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Panini Comics- auf deutsch zur Fantasy-Saga Game of Thrones!

Die Herrschaft des Hauses Targaryen über die Sieben Königslande 

Rund 280 Jahre herrschten die Targaryens über Westeros und hatten in dieser, zeitlich kurzen Periode einen starken Einfluß auf das heutige Leben und die Herrschaftsstruktur des unter ihrer Herrschaft erstmals zu einem Reich geformten Kontinentes. Dabei hinterlassen die 17 targaryschen Herrscher im Rückblick der Geschichte einen zwiespältigen Eindruck: Neben vorbildhaften und vernünftigen Königen, unter denen das Reich aufblühte, Jaehaerys I. oder Aegon V., gab es auch grausame und ungeliebte targarysche Herrscher, wie sicherlich Maegor I. oder natürlich zuletzt Aerys II., der Verrückte König.
Es ist mit den Targaryens tatsächlich so, wie es Jaehaerys II. einmal aussprach, bei jeder Geburt eines Targaryens werfen die Götter eine Münze, um zu entscheiden, ob das Kind großartig oder verrückt werden wird.

 (Einen umfassenden Stammbaum des Hauses Targaryen, erstellt von Curunir, gibt es hier.)

Die Herkunft der Targaryens

Die Ursprünge der Targaryens gehen auf den Freistaat von Valyria (gelegen auf dem östlichen Kontinent) zurück. Valyria ging aus bisher ungeklärten Umständen in einer verheerenden Katastrophe unter; man sagt, dass in der Folge auch die Magie im westlichen Teil der Welt verloren ging. Sicher ist jedoch, dass Valyria in weiten Teilen unbewohnbar wurde und die Halbinsel durch das Ereignis geradezu zerschmettert wurde. Die Überlebenden, unter ihnen die Targaryens, flohen, wohl auch mit Hilfe der Drachen, ca. 200 Jahre vor der Eroberung von Westeros nach Dragonstone, dem westlichsten Außenposten des alten valyrischen Reiches, das auf einer Insel im Eingang zur Bucht des heutigen King's Landing liegt.

Welche Rolle die Targaryens in der Machtstruktur des untergegangenen Reiches spielten, ist nicht genau überliefert. Sie legitimierten ihren Herrschaftsanspruch jedenfalls seit jeher mit der direkten Blutsverwandschaft zu den Herrschern des Freistaates und bezeichnen sich selbst als das "Blut der Drachen".

Der Eroberungskrieg

Auf Dragonstone übernahmen die Targaryens schnell die Führung der Überlebenden. Aegon der Eroberer und seine Schwestern Visenya und Rhaenys führen die Streitmacht der Targaryens von Dragonstone auf den westlichen Kontinent. Die Armee landet an der Mündung des Blackwater Rush, wo eine erste Holzfestung errichtet und damit der Grundstein der königlichen Stadt King's Landing gelegt wird. In den Ebenen des Mander-Flusses treffen sie zunächst auf die Armeen von Loren, König des Westens und Mern, König der Weite. Die Verteidiger verfügen über Truppen in etwa fünffacher Größe der Targaryen-Armee, also fast 60.000 Mann, die sich daher zunächst nicht durchsetzten kann. Als jedoch Aegon und seine Schwestern mit ihren drei Drachen angreifen, sind es die Verteidiger, die sich geschlagen geben müssen. Mern verbrennt neben fast 4.000 anderen Männern und Loren flüchtet und schwört Aegon schließlich seine Loyalität.
Harlen Tyrell, Verwalter des verstorbenen Königs der Weite, übernimmt die Herrschaft über Highgarden und schwört Aegon ebenfalls seine Loyalität, der ihm die Burg und die Herrschaft über die Weite überlässt.
In den Flusslanden liegt das große Reich von Harren dem Schwarzen, der sich in die neu errichtete Festung Harrenhal zurückgezogen hat. Doch seine Bannermänner bleiben dem tyrannischen Herrscher nicht treu und Harrenhal kann der Stärke der drei Drachen nicht trotzen und brennt fast vollständig nieder. Harren und seine Söhne sterben in den Flammen. Harrens Bruder, der Lord Commander der Nachtwache war und zu diesem Zeitpunkt 10.000 Männer unter seinem Kommando hatte, bleibt seinem Schwur treu und erhebt sich nicht gegen Aegon. Die Eisenmänner verlieren ihre Eroberungen der letzten Jahrhunderte und müssen sich auf die Inseln zurückziehen, wo sie Lord Vickon Greyjoy zu ihrem neuen Herrscher wählen. Über die Flusslande herrscht nun Edmyn Tully, auf Befehl von Aegon Targaryen.

