig ein paar Tricks gezeigt und eine nette Zeit zusammen verbracht.

      *g* Naja, dann hätte Bran auch nichts Verwerfliches sehen können.
      Aber angenommen, Bran hätte sie beobachtet, Cersei wäre dann schon wieder verschwunden und nur Jaime alleine hätte Bran entdeckt ...

      Edit: Mich stört dieser Satz. Schon vom ersten Lesen an.
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.
      Cersei macht ihm aber später noch Vorwürfe deswegen und meint, sie hätten Bran entsprechend einschüchtern können. Ich weiß allerdings nicht mehr genau, wann und wo....
      Something about the howling of a wolf took a man right out of his here and now and left him in a dark forest of the mind running naked before the pack.

      A Game of Thrones, Tyrion I
      Tyrion hat die Nacht lesend in der Bibliothek verbracht, wie er dies häufiger tut. Er hat generell nicht viel für’s Schlafen übrig.
      -----
      Interessanterweise hat er sich in der Bibliothek von Winterfell mit einer uralten Abhandlung über die Jahreszeiten in Westeros, beschäftigt. Was darin stand, wäre vielleicht auch für uns als Leser bzw. Zuschauer interessant, wo doch noch immer nichts Näheres über den seltsamen Verlauf der Jahreszeiten, bekannt ist.

      Esmeralda wrote:

      Man erfährt hier auch, dass Jaime von allen Lannisters der einzige war, der Tyrion Zuneigung entgegengebracht hat (und bringt).
      During all the terrible long years of his childhood, only Jaime had ever shown him the smallest measure of affection or respect, and for that Tyrion was willing to forgive him most anything.


      Auch wenn Jamie alles auf die leichte Schulter und selten etwas ernst nimmt – mag Tyrion ihn sehr und ist bereit ihm so gut wie alles zu verzeihen.

      Narannia wrote:

      ein Wolf jault in einer Tour und sägt damit ganz schön an den Nerven der Bewohner. Alle Versuche ihn zu vertreiben schlugen fehl. Ja, man merkte sogar, dass Brans Zustand sich verschlechterte, als man ihn von seinem Wolf abschirmen wollte.


      Auch in der Frühstücksszene der Lannisters, ist das besondere und kraftspendende Verhältnis zwischen Bran und seinem Wolf wieder Thema. In diesem Zusammenhang erfahren wir auch, dass Cersei die Wölfe gefährlich und seltsam findet und nicht will, dass die Tiere mit nach KL kommen (was sie ja dann auch erfolgreich zu verhindern weiß :( )

      Während die königliche Familie Winterfell so schnell wie möglich verlassen möchte, hat Tyrion vor mit Benjin und Jon an die Mauer zu reisen, um sich diese einmal mit eigenen Augen anzusehen
      …und über ihren Rand zu pinkeln :rolleyes:
      Trotz seines grotesken Äußeren und der ständigen Beleidigungen und Witzen darüber, erscheint Tyrion als lebenslustiger, aufgeschlossener und empathischer Mensch mit viel Interesse an der Welt um sich herum und den Menschen darin.

      Als Tyrion mit Jamie alleine am Frühstückstisch zurückbleibt, lockt er diesen mit der Bemerkung, er sei gespannt, was Bran nach dem Koma zu erzählen habe, aus der Reserve und Jamie fragt ihn, auf welcher Seite er eigentlich stehe.
      Mit einem wölfischen Grinsen, antwortet Tyrion, Jamie wüsste doch, wie sehr er seine Familie liebe. Tut er das wirklich???
      j

      Nina No One wrote:

      Tyrion hat die Nacht lesend in der Bibliothek verbracht, wie er dies häufiger tut. Er hat generell nicht viel für’s Schlafen übrig.
      -----
      Interessanterweise hat er sich in der Bibliothek von Winterfell mit einer uralten Abhandlung über die Jahreszeiten in Westeros, beschäftigt. Was darin stand, wäre vielleicht auch für uns als Leser bzw. Zuschauer interessant, wo doch noch immer nichts Näheres über den seltsamen Verlauf der Jahreszeiten, bekannt ist.


