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Panini Comics- auf deutsch zur Fantasy-Saga Game of Thrones!

Die Herrschaft der Baratheons über die Sieben Königslande 

Dies ist der jüngste Abschnitt in der langen Geschichte der sieben Königslande und sein Name ist prinzipiell ein wenig hochtrabend: Die Herrschaft Robert Baratheons wäre sicherlich treffender. Aber alles der Reihe nach, immerhin wurde er nicht als Prinz geboren. Wie er nun zu seinem Thron gekommen ist und was er während seiner Herrschaft erreicht hat, soll in diesem Kapitel behandelt werden.

Um den genauen Hergang der Ereignisse zu rekapitulieren, ist es erforderlich, sich mit den letzten Tagen der targaryschen Herrschaft auseinanderzusetzen, wurde hier doch der Keim für den Untergang der Dynastie gelegt:
Zu dieser Zeit regierte König Aerys II Targaryen, Vater von Kronprinz Rhaegar. Obwohl das Wort "regieren" auch nicht unbedingt den Kern der Sache trifft. Aerys trug sicherlich die Krone und saß auf dem Thron, aber eigentlich hielt seine sehr fähige Rechte Hand, Lord Tywin Lannister die Fäden. Dieser schenkte dem Reich 14 Jahre Frieden, Wohlstand und Gedeihen, gerade auch weil er es schaffte, die von Zeit zu Zeit auftretenden Stimmungschwankungen von Aerys (der auch ein großes Interesse an Feuer hatte) auszugleichen. Die großen Häuser nutzen diese Zeit, um ihre Bindungen untereinander zu festigen, durch Ehebündnisse und Mündelschaft. So wurden Jon Arryn, dem kinderlosen Lord der Eyrie die beiden Jungen Robert Baratheon, der Erbe von Storm's End und Eddard Stark, Sohn des Wächters des Nordens anvertraut. Dessen Bruder, Brandon Stark, der Erbe von Winterfell wurde mit Catelyn Tully verlobt, einer Tochter Riverruns. Robert hingegen wurde die einzige Tochter Winterfells, die schöne Lyanna Stark zugedacht.

Mochte Tywin mit der Aufgabe Westeros zu regieren und die Narreteien seines Königs zu ertragen gut beschäftigt sein, blieb er doch ein Lannister, der das Fortbestehen seines Hauses nicht aus den Augen verlor. Aus diesem Grunde stellte er sich die Aufgabe, seine Kinder standesgemäß zu vermählen. Für seine Tochter Cersei kam nur eine königliche Partie in Frage: Entweder der heranwachsende Prinz Viserys oder gar der Kronprinz. Der war zwar bereits mit Prinzessin Elia von Dorne vermählt, aber die war nicht unbedingt für ihre gesundheitliche Robustheit bekannt. Für seinen Sohn und Erben Jaime hatte er Lysa Tully, eine weitere Tochter Riverruns ins Auge gefaßt. Allerdings bekam Jaime, frisch von Arthur Dayne zum Ritter geschlagen, Wind von der Sache und war von dem bevorstehenden Verlöbnis alles andere als begeistert. Cersei machte daraufhin den Vorschlag, daß er sich doch um einen freigewordenen Posten in der Königsgarde bewerben solle, womit eine Eheschließung unmöglich wäre. Ihr Zwillingbruder willigte ein und König Aerys begann seinem Beinamen "der Verrückte" alle Ehre zu machen, indem er dieses Angebot annahm. Der Neid auf Tywin verleitete ihn dazu, hoffte er doch, diesen durch den Raub seines Erben zu demütigen. Der Löwenlord selbst legte das Amt der rechten Hand unter einer fadenscheinigen Begründung nieder und verkroch sich mitsamt seiner Tochter in Casterly Rock.