Auch die anderen der damals sieben Königreiche (Der Norden, die Flusslande und Iron Islands, das Tal, die Westlande, die Sturmlande, die Weite, Dorne) fallen schnell unter die Herrschaft der Targaryens:

Orys Baratheon, möglicherweise ein Bastard-Bruder Aegons und einer seiner Heerführer, erschlägt den letzten Sturmkönig, Argilac den Arroganten und erhält zum Dank dessen Besitztümer und Länderein. Nach der Heirat mit Argilacs Tochter nimmt er auch das Banner der Sturmkönige an. So entsteht das jüngste der großen Häuser, das Haus Baratheon.
Torrhen, der letzte König des Nordens, beugt das Knie, um einen verheerenden Krieg zu verhindern.

Nur Dorne im Süden kann sich weiterhin erfolgreich widersetzten. Dort vermeidet man bewusst größere Ansammlungen von Truppen und nützt die Begebenheiten des Landes taktisch sehr gut aus, um den Drachen keine Möglichkeit zu bieten, auf einen Schlag alle Streitkräfte zu vernichten.
Schließlich verwirft Aegon eine mögliche Eroberung von Dorne und lässt sich in King's Landing nieder, wo er, nach alter Tradition beide seiner Schwestern heiratet, mit denen er seine beiden Nachfolger auf dem Thron, Aenys I. (von 37-42, nach neuer Westeros-Zeitrechnung, ausgehend von der Eroberung) und Maegor I. (42-48) zeugt.

"Der Grausame" und der Aufschwung unter dem "Alten König"

Letzterer machte seinem Beinamen, "der Grausame" alle Ehre, indem er während seiner recht kurzen Herrschaft drei Grand Maester hinrichten ließ, vier Kerkerebenen einrichtete, von denen die unterste speziell für Folterungen reserviert wurde und in der, unter seiner Herrschaft fertiggestellten Red Keep mit Maegor's Holdfast eine Burg in der Burg erbauen ließ, mit eigenem Graben und Zugbrücke um auch vor seinen Feinden in der eigentlichen Burg geschützt zu sein.

Nach seinem Tod übernahm der "alte König", Jaehaerys I., die Herrschaft, der von  48 bis 103 ganze 55 Jahre regierte. Seine Herrschaft brachte eine lange Zeit des Friedens über Westeros und während seinen ersten Amtsjahren unternahm er lange Reisen in alle Teile seines Reiches. Seine Frau, Königin Alysanne war von dem Mute der Männer der Nachtwache gar so begeistert, dass sie das Gebiet der Wache um weitere 50 Wegstunden gen Süden erweitern ließ.
Einen großen Anteil am Aufblühen des Reiches zu dieser Zeit hatte sicher auch Septon Barth, der ursprünglich der Sohn eines Schmiedes war, aber von Jaehaerys später zur Hand des Königs ernannt wurde und in dieser Funktion 40 Jahre arbeitete.

Es folgte die recht ruhige Herrschaft Jaehaerys' Enkel Viserys I. (von 103-129), dessen Kinder dem Reich allerdings den ersten großen bewaffneten Konflikt seit den Eroberungskriegen einbrachten.

Der Tanz der Drachen

Etwa 130 Jahre nach den Eroberungskriegen kommt es zum Streit um die Nachfolge von Viserys I. Sein ältester Sohn Aegon II. wird zum König gekrönt, seine ältere Schwester Rhaenyra bestreitet jedoch das Recht ihres Bruders auf die Thronfolge. Es heißt, Viserys I. hätte seine Tochter Rhaenyra als Nachfolgerin auf dem Thron bevorzugt, doch der damalige Lord Commander der Königsgarde habe Aegon noch am Totenbett seines Vaters dazu gedrängt, den Thron zu übernehmen.
Im Bürgerkrieg, der nun um den Eisenthron entbrennt und in die Geschichte von Westeros als "Tanz der Drachen" eingehen sollte, bekämpfen sich die Geschwister gegenseitig bis aufs Äußerste wobei auch die Drachen zum Einsatz kommen. Viele dieser mystischen Wesen sterben im Verlauf des Krieges, der das ganze Reich spaltet und bald kämpfen sogar Familienmitglieder gegeneinander. So berichtet die Legende von den Brüdern Ser Erryk und Ser Arryk, die sich gegenseitig auf dem Schlachtfeld töteten.
Rhaenyra selbst wird vom Drachen ihres Bruders getötet und gefressen, auch Aegon II. stirbt. Ihm folgt Aegon III., der Drachenfluch, Sohn Rhaenyras, der den Tod seiner Mutter miterlebte und eine tiefe Furcht gegenüber Drachen entwickelte. Während seiner Regentschaft stirbt schließlich der letzte Drachen des Hauses Targaryen, es geht sogar soweit, dass man sagt, dass Aegon III. diesen Drachen eigenhändig vergiftete.