      Mittlerweile glaube ich, dass es gar nichts mit real existierenden Jahreszeiten zu tun hat, sondern mit Friedens- bzw Kriegszeiten, Ein späteres Kapitel hat mich darauf gebracht, muss aber nochmal ganz genau nachlesen und abgleichen.
      Interessant fand ich diese Stelle

      Wie eine Trauerflagge hing sein Heulen über der Burg.
      Tyrion Lennister sah von seinen Büchern auf, und ein Schauern lief ihm über den Rücken, obwohl es in der Bibliothek warm und gemütlich war. Irgendetwas am Heulen eines Wolfes riss ihn aus dem Hier und Jetzt und ließ ihn in einem finsteren Wald von Gedanken zurück, nackt auf der Flucht vor der Meute.

      das sagt schon viel über ihn aus.

      Am Frühstückstisch fällt mir noch auf, dass zwischen Cersei und Tyrion hier zwar nicht eitel Sonnenschein herrscht, von Hass merke ich aber nichts. Sie fragt ihn sogar noch, ob er wirklich in Winterfell bleiben will. Irgendwie strange.
      Alles andere habt ihr schon erwähnt.

      edit

      An dieser Stelle noch keine Übersetzungsgurken, da noch nicht nachgeschaut, lese gerade etwas kreuz und quer :whistling:


      Ein Witz kann eine Idee unter der Tür durchschieben, während die Ernsthaftigkeit immer noch dagegen hämmert. Terry Pratchett

      Post was edited 3 times, last by “NannyOgg” ().

      Esmeralda wrote:

      Cersei macht ihm aber später noch Vorwürfe deswegen und meint, sie hätten Bran entsprechend einschüchtern können. Ich weiß allerdings nicht mehr genau, wann und wo....

      Das hab' ich auch noch irgendwo im Hinterkopf.

      Nina No One wrote:

      In diesem Zusammenhang erfahren wir auch, dass Cersei die Wölfe gefährlich und seltsam findet und nicht will, dass die Tiere mit nach KL kommen

      Das kann ich ihr nicht einmal übel nehmen.

      Nina No One wrote:

      Trotz seines grotesken Äußeren und der ständigen Beleidigungen und Witzen darüber, erscheint Tyrion als lebenslustiger, aufgeschlossener und empathischer Mensch mit viel Interesse an der Welt um sich herum und den Menschen darin.

      Jep! Gut zusammengefasst!

      NannyOgg wrote:

      Am Frühstückstisch fällt mir noch auf, dass zwischen Cersei und Tyrion hier zwar nicht eitel Sonnenschein herrscht, von Hass merke ich aber nichts.

      Ich habe eher das Gefühl, dass er ihr lästig ist. Der tiefgehende Hass kommt erst später.
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.

      Nina No One wrote:

      Als Tyrion mit Jamie alleine am Frühstückstisch zurückbleibt, lockt er diesen mit der Bemerkung, er sei gespannt, was Bran nach dem Koma zu erzählen habe, aus der Reserve und Jamie fragt ihn, auf welcher Seite er eigentlich stehe.Mit einem wölfischen Grinsen, antwortet Tyrion, Jamie wüsste doch, wie sehr er seine Familie liebe. Tut er das wirklich???
      Da wirken Jaime (und vorher auch Cersei) schon sehr auffällig und mit schlechten Gewissen bzw. der Sorge das Bran doch noch was sagen könnte.Gerade jemanden wie Tyrion fällt das schon auf.Hat mir gut gefallen, mag die feinen Beobachtungen und spitzen, provokativen Bemerkungen Tyrions .

      Narannia wrote:

      NannyOgg schrieb:
      Am Frühstückstisch fällt mir noch auf, dass zwischen Cersei und Tyrion hier zwar nicht eitel Sonnenschein herrscht, von Hass merke ich aber nichts.

      Ich habe eher das Gefühl, dass er ihr lästig ist. Der tiefgehende Hass kommt erst später.

      In der Situation schon, eine tendenziell eher große Abneigung (gespeist auch mit vom Verlust ihrer Mutter) gab es aber doch schon, hätte ich gedacht.

