Historische Paralellen

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      Historische Paralellen

      Liebe Leute, dieses Thema brennt mir schon lange unter den Fingern, jetzt komme ich endlich mal dazu.

      Geografie: Westeros ähnelt irgendwie schon verdammt Britannien, wenn man sich die Umrisse anschaut, der Norden erinnert an Schottland zur Eiszeit und die Mauer ist irgendwie schon eine Maxiversion des Hadianswalles zwischen England und Schottland. Die mit Abstang größte Stadt liegt zwar im Vergleich zu London mehr in der Mitte, dafür aber auch an einer Flußmündung nahe des Meeres. Und der Red Keep ist - ja wohl unschwer zu erkennen - am Tower of London orientiert.

      Soziales: Na ja die ganze Geschichte ist natürlich am Hoch- bzw. Spätmittelalter orientiert. Lords und Ladies, edle (und weniger edle) Sers, ein streng strukturiertes Lehenssystem, das königliche Privileg der Münzprägung usw. Interessant die Besiedlungsgeschichte von Westeros. Zuerst die Kinder des Waldes, dann die Ersten Menschen, dann die Andalen, im Süden die Rhoyne, zwischen durch die Eisenmänner und zuletzt die valyrische Eroberung der Tagaryens (im alten Ägypten war übrigens die Geschisterehe durchaus üblich). In Britannien die Ureinwohner, die Stonehenge erbauten, dann die Kelten (Erste Menschen), nach der römischen Episode Sachsen, Angeln und Jüten ((V)Andalen?, Rhoyne?), Überfälle aus Skandinavien (Eisenmänner=Wikinger) und zuletzt die normannische Eroberung (Targaryan). Die Dothraki erinnern verfucht an Hunnen oder Mongolen.
      Geschichte der Hohen Häuser: Im 15.Jahrhundert tobte die Fehde zwischen den Häusern York und Lancaster (Stark und Lannister?) um den englischen Thron. Besoners hübsch die Paralellen ab Edward dem vierten. Er rebellierte gegen Henry VI., der unter seine Zeitgenossen als verrückt galt. ( Vgl.:Der irre König...). Edward IV. galt als trunksüchtig und als Weiberheld. Er war groß und kräftig, der geborene Feldherr. Nach seinem entgültigen Sieg über die Lancasters (König und Thronfolger wurden ermordet) heiratete er die um fünf Jahre ältere, aber wunderschöne Elisabeth Grey, eine Witwe. Zu seinen jüngerem Bruder Richard hatte er ein herzliches Verhältnis, zu seinem mittleren ein gespanntes. Die Geltungssucht seiner niederadelig geborenen Frau war grenzenlos, sie beanspruchte fast jedes verfügbare Amt für ihre Geschwister und ihre Kinder aus der ersten Ebene. Später musste sie mit Verbitterung zur Kenntnis nehmen, dass der fett gewordene Känig sich zahllose Konkurbinen hielt. Erinnert das irgendjemand an Robert Baratheon? Nach dem plötzlichen Tod des Königs wurde zuerst der 12-jährige Edward auf den Thron gehoben, doch Richard von Gloucester (als Scheusal in Richard III. dank Shakespeare in die Literaturgeschichte eingegangen). der Onkel, ließ Edward und dessen jüngeren Bruder zu Bastarden erklären und in den Tower werfen. Im gegensatz zu Stannis blieb er auch siegreich und säuberte den Hof von den intriganten Schmarotzern, die sich unter seinem Brudereingenistet hatten. Vermutlich befahl er allerdings auch die Ermordung seiner Neffen. ( Er bezweifelte übrigens nicht die Herkunft der Knaben sondern die Rechtmäßigkeit der Ehe seines Bruders, der in jungen Jahren eine andere geheiratet haben soll, was eine hübsche Paralelle zu Tyrion darstellt). Wer dem Hochadel die Privilegien raubt, muß sich auf Widerstand gefasst machen. Und so sammelte sich zwei Jahre nach Richrds Krönung ein Heer unter dem Usurpator Henry of Richmond jenseits der Meeresenge. Henry hatte sehr weit hergeholte Thronansprüche, aber das war seinen Anhängern egal. Nach der Schlacht von Bosworth, der Richard III. starb wurde Richmond zum König Henry VII. gekrönt. Sein Feldzeichen war der Drache ...
      Und zu guter letzt: Kennt irgendjemand den häßlichen, zwergenwüchsigen genialen Feldherren und Förderer vun Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst, der aus seinem Land vertrieben wurde, aber in der Fremde zu unermeßlichen Ruhn und Reichtum gelangte, aber leider trotzdem nie eine Frau fand? Ach, ihr kennt also auch alle Prinz Eugen von Savoyen, der vom Sonnenkönig Ludwig XIV. geächtet wurde und für die Habsburger Oberitalien und halb Osteuropa eroberte!
      So das wärs für das erste, UAWG
      Phu! langer text! :D