Die Eroberung von Dorne

Auf Aegon III. folgt sein Sohn Daeron I., genannt der "junge Drache", als König auf dem Eisenthron. Er erobert Dorne im Alter von 14 Jahren, jedoch zu einem hohen Preis: 10.000 seiner Kämpfer sterben bei den eigentlichen Kämpfen und der Versuch, Dorne zu halten, kostet weiteren 50.000 Menschen das Leben. Daeron setzt den Lord von Highgarden und damit den absoluten Erzfeind der dornischen Bevölkerung, als Statthalter ein. Dieser reist von Burg zu Burg, um seinen Status zu repräsentieren, bis er schließlich einem Skorpion-Attentat in einer dieser Burgen zum Opfer befällt und sich Dorne von den Eroberern befreit. Baelor I., Bruder von Daeron I., schließt wieder Frieden mit Dorne, indem er den Boneway barfuß beschreitet. Daeron I. war schon mit 18 Jahren gestorben, hat sich allerdings mit seinem Eroberungskrieg und dem Buch, welches er darüber verfasste bis heute in das Gedächtnis der Menschen eingeprägt.

Baelor, der Gesegnete

Baelor I., auch der Gesegnete genannt, war ein Mann des Glaubens und ließ die Große Septe in King's Landing errichten. Doch viele hielten ihn für verrückt und behaupten, dass das Reich nur dank seiner Hand, Baelors Bruder Viserys, der später noch für ein Jahr (171-172) selbst regieren sollte, nicht zugrunde gegangen sei. Tatsächlich kümmerte sich Baelor recht wenig um das tägliche politische Geschäft, so versuchte er stattdessen bspw. über ein halbes Jahr lang mit Gebeten versteinerte Dracheneier zum Leben zu erwecken.
Nach seinem Tod (manche sagen, Viserys II. hätte ihn schließlich vergiftet, andere halten dagegen, dass er sich selbst zu Tode gefastet habe), übernahm Viserys II. für ein rundes Jahr die Herrschaft, bis auch er verstarb und die Herrschaft an seinen ältesten Sohn, Aegon IV. (von 172 bis 184) übergeben wurde.

Die Blackfyre-Rebellion und die Anheirat von Dorne

Aegon IV. zeugte während seiner Herrschaft unzählige Bastarde, hochgeborene aber auch niedriggeborene. Auf seinem Sterbebett schockte er das Reich, indem er alle diese Bastarde legitimierte, wohl auch, um einen letzten Schlag gegen seinen Bruder Aemon, den Drachenritter zu führen, von dem man sagte, dass er der Liebhaber von Königin Naerys gewesen sei und womöglich sogar der Erzeuger des Königssohn Daeron. Der Bastard Daemon (weither bekannt und später für seine großen Fähigkeiten im Kampf gerühmt) erhielt vom König das Familienschwert Blackfyre, doch Daeron II. wurde schließlich als Nachfolger gekrönt. Im Jahr 196, rund 12 Jahre nach der Krönung Daerons eskaliert der brodelnde Konflikt zwischen den legitimierten Bastarden und dem Königshaus. Es kommt zum Bürgerkrieg zwischen Daemon und anderen Bastarden von Aegon IV. gegen Daeron II. Ähnlich wie im Tanz der Drachen wird das Reich gespaltet. Schließlich entscheidet sich der Krieg auf dem Redgrass-Field, als beide Armeen aufeinandertreffen.
Die Schlacht schien sich schon in Richtung der Rebellen zu entscheiden, als Bloodraven (ein weiterer Bastard von Aegon IV., der sich als einziger der Sache von Daeron II. anschließt und später Hand von König Aerys I. werden sollte) mit seinen fast magischen Fähigkeiten im Umgang mit dem Bogen erst Daemons Sohn Aegon tötete, dann Daemon selbst und schließlich auch Aegons Zwillingsbruder Aemon, als dieser Blackfyre ergreift. Als die Truppen von Baelor Breakspear (einer der Söhne Daeron II.) mit seinem dornischen Heer eintrafen, war die Schlacht entschieden. Zwar werden nicht alle legitimierten Bastarde besiegt und obwohl diese und ihre Nachkommen in den kommenden Jahrzehnten weiterhin von Zeit zu Zeit für Unruhen sorgen sollten (bis Ser Barristan Selmy schließlich den letzten Abkömmling der Blackfyres, Maelys den Monströsen tötete) erreichten diese Konflikte nie wieder das Ausmaß der Rebellion des Jahres 196.