      Alles andere habt ihr schon erwähnt.
      genau :)

      NannyOgg wrote:

      Mittlerweile glaube ich, dass es gar nichts mit real existierenden Jahreszeiten zu tun hat, sondern mit Friedens- bzw Kriegszeiten, Ein späteres Kapitel hat mich darauf gebracht, muss aber nochmal ganz genau nachlesen und abgleichen.

      Habe ich Dich richtig verstanden, dass Du meinst, die Jahreszeitenlängen hingen mit Friedens- und Kriegszeiten zusammen? IN dem World of Ice and Fire-Buch gibt es ja einen Einschub von einem Maester, der mehrere ähnlich lange Jahreszeiten in einem Jahr quasi als Humbug abtut. Das soll es aber vor Urzeiten in Westeros gegeben haben. Meine Idee war daher, dass die langen Jahreszeiten mit dem Auftreten verstärkter Magie (oder Magie überhaupt) aufgetreten sind.

      Sonst finde ich Tyrion in diesem Kapitel ziemlich souverän. Er lässt sich von seinem blöden Neffen nicht unterkriegen, aber auch bei seinen Geschwistern kriegt er gleich mit, was los ist. Myrcella und Tommen sind echt süß. Ich hoffe, sie bleiben uns in der Buchreihe noch etwas erhalten.

      Hildegunda wrote:


      Habe ich Dich richtig verstanden, dass Du meinst, die Jahreszeitenlängen hingen mit Friedens- und Kriegszeiten zusammen? IN dem World of Ice and Fire-Buch gibt es ja einen Einschub von einem Maester, der mehrere ähnlich lange Jahreszeiten in einem Jahr quasi als Humbug abtut. Das soll es aber vor Urzeiten in Westeros gegeben haben. Meine Idee war daher, dass die langen Jahreszeiten mit dem Auftreten verstärkter Magie (oder Magie überhaupt) aufgetreten sind.

      Sonst finde ich Tyrion in diesem Kapitel ziemlich souverän. Er lässt sich von seinem blöden Neffen nicht unterkriegen, aber auch bei seinen Geschwistern kriegt er gleich mit, was los ist. Myrcella und Tommen sind echt süß. Ich hoffe, sie bleiben uns in der Buchreihe noch etwas erhalten.


      Nein, nicht die Jahreszeiten hängen damit zusammen, sondern „langer Sommer“ oder „“Der Winter naht“ sind Synonyme für Frieden oder kriegerische Auseinandersetzungen.

      @Rory2016

      Abneigung ja, das wird durch Tyrion auch angedeutet, aber von Hass sehe ich hier noch nichts. Allein, dass sie ihn ungläubig fragt, ob er noch bleiben will, wenn man jemanden hasst wäre man doch eher froh darüber und Abneigung hin oder her, mir scheint die Beziehung der Geschwister doch sehr eng.

      edit

      Zur Jahreszeiten-Theorie

      Im ersten Bran Kapitel erfahren wir, dass es der 9. Sommer ist, im 1. Ned Kapitel, dass er und Robert sich zuletzt vor 9 Jahren sahen, als sie Balons Rebellion niederschlugen, seitdem herrscht Frieden. Ich gehe davon aus, dass es abgesehen von den Graufreuds sicherlich noch die ein oder andere Überzeugungsarbeit geleistet werden musste zwischen dem Jahr der Eroberung und der letzten Rebellion.

      Jetzt muss ich weit vorgreifen, aber da die Tatsachen allen bekannt sein dürften, setz ich das mal nicht in spoiler-tags.

      Arya 2

      Ned spricht mit Arya über ihren Streit mit Sansa

      “Du bist zu jung, als dass ich dich mit meinen Nöten belasten sollte“, erklärte er, „ aber du bist auch eine Stark von Winterfell. Du kennst unseren Sinnspruch.“
      Der Winter naht“, flüsterte Arya.
      “Die harten schweren Zeiten“, erklärte ihr Vater. „ Wir haben am Trident einen Vorgeschmack darauf bekommen, Kind, und bei Brans Sturz. Du bist im langen Sommer geboren, meine Süße, du kennst nichts anderes, doch nun kommt der Winter tatsächlich. Erinnere dich an unser Familiensiegel, Arya.“
      “Der Schattenwolf“, sagte sie und dachte an Nymeria. Sie umschlang ihre Knie vor der Brust und fürchtete sich plötzlich.
      “Lass mich dir einiges über Wölfe erzählen, Kind. Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt. Der Sommer ist die Zeit für Zank. Im Winter müssen wir einander schützen, einander wärmen, unsere Kräfte teilen.