      stimmt schon da sind verdächtige ( :D) parallelen. ich glaub, wenn man so ein großes werk schreibt, gibts zwangsläufig parallelen. zu diesem eugen von savoyen, vielleicht hat GRRM diese person unheimlich gut gefallen und er konnte nicht umhin sie aus dem buch rauszulassen :P
      "Have you ever seen the Iron Throne? The barbs along the back, the ribbons of twisted steel, the jagged ends of swords and knives all tangled up and melted? It is not a comfortable seat, ser."

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      RE: Historische Paralellen

      Westeros ähnelt irgendwie schon verdammt Britannien, wenn man sich die Umrisse anschaut, der Norden erinnert an Schottland zur Eiszeit und die Mauer ist irgendwie schon eine Maxiversion des Hadianswalles zwischen England und Schottland. Die mit Abstang größte Stadt liegt zwar im Vergleich zu London mehr in der Mitte, dafür aber auch an einer Flußmündung nahe des Meeres.

      Vom Norden her vielleicht schon, aber der Rest, gerade Dorne oder auch die Sturmlande passen zu dieser Einteilung dann eigentlich garnicht mehr.

      Und der Red Keep ist - ja wohl unschwer zu erkennen - am Tower of London orientiert.

      Die Red Keep am Tower of London? Nicht wirklich. Einzig von der Funktion vielleicht, aber vom Aufbau, Standort und eigentlich allen wichtigen anderen Dingen ähnelt die Red Keep dem Tower of London genauso, wie allen anderen Burgen, die eine solche Funktion haben. Eine unbedingt starke Parallele sehe ich da nicht.

      Soziales: Na ja die ganze Geschichte ist natürlich am Hoch- bzw. Spätmittelalter orientiert. Lords und Ladies, edle (und weniger edle) Sers, ein streng strukturiertes Lehenssystem, das königliche Privileg der Münzprägung usw. Interessant die Besiedlungsgeschichte von Westeros. Zuerst die Kinder des Waldes, dann die Ersten Menschen, dann die Andalen, im Süden die Rhoyne, zwischen durch die Eisenmänner und zuletzt die valyrische Eroberung der Tagaryens (im alten Ägypten war übrigens die Geschisterehe durchaus üblich). In Britannien die Ureinwohner, die Stonehenge erbauten, dann die Kelten (Erste Menschen), nach der römischen Episode Sachsen, Angeln und Jüten ((V)Andalen?, Rhoyne?), Überfälle aus Skandinavien (Eisenmänner=Wikinger) und zuletzt die normannische Eroberung (Targaryan). Die Dothraki erinnern verfucht an Hunnen oder Mongolen.

      Sicher kann man da ein paar Parallelen ziehen, allerdings wahrscheinlich auch fast zu jedem größeren europäischen Land. Die Eisenmänner mit den Wikingern gleichzusetzen, passt vielleicht mit ihrer Lebensweise zusammen, allerdings nicht eroberungstechnisch, da die Eisenmänner schon selbst von den Ersten Menschen abstammten.

      Geschichte der Hohen Häuser: Im 15.Jahrhundert tobte die Fehde zwischen den Häusern York und Lancaster (Stark und Lannister?) um den englischen Thron...