Zur selben Zeit trug es sich zu, daß der Winter scheinbar aus Westeros zurückwich. Aus diesem Grunde beschloß der reiche und großzügige Lord Whent von Harrenhal ein Turnier zu veranstalten. Die von ihm ausgelobten Preise lockten Recken aus dem ganze Land an: Sogar die turnierscheuen Nordmänner fanden den Weg an das Gottesauge. Ebenfalls anwesend waren der König und sein Erbe und selbst ein dornischer Prinz hatte die beschwerliche Reise auf sich genommen. Jon Arryn war mit seinem Hof und seinen Mündeln vor Ort und überall herrschte Heiterkeit und frohe Stimmung, wie es der beginnende Frühling so mit sich bringt. Der neue Bruder der Königsgarde, Jaime Lannister, wurde in den Kreis der weißen Ritter aufgenommen unter dem großen Beifall des ganzen Reiches. Das Turnier an sich wurde aber von dem Kronprinzen, Rhaegar dominiert. Als Sieger stand ihm die Ehre zu, die Königin der Anmut und Schönheit zu krönen. Zum Entsetzen aller Anweseneden ignorierte er seine Angetraute und überreichte den Kranz der Verlobten eines Anderen: Lyanna Stark von Winterfell. Was genau den Prinzen zu dieser Entscheidung veranlaßt hat, bleibt unklar. Fest steht nur, daß er in das Mädchen so vernarrt war, daß er sie nach dem Turnier entführt hat.

Diese drastische und unüberlegte Tat des ansonsten als ruhig und fähig erscheinenden Kronprinzen hatte dramatische Folgen: Als Erster reagierte Brandon Stark, der Bruder der Verschleppten. Er ritt mit einer handvoll Getreuen, unter anderem Jon Arryns Neffen und Erben nach Kings Landing und forderte Rechenschaft von Rhaegar. Allerdings war dieser gar nicht da, so daß sich der Erbe von Winterfell mit König Aerys konfrontiert sah. Dieser kannte keine Gnade und ließ Brandon und seine Gefährten wegen Hochverrates gefangennehmen. Anschließend setzte er einen Prozess gegen sie an, bei dem er ihre Väter zur Teilnahme zwang. Lord Rickard Stark verließ also seine heimatliche Burg, um seinem Sohn beizustehen. Er wurde verbrannt, Brandon erwürgt. Aerys sah sich mit seinen Maßnahmen noch lange nicht am Ende: Als nächstes standen der Verlobte, Robert und der Bruder der Entführten, Eddard auf seiner Liste. Beide waren zu dieser Zeit noch auf der Eyrie, dessen Lord sich aber weigerte, dem königlichen Befehl zu folgen, der offizielle Beginn der Rebellion Roberts.

Beide Parteien, einmal eine Allianz aus den Rittern vom Tal, den Nordmännern und den Sturmlords sowie die königliche Seite, die zu Beginn von Highgarden, Dorne und Teilen der Flußlords unterstützt wurde, riefen zu den Fahnen und ordneten ihre Reihen. Besonders die Rebellen hatten am Anfang ihre Schwierigkeiten: Jon Arryn mußte die Stadt Gulltown mit Feuer und Schwert zum Gehorsam zwingen und Robert, der inzwischen Storm' s End erreicht hatte, sah sich einem Verrat der Lords Cafferen, Fell und Grandison gegenüber. Er reagierte schnell genug, bezwang die drei aufsässigen Vasallen im Feld und konnte seine Armee in Marsch setzen. Wo er genau mit seinen Truppen hinwollte bleibt im Verborgenen, kam er doch nicht weit: Bei Ashford traf er auf den königstreuen Randyll Tarly, der die geballte Macht der Sturmlords in die Knie zwang. Ein Sieg, den Mace Tyrell später für sich in Anspruch nahm. Unter dessen Kommando begann dann auch die Belagerung von Storms End, das von Roberts jügerem Bruder Stannis verbissen verteidigt wurde.