      Ned spricht hier definitiv nicht über Jahreszeiten, obwohl er den langen Sommer erwähnt. Er beschwört Arya, dass sie und Sansa zusammenhalten müssen, weil schlimme Zeiten kommen, die sie nur überstehen können, wenn sie füreinander einstehen. Der lange Sommer ist hier nichts anderes als der Frieden, auch Ned scheint zu ahnen, dass mit Brans Sturz etwas nicht stimmen könnte und die Ereignisse am Trident (Mycah und Lady) haben ihn sehr misstrauisch werden lassen oder vielmehr hat er eine Vorahnung, dass es bald gewaltig knallt.
      Ich glaube, der Unterricht bei Syrio dient auch nicht dazu, Arya einen Gefallen zutun, sondern es ist sein Versuch, sie wenigstens etwas vorzubereiten.



      Ein Witz kann eine Idee unter der Tür durchschieben, während die Ernsthaftigkeit immer noch dagegen hämmert. Terry Pratchett

      Post was edited 2 times, last by “NannyOgg” ().

      So nun habe ich auch mal etwas Zeit und Muße mich an der Diskussion zu beteiligen. :)

      Zum Winter = Kriegszeiten, Sommer = Friedenszeiten: Ein bisschen sehen wir das schon in der Geschichte. Es war ein langer und friedlicher Sommer, jetzt wo er zuende geht treten wieder große Spannungen auf. Und wir ahnen ja schon, dass nach oder in dem letzem Buch dann der Frühling wieder anbrechen wird. Also hängen Sommer und Winter schon irgendwie mit Krieg und Frieden zusammen, allerdings nicht 1 zu 1. Schließlich findet der Krieg der 5(?) Könige ja noch am Ende des Sommers statt. Genau genommen endet er ja eigentlich sogar noch bevor die Raben fliegen um den Herbst anzukündigen oder? Dem Land geht es dennoch miserabel.
      Im Wortgebrauch der Charaktere steht auch der Winter immer für Not-Zeiten (Winter is coming, long night etc.), während der Sommer für gute und friedliche Zeiten steht (Summer-child, ewiger Sommer...). Ich denke das muss nicht zwangsweise Krieg und Frieden bedeuten, aber eben Not und Wohlstand.
      Kleine Exkursion zu Roberts Rebellion (ich setze es mal in Spoiler tags):
      Show Spoiler
      Das Tunier in Harrenhal findet doch im "Jahr des falschen Frühlings" statt, woraufhin dann der Winter wieder mit aller Macht zurück kehrt. Ich habe neulich in einer Darstellung der Ereignisse gehört, das Rhaegar evtl. versuchte auf diesem Tunier Unterstützer zu finden um seinen Vater abdanken zu lassen (also ihn unblutig zu stürzen). Das gelingt aber nicht weil Aegon persönlich auf dem Tunier erscheint. Dann findet die ganze Lyanna Geschichte statt und die Rebellion. Es gab also eine kurze Chance auf Frieden (Frühling), die dann aber scheiterte und der Krieg (Winter) bricht aus.

      Die Jahreszeiten werden vermutlich magisch verursacht und ich meine GRRM hätte sich auch dazu mal geäußert, bin mir aber nicht sicher.

      Zum Kapitel selber:
      Hier lernen wir nun Tyrion kennen (und lieben). Er schlägt sich hier die Nächte mit Büchern um die Ohren und weißt einen recht jungen (?) Maester sogar an besonders sorgfältig mit seltenen Exemplaren umzugehen. Neben dem Buch über die Jahreszeiten, ist mir Aufgefallen, dass es auch ein Buch über "Engines of War" gibt, was eben besonders selten und empfindlich wäre. Ich nehme mal an da steht etwas über solche Sachen wie Triböcke drin. Hat es eine weitere Bedeutung? Könnte etwas drin stehen, wie man Drachen bekämpfen kann?
      Show Spoiler
      Ich fürchte aber es fängt in ein paar Kapiteln Feuer.