      Sicher gibt es da einige Paralellen, aber ich sehe die Vergleiche eher in den Personen, als an den tatsächlichen historischen Ereignissen. Henry VI. mag vielleicht verrückt gewesen sein, aber er war Mitglied des Hause Lancester und bei Richard, Duke von York passt die Parallele zum Hause Stark schon garnicht mehr, da sein großes Ziel ja war, sich selbst auf den Thron zu setzen. Der einzige Vergleich, der hier anzustellen wäre, ist vielleicht Richard=Robb Stark, allerdings auch nur auf der Grundlage, dass Richards Vater, Richard von Cambridge wegen Verrates an der Krone hingerichtet wurde. Da hat es sich aber meiner Ansicht nach auch schon mit dem Vergleich zum Haus Stark.

      Interessant in dieser Hinsicht vielleicht noch Queen Margaret, die in ihrer historischen Darstellung schon eine gewisse Ähnlichkeit zu Cersei Lannister aufweist. Die erste große bewaffnete Konfliktphase war dann auch der Krieg zwischen Margaret, die nicht zulassen wollte, dass der Anspruch ihres Sohnes gegenüber dem des Beschützer des Königs, nämlich, Richard, zurücktreten sollte. Diesen ersten Krieg hat Margaret dann ja auch gewonnen, mit der Folge, dass Richard hingerichtet wurde. Das passt meiner Ansicht nach in keine Phase der Geschichte von Westeros, am ehesten noch in die Phase von Robb Stark, der aber, wie bereits gesagt, überhaupt nicht zur Person von Richard von York passt.

      Nach dem Tod von Richard kommt sein Sohn Edward IV. ins Spiel, dem ich wohl die engste Paralelle überhaupt zurechne. Aber hier passt der Vergleich zu Roberts Rebellion auch nicht, das ganze scheitert vor allem an der Person von Henry VI., dessen Verrücktheitserscheinungen erstens nachgelassen und zweitens in eine ganz andere Richtung, als die von Aerys gingen, aber auch daran, dass es Robert weitaus mehr um die Krone ging, als um irgendeine persönliche Rache.

      Dann kommt die Person von Richard von Warwick, der am ehesten vielleicht noch mit Tywin Lannister vergleichbar ist und schließlich noch einmal kurz Henry VI. auf den Thron bringt, bis Edward IV. wiederkommt. Nun kommt die andere Parallele, die du ansprichst und zwar der Vergleich von Richard III. mit Stannis Baratheon, wo der einzige Vergleich allerdings nur ist, dass Stannis die Kinder von Robert ebenfalls als illegetim geboren bezeichnet, im Gegensatz zu Richard III., allerdings daran scheitert, sich selbst auf den Thron zu setzen, wodurch die Geschichte in den Büchern einen ganz anderen Lauf nimmt. Auch haben wir es hier immernoch mit einem Konflikt innerhalb von einer Familie, nämlich den Yorks (dem Vergleich nach den Starks) zu tun und nicht mit einem Krieg Baratheon gegen Lannister. Wo Henry Tudor, dann in die Sache reinpasst, kann ich auch nicht wirklich sagen, einen Vergleich mit Daenerys oder einem möglichen anderen targaryschen Anspruchserheber, halte ich für nicht sehr gelungen, gerade weil Tudor auch eine enge Verbindung zum Hause Lancester hatte.

      Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass durchaus Vergleiche zwischen dem Krieg der Rosen und der westerosischen Geschichte möglich sind, allerdings hauptsächlich auf gewisse Personen und gewisse Ereignisse bezogen (die man wahrscheinlich aber in jedem größeren bewaffneten Konflikt des Mittelalters gefunden hätte), aber der Gesamtzusammenhang fehlt dann doch deutlich. Auch der Vergleich York-Lancester mit Stark-Lannister passt mir nicht ganz. Lannister und Lancester vielleicht, aber York und Stark sicherlich nicht, am ehesten noch York-Baratheon.

      Ach, ihr kennt also auch alle Prinz Eugen von Savoyen, der vom Sonnenkönig Ludwig XIV. geächtet wurde und für die Habsburger Oberitalien und halb Osteuropa eroberte!

