032_AGOT_Sansa 2​

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      032_AGOT_Sansa 2​

      032_AGOT_Sansa 2

      Jahr: 298 n.A.E.
      Datum: 22. September
      Englischer Buchtitel: A Game of Thrones
      Deutscher Buchtitel: Die Herren von Winterfell
      Seiten englische Ausgabe:
      Seiten deutsche Ausgabe: 371 - 385
      POV: Sansa
      Laufende Nummer chronologische Reihenfolge: 032
      Laufende Nummer Buchreihenfolge: 1.30
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones
      Sansa fährt zum Turnier der Hand und sieht alles in Gold - natürlich auch, weil sie durch gelbe Vorhänge schaut. :) Begleitet wird sie von Septa Mordane und Jeyne Poole. Alles erscheint ihr strahlend und schön, die Ritter edel und natürlich auch strahlend. Neben Jeyne Pooles Namen tauchen noch weitere Namen auf, denen wir später in einem anderen Kontext wiederbegegnen werden. Damals habe ich das alles einfach so überlesen und auch später nicht erinnert, dass die Leute bereits beim Turnier vorkamen. Als erster natürlich Beric Dondarion, aber auch Thoros von Myr, verschiedene Freys, Lothor Brune, Ser Yohn Royce mit zweien seiner Söhne, während der jüngste bereits als Untoter hinter der Mauer herumstreift. Sansa erinnert sich auch daran, wie er vor zwei Jahren Winterfell aufsuchte, aus einem anderen Kapitel wissen wir, dass er damals eben diesen Sohn zur Mauer brachte. Das ist vielleicht der einzige Name, der einen daran denken lässt, dass das hier nicht alles so gut ist, wie es scheint.

      Ein einschneidendes Ereignis ist der Tod eines jungen Ritters, der Jeyne Poole völlig aus der Fassung bringt, so dass sie von Septa Mordane weggebracht werden muss. Sansa ist eher fasziniert, denkt aber, dass sie auch weinen sollte, kann aber nicht weinen. Vielleicht ist das die wachsame Wölfin in ihr. Es ist sicher auch die Fähigkeit, die sie später überleben lässt.

      Dann gibt es ein großes Fest. Septa Mordane trinkt zu viel, wie auch der König. Der pöbelt ziemlich herum, beschimpft die Königin, dass sie ihm nicht vorzuschreiben habe, ob er beim Turnier mitreite. Das führt aber rasch zum Ende des vorher fröhlichen Festes. Die ganze Zeit habe ich mich schon befragt, wo Ned eigentlich ist, jetzt frage ich mich das erneut. Sansa ist - ohne Jeyne Poole, ohne Septa Mordane, die friedlich vor sich hinschnarcht, ohne Ned - auf sich alleine gestellt und etwas ratlos. Joffrey, der sich die gane Zeit charmant um sie gekümmert hat, fragt, ob sie eine Begleitung zurück benötige. Als Sansa bejaht, lässt er sie vom Hund begleiten, womit sie nicht gerechnet hat. Sie bemerkt, dass Joffrey einen seltsamen Ausdruck im Gesicht hat und sie kaum mehr wahrzunehmen scheint. Ob er was von den Plänen bezüglich des Königs weiß??

      Der Hund reißt gleich mal Sansas Maske herunter und bezeichnet sie quasi als dressierten Affen, nur nennt er das "kleines Vögelchen", weil sie immer alles nachspricht wie die Vögel von den Sommerinseln und hohle Floskeln äußert. Nichtsdestotrotz erzählt er ihr, wie er zu seinen entstellenden Narben im Gesicht kam (der fünf Jahre ältere Bruder drückte sein Gesicht in eine Feuerschale, weil er mit dessen Spielzeug spielte) und bedroht sie gleichzeitig mit dem Tod, sollte sie das jemals weitererzählen. Das Fest beginnt für Sansa golden, endet aber sehr düster und bitter. Sie ist erst mal in ihrer persönlichen Realität angekommen.
      Ein sehr ironisches Kapitel. Die Blümchen-Phase während des Turniers (Ser Loras`Blumenumhang kann natürlich als Anspielung auf seine Gayness verstanden werden, ist aber vor allem camp, (trashig und so zuckersüß, dass wir uns mit leichten Schuldgefühlen darin suhlen)) (zwei Klammern, oh Mann, ich werde es nie lernen.) ist pure Ironie. Ned ist nicht da, weil er nichts von diesen Schauspielen hält, das gemeine Volk aber ist begeistert, Brot und Spiele.
      Der Tod von Ser Hugh läßt Sansa kalt, aber ihre Empathie kehrt zurück, als sie Sandors Origin hört. Ironischerweise ist sie in seiner Begleitung so sicher, wie sie nur irgend sein kann, während sie bei dem Turnier niemand vor Littlefingers ekligen Streicheleinheiten beschützt hat. Ironisch auch, dass wir wissen, das man Sansa nix erzählen darf ("don't tell Sansa"), aber Sandor weiß das nicht. Dieses eine mal wird sie ironischerweise ihren Mund halten können...
      Jeyne Poole, die wir nicht weiter beachten in diesem Kapitel, zeigt sich menschlich und verletzlich, und das wird erst der Anfang sein. Im ReRead wird das dadurch noch viel heftiger.
      Cerseis Szene ist natürlich reverse psychology, der Plan ist, dass Robert an dem Turnier teilnimmt und dabei draufgeht, wie später offenbart wird. Jaime weiss wahrscheinlich davon, merke ich erstmals, betrachtet man seine Bemerkung, nachdem er von Robert in den Dreck geschubst wird.
      HODOR !

      hodor wrote:

      Ned ist nicht da, weil er nichts von diesen Schauspielen hält,

      Erst habe ich gedacht: Warum bist du da nicht selbst drauf gekommen? Aber dann habe ich nochmal nachgedacht. Das Turnier heißt offiziell "Das Turnier der Hand", seltsam, dass die Hand dann einfach nicht da ist. Natürlich wissen wir alle, dass es nicht das Tunrier der Hand ist, weil die Hand das voll doof findet, und es eigentlich das Turnier des Königs und aller anderer ist, und der König und alle anderen wissen das auch. Aber wenn es vordergründig zu Ehren der Hand abgehalten wird, sollte diese doch zumindest vorübergehend da sein. Gibt es keine Hofetikette? Wenn am englischen Hof bei Bruthitze die Damen keine Perlonstrümpfe tragen, bricht halb Großbritannien zusammen, aber Ned kann einfach mal so wegbleiben und sich offen desinteressiert an seiner - wenn auch nur vordergründigen - Ehrung zeigen? Wenigstens zum Festmahl hätte er kommen können. Sachen gibts in Westeros!
      @Hildegunda: Zu Beginn des nächsten Kapitels wird es ja so zwischen den Sätzen erklärt:
      Ned walked with the king to the jousting field. He had promised to watch the final tilts with Sansa;
      Zunächst mal läuft er da locker mit Robert hin, es gibt also keinen königlichen Einzug mit Fanfaren oder so, und dann ist der letzte Tag des Turniers wohl der wichtigere, so dass er Sansa zuliebe zugesagt hat, so hab ichs jedenfalls gelesen. Arya muss ja auch nicht mitgehen, um zu repräsentieren.
      Es liegt vielleicht auch daran, dass Turniere eine typisch südwesterosische Sache sind, im Norden hält man das allgemein für verwerflich,
      War should not be a game
      meint Ned ja auch.
      So im Nachhinein halte ich die etwas unterfinanzierte Darstellung in der Serie für gar nicht so unpassend, wenn ichs mir recht überlege...
      Ich habe nach dem Finale die letzten Danykapitel in ADWD noch mal gelesen, und da merkt man dieselbe Haltung GRRMs (nämlich eine ironisch-distanzierte) zu den Sklavenkämpfen, als sie dann endlich wieder stattfinden dürfen.
      Es ist aber Sandor, der das Rittertum blosstellt,
      he was no true knight
      meint er über seinen Bruder, er, der selbst kein Ritter sein will. Und falls wir ihm das nicht glauben, kriegen wir es im nächsten Kapitel vorgeführt.
      HODOR !