Auch ansonsten blieben die Anhänger des Hauses Targaryen nicht untätig: Die neue Hand des Königs, Jon Connington war mit einer Armee in Richtung Flußlande aufgebrochen. Er hoffte zum einen, den flüchtigen Robert zu stellen und andererseits die Armeen des Tales und des Nordens einzelnd zur Schlacht zu zwingen. Er scheiterte in beiden Anliegen: Bei Stoney Sept hatte sich der verwundete Robert verschanzt, und wartete auf die Ankunft der Truppen unter Führung von Eddard Stark. Den Truppen von Connington gelang es nicht Robert zu finden, bevor die Truppen der Rebellen eintrafen. Es war der erste große Sieg der Aufständischen, was nun viele Lords ihre Haltung überdenken ließ. Kamen dann noch verlockende Angebote hinzu, ließ sich so mancher Lord zu waghalsigen Aktionen hinreißen, so auch Hoster Tully. Sicher war der Mann über den Mord an seinem Schwiegersohn in spe verärgert, trotzdem hatte Riverrun bis zu diesem Zeitpunkt Neutralität bewahrt. Eingie Flußlord waren sogar auf der Seite der Königlichen ins Feld gezogen, unter anderem die Whents aus Harrenhal. Als allerdings Eddard Stark vor den Mauern Riverruns stand und das Eheversprechen seines Bruders einlösen wollte und Jon Arryn auch noch um die Hand von Lysa Tully anhielt, war der mächtige Lehnsherr der Flußlande überzeugt.

Vollkommen unbeeindruckt von dem tobenden Krieg zeigte sich lediglich der Westen: Lord Tywin rührte sich nicht hinter den Mauern seiner Burg. Und warum sollte er auch? Trotz der Fortschritte der Rebellen waren die Kämpfe alles andere als entschieden: Prinz Rhaegar höchstselbst ritt an der Spitze einer königlichen Armee in Begleitung von Barristan Selmy, Jonothon Darry und Prinz Lewyn Martell gegen die Aufständischen. Letztgenannter hatte noch dornische Truppen zur Verstärkung mitgebracht. Knapp 40000 Mann war das Heer stark, als der Prinz von Dragonstone den Übergang über den Trident erzwingen wollte. Doch die Rebellen gewannen die Entscheidungsschlacht. Zwar waren sie zahlenmäßig überlegen, doch waren fast alle Kämpfer Veteranen, die den Königlichen Truppen (von denen nur wenige Ritter waren) in vielerlei Hinsicht im Vorteil waren. Martell und Darry fielen, Selmy wurde schwerverletzt gefangengenommen. Der Prinz selbst, wurde von seinem Widersacher Robert in einem dramatischen Kampf besiegt. Damit war der Krieg entschieden, die Aufständischen waren siegreich, auch wenn im Süden des Reiches noch gekämpft wurde.

Zu dieser Schlußfolgerung kam nun auch der König. Rasch schickte er seine Frau mit ihrer ungeborenen Tochter und dem jungen Prinzen Viserys nach Dragonstone in Sicherheit. Außerdem heckte er zusammen mit seiner neuen rechten Hand Rossard, einem Alchimisten einen teuflischen Plan aus: Sobald die Rebellen in die Stadt einfielen, wollte er alles Verbrennen: Seine Stadt, seine Burg, die Königstreuen und die Aufständischen gleichermaßen.
Allerdings war er nicht der einzige, der die Schlacht am Trident als Entscheidung in diesem Krieg deutete: Lord Tywin gingen auf Casterly Rock ähnliche Gedanken durch den Kopf. Um den Siegern schnell seine Loyalität zu beweisen sammelte er hastig eine Armee von 12.000 Mann und marschierte nach King's Landing. Er erreichte die Stadt nur kurz vor dem Eintreffen der Rebellenvorhut unter dem Kommando von Eddard Stark. Aber diese Zeit reicht ihm, seinen Verrat in die Tat umzusetzten: Er schwörte dem König Aerys die Treue. Dieser ließ sich von seinem Ratgeber Grand Master Pycelle überzeugen, dass sein Wächter des Westens ihm zur Hilfe geeilt war und er gab seinen letzten närrischen Befehl: Den Löwen die Tore zu öffen. Die Lannisters wüteten im  wehrlosen King's Landing. Jaime Lannister tötete den König schließlich auf seinem Thron. In Zukunft wurde er hinter seinem Rücken Königsmörder gerufen. Noch grauenvollere Taten begingen Gregor Clegane und Army Lorch: Sie waren diejenigen, die Maegors Holdfast stürmten, wo die Gattin und die Kinder von Prinz Rhaegar zu finden waren. Elia mußte dem Tod ihrer beiden Kinder zusehen, bevor der Reitende Berg über sie herfiel.