      Ja, aber auch das würde ich nicht unbedingt als die große Parallele betrachten, solche Ereignisse wird es in der Geschichte bestimmt nicht nur einmal gegeben haben.
      Der Autor hat selber zugegeben, daß sein Werk vom Krieg der Rosen inspiriert wurde. Warum auch nicht? Unsere Vergangenheit ist voll von interssanten Geschichten, da ist es meiner Meinung nach völlig legitim, sich inn diesem Pool zu bedienen? Außerdem erleichtern geschichtliche Anleihen die Identifikation, wie mit dem Vergleich Drokathi=mongolen bewiesen wurde. Oder wer denkt bei dem Konflikt Valyria gegen Ghis nicht an die Punischen Kriege?
      Eben: du sagst inspiriert. Das heißt er hat vor allem Persönlichkeiten dieser Periode genommen und für seine Charaktere verwendet, das ganze dabei aber völlig aus dem Kontext gerissen und sicherlich keine Neuerzählung der Ereignisse geschrieben, wie es Snakecatcher hier fast darstellt.

      Und warum sollte man bei den Kriegen zwischen Valyria und Ghis gleich an Rom und Karthago denken? Nur weil zwei Imperien sich gegenseitig bekriegten. Sowas kann man sich als Autor auch leicht ausdenken, ohne vorher in Geschichtsbüchern gewälzt zu haben.
      Zudem gibt und gab) es grad hinsichtlich Intrigen und Kriege auch in unserer Geschichte schon des öfteren gewaltige Parallelen und diese waren sicher _nicht_ bewusst so gelegt. Insofern denk ich, an manchen Dingen kommt man evtl. gar nicht "vorbei", wenn die Storyline glaubwürdig rüberkommen soll.
      Alles sehr vernüftige Standpunkte :)

      @Rhaegar: Ich hatte den Gedanken sofort, warum auch nicht? Es waren ebenfalls drei Kriege. Es standen sich ebenfalls ein aufstrebendes Imperium und sein Vorgängergegenüber. Und da mich Valyria irgentwie generell an die Römer erinnert (Straßenbau, kontinentale Ordnungsmacht) erscheint mir das nur angemessen.
      Erstmal waren es fünf Kriege und ich würde auch die Situation zwischen Rom und Karthago damals nicht unbedingt mit Valyria und Ghis miteinander vergleichen. Rom und Karthago waren zum Ausbruch ihrer Kriege eher gleichbedeutende und gleichstarke Imperien, die unabhängig voneinander entstanden und sich durch Eroberungen erst einmal ihre umliegenden Länder sicherten, bevor sie selbst aufeinander treffen. Die Situation zwischen Valyria und Ghis ist anders, hier haben wir ein uraltes Imperium, das wohl auch schon längst seinen Höhepunkt überschritten hatte, das sich (ob aus dem Imperium heraus oder etwas am Rande) entwickelt und gegen die Dominanz von Ghis auflehnt und in diesen rebellionsartigen Kriegen dank der Drachen gewínnen kann.

      D.h. auf der einen Seite haben wir zwei nebeneinander stehende Imperien, auf der anderen ein großes Imperium, aus dem eine Art Nachfolgerimperium hervorwächst.
      So genau will ich das gar nicht wissen :)

      Ich benutze halt solche Vergleiche gerne, um die im Buch beschriebenen Situationen einfacher zu visualisieren oder auch nur besser in Erinnerung zu behalten. Und wenn beschriebven wird, wie die Valyrischen Legionen ihr Imperium formten...tja da habe ich halt im Quadrat angeordnete Soldaten in klassisch Römischen Autfit im Kopf, über dessen Köpfen ein paar Drachen kreisen.