Überhaupt verlief die Herrschaft von Daeron II. recht aufblühend für das Reich und gerade auch für das Haus Targaryen, welches unter Herrschaft von Baelor I. noch ständig der Gefahr der Auslöschung ausgesetzt war. Daeron selbst hatte drei Söhne (Baelor Breakspear, Maekar und Aerys) und auch diese (Baelor hatte  zwei Söhne, Valarr und Matarys, Maekar sogar vier, Aegon, Aemon, Daeron und Aerion) sorgten für einige Nachkommen, so dass für das weitere Bestehen des Hauses für alle Zeiten gesorgt schien.

Zudem fiel unter die Herrschaft von Daeron auch die Anheirat von Dorne (Daeron heiratete die dornische Prinzessin Myriah und der Prinz von Dorne die Schwester von Daeron), so dass man diese Zeit sicherlich als den Höhepunkt der targaryschen Herrschaft in Westeros bezeichnen kann.

Die Epidemie und der "Unwahrscheinliche" auf dem Thron

Doch der Stern des Hauses sollte bald wieder sinken, wie so oft in den fast 300 Jahren der Herrschaft. Im Jahre 209 kam es zur großen Frühlingsepidemie in Westeros. Neben Tausenden von Menschen wurden auch der König Daeron II., sowie die Söhne seines ältesten Sohnes Baelor Breakspear, Valarr und Matarys, von der Seuche dahingerafft. Baelor selbst war schon ein Jahr zuvor unter unglücklichen Umständen bei einem Duell der Sieben am Rande eines Turnieres in Ashford ums Leben gekommen. Der Thronfolge entsprechend wird Aerys I., der zweite Sohn von Daeron II. zum König gekrönt. Über seine Herrschaft gibt es wenig zu berichten und nach seinem Tod, 221, wurde der vierte Bruder von Daeron II. König, Maekar I. Der dritte Sohn war bereits zuvor verstorben. 12 Jahre später starb schließlich auch Maekar bei einem Kampf gegen einen rebellischen Lord. Zu diesem Zeitpunkt waren seine beiden ältesten Söhne schon ums Leben gekommen, Daeron durch eine ansteckende Krankheit und Aerion, der gewettet hatte, dass ihn das Trinken eines Bechers voll von Wildfeuer zum Drachen wandeln würde.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Reiches tagte der Große Rat, um über die Nachfolge von Maekar I. zu beraten. Vier Nachfolger waren denkbar: Aerions junger Sohn, Daerons geisteskranke Tochter, Maester Aemon, sowie Maekars jüngster Sohn Aegon. Aerions Sohn wurde wegen der Gefahr der Verrückheit übergangen, Daerons Tochter wegen ihrer Krankheit. Maester Aemon wollte seinen Schwur der Zitadelle nicht übergehen und so wurde Aegon, als vierter Sohn des vierten Sohnes von Daeron II., König. Die Entscheidung verlieh ihm den Beinamen der "Unwahrscheinliche".

Aegons Herrschaft war friedlich und nicht besonders auffällig. Sein Tod allerdings bleibt bis heute ein Mysterium. Klar ist nur, dass er 259 starb und sein Tod steht in engem Zusammenhang mit der Zerstörung Summerhalls (dem Sommersitz der Targaryens, der unter der Herrschaft von Daeron II. errichtet wurde) und der Geburt von Rhaegar Targaryen. Möglich, dass er sowie auch weitere Mitglieder der königlichen Familie und auch der Lord Commander der Königsgarde, Duncan, bei einem Unglück ums Leben kamen.

Der Beginn der Herrschaft von Aerys II.

Über Aegon V.' Nachfolger, seinen Sohn Jaehaerys II. ist bis auf den zu Beginn genannten Ausspruch wenig bekannt. Seiner kurzen Amtszeit (259-262) folgte mit Aerys II. Targaryen (seinem einzigen Sohn) der letzte targarysche König von Westeros. Seine Herrschaft begann sogar recht verheißungsvoll und so wurden ihm seine kleinen Fehler verziehen. Mit der Zeit prägten sich seine Vorlieben für das Feuer allerdings weiter aus und er begann an jeder Ecke mögliche Verräter zu sehen, worauf er immer radikaler reagierte. Ser Ilyn Payne, dem er die Zunge rausreißen ließ, weil dieser gesagt hatte, dass es in Wirklichkeit Tywin Lannister, die Hand des Königs, sei, der das Reich regiere, ist ein lebendes Beispiel dafür. Mit der Ernennung von Jaime Lannister zum Mitglied seiner Königsgarde und der darauffolgenden Zerstrittenheit mit Tywin Lannister begann das Ende der Herrschaft der Targaryens in Westeros und kurz danach die Rebellion von Robert Baratheon.

(Text von Curunir, erweitert und überarbeitet von Rhaegar)