Die Kämpfe in der Stadt fanden noch nicht einmal ein Ende, als Eddard Stark die Tore passierte. Trotzdem zeigten sich die Lannisters den Rebellen gefällig. Jaime räumte den eisernen Thron und Lord Tywin präsentierte die Leichen der Prinzenkinder in scharlachroten Mänteln dem inzwischen eingetroffenen Robert. Die Hauptstadt war gefallen, Robert Baratheon wurde zum neuen König ausgerufen, mit Jon Arryn als seiner Hand. Der Rest der Kämpfe war schnell beendet: Als Eddard Stark mit seiner Armee vor Storm's End eintraf, senkten die Lords Tyrell und Redwyne die Banner und schworen dem neuen König die Treue.

Robert und Eddard mochten einen Krieg gewonnen haben, Lyanna hatten sie nicht zurückbekommen. Deswegen brach der junge Lord von Winterfell mit einigen wenigen Getreuen in das immer noch widerspenstige Dorne auf, wo er seine Schwester zu finden hoffte. In diesem Teil des Reiches forderte der Prinz Oberyn Martell, die Rote Viper, Rache für den Mord an seiner Schwester Elia und dem Tod seines Onkels Lewyn. Er beabsichtigte, für das Recht von Prinz Viserys einzutreten. Dort fand Eddard Stark in den Bergen nun seine todkranke Schwester Lyanna, bewacht von den drei gefürchtetesten Rittern der Königsgarde: Gerold Hightower, Oswell Whent und Arthur Dayne, das Schwert des Morgens. Es kam zum letzten blutigen Kampf dieses Krieges: Die Ritter und fast alle Begleiter Neds starben, nur er selber und Howland Reed überlebten. Ihnen blieb nichts anderes zu tun,  als Lyannas letzte Worte zu hören und ihren Leichnam nach Winterfell zu schaffen.

In der Zwischenzeit waren Gerüchte über eine mögliche dornische Rebellion auch bis nach Kings Landing gedrungen. Anstelle ebenfalls zu den Waffen zu rufen, machte sich Jon Arryn auf den Weg nach Sunspear, um Lewyns Leichnam heimzubringen. Er traf auf den eigentlichen Herrscher von Dorne, Prinz Doran Martell, der seinen jüngeren Bruder in die Schranken wieß. Als die Hand wieder in Kings Landing eintraf, hatte sich die Nachricht über Lyannas Tod schon verbreitet, womit der König nicht mehr verlobt war. Ein König braucht einen Erben, dessen war sich Jon Arryn bewußt. Schließlich bekam Tywin Lannister doch noch seinen Willen, als der neue König Robert Baratheon seine Tochter Cersei heiratete.

Auch anderweitig wurde die Herrschaft von Robert Baratheon gefestigt: Stannis, der Storm's End über ein Jahr gegen eine erdrückende Übermacht verteidigt hatte, war mit dem Aufstellen einer Flotte beauftragt worden, um den letzten Schlupfwinkel der Targaryens auszuächern: Dragonstone. Dort war die Königin bei der Geburt ihrer Tochter Daenarys gestorben. Die Dienerschaft der Burg kam auf die Idee, die nun wehrlosen Königskinder dem herannahenden Stannis auszuliefern. Aber der letzte loyale Ritter des alten Königs, Ser Willem Darry, vereitelte diesen Plan und flüchtete mit Viserys und Daenarys in die vermeintliche Sicherheit der Freien Städte.

Mit der Einnahme von Dragonstone  war der Sieg der Rebellen komplett und die fast 300jährige Herrschaft des Hauses Targaryen auf Westeros beendet.
Damit ist die Vorgeschichte der sagenhaften Welt von Eis und Feuer und hier insbesondere des Kontinentes Westeros fast an der Stelle angelangt, an der die Handlung der eigentlichen Saga mit dem ersten Buch einsetzt. 

(Geschrieben von verschiedenen Usern des Eis-und-Feuer-Forums, zusammengefasst und redigiert von Rhaegar)