      Historische Paralellen

      Manche definieren Kreativität einfach als die Fähigkeit, bekannte Elemente sinnvoll zu etwas Neuem zusammenzufügen. So gesehen, wird man immer auf bekannte Bausteine innerhalb eines neuen Ganzen stoßen.
      Bisher wurde vor allem die englische Geschichte als eine mögliche Quelle betrachtet.
      Ich möchte noch auf die schottische hinweisen, da mich vor allem die Eisenmänner sehr an die MacDonalds, die Lords of the Isles, erinnern. Diese hatten vor der Bildung eines gesamtschottischen Königreiches ihr eigenes, unabhängiges Königreich, das vor allem die äußeren und inneren Hebriden und Teile des „schottischen Festlandes“ (ich meine damit den schottischen Teil der britischen Hauptinsel) umfasste. Man Vergleiche dies mit dem Königreich von Harren dem Schwarzen, der die Iron Islands und die Flusslande kontrollierte. Und so wie Balon Greyjoy waren die MacDonalds immer aufsässig und versuchten wieder unabhängig zu werden, weswegen ihnen dann letztlich vom schottischen König der Titel Lord of the Isles aberkannt wurde (Ich denke dabei immer an die Aussage von Balon zu Theon bezüglich des Angebots von Robb Stark, Balons Königstitel anzuerkennen: „was einem anerkannt wurde kann einem auch wieder aberkannt werden.“) Des Weiteren sind die Bewohner der äußeren und inneren Hebriden Abkömmlinge von Wikingern und Schotten. Und so wie die Schotten großteils die Lebensweise der wikingischen „Urbevölkerung“ übernahmen, so haben die Andalen ebenfalls z.B. die bereits existente Religion des ertrunkenen Gottes übernommen.
      Und neben all diesen Hinweisen ist der beste Hinweis auf Martins Homepage, wo das Bild von ihm im Hintergrund das Urquardt Castle zeigt. Im dortigen Tourismus Center wird die Geschichte der Burg aufgearbeitet und die MacDonalds spielen dabei eine zentrale Rolle (haben die Burg mehrmals besetzt, geplündert, etc.).

      RE: Historische Paralellen

      Wo ich auch ziemlich eindeutige Parallelen sehe ist zwischen den Unberührten und den türkischen janitscharen, nicht unbedingt konkrete quantifizierbare Paralellen aber in der Grundatmosphäre. IMHO sind die Unberührten die logische Steigerung der Janitscharen.

      Ebenfalls erinnern mich die freien Städte immer an die italienischen Stadtstaaten des MA, vor allem auch aufgrund ihres "Gehabes" ( also die bezugnahme auf die untergegangene Hochkultur, in einem Fall Rom, im anderen Valyria, und die daraus resultierende Arroganz)

      Naja, und die Dothraki sind ziemlich eindeutig von den asiatischen Steppenvölkern inspiriert, also Turkvölker oder Mongolen. Ich würde sogar behaupten die Dothraki entsprechen so ziemlich eindeutig dem Klischee dieser Völker. Man schaue sich Beschreibungen der Türken oder Mongolen aus dem MA an und vergleiche sie mit Martins beschreibungen, quasi eine 1zu1-Übereinstimmung.
      Das ist IMHO auch ein der schwächste Aspekt des Liedes...die Dothraki sind mir viel zu eindimensional, eben zu klischeehaft, da fehlt ne ganze menge Vielschichtigkeit.
      Eben das typische Kriegervolk...
      ...die Dothraki sind mir viel zu eindimensional, eben zu klischeehaft, da fehlt ne ganze menge Vielschichtigkeit.


      naja, eben wie die Mongolen :D

      Ich finde die nicht eindimensional gezeichnet, im Gegenteil.
      Ansosnten stimmen aber Deine Vergleiche.
      Eine Fahne ist sichtbar gemachter Wind.
      Historische Vorbilder sind mir beim Lesen auch gleich eingefallen. Hier ist es schon genannt worden: Bei Khal Drogo machte es z. B. auch bei mir sofort *plopp* und Attila, der Hunne war da. Zumal dessen Reiterhorden ja ebenfalls Meister im Bogenschießen vom Pferderücken waren.

      Stört mich das? Nicht im geringsten.

      Zumal mir als weiblichem Wesen blitzartig die TV-Attila-Verfilmung mit dem äüßerst attraktiven Gerard Butler vor Augen stand *räusper* Frauenherz, was willst Du mehr:D

      Und solange sich Mr. Martin von interessanten historischen Vorfällen inspirieren lässt, darf er die sowieso gerne in seine Bücher einfließen lassen. Habe jedenfalls selten etwas spannenderes gelesen und bin voller Zuversicht, dass das auch so bleibt. (Bin erst auf Seite 600 des ersten Original-Teils, hoffe aber, dass ich trotzdem mitreden darf;-))
      *wicked*
      Zuerstmal ein Willkommen in der ASoIaF-Gemeinde.