      Tyrion trifft dann auf Joffrey und den Hound. Die zwei Ohrfeigen sind legendär (spätestens jetzt lieben wir Tyrion) und der Hound wirkt fast genauso unsympatisch wie Joffrey. Joff tut schließlich was Tyrion ihm sagt, statt nur zu seiner Mama zu rennen. Gleichzeitig lernen wir auch, dass er nicht zu seinem Vater, den König, laufen würde. Der würde ihn auch nur auslachen. Tyrion beherrscht die wichtigste Regel für Drohungen: Nie mit etwas drohen, was man nicht umsetzen kann. Er ist damit der erste, der Joffrey etwas entgegen setzt.
      Dann kommen wir zu Jamie und Cersei: Tyrion ist nicht wirklich eingeladen, aber Cersei kann sich nur schwer gegen seine Anwesenheit wehren ohne die Etikette zu verletzen. Ich finde es toll zu lesen, wie Tyrion seine Geschwister durchschaut und die Wortgefechte sind klasse. Myrcella und Tommen sind wirklich lieb und süß. Wir lernen, dass Tyrion Jamie fast alles verzeiht. Am Ende vom Kapitel frage ich mich aber schon, ob Jamie das eigentlich auch weiß.
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      Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.
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      hodor wrote:

      Ryuu wrote:

      Wir lernen, dass Tyrion Jamie fast alles verzeiht. Am Ende vom Kapitel frage ich mich aber schon, ob Jamie das eigentlich auch weiß.
      Das denke ich schon, aber Jaime hat an diesem Punkt ja ein brennendes Problem - Bran könnte aufwachen und reden. Ich denke, daher reagiert er so schroff.
      Und vermutlich fragt er sich auch, ob das aus dem Fenster werfen eines Kindes etwas ist, dass dieses "fast" bedeuten könnte...
      Something about the howling of a wolf took a man right out of his here and now and left him in a dark forest of the mind running naked before the pack.

      A Game of Thrones, Tyrion I

      Narannia wrote:

      Wolfsbread wrote:

      Dass Jaime Bran nach seinem Alter fragt, ist für mich durchaus ein Indiz, dass es ihm im Inneren nicht so leicht fällt, einen Knaben
      in den wahrscheinlichen Tod zu stürzen, als es bei seinem Verhalten nach Außen vielleicht wirkt.

      Ich meine, der Satz "The things I do for love." könnte bedeuten, dass er - ohne Cersei im Nacken - anders gehandelt hätte.


      Ich habe in diesen Satz immer so eine Art Verbitterung mit reingelesen. So wie jemand ein Glas Whiskey trinkt, genau im Wissen, dass er es später bereut, oder an Weihnachten zu viel isst und sich dann sagt: Naja, ist ja nur einmal Weihnachten.

      Also wie als wenn er von Cersei nicht wegkommt, aber weiß, dass das aus ihn ein böser Mensch macht. So als würde er aufgeben.

      Aber vielleicht habe ich da auch Zuviel reininterpretiert.

      Nina No One wrote:

      Als Tyrion mit Jamie alleine am Frühstückstisch zurückbleibt, lockt er diesen mit der Bemerkung, er sei gespannt, was Bran nach dem Koma zu erzählen habe, aus der Reserve und Jamie fragt ihn, auf welcher Seite er eigentlich stehe.
      Mit einem wölfischen Grinsen, antwortet Tyrion, Jamie wüsste doch, wie sehr er seine Familie liebe. Tut er das wirklich???


      Ja, das bedeutet aber, dass Tyrion weiß, dass es Jaime war, oder?



      Was mir noch aufgefallen ist, ist dass sich der Anfang echt irgendwie leicht liest, selbst nach dem Sturz von Bran. Sogar Joffrey wirkt noch nicht so abgrundtief böse, eher wie so ein Arschlochkind, aber das Gespräch mit ihm und Sandor war fast schon … heiter. Hoffe, ihr versteht, was ich damit sagen will. Es wirkt alles noch nicht so böse, so abgrundtief böse. Ich habe Joffrey damals noch nicht angemerkt, dass er ein Psychpath ist, eher, dass er verwöhnt ist.
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones