Kino

      Ich hatte heute die Chance American Made ​anzusehen. Beim Titel musste ich schon gleich etwas schmunzeln - kommt es nur mir so vor, oder gibt es zur Zeit geradezu pervers viele Filme, die mit dem Wort American anfangen? Der Film jedenfalls bemüht sich typischerweise, die Abenteuer eines wahnsinnig coolen Typen in seichte Kritik an der amerikanischen Politik einzubetten. Ersteres bekommt viel zu viel Raum, Zweiteres viel zu wenig. Letztenendes werden sicher 20 Minuten darauf verschwendet zu zeigen wie viel fucking Geld unser abgewichster Held anhäuft, und gefühlte 20 Sekunden darauf, inwiefern Reagan in die Iran-Contra-Affäre verwickelt ist. Dass Drogenhandel wahnsinnig coole Bilder liefert haben doch in letzter Zeit schon mehr als genug Serien gezeigt, der Film ist übrig.

      Letzte Woche war ich in ​Atomic Blonde.​ Der hat mir besser gefallen. Frei nach AfD-Wahlplakaten: Atomic Blonde hält, was die Marvel-Klone versprechen. Satte, gut inszenierte Action, ohne übermäßig viel Hintergrund. Und das mit dem Vorteil, dass man nicht von der grausigen Optik der Hollywood-Corporate-Identity das Kotzen bekommt. Gestört haben mich nur die komischen Akzente. Deutsche mit Englischem Akzent, bzw. Schlecht gefälschtem Deutschem Akzent sind nicht so schön anzuhören. Ich bin in der Hinsicht aber auch speziell.
      Beneath the Gold, the bitter Steel.
      habe lange hin und her überlegt ob ich mir Atomic Blonde oder Dunkirk ansehen sollte :) , habe mich aber dann doch für Dunkirk entschieden, weil ich einfach neugierig war, was Nolan aus dem Stoff gemacht hat, bin ansonsten kein großer freund von Kriegsfilmen.

      insgesamt wurde ich nicht enttäuscht, auch wenn das sicherlich kein Nolan-film ist, den ich mir immer und immer wieder ansehen könnte. die Erzählweise mit den unterschiedlichen zeitebenen fand ich durchaus interessant und ansprechend, weiterhin hat der film einen wahrlich durchdringend beklemmenden und zermürbenden score der immer präsent ist. das erinnert überhaupt nicht an die sonst so typisch emotional aufgeladenen hans zimmer- Symphonien aus unzähligen anderen hollywood-blockbustern. Nolan weiß offenbar ganz genau, was er Hans Zimmer auftragen muss, damit er ihm das liefert was er sucht, diese Paarung funktioniert einfach phänomenal. die kälte und unbarmherzigkeit des krieges wird sehr subtil und unaufdringlich vermittelt, mit einer gewissen "emotionslosen" Distanziertheit, wie ich sie bisher in noch keinem film erlebt habe, daher war das auch für mich die realste und eindringlichste "kriegserfahrung" die mir durch einen film vermittelt wurde. Nolan beweist hier einmal mehr sein unglaubliches gespür für die erzählkraft von Bildern und verzichtet weitgehend auf Dialoge. der pathetische epilog war mir dann leider doch etwas zu viel aber noch verschmerzbar. ein wirklich sehr guter film.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.
      Erster offizieller Trailer:
      "King Jaehaerys once told me that madness and greatness are two sides of the same coin. Every time a new Targaryen is born, he said, the gods toss the coin in the air and the world holds its breath to see how it will land." - Ser Barristan 'The Bold' Selmy

      "Not every man has it in him to be Prince Aemon the Dragonknight." -Wyman Manderly

      Neu

      Ich merke gerade, ich habe nichts über Planet der Affen: Survival, den dritten Teil der Planet der Affen Trilogie geschrieben, obwohl ich den bereits gesehen habe.
      Die ersten 2 Drittel des Films besteht aus einer Geschichte über ein Volk (die Affen), das nichts anderes will als überleben. Es ist eine durchwegs spannender Überlebenskampf, in dem die glaubwürdige Charaktere für jede Entscheidung die Konsequenzen zu spüren bekommen. Die Handlung wird von beeindruckenden Bildern unterstützt und wo wir schon beim Visuellen sind: Die Affen sehen großartig aus. Ich vergaß völlig, dass sie größtenteils aus dem Computer stammten. Die Emotionen kauft man den Affen ab. Ich weiß nicht, wie viel bei Motion Capturing vom Schauspieler und wie viel von den Typen am Computer abhängt, also Respekt für alle, die da mitgearbeitet haben.
      Nun zum letzten Drittel des Films: Sowohl die Handlung, als auch die Inszenierung lässt nach, Teilweise passiert da völliger Quatsch und am Ende wird noch schnell eine Referenz zur Bibel abgefrühstückt, so dass es deplatziert wirkt und dann ist der Film schon zu ende. Sehr, sehr schade.

      el_drogo schrieb:

      der affen-sidekick der offenbar lustig sein sollte war extrem nervig und nutzlos.

      Welchen Affen meinst du denn genau?
      Bitte ignorieren sie die Grammatikfehler.
    • Benutzer online 1

      1 Besucher