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      Hildegunda wrote:

      Ein einschneidendes Ereignis ist der Tod eines jungen Ritters, der Jeyne Poole völlig aus der Fassung bringt, so dass sie von Septa Mordane weggebracht werden muss. Sansa ist eher fasziniert, denkt aber, dass sie auch weinen sollte, kann aber nicht weinen. Vielleicht ist das die wachsame Wölfin in ihr. Es ist sicher auch die Fähigkeit, die sie später überleben lässt.


      ja, definitiv. Hier wird das erste mal darauf hingewiesen. Sie ist innerlich doch viel stärker, (kälter) als erwartet. Man denke an die Hundezwinger-Szene mit Ramsay Bolton aus der Serie.


      Hildegunda wrote:

      Sie bemerkt, dass Joffrey einen seltsamen Ausdruck im Gesicht hat und sie kaum mehr wahrzunehmen scheint. Ob er was von den Plänen bezüglich des Königs weiß??


      Schwierig zu sagen, ob Joffrey wirklich eingeweiht war. Kann es aus dem Text nicht ableiten.

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      In der Serie hat Arya diesen "faszinierten Blick". Sansa übernimmt Jeyne Pooles Rolle. Wahrscheinlich sollte damit Aryas spätere Entwicklung angedeutet werden. Martins Variante legt Nahe, dass Sansa der Tod von Mycah und die Gefährdung von Aryas Leben durch Joffreys Schwert kalt gelassen hat.


      Perhaps she had used up all her tears for Lady and Bran. It would be different if it had been Jory or Ser Rodrik or Father, she told herself.


      Für den Tod des jungen Ritters hat sie aber schließlich auch erste Ansätze des Mitgefühls, das sie in der weiteren Geschichte öfters zeigen wird.


      And now the world would forget his name too, Sansa realized; there would be no songs sung for him. That was sad.
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade

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      Sorry Leute, ich hinke hinterher.


      Hildegunda wrote:

      Als erster natürlich Beric Dondarion, aber auch Thoros von Myr


      Das fand ich auch erstaunlich. Ich hatte da auch einfach drüber gelesen. Klar, warum sollte man sich dabei auch was denken. Aber schon krass, dass sie da jetzt da sind und zwei Bücher später … woanders :D

      Hildegunda wrote:

      Sansa ist eher fasziniert, denkt aber, dass sie auch weinen sollte, kann aber nicht weinen. Vielleicht ist das die wachsame Wölfin in ihr. Es ist sicher auch die Fähigkeit, die sie später überleben lässt.


      Oder sie ist so geblendet, dass sie es gar nicht richtig registriert oder sofort von sich wegschiebt, damit sie das wieder genießen kann? Das hatte ich mir beim Lesen so überlegt.

      Hildegunda wrote:

      Sie bemerkt, dass Joffrey einen seltsamen Ausdruck im Gesicht hat und sie kaum mehr wahrzunehmen scheint.


      Ja, was ist denn da los? Er war doch vorher so zuvorkommend und nett. Konnte ich mir nicht erklären und es hat mich verwirrt.

      Hildegunda wrote:

      Der pöbelt ziemlich herum, beschimpft die Königin, dass sie ihm nicht vorzuschreiben habe, ob er beim Turnier mitreite.


      Ich habe mich beim Lesen gewundert, weil sie ja eigentlich wollen würde, dass er verletzt wird, idealerweise sogar tödlich.

      Aber hodor hat es ja unten nochmal erklärt :)

      hodor wrote:

      Ironischerweise ist sie in seiner Begleitung so sicher, wie sie nur irgend sein kann, während sie bei dem Turnier niemand vor Littlefingers ekligen Streicheleinheiten beschützt hat.


      Bah, fand das auch voll ekelhaft. Und beim ersten Mal lesen habe ich dem gar nicht so die Beachtung geschenkt und fand den gar nicht so schmierig <X

      hodor wrote:

      Cerseis Szene ist natürlich reverse psychology, der Plan ist, dass Robert an dem Turnier teilnimmt und dabei draufgeht, wie später offenbart wird. Jaime weiss wahrscheinlich davon, merke ich erstmals, betrachtet man seine Bemerkung, nachdem er von Robert in den Dreck geschubst wird.


      Hier die Erklärung :) Danke dafür :)

      hodor wrote:

      So im Nachhinein halte ich die etwas unterfinanzierte Darstellung in der Serie für gar nicht so unpassend, wenn ichs mir recht überlege...