      Mitreden darst du natürlich gern und so viel du willst. ;) :)

      Da du noch im ersten Teil verweillst, würde ich dir allerdings raten, aufzupassen, was du hier liest, oder gerademal reinklickst. Hier wimmelts nur so vor Spoilern. Nicht, das du dir den ganzen Spass verdirbst. Wird ja in den nächsten Tagen mit dem erscheinen von AFfC noch heikler, auch wen der Teil im Forum etwas abgesondert wird.
      Wenn sich ein Mann nicht an seine Gesetze erinnern kann, dann gibt es zu viele davon.
      Ragnar in der Saxon Chronik

      Post was edited 1 time, last by “Accursed” ().

      Original von Accursed

      Da du noch im ersten Teil verweillst, würde ich dir allerdings raten, aufzupassen, was du hier liest, oder gerademal reinklickst. Hier wimmelts nur so vor Spoilern.


      Oha, da hätte ich mal besser auf Dich hören sollen. Hab gerade einem wie ich dachte harmlosen Vorstellungs-Thread entnehmen dürfen, wer als nächstes auf dem Todesplan steht *grummel*
      *wicked*
      Wie man es als Schöpfer einer epischen Fantasy-Welt am besten macht, so hat GRRM diverse ethnographische und geographische Besonderheiten sowie historische Ereignisse und Persönlichkeiten unserer Welt zu einem bunten Cocktail gemixt. Direkte Entsprechungen (ob zu Altengland oder whatever) würde ich nicht sehen.
      Geographisch erinnert mich Westeros sehr an Nordamerika, v.a. wegen seiner Nord-Süd-Ausdehnung, der bitterkalte Norden wie Kanada, das trockene, heiße Dorne ähnelt Kalifornien, Arizona etc.
      Ethnographisch stechen die Dothraki als Abbilder von Hunnen o.ä. hervor, die Rhoynar und ihre Nachfahren in Dorne erinnern an Araber oder spanische Mauren, die Eisenmänner an Wikinger ud dergleichen - was die Kulturen angeht, sind hier die Bezüge deutlich. Kinder des Waldes, Erste Menschen und Andalen, hier weisen die Bezüge weniger eindeutig auf eine bestimmte Kultur hin. Es sind mehr grobe Anlehnungen an die Kulturgeschichte Europas (z.B. Griechenland) mit Jägern und Sammlern als Ureinwohnern, Stämmen der Bronzezeit, die einmarschieren (wie Ionier) und schließlich eisenzeitlichen Eindringlingen (wie Dorer).
      Die Freien Städte, Quarth und die Nachfahren von Ghis sind Anlehnungen an antike Stadtstaaten, schon architektonisch (Pyramiden), aber auch kulturell (Sklavenhaltung).
      Valyria ist für mich schlichtweg der Archetyp einer antiken Hochkultur und Großmacht, ganz leichte Anlehnungen an Atlantis sind vorhanden.
      Zu Westeros braucht man nicht viel zu sagen, eben sehr eng ans Mittelalter angelehnt.
      In bezug auf Religionen wird es wieder sehr interessant, da lohnt sich fast ein eigener Thread.
      Der dualistische Glaube der roten Priester z.B. erinnert mich ziemlich an den altpersischen Glauben an Ahura-Mazda und Ahriman.
      "Dann müsst Ihr Eure eigene Braut mit einem Holzpimmel bedienen."
      Tyrion Lannister

      Ist ja rührend!

      Zum ersten bin ich richtig gerührt, dass ich vor 20 Monaten - noch mit altem Nick Lord Snakecatcher - hier eine richtige Diskussion losgetreten habe.
      Ich habe damals nur eine Antwort mit bekommen, danach mein Passwort verloren und ergo nie mitbekommen, dass ich ja doch eine Diskussion losgetreten habe. So ähnlich muss sich das also anfühlen, wenn einem eine Verflossenen plötzlich das Kind präsentiert!
      So, und jetzt mal zur Klarstellung: Es lag nie in meiner Absicht, GRRM Plagiate zu unterstellen.
      ich bezweifle, dass der Autor bewußt - außer der englischen Frühgeschichte und dem Rosenkrieg - historische Elemente reingearbeitet hat.
      Die Paralelle Tyrion - Prinz Eugen ist mir aufgefallen, außerhalb des deutschsprachigen Raums und insbesondere Österreichs kennt den kaum wer noch.
      Für alle, die Wien nur als Touristen kennen: Das Schloß Belvedere, das ist dieses zweigeschossige in einen Hügel hineingebaute traumhafte Barockschloss unterhalb des Südbahnhofes, ließ er erbauen.
      Meine Paralelle Eugen-Tyrion haut insofern nicht mehr so gut hin, weil ich mich in der Zwischenzeit mit Eugen noch mal eingehend beschäftigt habe und in der Zwischenzeit weiss, dass er höchst wahrscheinllich schwul war.