      Mich hat es damals in der ersten Staffel nicht so gestört, aber wenn man es mit den späteren Staffeln vergleicht, fällt das schon bisschen auf. Aber man kann sich in der Serie auch so erklären, dass nur geladene Gäste da sind.
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones

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      Also ich würde ja sagen dass Joffreys verändertes Verhalten nicht daran lag dass er etwas von den Absichten seiner Mutter gewusst hat, das hätte er nicht für sich behalten, sondern halt daran dass Robert so öffentlich Cersei derart angeranzt und generell so die Fassung verloren hat. Wenn der ´eigene´ doch geliebte Vater so ausklinkt und man das nicht kennt wird einen das schon verstören.

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      Glaubst du wirklich, das war das erste Mal, dass Robert so mit seiner Mutter umgegangen ist? Ich denke, dass Joffrey und seine Geschwister solche Szenen schon gewohnt sind, oder?
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones

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      Ich wollte noch die beste Textstelle nachliefern, achtet mal drauf, wie GRRM mit dem Licht spielt in der Todesszene von Ser Hugh
      His armor was shiny new; a bright streak of fire ran down his outstretched arm, as the steel caught the light. Then the sun went behind a cloud, and it was gone. His cloak was blue, the color of the sky on a clear summer's day, trimmed with a border of crescent moons, but as his blood seeped into it, the cloth darkened and the moons turned red, one by one.
      Es ist ein Beispiel für GRRMs Fähigkeiten als Horrorautor. (Lest mal The Skin Trade von ihm.)
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      hodor wrote:

      (Lest mal The Skin Trade von ihm.)
      Hatse. Erste Geschichte von GRRM, die ich je gelesen hatte. Und lange Zeit die einzige. Und weil sie mir so gut gefiel, klingelte bei mir gleich der Groschen, als ich mitbekam, wer die Vorlage für GoT geschrieben hat. Nach gut 20 Jahren!
      Something about the howling of a wolf took a man right out of his here and now and left him in a dark forest of the mind running naked before the pack.

      A Game of Thrones, Tyrion I

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      Manche mehr, manche weniger. Das meist recht gelobte "Sneakers" von King, fand ich okay, dafür gefiel mir "Dedication" auf eine sehr morbide, leicht eklige Art und Weise sehr gut (und ist mir auch nach langer Zeit nicht gelesen noch recht präsent).
      An "Reploids" kann ich mich nicht einmal mehr erinnern... (musste gerade erstmal googeln, worum es da ging... :rolleyes: )
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      A Game of Thrones, Tyrion I

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      Meine Ausgabe ist von 1999, da war ich grad wieder heftig auf GRRM wegen ASOIAF, und Dan Simmons kannte ich von Hyperion. Seine Stories da drin hab ich gelesen, und fand sie so gut, dass ich auch die anderen Horrorsachen von ihm geholt habe. Stephen King lag da schon hinter mir...
      HODOR !

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      Puh... wenn ich an meine Ausgabe denn gerade dran käme... aber ich will nicht das halbe Regal ausräumen und mich dazu noch mit einer knatschigen Katze rumärgern, deren Lieblingsschlafplatz direkt davor ist (ich weiß aber genau, wo es ist!!!). Ich schätze mal, meine Ausgabe ist so von 91 oder 92. Das war ich noch voll im King-Fieber. :D
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      A Game of Thrones, Tyrion I

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      SuSansa wrote:

      Glaubst du wirklich, das war das erste Mal, dass Robert so mit seiner Mutter umgegangen ist? Ich denke, dass Joffrey und seine Geschwister solche Szenen schon gewohnt sind, oder?


      Schon aber er sagt ja in einer ich mein sowohl im Buch als auch Serie vorkommenden Szene wo er Cersei schlägt dass das nicht königlich gewesen sei. Robert mag seine Fehler gehabt haben aber ich schätze schon das er sich bemüht haben wird seine Streitereien mit Cersei nicht vor den Kindern abzuziehen.Zudem ists ja noch mal wat anderes mitzubekommen wie die Eltern sich anzicken und mitzubekommen wie der Vater die Mutter in aller Öffentlichkeit vor versammeltem Hofstaat niederbrüllt.