      Wenn wir schon beim Thema Inspiration durch historische Ereignisse sind: Wien wurde 1683 ein zweites Mal von den Osmanen belagert.
      Dass die Residenzstadt des Kaisers - von den Osmanen der goldene Apfel der Deutschen genannt - nicht erobert wurde - sondern im buchstäblich letztem Augenblick von kaiserlichen und polnischen Truppen vor den als "Antichristen" titulierten Türken gerettet wurde, war ein einschneidendes historisches Ereignis, das Nationalitäten und Konfessionen überschreitend in ganz Europa mit Freude zur Kenntnis genommen wurde.

      Sprung ins 19. Jahrhundert. Wie so viele nicht-adelige Familen des englischen Jahrhunderts legt sich auch die deutschstämmige Familie Tolkien eine Legende für die Herkunft des Namens zu. Tolkien soll vom deutschen Wort Tollkühn herrühren. Ein Vorfahr Tolkiens hatte diese Ehrenbezeichnung erhalten, weil er den Kaiser in einer Schlacht gegen die Türken durch persönlichen Einsatz im 16. Jahrhundert das Leben rettete. Blühender Blödsinn, aber dem jungen, an Geschichte interessierten JRR Tolkien sind die historischen Fakten garantiert im Gedächtnis geblieben.
      Und was finden wir im Herr der Ringe gleich zweimal vor: Eine Festung, deren Tore schon zertrümmert sind, aber im letzten Augenblick durch die "Guten" gerettet wird.
      Hat Tolkien das bewußt reingearbeitet? Nein. Hat ihn die Erinnerung unbewußt inspiriert.Höchtswahrscheinlich.
      Ist ja wohl auch kein Zufall, dass die Kavallerie in den alten Western das Fort immer im letzten Augenblick rettet - und die Drehbuchautoren oft aus den Ländern der Habsburgermonarchie stammten.
      @ Teja: Deinen Vergleich mit den Mauren und dem mittelalterlichen Spanien halte ich für überaus gelungen. Jetzt weiß ich endlich, woran mich das alles erinnert: Granada!
      @Feydakin: Vergleich-Unberührte Janitscharen ist ebenfalls nicht schlecht.
      Nur dass sich viele Bewohnerinnen Südosteuropas sicher oft gewünscht hätten, dass die Yenicerii wirklich kastriert worden wären.
      Wollen wir nur hoffen, dass die der armen Dany nicht antun, was die realen Janitscharen so gerne mit ihren Sultanen machten, wenn denen dessen Politik nicht passte ...
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      Neue Paralellen:

      Weil damals AFFC noch gar nicht draußen war, erst jetzt:
      Dass GRRM bei der Hafeneinfahrt von Braavos den Koloß von Rhodos nicht vor Augen hatte, ist eher schwer zu argumentieren.

      Herrlich, dass er sich nicht an die staubtrockene archäologische Lehrmeinung hielt (nur eine Figur NEBEN der Einfahrt) sondern beinhart den herrlichen Unfug aus alten Sandalenfilmen übernahm, im Sinne von Leuchtturm und Todesfalle für jeden Feind.

      Braavos selbst ist eine Maxiversion von Venedig.
      Der von Martin angesprochene Holzmangel in Braavos ist in den nass-kühlen Wintern des Vorbilds tatsächlich ein Problem gewesen für die Bewohner.

      Hat Martin das gewußt, oder ist er nur der Logik gefolgt?

      Ich glaube, für mich ist ISOAF schon deshalb meine moderne Lieblingsfantasy, weil es zugleich auch ein heimliches Geschichtequiz ist!
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!